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82 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kleiner Wurf mit hoffentlich schulpolitischen Folgen
Gerhard Roth steht für bahnbrechende Werke. Dieser aktuelle Titel nun verspricht Neues und Provokatives. Also war für mich klar: Sofort kaufen und lesen. Nein, bereut habe ich das nicht. Sicher, es ließ sich einiges lernen. Aber insgesamt ist dieses Buch ein kleiner Wurf.

Auf der Plus-Seite stehen die fachliche Kompetenz des Autors und seine...
Veröffentlicht am 8. März 2011 von Christoph Burger

versus
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Elementares fehlt; zuviel Anatomie und psychologische Theorien
Hallo Lernender,

was für Schule und Bildung wichtig ist, kommt mit keinem Wort zur Sprache:

-wie Metakognition und Eigenevaluation den Schülern beibringen
-wie Wissen über Emotionen in den Unterricht mit einweben, damit die Schüler sich besser verstehen lernen
-wie schaffen wir es, Lehrer zu inspirieren ihre...
Veröffentlicht am 20. Februar 2013 von salzStart


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82 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kleiner Wurf mit hoffentlich schulpolitischen Folgen, 8. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Gerhard Roth steht für bahnbrechende Werke. Dieser aktuelle Titel nun verspricht Neues und Provokatives. Also war für mich klar: Sofort kaufen und lesen. Nein, bereut habe ich das nicht. Sicher, es ließ sich einiges lernen. Aber insgesamt ist dieses Buch ein kleiner Wurf.

Auf der Plus-Seite stehen die fachliche Kompetenz des Autors und seine Neigung zu klaren Worten. Der Text ist systematisch aufgebaut. Literaturverzeichnis und Register erhöhen den Nutzen. Das Ganze liest sich durchgängig flüssig, manche Grundlagen zum Gehirn sind in einen Anhang verbannt.

Doch was wird inhaltlich geboten? Über viele Kapitel hinweg gibt Roth den Stoff eines Psychologie-Grundstudiums wieder. Dazu kommen die weitgehend bekannten Erkenntnisse aus der Gehirnforschung sowie Pädagogik-Konzepte. Im letzten Kapitel fließt alles zusammen. Dieses Zusammenführen war Roths Absicht. Sehr richtig stellt er jedoch selbst fest: Nichts davon ist originell.

Das Buch krankt an dem Widerkäuen bekannter Befunde und Argumente. Zugleich mangelt es an innovativen, radikalen, praxiserfahrenen Ideen. Wo bleibt etwa der internationale Blick? Beispielsweise die jüngst im GEO vorgestellten Erkenntnisse zu "Superlehrern" aus Schweden oder die Auseinandersetzung mit den chinesischen Drill-Methoden? Der Einfluss der Waldorf-, Montessori-, Jena-Plan etc. Konzepte auf die Argumentation fehlt. Ebenso wie Impulse aus der (eigenen) konkreten Lehrpraxis an Schulen, in Trainings oder Kindergärten.

