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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Comeback einer alten europäischen Hochkultur, 13. November 2010
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur (Gebundene Ausgabe)
"Siggi und Babarras" waren die 1964 im Comic-Magazin Lupo modern "germanisierten" Namen der wohl berühmtesten Literatur-Gallier "Asterix und Obelix", weil damals für Kelten in Deutschland vermeintlich zu wenig Interesse bestand....

....denn lange Zeit galten die Kelten im Geschichtsbild der meisten deutschen Nichtarchäologen als ein in Westeuropa, dem heutigen Frankreich und den Britischen Inseln, beheimatetes Volk. Das von Julius Cäsars in seinem "Gallischen Krieg" gezeichnete Bild, Gallier (Kelten) links, und Germanen rechts des Rheins hat sich beiderseits des Stroms im öffentlichen Bewusstsein zu einem nahezu unverrückbaren Faktum manifestiert. Hier Vercingetorix, dort "Hermann der Cherusker" als Helden und Denkmäler. Obwohl in Deutschland die Magazine vielfach an keltischen Funden überquellten, wäre vor 20 Jahren niemand auf die Idee gekommen hierzulande ein Keltisches Museum zu eröffnen....

....mittlerweile haben sich jedoch an zahlreichen keltischen Fundorten im einstigen "Germanien" zahlreiche Freilichtmuseen und Museen etabliert, in denen man auf rekonstruierten Befestigungsmauern spazieren gehen, nachgebaute Grabkamern mit aufgebahrten "Toten" besichtigen oder auf touristisch ausgestatteten "Keltenwegen" von Bodendenkmal zu Bodendenkmal wandern kann. Auch die stets zunehmende Zahl an "Kelten-Events" mit Reenactment hat zu einer wachsenden Popularität dieses antiken Volkes in Deutschland beigetragen....

....das sich der Öffentlichkeit auch mit zwei archäologischen Schlüsselfunden präsentiert hatte. Neben dem Großgrabhügel bei Hochdorf nordwestlich von Stuttgart (1978/79), kommt auch dem frühkeltsichen Fürsten vom hessischen Glauberg mit seinen "Micky-Maus-Ohren" (1996) die Bedeutung eines Jahrhundertfundes zu.

Der an der Eberhard Karls Universität in Tübingen studierte Autor hat "Das Zeitalter der Keltenfürsten" in zwanzig Kapitel untergliedert. Zunächst geht der renommierte Sachbuchautor und Wissenschaftsjournalist den frühen Kelten im westlichen Mittelmeerraum und in Mitteleuropa nach. Die zehn nachfolgenden Kapitel befassen sich getreu dem Buchtitel mit den keltischen Sippenältesten, Feudalherren, Fürsten, ihrem Lebenstil, Grabkultur und den keltischen Herrschaftsstrukturen. Hierbei wird auch die Frage nach einer Gerontiokratie (griech.: Ältestenherrschaft) aufgeworfen.

Gegenstände der nächsten Kapitel ist der "Fernhandel mit dem Mittelmeeraum" und die Wechselwirkung zwischen dem antiken Rohstoff Zinn und der Politik. Der Vorstellung der Fürstensitze als Gewerbezentren und zentralen Orten, der Heuneburg als älteste Stadt Mitteleuropas, sowie dem Ahnenheiligtum am Glauberg und dem Palast auf dem Mont Lassois im Norden Burgunds, folgt die Frage einer (durch die Griechen) "importierten Hochkultur". Die letzten beiden Kapitel sind der keltischen Kunst, dem Ende der Fürstensitze und dem Beginn der keltischen Wanderungen gewidmet.

