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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ja, ja, die Liebe in groben Zügen
Wahrlich, hier schwelgt einer in nostalgischen Erlebnissen, die er als Sechzigjähriger noch einmal wie in seiner Jugend neu erleben möchte. Renz ist der alternde Filmemacher, der mit seiner Producerin Marlies Liebesgefühle seiner frühen Jahre wiederbeleben will. Geht denn das?

Parallel zu ihm hat sich Vila, seine Frau, in einen Lehrer mit...
Vor 19 Monaten von CB veröffentlicht

versus
25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wo bleibt die Empathie?
Wegen der guten Kritiken habe ich das Buch zuende gelesen, und zwar ganz in der Erwartung, dass da sicher noch was Besonderes kommt. Ich würde mich so gern den überschwänglichen Rezensionen anschließen. Aber wenn ich ehrlich bin, so hat mich das Buch nur gelangweilt. Ich wurde einfach nicht warm mit den Figuren. Vielleicht ist das ja so gewollt. Denn...
Vor 14 Monaten von Jadwiga Hirtek veröffentlicht


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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ja, ja, die Liebe in groben Zügen, 29. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Wahrlich, hier schwelgt einer in nostalgischen Erlebnissen, die er als Sechzigjähriger noch einmal wie in seiner Jugend neu erleben möchte. Renz ist der alternde Filmemacher, der mit seiner Producerin Marlies Liebesgefühle seiner frühen Jahre wiederbeleben will. Geht denn das?

Parallel zu ihm hat sich Vila, seine Frau, in einen Lehrer mit schriftstellerischen Ambitionen verliebt, auch sie auf der Suche nach der neuen, wahren Liebe. Der Schriftsteller Bühl soll ihr Liebhaber werden, dem sie sich in nächtlichen Telefongesprächen mit knisternder Spannung nähert. Er schreibt eine Geschichte über Franz von Assisi.
Um der guten Ruhe willen mietet er für den Winter das Haus von Renz und Vila an einem italienischen See.

Mit zwingenden Bildern und überschwänglichen Worten wird in der Erzählung über die Liebessuchenden Vergangenheit und Gegenwart belebt. Da ist von raschelnden Blättern, dem aufgehenden Mond über dem See und zahlreichen atmosphärischen Stimmungen die Rede. Der Kaffee auf einer Seeterrasse, das gute italienische Essen, der Wein und die Gerüche der mediterranen Küche verbinden Vergangenheit und Gegenwart. Diese Eindrücke durchziehen das ganze Buch, und jeder, der sich in Italien auskennt, wird die wunderbaren und zuweilen elegischen Passagen aus eigenem Erleben wieder erkennen. Die Paare erfahren quasi eine Verschmelzung ihrer Gefühle von Anziehung und Liebessehnsucht mit den schon fast herbstlich anmutenden Stimmungsbildern. Die Suche nach dem ewigen Glück wird jedoch zur schalen Aufweichung des Alltags.

