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4.0 von 5 Sternen Eine Art spätmoderne Fastenbewegung,die da versucht, sich aus dem elektronischen Klauen von PC, Handy und Blackberry zu befreien
Dies ist die schmerzhafte und aufschlussreiche Entwöhnungsgeschichte eines modernen Süchtigen. Es scheint, dass es im Augenblick geradezu eine Mode werden könnte, eine Art spätmoderne Fastenbewegung, die da versucht, sich aus dem elektronischen Klauen von PC, Handy und Blackberry zu befreien und sich wieder dem eigentlichen Leben zuzuwenden, mit...
Veröffentlicht am 30. August 2010 von Winfried Stanzick

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amüsant, aber etwas langatmig geraten
Es gibt Menschen, die probieren gerne mal neue Sachen aus. Und dann gibt es Menschen, die gerne verrückte Dinge machen. Alex Rühle ist in meinen Augen so ein Verrückter. Denn man muss schon sehr verrückt sein, wenn man ein Experiment wagt, wie er es getan hat. Ein halbes Jahr ohne Internet. Offline. Ohne Anschluss zum World Wide Web. Verrückt! Und...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2010 von Anke B. "Hoerzentrale.de"


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Art spätmoderne Fastenbewegung,die da versucht, sich aus dem elektronischen Klauen von PC, Handy und Blackberry zu befreien, 30. August 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline (Gebundene Ausgabe)
Dies ist die schmerzhafte und aufschlussreiche Entwöhnungsgeschichte eines modernen Süchtigen. Es scheint, dass es im Augenblick geradezu eine Mode werden könnte, eine Art spätmoderne Fastenbewegung, die da versucht, sich aus dem elektronischen Klauen von PC, Handy und Blackberry zu befreien und sich wieder dem eigentlichen Leben zuzuwenden, mit seinen Menschen, seinen Büchern und seinen sozialen Netzwerken.

Der Online- Journalist Christoph Koch hat ungefähr zeitgleich mit Alex Rühle einen solchen Selbstversuch dokumentiert. Unter dem Titel "Ich bin dann mal offline", Hape Kerkeling imitierend, hat er nicht nur ein ehrliches Tagebuch, sondern auch ein Buch über die Welt im Netz allgemein geschrieben, und einen sehr hilfreichen Ratgeber für alle Netzjunkies, der ihnen helfen kann, bewusst mit dem umzugehen , was doch ihr Leben erleichtern und bereichern soll und nicht es total bestimmen.

Alex Rühles Selbstversuch dauerte viel länger. Vielleicht sind deshalb auch seine Erkenntnisse tiefer, seine Sprache anspruchsvoller. Bei beiden Büchern jedoch bin ich sicher, dass nach der Versuchszeit beide Autoren wieder den Angeboten des Netzes anheimfallen, schon aus beruflichen Gründen.

