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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kern der italienischen Gesellschaft
„Laut Prognose wird das italienische Volk in vier bis fünf Generationen aussterben“.
Und das ob der niedrigsten Geburtenquote aller Zeiten. Noch erhellender für den Zustand des Landes ist eine konkrete Statistik. Im Januar 2005 wurden weniger als 46.000 Kinder geboren, aber 212000 Kraftfahrzeuge angemeldet. Die Prioritäten im Land sind klar...
Veröffentlicht am 15. April 2013 von M. Lehmann-Pape

versus
2 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kindle Edition fehlerhaft
Auf Seite 29 im Anschluss an Fussnote 15 beginnt der nächste Satz mit einem Wortfragment. Hier scheint mindestens ein Satz zu fehlen.
Vor 24 Monaten von Mag DDr Franz Probst veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kern der italienischen Gesellschaft, 15. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
„Laut Prognose wird das italienische Volk in vier bis fünf Generationen aussterben“.
Und das ob der niedrigsten Geburtenquote aller Zeiten. Noch erhellender für den Zustand des Landes ist eine konkrete Statistik. Im Januar 2005 wurden weniger als 46.000 Kinder geboren, aber 212000 Kraftfahrzeuge angemeldet. Die Prioritäten im Land sind klar verteilt.

Ebenso, wie die Korruption nachweislich das öffentliche Leben lähmt, Politiker in Italien sind die am besten versorgten in ganz Europa und die am wenigsten angesehene Personengruppe im eigenen Land.

„Ist Italien wirklich eine Nation, oder war diese Vorstellung nur eine Erfindung des 19. Jahrhunderts“?
Und wenn ja, warum ist das so, was ist eigentlich „Italien“?

Das sind die Fragen, denen David Gilmour in sehr fundiert recherchierter Weise nachgeht. Im Tonfall gerade zum Ende hin könnte man meinen, dass er dabei brachial hart über das Land urteilt. Bei genauerem Hinsehen aber stellt man fest, dass er im Kern einfach nur vorhandene Statistiken vor Augen führt und auswertet. Vom Bau illegaler Häuser (Italien ist der größte Verbraucher von Beton in der gesamten EU) über die „das Gesamte“ lähmende und auf die Spitze getriebene Stellung der „Familie“ bis hin zum nicht verstehbaren Steuerrecht und den vielfachen Ressentiments der einzelnen Landstriche und Provinzen gegeneinander.

Bei weitem aber geriert sich Gilmour nicht hauptsächlich im „Niederreden“ des Landes und Volkes. Als Gegenpol zum (nicht funktionierenden, korrupten, kriminellen und politisch „unregierbaren“) „Nationalstaat“ zeigt Gilmour auch überzeugend den eigentlichen „Kern“ Italiens auf. Das, warum junge Menschen selten aus ihrem Geburtsort wegziehen möchte, warum auch polyglotte und weitgereiste Italiener oft in ihrer Heimat wieder Wohnsitz nehmen, auch wenn diese eher klein und provinziell scheint.

Gerade diese Überschaubarkeit ist es, welche Gilmour als das „Herz Italiens“ ausmacht. Wo an den alten Fassaden und Erscheinungsbildern der Innenstädte festgehalten wird, weil man dies als Teil der Identität empfindet. Wo die „Piazza“ das Zentrum des öffentlichen Lebens ist, man sich kennt, hilft und durchaus bereit ist, über die eigene Familie hinaus Energie für das Gemeinwohl aufzuwenden. Aber eben nicht für „Italien“ als Nationalstaat, sondern für das „Campanilismo“, das lokale Leben, die lokale Verbundenheit.

Gilmour weist von Beginn an im Buch schon bei der geographischen Betrachtung Italiens, bei seiner Anfälligkeit gegenüber Aggressoren von außen, seiner imperialen und weiterführenden Geschichte nach, dass das, was immer funktioniert hat, was immer Identität geschaffen hat, eben jene lokale Verwurzelung war und ist.