Roth bietet empirische Belege für eine Schule, die weit entfernt ist von unserer Regelschule. Dies ist ein Verdienst, das hoffentlich schulpolitische Auswirkungen hat. Leser, die bereits sachkundig sind, erfahren leider wenig Neues. Immerhin erhalten sie ein nützliches Nachschlagewerk.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine neurologische Position, 10. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Über Bildung wird so viel geschrieben, dass es eigentlich genug sein müsste. Außer, wenn einer der führenden Neurologen sich in diese Diskussion einklinkt, mit beinahe traditionell anmutenden Werten: 'Bildung braucht Persönlichkeit' oder: 'Es geht im Bildungssystem nicht nur um die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten, sondern auch um die Entwicklung der Persönlichkeit des Lernenden' (308). Auch Aussagen wie diese, dass der Lehrer eine Respektsperson, eine 'Autorität im Auftreten, in der psychosozialen Kompetenz und in seinem pädagogisch-didaktischen Vorgehen und seinem Fachwissen' (288) zu sein habe, mutet irritierend logisch an. Seine Forderung nach fächerübergreifendem Lernen, nach Unterrichtsformen, die langfristige Wirkung haben, seine Argumentation gegen Formen kooperativen Unterrichts, bei dem Schüler Schülern etwas beibringen, seine Zerlegung des Unterrichts in Zeiteinheiten mit anschließender Reflexion usw. sind nicht gerade neu, werden aber mittels Gedächtnisforschung und Neurologie gestützt und wirken deshalb anders, als wenn es sich nur um geistesoder sozialwissenschaftlich ausgelegte Konzepte handelt, die ROTH, wohl zu polemisch, als 'Glaubensbekenntnisse' (313) abtut. ROTH argumentiert aus einer neurologischen Position heraus, die die gängigen didaktischen Konzepte teilweise untermauert, teilweise aber in Frage stellt. Alles in allem: Ein interessanter Ansatz, der zur Diskussion einlädt u. a. auch deshalb, weil ROTH selber sich seit Jahrzehnten mit 'Lernen und Lehren' professionell und professoral beschäftigt. Man kann das Buch kontrovers diskutieren und muss es wohl auch, aber es lohnt sich, scheint mir.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Elementares fehlt; zuviel Anatomie und psychologische Theorien, 20. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Hallo Lernender,

was für Schule und Bildung wichtig ist, kommt mit keinem Wort zur Sprache:

-wie Metakognition und Eigenevaluation den Schülern beibringen
-wie Wissen über Emotionen in den Unterricht mit einweben, damit die Schüler sich besser verstehen lernen
-wie schaffen wir es, Lehrer zu inspirieren ihre Unterrichtsmethoden zu überdenken und abzuändern
-wie kann Unterricht und Schule organisiert werden, dass Lernende von innen motiviert sind zu lernen
-wie finden wir Lehrer, die von Ihrem Fach begeistert sind und es schaffen, dass der Funke auf die Schüler überspringt
-welche Eigenschaften muss ein Lehrer haben, um eine positive und begeisternde Lehrer-Schülerbeziehung aufzubauen
-wie tägliche Sport- und Bewegungsprogramme in die Schulen bringen
-wie kann man individualisierten Unterricht implementieren
-wie Vorgehensweise und Strukturen schaffen, welche die bestehenden Lehrkörper ermuntert und inspiriert, Veränderungen vorzunehmen

Es wird stattdessen über pathways, Gehirnregionen, Anatomien und Theorien geschrieben. Dies teilweise in verschachtelten Sätzen, mit Fachvokabular und Abkürzungen auf engstem Raum. Persönlichkeitstheorien werden ausgebreitet, wobei aber klar wird, dass diese sehr schwammig und angreifbar sind.
Z.B.im Kapitel Sprache:
"Sprachlaute bestehen aus Formanten,
d.h. Frequenzbändern, die besonders viel Energie tragen, und Transienten, die
schnelle auf- und absteigende Einschwingvorgänge darstellen. Bei den Vokalen sind
besonders der erste und zweite Formant wichtig (beim Vokal »u« liegt der erste
Formant bei 320 und der zweite Formant bei 800 Hz)."

Es werden diese Dinge so dargestellt, dass ein Verstehen selbst für in die Materie eingelesene Personen nicht möglich ist. Dazu bedürte es dann vertiefender Bücher oder Vorlesungen. Zudem erschließt sich mir ein Zusammenhang zum Thema Bildung, Schule und Lernen nicht.
Es werden die verschiedenen Lernarten dargestellt. Es wird aber nicht vertieft, welche Lernarten denn hauptsächlich in der Schule stattfinden und wie wir diese fördern und verbessern könnten.