Das Ganze spielt sich im Bereich saturierten Wohlstands mit Wohnung in Frankfurt, Haus am See in Italien und weiten Flügen nach USA und Havanna ab. Der Jaguar als krönendes Statussymbol darf da nicht fehlen. Wenngleich man zuweilen die Stimmung durchaus nachvollziehen kann, bleibt doch der Eindruck, dass hier viel zu viele Worte gesagt werden. Denn ehrlich: ob man ein paar Seiten überschlägt oder nicht: es spielt gar keine Rolle. Mir war die Erzählung zu weitschweifig, wenn ich auch dem Autor ehrliches Bemühen um die unterschiedlichen Seiten der Liebe nicht absprechen möchte. Doch es spielt alles zu sehr an der Oberfläche des äußeren Ambientes als in der tief innerlichen Not, sich mit zunehmendem Alter mit den verschiedenen Lebensphasen und den Auswirkungen auch auf das menschliche Liebesleben auseinander zu setzen. Möglicherweise war allerdings gerade das die Absicht; die hohle Nichtigkeit der Jagd nach sexuellem Glück und Liebessehnsucht aufzuzeigen. Wer will schon wirklich dem Altwerden ins Auge sehen? Wer vermag den Veränderungen der Seele und des Körpers bei zunehmendem Alter standzuhalten?
Die hier beschriebenen Paare jedenfalls nicht!
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57 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch-Wunder dieses Herbstes, 24. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
In Bodo Kirchhoffs neuem Roman "Die Liebe in Groben Zügen" geht es um die lange und verschlungene Ehe eines Paars- Vila und Renz. Beide verwickeln sich in eine andere Beziehung, die für jeden ungeahnte Ausmaße annimmt, und doch versuchen sie anneinander festhalten. Sie erkennen, dass die Ehe, die sie bisher geführt haben ihr eines, einmailges Leben ist, und es daneben kein zweites gibt. Trotzdem sehnen sich nach erfüllter Liebe, wie ein weiteres Paar, das sich mit seinen Auftritten durch den Roman zieht: Franz von Assisi und die heilige Klara, lebenslang miteinander verbunden und doch getrennt. Vilas Geliebter schreibt über Franz von Assisi ein Buch, aus dem Renz gerne einen Fernsehfilm machen würde- so verklammern sich die beiden Geschichten zu einem Gesamtpanorama.
Bodo Kirchhoff hat einen unglaublichen Bogen über die Zeiten gespannt und erzählt von der Liebe ohne jede Beschönigung- eine Liebe die nicht schön ist, aber immer das Schöne sucht.
"Die Liebe in groben Zügen" ist für micht einer der besten und Ehe- und Liebesromane, die je geschrieben wurden, ich habe es in den letzten Tagen nur noch zum Schlafen aus der Hand gelegt. Jede einzelne der 670 Seiten lohnt sich zu lesen.
Absolut empfehlenswert für jeden, der in einer längeren Beziehung lebt oder sich danach sehnt- man sieht danach die Liebe und Ehe mit anderen, geweiteten Augen!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwer. Horizonterweiternd., 6. September 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Ja, es ist ein schwer zu lesender Roman, da überaus meisterhaft in Sprache und Detailreichtum. Ich denke in diesem Punkt sind die Meinungen ziemlich einheitlich, in allen anderen Aspekten spaltet das Buch offenbar zwischen Ablehnung und Begeisterung.

Die realistischen Details zu den Spielorten, zu Wein, Fahrzeugen oder realem Zeitgeschehen verführen den Leser nur zu schnell dazu, zu vergessen, dass es sich um einen Roman handelt, dessen Personen und Geschichten eine Fiktion des Autors sind. Und so fügen sich zu den realistischen, evtl. dem Leser bekannten oder nachprüfbaren Details, zu den Orten, ebenso detailliert dargebotene Details zu den Personen und ihren Handlungen, dass man am Ende des Buches glaubt, die Personen persönlich zu kennen. Andererseits zeigt der Autor schon mit der Dichte der Verquickung von Ereignissen und der Konstellationen, in denen seine Protagonisten zueinander stehen, dass es sich nur um eine Fiktion handeln kann. Rose-Maria Gropp schrieb in der FAZ über den Roman, Zitat "Die Liebe in groben Zügen" - wenngleich gesättigt mit Realität - nicht zu lesen als eine Wirklichkeit, sondern als eine wilde Parabel. Das Konstrukt ist, als solches, offensichtlich, denn alle Plausibilität ist von vornherein durch Zufälligkeiten konterkariert. Zitat Ende. Sie können folglich nach Frankfurt in die Schadowstraße fahren, vielleicht auch einen Jaguar stehen sehen, aber Sie werden keine Vila und keinen Renz antreffen.

Ein Roman also, keine Biographie! Eine Fiktion der sich der Autor bedient, um durchaus sehr tiefsinnigen Lebensfragen nachzustellen, über Partnerschaft und deren Abnutzung, über den Reiz des Heimlichen, des Verbotenen, über das Älterwerden und der Konfrontation mit dem Sterben (vorzeitig oder später), über verschiedene Formen der Liebe und deren Missbrauch, auch über den Missbrauch von Vertrauen, über die tiefe Sehnsucht nach Liebe und über die Möglichkeit ihrer Erfüllung, oder vielleicht sogar nur ihrer zeitlich begrenzten Erfüllung, sowie unser ganzes Leben zeitlichen Grenzen unterworfen ist. Insofern verstehe ich die Beurteilung von Katrin Hillgruber nicht, Zitat: Das ist auf misogyne Weise voyeuristisch und schlicht geschmacklos, bei aller Eleganz der Schreibweise. Zitat Ende, wie sie in der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift "Beobachtungen des Oberflächlichen" zu rezensieren wusste.

