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4.0 von 5 Sternen sehr aufschlussreich im inhalt
sehr aufschlussreich im inhalt erläudert die gefahrenquellen und die häufigsten unfallursachen sowie gefährlichsten rahmenbedingungen zum zeitpunkt eines unfalls in einem band
Vor 17 Monaten von EWALD WABNEGG veröffentlicht

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fachlich ungenau und ohne neue Erkenntnisse - Inhaltsangabe und ausführliche Rezension
Ich begrüße es sehr, dass Hr. Irschik einen Beitrag zur Flugsicherheit in Form eines Buches leistet. Auch muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass diese Rezension schon vor 1,5 Jahren geschrieben wurde, ich diese aber aufgrund der darin enthaltenen Kritik nicht veröffentlicht habe, um der Verbreitung des Buches nicht zu schaden. Denn zweifelsohne...
Vor 17 Monaten von SebastianB veröffentlicht


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fachlich ungenau und ohne neue Erkenntnisse - Inhaltsangabe und ausführliche Rezension, 22. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung (Gebundene Ausgabe)
Ich begrüße es sehr, dass Hr. Irschik einen Beitrag zur Flugsicherheit in Form eines Buches leistet. Auch muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass diese Rezension schon vor 1,5 Jahren geschrieben wurde, ich diese aber aufgrund der darin enthaltenen Kritik nicht veröffentlicht habe, um der Verbreitung des Buches nicht zu schaden. Denn zweifelsohne leistet das Buch gerade für Laien und Anfänger einen Einstieg in die Sicherheitsdebatte. Für diese Tatsache gibt es 1,5 Sterne, aufgerundet 2.
Die von meinem Vorredner "Sonnenscheiner" beschriebene "unvoreingenommene Bearbeitung" kann ich jedoch nicht erkennen.

Der Autor, Hr. Dr. Irschik, ausgebildeter Realschullehrer ist durch seine Tätigkeit als Fluglehrer, Fluglehrerausbilder und als Mitglied des DHV-Lehrerteams seit Jahren eng in den DHV-Strukturen vernetzt. Die Konsequenzen auf eine unabhängige Themenbearbeitung werden in seinem Buch (1.Auflage 2011) offensichtlich.

Das Kapitel Statistik:
Irschik will mit dem Kapitel Statistik den Leser "..über statistische Unfallbetroffenheiten das Gefahrenpotential der Sportart .." vermitteln (S.8.). Hat er, und wenn ja wie, dieses Ziel erreicht?

Als erstes fällt auf, dass das Statistikkapitel (ab S.52) größtenteils aus dem zitieren bzw. zusammenfassen der DHV-Statistiken besteht. Irschik begnügt sich mit dem Darstellen der aus den DHV-Unfallstatistiken ableitbaren Informationen, wie z.B. Unfälle nach Geschlechtern, Flugerfahrung usw., die wir jedoch aus den jährlichen Unfallanalysen von Slezak bereits kennen. Weiter beschreibt Irschik Situationen, die Unfälle begünstigen können: Hektik am Startplatz, Lemmingeffekt, hohes Flugaufkommen und Ablenkung. Ausführlich aber befremdlich, wenn man diese altbekannten Situationen als neuer Denkansatz" (S. 80) verkauft bekommt, werden diese teilweise sogar während des A-Scheins (Lemmingeffekt) behandelt und sind an verschiedenen Stellen bereits dargestellt.

Ärgerlich ist, dass Irschik vollkommen unreflektiert irreführende Aussagen, nämlich dass Gleitschirmfliegen "die sicherste aller Luftsportarten" (S. 57) sei und "Segelfliegen (..) gefährlicher als Gleitsegelfliegen" ist, von Slezak übernimmt. Unglücklicherweise hat er nicht dargestellt, wie er zu seiner zitierten Behauptung kommt. Um diese Irreführung zu durchschauen, müsste der Leser die Tricks kennen, die zum Treffen dieser Aussage notwendig sind. Hierfür müssen nämlich über 99% aller Unfälle ausgeblendet und lediglich die Todesopfer beider Sportarten verglichen werden. Der Sicherheitsbegriff, hier die physische Sicherheit, beschreibt aber per Definition die körperliche Unversehrtheit. Und die Anzahl der Schwerverletzten beim Gleitschirmfliegen übersteigt um Größenordnungen die Anzahl Schwerverletzter der Segelflieger.
Irschik scheint sich dieses Tricks bewusst zu sein, wie nach einer Doktorarbeit zum Thema auch nicht anders zu erwarten. Er spricht nämlich in diesem Zusammenhang von einer nebulösen und nicht definierten Sicherheitsstufe" (S. 57). Diese rhetorischen Kniffe sind jedoch eindeutig jenseits der Seriösitätsgrenze, da der Sicherheitsbegriff mit dem Ziel der absichtlichen Täuschung falsch ausgelegt bzw. benutzt wird.

Weiter findet er anhand von Analysen "überraschend" heraus, dass 92% aller Unfälle auf Pilotenfehlern beruhen. Auch hier handelt es sich lediglich um genau die Aussagen, die Slezak im Namen des DHVs seit Jahren, erst einmal natürlich völlig korrekt, kommuniziert. Aber andere Sichtweisen, die in den letzten Jahren plausibel in der Szene diskutiert wurden, nimmt Irschik nicht auf. Nicht nur an dieser Stelle beweist Irschik, dass er die aktuellen Diskussionen und Veröffentlichungen der Szene nicht mitbekommen hat.

Es wäre in einem unabhängigen Buch die Aufgabe gewesen, die vorhandenen Statistiken auf ihre Aussagekraft hin zu untersuchen, Grenzen der offiziellen DHV-Statistik aufzuzeigen und zumindest Wege zur Erhebung belastbarer Daten zu diskutieren. Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Irschik keinerlei neuen Schlüsse, Erkenntnisse oder Interpretationen aus der dargestellten Statistik zieht, die nicht auch schon sein Kollege Slezak dargestellt hat.

Auch verspricht er dem Leser auf S. 8, im Zusammenhang mit den statistischen Unfallbetroffenheiten", dass er aus den dargestellten Informationen sein "individuelles Gefahrenpotential" bewerten kann. Diesen Punkt habe ich vergeblich gesucht; wäre eine Interpretationshilfe der Statistik, die Rückschlüsse auf das individuelle Risiko zulässt (sofern dies den möglich ist?) eine echte Bereicherung der Szene gewesen. Denn, wie wir aus anderen Studien wissen, besitzt das menschliche Gehirn keine Möglichkeit, die Aussagekraft von Statistiken (kleine und große Zahlen) zu erfassen und einzuordnen.

Irschiks und auch vom DHV häufig kommunizierten Vergleich Segelfliegen ist seriös und sicher. Gleitschirmfliegen dagegen hat ungerechtfertigterweise ein schlechtes Image, obwohl es sicherer als Segelfliegen ist" hat verheerende Auswirkungen auf die Pilotensensibilität. Denn diese Argumentation erklärt scheinbar die Unfälle, die im direkten Umfeld jedes Piloten passieren als statistische Ausreißer".
Und gerade bei Anfängern, die in den ersten hundert Flügen besonders oft verunglücken, hat diese Argumentation besonders dramatische Auswirkungen. Kaum ein Anfänger schätzt nämlich das Risiko realistisch ein, wie Irschik ebenfalls selbst auf S. 150 feststellt. Eine unverantwortliche Pilotentäuschung! Man muss bedenken:
Der DHV besitzt eine enorme Reichweite bei der Kommunikation von Sicherheitsthemen, da er, zumindest in Deutschland, schon fast ein Interpretationsmonopol besitzt. Und diese Reichweite erfordert eigentlich eine besonders verantwortungsvolle Kommunikation.

Spätestens nach diesem Kapitel habe ich mich ernsthaft gefragt, was denn die wirkliche Intention des Autors ist. Ein Sicherheitsbuch, in dem die Risiken des Sports mittels täuschender Aussagen verharmlost werden?

Menschliche Fehler
Auf Seite 156 fasst Irschik zusammen: Er hat die "wahren Unfallursachen" aufgezeigt, nämlich die "menschlichen Fehler". Da die Unfallursachen zwischen viel Prosa versteckt sind, ist mir das extrahieren schwergefallen und so habe ich sicherlich einige vergessen. Trotzdem nachfolgend die Kernaussagen in Stichpunkten zusammengefasst:

Leistung ist tagesformabhängig. Intelligenz zeigt sich durch vernünftiges Handeln (?). Personen, die häufiger die A-Schein-Prüfung nicht bestehen, sollten aufgrund mangelnder Intelligenz nicht Fliegen. Gutes Reaktionsvermögen ist bodennah und bei Turbulenzen sicherheitsrelevant. Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit muss über einen längeren Zeitraum, auch in extremen Wetterbedingungen" zum sicheren Fliegen aufrechterhalten werden. Ebenso ein guter physische Zustand. Sauerstoffmangel reduziert beides. Es sind bei Start feinmotorische Fähigkeiten notwendig. Vorstellung der I'm Safe Formel: Alkohol, Müdigkeit, Medikamente, Stress und Ärger, mangelnde Nahrung/Trinken und Krankheit erhöhen Unfallrisiko. Zuviel Angst kann gefährlich werden (Stichwirt Blackout), Maßnahmen gegen Angst können sein: Singen, Mantra Wir (Schirm und ich) sind gut" aufsagen und ähnliche weitere Methoden. Wichtige Charaktereigenschaften sind Sorgfältigkeit und Gewissenhaftigkeit.
Weiter stellt er, durchaus diskutierbare Thesen, bzgl. Fähigkeit zur Selbsteinschätzung auf:
Männer zwischen 35-60 Jahre überschätzen ihre Fähigkeiten, genauso Führungspersönlichkeiten, Handwerker und 25-30 jährige schätzen sich realistisch ein, Frauen und Männer in mittleren Berufspositionen schätzen ihre Fähigkeiten dagegen zu niedrig ein.
Realistisches Sicherheitsbewusstsein wird
durch Flug- und Lebenserfahrung gefördert,
von Erlebnissen beeinflusst,
benötigt theoretisches Wissen,
und wird durch Flugpraxis erhöht.
Das Einhalten von Sicherheitsregeln ist ein Persönlichkeitsmerkmal.

Der Autor hat bei seiner Darstellung menschliche Fehler besprochen, die das Risiko eines Unfalls erhöhen können: z.B. schlechte Reaktionsvermögen, schlechte Konstitution, schlechte Selbsteinschätzung. Doch wie kommt man bspw. zu einer korrekten Selbsteinschätzung, oder zu einer realistischen Gefahrenabschätzung? Außer der Erkenntnis, dass es hierzu einen Fluglehrer und Ehrlichkeit zu sich selbst" benötigt, liefert er keine Hilfestellungen. Hier hat der Autor einen kompletten Themenkomplex ausgelassen, zu dem es einige interessante Studien gibt. Ein Mechanismus unter vielen ist z.B. der der Rosa-Brille-Effekt", der optimistische Fehlschluss, das Überdurchschnittlichkeitssyndrom, kognitive Dissonanz und viele mehr. Das Wissen über diese Mechanismen erleichtert es erheblich, zu einer realistischen Risikoabschätzung zu gelangen. Schade, dass er an dieser Stelle seinen Leser alleine lässt.

Zum Stil der Arbeit
Irschik bemängelt, dass die Verunfallten chronisch unter "externen Schuldzuweisung" leiden (S. 62). Drei Sätze später (auf derselben Seite) schreibt Irschik das schlechte Image des Gleitschirmsports den "theatralischen Austritten" von bspw. "Heiner Geisler" zu. An dieser Stelle habe ich mich spontan gefragt, ob der Autor nicht selbst an der von ihm bemängelnden "externen Schuldzuweisung" leidet? Bewertet Hr. Irschik, zu Recht, das schlechte Image des Sports als Indiz für dessen Gefährlichkeit? Nur so kann ich mir erklären, dass er einen Vertreter und nachweislichen Förderer des Gleitschirmsports, exkommuniziert. Die Verantwortung auf die, ohnehin nicht beeinflussbare, externe böse Presse zu schieben, bringt das Thema sowieso nicht weiter! Hier hat Hr. Irschik Ursache und Wirkung verwechselt; denn: nicht die Presse ist für das schlechte Image verantwortlich, sondern wir, die die Unfälle verursachen!

Irschik wirft häufig polemische Phrasen ein, wie z.B. auf S. 48 wo er im Kapitel Schwierigkeiten und Grenzen bei der Unfallanalyse" schreibt:
"Skifahren (..) das (..) Holland schon in den kollektiven Wahnsinn getrieben hat. So wälzt sich denn in jedem Winter eine Blechlawine, gelb durchmustert, in die Skigebiete und Lawinen. Unfälle mit solchen sind eben nicht selten (..)".
Irschik will damit zum Ausdruck bringen, dass auch in Sportarten mit hoher Akzeptanz Unfälle passieren, vornehmlich wohl von Holländern. Wie diese Aussage die Vermittlung des Themas die Schwierigkeiten und Grenzen der Unfallanalyse" aufzuzeigen unterstützt, insbesondere in dieser Form, erschließt sich dem Leser nicht. Und so stehen viele solcher Phrasen erst einmal, scheinbar zusammenhangslos, im Text und erschweren damit die Erfassung seiner Aussagen ganz beträchtlich, die in diesem Kapitel übrigens folgende sind:
- Aufzeigen der Interessengruppen einer Unfallstatistik.
- Das Aufzeigen der Problematik beim Risikovergleich verschiedener Sportarten. Die ergibt sich daraus, dass häufig die Anzahl der Ausübenden nicht bekannt ist. (Gerade diese Aussage hätte er sich übrigens bei folgendem Satz auf der gleichen Seite zu Herzen nehmen sollen: Ballsportarten sind Hauptkostenversursacher (Anm.: bei den Krankenkassen), wenngleich Fußball in der Öffentlichkeit als sicherer und gesundheitsfördernder Sport angesehen wird.")
- Außerdem das Aufzeigen der Unterschiede zwischen qualitative Unfalluntersuchung (Was ist passiert) und quantitative Unfallanalyse (Statistik).

Darüber hinaus erwarte ich von einem Fluglehrer und noch viel mehr in einer wissenschaftlichen Arbeit, dass der Autor das skizzierte Thema durchdrungen und verstanden hat. Leider beweist Irschik auf Seite 123 mit der Aussage "die abnehmende Luftdichte und damit auch die Abnahme des Sauerstoffanteils der Luft" das Gegenteil, in dem er die Heterosphäre in die unteren, von Gleitschirmfliegern beflogenen Luftschichten, verschiebt. Einem fachfremden Bildreporter hätte man diesen Patzer verziehen. Hier jedoch muss sich Irschik die Frage gefallen lassen, ob er es als jahrelanger Fluglehrer - und - mit dieser Arbeit nun auch Träger des Doktorentitels, tatsächlich nicht besser weiß?

Der Text enthält eine Vielzahl weiterer Fehler und nicht belegte Behauptungen, dessen Aufzählung und Bewertung den Rahmen der Rezension sprengen würden, wie z.B. die Behauptung, dass bei der "statistischen Auswertung (..) die Gesamtzahl der deutschen Lizenzinhaber als Maßstab genommen" wird (S. 49).

All diese Unstimmigkeiten, nicht belegte Behauptungen und täuschenden Aussagen vermitteln mir das Gefühl, dass der Autor sich nicht ernsthaft Gedanken zum Thema gemacht hat.

Weiter vermisse ich als informierter Flieger inhaltliche neue Erkenntnisse oder zumindest spannende, diskussionswürdige Thesen. Das Buch enthält keine neuen Aspekte - zumindest habe ich sie (erst mal) nicht gefunden. Doch ganz zum Schluss entdeckt plötzlich der sehr aufmerksame Leser doch noch überraschende Ansätze. Auf Seite 154 stellt Irschik fest, dass der Gleitsegelsport (..) aus kommerzieller Entwicklung ein hohes Gefahrenpotential" aufgebaut hat und die Bedeutung der Dokumentation und Analyse von Unfällen noch nicht erkannt wurden"
Leider werden gerade diese spannenden Thesen weder weiter erläutert, noch belegt oder sonst wie diskutiert. Weshalb diese im Fazit (Ergebnisse) ganz am Ende des Buches in Nebensätzen nur beiläufig erwähnt werden, obwohl man im Buch vorher darüber nichts gelesen hat, kann man nur mutmaßen. Ich zumindest habe den Eindruck gewonnen, dass es dem Autor nur recht ist, dass gerade diese Thesen überlesen werden.

Das verfolgen und studieren des DHV.de Sicherheitsbereichs und de DHV-Forums, trotz der haufenweise sehr fragwürdigen Forenbeiträge, ermöglicht einen umfassenderen und informativeren Zugang zur Gleitschirmsicherheit. Eine vertiefende Diskussion der Sicherheitsproblematik kann ich daher nicht erkennen. Sofern es sich um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, fehlt mir eine erkennbare wissenschaftlichen Vorgehensweise und vor allem neue Erkenntnisse. Immerhin basiert die Arbeit auf einer Promotion. Quellenangaben, Zitate? Größtenteils Fehlanzeige. Auf jeder zweiten Seite verweist Irschik hingegen auf nicht näher benannte "Experten". Sollte es sich hingegen nur um eine sensibilisierende Lektüre handeln, fehlen die Emotionen bzw. ein mitreißender Schreibstil und der erkennbare Wille, einen ehrlichen Beitrag zur Sicherheitsdiskussion zu leisten.

Nach dem Kapitel Statistik hat sich mir die Frage aufgedrängt, was den nun die tatsächliche Intention des Autors mit der Veröffentlichung dieses Buches ist. Diese Frage hat sich mir auch in den restlichen Kapiteln des Werkes nicht beantwortet. Kaum vorstellbar, dass auch die dahinterstehende Promotion ähnlich mut- und phantasielos bearbeitet wurde. Oder gibt es vielleicht wichtige Thesen und Erkenntnisse, die nicht den Weg aus der Doktorarbeit ins Buch gefunden haben?

Ein unabhängiger Autor, der ein ergebnisoffenes Sicherheitswerk anfertigen will, darf nicht in das System DHV und das System Gleitschirmfliegen in der Form integriert sein, dass seine finanzielle Existenz davon abhängt. Kann man von einem Flugschulbetreiber hoffen, dass er seine Kunden abschreckt? Oder einen Mitarbeiter des DHVs, dass er gegen seine existentielle Politik der ständigen Fliegerakquise agiert? Wohl kaum! Man kann also von diesem Buch keinen objektiven, unvoreingenommenen und ehrlichen Beitrag erwarten.

Für den Einsteiger und Anfänger enthält das Buch die Basics, die zwar im Internet verfügbar sind, die aber eben hier ausführlich beschrieben werden aber leider nicht immer fachlich korrekt sind. Der fortgeschrittene Pilot kann sich anhand des Buches noch einmal mit den oben beschriebenen menschlichen Fehlern auseinandersetzen. Das sollte jeder Pilot in regelmäßigen Abständen, egal welches Erfahrungsstandes, tatsächlich tun. Unbedingt im Hinterkopf behalten muss der Leser, und hier bin ich vollständig anderer Meinung wie sonnenscheiner, dass das Thema stark durch die DHV-Meinung "gefärbt" ist. Es ersetzt keinesfalls eine weitergehende, intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Sicherheit.

