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109 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertwerk
Wenn ich meine zehn Lieblingsbücher aufzählen sollte, wäre ich ratlos -- mindestens 500 sollten es schon sein, die auf die berühmte einsame Insel mitkommen dürften. Aber man könnte mich fragen, ob "Der Meister und Margarita" von Bulgakow mit von der Partie wäre, und darauf würde ich ohne Zögern mit "ja" antworten.
In...
Veröffentlicht am 18. Januar 2006 von weiser111

versus
31 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum sind kluge Leute klug?
Wer sich als Durchschnittsleser wie ich über Bulgakows satirisches Meisterwerk hermacht, hat nichts zu lachen, denn gleich zu Anfang taucht da in Moskau ein seltsamer Scharlatan auf, der sich in eine Diskussion zweier Leute, die, etwas einfach ausgedrückt, mit Literatur zu tun haben, einmischt. Das Thema ist Jesus Christus und am Ende auch noch die Existenz oder...
Veröffentlicht am 26. Februar 2011 von Horst Berger


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109 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertwerk, 18. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita: Roman (Taschenbuch)
Wenn ich meine zehn Lieblingsbücher aufzählen sollte, wäre ich ratlos -- mindestens 500 sollten es schon sein, die auf die berühmte einsame Insel mitkommen dürften. Aber man könnte mich fragen, ob "Der Meister und Margarita" von Bulgakow mit von der Partie wäre, und darauf würde ich ohne Zögern mit "ja" antworten.
In diesem Roman kommt unendlich vieles zusammen, und man kann ihn auf unendlich viele Arten lesen: Als bitterböse Satire auf Stalins Staat und als philosophische Abhandlung, als phantastische Abenteuer- oder Spukgeschichte, als die ultimative Liebesgeschichte schlechthin... und natürlich ist diese Aufzählung längst nicht vollständig.

Moskau, Ende der 1920er Jahre. Karwoche. Auftritt der Teufel persönlich, der in der Freitagnacht seinen alljährlichen Hexenball geben will. Bis es dazu kommt, ist in Moskau buchstäblich der Teufel los, und Funktionäre (insbesondere die regimekonformen Literaten), Denunzianten, Mitläufer und sozialistisch übertünchte Spießer bekommen gründlich ihr Fett weg; Schadenfreude darf sich hier auf höchstem Niveau ausleben. Bereits der Romananfang an den friedlichen Moskauer Patriachen-Teichen ist ein satirisches Meisterwerk, das auf allen denkbaren Ebenen zuschlägt. Bulgakov scheint hier die alte Regisseurs-Weisheit in die Literatur zu übertragen, der zufolge man die Handlung mit einem Erdbeben zu beginnen und dann allmählich zu steigern habe. Aber der satirische Rundumschlag ist nur einer der vielen Aspekte dieses Jahrhundert-Romans.
Eigentlich geht es nämlich um die Geschichte von Margarita und um ihre Liebe zum Meister. Die beiden sind die Lichtgestalten im Roman; die einzigen, denen der Teufel nicht übel mitspielt, sondern denen er hilft. Margarita sucht verzweifelt ihren Geliebten, den Meister, der einen Nervenzusammenbruch erlitten hat, nachdem Literaturfunktionäre sein Werk als kontrarevolutionär gebrandmarkt haben (in Stalins Staat schon fast ein Todesurteil). Sein Manuskript hat er verbrannt -- ein philosophisch angelegter Pilatus-Roman, der um die zentralen Themen Macht, Wahrheit und Wahrhaftigkeit kreist, -- und nun befindet er sich in einer Nervenheilanstalt. Um den Meister wiederzufinden, willigt Margarita ein, auf dem grandiosen Hexenball als Gastgeberin aufzutreten. Der ultimative Hexensabbath ist angesagt mit allen Schikanen und allem Zubehör... und die Suche nach dem Meister geht weiter.

