Kundenrezensionen


6 Rezensionen
5 Sterne:
 (3)
4 Sterne:
 (3)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie Geld die Menschen verändern kann...und dem ewigen Gefühl des Fremdseins, 27. Mai 2009
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Herr der Seelen: Roman (Taschenbuch)
Iréne Némirowsky beschreibt das Leben eines "météque", (Fremder) wenn man die Bedeutung nachliest,kommt man zu "dauerhaft in der jeweiligen Stadt lebender Fremder, der kein Bürgerrecht besass,aber meisst Grieche war."
Ein "Metöke" übersetzt, "musste in Athen eine spez. Steuer entrichten und stand dafür unter einem gewissen Schutz des Staates, in Rechtsgeschäften musste er sich vertreten lassen, durfte keinen Grundbesitz erwerben, war in Handel und Gewerbe tätig und wurde wie die Bürger zum Kriegsdienst herangezogen."

Der 1939 erschienene Roman, entwirft die Biografie, zwischen dem Protagonisten Dario Asfar, einem jungen Arzt, neu und fremd, einem Levantiner,(Ein Levantine, ist ein im Mittelmeer, östlich von Italien Geborener.) mit Frau und Kind der sich versucht eine Existenz aufzubauen, und dem industriellen Reichen, Phillipe Wardes, der unter einem seelischen "Krebs der Seele" zu leiden scheint, und als Rohling und Egoist beschrieben wird. Das Buch handelt von der Schwierigkeit, sich auch in materieller Hinsicht, ein Leben von Akzeptanz und materieller Sicherheit aufzubauen und wie die Not, Bestechlichkeit, Hunger nach Ehre, die Treibjagt nach Geld, den jungen Arzt der unter dem Druck seine Familie zu ernähren,sich anfänglich als "Abtreiber in der Not" betätigt, eine neue "Heilmethode", der Psychoanalyse verwandt und weitergeführt, sich einen Namen macht, um dann im Laufe der Geschichte immer mehr unter die Räder, der sich(auch materiellen) Abhängigheiten, der bourgeoisen Gesellschaft begibt, die als ignorant, arrogant, habgierig,verschlossen,hinterhältig dargestellt wird und sich immer mehr zu einer Art Verhängnis abzeichnet.

Obwohl Dario Asfar, seine Frau Clara liebt, verliebt er sich in Sylvie Wardes, der Frau von Wardes, geht auch sonst zwischendurch fremd, und scheint sich auf eine Art zu verkaufen, was seine berufliche Laufbahn anbelangt und einen Preis dafür zu bezahlen, was ihm nie grössere Gewissensbisse verursacht. Phillipe Wardes entwickelt in seiner Not, eine Art Abhängigkeit, zu diesem "Scharlatan", den er schätzt wie viele andere Patienten auch, aber auch immer sehr kritisch und misstrauisch eingestellt ist. Als er sich scheiden lässt und seine 2. Frau Elinor heiratet, lässt ihn Asfar "verwahren" und Asfar solidarisiert sich mit Elinor, die er später heiraten wird. Sein eigener Sohn Daniel, blickt immer mehr hinter die Kulissen seines Vaters, und gelangt immer mehr in die Position, seinen Vater für seine "Machenschaften" anzuprangern, durch die Kontakte wie z.B. Sylvie Wardes die er unterhält und immer mehr Druck auf die ganze Situation ausübt.

Ein Gesellschaftsromen, der Zwanziger und Dreissigerjahre,über Werte,eigenem Überleben, innerer Hilfesuche und Verzweiflung, einem ewigen Gefühl des Fremdseins in einem fremden Land, über die eigene Käuflichkeit, über den Umgang der vorgefundenen Gesellschaft und dem ewigen Suchen nach Überleben und Getriebenem immer weiter, einer Art Blindheit, die die nächste Schicksalswendung, als Wink das Eigene zu reflektieren fast schon erzwingt.

