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am 20. Mai 2010
Jeder kennt es und (fast) jeder oder jede hat ihn irgendwie: Stress. Ein geläufiges Wort, allerdings oft mit nebulöser Bedeutung und daher schwer zu fassen.

Die beiden Psychologinnen Luise Barthold und Astrid Schütz haben sich dem weitverbreitetem (80 % der Bevölkerung haben gelitten oder leiden unter Stress) Phänomen "Stress" wissenschaftlich fundiert mit dem Schwerpunkt der Arbeitswelt aus Blickrichtung der Unternehmen und der Arbeitnehmer zugewandt.
In dieser klaren Form und Zielrichtung längst überfällig zugewandt. Stress ist mittlerweile eine Volkskrankheit und generiert immense Kosten. Dann noch zu wissen, dass fast die Hälfte aller Befragten die Arbeit als Stressfaktor Nummer 1 anführen zeigt auf, dass ein Gegensteuern unabdingbar notwendig ist für alle Seiten.

"Arbeit bedeutet atmen für mich; wenn ich nicht arbeiten kann, kann ich nicht atmen"
(Pablo Picasso).
Das vorweggestellte Zitat weist den Weg des Buches. Auch wenn dieses Zitat sicherlich für viele Menschen und Arbeitssituationen zu relativieren ist, die umfassende Bedeutung der Arbeit (definiert hier als bezahlte, regelmäßige Voll- oder Teilzeitarbeit) für unsere moderne Gesellschaft wird im 1. Kapitel des Buches nachhaltig, überzeugend und unter Einbeziehung auch aktuellster Belastungen der Wirtschafts- und Arbeitswelt dargestellt.

Im Aufbau erfolgt im 1. Hauptteil des Buches eine Grundlegung im Blick auf die später ausgeführte Argumentation der Autorinnen. Wie erwähnt erfolgt eine Betrachtung des Kontextes der Arbeit in unserer Gesellschaft. Hier werden Einflüsse genannt und differenziert betrachtet, die gegenwärtig für eine dynamische Entwicklung der Arbeitswelt maßgeblich sind (bis hin zur Finanzkriese von 2008 und der Folgen).
Was eigentlich Stress ist, welche Folgen Stress für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft hat und welche "Stressoren" (Stress auslösende Faktoren) wissenschaftlich erhoben werden können ist Thema der folgenden Kapitel.
Der Grundlagenteil des Buches schließt dann mit einem Blick auf je individuell vorliegende Ressourcen im Umgang mit Belastungen. In diesem Kapitel erfolgt spürbar auch eine Wendung von der Darstellung der Ursachen und Folgen hin zu Strategien der Reduktion und Vermeidung von Stress. Die eigenen Ressourcen und die Ressourcen eines Unternehmens sind, richtig genutzt, die Quellen für eine Arbeit gegen Stress.

Im zweiten Hauptteil des Buches erfolgt die Darstellung konstruktiver Strategien gegenüber dem "Krankmacher" Stress. Einerseits im Blick auf die Seite der Organisation (betriebliches Gesundheitsmanagement), andererseits auf personenbezogene Maßnahmen (Stressmanagement Training). Das Buch schließt mit der Betrachtung und konkreten Hinweisen darauf, wie Arbeit konstruktiv so gestaltet werden kann, dass die Vielzahl der Stress-Risiko Faktoren deutlich minimiert bis ganz vermieden werden können.

Im Kern steht als Ziel der Autorinnen beständig implizit im Raum, eine gesunde Balance zwischen (durchaus auch allgemein positiv wirksamen) Anforderungen im Arbeitsprozess einerseits und den jeweils individuell zur Verfügung stehenden Ressourcen herzustellen.
Wege zu dieser Balance werden eindeutig, verständlich und umsetzbar benannt.

Hervorstechend am Stil des Buches ist die sprachliche Qualität, mit der es den Autorinnen gelingt, die einzelnen Betrachtungen knapp zu halten, ohne es an Tiefe, Qualität und präzisen Informationen fehlen zu lassen.
Allein schon die kurze, aber umfassende Erklärung zum "Burn out" Syndrom unter Einbeziehung der bisherigen Forschungen zum Thema zeigen, wie einfach, direkt, sprachlich verständlich und kompetent Begriffe geschärft werden können, die im Alltag rein nebulös meist achtlos benutzt werden oder weitschweifige Erläuterungen nach sich ziehen, die letztlich ebenso unklar bleiben.

Mit dieser Art der sprachlichen Umsetzung gelingt es ohne weiteres, auf nur knapp 200 Seiten ein solch umfassendes Thema präzise zu benennen, die bisherige Forschung verständlich darzustellen und wesentliche Hilfsmittel an die Hand zu geben, Veränderungen im persönlichen Umgang und in der institutionalisierten Bearbeitung im Blick auf das Gesundheitsrisiko Stress zu initiieren.

Dass Stress gesundheitsschädlich ist, ist natürlich bekannt. Dass über 43 Milliarden € im Jahr aufgewendet werden, um die Folgen des Stresses zu bezahlen, das ist sicherlich so nicht allseits bekannt. Dass hohe Anstrengungen keineswegs immer als Stress zu gelten haben, sondern sehr belebend wirken können ist genauso wichtig für die Einschätzung von Stressfaktoren, wie das Wissen darum, dass Nichtstun gepaart mit ausgeprägter Langweile ebenfalls zu Stress führen kann.