Den verschiedenen Handlungs- und Stilebenen in "Meister und Margarita" entspricht der Aufbau des Romans; meist wechselt von Kapitel zu Kapitel der Schauplatz: Von Stalins Moskau in das Jerusalem um 33 n.Chr., vom teuflischen Generalangriff auf realsozialistische Verlogenheit hin zur Wahrhaftigkeit Margaritas und zum philosophischen Disput zwischen Pontius Pilatus und Jeschua ha-Nasri (d.i. Jesus von Nazareth) als Roman im Roman. Trotz der deutlichen Schnitte ist die Handlung nicht zusammenhanglos; ein dichtes Geflecht aus Motiven, parallel gestalteter und einander reflektierender Figuren und Handlungen verbindet die Handlungsstränge zu einem in sich ruhenden Ganzen.
Da diese Vielschichtigkeit (und vieles andere ebenfalls) auch in der deutschen Fassung hervorragend zutage tritt, muss man unbedingt auch den Übersetzer, Thomas Reschke, für diese Leistung loben.
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man folgt ihm gern, 12. August 2010
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Taschenbuch)
Man muss ein wenig über die historische und persönliche Situation Bulgakows wissen, um diesen Roman mit Gewinn zu lesen - sonst kann er einen leicht verwirren. Bulgakow war einer der wenigen Dissidenten in der Stalinzeit, er war zwar bereits als Schriftsteller erfolgreich, erhielt aber später Publikationsverbot und versuchte in den 12 Jahren, in denen er bis zu seinem Tod 1940 diesen Roman schrieb, sich schadlos zu halten für eine Wirklichkeit, in der seiner Meinung nach alles falsch lief.
Die politische Kaste war zu mehr oder weniger korrupten Funktionären und Apparatschiks verkommen, die auf Machterhalt und diesseitigen Materialismus eingeschworen war. So fängt der Roman damit an, dass zwei typische Repräsentanten jener Zeit vom Teufel, Voland, eines Besseren belehrt werden. Entgegen dem skeptischen Rationalismus des einen, eines Lyrikers namens Besdomny, sagt Voland den unmittelbar bevorstehenden Unfalltod von dessen Begleiter Berlioz voraus und führt ihm und Berlioz den römischen Statthalter Pontius Pilatus in natura vor, wie der den gefangenen Jesus gegen sein Gefühl und Gewissen der cäsarischen Staatsräson opfert. Damit demonstriert der Teufel den beiden Ungläubigen persönlich die historische Existenz von Jesus Christus.

Klar, dass solche übernatürlichen Umtriebe im platten, stumpfsinnigen, bürokratischen Betrieb nur Verwirrung stiften und den vorhersehbaren, aber hilflosen Versuch der zuständigen Behörden provozieren, solchem Unwesen Einhalt zu gebieten nach dem Muster: Was nicht sein kann, darf nicht sein. Besonders weil der Teufel und seine Gefolgschaft nun erst so richtig ihr Unwesen zu treiben beginnen: Voland tritt in einer groß angekündigten Magier-Show auf, dort beglückt er die Menschen mit Geld, das vom Himmel regnet, und die Frauen mit herrlichen Kleidern und Accessoires.
Im zweiten Teil des Buches erreicht das teuflische Treiben dann den eigentlichen Höhepunkt. Im Mittelpunkt dieses Teils steht die schöne Margarita, die einen glücklosen Schriftsteller namens Meister liebt und ihm treu zur Seite steht. In diesem Schriftsteller hat Bulgakow sein Selbstporträt geschaffen. Meister hat auch den vom Teufel verwendeten Pilatus-Roman geschrieben, aber nur Hass und Spott dafür geerntet. Margarita als begeisterte Hexe wird nun die Ballkönigin des teuflischen Frühjahrsballes, auf dem all die großen Schurken und Verbrecher der Vergangenheit auftreten - hier wird man an Dantes "Göttliche Komödie" erinnert wie gleichzeitig das ganze Buch eine Variante des Goetheschen "Faust" ist: Meister als Faust, der schließlich mit seiner geliebten Margarita dem Teufel folgt und in andere, überzeitliche Dimensionen entschwindet.

