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am 30. November 2013
Mit erheblicher Verspätung findet das von Klaus Rosen und Pedro Barcelo 2004 begonnene Projekt einer Biographienreihe zur konstantinischen Dynastie überraschenderweise doch noch seinen Abschluss. Über die Gründe für die Verzögerung kann nur sepkuliert werden: Wollte man im Konstantinjahr 2006 der Flut von erscheinenden Biographen nicht eine weitere hinzufügen oder schwante dem Verfasser, dass die Unmenge von Literatur zu Konstantin einen anderen Zugriff erforderte? Was auch immer die Gründe für die Verzögerung gewesen sein mögen, das Warten hat sich in jedem Falle gelohnt. Rosen ist eine hervorragend lesbare und vor allem selbstständig aus den Quellen gearbeitete Darstellung gelungen, die gar nicht erst den Versuch unternimmt, weitschweifig die Positionen der Forschung abzuarbeiten. An manchen Stellen, wie etwa der Rekonstruktion der Schlacht an der Milvischen Brücke 312 gelangt der Verfasser hierbei durchaus zu neuen Einsichten und auch zu den meisten anderen strittigen Aspekten gelangt er zu einer eigenständigen Sichtweise, die sich wohltuend von den oft gesucht wirkenden Thesen, etwa zu Konstantins Bekehrungserlebnis und zu seinem Christentum, abhebt. Naturgemäß liegt der Schwerpunkt der Darstellung auf Konstantins Verhältnis zum Christentum. Rosen lehnt die These eines Bekehrungserlebnisses im Jahre 312 mit überzeugenden Gründen ab und versucht stattdessen, Konstantins Hinwendung zum Christentum als Prozess zu begreifen, der frühenstens mit dem Jahr 321 in ein offenes Bekennntnis zum Christentum mündete. Aber auch andere Aspekte, wie etwa Konstantins Verwaltungsreformen sowie die Nachfolgeregelung werden umfassend beleuchtet.
Die Darstellung ist flüssig und engagiert geschrieben und somit auch hervorragend lesbar. Lediglich die zahlreichen Quellenauszüge, etwa aus panegyrischen Reden sowie den Codex Theodosianus in ihrem oft schwerfällig wirkenden spätantiken Kanzleistil, dürften den Nichtfachmann wohl vor einige Herausforderungen stellen. Auch hätte ein noch genaueres Lektorat dem Band gut getan, um auch die letzten Fehler noch zu beseitigen: So fand die Usurpation des Uranius Antoninus nicht in Spanien, sondern in Syrien statt (S.36), und es war auch nicht Galerius, sondern Gallienus, der 260 die Christenverfolgung auf Befehl Valerians abbrach. (S.61). Diese wenigen Versehen tun der Lesbarkeit und Benutzbarkeit des Buches, das zudem mit enem unfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis zu überzeugen weiß, jedoch kaum Abbruch.
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TOP 500 REZENSENTam 24. Oktober 2013
"Konstantin der Große" bietet 400 Seiten Text und dazu knapp 90 Seiten Fußnoten, Literatur und Register - der Althistoriker Rosen entschuldigt sich als Rhetoriker gleichwohl zuerst dafür, dass er nicht alle verfügbare Literatur gelesen habe! In den Umschlaginnenseiten sind eine Karte und ein Stammbaum, in der Mitte sehr schön gedruckte Schwarzweißabbildungen von Münzen etc.

Klaus Rosen ist emeritierter Althistoriker an der renommierten Universität Bonn. Auch mit 76 Jahren ist er noch rührig. Ich kannte von ihm jetzt zuvor seine Zusammenfassungsbücher zur Völkerwanderung und zu Marc Aurel. Zu Konstantin hatte mich neulich der unglückliche Versuch des Hartwig Brandt irritiert, der den Kaiser, wie ich finde, beinahe nur auf sein Christentum reduziert hat. Also war ich jetzt doppelt neugierig.

Rosen beschreibt nicht nur, er spürt nach einem Verständnis von Konstantins Handeln. Dafür nimmt er sich alle Quellen vor, die er kriegen kann. Die erhalten gebliebenen Lobesreden, Pamphlete, Briefe, Münzprägungen, Statuen, Inschriften: alles das wird kritisch und milde-ironisch kombiniert und einbezogen. Wirtschafts- und Sozialgeschichte dient dem Flankieren. Ganz nebenbei versteht man Donatismus, Arianismus etc. in der vielfältigen damaligen Welt.