Wenn beide Bücher es geschafft haben, Menschen zu ermutigen, zumindest für eine gewisse Zeit (Sonntag, Wochenende, Urlaub, oder auch nur ein freier Nachmittag für die Kinder) auf die Abhängigkeit ihres Blackberrys zu verzichten, dann haben sie ihr Ziel erreicht. Denn die Qualität der Kommunikation hat durch die neuen Techniken nachgelassen; sie haben ein unmenschliches und familienfeindliches Tempo eingeführt, dem niemand standhalten kann ohne an seiner Seele oder seinen Beziehungen irgendwann krank zu werden.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sein halbes Jahr offline. Vielen Dank dafür!, 16. August 2010
Von 
Sophia! - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline (Gebundene Ausgabe)
Gibt es ein Leben ohne Google, Amazon und Facebook? Ein Leben ohne Internet? Ohne Netz?
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Der Journalist Alex Rühle versucht diese Frage zu beantworten und trifft eine, auf den ersten Blick wahnsinnige Entscheidung. In einem Selbstversuch möchte er für einen bestimmten Zeitraum auf die Vorzüge des Internets verzichten. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein paar Tage oder Wochen, sondern gleich um ein halbes Jahr: 6 Monate, mehr als 180 Tage, über 4.300 Stunden und fast 262300 Minuten. Scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit ...
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Rühle stellt sich mutig dieser Herausforderung und trennt jeden ihn verbindenden Kontakt zum Internet in radikaler Weise aus seinem Leben. Gerade als Journalist wird er nun wieder mit ganz neuen, alten Aufgaben konfrontiert: Telefonnummern werden in Telefonbüchern gesucht, Wörterbücher als Übersetzungshilfe verwendet und Gerätschaften namens 'Fax'
wieder zum Leben erweckt. Schnell merkt er, dass die Arbeit ohne Internet viel beschwerlicher ist, als er anfangs dachte und kämpft mit den Leistungen seines Gehirns, das sich jetzt mit einem 'neuronalen Flipperautomaten' vergleichen lässt.
Alle Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit sind in einer Art Tagebuch zusammengestellt.
Deutlich spürbar sind anfängliche Entzugserscheinungen. Das Internet wird häufig mit einer Art Sucht verglichen, gegen die es anzukämpfen gilt. Eine harte Probe für das Selbstvertrauen des Journalisten stellen außerdem die albernen Äußerungen seiner Kollegen dar, die ihn mit einem Steinzeitmenschen in Verbindung bringen. Als sie schließlich merken, wie ernst es ihm ist, wandelt sich ihre Haltung von der Verachtung zur tiefen Bewunderung. Auch Rühle selbst reflektiert nicht nur seine Einstellung zum Internet, sondern auch die der Anderen. Das Blackberry ist schon längst zu einem Crackberry geworden, ein Suchtmittel. Doch welche Sucht wird gestillt? Sind wir wirklich nur so lange im Netz, weil wir es müssen oder etwa doch, weil wir hier hängen bleiben?
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Der Schreibstil des Autors ist unverwechselbar und ein wahrer Genuss. Dieser Journalist versteht sein Handwerk, und wie! Komplexe, längere Sätze in einem Zusammenspiel mit leichten, lockeren Aussagen. Beides ist angenehm zu lesen und voller Wortwitz.
Als Leser profitiert man schließlich auch von seinem umfassenden Wissen zu verschiedenen Themengebieten. Ein Beispiel dafür ist die Kritik an Odo Marquards These, dass an allen positiven Errungenschaften vom Menschen immer nur die Nachteile erkannt werden: ' Der Satz insinuiert ja, dass die hier verhandelten Dinge allesamt eingebildete Luxusprobleme einer dekadenten, undankbaren Gesellschaft seien, die das große Geschenk, den Fortschritt, so selbstverständlich einkassiert wie das Grünwalder Einzelkind den Geschenkeberg unterm Weihnachtsbaum. Ja, wir sind alle Prinzessinnen.' Der Leser erhält einen Einblick in sein Familienleben, Berufsleben, Gefühlsleben und Alltagsleben ' natürlich ohne Netz.
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Dieses Buch regt wie kein weiteres zum Nachdenken an und ist genau zur richtigen Zeit erschienen. Ein mutiger Selbstversuch, für den der Autor nur gelobt werden kann.
Ändern wir uns durch das Internet? Wie war die Zeit davor und wie ist sie jetzt? Ist es wirklich so nützlich? Bereichert es unser Leben oder nimmt es uns kostbare Zeit? Zeit, die wir sinnvoller nutzen könnten?
Dieser hochinteressante Erfahrungsbericht über ein Leben ohne Netz zeigt deutlich, dass dies immer noch möglich ist, auch in unserer heutigen, modernisierten Umwelt.
Die Vorteile des Internets können nicht genug gelobt werden. Vieles ist einfacher geworden. Tritt das Netz allerdings an erste Stelle in unserem Leben, müssen wir stutzig werden und handeln. Auf Überflüssiges sollte verzichtet werden. Also schmeißt das Blackberry zum Fenster raus oder für die weniger Mutigen unter euch: Freundet euch mit dem Off- Knopf an. Keine Angst, er beißt nicht :)
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Fazit: Ein wunderbarer Text. Jeder tägliche Facebook ' User, der Angst hat, nachts um 2 seine Ernte zu verpassen, sollte dieses Buch lesen. Unbedingt!
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hoffnung Offline, 28. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline (Gebundene Ausgabe)
Was es ist:
Ein Tagebuch über einen Selbstversuch. Höchst subjektiv geschrieben und gesellschaftlich überhöht. Über allem schwebt die Frage: Was passiert, wenn ein Kommunikator, ein beruflich wie privat vernetzter Mensch plötzlich offline geht? Sich ausloggt aus der digitalen Welt, um analog über die Runden zu kommen? Alex Rühle wollte genau das herausfinden und hat sich vom 1. Dezember 2009 bis zum 31. Mai 2010 zum Entzug gezwungen, währenddessen weitergearbeitet und früh morgens Tagebuch geschrieben. Der Proband ist Feuilleton-Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, nutzt Online-Medien gerne und exzessiv. Am Ende steht der Satz: "Schade, dass das halbe Jahr schon zu Ende ist. Amen."

