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5.0 von 5 Sternen Humanismus und Fortschrittsglaube als gefährliche Ideologien - nicht besser als die Botschaften religiöser Verführer?, 2. Dezember 2012
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir werden sein wie Gott: Die Wissenschaft und die bizarre Suche nach Unsterblichkeit (Gebundene Ausgabe)
Der Autor John Gray ist unter anderen durch seine zwei viel beachteten und umstrittenen Werke VON MENSCHEN UND ANDEREN TIEREN und POLITIK DER APOKALYPSE bekannt. In WIR WERDEN WIE GOTT SEIN beschreibt er die Sehnsucht der Menschheit nach Unsterblichkeit und macht dabei keinen wesentlichen qualitativen Unterschied in diesem Streben, sei es nun im Rahmen der Religionen, Ideologien oder der modernen Naturwissenschaften. Er erhärtet damit seine schon in den oben genannten Werken begründete Meinung bzw. Feststellung, dass der Humanismus den Mensch entgegen dem Naturalismus in den Mittelpunkt stellt und ihm zum Zentrum aller Dinge macht. Der pure Fortschrittsglaube des so reduzierten Humanismus ist somit laut Gray keinen Deut besser und ungefährlicher als die Botschaften religiöser Verführer.

Gray begründet seine Sichtweise auf rund 250 reinen Textseiten ohne Anhang mit unzähligen und fast unübersichtlichen Beispielen. Formal fällt zunächst einmal das wie Fließtext geschriebene Inhaltsverzeichnis auf. Übersichtlichkeit sieht anders aus und aufgrund der vielen Kapitel und Zwischenüberschriften kann ich diese hier entgegen meiner Art nicht wiedergeben. Aber diese Eigenheit ist meines Erachtens Programm, da er die Vielzahl seiner inhaltlichen Argumente und Beispiele bewusst kaum katalogisiert oder strukturiert hat. Sie fließen ineinander über und überschneiden sich, ergänzen einander und führen Gedanken hier und da fort. Die Sprache im Text an sich, ist auf hohem Niveau, aber dennoch bestens verständlich und sprachlich sehr angenehm zu lesen und seine engagierte Art kommt hinter jeder Zeile hervor.

Gray argumentiert ganz in der Tradition der Gedanken von Arthur Balfour, einem schottischen Staatsmann aus dem 19. Jahrhundert. Dieser sah schon selbst in dieser fortschrittsgläubigen Zeit den Menschen nicht mehr als die "causa finalis", den letztendlichen Zweck des Universums. Die Existenz des Menschen ist ein Zufall und ein kurze Episode in einem völlig unbedeutenden Ort des Universums. Er ist auch nicht mehr als eine willkürliche Variante der Evolution. Damit nimmt er in gewisser Weise - und hier in verkürzter Form dargestellt - die Position des sogenannten Evolutionären Humanismus ein, wie er von Julian Huxley eingeführt wurde. Im deutschen Sprachraum wird dieser insbesondere von Michael Schmidt-Salomon und seiner Giordano Bruno Stiftung sowie Uwe Lehnert vertreten.

Gray verdichtet alle seine Ausführungen in der Ansicht, dass Wissenschaft und Okkultismus nur unterschiedliche Ausprägungen mit gleichen Absichten sind. Beide wollen den Tod auf ihre Weise besiegen. In perfider Weise gaukelt die Wissenschaft den Menschen vor, sie könnte ihnen etwas geben, was Religion und Aberglaube ihnen immer versprochen hatten – ewiges Leben und Unsterblichkeit.

