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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Still sitzen und alten Meistern zuhören
Ich bin eher zufällig auf dieses Buch gestoßen und mit einiger Skepsis daran gegangen. Ich kann mit Lyrik nicht viel anfangen, was soll ich da also mit den Erinnerungen eines Dichters? Aber bereits nach wenigen Seiten hat mich Neruda in seinen Bann gezogen und in eine Welt geführt, wie sie echter aber gleichzeitg wundersamer nicht sein könnte. Manche...
Veröffentlicht am 23. September 2004 von Thomas Muehlfellner

versus
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Neruda`s Autobiographie lässt einiges offen...
Neruda`s Poesie hat mich fasziniert, nun lebe ich im Heimatland dieses Dichters, besuchte zwei seiner Häuser und wollte endlich mehr über sein Leben erfahren...
Seine Autobiographie allerdings brachte für mich nicht die erhoffte Annäherung an den Menschen, zu viele Fragen bleiben offen oder werden nur kurz gestreift. Das Buch, herausgegeben nach...
Veröffentlicht am 29. März 2010 von Daniela Appel-Wieland


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41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Still sitzen und alten Meistern zuhören, 23. September 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Ich bin eher zufällig auf dieses Buch gestoßen und mit einiger Skepsis daran gegangen. Ich kann mit Lyrik nicht viel anfangen, was soll ich da also mit den Erinnerungen eines Dichters? Aber bereits nach wenigen Seiten hat mich Neruda in seinen Bann gezogen und in eine Welt geführt, wie sie echter aber gleichzeitg wundersamer nicht sein könnte. Manche Erinnerungen sind wunderschön (der chilenische Regenwald), manche eher erschreckend (die behördlichen Hürden im spanischen Bürgerkrieg), manche erhellend (Nerudas Freundschaften mit anderen Dichter-Kollegen), manche auch etwas irritierend (so ist es nicht immer leicht, sich in den glühenden Kommunisten Neruda hineinzuversetzen, da man das Ende der Sowjetunion kennt, Neruda aber nicht), aber Pablo Neruda findet immer die sprachlichen Mittel, um seine Erinnerungen fast plastisch vor dem Leser aufzubauen. Man scheint förmlich heineingezogen zu werden in eine räumliche Welt und Manches wird derart wunderbar erzählt, dass man glaubt, es handle sich um selbst Erlebtes ...
Ich kann dieses Buch des großartigen Dichters wärmstens all denen empfehlen, die Sprache nicht nur als Mittel zum Zweck erachten sondern ihr Luft und Raum zugestehen um zu wachsen und sich zu entfalten, Und natürlich empfehle ich dieses Buch auch all denen, die gerne Menschen zuhören, die wirklich etwas zu erzählen haben.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist wahr, Pablo Neruda hat tatsächlich gelebt, 5. März 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Fast 20 Jahre hat Pablo Neruda, einer der bedeutensten lateinamerikanischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, an seinen Memoiren gearbeitet. Mit zum Teil überwältigender sprachlicher Schönheit ( "Von dem, was ich in diesen Blättern hinterlasse, werden sich - wie in den Baumalleen des Herbstes und wie zur Zeit der Weinernte - die gelben Blätter lösen, die sterben werden, und die Trauben, die auferstehen werden im heiligen Wein") führt uns der große Chilene durch sein Leben als Honorarkonsul, gefeierter Dicher und Präsidentschaftskandidat.
Trotz aller Aufrichtigkeit mit der Neruda sein Dichterleben beschreibt, bleibt das Gefühl, das er uns vieles vorenthält oder nicht erinnern will, so werden z.B. seine Jahre in Burma (dem heutigen Myanmar), die für den jungen Mann sehr entscheidend gewesen sein müssen, da sie ihn zu den melancholischen Gedichten aus "Residencia en la tierra" (dt. Aufenthalt auf Erden) inspirierten und offenbar seine tiefgreifensten Erfahrungen von Einsamkeit und Tod darstellten, in einigen Sätzen abgehandelt. Ebenso erfährt man wenig über die Entstehungsgeschichte der übrigen Gedichtbände, die Frage bleibt, wie ein gerade 19- jähriger mit "Veinte poemas de amor y una canción desesperada" (dt. Zwanzig Liebesgedichte und ein verzweifelter Gesang) eines der herzzereißensten und erotischsten Bücher über die Liebe verfasste, ohne das jemals die Rede von einem Mädchen ist, das in seiner Jugend eine entscheidene Bedeutung hatte. Es scheint ihm, der tiefste Emotionen sein Leben lang in Gedichten zum Ausdruck brachte, schwer zu fallen, diese dem Leser in seiner Autobiografie zu enthüllen.