Das „kommunale Italien als Ergebnis von 1000 Jahren Evolution“, von Stadtstaaten, von massiven geographischen und mentalen Unterschieden im Land. Nicht wie bei anderen Ländern wurde durch die Geschichte ein „Mehr an Bedeutung als die einzelnen Teile des Landes“ generiert, sondern Italien war immer in den einzelnen Teilen stärker und präsenter als im Gesamten als Nationalstaat.

Schon früh nach der imperialen Phase Roms lässt sich der Aufstieg und die Macht „der Städte“ nachweisen. In allen Phasen der italienischen Geschichte vermag Gilmour herauszustellen, dass die „kleine Einheit“ (Familie, Nachbarschaft, Heimatort, Kommune) die eigentliche, „innere Heimat“ der Italiener ist. Und hier das Flair, der Reiz, die Kraft de Landes sich ansiedeln, während das künstliche Gebilde des vereinigten Italiens nie wirklich im Volk Wurzeln geschlagen hat.

Eine faszinierend erzählte, immer verständliche und immer überzeugend dargelegte „Gesamtgeschichte“ Italiens mit einer begründeten These über das Herz des Landes und die Quelle seiner Kraft und Kreativität. Sehr lesenswert, nicht nur für Italienliebhaber.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Italien ist viel mehr als Berlusconi, 22. März 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Wie soll man ein Land mit so einer Geschichte beschreiben? Ein Land mit so verschiedenen Regionen. Ein Land in dem die Einwohner mehrere Sprachen sprechen. Ein Land in dem dies Realität sein kann: "Er wählte die Christdemokraten, gehörte einer kommunistischen Gewerkschaft an und meinte, Mussolini sei doch ein tüchtiger Kerl gewesen, molto bravo." (S.15).

In genau 13 Kapiteln fasst David Gilmour Italien zusammen. Egal ob es um die Geographie oder das napoleonische Italien geht. Völlig egal ob der Autor dem politischen Aufstieg Berlusconis seit 1994 nachzeichnet und dies mit dem zeitlich zusammenfallenden erneuten Aufschwung der Mafia zusammenbringt, oder er einfach nur die sonnigen Strände Italiens beschreibt, dieses Buch hat Italien in sich.

Der Autor versteht es sehr geschickt, dass alte und das gegenwärtige Italien zu beschreiben. Warum sind Entwicklungen genau so und nicht anders verlaufen? Ohne jemals den Hauch eines Lehrbuchs anzunehmen, wird hier so viel an geschichtlichem Faktenwissen zum Leser transportiert, dass es mich als Leser beeindruckt.

David Gilmour bringt in seinem beeindruckenden Buch die vielen Seiten Italiens sehr solide recherchiert zusammen und verführt den Leser mit seinem spannenden Schreibstil immer weiter zu lesen.

Italienfans und Neugierige werden dieses Buch lieben!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wohl eines der besten "Italien-Bücher" der letzten Jahre!, 8. Juni 2013
Mit Bravour gelingt es dem Schotten David Gilmour, dem Italienliebhaber, dem Geschichts-Freund und dem, der sich über Italiens Landschaft, Architektur, Einfluss von der Antike bis ins Jetzt auf knapp 400 Seiten eigentlich das wichtigste auf interessante, kluge, liebenswerte und kurzweilige Weise zu vermitteln, er zitiert nur das, was wirklich relevant ist, verliert sich nicht in Fussnoten, er schreibt mit Humor, mit dem Auge des Experten und fesselt den Leser durch seine Vergleiche verschiedener Regionen, zeigt Unterschiede auf, und all das in einem freundlichen nicht überheblichen Ton.

Nicht ohne Grund (als Ortsansässige) las ich selbstverständlich das Kapitel "Venedig und der adriatische Raum" besonders aufmerksam - und war auch hievon angetan. Ohne Ressortiments, ohne bekannten "Kitsch", ohne jede ins Detail abtriftende Touristik-Verschönungen berichtet Gilmour überschaubar und objektiv über seine Nachforschungen, über die venezianischen Künstler, über "dauer-" und "temporäre" Gäste.