Wer es liest:
Jeder, der täglich 68 Mails erhält, wie Rühle, und vor dem Schlafengehen noch heimlich Facebook checkt. Jeder, der automatisch auf Wikipedia klickt, statt ins Bücherregal zum Lexikon zu greifen. Jeder, für den Surfen zum täglichen Lieblingssport geworden ist. Jeder, der diese Symptome einmal hinterfragen möchte.

Was schön ist:
Der persönliche Entzugsbericht inklusive "Höhlenmenschenwitzen" kommt als Ego-Show daher, klar. Aber die gesellschaftliche Relevanz, das Hinterfragen und Überhöhen sowie die Reaktionen der Mitmenschen machen den subjektiven Aufsatz zum Manifest des Offenbleibens. Es thematisiert die Ablenkung, die Zerstreuung, den Wahnsinn der permanenten Verfügbarkeit. Und mahnt (ohne Zeigefinger): Bleibt wachsam, Zeitgenossen!

Was schade ist:
Leichte Anflüge von Heroisierung, als wäre die Offline-Zeit ein Überlebenskampf im Kriegsgebiet. Und: die 5644 ungelesenen Mails, die nach dem Experiment auf den Autor warteten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben ohne Internet - gewagter und gelungener Versuch!, 6. Juli 2012
Von 
Sophia! - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Gibt es ein Leben ohne Google, Amazon und Facebook? Ein Leben ohne Internet? Ohne Netz?
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Der Journalist Alex Rühle versucht diese Fragen zu beantworten und trifft eine, auf den ersten Blick wahnsinnige Entscheidung. In einem Selbstversuch möchte er für einen bestimmten Zeitraum auf die Vorzüge des Internets verzichten. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein paar Tage oder Wochen, sondern gleich um ein halbes Jahr: 6 Monate, mehr als 180 Tage, über 4.300 Stunden und fast 262300 Minuten. Scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit ...
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Rühle stellt sich mutig dieser Herausforderung und trennt jeden ihn verbindenden Kontakt zum Internet in radikaler Weise aus seinem Leben. Gerade als Journalist wird er nun wieder mit ganz neuen, alten Aufgaben konfrontiert: Telefonnummern werden in Telefonbüchern gesucht, Wörterbücher als Übersetzungshilfe verwendet und Gerätschaften namens 'Fax'
wieder zum Leben erweckt. Schnell merkt er, dass die Arbeit ohne Internet viel beschwerlicher ist, als er anfangs dachte und kämpft mit den Leistungen seines Gehirns, das sich jetzt mit einem 'neuronalen Flipperautomaten' vergleichen lässt.
Alle Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit sind in einer Art Tagebuch zusammengestellt.
Deutlich spürbar sind anfängliche Entzugserscheinungen. Das Internet wird häufig mit einer Art Sucht verglichen, gegen die es anzukämpfen gilt. Eine harte Probe für das Selbstvertrauen des Journalisten stellen außerdem die albernen Äußerungen seiner Kollegen dar, die ihn mit einem Steinzeitmenschen in Verbindung bringen. Als sie schließlich merken, wie ernst es ihm ist, wandelt sich ihre Haltung von der Verachtung zur tiefen Bewunderung. Auch Rühle selbst reflektiert nicht nur seine Einstellung zum Internet, sondern auch die der Anderen. Das Blackberry ist schon längst zu einem Crackberry geworden, ein Suchtmittel. Doch welche Sucht wird gestillt? Sind wir wirklich nur so lange im Netz, weil wir es müssen oder etwa doch, weil wir hier hängen bleiben?
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Der Schreibstil des Autors ist unverwechselbar und ein wahrer Genuss. Dieser Journalist versteht sein Handwerk, und wie! Komplexe, längere Sätze in einem Zusammenspiel mit leichten, lockeren Aussagen. Beides ist angenehm zu lesen und voller Wortwitz.
Als Leser profitiert man schließlich auch von seinem umfassenden Wissen zu verschiedenen Themengebieten. Ein Beispiel dafür ist die Kritik an Odo Marquards These, dass an allen positiven Errungenschaften vom Menschen immer nur die Nachteile erkannt werden: ' Der Satz insinuiert ja, dass die hier verhandelten Dinge allesamt eingebildete Luxusprobleme einer dekadenten, undankbaren Gesellschaft seien, die das große Geschenk, den Fortschritt, so selbstverständlich einkassiert wie das Grünwalder Einzelkind den Geschenkeberg unterm Weihnachtsbaum. Ja, wir sind alle Prinzessinnen.' Der Leser erhält einen Einblick in sein Familienleben, Berufsleben, Gefühlsleben und Alltagsleben ' natürlich ohne Netz.
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Dieses Buch regt wie kein weiteres zum Nachdenken an und ist genau zur richtigen Zeit erschienen. Ein mutiger Selbstversuch, für den der Autor nur gelobt werden kann.
Ändern wir uns durch das Internet? Wie war die Zeit davor und wie ist sie jetzt? Ist es wirklich so nützlich? Bereichert es unser Leben oder nimmt es uns kostbare Zeit? Zeit, die wir sinnvoller nutzen könnten?
Dieser hochinteressante Erfahrungsbericht über ein Leben ohne Netz zeigt deutlich, dass dies immer noch möglich ist, auch in unserer heutigen, modernisierten Umwelt.
Die Vorteile des Internets können nicht genug gelobt werden. Vieles ist einfacher geworden. Tritt das Netz allerdings an erste Stelle in unserem Leben, müssen wir stutzig werden und handeln. Auf Überflüssiges sollte verzichtet werden. Also schmeißt das Blackberry zum Fenster raus oder für die weniger Mutigen unter euch: Freundet euch mit dem Off- Knopf an. Keine Angst, er beißt nicht :)
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Fazit: Ein wunderbarer Text. Jeder tägliche Facebook ' User, der Angst hat, nachts um 2 seine Ernte zu verpassen, sollte dieses Buch lesen. Unbedingt!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die digitale Fastenkur von Alex Rühle, 26. Oktober 2010
Von 
Marc Höttemann "Ostwestf4le" (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline (Gebundene Ausgabe)
Smartphone, BlackBerry, Google, Twitter, Facebook und Weblog bestimmen meinen Arbeitsalltag und mein Privatleben. Von einer temporären Abstinenz der digitalen Medien habe ich in diesem Sommer in meinem Weblog unter ostwestf4le.de berichtet. Damals hat es sich allerdings nur um eine sehr überschaubare temporäre Abstinenz gehandelt.