Im Vordergrund seiner Berichte stehen nicht große Gefühle, sondern alltägliche Begegnungen mit chilenischen Sonderlingen, Dichterkollegen wie García Lorca, Miguel Hernández oder Rafael Alberti und nicht zuletzt politischen Gesinnungsgenossen.
Dem Kommunismus, der in Nerudas Leben und späteren Gedichtbänden eine zunehmende Rolle spielte, kommt auch in Confieso que he vivido eine entscheidene Bedeutung zu. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg aus der dichterischen Idylle in Madrid herausgerissen, kehrte Neruda zunächst nach Mexiko, später dann ins heimatliche Chile zurück, um sich den Angelegenheiten der einfachen Arbeiter zu widmen, die von Großkonzernen niedergedrückt wurden. Seine Solidarität und Aufopferungsbereitschaft bringt ins bis zur Kanditatur für die chilenische Präsidentschaft, welche er allerdings zugunsten Salvador Allendes ablehnt. Nach der Ermordung Allendes gerät sein Leben in eine Krise.
Nerudas Leben ist gleichermaßen von Erfolgen und Rückschlägen geprägt, er bemüht sich nicht, zu mystifizieren und legt mit symphatischer Bescheidenheit ein (leider unvollständiges) Bekenntnis ab.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbare Poesie und politischer Dogmatismus - wie passt das zusammen?, 28. August 2007
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
"Es regnete ganze Monate, ganze Jahre. Der Regen fiel in Fäden langer Glasnadeln, die auf den Dächern zerbrachen oder in durchsichtigen Wellen gegen die Fensterscheiben schlugen, und jedes Haus war ein Schiff, das in diesem Wintermeer mühsam in den Hafen gelangte." (S.11)
Mit dieser Beschreibung des chilenischen Regens, die zugleich als eine Metapher für das ganze Land verstanden werden kann, beginnt der chilenische Nobelpreisträger Pablo Neruda seine Autobiographie "Ich bekenne, ich habe gelebt" .
Seinen Jugendjahre im südchilenischen Tucuman, seine Lehrzeit bei der Natur im laurentinischen Regenwald folgen stimmungsvolle Bilder der frühen Vagantenzeit in den großen Städten seines Landes, in Santiago und vor allem in Valparaiso, dessen weltabgewandte Melancholie der reife Dichter noch aus einem Abstand von einem halben Jahrhundert beschwört. "Kleine Welten von Valparaiso, grundlos und zeitlos, verlassen wie Kisten, die einmal in den Tiefen eines großen Weinkellers zurückblieben und die niemand mehr abholt, von denen man nicht weiß, woher sie kommen und die nun nie mehr ihrer Enge entfliehen werden. Vielleicht ist in diesen geheimen Bereichen, in diesen Seelen von Valparaiso auf immer die entschwundene Hoheit einer Woge bewahrt, der Sturm, das Salz, das Meer, das rauscht und schimmert. Eines Jeden Meer, bedrohlich und verschlossen, ein nicht mitteilbarer Laut, eine einsame Bewegung, die zu Mehl wurde und zu Schaum der Träume."(S. 80)
Seine ersten Lyrikbände machen ihn bekannt und verhelfen ihm mit der üblichen Protektion der gehobenen Kreise zu einer diplomatischen Laufbahn als eine Art Konsularbeamter in der Fremde. Zwar wundert sich der Junge Pablo mit Recht, "warum ein so kleines Land wie Chile überall in der Welt Konsulate unterhält," (S. 135) aber das Angebot, im Dienste eines südpolaren Heimatlandes nach Shanghai, Singapor, nach Rangoon und Colombo zu fahren, schlägt er nicht aus. Zu seiner Überraschung beizt er einsam gewinnt keinerlei Zugang zu seinen Gastländern., "Die