Der Hauptteil des Romans besteht also aus dem teuflischem Schabernack, der die Offiziellen zur Verzweiflung treibt - ständig herrliche Gelegenheiten zur grotesken Satire à la Gogol - einmal sitzt beispielsweise nur ein Anzug am Schreibpult und führt die Schreibarbeiten aus. Diese teuflische Gegenwelt ist abenteuerlich, anarchisch, lustbetont, sie bringt das triste, regulierte Leben ins Wanken. Bulgakow lebte, man merkt es, 12 Jahre lang in dieser viel spannenderen fiktiven Gegenwelt. Und in den Pilatus-Szenen bringt er sich selbst ins Spiel: So wie Christus ein guter Mensch ist, der sich von Hass und Ungerechtigkeit nicht beirren lässt und standhaft bis zu seinem Tod dem Repräsentanten der Macht seine Wahrheit sagt, so mag er sich selbst gesehen haben, als einzelner ohnmächtig dem Establishment gegenüber. Diese Pilatus-Szenen sind mit tiefem Ernst geschrieben, während bei den satirischen Teufelsszenen eine robuste kindliche Fabulierlust ihre fröhlichen Urständ feiert: "Leser, mir nach!" heißt es wiederholt und man folgt ihm gern. Vielleicht konnte nur ein solcher Schriftsteller am Ende dem Teufel diese Wahrheit in den Mund legen: "Alles wird richtig werden, darauf beruht die Welt." (485).
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Teuflisch gut!, 28. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita: Roman (Taschenbuch)
"Der Meister und Margarita" begleiten mich schon seit bald 30 Jahren über sämtliche Orts- und Wohnungswechsel und werden mich wohl noch solange begleiten "bis dass der Tod uns scheidet". Dieses Buch würde ich auf die Insel mitnehmen, auch wenn ich nur 10 Bücher mitnehmen dürfte und das, obwohl ich es schon fünfmal gelesen habe (oder vielleicht grade deswegen). Und aus genau diesem Grunde sehe ich mich förmlich gezwungen, hierzu endlich auch eine Rezension zu schreiben :-)

Zum einen schildert der Roman in einer überaus ironisch/satirischenWeise das Leben im Moskau der 30er Jahre im vorigen Jahrhundert. Das zweite Thema des Romans ist mit menschlichen Werten wie Gut und Böse, Gott und Teufel, Leben und Tod verbunden. Fragen des ewigen Wechselspiels zwischen Gute und Böse spielen eine besonders wichtige Rolle. Hierzu schlägt Bulgakow einen Bogen weit zurück zu zwei Protagonisten, die gewissermassen für das Gute oder Schlechte an sich stehen: Jesus und Pontius Pilatus.

Nicht zu vergessen natürlich das Thema der menschlichen Liebe, hier die Liebe zwischen den Titelgebern, dem "Meister", einem wahren Künstler, und seiner Margarita - eine berührende Liebesgeschichte, die nach langer Zeit des Leidens über unglaublich phantastische, skurrile und abgedrehte Umwege ihre Erfüllung findet.

Wunderbar wie Bulgakow sein Figurenkabinett einem Höhepunkt entgegenführt, all die verschiedenen Handlungsstränge verknüpft bis am Schluss alle Erlösung finden - Pontius Pilatus genauso wie all die anderen Mitbeteiligten in diesem einzigarten Werk (fast alle, muss ich sagen, einer nicht, aber da ist er selber schuld :-).

Der "Meister" ist ein absolutes Kultbuch, das voller absurder Ideen steckt: Auf der einen Seite immer phantastischer, auf der anderen Seite hart an einem realen Leben in der sowjetischen Alltagsbürokratie, diese Mischung lässt einen immer weiter und weiter in die Welt des Michail Bulgakow eintauchen.

Skurril, fantastisch, satirisch, schräg verflechtet Bulgakov Liebesgeschiche, Horrorelemente, Fantasy, Satire zu einem unglaublichen Abenteuer!!!!

Übrigens: Bulgakovs Satan ist ein teuflisch sympathischer Quälgeist!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was täte dein Gutes, wenn es das Böse nicht gäbe?, 27. März 2014
Von 
Ich unterhielt mich vor einiger Zeit über unverfilmbare Bücher. Unter anderem wurde auch „Der Meister und Margarita“ von Bulgakow genannt. Von diesem Werk hat ich noch nie zuvor etwas gehört, aber es machte mich neugierig. Also ging ich auf gut Glück in die Buchhandlung, fand und kaufte es.