Es wird dargestellt, dass der IQ der beste Indikator für (Schul, Hochschul...)erfolg ist. Der IQ ist zu einem großen Anteil genetisch festgelegt und Roth folgert dann, dass aber jeder nach seinen Fähigkeiten gefördert werden sollte. Mir ist diese Argumentationsweise sehr suspekt. Klar soll jeder bestmöglich gefördert werden.
Aber dazu ellenlang auf Vererbung rumzureiten bringt keinen weiter. Das zementiert nur die Einstellung "kann man ja eh nicht ändern". Zumal es auch andere Ansichten über den IQ gibt. Diese Kritikpunkte werden ganz unterschlagen.

Zusammenfassung:
Viel von gänzlich Unbrauchbarem. Dies dann noch unverständlich dargeboten. Negative Grundstimmung. Begeisterung und positive Beispiele Fehlanzeige. Fern ab vom Unterrichtsalltag im Elfenbeinturm beim roten Burgunder erdichtet.

Empfehlung für die Praxis:
Bob Sullo "The Motivated Student: Unlocking the Enthusiasm for Learning"
Gerald Hüther, "Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher"

liebe Grüße
Salzstart
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46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vorerfahrung und Vorkenntnisse sind wichtig, 25. April 2011
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Lässt der Klappentext noch einigermaßen offen, was den Leser in diesem Buch erwartet, wird auf der Rückseite des Umschlags nicht mit Superlativen und Versprechen gespart. Denn dort wird, die Zeitschrift "Cicero" zitierend, Gerhard Roth als der wichtigste lebende deutsche Naturwissenschaftler bezeichnet, der die wichtigsten Fragen zum Thema Bildung, Persönlichkeit und Lernen beantwortet. Ob der 1942 in Marburg geborene Philosoph, Germanist, Musikwissenschaftler, Biologe, Zoologe und Professor für Verhaltenspsychologie nun tatsächlich der wichtigste deutsche Naturwissenschaftler ist, müssen andere beurteilen. Ich kann nur sagen, dass die wichtigsten Fragen zum Thema Bildung und Persönlichkeit auch nach der Lektüre seines Buches noch offen sind. Und warum dem so ist, erklärt Gerhard Roth selber, wenn er im zwölften Kapitel "Bessere Schule, bessere Bildung" darlegt, was Lehrende beachten sollten.

Lehrer müssen den Schülern Möglichkeiten bieten, konkrete Erfahrungen zu machen und Lernprozesse in soziale Situationen einbinden. Zudem sollte vorhandendes Vorwissen mobilisiert und erlernte Details mit dem Ganzen verbunden werden. Effektiver wird auch gelernt, wenn Informationen mit Erfahrungen und Bezug gebracht werden können. Das wiederum ist eher der Fall, wenn individuelle Kompetenzen berücksichtigt werden. All diese Ratschläge sind natürlich nicht neu und haben auch wenig mit Hirnforschung zu tun, wie Gerhard Roth selber betont. Aber da ohnehin nur wenige empirische Studien über die Wirksamkeit von didaktisch-pädagogischen Konzepten vorliegen, nimmt auch Gerhard Roth sich eine gewisse Narrenfreiheit heraus und leitet aus seinen langjährigen Erfahrungen im Schul- und Bildungswesen eine Art Theorie ab.

Auch wenn das Buch so angepriesen wird und einige Rezensenten die versprochenen Antworten offenbar entdeckten, muss eine wirklich fundierte Neurodidaktik erst noch erarbeitet und aufgeschrieben werden. Darauf weist Gerhard Roth ausdrücklich hin, wenn er seinen Lesern sagt, dass eine solche Theorie nur entstehen könne, wenn Didaktiker, Psychologen und Neurobiologen im Rahmen praxisorientierter Projekte zusammenarbeiten. Das wäre allerdings dringend notwendig, "sind doch die an Hochschulen betriebene Didaktik und Pädagogik für die Schulpraxis in großem Masse irrelevant, weil sie die von Psychologen und Neurobiologen gewonnenen Einsichten nicht aufnehmen oder sogar vehement ablehnen."