Im Weiteren sei zu erwähnen, dass sich mein Lob allerdings auch auf alle anderen Kapitel erstreckt.

Er ist einer der wenigen Autoren, die es sogar wirklich verstehen, objektiv über Mussolini zu berichten.

Seine Geschichtskenntniosse sind exquisit, seine Aussagen fundiert, sein Buch empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, 27. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Ich habe seit meinem Studium ein sehr ernsthaftes Interesse an Geschichte. Ich weiß, dass es sehr schwieirg ist, selbst in einem sehr umfangreichen Buch, die gesamte Geschichte eines Landes befriedigend darzustellen. Dieses Buch schafft das Kunststück. Dabei bleibt es immer gut lesbar. Auch mit guten Vorkenntnissen (ich bin an Italien interessiert, eigentlich nach Italien verrückt, würde am liebsten dort leben) entdeckt man noch viel Neues.
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4.0 von 5 Sternen Ein Land voller Lebensfreude und Geschichte, 30. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Italien. Das Land von Pizza und Pasta. Geburts- und Wirkungsstädte vieler Künstler der unterschiedlichsten Epochen. Doch David Gilmour stellt eine interessante These auf. Italien als Staat" ist nicht das, was Italien wirklich ausmacht. Das echte" Italien, das sind die kleinen Landstriche, die einzelnen Regionen, die jeweiligen Menschen die in ihren kleinen Gemeinschaften einen Zusammenhalt schaffen, der auf der Welt seinesgleichen sucht.

Gilmour geht die Frage nach dem Herzen" Italiens an, indem er sich in der Geschichte des Landes umsieht. Dabei beginnt er mit einer interessanten Bestandsaufnahme, und lässt den Leser dann in das von ihm offensichtlich geliebte Land eintauchen. Dabei nimmt er sowohl die Römerzeit, wie auch die Macht der Städte und die verschiedensten politischen Modelle, die auf italienischem Boden im Laufe der Zeit Anwendung fanden unter die Lupe. Darüber hinaus liefert er Informationen über Künstler, Dichter und Denker und große Staatsmänner. Und so negativ wie sein Urteil über den Staat in der Vergangenheit und in der Gegenwart ausfällt, so positiv ist sein Urteil was die Regionen und die Menschen Italiens angeht. Und hier sind es nicht zuletzt die Natürlichkeit, die starke Verwurzelung der Menschen in ihrer Heimat und das klare Bekenntnis zu ihren Herkunftsorten, die den Italiener in den Augen Gilmours ausmachen.

Dabei führt der britische Gelehrte den Leser ohne Vorurteile und ohne vorschnelle Verurteilungen durch die Geschichte Italiens bis zur Gegenwart in einer Art und Weise, die zwar Gilmours Ansichten klar darstellen, dem Leser aber auch die Gelegenheit für eigene Rückschlüsse lassen. Und während Gilmour selbst seine Sicht der Dinge oft auch auf Statisken und ähnliches Gründet ist es nicht zuletzt der menschliche Eindruck, den er auf seinen Reisen gewonnen hat, den er ebenfalls in seine Erzählung einfließen lässt.

Ein umfangreicher Anhand der nicht überladen wirkt aber alles wissenswerte mit sich bringt, rundet das Sachbuch das mehr als nur ein Reiseführer ist, gekonnt ab.