WOVON HANDELT ES?

Den Inhalt kurz zusammen zu fassen ist schwer, einfach, weil er so komplex ist. Mein persönlicher Klappentext würde lauten wie folgt:

An den Patriarchenteichen verliert ein Schriftsteller den Kopf, ein anderer den Verstand. Ein Varietétheater erlebt die Vorstellung des Jahrhunderts, tausende Moskauer Damen finden sich leicht bekleidet auf der Straße wieder und alle schimpfen über verschwindende 10-Rubel-Scheine. Die Wohnung Nr. 50 im Haus Haus Sadowaja ist größer als gedacht, immer leer und der Kater kugelsicher. Alles endet in den Flammen, während der Meister seinem Schüler im Irrenhaus die Geschichte seines Buches über den grausamen fünften Prokurator von Judäa, dem Ritter Pontius Pilatus erzählt und seine große Liebe Margarita sich als des Teufels Ballkönigin drei Stunden lang das Knie küssen lässt.

Historisch angesiedelt im Moskau der 30er Jahre, in der Dekade nach der russischen Revolution ist es politische Satire mit einer großen Portion Schadenfreude und historischer Detailtreue.

Magie und Hexerei, der Kampf zwischen Gut und Böse und die Frage, was des Menschen größte Schwäche ist, wer auf Erlösung hoffen darf und was den Teufel eigentlich so teuflisch macht.

Es ist ebenso eine Liebesgeschichte zwischen den Titelhelden, dem talentierten aber verkannten und erfolglosen Schriftsteller, der sich selbst nur „der Meister“ nennt und Margarita, einer unglücklich verheiratete Frau. Bulgakow stellt die Fragen : Wie weit geht man für die Liebe? Was gibt man auf? Was opfert man? Und was kann man gewinnen?

Innerhalb der Hauptgeschichte befindet sich zudem ein Roman im Roman, eben jenes Buch, welches „der Meister“ schreibt. Es ist die philosophisch angelegte Geschichte über Pontius Pilatus und die Tage rund um die Verhaftung und Verurteilung Jesu von Nazareth.

Außerdem beschäftigt sich Bulgakow mit der Frage der Kunst, insbesondere der Literatur. Was darf und was soll sie? Welche Verantwortung haben Künstler, Schrifsteller, gegenüber der Gesellschaft?

Und, und, und ...

WIE FAND ICH ES?

Bulgakow schafft es, trotz der Fülle an Personen, Schauplätze, Genre und Themen im Fluss zu bleiben. Es dauerte ein wenig, bis ich mir vor allem einen Überblick über die zahlreichen Personen verschafft hatte. Doch es war mir, als würde ich selbst nach Moskau dieser Zeit ziehen und so nach und nach meine Nachbarn kennen lernen. Zwischen fast allen Figuren besteht eine Verbindung, es gibt immer wieder Querverweise und als ich mich eingelesen hatte war es als würde ich auf jeder Seite alte Bekannte treffen.

Ich glitt mühelos durch den Mix aus realistischen und phantastischen Elementen hin und her, denn Bulgakows Schreibstil trug mich traumgleich und zugleich glaubwürdig durch seine Handlung.

Was für mich auch daran lag, dass er auf eine schwarz und weiß Darstellung verzichtet. Die Opfer der Spielchen des Teufels haben auf der einen Seite verdient, was ihnen passiert. Doch ihre Taten geschehen aus solch einer Menschlichkeit heraus, dass ich mit ihnen mitfühlen und sie nicht wirklich verurteilen konnte.

Auch der Teufel selbst, nebst seiner Spießgesellen, ist nicht der klare Bösewicht, der „Teufel.“ Bulgakows „Voland“, wie sich der Satan nennt, ist mephistophelischer Natur. Weder böse noch gut, sondern ein Teil des großen Ganzen.

Um es mit den Worten des Autors zu beschreiben:

„Willst du nicht so gut sein, einmal darüber nachzudenken, was dein Gutes täte, wenn das Böse nicht wäre, und wie die Erde aussähe, wenn die Schatten von ihr verschwänden? Kommen doch die Schatten von den Dingen und den Menschen. [...] Du willst doch nicht etwa den Erdball kahl scheren [...] und deine Phantasie an kahlem Licht ergötzen?“

FAZIT?