Der Autor Alex Rühle ist diesbezüglich radikaler. Sechs Monate, also mehr als 24 Wochen oder mehr als 180 Tage, entsagt er dem kompletten digitalen Leben. Sowohl der BlackBerry wird ein halbes Jahr lang unter Verschluss gehalten als auch der Zugriff auf das Internt wird gekappt. Und zu allem Überfluss nicht nur beruflich, sondern auch privat. Von den Erfahrungen, Gefühlen und Erlebnissen in dieser Zeit berichtet Rühle in dem Buch "Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline"

Schon in den ersten Tagen der Netzabstinenz wird deutlich, wie sehr das Internet und insbesondere Google unser analoges Leben bestimmt. Das Ermitteln der Adresse seines Verlage Klett-Cotta stellt Alex Rühle vor unerwartete Hürden. Eine Recherche via Google wäre binnen zehn Sekunden von Erfolg gekrönt gewesen. Mit drei Anrufen bei der - kostenpflichtigen - Auskunft dauerte es mehr als 70 Mal so lang, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.

Das analoge Leben hält nach 15 Tagen den ersten Höhepunkt für den Autor bereit: ein handgeschriebener Brief findet sich in seinem Briefkasten. Das Schriftstück eines Gefängnisinsassen soll sich in der Folgezeit als der Beginn einer intensiven Korrespondenz herausstellen.

Es sind die kleinen, feinen Geschichten und Anekdoten, die das Buch aufpeppen. Berichte vom Pflanzen eines Haselnussbaumes, den ersten kalten Entzug während eines Mittelmeerurlaubs und weitere Suchterlebnisse, die mich im ersten Augenblick schmunzeln lassen, mich im zweiten Augenblick aber nachdenklich machen: bin ich etwa auch so? Denn ich habe mich in so vielen Beschreibungen des Autors wiedergefunden.

Sei es, wenn er gesteht, "ich hab den Blackberry meist in meiner Hemdtasche getragen, das heißt, der Vibrationsalarm ging mir direkt ins Herz." Und: "Diese immergleiche Wichtigkeitsperformance aus Gerätzücken, Augen verdrehen ... und lostippen", die Rühle beschreibt, kommt mir nur zu bekannt vor. Es ist wie ein imaginärer Spiegel, der mir beim Lesen vorgehalten wird. Und der mich erschreckt. Denn auch ich bin süchtig nach meinem Crackberry und meinem Motorola Milestone.