Ob Gerhard Roth von seinen Lesern auch wirklich verstanden wird, bezweifle ich. Denn in den ersten zehn Kapiteln bedient er sich einer Sprache, die mit Fachtermini gespickt ist und den Charakter einer Vorlesung für angehende Neurobiologen hat. Aber wie Roth selber schreibt, lassen sich erworbene Kenntnisse nur verankern, wenn der Stoff an bereits vorhandenes Wissen anschließen kann, das Arbeitsgedächtnis nicht überlastet wird, aktuelle Zusammenfassung dem Lernenden sagen, wo er steht und erläuternde Beispiele bzw. vertiefende Übungen die neuen Informationen festigen.

Die schwierige Verständlichkeit finde ich deshalb schade, weil Gerhard Roth zwar nicht mit den ersehnten Rezepten aufwarten kann, aber immerhin Klartext spricht, welchen Unsinn viele Geistes- und Sozialwissenschaftler, Motivationstrainer, Didaktiker, Pädagogen und Ratgeberliteraturverfasser über das menschliche Gehirn erzählen. Und auch die meisten von Gerhard Roths Vorschlägen für eine zeitgemäßere Schule hätten es verdient, ein großes Publikum zu erreichen. Dies gelingt zum Beispiel Manfred Spitzer sehr viel besser, von dem im Literaturverzeichnis nur gerade zwei Schriften aufgeführt sind.
Wer schon neurobiologische Vorkenntnisse mitbringt oder sich geduldig einliest, erfährt in diesem Buch, wie 'Persönlichkeit' definiert, geformt und verändert wird. Er wird in das Reich der Emotionen eingeführt, kann seine Kenntnisse über Lernen und Gedächtnisbildung auffrischen, bekommt mehr als nur eine Ahnung, was unter Intelligenz zu verstehen ist und weiß nach der Lektüre, wie Bedeutungen und Verstehen zustande kommen. Zudem gibt es ein eigenes Kapitel über Sprache, in dem spannende Eigenheiten dieser menschlichen Kommunikationsform erläutert werden.

Mein Fazit: Auch wenn Titel und Name des Autors ein großes Publikum anziehen, werden viele Leser nur schwer nachvollziehen können, worum es eigentlich geht und welche Relevanz das Vernommene für die Praxis hat. Denn Gerhard Roth setzt leider nur ansatzweise um, was er Lehrenden für eine effektive Wissensvermittlung empfiehlt. Das ist deshalb schade, weil damit das Vorurteil, die Neurobiologen hätten den Didaktikern und Pädagogen nichts zu sagen, bestätigt werden könnte.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig neues, 10. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Die Hirnforschung beansprucht seit geraumer Zeit ein Aufklärungsrecht für nicht wenige Disziplinen. Da ja jede menschliche Tätigkeit – was immer es ist – in irgendeiner Weise an das Gehirn gekoppelt ist, schließen manche etwas radikalere Zeitgenossen aus der Hirnforschung daraus, dass die Hirnforschung dementsprechend auch in Theorie und Praxis für alles zuständig sei. Sei es Geschichte, die Philosophie des Bewusstseins, Moral etc. Da ja ohne die Neuronen- und Synapsentätigkeit nichts geht in der Welt, muss sie doch einfach für alles als Erklärung herhalten können. So die verquere Logik. Dabei wird aber übersehen, dass menschliches Handeln sich in der Regel – oft sogar auch noch auf halbwegs gute – Gründe beruft, die auf Sprache basieren und deshalb mit der Gehirnstruktur jedweder Art rein gar nichts gemein haben. Gründe und Nervenzellen sind verschieden. Das Gehirn kennt keine Gründe und Sprache, obgleich es für den Gebrauch derselben notwendig ist.