Einsamkeit (...) war vielmehr etwas Hartes wie die Wand eines Gefängnisses, an der du dir den Schädel einrennen kannst, ohne dass dir jemand zu Hilfe eilt, du magst noch so sehr schreien und weinen. Ich begriff, dass es über die blaue Luft und über den goldenen Sand hin jenseits des Urwaldes, jenseits von Schlangen und Elefanten Hunderte, Tausende Menschenwesen gab, die am Wasser sangen und arbeiteten, die Feuer machten und Krüge formten, dass auch glutheiße Frauen nackt auf den schmalen Matten schliefen, im Licht der riesigen Sterne. Doch wie mich dieser pulsierenden Welt nähern ohne als Feind angesehen zu werden." (S.124)
So lebt der junge Neruda, einer der literarischen Vorkämpfer eines antikolonialen Freiheitskampfes Lateinamerikas, bald das parasitäre Leben eines Kolonialbeamten und vermerkt: "In Wahrheit war die Einsamkeit in Colombo nicht nur belastend sondern auch einschläfernd. Ich besaß einige wenige Freunde in der Straße, in der ich wohnte, Freundinnen mehrere Farbschattierungen gingen durch mein Feldbett, ohne mehr Geschichte zu hinterlassen als den körperlichen Blitz. Mein Leib war ein einsamer Scheiterhaufen, der sich an dieser Tropenküste Tag und Nacht entzündete." (132f.).
Später verschlägt es Neruda in das Spanien der Dreißiger Jahre, wo er den später ermordeten Llorca kennenlernt und in der Endphase des Spanischen Bürgerkrieges im Auftrag der chilenischen Regierung verfolgten Republikanern zum Exil in Chile verhilft. Kurz darauf wird er Geschäftsträger in Mexiko, das "er jahrelang durchwandert, von Markt zu Markt. Denn Mexiko lebt von seinen Märkten. Es lebt nicht in den kehligen Liedern seiner Filme, nicht im bäurischen Kitsch von Schnauzbart und Pistole. Mexiko ist ein Land der karminroten und türkisschmimmernden Umhänge. Mexiko ist ein Land der Gefäße und Krüge und der von einem Insektenschwarm zerfressenen Früchte. Mexiko ist ein unendlich großes Land von stahlfarbenen, gelbstacheligen Agaven." (S. 205)
Man sieht, die Schilderungen lassen an Poesie, Anschaulichkeit und Sprachkraft keine Wünsche offen, und über große Teile des Buches ist es geradezu eine Lust, dem Autor durch sein Leben zu folgen. Sogar spannende Passagen werden geboten - etwa die Flucht des frisch gewählten kommunistischen Senators in den Süden des Landes und von dort, von den Häschern des Diktators Videla verfolgt, über die Anden nach Argentinien (S. 246ff.) und nach Paris. Längst ist er in die kommunistische Partei eingetreten, wird von den gleichgeschalteten Völkern des Ostens, die seine Gedichte nur in der Zensur lesen dürfen ( das steht nicht im Buch) gefeiert, logiert als Stalin-Preis-Juror in Moskau, tafelt mit Ilaja Ehrenburg bei erlesenen Weinen und schreibt ansonsten in seinem Dichterhorst auf der Isla Negra im Süden von Santiago an seinem lyrischen Hauptwerk, das ihm im Jahre 1971, damals schon als Botschafter des sozialistischen Präsidenten Allendes den Nobelpreis einbringt.
Eine atemberaubende Karriere fürwahr, die Neruda nur aus der Erinnerung in seiner unnachahmlichen Sprache bis wenige Tage vor seinem Tode seinen Sekretären diktierte. Dass er fast gleichzeitig mit seinem politischen Idol, dem chilenischen Präsidenten Allende, in zeitlicher Nachbarschaft zum Militärputsch General Pinochets starb, mag die Legende seines Lebens noch ein Stufe weiter entrückt haben.