Auf der Fahrt zu einer Tagung habe ich morgens um sieben Uhr mit dem Lesen des Buches begonnen. Die ersten 40 Seiten habe ich fast an einem Stück gelesen. Und gleichzeitig erste Selbstversuche durchgeführt. Kann ich dem Reiz widerstehen, auf meinem Motorola Milestone die Twitter-Updates und -Replies zu checken? Kann ich es schaffen, bei dem vibrierenden Signal einer neuen E-Mail nicht in den Posteingang zu hetzen? Ja, ich kann es. Und es ist mir nicht schwer gefallen.

Die tagebuchähnlichen Einträge werden in regelmäßigen Abständen mit Wissenswertem über "kalten Entzug" bei BlackBerry-Nutzern und anderem Input in Sachen Online-Nutzung und -sucht angereichert. Nach dem Lesen des ersten Kapitels, das ich dank eiserner Disziplin, die Hände von meinem Smartphone zu lassen, beinahe an einem Stück gelesen habe, musste ich unweigerlich an "Supersize me" denken. Der Film des US-Regisseurs Morgan Spurlock beschreibt die Wandlung eines Menschen, der sich über einen längeren Zeitraum ausschließlich von Fast Food ernährt.

Das zweite Kapitel behandelt den zweiten Offline-Monat und unter anderem die Ablenkung, die das Benutzen des Internets bei seinen Nutzern auslöst. Wer kennt es nicht, das PC-Prokrastinieren, wenn eigentlich dringend ein Auftrag erledigt werden muss, aber an jeder Ecke des Internets neue Ablenkungen warten: amazon.de, ebay, youtube und Konsorten.

Es sind die sprachlichen Finessen und Metaphern, die mich besonders an dem Buch begeistert haben. Sei es, dass Rühle von einer "menschlichen Mail" spricht, wenn er von seiner Kollegin berichtet, die ihn über das Tagesgeschehen in der Redaktion informiert. Oder wenn er über die "iPhoriker" lästert, die sich in den unzähligen Apps suhlen.

Der erste Rückfall der Online-Sucht kommt (erst) nach 89 Tagen. Durch einen dummen Zufall (der PC seiner Frau ist defekt und deshalb muss FireFox auf Rühles PC installiert werden), kommt der Autor in Versuchung. Seine Frau ist außer Haus und da passiert es: der Browser ist zu verführerisch und fortan wird hemmungslos gesurft - SpiegelOnline, Stefan Niggemeier, YouTube. Und auch YouPorn darf nicht fehlen. Der Autor fühlt sich schlecht und nicht willensstark. Aber das Experiment geht weiter.

Am 10. März sind 100 Tage "Ohne Netz' geschafft. Axel Rühle konstatiert, dass seine Angst vor dem Offline sein unbegründet war. Er fühlt sich nicht einsamer als sonst, eher im Gegenteil. Auch seine Freunde bestätigen ihm, dass er "so ruhig und ausgeglichen" wirke (auch wenn Rühle sich mal gar nicht so selbst wahrnimmt).

Nach 182 Tagen im analogen Leben und 214 Seiten im Buch ist das Experiment des Alex Rühle beendet. Rühle lässt sich als Lehre aus dem Test den BlackBerry dauerhaft wegnehmen und ersetzt das Smartphone durch ein klassisches Mobiltelefon. Und verzichtet daheim auf einen Internetanschluss - wohlwissend, dass er den PC seiner Frau als Backup-Lösung verwenden kann... Allerdings nur einen Tag, denn anschließend werden bereits wieder FireFox und Safari installiert und das digitale Leben ist mit voller Wucht zurückgekehrt.

Am meisten hat mich in dem Buch ein Zitat vom Soziologen Hartmut Rosa beeindruckt und nachdenklich gemacht: "Wir sind so frei wie niemand vor uns. Und gleichzeitig total gegängelt durch den permanenten Effizienzdruck."

Die Symbiose aus dem Tagebuch eines BlackBerry-Abhängigem und der Wissensvermittlung der Online-Nutzung und -sucht ergeben ein lesenswertes Buch, dessen 224 Seiten durchweg kurzweilig, amüsant und lehrreich sind.

Was nehme ich mit? Ich habe gelernt, dass es anfangs schwierig ist, ein kompletter Offliner zu sein. Aber es ist zu bewältigen.

Was mir gut gefallen hat an dem Buch: es ist kurzweilig zu lesen, sprachlich überdurchschnittlich verfasst und lehrreich auch über die Online- und Offline-Pfade hinaus.