Gerhard Roth hat sich hier dem Thema Bildung und Hirnforschung angenommen. Dabei fällt zunächst auf, dass das eigentliche Thema nur ein Bruchteil der Thematik ausmacht. Die meiste Zeit erklärt Gerhard Roth dem Leser die Hirnphysiologie. Wo sitzen angeblich das Gedächtnis und die Emotionen? Welche Gehirnregionen sind bei welchen geistigen Aktivitäten am Rattern? Beim Thema Bildung wird dann wieder einmal deutlich, dass die Gehirnforschung außer Banalitäten kaum etwas wichtiges zu sagen hat, gleichwohl aber so tut, als ob das der Fall wäre. Lernen funktioniert besser im ausgeruhten Zustand und ohne Angst. Ein Lehrer sollte vor den Schülern Autorität und Kompetenz ausstrahlen, also eine Respektsperson sein. Ein Lehrer sollte seine Schüler nicht ausschließlich über den ersten Eindruck beurteilen. Der Lernstoff sollte die Schüler nicht überfordern und regelmäßig wiederholt werden. Der Lernstoff und der Unterricht sollten ansprechend und möglichst spannend dargelegt werden, damit die Schüler gerne mitmachen und lernen.

Mehr als ein Aufguss an Banalitäten über Bildungsdidaktik sind solche Thesen aber kaum. Problematischer ist es, wenn Gerhard Roth etwa schwache Leistungen von Schülern ausschließlich über ihre Gehirnphsyiologie begründet. Da war einfach nicht mehr drin. Bei einer derart einseitigen Sichtweise wird übersehen, dass der Verweis aufs Gehirn hier schlicht zu kurz greift. Dutzende Gründe neben schwacher Intelligenz kann es für schlechte Schulleistungen geben. Nahezu alle liegen aber in der Umwelt eines Menschen, mit der er interagiert, und nicht im Gehirn. Es ist schlicht nicht möglich, einen Menschen anhand seiner Gehirnphysiologie zu beurteilen. Die Aussagekraft der Gehirnforschung auf den Bereich der Bildung ist daher beschränkt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides Grundwissen, allgemeiner Ausblick., 9. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Prof. Roth führt sehr gründlich an die Lernprozesse heran: In den ersten Kapiteln werden solide und gut nachvollziehbar die wichtigsten Grundlagen für das Lernen dargestellt.
Es werden sowohl die Persönlichkeitseigenschaften als auch die kognitiven Komponenten, Emotionen und nicht zuletzt Intelligenz vor dem Hintergrund der Bedeutung und Auswirkung auf das Lernen vorgestellt. Die Schilderung erfolgt wissenschaftlich fundiert und zugleich leicht lesbar. Obwohl ich - als Schulpsychologe - mit diesen Themen täglich zu tun habe, konnte ich durchaus Einiges dazulernen und meine Horizonte durch neue Denkanstöße erweitern.
Viele Neurowissenschaftler versuchen zur Zeit sich mit der Thematik auch literarisch auseinanderzusetzen, selten jedoch ist die Darstellung so gelungen und vom Umfang her so komplett und unideologisch wie bei Gerhard Roth.
V.a. das Kapitel über die Intelligenz finde ich beeindruckend: Prof. Roth stellt ausführlich sowohl die neurobiologischen als auch psychologischen Aspekte des Intelligenzbegriffs dar.
Etwas allgemein bleibt das Buch zum Ende hin: anfangs gibt Prof. Roth zu, dass die Neurowissenschaften 'nichts Neues' zur Pädagogik beigetragen haben. Dann aber versucht er von seiner Fachlichkeit aus etwas über bessere Schule und bessere Bildung zu schreiben. Ab diesem Moment wird deutlich, dass er seine Domäne verlässt und sehr allgemein wird. Hier fehlt etwas - vielleicht schlicht und ergreifend die Zuarbeit oder Ko-Autorenschaft von jemandem, der die Schule und den Unterricht besser kennt...
Dennoch: insgesamt finde ich das Buch sehr empfehlenswert!
Ich kann allen zu der Lektüre raten, die kundiges Wissen über die Grundlagen der individuellen Lernprozesse erwerben oder vertiefen möchten und einfach Spaß an guten wissenschaftlichen Büchern haben.
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Überblickswerk für alle, die mit Erziehung und Bildung zu tun haben., 24. April 2011
Von 
Prof Dr Olaf-Axel Burow "oaburow" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Gerhard Roth gelingt es, in verständlicher Weise einen Überblick über Einsichten der Lehr-/Lernforschung aus Sicht von Neurobiologie und Psychologie zu geben. Die Leser/innen wissen nach der Lektüre - wie der Untertitel verspricht - wirklich mehr darüber 'wie Lernen gelingt'. In sachlich argumentierender Weise klärt Roth darüber hinaus Missverständnisse auf, indem er z.B. die Grenzen der Neurobiologie aufzeigt, aber auch pädagogische Mythen dekonstruiert.

Mit empirisch belegten Fakten arbeitet er die zentrale Bedeutung der Persönlichkeit für Bildungs- und Erziehungsprozesse heraus und belegt, dass Lernen auf die individuelle Person zugeschnitten und persönlich bedeutsam sein muss. Deutlich wird, dass keine einzelne Fachdisziplin Deutungshoheit beanspruchen kann, sondern dass nur eine Zusammenarbeit von Neurowissenschaftlern, Pädagogik-Didaktikern und Schul-, Erwachsenen- und Weiterbildungspraktikern Fortschritte bringen kann.
Neurobiologische und Lernpsychologische Erkenntnisse bezieht er direkt auf pädagogische und didaktische Theorien und ermöglicht so nicht nur Einsichten in deren Grenzen, sondern liefert auch begründete Handlungskonzepte.
Die wichtigste Leistung Roths besteht darin, ein gutes Überblickswerk geschaffen zu haben, das für alle, die mit Erziehung und Bildung zu tun haben, wesentliche Grundlagen leicht fasslich erschließt.

Doch es gibt auch kritische Einwände: Obwohl Roth über immense Kenntnisse und ein profundes Wissen verfügt gelingt es ihm nicht, das erstaunliche Versagen deutscher Schulen erklären. Auch neurobiologisches Wissen sowie die Einsichten aus empirischen Untersuchungen werden nicht genügen, den notwendigen Wandel einzuleiten - zum einen, weil diese Wissenstypen der Komplexität realer Bildungsprozesse nur unzureichend gerecht werden, zum anderen, weil sie die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln nicht schließen können.

Roth unterliegt in Teilen einer Blickverengung, etwa, wenn er die Chancen einer naturwissenschaftlich fundierten Pädagogik überschätzt und den Wert des Erfahrungswissens der Praktiker unterschätzt. So hat das meiste von dem, was er neurobiologisch fundiert fordert, die Humanistische Psychologie schon vor dreißig Jahren aufgrund von Beobachtung und Erfahrung erkannt (z.B. Carl Rogers, Ruth Cohn, Burow & ScherppLernziel: Menschlichkeit. Gestaltpädagogik - eine Chance für Schule und Erziehung etc.).

Auch übersieht er fast völlig die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen. So muss seine wichtige und in weiten Teilen zutreffende Zusammenstellung zentraler Forschungsergebnisse ergänzt werden, um eine Strategie, die das Wissen der Beteiligten, also von Lehrern, Eltern und Schülern ernst nimmt und wertschätzt und durch politische Strategien unterstützt. Wir brauchen eine 'Positive Pädagogik Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück, die die Erkenntnisse von Neurobiologie, Psychologie und Reformpädagogik mit dem Erfahrungswissen der Beteiligten verbindet und in politische Strategien gemeinsamen Wandels übersetzt. In seinem Ausblick sieht auch Roth die Notwendigkeit einer disziplinenübergreifenden Zusammenarbeit, um die Schwächen gegenwärtiger Schul- und Hochschulbildung zu überwinden.