Vila und Renz "leben" in unserer Gegenwart, in einer Form Wohlstand, die einem Fragen nach dem ich, dem eigenen Leben und dem Partner an der Seite erlaubt, da sie keinen täglichen Überlebenskampf ausgesetzt und nicht voneinander abhängig sind, sie haben die Möglichkeiten sich auszuprobieren. Franz und Klara verdeutlichen jedoch als Gegenpol, dass die Frage nach Liebe und Erfüllung keine Frage ist, die an Wohlstand geknüpft ist, auch nicht an Schönheit und Äußerlichkeiten. Sehnsucht und Verlockung wirkt dem Versprechen einer lebenslangen Partnerschaft ebenso entgegen, wie einem Versprechen an Gott. Und alle Menschen gehen und sehen ihrem Tod entgegen und müssen sich irgendwann der eigenen Frage stellen, ob sie in ihrem Leben und wie sie es gelebt haben, ihren Weg, ihre Erfüllung gefunden haben.

Das Buch scheint aber wohl nicht für jeden Leser geeignet zu sein. Ein bisschen Hedonismus muss schon in einem stecken, um den Gefühlen und Handlungen der Protagonisten folgen zu können: der Ehrgeiz im Beruf, durchaus emanzipatorisch gelebt in dieser Ehe, indem Mann UND Frau gleichermaßen einem erfolgreichen Berufsleben nachstreben (also nicht frauenfeindlich, noch nicht einmal in diesem Punkt), der kritische Blick in den Spiegel und auch auf den Anderen, ja auch auf Äußerlichkeiten, eine große Freude an der Schönheit der Welt oder sinnlichen Genüssen des Lebens findend, ob Landschaft, Wein, Essen oder nackter Haut, an Sex. Auch sind Verführungen immer eine Frage der Gelegenheiten, die sich einem bieten. Wer nicht verführt wird, muss auch nicht widerstehen.

Das Buch ist eine riesen Chance für den Leser, eigenen Sehnsüchten und Schwächen auf den Grund zu gehen, der eigenen Sehnsucht nach Liebe, egal in welcher Form, und deren Erfüllung, eigene Standpunkte zu Handlungen und Lösungsversuchen der Protagonisten zu finden und daran zu reifen, horizonterweitert, am Ende des Romans vielleicht sogar wieder mehr zu lieben was man hat, als was man nicht hat.
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44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Seiten, trotzdem keine Langeweile., 27. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Kaum ein Buch über die Liebe hat mich so gefesselt. Man lernt und versteht in diesem langen Roman viel über die Unterschiedlichen Liebesvorstellungen von Mann und Frau. Was mir insbesondere beim Bucheinstieg gut gefallen hat: Die Schauplätze (Hauptsächlich Frankfurt und eine kleine Stadt in Italien) sind gut gewählt und lebensnah beschrieben. Vom Inhalt her ein kurzer Anriss: Ehepaar. Die weibliche Hauptperson verliebt sich in einen entlassenen Lehrer, der seine neugewonnen Freizeit mit dem schreiben eines Historischen Romanes verbringt, die männliche Hauptperson hingegen geht eine fatale Beziehung mit einer sterbenskranken TV-Produzentin ein. Beide sehen in diesen Affären etwas, dass Sie in ihrer Ehe miteinander nicht finden. So sehr ich die Geschichte nicht unbedingt "vorhersehbar", aber doch irgendwie "absehbar" fand: Das Buch ist in der für Bodo Kirchhoff typischen, wirklich großartigen Sprache geschrieben. Also an dieser Stelle: Auch wenn das Thema vielleicht für einige nur bedingt interessant scheint (noch ein Roman über schräge Neuzeitbeziehungen mit seltsamen Liebes-Konstellationen?), alleine die Versprachlichung der Gefühle und Impressionen der Hauptpersonen haben dieses Buch für mich spannend genug gemacht, um es bis zum Ende nicht aus der Hand zu legen. Trotz leichter B-Note in der Geschichtsführung: Von mir 5 Sterne für die lange Reihe an Abenden, durch die mich dieses Buch ohne Langeweile gebracht hat.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wo bleibt die Empathie?, 29. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Kindle Edition)
Wegen der guten Kritiken habe ich das Buch zuende gelesen, und zwar ganz in der Erwartung, dass da sicher noch was Besonderes kommt. Ich würde mich so gern den überschwänglichen Rezensionen anschließen. Aber wenn ich ehrlich bin, so hat mich das Buch nur gelangweilt. Ich wurde einfach nicht warm mit den Figuren. Vielleicht ist das ja so gewollt. Denn es beschreibt ein Milieu, in welchem die Fern - Kommunikation über Briefe, TV-Sendungen, Skype und SMS anstelle von unmittelbaren Begegnungen steht. Dafür gibt es umso mehr eine Selbstdarstellung des Egos. Dieses Intelligenzlertum einer höheren akademischen Mittelschicht erscheint mir sehr genau getroffen. Dafür vergebe ich zwei Sterne. Aber die Liebeshandlungen wirken zelluloidial, Eros verarmt hier zum virtuellen, möglicherweise telegenen Ereignis. Der Autor beschreibt diese Szenen detailliert bis in Mikrohandlungen, die an Großaufnahmen filmischer Sequenzen erinnern. Da war es mir oft so, als habe er sich im Medium vergriffen: was auf der Leinwand gut rüberkommt, weil es mit einem Blick atmosphärisch erfasst werden kann, das artet in dem Roman in eine verbale Inkontingenz aus.