Neben farblich in grau unterlegten Essays, mit Fragestellungen wie z. B. "Eine Grossbaustelle vor 2600 Jahren?", "Fürsten und Vasallen?", "War die heuneburg die von Herodot erwähnte Stadt Pyrene?" oder Themen wie "Der Wagen als Kultobjekt", "Ein öffentlicher Disput" sorgt eine Vielzahl von schwarzweissen Abbildungen, Fotos, Synopsen und Karten für eine Auflockerung des Textes. Am beeindruckendsten ist das doppelseitige Foto von der Rekonstruktion des Hochdorfer Fürstengrabes mit allen Grabbeigaben im Kletenmuseum Hochdorf. Ein Anhang bmit einem 32seitigen Anmerkungen-/Fussnotenverzeichnis, eine neunseitige Auswahlbiographie und ein alphabetisches Register schließen eine rundum gelungene wissenschaftliche Arbeit ab. Die Präsentation "einer europäischen Hochkultur" mit einer Mischung aus Geschichte, Ärchäologie, Heimatkunde und anderer historischer Hilfswissenschaften ist ein spannendes Leseerlebnis, das zudem noch Anregungen für die Besichtigung von Ausgrabungsstätten und Museen gibt.

5 Amazonsterne.

PS: Das Wort Vasall stammt - neben dem lateinischen "vassus" vom keltischen Begriff "gwas" (Knecht) ab!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tiefer Einblick in eine wichtige Epoche der Kelten, 27. Juni 2010
Von 
Simon Kahnert (Hasselroth) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur (Gebundene Ausgabe)
Ein großer Titel der viel zu versprechen scheint. Der Autor, Martin Kuckenburg, dagegen ist bekannt für fundierte Fakten und deren Aufarbeitung, so dass der Klappentext auf einiges hoffen lässt.
Das Buch besteht insgesamt aus 20 Kapiteln und bereits beim lesen des Inhaltsverzeichnisses wird der Schwerpunkt klar: Kuckenburg hat sich primär mit den Fürstensitzen des 6. und 5. Jahrhunderts vor Christus beschäftigt, also der späten Hallstattzeit bis in die ganz frühe Latènezeit.
In der Einleitung zeigt der Autor klar seine Zielrichtung auf. 'Die Kelten kommen! Über die neue Popularität einer alten Kultur' so hat er sie betitelt und stellt kurz die Geschichte der Keltenforschung und ihren Stand in der Deutschen Gesellschaft dar. Er benennt die beiden 'Eye-opener' der Deutschen Keltenfürsten, die Gräber von Hochdorf und Glauberg, und steckt den Rahmen seiner Publikation.
Martin Kuckenburg stellt die frühen Kelten eingebettet in die gesamte kulturelle Entwicklung des westlichen Mittelmeerraumes dar.
Den größten Teil der Faktengrundlage nehmen die Heuneburgforschung und die Fürstengrabhügelforschung in Baden-Württemberg ein. In seinem Buch stellt er die zwei Hauptströmungen der 'Fürstensitz-Forschung' gegenüber. Dies ermöglicht den Lesern Einblick in eine differenzierte Welt der Keltenforschung zu bekommen und gegebenenfalls eigene Schlüsse daraus zu ziehen.
Kuckenburg stellt die Vorstellungen der keltischen Welt anhand archäologischer Funde, antiker Autoren und Vergleichen mit ähnlichen Gebräuchen der gesamten westlichen antiken Welt dar. Entgegen der Aussage des Klappentextes wird allerdings die Zeit außerhalb der Epoche der Hallstattfürsten nur rudimentär angedeutet.
Martin Kuckenburg gelingt es, den Leser, der sich für diese Epoche interessiert und auch einen tieferen Einblick in die Entwicklung und ereignisreiche Welt der Keltenforschung und deren Protagonisten haben möchte zu fesseln und ausführlich zu informieren.
Allerdings ist sein Buch keine typische Populärliteratur für Keltenfans. Auch diejenigen, die sich spannende neue Fakten über die Kelten in Deutschland bis hin zu deren Verschwinden erhoffen werden enttäuscht.
Allen anderen sei diese Literatur zu empfehlen, denn sie beschreibt den Zeitraum, in dem die Kelten Deutschlands es fast geschafft hätten eine Hochkultur zu entwickeln, die denen der Griechen und Etruskern zu jener Zeit ebenbürtig hätte sein können.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beinahe Hochkultur - die Erbauer der ersten Städte Mitteleuropas, 23. Dezember 2010
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur (Gebundene Ausgabe)
Rechts des Rheins Hermann der Cherusker und die Germanen, links davon Vercingetorix und die Gallier/Kelten - jahrhundertelang wurde diese Vorstellung tradiert und spukt auch heute noch durch so manche Historiografien, dass sie allerdings falsch ist und es existierten sogar sehr ausgedehnte keltische Siedlungen auf dem Boden des heutigen Deutschlands, der Schweiz oder auch Österreichs. Spätestens seit der Entdeckung der Hallstattkultur und vermehrten Funden keltischer Prachtgräber, wie auch den Entdeckungen um die Heuneburg sind die Kelten jedoch zu ungeahnter Popularität gelangt. Dieser neuen Popularität einer alten Kultur hat Martin Kuckenburg sein zugleich als Einleitung fungierendes Vorwort gewidmet. Dieser Wandel im öffentlichen Geschichtsbild des süddeutschen Raumes ist insofern beeindruckend dass noch 1960 versucht wurde die beiden Gallier Asterix und Obelix als Germanen Siggi und Barbarras "einzudeutschen", da man davon ausging Kelten wäre am deutschen Buchmarkt kein Erfolg möglich. Heute reihen sich Keltenmuseen und -festivals neben solche die den Römern oder Germanen gewidmet sind. Längst hat man dieses verlorene und verdrängte Erbe wieder für sich entdeckt.