So weit das Positive. Aber wahr ist auch, dass auf diesem staunenswerten Leben und diesem peotischen Genie ein Makel liegt, der sich dem Leser, je weiter er mit der Lektüre voranschreitet, in immer krasser erschließt. Dass er selbst einer seiner größten Bewunderer ist ("Ich las weiter und weiter, selbst ergriffen von den Lauten meiner Gedichte" - S. 344), mag ja noch angehen. Erschreckend aber ist die moralische Einäugigkeit, die das Buch von der ersten bis zur letzten Seite durchzieht. Kein Wort über die Massenmorde der kommunistischen Geheimpolizei im Rücken der demokratischen Front in Spanien, kein Wort über die perfide Ermordung Trotzkis im mexikanischen Exil, obgleich Neruda selbst vor Ort gewesen ist und mit den Familien der Attentäter bekannt war - stattdessen allenthalben nur Lobeshymnen auf die Leistungen des Sozialismus in Armenien, in Rumänien und natürlich in der Sowjetunion. Neruda, der Freund des Volkes, schriebt beim Tode Stalins eine Eloge auf den neben Hitler und Mao größten Menschenschlächter der Weltgeschichte, er preist "Lenin den Großen", den wahren Vater aller Blutorgien des kommunistischen Totalitarismus, rühmt den "brillanten Analytiker Shdanow"(S. 265), den Totengräber jedes freien Gedankens in der östlichen Welt und wundert sich über seinen grundanständigen brasilianischen Kollegen Jorge Amado, der nach Kenntnisnahme der stalinistischen Verbrechen sich wie so viele andere moralisch integre Künstler von seinem Irrglauben abwandte. So gehen in diesem Buch vollendete Poesie und eine erschütternde politisch-ethische Inferiorität auf eine Weise Hand in Hand, die den Leser ratlos zurückläßt. Auch wenn man zugeben muss, dass die wunderbaren literarischen Miniaturen, von denen das Buch nur so strotzt, durch die enervierende Parteilichkeit Neruadas in keiner Weise beeinträchtigt werden, so gilt doch auch, dass das zweite durch das erste keineswegs entschuldigt wird. So haben wir meiner Ansicht nach ein Buch vor uns, dass poetische zum Vollkommensten gehört, was ich kenne, moralisch aber zugleich völlig belanglos ist.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Neruda`s Autobiographie lässt einiges offen..., 29. März 2010
Von 
Daniela Appel-Wieland (Santiago de Chile) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Neruda`s Poesie hat mich fasziniert, nun lebe ich im Heimatland dieses Dichters, besuchte zwei seiner Häuser und wollte endlich mehr über sein Leben erfahren...
Seine Autobiographie allerdings brachte für mich nicht die erhoffte Annäherung an den Menschen, zu viele Fragen bleiben offen oder werden nur kurz gestreift. Das Buch, herausgegeben nach seinem Tod, besteht aus kaleidoskopartigen Erinnerungsbildern, hin und her springend im Zeitgefüge. Es setzt eine gute Kenntnis des politischen Weltgeschehens seiner Zeit voraus, behandelt überwiegend Begegnungen mit Dichter- und Künstlerkollegen aus der ganzen Welt und ist höchst politisch. Über seine Kindheit und die Jugendjahre in Temuco, als Sohn eines einfachen Eisenbahners, der Poesie für etwas Anrüchiges hält, erfährt man so gut wie nichts. Und gerade dies ist doch das größte Mysterium: Was machte aus dem Sohn einfacher Leute diesen hochsensiblen Beschreiber, diesen blumigen Dichter von Weltrang ?
Seine intensiven Frauenbeziehungen, seine Affinität zum anderen Geschlecht......wird angedeutet, selten ausgeführt. Ehefrauen erscheinen und verschwinden, wie Fußnoten. Selbst seine grosse Liebe Matilda bringt es, zusammen genommen, kaum mehr als auf zwei Seiten. An verschiedenen Stellen fehlt die Offenheit, die eine Biographie auszeichnen sollte. Zum Beispiel Federico Garcia Lorca,sein enger Freund, wird ausführlich beschrieben, doch an keiner Stelle wird seine Homosexualität thematisiert.