Was mir gefehlt hat an dem Buch: der Fokus des analogen Offliners liegen überwiegend auf den beruflichen Folgen, weniger auf dem Privatem. Das ist schade, hätte dieser Aspekt den Horizont der Leserschaft noch merklich erweitert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amüsant, aber etwas langatmig geraten, 19. Oktober 2010
Von 
Es gibt Menschen, die probieren gerne mal neue Sachen aus. Und dann gibt es Menschen, die gerne verrückte Dinge machen. Alex Rühle ist in meinen Augen so ein Verrückter. Denn man muss schon sehr verrückt sein, wenn man ein Experiment wagt, wie er es getan hat. Ein halbes Jahr ohne Internet. Offline. Ohne Anschluss zum World Wide Web. Verrückt! Und doch mutig! Als täglicher Internetuser frage ich mich da schon: Wie konnte der Mann das nur durchhalten?

Genau um diese Kernfrage dreht sich der Selbsterfahrungsbericht "Mein halbes Jahr offline" vom Autor höchstpersönlich. Alex Rühle ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und nutzt schon aus beruflichen Gründen alltäglich das Internet. Und doch wollte er es wissen. Kann ein "Netzjunkie" wie er den Absprung schaffen? Den Verzicht auf die multimediale Welt? Und das ein halbes Jahr lang? Und wie man beim Hören dieses wirklich witzigen und überaus interessanten Hörbuch feststellen muss: Ja, es geht! Es gibt ein Leben ohne digitales Tor zur Welt, ohne Google, SMS und E-Mails. Dabei ist es amüsant zu beobachten, dass auch Alex Rühle vor Online-Rückfällen nicht gewappnet ist. Er wird rückfällig und das macht den Redakteur der Süddeutschen Zeitung nur noch sympathischer und menschlicher. Was tun, wenn der Wille stark, das Fleisch aber schwach und die Versuchung groß ist?

Leider ist das 4 CDs umfassende Offline-Tagebuch nicht über die gesamte Laufzeit so humorvoll und kurzweilig. Langatmige Phasen, in denen der Autor minutenlange Monologe über Gott und die Welt hält, bleiben leider nicht aus. Trotzdem bleibt nach dem Hören dieses Selbstversuches ein schaler Geschmack zurück. Denn Rühle hat Recht. Wir machen uns immer mehr abhängig von digitalen Medien und leidet an Entzugserscheinungen, wenn man wieder einmal das Handy zu Hause liegen gelassen hat. Wie hat schon Peter Lustig nach jeder "Löwenzahn"-Sendung schon immer gesagt? "So, liebe Kinder, und jetzt Abschalten". Vielleicht wäre das manchmal gar nicht so verkehrt!

Für alle Online-Junkies dieser Welt ist, die selbst nie erfahren wollen wie es ist "Ohne Netz" zu sein, ist dieses Hörbuch wärmstens empfohlen. Denn hier muss man nicht selbst leiden, sondern kann Rühle dabei zuhören, wie sein Leben vollkommen auf den Kopf gestellt wird. Heikko Deutschmann macht aus diesem Erlebnisbericht eine abwechslungsreiche Lesung und plaudert so locker von der Leber, als hätte er das Buch selbst geschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gegenwartsschrumpfung: Ablenkung, Zerstreuung, Pulverisierung des Denkens, 14. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline (Gebundene Ausgabe)
Alex Rühle, 40 Jahre alt, Feuilleton-Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, Radfahrer, sucht »ein halbes Jahr Rundumerfüllung und reine Aufmerksamkeit«. So hat er sich entschlossen, vom 1. Dezember 2009 bis zum 31. Mai 2010 ohne das Netz, und damit ohne Mailbox, und ohne Blackberry zu leben, zu arbeiten. Ein absolut mutiger Versuch. Ab morgens um 5 Uhr schrieb er dieses sehr persönliche Tagebuch. Darin behandelt er episodenhaft seinen amüsanten Alltag mit Frau und Kindern, beschreibt die auftretenden beruflichen Probleme, philosophiert über Zeit und Sein, macht sich tief schürfende Gedanken über den Lebenssinn und die Geschichte, er psychologisiert teilweise. Die Reflektionen nehmen dabei über die Zeit im Umfang ab, von Monat zu Monat schreibt Rühle weniger.