Grund genug sich also genauer über die Kelten zu informieren, die einst bis an die Schwelle der Hochkultur gelangten, von denen wir uns allerdings mangels schriftlicher Quellen nur noch durch die akribische Detektivarbeit der Archäologen ein Bild machen können. Ein Produkt eben solcher archäologischer Detektivarbeit ist auch "Das Zeitalter der Keltenfürsten". Martin Kuckenburg zieht Bilanz und gibt einen möglichst weitläufigen Überblick über den aktuellen Stand der Fürstensitz- und Keltenforschung. Dabei zeichnet Kuckenburg auch manche Paradigmenwechsel in der Keltenforschung nach und vermittelt so ein Bild davon welche Entwicklung die Forschungen auf diesem Gebiet in den letzten Jahrzehnten durchgemacht haben. Das vorliegende Werk ist also nicht der Versuch eine Historiografie der Fürstensitzkultur zu schaffen, sondern mehr eine Zusammenfassung aktueller Forschungserkenntnisse.

Kuckenburg beginnt seine Darstellung damit dass er die Ausbreitung der Phönizier und Griechen im westlichen Mittelmeerraum des 8. bis 5. vorchristlichen Jahrhunderts dokumentiert. Im Rahmen dieses als soziales und demographisches Ventil dienenden Siedlungsbaus entstand auch eine Stadt namens Massalia (das heutige Marseille) welche zu einem der prominentesten Handelshäfen des westlichen Mittelmeers werden sollte. Wie die Römer, Etrusker und Italiker in Italien so wurden in Südfrankreich die Liguren, Iberer und eben auch Kelten als Nachbarn der griechischen Kolonisten durchaus von deren kulturellen und technischen Errungenschaften geprägt. Nun existieren so gut wie keine Aufzeichnungen mehr aus diesem wohl sehr aktivem Handel zwischen Griechen und Kelten, doch Funde in zahlreichen keltischen Gräbern belegen dass ein Waren- und Kulturaustausch zwischen griechischen Händlern und den Kelten bestanden hat. Diese Funde, vor allem jene die zeigten wie keltische Handwerker griechische Arbeitstechniken antizipierten führen einem vor Augen dass die Kelten, welche in der griechisch-römischen Literatur oft als planlose und wilde Barbaren dargestellt wurden, durchaus zu kulturellen Höchstleistungen fähig waren, wenngleich sie ihrem Image zu Zeiten ihrer 200jährigen Expansion gen Süden und dem gewaltsamen Aufeinandertreffen mit den einstigen Handelspartnern schweren Schaden zugefügt haben dürften.