Prof. Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wie Lernen gelingt ... wissen wir auch nach Roths Buch nicht, 13. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt (Gebundene Ausgabe)
Gerhard Roth, peinlicherweise als "der wichtigste lebende deutschsprachige Naturwissenschaftler" vorgestellt (ich hätte glatt gedacht, Christiane Nüsslein-Vollhardt, Gerhard Ertl oder Peter Grünberg, um nur einige zu nennen, die mir vor Gerhard Roth einfallen, verdiene diesen Titel ...)unternimmt den lobenswerten Versuch, einer breiten Öffentlichkeit, und darunter wahrscheinlich vielen, die sich professionell um das Lernen bemühen, die neurobiologischen Grundlagen des Lernens nahe zu bringen und die Konsequenzen für den Schulalltag aufzuzeigen. Gelungen erscheint dieser Versuch indes nicht, zum Teil, entschuldbar, auf Grund des eher dürftigen Kenntnisstandes: Es ist eben nach wie vor nicht klar, wie Lernen tatsächlich funktioniert. Der Autor fasst neurobiologische Tatsachen mit deutscher Trockenheit zusammen (kein Vergleich zu dem Niveau der angelsächsischen divulgativ-wissenschaftlichen Literatur; siehe z.B. Steven Pinkers "how the mind works" oder "the blank sheat") ohne wirklich den Übergang von der biologischen Ebene auf die psychologische Ebene glaubwürdig zu schaffen. Deshalb gelingt es auch nicht, den Bogen zum Schulalltag zu schlagen, wenn man von der offensichtlichen, aber eben nicht neurobiologisch oder lernpsychologisch begründeten Abneigung gegen Gruppenarbeit (von der der Autor ein wohl eher älteres Modell beschreibt) oder der Binsenweisheit, dass der Informationsfluss regelmäßig unterbrochen werden muss, um den "Arbeitsspeicher" nicht zu überlasten (wobei die angegebene Aufmerksamkeitsspanne von drei Minuten wohl doch recht umstritten ist) absieht. Reformmodelle werden eher pauschal abgeurteilt, wenn nicht verunglimpft, wobei Jürgen Habermas (tatsächlich der wichtigste lebende deutsche Philosoph) auch eben mal über den Kamm geschert wird.
Fazit: trockene Lektüre ohne Erkenntnisgewinn, keine Praxisrelevanz - so ziemlich das Gegenteil des auf dem Waschzettel zu lesenden Anspruchs.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Fachbuch das auch unter Fachleuten nichts gilt ?, 18. Oktober 2012
Ich suche zur Zeit ein Buch zum Thema lernen und habe mir dieses Buch als sample auf meinen Kindle geladen. Leider ist dieses Buch nichts fuer "Normalsterbliche" die sich mit Fachbegriffen und verschiedenen Lernsystemen die dieses Buch behandelt nicht auskennen. Dennoch fand ich die ersten Seiten interessant da ich erfahren habe welche verschiedenen Lernsysteme ausprobiert wurden. Es scheint aber so das auch unter Fachleuten dieses Buch nicht sonderlich hilfreich ist wenn man sich die Rezensionen durchliest. Der Schreibstil wird dem akademischen Hintergrund des Autor gerecht was ich nicht als positiv noch negativ bewerten kann.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zitationsfähiges EBook - Lernen empirisch erläuternd, 5. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein spannender Einblick in die Arten und Möglichkeiten des Lernens. Trotz aktuellerer Erscheinungen immer noch State of the Art. Klasse ist: das Buch hat feste Textmarken und kann damit auch in der Kindle Version zitiert werden.
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Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt
Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt von Gerhard Roth (Gebundene Ausgabe - 1. Dezember 2011)
EUR 19,95
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