Vergleichbar wäre das Werk mit Goethes Faust oder Dantes göttlicher Komödie. Ich las dieses Buch wie gesagt als Spontankauf auf Empfehlung ohne jegliches Vorwissen hauptsächlich während meiner zwanzigminütigen Bahnfahrt von der Arbeit und zurück.

Meiner Meinung nach ist ein Vorwissen nicht unbedingt nötig, es schadet aber nicht rudimentäres Grundwissen über das stalinistische Moskau und vor allem die Darstellung des faustischen Teufels zu haben.

Der Roman wandert auf einem schmalen Grad zwischen Realismus und Phantasie, zwischen Historie und Mystik; schwingt mal in die eine, mal in die andere Genre und verknüpft doch alles zu einem stimmigen Gesamtbild. Die Themen sind Politik, Gesellschaft, Liebe und der Kampf zwischen Gut und Böse und alle die menschlichen Grauzonen die uns Menschen eben so menschlich machen und den Teufel teuflisch.

Ein Buch für alle, die sich auf eine große Figurenfülle und komplexe Zusammenhänge einlassen können. Die mehrere Genre in einem Buch vereint lesen möchten. Die gern durch Fiktion ein wenig über Geschichte, Philosophie und ein wenig auch über religiöse Themen lernen möchten und sich ab und an beim Lesen nicht nur berieseln lassen möchte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarisches Vexierbild der Meisterklasse, ein Matrioschka die ungeahntes versteckt, 14. Mai 2013
Von 
margarita - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist einfach umwerfend. Es ist vielschichtig und unterhaltsam zugleich, hinter jeder Ecke und Wendung versteckt sich unerwartetes. Humor, Weisheit, Melancholie und Glück wechseln sich ab. Drei Geschichten sind es, die sich ineinander verweben und verknüpfen.

In der ersten und zunächst dominantesten Geschichte kommt der Teufel nach Moskau und treibt dort mit seinem dämonischen Gefolge sein Unwesen. Die "braven" Moskauer Bürger sehen sich Eulenspiegeleien, makaberen Scherze und schlichtweg Bösem ausgesetzt, es trifft insbesondere die Bürger, die sich im stalinistischen Bürokratieapparat bestens zurechtfinden, denen es dank Beziehungen, kleinem Denunziantentum oder blindem Gehorsam gut geht. Denen, die sich an Paragrafen und Gesetze klammern und dabei über Leichen gehen.

Recht schnell folgt die zweite Geschichte, das "Buch im Buch". Wunderbar zu lesen, künstlerisch kaum zu übertreffen, die Verurteilung und Kreuzigung Jesu aus der Sicht eines leidenden, gequälten, zutiefst unglücklichen Pontius Pilatus. Ein Pontius Pilatus, der sich noch bis in die Ewigkeit über diese 24 Stunden quält. Aber - als Buch im Buch - ein Werk, das im stalinistischen Russland keine Daseinsberechtigung hat. Im verordneten Atheismus muss das ein Werk des Teufels sein, und Bulgakov lässt gekonnt die Grenzen verschwimmen. Lesen wir das Manuskript eines Buches im Buches, oder lauschen wir dem traurigen und bewegenden Zeitzeugenbericht des Teufels?

Und schließlich die Geschickte des Meisters, verfolgt für eben jenes Buch, das er als Manuskript verbrannt hat und Margaritas, die den Meister so sehr liebt, dass sie für seine Befreiung gerne einen Pakt mit einem plötzlich sehr ruhigen, angenehmen, sinierenden und weisen Teufel eingeht. Ein Gretchen, das nicht bereut und verdammt wird sondern das dieser echten Welt jederzeit den Rücken kehrt, um mit dem Meister in eine dunkle, ruhige Welt der Wahrheit und ohne Zensur einzutreten.