Aus dem Überlieferten lässt sich schon viel ableiten, und Rosen ist gleichzeitig klug genug, Mutmaßungen in der Regel auch als solche zu markieren. Konstantin ist für ihn vor allem ein Monotheist, der an den einen Gott glaubte bzw. diesen auch für die Stabilität eines erneuerten Einheitsreichs für hilfreich erachtete. Durch Kampf, militärischen Erfolg und Staatskunst konnte sich der Imperator halten, erreichte jedoch keine dynastische Kontinuität über den "Apostaten"-Neffen Julian hinaus (über den Rosen auch schon einmal geforscht hat).

Klett-Cotta als Verlag hätte vielleicht noch eine weniger riechende Druckfarbe wählen und Rosen den gräzisierenden "Katarrhakt" (S. 67) fortkorrigieren können. Außer einem Buchstabendreher (S. 129) ist das Buch aber angenehm tippfehlerfrei, soweit nebenbei wahrgenommen. Das ist selten heutzutage. Schön gesetzt und angenehm in der Hand liegend ist "Konstantin der Große" sowieso. - Viereinhalb Sterne. -
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Klaus Rosens Buch "Konstantin der Große" ist eine quellennahe und fundierte Einführung in das Leben und Wirken des Römischen Herrschers. Rosen vermittelt einen lebendigen Eindruck von den Konflikten und Herausforderungen, vor denen das Römische Reich und Konstantin zu Beginn des vierten Jahrhunderts standen.

Der Autor zitiert viel und umfangreich aus den Quellen, insbesondere aus Lobreden und antiken Geschichtstexten. Außerdem werden sehr viele Münzen ausgewertet. Das alles führt zu einem lebendigen Eindruck der Zeit Konstantins. Kritisch ist allerdings, dass Rosen häufig eine nötige Distanz zu seinem Thema vermissen lässt. An zu vielen Stellen wird aus Lobreden zitiert, ohne die Gegensicht der Konstantingegner genügend zu würdigen. Zwar werden einige Zitate im Nachsatz relativiert, aber in ihrer Tendenz nicht in Frage gestellt. Das heißt nicht, dass keine Gegenstandpunkte im Buch vorkämen, im Gegenteil, aber es überwiegt sehr stark eine positive Sicht auf Konstantin und sein Handeln.

Stilistisch ist das Buch zwar sehr verständlich geschrieben. Allerdings krankt der Text an so mancher Redundanz. So werden manche Fakten regelmäßig wiederholt. Das ist durchaus sinnvoll, wenn zwischen diesen Stellen viele Seiten liegen und das Gedächtnis des Lesers nicht so lange währt. Aber Fakten müssen nicht alle fünf Seiten wiederholt werden. Auch arbeitet Rosen sehr stark mit rhetorischen Fragen, um Gedanken auszudrücken. So steht oftmals eine Frage mitten im Text, die eine These zum Ausdruck bringt, die im Folgenden dann weder begründet noch falsifiziert wird. Es sind oft einfach Vermutungen des Autors, die anscheinend nicht quellengesättigt sind. Warum mussten sie mit einem solchen suggestiv wirkenden stilistischen Mittel eingebaut werden?

Dennoch ist es ein gut lesbares und interessantes Buch geworden, das in das Leben Konstantins und die Geschichte des Christentums und des Römischen Reiches zu seiner Zeit einführt.
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am 21. April 2016
Das Buch habe ich mir gekauft um die Zeit und den Konflikt um das Konzil von Nicaea besser zu verstehen. Das ist sicher gelungen, auch wenn ich mir da mehr Detail gewünscht habe. Positive überraschte mich wie gut sich das Buch liest, da hatte ich Probleme befürchtet. Im Nachgang schätze ich auch die breite Darstellung der Zeit um Konstantin herum. So hat das Buch mein Verständnis wirklich eweitert (was der Geschichtsunterricht vor 40 Jahren nicht vermochte ;-)).
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Was wissen wir eigentlich von ihm – diesem Konstantin mit dem Beinamen „der Große“ (272/273 – 337 n. Chr.)? Schlagwörter und Begriffe wie „Konstantinische Wende“ und „Konstantinische Schenkung“ sind geläufig und stets - auch unter Historikern – in ihrer Bedeutung umstritten. Bekannt auch die Schlacht an der Milvischen Brücke, in der Konstantin I., Sohn einer Stallmagd, am 28. Oktober 312 seinen Rivalen Maxentius besiegte, und das berühmte „In hoc signo vinces“, dieses „Unter diesem Zeichen wirst du siegen“, über dessen Wortlaut man sich ebenso streiten kann wie darüber, ob dieser Satz Auslöser dafür war, dass das Christentum zur Staatsreligion geworden.