Es wird gelabert und gelabert und gelabert. Der Erzählton verbleibt in unveränderter Monotonie, Sätze werden in "Endlosschleifen" aneinander gereiht. Oft hatte ich Mühe, die Satzbezüge auszumachen. Auf klärende Satzzeichen verzichtet der Autor. So gerät das Lesen zu einem ermüdenden Verfolgen von oft aufgeblähten Wortbildern, das Ganze mit viel Komma, wenig Punkt und schon gar keinen Anführungszeichen. Das ist keine virtuose Sprache, das ist assoziatives oder gar perseverierendes Denken.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, aber... Ärgernisse überwiegen, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Ich fand das Buch unterhaltsam, hab es gern und in einem Rutsch durchgelesen und kann den positiven Beurteilungen hier deswegen in vielem zustimmen.

Aber auch den negativen - da habe ich mich schon auch geärgert!

Liebe? Ne, die lieben sich nicht, die sind entweder grade hormonell verwirrt/verknallt oder voneinander ziemlich bedient.

Altern wird aufs Übelste denunziert: Die gute Vila (53) sieht offenbar klasse aus, scheint sich keine Gedanken wegen Cellulite, austrocknender (Schleim-)Haut oder Halux Valgus machen zu müssen, im Gegenteil: sie schaut voller Ekel auf ihren alternden Mann (64) mit seinen weißen dürren Beinchen. Und hasst, dass sie demnächst nicht mehr die Aufmerksamkeit bekommt wie eine 25jährige.
Soll ich mich (weiblich, 58) nu mit der identifizieren? oder sie fies finden? oder gar verstehen? Das ist lediglich egozentrische Unreife.

Hinzu kommt, dass ich mir oft wie ein kleiner Voyeur vorkam, der ein bisschen in die mittelgroße Welt der Medienleute, Therapeuten, Ärzte reinschauen darf: wie die sich streiten und betrügen, beim Italiener am Gardasee Geburtstag feiern, tolle Abendessen in ihrer Frankfurter Altbauwohnung geben, beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk für diesen Wohlstand kaum arbeiten müssen usw.
Von daher war das Ganze ein bisschen wie ein Tatort: Schmeckt, man wird süchtig, aber nicht richtig satt.