Fazit : Bietet einige, unbekannte Details aus seinem Leben, aber der Mensch wirkt merkwürdig blass dahinter.Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne, bunte und intensive Autobiographie, 18. Juli 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt (Broschiert)
Neruda ist mir zuerst von einer Freundin empfohlen worden, mit dem Hinweis darauf, er sei ein vor allem ein "Mensch" gewesen, und das spiegele sich auf wunderbare Weise in seinem Schaffen wieder. Ich hatte keine Ahnung, wie recht sie damit hatte: Selten habe ich eine Autobiographie gelesen, die so bunt und so voller Leben ist, wie die seine. Die bildhafte, oft fast lyrische Sprache des chilenischen Autors und Literaturnobelpreisträgers haucht seinen Erinnerungen Leben ein, egal ob er den chilenischen Wald oder die Armut Indiens beschreibt. Das Buch ist ein faszinierender Einblick in die Welt einer der wichtigsten spanischsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Wer einen Zugang zu seinen Bilder, Gedanken und Motiven sucht, dem sei es aufs wärmste empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pablo Neruda Ich bekenne, ich habe gelebt, 1. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Man merkt, dass der Autor dieses Buch nicht mehr Korrektur gelesen hat.
Das Buch ist sehr gut zu lesen, ist aber keine typische Autobiografie. In einzelne Episoden erzählt Neruda sein "politisches und küstlerisches" Leben, spart nicht mit Namen von anderen Künstlern, die heute kaum noch bekannt sind und stellt sich in einem ganz besonderen Licht da. Wer Privates aus seinem Leben erfahren möchte, wie er zum Beispiel sein Exil verarbeitete oder welche Ziele er in der Politik verfolgte und wie er diese umsetzte, der wird von dem Buch enttäuscht sein.
über sein eigenes literarisches Werk schreibt er zwar viel, gibt aber keine Kostproben. Sein außergewöhnliches schriftstellerisches Talent ist in einzelnen Episoden zu erkennen, besonders aber in den kursiv geschriebenen Anordnung von Satzstücken.
Deshalb trotz Mängel 4 Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kennen Sie Pablo Neruda?, 4. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Sie kennen seine hinreißenden Gedichte und möchten mehr über den großen chilenischen Dichter, über sein Leben erfahren?

Pablo Neruda wurde neunundsechzig Jahre alt. Das sind nicht so sehr viele Jahre, aber seine Jahre waren voller Leben. Er lässt uns teilnehmen an dem bewegten Auf und Ab seines aufregenden Lebens. Wobei es für ihn mehr auf als ab ging. Seine Erinnerungen "Ich bekenne, ich habe gelebt" zeichnen ein lebendiges Bild seines Lebensweges, eingebettet in das politische Geschehen der damaligen Zeit.

Es stimmt, manche Fragen bleiben unbeantwortet, manche Themen werden nur am Rande gestreift, und dennoch ist dieses Buch ein beeindruckendes Zeugnis des großen Dichters, der zu Recht sagt, "Ich habe gelebt". Schade, dass er selbst nicht mehr Korrektur lesen und die Kapitel ordnen konnte. Das letzte Drittel des Buches wirkt dadurch wie eine Aneinanderreihung von Episoden ohne eine richtige chronologische Abfolge. Dafür einen Punktabzug zu geben, wäre allerdings nicht richtig. Der Wert des Werkes und sein sprachlicher Charme sind so überragend, dass sie diese Schwäche mehr als wett machen. Die außergewöhnliche Brillanz seiner Worte lässt nur die Höchstpunktzahl zu.

Das ist es, was das Buch so lesenswert macht. Es ist nicht allein der Inhalt. Auch der, aber eben nicht nur. Nerudas Sprache ist es die fasziniert, die mitreißt. Seine bildhafte Ausdrucksweise fesselt, zieht an, lässt mitfühlen. Virtuos spielt er mit Worten und Formulierungen.

Nein, man erfährt nicht alles über Pablo Neruda. Aber man erfährt sehr viel über ihn, sein Leben, sein politisches Engagement, seine Reisen, seine Arbeit, seine Freunde. - Und kann sich an des Nobelpreisträgers außerordentlicher Formulierungsgabe erfreuen.