Der knapp beschriebene und dennoch hochwertige Blick auf die nicht nur individuell verschiedene Ausprägung der Empfänglichkeit Stress gegenüber, sondern auch die notwendige Betrachtung des jeweiligen Kontextes weist klar darauf hin, dass Maßnahmen zur Reduktion von Stress immer individuell und situationsadäquat zu gestalten sind.

Dass es im Umgang mit Stress nicht ausreicht von Unternehmensseite allein her einen sauberen und funktionalen Arbeitsplatz bereit zu stellen versteht sich angesichts der Komplexität des Themas von selbst. Barthold und Schütz bieten im Blick auf die Bewältigung und Prävention von Stress eine Menge mehr an vernetzten Voraussetzungen und Umsetzungen eines erfolgreichen Gesundheitsmanagement. Ebenso bieten sie ein weitreichendes und nachvollziehbares Stressmanagement Training unter Aufnahme vielfacher Teilbereiche individueller Arbeitsstrukturen, das dem Einzelnen eine Vielzahl von Ansatzpunkten an die Hand gibt, den eigenen Risikofaktoren entgegen zu treten.

Im Gesamten sind die verarbeiteten Einflüsse, die Stress verursachen auf dem aktuellen Stand. Die vorhandene Literatur und der Stand der Forschung sind umfassend aufgenommen und in knapper, verständlicher Sprache hervorragend dargestellt.
Die daraus abgeleiteten Schlüsse und Vorschläge der Autorinnen stellen sich auf dieser Grundlage argumentativ überzeugend dar und sind, zu guter Letzt, tatsächlich praktikabel. Leider aber werden die vorgeschlagenen Strategien wahrscheinlich solange nicht wirklich bedacht werden, solange kurzfristiges Profitdenken das strategische Handeln bestimmt.
Der einzelne aber kann anhand des Buches zumindest das Seine beginnen, anders zu gestalten.
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am 22. März 2011
Ein sehr focussiertes und wissenschaftlich angehauchtes Buch, das sich relativ gut lesen lässt. Vorrangig ist es für Leser, die Vorkenntnisse haben und weniger für Laien, die Anregungen brauchen um aus der Stressfalle zu kommen.Als Übersicht und für diejenigen, die damit arbeiten wollen, o.k.
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am 9. Dezember 2010
Stress ist längst allgegenwärtig, und laut einer aktuellen Umfrage der Techniker Krankenkasse wird die Arbeit als die bedeutsamste Quelle für Stress genannt. Das Buch gibt einen Überblick über Ursachen, Bewältigung und Prävention von Stress im Arbeitskontext. Im ersten Teil erläutern die Autoren, was Stress ist und welche verschiedenen Ursachen es dafür gibt. Dabei wird die Verschiebung von körperlichen zu psychosozialen Belastungen in der Arbeitswelt als eine wichtige Ursache für veränderte gesundheitliche Beeinträchtigungen angeführt. Es werden physiologische Reaktionen auf Stress erklärt, die unter anderem zu einem erhöhten Kortisolspiegel führen, der die Abwehrkräfte schwächt. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Stressoren.

Neben quantitativen Überforderungen oder problematischem Führungsverhalten wird auch die emotionale Dissonanz genannt. Gerade in Dienstleistungsbranchen müssen Menschen immer öfter im direkten Kundenkontakt Gefühle wie Freude und Optimismus zeigen, die im Kontrast zum aktuellen Empfinden stehen können. Dies kann die Betroffenen erheblich unter Stress setzen. Der zweite Teil des Buchs widmet sich der Frage, wie man mit Stress am Arbeitsplatz umgehen kann. Was den einen stresst, ist für den anderen eine angenehme Herausforderung. Menschen können mit Stress besser umgehen, wenn sie ihre Umwelt als beeinflussbar wahrnehmen und eher optimistisch sind. Auch hilft es, wenn sie die Überzeugung vertreten, dass Veränderungen zum Leben dazugehören und Anstrengungen sich lohnen. Andere benötigen vor allem soziale Unterstützung oder mehr Handlungsspielraum, um Stressoren aktiv verändern zu können.

Weiter werden verschiedene Strategien und Verfahren vorgestellt. Das reicht von der Berücksichtigung von Persönlichkeitsaspekten bei der Personalauswahl über Entspannungsverfahren bis hin zum Aufbau von Stressbewältigungs-Kompetenzen. Auch der Nutzen von Stressmanagement-Trainings wird näher beleuchtet. Metaanalysen legen nahe, dass diese eine mittlere bis gute Wirkung auf verschiedene Variablen (zum Beispiel Burnout, körperliche Symptome) aufweisen. Dabei scheinen kognitiv-behaviorale Verfahren, bei denen stressverschärfende Gedanken erkannt und hinterfragt werden, besonders effektiv zu sein. Das Buch liefert einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand der arbeitsbezogenen Stressforschung. Es ist verständlich geschrieben und ansprechend aufbereitet: ein wirklich stressfreies und erhellendes Lese-Erlebnis.

Aus Wirtschaftspsychologie aktuell, 2/2010
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am 23. Januar 2011
Lange nicht so ein gutes Fachbuch gelesen! Mehr als 5 Sterne. Hoffentlich schreiben die beiden Damen noch mehr. Das Buch hat das Zeug zu einem Standardwerk.
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am 4. Oktober 2013
Das Produkt entsprach den Wünschen, die Transaktion lief gut und zügig ab, gerne würden wir wieder mit diesem Händler korrespondieren
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