Was man am Titel "Das Zeitalter der Keltenfürsten" nur hintergründig wahrnimmt, Kuckenburgs Buch hat einen starken Fokus auf die so genannte Fürstensitzforschung gelegt, wenngleich es auch die allgemeine deutsche Keltenforschung porträtiert. Das wird einem spätestens dann klar, wenn im Rahmen des archäologischen Exkurses zur Lebenswelt der Kelten und einem Resümee der Forschungsgeschichte samt herausragender Persönlichkeiten und Kontroversen, die Frage nach der Organisation der Herrschaft in den keltischen Gebieten virulent wird. Hier stellt Kuckenburg fest dass die gegenwärtig diskutierten Ansätze sehr starke Impulse durch kulturanthropologische Vergleiche erhalten haben. So herrscht ein Streit darum ob und in welcher Form die "Keltenfürsten" einer Erbmonarchie angehörten oder so genannte Big Men waren. Die Völkerkunde bietet hier viele neue Ansätze, doch zugleich treten in Verbindung mit diesen zahlloses neue Fragen auf. Gerade in diesem Abschnitt von Kuckenburgs Buch erkennt man mit welcher aufwendigen und oft nicht alle Rätsel ausräumenden Detektivarbeit Archäologie verbunden ist. Einigen kann sich die Keltenforschung daher aktuell nur auf die Vorstellung archaischer Kleinkönigreiche, die an Häuptlingstümer angelehnt sind. Es waren also vor allem kleinere und begrenzte Regionalherrschaften "mit einem gesellschaftlich legitimierten Monarchen an der Spitze" die das Reich der Kelten prägten.

Raum für Spekulationen lässt auch die Frage womit die Kelten zur Zeit der Fürstensitze Handel trieben. Mangels eines etablierten Geldwesens bleibt nur ein Tauschwesen mit Sachwaren als Möglichkeit übrig. Kuckenburg verweist dabei auf die Möglichkeit eines diesen Zwecken dienenden keltischen Sklavenhandels, doch verweist auch die Bedeutung des Handels mit wertvollen Erzen wie Zinn (das er als Erdöl bzw. Uran der Antike bezeichnet und wegen dessen die Römer womöglich einst Britannien und die iberische Halbinsel besetzten). Dennoch bleibt die Frage offen wie griechische Waren nur so tief in keltisches Gebiet gelangen konnten, wenn doch noch kein griechisches von Massalia aus organisiertes Fernhandelsnetz existierte. Kuckenburg bringt dabei neben der Theorie über der in einem Klima latenter Feindseligkeit durchaus logisch klingenden Annahme der Existenz Ports of Trade (wie Hongkong oder Macao in der Neuzeit) auch den innerkeltischen Handel ins Spiel, wiederum garniert mit einer volkskundlichen Anekdote, dass auch die Teilnehmer der ersten Expeditionen nach Zentralafrika bei den Eingeborenen Waffen und Gegenstände entdeckten, die sie durch innerafrikanischen Handel erworben hatten, ohne jemals etwa einem portugiesischen Händler gegenüberzutreten.

Den krönende Abschluss Kuckenburgs "Zeitalter der Keltenfürsten" bildet eine intensive Auseinandersetzung mit den Fürstensitzen selbst. Deren protourbane Züge sind es, die eine Entwicklung in Richtung keltischer Hochkultur nahe legen. Gerade die Entdeckungen um die wohl älteste Stadt Mitteleuropas, die Heuneburg, lassen sich als eindrucksvolle Anzeichen eines keltischen Aufbruchs deuten, der mit der "Latenèrevolution" weitgehend rückgängig gemacht wurde, nachdem dieser zu einer wieder merkbar dezentraleren und präurbaneren Lebensumwelt führte. Mit dem Niedergang der keltischen "Hochkultur" setzten schließlich auch jene Wanderungen ein, die sie in gewaltsamen Kontakt mit dem Süden brachte und schließlich das antike Bild vom unzivilisierten keltischen Barbaren prägte.