Viele Fragezeichen und eine unübersichtliche und teilweise dünne Quellenlage, aber auch viele Werke, Biografien und Deutungen. Aus allen geht auf jeden Fall eines hervor, dass die Konstantinische Zeit und ihr oberster Repräsentant von grundlegender Bedeutung für den weiteren geschichtlichen Verlauf und die Entwicklung der abendländischen Welt gewesen sind. Dies wird auch in dem großartigen Werk des Historikers Klaus Rosen, bis zu seiner Emeritierung Professor für Alte Geschichte an der Universität Bonn, deutlich, dessen Biographie „Konstantin der Große. Kaiser zwischen Machtpolitik und Religion“ vorerst als ultimativ gelten dürfte.

Rosen stellt seine Biographie Konstantins des Großen mit ihrer umfangreichen Darstellung in den Kontext der Zeit, er zeigt die Strukturen des römischen Reiches im 4. Jahrhundert auf. Vor allem aber werden die Zusammenhänge zwischen Machtpolitik und den religiösen Erscheinungen der Zeit, sprich: der Christengott in Konkurrenz zu den paganen Göttern, ausführlich dokumentiert und interpretiert. Dabei bezieht sich Klaus Rosen auf die griechische und römische Überlieferung und immer wieder auf die Panegyriker, die auf ihre Weise das Zeitgeschehen sozusagen als „Chronisten“ gesehen und beschrieben haben.

Im Mittelpunkt aber Konstantin, der „schon als Kind … von brennendem Verlangen nach Herrschaft“ getrieben war. Ihn, dem man auch gern zuschrieb, „zum Wohle des Staates geboren“ zu sein, und den man zu seiner Zeit als „größten Sieger und Triumphator“ und als „frommen, glücklichen und unbesiegten Augustus“ preisen sollte, zeigt uns Klaus Rosen in beeindruckender Weise.

Konstantin, diese außergewöhnliche Person, in die Zeit der Tetrarchen hinein geboren, in der sich vor allem der Kaiser Diokletian als Christenverfolger höchst unrühmlich hervorgetan hat, musste seinen eigenen politischen Weg finden. Vorrangig durch Feldzüge. Nach dem erfolgreichen Britannienfeldzug (305) erfolgt seine Erhebung zum Kaiser (306). Er wird Caesar in Gallien, Britannien und Spanien. 307 unterwirft Konstantin die Franken und 308 die Bructerer, er baut die Rheinbrücke Köln-Deutz und sichert 309 die Rheingrenze. Durch kluge Hochzeitpolitik versteht er es zudem, seine Machtansprüche durchzusetzen. Und es sollte nicht mehr lange dauern, bis er alle Konkurrenten „ausgeschaltet“ hat und seine Machtansprüche in der Vereinigung von Westrom mit dem Ostreich erfüllt sieht. Und immer versuchte er eine Balance zu finden zwischen seinem persönlichen Ehrgeiz, seinen machtpolitischen Ambitionen und den Religionen zu finden. Ein seit der Antike sehr umstrittener Anspruch.

Einer der interessantesten Aspekte dieser Biographie ist Konstantins Hinwendung zum Christentum – er selbst bekannte sich bereits 321 zum ersten Mal zum christlichen Glauben und Ende noch einmal 324 öffentlich zu dieser Religion, publizierte 325 in einem Brief neugewonnenen Provinzen die Vision eines christlichen Reiches und ließ sich 336 taufen. Er fühlte sich, wie Rosen im Vorwort zu diesem Buch schreibt, vom „Gott der Christen... dazu berufen, ‚das Menschengeschlecht’ zu seiner Religion zu bekehren. So wurde er zum ersten Christen auf einem Kaiserthron. Er praktizierte seine „Frömmigkeit“ in Toleranzedikten, in der Einflussnahme auf bedeutende Konzilien – so 325 in Nicaea, wo er sich selbst in theologische Fragen einmischte.

In seine „Amtszeit“ gehören nicht nur die Gründung der Stadt Konstantinopel, sondern auch viele Kirchenstiftungen und nicht zuletzt der Baubeginn von St. Peter im Vatikan
All das hinderte den „frommen“ Konstantin nicht, recht unchristlich seinen ältesten Sohn hinrichten zu lassen und seine Frau Fausta, die Kaiserin und Mutter seiner drei nachgeborenen Söhne, im Bad zu ersticken.

Konstantin der Große – eine faszinierende Gestalt, die durch Klaus Rosen zumindest ein wenig ein neues Profil erhalten hat. So wird sein Buch, - gleichzeitig eine Geschichte des Römischen Reiches -, das denen einen und anderen Historiker im Einzelfällen zum Widerspruch reizen mag; den interessierten Leser jedenfalls begeistern: nicht nur wegen der Fülle des Materials, dass der Autor kritisch gesichtet hat, um daraus seine eigene Darstellung zu finden, sondern wegen der spannenden Schilderung und nicht zuletzt - bei aller wissenschaftlicher Akribie - wegen der guten Lesbarkeit.
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