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3.0 von 5 Sternen Faszinierende Vita eines Polit-Lyrikers, 27. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Als Memoiren bezeichnet der als lyrischer Politiker oder, ebenso stimmig, als kommunistischer Poet einzuordnende chilenische Dichter Pablo Neruda seinen Band mit dem selbstbewussten Titel «Ich bekenne, ich habe gelebt». Er hat daran bis unmittelbar vor seinem Tode 1973 gearbeitet. «Ich schreibe diese raschen Zeilen drei Tage nach den empörenden Ereignissen, die zum Tode meines großen Gefährten, des Präsidenten Allende, führten» heißt es auf der letzen Seite. Nur neun Tage später erlag er seinem Krebsleiden. Für ihn war der Militärputsch von Pinochet eine persönliche Katastrophe, die er in den allerletzten Zeilen seiner Erinnerungen desillusioniert, fast zynisch beschreibt und resignierend kommentiert. Hier am Ende wie auch im ganzen Buch zeigt sich, dass der Nobelpreisträger von 1971 ein ebenso leidenschaftlicher Dichter wie Politiker war. Für ihn gehörten Poesie und Politik zusammen, es waren zwei Seiten der gleichen Medaille, er setzte seine Lyrik ganz bewusst und wirkungsvoll immer wieder auch politisch ein.

Was für ein außergewöhnliches Leben, das der unter Pseudonym schreibende Sohn eines Lokomotivführers aus der Stadt Temuco im Süden Chiles da stolz vor dem Leser ausbreitet! Nicht in Form einer Autobiografie geschrieben allerdings, sondern als eine riesige Sammlung von Berichten über Erlebnisse und Begegnungen, von geistreichen Reflexionen, von feinfühligen Beobachtungen, dazu viele amüsante Anekdoten aus einem wahrhaft bunten Leben. Wo der Mann überall war und wen er alles kannte! Es ist eine riesige Schar an Menschen, denen er als Poet wie auch als Politiker begegnet ist, von ihm häufig als Freunde bezeichnet oder auch nur, als Mitstreiter, Kollegen, Gegenüber bei diversen Begegnungen, namentlich erwähnt. Während die genannten Politiker mir meistens bekannt waren, hatte ich mit den Poeten, insbesondere den vielen Lateinamerikanern, so meine Probleme, die meisten der illustren Namen hatte ich noch nie gehört. Das mag daran liegen, dass ich ausschließlich Epik lese, keine Lyrik, mein Brockhaus allerdings kannte manche der Namen ebenfalls nicht.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Autobiografisches geschönt und idealisiert wird, der Mensch ist nun mal gefallsüchtig, auch Pablo Neruda bekennt sich offen dazu. Und so fliegen ihm in seinen Jugendjahre die Frauen mühelos zu, kriechen nächtens in sein Strohlager, ohne dass er überhaupt weiß, wen er da in Armen hält. Ein Macho braucht wohl solche verbalen Trophäen. Bei seinen sicherlich hochverdienten Ehrungen drückt der schwedische König gerade ihm die Hand ein wenig länger als allen anderen, berichtet er von der Nobelpreis-Verleihung. Das und Ähnliches mehr mag ja alles wahr sein, es wirkt aber im selbstverfassten Bericht überaus eitel und damit peinlich, auf mich jedenfalls.

Sprachlich präzise und klar, zuweilen schwärmerisch und blumig werdend, wenn es um Heimat und Natur geht, sind diese Memoiren sehr angenehm und flüssig zu lesen. Dass hier ein Lyriker schreibt, merkt man schon an den gelegentlichen, vom übrigen Text kursiv abgesetzten, kontemplativen Einschüben, alleinstehende Einzelsätze zumeist mit poetischer Anmutung. Pablo Neruda entführt den Leser in seine ganz eigene, exotische Welt und lässt ihn teilhaben an einer wahrlich außergewöhnlichen Karriere. Man kann ihm vorwerfen, er habe viele Fragen offen gelassen, politisch einäugig den Kommunismus verherrlicht, Privates weitgehend ausgeklammert. Gleichwohl ist seine Vita faszinierend, und das, was er darüber preisgibt, ist allemal die Lektüre wert.
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5.0 von 5 Sternen Neruda, Pablo, Ich bekenne, ich habe gelebt, 24. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Die Autobiografie des Nobelpreisträgers ist sehr beeindruckend und hat mir gutgefallen.
Das interessante Leben ist mitreißend dargestellt. Ich empfehle das Buch.
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5.0 von 5 Sternen Die Liebe eines Chilenen, 30. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren (Taschenbuch)
Geprägt vom Leben im südlichsten chilenischen Regenwald findet Pablo Neruda seinen Weg in die ganze Welt.
Seine Liebe zum Land und zur Literatur helfen ihm in der Zeit seines Exils.
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Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren
Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren von Pablo Neruda (Taschenbuch - 1. Januar 2003)
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