4,5/5 Punkten
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4.0 von 5 Sternen Sehr schön zu lesen., 23. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir werden sein wie Gott: Die Wissenschaft und die bizarre Suche nach Unsterblichkeit (Gebundene Ausgabe)
Was mich am meisten ansprach war die Sprache des Autors, ein wirklich schön zu lesendes Buch. Thematisieren tut er zwei Erscheinungsformen desselben Phänomens: Versuche zur Überwindung resp. zur Widerlegung der Endlichkeit menschlichen Seins. Einerseits beschreibt er das am Ende des 19. Jahrhunderts beobachtbare Erblühen spiritistischer Kreise in England und deren zum Teil berühmten Teilnehmer, deren Motive und Lebenshintergründe (so erfährt man dann auch einiges über britische Politiker oder Philosophen). Interessant die Idee der `Kreuzkorrespondenzen` welche den Mitteilungen der Medien wissenschaftlich Wahrheit verbürgende Geltung zukommen lassen sollten (das Ganze freilich, wie es scheint, ohne verifiziert werden zu können) und andere Erklärungsansätze ausschliessen sollten (tiefenpsychologische Erklärungen, Telepathie oder alternative metaphysische Erklärungen: Anzapfen einer Art Akasha-Chronik und ähnliches).
Der zweite Teil ist den russisch-revolutionären "Gottmachern" gewidmet, ein irdisches Projekt der Überwindung der endlichen Natur des Menschen (im Einklang stehend mit der Grundauffassung der Natur im Kommunismus: nur als vom Menschen gestaltetes und beherrschtes überhaupt von Bedeutung...nach der gesellschaftlichen (Klassen-)Befreiung jene von der Natur). Grays Intention ist dabei eine kritische (wie in seinen anderen Büchern auch): wie die Versuche utopische Konzepte menschlichen oder gesellschaftlicher Vervollkommnung oder Fortschritts umzusetzen, letztlich in real gewordene Dystopien umschlagen (müssen). Hier nimmt er auch die Wissenschaft nicht aus, welche er mit der Magie vergleicht, die vom `Glauben` getragen wird, dass das Erkennen der (Natur-)Gesetzmässigkeiten (deren Existenz Gray z.B. bezweifelt) ihre Beherrschung impliziere, und dies grenzenlos.

An Kritik hätte ich vor allem eine etwas mangelhafte Darstellung der hinter den `Kreuzkorrespondenzen` liegende Grundidee zu nennen. Hier hätte der Autor wesentlich klarer die diesbezüglichen Annahmen erklären und darstellen können. Ansonsten ein Buch welches durchaus auch eine poetische Seite hat und mir sprachlich sehr gefiel.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach genial!, 30. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir werden sein wie Gott: Die Wissenschaft und die bizarre Suche nach Unsterblichkeit (Gebundene Ausgabe)
Wir werden sein wie Gott
Von: John Gray

Urteil
Der Autor John Gray ist ein sehr bedeutender britischer Philosoph und betrachtet den modernen, typischen Menschen als zaudernd und zögernd, worin ihm zumindest die meisten zustimmen würden.

Schon Immer könnte man behaupten das der Mensch nach der Unsterblichkeit Verlangt, gar auf allen möglichen Wegen dannach giert und versucht diese zu erlangen.
Kein Wunder also, das sich viele Forscher und Wissenschaftler mit diesem Thema auseinander setzen.

Doch was steckt tatsächlich hinter all den Versprechen der Ideologien, der Religionen, der Medizin und der Naturwissenschaften?

Ende des 19.Jahrhunderts wird mit hilfe von esoterischer Manier auf biegen und brechen versucht Knatakt mit dem Jenseits aufzunhemen. Manche glauben an den Versuch, andere zweifeln dies an.

Immer wieder wird mit Versuchen erprobt, so wurden zum Beispiel versuche abgehalten, die einen besseren Menschen erschaffen sollten....

Doch wo soll dies alles hinführen?
Kann es so etwas tatsächlich geben?
Oder sehen sich Menschen nur ein weiteres mal dannach etwas zu erreichen, das unerreichbar scheint?

Ganz gleich ob uns nun der Glaube, die Wissenschaft oder einfach der Wunsch vorrantreibt, der Autor zeigt hier genau auf, was alles schon versucht wurde und wieso wir uns nicht einmal mit dem zufrieden geben können, was wir haben/wer wir sind.

Ein wirklich gelungener Roman, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt!

Daten
Titel: Wir werden sein wie Gott
Autor: John Gray
VÖ: September 2012
Einband: gebunden
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Hobbit Presse
Seitenzahl: 267
Sprache: Deutsch
Genre: Roman
Auflage:1
Übersetzer: Christina Schmutz und Frithwin Wagner-Lippok
Original Titel: The Immortaization Commission
ISBN-10: 978-3-608-94736-1

Rezension: Dark Community
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