Zu Beginn des (Tage)buchs steht die 'Sucht' nach (virtueller) Kommunikation im Vordergrund; die »nervösen Angst, etwas zu verpassen.« Gleichzeitig erkennt er sein »Gefühl, im Netz selbst abhanden zu kommen«. Klare Wahrnehmungen, doch ohne Einfluss auf seine Zukunftsplanung. Rühle erkennt und reflektiert vieles, schreibt locker, selbstironisch, doch ohne fundamentale Auswirkung auf sein Verhalten (außer der Abschaffung des Blackberry). Ist das die 'Message': 'es geht auch ohne das Internet, aber mit ist vieles leichter'? Es wird alles schneller, doch man hat immer weniger Zeit.

Der Autor beobachtet seinen Sohn und dessen Mitschüler in der Grundschule: »Es ist schon grotesk, wie sie alle aus der Tür rauskommen, mit dem Blick aufs Display, als würde jede von ihnen auf Anweisungen aus irgendeiner Zentrale warten.« Gestern wurde mir bei offenem Blick auf meine Mitmenschen bewusst, dass dies nicht nur auf Grundschüler, sondern auf zahllose Mitglieder unserer (Des)Informations- oder Kommunikationsgesellschaft zutrifft. Also: einfach das eigene Verhalten beständig überdenken und bewusst handeln.

Rühle erwähnt Miriam Meckel, die in Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle den Rat gab, doch öfter mal das Handy auszuschalten - und wenige Monate nach Erscheinen ihres Buches einen Zusammenbruch erlitt. Ob Rühle nach Ende seines halbjährigen Experiments eine bessere Perspektive hat, bleibt abzuwarten.
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5.0 von 5 Sternen Heutzutage ohne Handy und Internet leben, 20. Oktober 2010
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline (Gebundene Ausgabe)
Fast ist man versucht, dieses Buch schnell wieder beiseitezulegen. Gefühlte 1000 Mal hat man schon von Aussteigern gehört, die kurz vor dem Burn-out-Abgrund zur Besinnung kommen, allen Segnungen der Moderne abschwören und dann mal weg sind. Für die Mehrheit der Daheimgebliebenen sind ihre Geschichten ungefähr so relevant wie der Dow Jones für ein dreijähriges Kind. Ganz anders ergeht es dem Leser mit diesem Tagebuch: Alex Rühle trifft mit seinen Bekenntnissen pfeilgenau ins Herz jedes Durchschnittssurfers. Denn mal ehrlich, wer kann schon von sich behaupten, Smartphone und Laptop wirklich im Griff zu haben? Rühle lässt den Leser in die Abgründe seiner Seele blicken, bringt ihn mit den charmanten Weisheiten seiner Kinder zum Lachen und mit Zitaten aus guten Büchern zum Nachdenken. Platten Rat hat er nicht parat. Stattdessen aber jede Menge Literatur- und Musiktipps, geniale Sprachbilder und kluge Gedanken. getAbstract legt das Buch allen wärmstens ans Herz, die sich ein Stück analoge Freiheit erkämpfen möchten, ohne gleich zu digitalen Totalverweigerern zu werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsames Buch zum Thema Internetentzug, 3. Mai 2014
Von 
Klaus Roth (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Ich las das vorliegende Buch neben "Ich bin dann mal offline" von Christoph Koch und "Wer bin ich, wenn ich online bin" von Nicholas Carr. Es gibt zu den beiden Konkurrenzbüchern gewisse Parallelen. So wird Nicholas Carr hier und da vom vorliegenden Autor zitiert, ich weiß nur nicht, ob er sich genau auf das hier genannte Buch bezieht (Nicholas Carr hat mehrere internetkritische Schriften verfasst). Wie der andere deutsche Journalist handelt auch das vorliegende von einem Internetentzug. Mit einem halben Jahr - von kleinen Rückfällen abgesehen - ist der Internetentzug jedoch sehr viel umfangreicher als der von Christoph Koch. Koch hielt nur etwas mehr als einen Monat durch (Bzw. nahm sich auch nicht viel mehr vor).

Sehr unterhaltsam fand ich, dass sowohl Rühle als auch Koch das Buch "Walden" lasen. Koch warf es lediglich nicht ausgelesen irgendwann in die Ecke. Der vorliegende Autor las nicht nur Walden aus, sondern auch noch mindestens eine Biographie von dessen Autor (Thoreau) und noch mindestens ein weiteres Buch von diesem Autor. Das zeigt auch insgesamt etwas die Mentalitätsunterschiede zwischen den beiden Autoren auf. Rühle wirkt etwas älter und reifer. Er geht auch mehr und tiefergehend auf sich selbst ein. Der andere Autor (Koch) beschreibt vor allem seine Beschäftigung mit Materialien und Interviews mit verschiedenen Experten. Was Rühle eher so am Rande tut. So merkt man auch... den deutlich umfangreicheren Internetentzug, der beim vorliegenden Buch umschrieben wird.