Auch wenn Iréne Némirowsky, selbst als Fremde in Frankreich gelebt hat, ("Mein Gott! Was tut mir dieses Land an!"),so hat sie doch einen für mich sehr feinfühligen Roman über die damalige Zeit geschrieben, wo sie manches undurchsichtig und verborgen lässt, aber eben "Némirowsky-Like" in einer Art und Weise zum Ausdruck bringt, wo das Zwischenmenschliche, das "Zwischenseelische" wie auch in ihren anderen Romanen Feuer im Herbst oder auch Die Hunde und die Wölfe zum Ausdruck bringt,wo man immer wieder spürt, wie sehr sie sich für die Menschen und ihren inneren Sehnsüchten, Nöten und dem Anliegen zu Lieben trotz aller Umstände und Schwierigkeiten immer wieder neu ein Gefäss gibt, wie ich meine, eine kostbare Zeitzeugin für uns alle ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die zum Siegen Verdammten, 13. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Herr der Seelen: Roman (Taschenbuch)
Der Roman schildert den Aufstieg eines armen, verachteten levantinischen Arztes in Frankreich. Der Held wird als junger Familienvater eingeführt, der sein Geld mit schmutzigen Aufträgen (wie z.B. heimlichen Abtreibungen) verdienen muß, es schließlich aber zu einem Modearzt der höheren Gesellschaft bringt. Dabei stellt er fest, daß Erfolg nicht alles ist - im Gegenteil, sein Erfolg und seine daraus erwachsenden Reichtümer und Eskapaden entfernen ihn seiner Familie, die zu Anfang der Geschichte noch das Wichtigste für ihn war. Zudem bleibt die Frau, deren Idealbild er ewig mit sich herumträgt, trotz seines Glücks unerreichbar für ihn.
Eine hübsche, in noch nicht ganz so ferner Vergangenheit spielende Aufstiegsgeschichte, die daran erinnert, daß Geld nicht alles ist und Glück nicht käuflich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Riss der Seele, 28. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Herr der Seelen: Roman (Taschenbuch)
Ein Buch zu besprechen, das bereits vor so langer Zeit geschrieben und auch schon häufig rezensiert wurde, wenngleich nicht hier bei amazon, das ist ein müßiges Unterfangen und sollte mit äußerstem Respekt gegenüber dem Werk der Autorin Nemirovsky und mit Bescheidenheit erfolgen. Den Vorgängerbesprechungen möchte ich daher nicht viel hinzufügen, sie treffen schon den Kern. Sagen möchte ich nur, wieviel Bewunderung für die Schriftstellerin auch "Herr der Seelen" in mir auslöst. Kaum jemals las ich einen Roman, in dem soviel schwebende Liebe, soviel Respekt vor der Freiheit des Anderen und soviel Ehrfurcht vor dem Unabwendbaren des einzelnen Schicksals schwingt. Das scheint mir überhaupt die Stärke der Nemirovsky zu sein: das letztlich Undeutbare auszudrücken zu verstehen, nicht alle Menschen über denselben moralischen Kamm scheren zu wollen und Widersprüchliches gelten zu lassen. Ein wunderbares Werk auch über die Verschiedenheit dessen, was für Mann und Frau "Liebe und Verzicht" bedeuten, meines Erachtens nach über den Grundwiderspruch, der sich in der Geschlechterliebe immer wieder offenbart, oder mit Nietzsche ausgedrückt: Das Glück der Frau: "er will", das Glück des Mannes: "ich will"....dies so deutlich aus der Sicht einer Frau ohne darüber Klage anzustimmen, das ist I. Nemirovskys versöhnendes Verdienst, hier wie auch in all ihren anderen Romanen und Erzählungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichte eines Scharlatans, 19. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Herr der Seelen: Roman (Taschenbuch)
Der junge Arzt Dario Asfar ist schon vor 15 Jahren mit seiner Frau Clara nach Frankreich eingewandert, doch seine Praxis läuft nur mäßig, auch weil er nach so langer Zeit immer noch als Ausländer gilt, als fremder "métèque", dessen abgetragene Kleidung und dunkler Teint ihn für die Alteingesessenen nicht gerade vertrauenswürdig machen.

Die Geldsorgen plagen ihn erst recht, als Clara den kleinen Daniel zur Welt bringt und er nun auch für ein Kind Verantwortung tragen muss. Eines Tages jedoch hat er Glück, weil Philippe Wardes, ein reicher Geschäftsmann mit Hang zum Glücksspiel, dringend einen Arzt benötigt. Lange Zeit macht er häufig Hausbesuche bei Wardes, nicht nur der klingenden Münze wegen, sondern auch, weil ihn dessen Frau Sylvie fasziniert.

Einige Zeit später hat sich Dario dann doch einen Namen gemacht, aber nicht als Hausarzt, der sein Handwerk versteht, sondern als "Herr der Seelen", der angeblich mit einer selbsterfundenen Spielart der Psychotherapie seelische Leiden heilen kann und bei der Hautevolée in Mode kommt.

Auch in diesem Buch zeigt sich, dass Irène Némirovsky zu schreiben verstand, mit relativ wenigen Worten erzeugt sie eine dichte Atmosphäre und sorgt dafür, dass man am Ball bleibt, obwohl es in dem Roman nur sehr wenige wirkliche Sympathieträger gibt.

Auch Dario selbst mit seinem ewigen Gewinnstreben, das weit über den gesunden Ehrgeiz eines mittellosen Mannes hinausgeht und ihn schließlich richtig skrupellos werden lässt, mochte ich nicht besonders, obwohl Némirovsky es schaffte, mir seine Beweggründe zumindest teilweise verständlich zu machen. Gut verstehen konnte ich seinen Sohn Daniel, der, als er heranwächst, seinen Vater durchschaut und verabscheut.

In (manchmal etwas zu) großen Zeitsprüngen wird die Geschichte eines Emporkömmlings erzählt, wobei Kritik an einer weit verbreiteten Fremdenfeindlichkeit wie auch den suspekten Therapiemethoden mancher "Seelenklempner" deutlich wird und man nicht nur bei Dario in seelische Abgründe blickt.

Ein etwas düsteres Stimmungsbild aus den 20er und 30er Jahren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Herr der Seelen, 21. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herr der Seelen: Roman (Taschenbuch)
Ein wunderschönes, interessantes Buch, das pünktlich geliefert wurde und meinen Erwartungen voll gerecht wurde. Der Verkäufer ist weiter zu empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen tolles Buch, 26. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herr der Seelen: Roman (Taschenbuch)
Ich konnte das Buch gar nicht weglegen, mir hat es sehr gut gefallen !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Herr der Seelen: Roman
Herr der Seelen: Roman von Irène Némirovsky (Taschenbuch - 6. April 2009)
EUR 8,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen