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am 15. April 2014
Biografien zu J.R.R. Tolkien legen den Schwerpunkt oft auf die Zeit, zu der Tolkien in Oxford gelehrt hat und zu der auch DER HERR DER RINGE entstanden ist bzw. die Jahre danach. Jugend und Krieg werden gewöhnlich nur in einem kurzen Abschnitt abgehandelt. Das Bild des kauzigen, Pfeife rauchenden, Professors, der sich als Hobby eine mythologische Welt erdenkt, herrscht in den Köpfen vor. Doch mit seiner Tolkien-Biografie TOLKIEN UND DER ERSTE WELTKRIEG zeichnet der britische Journalist und Tolkien-Forscher John Garth nun erstmals ein komplett neues Bild von J.R.R. Tolkien.

John Garth sieht J.R.R. Tolkiens Sehnsucht eine eigenen Mythologie zu erschaffen stark durch die traumatischen Ereignisse motiviert, die der Autor als britischer Offizier im Ersten Weltkrieg durchlebte. Wenn er beschreibt, wie Tolkiens intellektueller Freundeskreis, die Barrovian Society, mit Beginn des Ersten Weltkriegs ein jähes Ende findet, wie Tolkien und seine Freunde die geliebten Bücher gegen die Uniformen tauschen müssen und wie die meisten von ihnen von den Schlachtfeldern an der Somme nicht mehr zurückkehren, dann ist das von einer tiefen Traurigkeit durchzogen, aber zugleich der Erkenntnis, dass genau diese Ereignisse es erst möglich gemacht haben, was später Millionen von Lesern an Tolkiens Texten so faszinierte.

John Garth zeichnet ein beispiellos detailliertes und eindrucksvoll recherchiertes Bild der Ereignisse während der Kriegsjahre. Dem zugrunde liegen diverse Augenzeugenberichte, militärischen Dokumentationen über Truppenbewegungen und Einsätze in Frankreich, so wie Briefe von Soldaten und von Tolkien selbst. Immer wieder zieht er dabei die Parallelen zwischen Tolkiens Kriegserfahrungen und dem epischen Gesamtwerk. Vor allem bei Tolkiens Schilderung von mythologischen Kriegsereignissen, ob nun im SILMARILLION (Angriff auf Gondolin) oder im HERRN DER RINGE (Schlacht auf dem Pelennor) sieht er Tolkiens Erlebnisse stark einfließend. Aber nicht nur was militärische Vorgänge angeht, sondern auch die Beziehung der Männer in den Schützengräben. So ist die Beschreibung der Freundschaft zwischen Frodo und Sam stark geprägt von Tolkiens Erfahrung der Männerfreundschaften an der Front. Dabei interpretiert Garth Tolkiens Mythenschöpfung aber nie als Flucht oder gar Verdrängung der Erlebnisse, sondern als Tolkiens Drang das Gesehene dichterisch in eine Form zu bringen.

Auch wenn die schiere Masse an historischen Details, zeitlichen Einordnungen und militärischen Zusammenhängen den Leser manchmal zu erschlagen scheinen, so gelingt es Garth dennoch, auch immer wieder ergreifende Momente zu schaffen und eine wichtige Seite der Person J.R.R. Tolkien darzustellen, deren Betrachtung bisher vernachlässigt worden ist.

Lobend erwähnen muss man bezüglich der deutschen Fassung von Klett Cotta natürlich zudem, dass mit Marcel Aubron-Bülles und Birgit Herden zwei Übersetzer gefunden werden konnten, die über ein fundiertes Hintergrundwissen zu Tolkien verfügen. Besser kann man es sich nicht wünschen.

TOLKIEN UND DER ERSTE WELTKRIEG. DAS TOR ZU MITTELERDE ist der fehlende Baustein, der das vorherrschende Bild des Oxford-Professors J.R.R. Tolkien exzellent und notwendigerweise komplementiert. Eine der besten Biografien, die es über den Schöpfer von Mittelerde gibt.
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am 26. Januar 2016
Biografien über Tolkien und sein Werk gibt es zu Hauf und die in den letzten Jahren erschienenen Hobbit-Filme brachten erneut eine wahre Flut an Literatur zum Autor wie auch verschiedenste andere Begleitlektüre zu seinen Werken und der Hobbitverfilmung heraus. Und in diesem teilweise auch qualitativ fraglichen Storm glänzt diese Biografie von John Garth besonders und dies aus mehreren Gründen.

Zum einen ist es so, dass bisherige Untersuchungen zu Tolkien ihren Schwerpunkt eher auf seine Schaffenszeit in Oxford legen und damit auch eher die Zeit um den 2. Weltkrieg in den Blick nehmen. Als privater Einfluss kennt der Tolkienkenner meist nur die Gruppe der "Inklings", zu denen auch C.S. Lewis gehörte. Bisher war allerdings der in der Jugend weitaus wichtigere Einfluss durch seine Schulfreunde - welche in der Gruppe der TCBS zusammengefasst waren - noch weitestgehend unbekannt. Und gerade diese Lücke arbeitet John Garth jetzt sprachlich wir auch inhaltlich sehr gut auf und bietet in seinem Werk einen Einblick in Tolkiens Jugend- und Schulzeit und die Jahre vor wie auch während dem Ersten Weltkrieg. Auch die Beziehung zu seiner Frau und deren Einfluss auf die Anfänge seines Epos werden hieran deutlich wie nie zuvor. Natürlich liegt damit auch nicht der Schwerpunkt auf der Entstehung des Herrn der Ringe, da biografisch eine jüngere Zeit in den Blick genommen wird. Aber genau hierin liegt der zweite große Vorteil von Garths Werk: Er schwimmt nicht mit dem Strom, in dem es nur direkt um den Herrn der Ringe oder den Hobbit gehen muss, sondern nimmt die großartige Vorlage und die Entstehung der Verschollenen Geschichten vielmehr in den Fokus. Aufmerksame Leser werden aber dennoch immer wieder Parallelen ziehen können auch zu den Ereignissen späterer Zeitalter.

Insgesamt bin ich sehr begeistert von dieser Biografie, da sie viele neue Aspekte bietet und entgegen dem sonstigen Tenor den Fokus einmal auf frühere Schaffenszeiten Tolkiens legt. Dies geschieht in einer sprachlich sehr angenehm lesbaren Art und Weise und ist deshalb überaus empfehlenswert.
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am 2. Februar 2015
John Ronald Reuel Tolkien glaubte von sich selbst, er wäre »ein Mann mit zu viel Fantasie und zu wenig Mut«. Persönlich fand er es gar nicht gut, Werke von Künstlern mit Hilfe ihrer Biografie zu interpretieren – er meinte, das lenke vom Werk zu sehr ab –, trotzdem wurde er später immer wieder Opfer solcher Auslegungen. Sein Biograf John Garth, der laut Evening Standard »das absolut beste Buch über J.R.R. Tolkien« geschrieben hat, räumt mit dem Interpretationsübereifer auf und erzählt die wirkliche Geschichte: Tolkiens Kindheit, der frühe Verlust beider Eltern, das einfache Studentenleben und seine immer stärker werdende Obsession für die Sprachwissenschaft.

Als die ersten Kommilitonen sich zur Armee melden, erkundet der junge Tolkien Feenmärchen und fremde Sprachen, erfindet eigene Mythologien und Phylogenien, während um ihn herum die Welt im Chaos versinkt. Im Vorwort zum »Herrn der Ringe« schrieb er später: »1918 waren alle meine guten Freunde tot, bis auf einen.«

Tolkien überlebte als Fernmelder an der Somme – was ihn nicht daran hinderte, sich zusätzliche geistige Herausforderungen zu suchen. Seine Mythologie gab den erfundenen Sprachen die Möglichkeit, zu leben. Diese Schöpfung mit Eskapismus abzutun würde ihm nach John Garth nicht gerecht werden, Tolkien liebte das Märchen und seine Mythen waren für ihn so real wie die Toten in den eigenen Reihen. Dass »Der Herr der Ringe« eine Allegorie auf den großen Krieg ist, stritt er Zeit seines Lebens ab, und John Garth beweist, wie es tatsächlich war. Zwar findet man Tolkiens bekannteste Epen erst im Nachwort der Biografie, doch seine Mythologie ist so verästelt wie die Krone eines Baumes, die sich erst im Laufe der Jahrzehnte voll und ganz entwickeln kann.

Nach den ersten traumatischen Erlebnissen schrieb er den Krieg von Morgoth im Silmarillion, der gegen maschinenhafte Gnome geführt wird. Seine Grafiken und Kalligrafien muss man im Text eher vermissen, dafür belegen unendliche Gedichte (größtenteils zweisprachig abgebildet), Briefe und Zitate, wie Tolkien von seinem studentischen Umfeld immer wieder inspiriert wurde, bis es grausam zerfiel. Der Einblick in die Sprachforschung, die Geschichten und die Lyrik zeigen dem Leser einen Wissenschaftler, der von der Idee lebendiger, allumfassender Mythen getrieben wurde – und in seinem Perfektionismus wahrscheinlich nie aus eigenem Antrieb veröffentlicht hätte.

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin
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am 12. März 2015
Interessantes Werk für Fans von Tolkien. Ich mag das Buch. Ist halt Geschmacksache - einfach selber lesen und dann entscheiden.
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