Nebenbei: ich fand nicht nur die Parallelhandlung um Franz von Assisi störend-langweilig (sollte dem Ganzen wohl Gravitas geben), sondern auch die Anspielungen auf die Wahlverwandschaften überflüssig. Dazu hatten die Protagonisten denn doch zu wenig Gegensätzlich-Anziehendes.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderschöne Sprache, aber eine Spur zu lang, 21. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Die Sprache ist lyrisch von Beginn bis zum Ende. Eine sehr bildhafte Sprache überdeckt die zeitweise etwas langatmige Handlung, weshalb ich "nur" 4 Sterne vergeben habe, weil es mir doch eine Spur zu lang wurde zum Ende hin. Es ist ein Buch, das man nicht in einem durchlesen muss, man kann/sollte die Sprache und Bilder auf sich wirken lassen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandios, verkopft, rätselhaft, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Bodo Kirchhoff hat mit „Die Liebe in groben Zügen“ ein meisterliches Werk vorgelegt. Was hier an Komposition, Detailreichtum, Lebensklugheit und unverbrauchten Gedanken zusammenkommt, ist schlichtweg beeindruckend. Ein komplexes Gewebe mit lauter goldenen Fäden darin, die sich jedoch nicht in die Quere kommen und ihren jeweiligen Charakter eines Alleinstellungsmerkmals nicht verlieren, dabei dennoch Bestandteil des Gewebes bleiben: der berühmte Dichter in Kuba, der Tod eines geliebten Tiers, die Antizipation des erwartbaren Todes des Ehemanns, die Gelangweiltheit saturierter Paare, der meditative Charakter des Schwimmens in Süßwasserseen, die Nicht-Machbarkeit einer Post-hoc-Beurteilung eines sexuellen Missbrauchs, die Vergessbarkeit des Leibes, die letzten Tage und Stunden in einem Hospiz.

Der Autor spart also nicht mit Erfahrungsräumen, die er konturiert, denen er als kompetenter Berichterstatter vorausgeht, die er uns als Leistung seines Intellektes vorstellt.

Der hauptsächliche Handlungsstrang um ein in die Jahre gekommenes Ehepaar mit der noch vergleichweise jugendlichen Vila und dem schon dem Alter sich annähernden Renz, dessen bürgerliches Sein dieandauernde Aufwertung eines Hauses am Gardasee samt der Insignien bürgerlicher Saturiertheit notwendig enthält, weist Anklänge zu den Wahlverwandtschaften auf. Und so gibt es dann auch jeweils einen gegengeschlechtlichen Liebhaber, wobei die Verbindung zwischen der Frau und einem Jugendfreund der todgeweihten Geliebten des Mannes klandestin und nicht offen, wie die (erneute) Außenbeziehung des Mannes zu einer in seinem Gewerbe der TV-Produktionen schaffenden jüngeren Frau erfolgt.

Das alles plätschert mit der Unerbittlichkeit des Wandels der Jahreszeiten dahin, alles ist irgendwie anspruchsvoll und niveauvoll, wenig berührt emotional. Und so wirkt dieser Roman über weiter Strecken wie die Abwicklung eines Panoptikums entseelter Menschen. Dabei stellt sich die Frage, ob dies vom Autor bewusst so gestaltet wurde, ob er uns sagen möchte, dass die Liebe in der Gesamtschau nur Gegenstand einer verkopften Betrachtung sein kann, dass alles weitere sich im Unaussprechlichen verliert. Das ist eine schwierige Frage. Man kann mithilfe dieses Buches erstaunlich viel über die Liebe dazulernen in dem Sinne einer intellektuellen Einordnung von Erfahrenem oder zumindest Bedachtem. Aber man wird nicht Zeuge atemloser Strebungen, man erfährt die Liebe nicht im Stadium ihrer Funktion als Vorbereiter einer (potenziellen) Reproduktion, man begleitet ihre Darstellung als post-reproduktivem Raum der Abwicklung auf dem Weg zum unausweichlichen Zelltod.