Fazit: Als Reiselektüre auf jeden Fall geeignet. Wer Italien liebt und die Menschen, die Kultur und die Eigenarten der Italiener ins Herz geschlossen hat, wird an diesem Buch seine helle Freude haben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blick auf die Gegenwart, 25. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Aus dem Vorhaben ein Buch über das Risorgimento (Epoche der italienischen Einigung) zu schreiben, wurde ein wirklich großer Wurf, der ein vielschichtiges und denkanregendes Bild zum Verständnis des heutigen Italien liefert. Des Autors Fazit gleich vorbab: "Italien hätte nicht geeint werden dürfen"! Mit britischer Gelehrsamkeit, die plaudernd, unterhaltend und nie belehrend ist, durchstreift er Zeiträume und Landschaften, immer mit einem Brückenschlag zur Gegenwart. Italien und seinen Menschen, ein Land welches er seit über 30 Jahren bereist, begegnet Gilmour mit Begeisterung. Eine Begeisterung, die jedoch nicht auf Berlusconi & Co. überschlägt. Doch erklärt er plausibel, wie es zu dessen wiederholten Erfolgen kam. Als Reiselektüre sehr zu empfehlen (vielleicht dann allerdings besser im handlichen e-book-Format)! Als Biograf von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, dem Autor des "Gattopardo", kann Gilmour besonders auch Sizilien eine Reihe interssanter Facetten abgewinnen.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das unregierbare Italien, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein Geschenk für alle Italien-Fans. 35 Jahre ist der schottische Autor nach eigenen Angaben in Italien unterwegs gewesen, und der Leser spürt schnell, wie gut er dabei Land und Leute studiert hat. Das Buch, das 2011 in England erschien, wirkt bei seiner Veröffentlichung in Deutschland hochaktuell.
„Ein Interregnum in Italien ist eine besondere Zeit“, schrieb Dirk Schümer unlängst in der FAZ. „Die Lage im Vatikan immerhin wird sich irgendwie klären, denn es gibt feste Regeln. Aber ob der große Nachbar Italien als demokratischer Rechtsstaat aus dieser Krise kommt? Das Interregnum jedenfalls führt zwei feudale Systeme vor, deren Exponenten sich verzweifelt gegen die Moderne sperren. Der Vatikan kann sich diesen Anachronismus vielleicht noch leisten. Italien nicht.“ Mittlerweile wissen wir: Der Vatikan ist auf dem Weg, sein Haus neu zu bestellen, in Italien droht eine Hängepartie.
Italien sei zu lang – mit diesem Zitat Napoleons steigt der Schotte ein. Aber dann liefert er auf über 400 Seiten nicht nur eine kurzweilige Historie der Halbinsel, sondern auch viel Diskussionsstoff zur jüngeren Geschichte und Zukunft. Das Land, so der Autor, sei „mutlos und niedergeschlagen ins 3. Jahrtausend gegangen. Besorgniserregend war insbesondere die Geburtenrate, die trotz des Widerstands der katholischen Kirche gegen die Verhütung auf 1,18 Kind pro Frau oder 118 Kinder je 200 Erwachsene gefallen war – die niedrigste Geburtenrate weltweit, vielleicht sogar die niedrigste in der gesamten Menschheitsgeschichte. Laut Prognosen wird das italienische Volk innerhalb von vier bis fünf Generationen aussterben. Im Januar 2005, als weniger als 46.000 Kinder geboren wurden, gleichzeitig jedoch mehr als 212.000 Kraftfahrzeuge angemeldet wurden, bekundeten die Italiener klar, wo ihre Prioritäten lagen.“
Offenkundig bestehe ein Zusammenhang zwischen zwei Statistiken des unscheinbaren Orts Casal di Principe nördlich von Neapel: „In den neunziger Jahren wies sie die höchste Mordrate und gleichzeitig die höchste Mercedes-Dichte weltweit auf.“ Der Autor liefert spannende Antworten auf die Frage, warum das Land offenbar unregierbar ist: „Während die meisten Italiener von Kriminalität und Korruption unbehelligt leben, schaffen es die wenigsten, einer schwerfälligen und extrem ineffizienten Bürokratie aus dem Weg zu gehen. Sogar ein Minister räumte ein, dass die Italiener 15 bis 20 Tage im Jahr damit verbringen, sich mit bürokratischen Problemen herumzuschlagen. Je nach Statistik hat Italien fünf- bis zwölfmal so viele Gesetze wie Frankreich oder Deutschland.“ Viele Italiener nähmen Anstoß am Reichtum und am Lebensstil ihrer Parlamentarier, nur 16 Prozent hätten Vertrauen in ihre Politiker, das sei neben Polen und Bulgarien der niedrigste Wert aller europäischen Länder.
David Gilmour macht uns nicht viel Mut, wie es weitergehen könnte: „Der Groll der Italiener richtet sich hauptsächlich gegen den Staat, den sie schmähen und als Hindernis in ihrem Streben nach Glück betrachten. Doch der Staat ist schwach und machtlos, wenn seine Bürger sich ihm zunehmend entziehen. Die Italiener haben es satt zu hören, sie seien zwar unfähig, ihr Land zu regieren, verstünden es aber, das Leben zu genießen.“ Aber kriegen die Italiener noch die Kurve? Der schottische Autor geizt zum Glück nicht mit Hoffnungsschimmern: „Dass die Italiener bis heute das Erscheinungsbild ihrer historischen Innenstädte bewahrt haben, ist kein Zeichen für den Provinzialismus der Bewohner, sondern Ausdruck ihres Stolzes und ihres Verantwortungsgefühls.“ Und er zitiert den liberalen Journalisten Beppe Severgnini, wonach die Italiener traditionell drei „Verteidigungsringe“ hätten: ihre Wohnung, ihre Piazza und ihre Stadtmauer: In einer kleinen Stadt wünschen wir uns nicht nur einen sympathischen Friseur und einen gut sortierten Zeitungskiosk. Wir verlangen auch einen perfekten Espresso und eine anständige Pizza … Wir möchten Menschen, die für jeden jederzeit ein paar Worte und ein Lächeln übrig haben.“
Aber haben die Italiener für Europa noch mehr als ein Lächeln übrig? Ein Buch, geeignet auch für alle Europa-Skeptiker, damit das gegenseitige Verstehen wächst.
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4.0 von 5 Sternen Wie entstand "Italien"?, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Ein interessantes Buch, dass sich die Frage stellt, wie aus einer geographischen Einheit mit vielen unterschiedlichen Sprachen und reichen Kulturen, Italien werden konnte, dessen Bewohner sich als ItalienerInnen sehen.