Ich kann nur sagen: ein Meisterwerk der Literatur, ich lese es seit 20 Jahren immer wieder und jedes Mal unterhält es mich und jedes Mal entdecke ich neue Nuancen. Sekundärliteratur muss nicht sein, man kann das Buch einfach als Buch genießen, aber wer gerne verstehen will wie brilliant Bulgakov den stalinistischen Kontext verwoben hat, dem empfehle ich beigefügte Website für viel und hervorragend aufbereitete Sekundärinformationen: [...]
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbar heiter-melancholisches Buch, 28. Juli 1999
Von Ein Kunde
"Der Meister und Margarita" gehört zu meinen erklärten Lieblingsbüchern. In Bulgakows Roman existieren mehrere Handlungsebenen. Mit Sarkasmus, schwarzem Humor und surrealem Witz hält Bulgakow der Habgier und dem Duckmäusertum der Bürger, der Bürokratie, sowie der selbstzufriedenen Diktatur des offiziellen Literaturbetriebs im Moskau der dreißiger Jahre den Spiegel vor. Dies geschieht auf so drastisch-komische Weise, daß einem manchmal das Lachen im Halse steckenbleibt. Niemand anderes als der Teufel persönlich führt Regie in diesem wahnwitzigen Treiben. Daneben wird eine etwas eigenwillige Version der Kreuzigungsgeschichte Jesu präsentiert, erzählt aus der Sichtweise des Pontius Pilatus. Dieser Pilatus wird hier einmal nicht als kalter Machtmensch beschrieben, sondern als gepeinigter Mensch, der zwischen Machtgefühlen und Zwängen einerseits und seiner Sympathie für Jesus andererseits hin- und hergerissen ist. Schließlich findet sich im Roman die Liebesgeschichte zwischen dem Meister und Margarita. Der Meister, ein Schriftsteller, wird Opfer des herrschenden Literaturbetriebs. Seine Freundin Margarita versucht verzweifelt, ihm aus seiner Situation herauszuhelfen und nimmt dafür einiges auf sich. In einem sehr melancholischen Finale laufen die Handlungsstränge schließlich zusammen. Nach der Lektüre dieser "Welt in einem Buch" fühlt man sich glücklich, erheitert und ein wenig traurig - eine wunderbare Mischung! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, das kaum zu übertreffen ist!, 28. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita: Roman (Taschenbuch)
Viele vor mir haben den Inhalt des Buches bereits wiedergegeben, daher widme ich mich gleich meiner Kritik an dem Werk. Genau genommen gibt es da keine Kritik - nur Begeisterung.
Habe das Buch damals in Russland in der Schule gelesen (da Pflichtlektüre), danach noch einmal...Seitdem gibt mir das Buch keine Ruhe, denn ich denke sehr oft daran, jedes Jahr der 12 Jahre, die nach dem letzten Lesen der Lektüre vergangen sind. Jetzt, 12 Jahre später, habe ich "Meister und Margarita" wieder gelesen (eher "verschlungen") und bin immer noch mehr als begeistert. Ich will mich nur ungern wiederholen, denn die meisten Leser, die Ihre Rezension hier verfasst haben, haben es schon geschrieben.
Daher kurz und knapp: Für mich ist es ebenfalls seit vielen Jahren das beste Buch, das ich je gelesen habe. Ein Buch, das einen wahnsinnig unterhält. Ein Buch, das einen zum Nachdenken bewegt. Ein Buch, das einen nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Weinen bringt. Ein Buch, dass in einem Glücksgefühle hervorruft.
Ein Meisterwerk, das kaum zu übertreffen ist!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloses Gleichnis, 9. Mai 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Gebundene Ausgabe)
Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts macht sich der Teufel daran, Moskau in ein Chaos zu stürzen. Auf drei unterschiedlichen Handlungsebenen werden parallele Geschichten erzählt, die sich in Schnittpunkten immer wieder begegnen und in unterschiedlichen Situationen kulminieren. Im Crescendo kommt die Geschichte der dekadenten Gesellschaftsschicht Moskaus, gierig und neidisch wie eh und je und überall, daher und findet ihren fantastischen Höhepunkt in einer Theatervorstellung, in welcher der Satan bzw. dessen Gehilfen ein Varietépublikum aufmischen (der vermenschlichte Kater Behemoth, riesig "wie ein Eber", stellt unzweifelhaft eine der genialsten Figuren dar, die mir bisher in der Literatur untergekommen sind). In gleichförmig nüchternem Takt wird daneben die Geschichte von Pontius Pilatus erzählt, dessen Existenz sich im Entsetzen über die Hinrichtung des Wanderpropheten in grundlegender Weise ändert. In zarten und melodischen Klängen wird schließlich die Geschichte vom Meister und von Margarita, deren Liebe alle Höhe und Tiefen, den Satan ebenso wie die allzu gütige Zufriedenheit zu überdauern scheint, dargetan.