Darüber kann man eigentlich kein Urteil fällen. Denn jeder muss selbst sehen, wie er dazu steht, ob er über die Kränkung der Einsicht in die Endlichkeit hinaus ein Liebe-volles Leben für möglich und erstrebenswert hält. Bodo Kirchhoff gibt hierfür einen Erkenntnisrahmen vor, den er mittels des Titels des Buches sehr klug als eine Darstellung „in groben Zügen“ bezeichnet. Es erinnert schon an sein früheres Buch „Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf“, denn auch hier wird immer weiter gesprochen, obwohl klar ist, dass das vermeintlich Angekündigte nicht erscheinen wird, dass eine diffuse Leere konturiert wird und der Leser zum Akteur eines Umspringbildes wird, dessen Verwandlung er nur selbst anstoßen kann. Das ist große Literatur.
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65 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Endlosschleife, 5. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Kindle Edition)
Bodo Kirchhoffs neuer Roman wird überall hoch gelobt, besonders die Sprache, denn das Buch ist tatsächlich wortgewaltig und sprachmächtig. Der Leser wird überschüttet mit tollen Sätzen und tollen Bildern. Manchmal fragt man sich, ob es nicht hier und da des Guten etwas zu viel ist, aber es ist grandios. Die Frage ob das Werk deshalb auch lesenswert ist, ist damit aber noch nicht beantwortet.
In Die Liebe in groben Zügen" geht es vor allem darum, dass ein Schreiber über ältere Schreiber schreibt, nämlich über einen Drehbuchschreiber und über einen Ex-Lehrer, der ein Buch über Franz von Assisi verfasst. Das ist gerade Mode; auch Sten Nadolny schreibt in ,Weitlings Sommerfrische` mit einer Doppelexistenz-Figur über einen alten Schriftsteller und einen pensionierten Richter, der nun ein Buch schreiben will. Für Leser außerhalb der schreibenden oder mit Schreibern zusammenhängenden Kulturschaffenden-Szene ist das meist nicht so interessant, es sei denn in diesen Welten passieren spannende Dinge. Das ist in Kirchhoffs Roman leider nicht so. Was auch immer dort an Handlung passiert, dient hauptsächlich zu Betrachtungen der handelnden Personen über ihr eheliches und sonstiges Liebesleben mit erfüllten und unerfüllten Wünschen und Enttäuschungen. Zudem geht es um die Angst vorm alt werden. Und das erstreckt sich dann über 670 Seiten. Legt man das Buch eine Weile beiseite und nimmt es später wieder in die Hand, so denkt man oft, es habe sich von selbst hundertfünfzig Seiten zurückgeblättert. Was da steht, hat man doch gestern schon gelesen (und vorgestern auch?)? Nach dem ersten Drittel wird das Ganze zunehmend eine Herausforderung an das Durchhaltevermögen. Und dann verliert man leicht die Freude an der kunstvollen Sprache, die immer wieder dieselben Gedanken auf äußerlich abgewandelte Szenen projiziert. Irgendwann wird es so etwas wie eine Endlosschleife und schließlich ist man überrascht (und auch ganz froh), wenn es vorbei ist.
Es erinnert an diese endlosen Gitarrensoli in der Rockmusik Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Jeder konnte hören, hier waren große Künstler am Werk und diese Fertigkeiten gehörig bestaunen, aber die Musik wurde langweilig. Dagegen begehrte schließlich der Punk-Rock auf - glücklicherweise. Und vielleicht gibt es beim neuen Bodo Kirchhoff ein ähnliches Phänomen. Ein Autor, der sich J. Fitzgerald Dement nennt, hat fast zeitgleich mit dem neuen Kirchhoff ein Kindle-eBook mit dem Titel Goldilocks Jaguar" veröffentlicht. Die Parallelen zum Kirchhoff-Buch sind so verblüffend wie die Unterschiede. Es geht in beiden Geschichten um eine Villa mit Swimmingpool und Blick über den Gardasee im Ort Torri del Benaco, vieles spielt sich im selben Hotel Gardesana ab. Überdies spielt die gleiche Jaguar V8 Limousine eine prominente Rolle und es gibt eine Fülle weiterer Details, die in beiden Büchern auftauchen. Auch in Goldilocks Jaguar" macht sich ein ernsthafter Konkurrent an die Frau des eher leichtfüßigen Protagonisten heran. In beiden Geschichten müssen die Helden am Ende (mit den Ehefrauen leidlich wiedervereinigt) bei den örtlichen Carabinieri wegen Verwicklung in einen schweren Unglücksfall zur Vernehmung erscheinen.
Bei Goldilocks Jaguar" geht es aber nicht um Schreiber, sondern um Banker, Wirtschaftsbosse, ihre Anwälte, Investoren, Politiker und Gewerkschaftler beim Versuch der feindlichen Übernahme eines niedersächsischen Autokonzerns. Keine Betrachtungen über Alter und Tod; über Liebe ja, aber knapp. Dieser Gegen-Kirchhoff" hat mehr Speed als der Kirchhoff und demontiert frisch, frech, fröhlich Gardasee-Mythen nebst literarischen Hochämtern, wenn der Protagonist schon zu Anfang berichtet, dass er an diesem langen Elend von Bergsee" angekommen sei. Dann geht es an den großen schwarzen Jaguar, dessen Innenausstattung als Softporno" bezeichnet wird, bei Kirchhoff verführt die Frau den Helden Renz auf der Rückbank des Wagens. In Die Liebe in groben Zügen" wird Willy Brandt und der besseren alten Zeit mit den charaktervolleren Menschen nachgetrauert; in Goldilocks Jaguar" werden Wirtschaftsbosse, Banker und ihre Anwälte - politisch unkorrekt - liebenswerte Helden des Alltags. Im Kirchhoff-Roman Roman trägt das Motorboot des Protagonisten den Namen No Comment" = kein Kommentar", das erklärte Mission Statement des kleinen Dementi-Verlages, der Goldilocks Jaguar" herausgebracht hat.
Sprachlich ist Goldilocks Jaguar" ebenfalls interessant, überdies sehr munter und ein Satz wie Beim steten Kampf um Lebensleichtigkeit zählt jeder Meter Bodengewinn" braucht sich hinter kunstvollen Kirchhoff-Weisheiten nicht zu verstecken. Bei Goldilocks Jaguar" kommt keine Langweile auf ,dieses EBook ist nur ca. 200 Seiten lang.
Irgendeine merkwürdige Verbindung gibt es zwischen den beiden Büchern. Für Leser mit viel Liebe zur feinen Sprache, Interesse an langen Betrachtungen zu den großen Themen Liebe und Alter und einem langen Atem ist Die Liebe in groben Zügen" sicher eine gute Wahl. Für die, die nicht diese drei Kriterien erfüllen, ist das Buch schlicht zu lang. Vielleicht sollte man beide lesen, Goldilocks Jaguar" als leichte Vorspeise zu Die Liebe in groben Zügen" oder zum Dessert.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel zu schade, um es leise zu lesen, 25. Juni 2013
Von 
Tobias Nazemi - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Liebe in groben Zügen (Gebundene Ausgabe)
Es hat etwas gedauert, bis mich dieses Werk gepackt hat. Knapp hundert Seiten hab ich gehadert, gefremdelt mit der Lesestimmung, der Sprache, den Protagonisten. Ich hab mich gefragt, was diese Nebenhandlung mit Franz von Assisi soll. Warum Kirchhoff nicht mal einen Punkt machen kann. Oder auch mal Anführungszeichen bei wörtlicher Rede.