Die sehr subjektive Sicht auf die Dinge (er sei kein Historiker, sagt Gilmour an einer Stelle) erfrischt die Lektüre vor allem zu Beginn. Im letzten Drittel schwächelt die Argumentation, vor allem in der Schilderung der politischen Entwicklung nach 1945 offenbart sich auf zu plakative Weise seine "liberale" Einstellung (die über weite Teile des Buches von Vorteil ist), wenn er beispielsweise die Kommunistische Partei und viele ihrer intellektuellen Vordenker als Nachfolger der Faschisten darstellt. Am Ende steht eine naive und romantische Verklärung des kommunalen Lebens in einer Kleinstadt mit "der Piazza, der Kirche, den Priestern und den Stadtmauern" und er pflichtet Fortunato bei, der die Meinung vertrat, dass die italienische Einheit "eine Sünde gegen die Geschichte und gegen die Geographie" war.
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5.0 von 5 Sternen Ein hochinteressantes Buch für alle Italienliebhaber, 19. Januar 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart (Gebundene Ausgabe)
Der Autor David Gilmore beschreibt mit dem Blick von außen die Entstehung Italiens und insbesondere die Geschehnisse während der beiden letzten Jahrhunderte. Dabei werden manche auch heute gern benutzte Legenden aufgedeckt. Wer die vielen Merkwürdigkeiten Italiens bis hin zur Staatsverdrossenheit der Bevölkerung verstehen will, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Der Autor untersucht insbesondere die Geschichte der Einigung Italiens und die Rolle Italiens beim Ersten Weltkriegs. Sein Stil ist lebendig und fesselnd.
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4.0 von 5 Sternen Ausführlich und detailliert mit gelegentlichen Überraschungen, 23. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
führt der Autor (mitunter "typisch" britisch) in ein Italien der Gegensätze und des Facettenreichtums.
Gut zu lesen und sehr unterhaltsam.
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Auf der Suche nach Italien: Eine Geschichte der Menschen, Städte und Regionen von der Antike bis zur Gegenwart
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