Martin Kuckenburgs "Das Zeitalter der Keltenfürsten" setzt durchaus ein wenig Antikegrundwissen voraus, das durch das Werk allerdings sehr gut ergänzt wird. Daher ist als Einstiegslektüre wohl nicht ganz ideal, da schon ein wenig speziell, immerhin nimmt die Fürstensitzforschung sehr viel Platz ein. Sprachlich zeichnet sich das Buch jedoch durch einen sehr klaren, sachlichen und soliden Stil aus, was es zu einer angenehmen Lektüre macht. Gerade weil das Buch einen hervorragenden Überblickt bietet ist es jedoch von enormen Wert.

Fazit:
Eine ausgezeichnete Überblicksdarstellung der jüngsten Erkenntnisse in der Fürstensitzforschung.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Buch, 3. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur (Gebundene Ausgabe)
Kuckenburg beschäftigt sich ausführlichst mit der Zeit des 7. - 5. Jhdts., also Ende Hallstatt, Beginn La Tène. Es geht um die Analyse der Fürstensitze und der superreichen Fürstengrabhügel. Besprochen werden Vix (Mont Lassois), die Heuneburg, Hochdorf, Glauberg und einige mehr. Man erfährt viel über die Grabbeigaben, deren mögliche Bedeutungen, diverse Forschungsansätze, welche Rolle die "Fürst/innen" gespielt haben können, ausführliche Analyse möglicher Handelskontakte nach Massalia, Iberien und Etrurien, gesellschaftliche Struktur uvm.

Interessant ist auch die Darstellung der Forschungsgeschichte von den ersten Funden bis heute, die auch einen Blick auf den Zeitgeist in der Archäologie/Keltologie wirft.

Zum Schluss werden noch die verschiedenen möglichen Gründe für den Untergang der Fürstenkultur dargestellt, der auch den Beginn der "echten" Keltenzeit mit einer weiter gestreuten Kriegeraristokratie einläutet.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut diskutierte Theorien mit wenn und aber...., 10. Mai 2011
Von 
B. Plata (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur (Gebundene Ausgabe)
Der Autor legt sich nicht fest, er spricht viele Theorien verschiedener Wissenschaftler an, flechtet in meinen Augen auch sehr gut Texte alter Recken wie zum Beispiel Strabon oder Diodorus ein, um die eine oder andere Theorie zu unterlegen oder zu bezweifweln. Da wenig wirklich faktisch Unverrückbares aus der Zeit vorliegt, gefällt mir dieser Stil, weil er Raum für eigene Überlegungen lässt und der Leser selber entscheiden kann, welchem Archäologen er nun folgen möchte. Häufig findet sich auch ein Mittelweg zwischen zwei Positionen, der vielleicht dann auch der Realität am nächsten zu kommen scheint.

Ich finde das Buch auch sehr gut strukturiert thematisch aufeinander aufbauend. Insbesondere der Themenberiech zum Handel und der Rohstoffwege in Europa zwischen Süden und Norden hat mir sehr gut gefallen (Kapitel 12 - 15). Auch damals schon waren Besiedlungen und Kriege von materiellen Motiven geleitet; so sehr haben wir uns da noch nicht weiterentwickelt.

Dem archäologisch interessierten Deutschen, der vielleicht mal mehr über unsere Vorfahren (über die Germanen hinaus, denn das waren ja nicht unsere einzigen) erfahren möchte, nur zu empfehlen.

Von mir 5 Sterne, ohne wenn und aber...
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Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur
Das Zeitalter der Keltenfürsten: Eine europäische Hochkultur von Martin Kuckenburg (Gebundene Ausgabe - Februar 2010)
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