"Der Meister und Margaritha" ist für mich ein phänomenales Meisterwerk von epischer Breite - gewürzt mit ein wenig Pilatuserei. Gewachsen auf dem Nährboden der kommunistischen Ideale und durchsetzt von Sozialkritik wird in weiter Ferne das erstrebsame Ziel einer auf noch zu definierenden idealen Prinzipien aufgebauten Weltzivilgesellschaft anvisiert. Ein zeitloses Gleichnis in der fantastischen Tradition von E. T. A. Hoffmann und im sozialen Sog von Dostojewski.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach Fabelhaft, 30. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita: Roman (Taschenbuch)
Der Teufel hält Hof im Moskau der dreißiger Jahre. Mit Leichtigkeit nützt er die Schwächen der Menschen aus und treibt sie ins Verderben. Kommunisten wie Bürgerliche, keiner kann es mit ihm aufnehmen. Nur Margarita, die seltsamen Dichters, der sich Der Meister nennt, und der im Irrenhaus sitzt, hält ihm stand.

Das Buch, obwohl in den Dreißigerjahren geschrieben, weist keine Spur von Anachronismen auf. Es könnte genausogut vor drei Monaten geschrieben worden sein. Vor meinem Inneren Auge kam ein untergegangenes Moskau zum Vorschein, mit Menschen, deren Schwächen genauso zu Tage treten wie heute.

Dazu kommen immer wieder Passagen aus dem Buch des Meisters über Pontius Pilatus und am Ende verbindet sich alles zu einem grandiosen Finale ohne Kitsch oder übertriebenem Zynismus.

Ich habe nur gestaunt, welche Schöpferkraft da im unterdrückten Russland am Werk war. Eines der Top 10 Bücher die ich gelesen habe.

Der Autor war ein Genie.

Einziges Manko: In der deutschen ÜBersetzung werden die Moskauer Bewohner mit "Bürger" angeredet.

"Genosse" hat der Autor vermutlich gemeint.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meister-Werk - das Hörbuch, 10. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Meister und Margarita (Audio CD)
Im Mittelpunkt dieser Rezension steht das Hörbuch - das Werk selbst wurde hinreichend rezensiert und nichts ist den überwiegend begeisterten Rezensionen dieses Meisterwerks hinzuzufügen.

Wenn der Hörverlag auch rigoros an Verpackung und Information (man hätte das Werk wahrlich umfassender beschreiben können) gespart hat, so kann man ihm dies nicht übel nehmen, weil er dieses Geld offenbar gemeinsam mit dem MDR im Jahre 1998 stattdessen in die Produktion des Hörspiels selbst investiert hat. An die 50 Sprecher, darunter besonders hervorzuheben der grandiose Jürgen Hentsch als Erzähler, waren an diesem Hörbuch beteiligt - ein einzigartiger und höchst seltener Aufwand.

Der Regisseurin Petra Meyenburg ist höchstes Lob auszusprechen für die Hörspielbearbeitung dieses Romans, den Michail Bulgakow 1928 begann und erst 1940, kurz vor seinem Tode beendete. Auf 10 CD und knapp 700 Minuten gelangt der Hörer so in den Genuss eines der wichtigsten russischen Romane des 20. Jahrhunderts - meines Erachtens in ungekürzter Form.

Für die markante Musik, die jedes neue Kapitel einleitet, zeichnet Uwe Hilprecht verantwortlich.

Fazit: Für mich eines der besten literarischen Hörbuchrealisierungen überhaupt.
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Der Meister und Margarita: Roman
Der Meister und Margarita: Roman von Michail Bulgakow (Taschenbuch - 18. April 2006)
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