Das Buch von Nicholas Carr finde ich auch recht gut, jedoch deutlich schwieriger zu lesen als das Vorliegende. Zwar wird im Buch von Carr keine besonders schwierige Sprache gewählt, jedoch handelt es nicht von einem Selbstversuch, sondern ist vielmehr eine wissenschaftlich oder fachlich geleitete Auseinandersetzung mit dem Thema.

Alex Rühle zeigt in aller Anschaulichkeit, wie selbstverständlich das Internet heute geworden ist, und wie "merkwürdig" es dem Autor und seinen Mitmenschen erscheint, wenn mal nicht darauf zurückgegriffen werden kann. Wenn man sich etwa nicht mal eben über eine Homepage eine Reise organisieren, eine Veranstaltung planen o. ä. kann. Am unterhaltsamsten... waren für mich wohl die Stellen, wo die Reaktionen der Kollegen, Freunde usw. beschrieben wurden. Da kommen dann Sätze wie: "Sie haben keine Email??? OK, dann also Facebook." oder "Schauen Sie doch einfach auf unserer Homepage nach, dort können Sie die erforderlichen Unterlagen herunterladen." :-)

Darüber hinaus finde ich den Stil des Autors etwas "altbacken", was ich jedoch sehr an dem Autor schätze. Man merkt einfach... das er schon etwas älteren Jahrgangs ist, was seinem Buch sehr gut tut.

Ich selbst begann vor mehr als einer Woche mit einem drastischen, wenn auch nicht kompletten Internetentzug (Wie ihn auch der Autor seit Ende seines Experiments einhält -> Er nutzte seither das Internet nur noch auf seiner Arbeit, jedoch nicht mehr zu Hause, wie er am Ende des Buchs und als Resultat seines Experiments schrieb). Ich kann eine solche Maßnahme wirklich sehr empfehlen, es offenbart einem doch einiges und nicht durch das Lesen eines Buchs ersetzbar. Wo man von dieser Sichtweise lediglich gewissermaßen aus einer Außenperspektive erfährt.
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3.0 von 5 Sternen Interessantes Experiment, 3. April 2013
Als Blogger bin ich wohl auch ein Netzjunkie. Auch auch bevor ich das Bloggen anfing, bin ich viel und gerne durchs Netz gesurft. Was habe ich doch der Internet-Flatrate entgegengefiebert und sie dann auch mit großer Begeisterung empfangen! Ein Leben ganz ohne Internet? Unmöglich!

Alex Rühle entschließt sich trotzdem - oder vielleicht sich gerade deshalb - ein Jahr zu fasten. Dabei wird er aber nicht auf Lebensmittel, sondern auf das Internet und sein geliebtes Blackberry verzichten. Sechs ganze Monate lang. Von seinen Kollegen belächelt, von außenstehenden Menschen als verrückt abgestempelt, startet er in den Selbstversuch, der natürlich nicht ohne Rückfälle funktioniert - was den Autor aber auch menschlich macht und es mich auch sehr gewundert hätte, wenn man von täglich mehrmaligen Internetsessions dann von jetzt auf gleich auf Null ohne Probleme klar kommen würde.

Das als Tagebuch angelegte Hörbuch ist gerade am Anafng unheimlich spannend und sehr amüsant, muß der Autor doch jetzt auf veraltete Kommunikationsmöglichkeiten zurückgreifen: Telefonzellen (gibt es die überhaupt noch?), Telefonauskunft ("Googlen sie doch einfach") und immer wieder Erklärungen abgeben, warum er denn auf die ganzen Annehmlichkeiten des Internets verzichtet. Irgendwann wiederholt sich das Ganze aber immer wieder und so wird es zwischenzeitlich doch etwas langatmig und man lauscht Monologen über Gott und die Welt, die nicht alle zwangsweise mit dem Experiment als Solchem zu tun haben.

Es war schön dem Experiment als Zuhörer beizuwohnen - in meinem gewohnten Umfeld würde ich wohl keine drei Tage ohne Internet durchstehen, die Versuchung wäre einfach zu groß.

Fazit: Ein sehr interessantes Experiment mit ein paar Längen, für Internetsüchtige (wie mich *grins*) definitiv eine sehr interessante Lektüre
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Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline
Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline von Alex Rühle (Gebundene Ausgabe - 23. Juli 2010)
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