Beim Lesen hat man stets das Gefühl, dass Herr Irschik bemüht war, keine polarisierenden Thesen und Fakten darzustellen. Wohl, um nicht das gros der Flieger und den DHV zu verärgern oder zu verunsichern. Das ist symptomatisch für fast alle Sicherheitsdiskussionen im Gleitschirmbereich. Und so droht das Buch in die Belanglosigkeit abzurutschen.

Ich habe eine mutige, professionelle und intensivere Sicherheitsauseinandersetzung auf Basis einer Doktorarbeit erwartet und habe doch wieder nur die seit langem bekannten und überall zu lesenden DHV-Statements bekommen. Wenn der Gleitschirmsport aus den Kinderschuhen herauswachsen will und sich als seriöse und sichere Flugsportart langfristig etablieren möchte, dann kommt die Szene nicht um eine professionelle und intensive Sicherheitsarbeit herum. Und damit sehe ich diesen Beitrag als eine verpasste Chance. Schade und enttäuschend!

Weshalb nun diese strenge Bewertung?
Wikipedia sagt: "Eine Rezension" (..) ist die "veröffentlichte Form einer Kritik" (..). "Es werden in ihr Inhalte wissenschaftlicher Erkenntnisse" (...) "beschrieben, analysiert und bewertet". "In wissenschaftlichen Rezensionen" (..) "werden Errungenschaften oder formale und inhaltliche Fehler nach akademischen Gepflogenheiten detailliert benannt, so dass solch kritische Besprechungen in der Wissenschaftsgemeinschaft ein wichtiges Feedback darstellen." ([...]).

Die Sicherheitsarbeit im Gleitschirmsport krankt an der ständigen Angst, ein schlechtes Image in der Öffentlichkeit zu erzeugen, wodurch natürlich Gleitschirmeinsteiger abgeschreckt werden würden. Doch diese Einstellung steht einer ehrlichen und professionellen Sicherheitsarbeit massiv entgegen und ist gegenüber Neupiloten unverantwortlich. Für das schlechte Image des Gleitschirmsports wird die Presse verantwortlich gemacht, alternativ vorher exkommunizierte Verunglückte. Das Risiko wird mit täuschenden Aussagen verharmlost um Gleitschirmfliegen als Breiten- und Funsport zu erhalten. Der Hintergrund ist naheliegend: Für den Verband ist Neukundenakquise existentiell, da sehr viele Gleitschirmflieger nach kürzester Zeit den Sport aufgeben und somit als zahlende Mitglieder (ihres Gehalts) verloren gehen. Auch die Flugschulen und Hersteller sind von der Neukundenakquise abhängig. Bei weit über 100 Flugschulen alleine in Deutschland und einem kannibalisierendem Wettbewerb und der in allen Belangen billigen Ausbildung ist das nicht weiter verwunderlich.
Als dies ist symptomatisch für die Sicherheitsarbeit und so lange die Piloten nicht ehrliche Sicherheitsarbeit einfordern, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen, werden noch viele Piloten aus Unwissenheit, gravierender Könnensdefiziten und zu geringer Risikosensibilität verunglücken. Was dem Sport fehlt, ist eine ehrliche, interessenkonfliktfreie und professionelle Sicherheitsarbeit. Dieses Defizit wurde durch diese Arbeit leider nicht behoben.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Naja, eigentlich überflüssig, 17. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung (Gebundene Ausgabe)
Klaus Irschik legt hier seine in Buchform und wohl minimal redigierte Doktorarbeit zum Thema "Sicherheit und Unfallvermeidung beim Gleitschirmfliegen" vor. Irschik, selbst Pilot und als Gleitschirm-Ausbilder tätig, fasst in dieser Fleissarbeit verschiedene Ursachen von Unfällen zusammen und belegt sie mit umfänglichen statistischem Material.