Aufgesetzt und krampfhaft um einen literarischen Anspruch bemüht – so lautete schon mein vorschnelles Urteil. Irgendwie hab ich trotzdem weitergelesen, teils aus Langeweile, teils weil sich grad nichts anderes anbot, vielleicht auch um mein vernichtendes Urteil zu festigen. Und dann - urplötzlich war ich drin. Auf einmal machte alles Sinn.

Wer braucht schon Anführungszeichen? Niemand! Und ja, warum eigentlich nicht mal wieder Bandwurmsätze? Wenn sie so grandios konstruiert sind wie Kirchhoff es tut, macht es beinahe Spaß, sich darin zu verlieren. Und natürlich - ohne die Nebenhandlung mit dem heiligen Franz würde dem Buch etwas fehlen. Eine angenehme Lesestimmung stellt sich ein, man liest und liest und will gar nicht mehr aufhören. Was einem eben noch sperrig und bemüht erschien, ist auf einmal voller Leichtigkeit. Man taucht ein in die Handlung und gleitet dahin. Man ist mit dabei in Frankfurt, am Gardasee, in Kuba und Lucca. Man friert und hungert mit dem heiligen Franz. Und es stört überhaupt nicht, dass das, was Kirchhoff über die Liebe in den besten Jahren erzählt, über alte Paare, die nicht miteinander aber auch nicht ohne einander können, schon tausendmal beschrieben wurde.

Denn was dieses Buch auszeichnet ist seine Sprachmelodie. Beinahe jeder Satz ein Kunstwerk. Eigentlich viel zu schade, um es leise für sich allein zu lesen. Die Liebe in groben Zügen ist ein Vorlesebuch. Eine große literarische Komposition, die einen in Sprache schwelgen lässt und am Ende traurig und nachdenklich zurücklässt. Weil die Lektüre so schön war und weil das Phänomen der Liebe letztlich auch auf über 650 Seiten wohl nur in groben Zügen beschrieben werden kann.
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Die Liebe in groben Zügen
Die Liebe in groben Zügen von Bodo Kirchhoff (Gebundene Ausgabe - 22. August 2012)
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