Nun ja, alles ganz nett, aber über ein lediglich deskriptivisches Beschreiben geht es nicht hinaus. Zudem, vieles ist lediglich eine Zusammenfassung der Unfallanalysen, die vom Deutschen Hängegleiterverband (DHV), insbesondere vom für Sicherheitsfragen zuständigen Referatsleiter, Karl Slezak, erstellt wurde. So gesehen gebührte eigentlich Karl Slezak in manchen Teilen die Ehre des Co-Autors, da doch vieles in diesem Buch auf diesen von ihm erstellten Analysen beruht. Wie auch immer, ich habe das Buch durchgelesen und hatte es - da ich doch sehr enttäuscht war - sofort wieder verkauft. Alles in allem ziemlich überflüssig, ein Buch, dass zumindest mir keinerlei neue Erkenntnisse brachte.

Allerdings für jemanden, der sich erstmalig mit dem Thema der verschiedenen Risiken beim Gleitschirmfliegen informieren möchte, mag es ein erster, da und dort sogar ganz hilfreicher Einsteig sein. Deshalb gibt's von mir auch zwei Punkte und nicht nur einen...
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zusammenfassung von Statistiken - mehr nicht. Schade!, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung (Gebundene Ausgabe)
Leider verspricht der Titel des Buches mehr als letztendlich drin steht.
Ich hatte auf eine Art und Weise von "Die obere Hälfte des Motorrades von Bernd Spiegel" gehofft.
Mit vielen praktischen Tip's, Ratschlägen, Gedankenspiele und Lösungen.
Bekommen habe ich mit diesem Buch allerdings nur eine Zusammenfasung von Statistiken,
die Seitenlangen Erklärungen von Begriffen und das Joch das wir alle unglaubliche Ängste vorm Fliegen
ausstehen müssen. Hinzu kommt die Erkenntnis das JEDER Unfall dann doch auf das "menschliche Versagen"
zurückzuführen ist.
Selbst wenn eine Stammleine durch Materialschwäche reißt, war der Hersteller schuld, weil er die Leine
zu knapp bemessen hat.
Ein völlig nutzloses Buch, ohne praktische Tip's. Ich denke das JEDER Pilot Reif genug ist selbst zu endscheiden
ob, wann und wie er fliegen geht. Da braucht man kein Buch für, das einem erklären will das wir alle
angeber sind und angst vorm Fliegen habe.
Für ein paar Nette Fotos gibt es wenigstens einen Stern.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr aufschlussreich im inhalt, 16. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung (Gebundene Ausgabe)
sehr aufschlussreich im inhalt erläudert die gefahrenquellen und die häufigsten unfallursachen sowie gefährlichsten rahmenbedingungen zum zeitpunkt eines unfalls in einem band
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Buch, treffende Analysen, Risikobewertung ohne rosarote Brille, 5. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Ziel/Inhalt des Buches ist nicht das Vermitteln von praktischen Flugtipps! Es behandelt die Sicherheitsstrukturen im Gleitschirmsport unter besonderer Beachtung des "human factors" (menschliches Versagen). Das Buch ist ein Muss für alle, die in der Lage sind einen kritischen/selbstkritischen Blick ins "rosarote-Teletubbie-Gleitschirmland" und auf die eigene mentale Leistungsfähigkeit zu werfen. Und ebenso ein Buch, das jedem angehenden Piloten angetragen werden sollte, damit er seinen Respekt vor der Gleitschirmfliegei von Beginn an konstruktiv sensibilisiert und nicht von einäugigen Werbesprüchen geprägt wird (Stichwort: "Grundgefahr" durch den Umgang mit nicht ganz kalkulierbaren Größen -z.B. Turbulenzen). Das gut zu lesende Buch basiert auf der gleichnamigen Doktorarbeit des Autors aus dem Jahr 2010, was für eine unvoreingenomme Bearbeitung und den inhaltlichen Wert des Buches bürgt.
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Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung
Gleitschirmfliegen: Sicherheit und Unfallvermeidung von Klaus Irschik (Gebundene Ausgabe - 27. Mai 2011)
EUR 14,95
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