Kundenrezensionen


759 Rezensionen
5 Sterne:
 (425)
4 Sterne:
 (86)
3 Sterne:
 (62)
2 Sterne:
 (50)
1 Sterne:
 (136)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atemberaubend Inzeniert
Für alle Tolkienfans (und natürlich auch für andere), die den besten Fantasyroman der je geschrieben wurde und der nie in irgendeiner Weise übertroffen werden kann, einmal anders erleben wollen und sich endlich einmal wie in Mittelerde fühlen wollen, ist dieses Hörspiel ein Muss! Die Musikuntermalung ist traumhaft gelungen (besonders das...
Am 15. April 2001 veröffentlicht

versus
691 von 732 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein geniales Buch, aber...
"Der Herr der Ringe" ist sicherlich eines der faszinierensten Bücher der Welt, ohne Zweifel. Und man geht sicherlich nicht zu weit, wenn man sagt, daß ein jeder es zumindest einmal gelesen haben sollte. Die Komplexität, mit der Tolkien seine Figuren ausgearbeitet hat, die unglaublich stimmige Beschreibung der einzelnen Schauplätze und die...
Am 2. August 2001 veröffentlicht


‹ Zurück | 1 276 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

691 von 732 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein geniales Buch, aber..., 2. August 2001
Von Ein Kunde
"Der Herr der Ringe" ist sicherlich eines der faszinierensten Bücher der Welt, ohne Zweifel. Und man geht sicherlich nicht zu weit, wenn man sagt, daß ein jeder es zumindest einmal gelesen haben sollte. Die Komplexität, mit der Tolkien seine Figuren ausgearbeitet hat, die unglaublich stimmige Beschreibung der einzelnen Schauplätze und die Mythen und geschichtlichen Fakten, die er rund um die eigentliche Handlung herum geschaffen hat (gerade die vielen Lieder/Gedichte), sorgen für eine unglaublich dichte Atmosphäre, die einen sofort in ihren Bann zieht und nie wieder los lässt.
Doch nun kommt das große Aber: Ein jeder, der vorhat, den HdR zu lesen, sollte sich nach einer alten Ausgabe (Übersetzung von M. Carroux) umsehen und die Neuauflage tunlichst meiden. Denn Wolfgang Krege, der für die neue Übersetzung des HdR verantwortlich zeichnet, hat den (absolut angemessenen) etwas altertümlichen Stil der alten Übersetzung aufgegeben zugunsten einer peppigen, modernisierten Sprache und hat somit, und das kann man so drastisch sagen, die Stimmigkeit von Tolkiens Werk vollkommen zerstört. Nicht nur dass man beim Lesen seiner Übersetzung immer wieder über das völlige Fehlen von jeglichem sprachlichem Einfühlungsvermögen stolpert, nein, des Öfteren findet man grobe Schnitzer, die eigentlich absolut unverzeihlich sind, z.B. werden "große Gestalten in grauen Gewändern" (Carroux) zu "langen Kerlen in grauen Hemden", was mir persönlich ziemliche Schmerzen bereitet hat. Krege schreibt in einer Rechtfertigung seiner Übersetzung, er habe die differenzierten Sprachebenen des englischen Originals endlich auch im Deutschen berücksichtigt. Nun, unterschiedliche Sprachebenen gibt es nun auf einmal im HdR, das ist wahr. Diese sind jedoch vollkommen unsinnig eingesetzt (und bestimmt nicht im Sinne Tolkiens...). Die Hobbits reden jetzt nämlich mal unglaublich salopp ("Chefchen"), mal übetrieben altmodisch("Feurio"), je nach Lust und Laune des Herrn Krege. Dem Modernisierungswahn ist übrigens auch der Majestätsplural zum Opfer gefallen, so daß man sich nun in Mittelerde siezt, was unglaublich dazu beiträgt, dem Leser eine dem sagenumwobene Phantasiewelt näherzubringen. Krege hat ferner auch einige Namen neu übersetzt, doch, oh Grauen, wie nur: "Bob und Nob" statt "Hinz und Kunz" (Klar, klingt ja auch viel "cooler"), "Stolzfüßer" statt "Stolzfüße", etc. SPIEGEL-Online liefert weitere Beispiele der Geschicklichkeit von Kreges Übersetzung: Z.B. werden "ever moving leaves" zu "unermüdlich wedeldem Laubwerk", etc. Gewiß, die alte Übersetzung weist auch viele Fehler auf, hält sich aber weitgehend an Tolkiens Stil und versucht niemals, besonders modern zu wirken oder Tolkiens Sprache "glattzubügeln". Aber natürlich erfüllt sie insofern ihren Zweck, als daß sie Verkaufszahlen des HdR wieder ankurbelt, der Verlag Geld einstreichen kann. Und mit dem Film wird sich dieser Effekt weiter verstärken. Der Kommerz hält weiter Einzug in Mittelerde, auch wenn Tolkiens Original darunter leiden muss; die "Kids" lesen halt dann doch eher einen flotten, durchgestylten Herrn der Ringe anstatt sich auch sprachlich auf die Sagenwelt Mittelerde einzulassen. Bezeichnend auch die Reaktion der zuständigen Lektorin bei Klett-Cotta auf Kritik: "Die Fans [...] reagieren [...] mit dem Bauch" und "Manchmal habe ich das Gefühl, daß die Fans nicht so viel literarische Erfahrung haben". Genug Erfahrung jedenfalls, um den neuen "Herr der Ringe" beim Buchhändler im Regal stehen zu lassen...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


369 von 398 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Fabel von Wolli und dem Dämon, 1. Januar 2004
oder: Wie Krege zum G-Wort kam

Es war einmal ein Übersetzer namens Wolli, der hatte sein Leben lang ehrliche und rechtschaffene Arbeit geleistet. Am liebsten übersetzte er die Werke des Meisters aus Oxford. Doch leider gab es eine Quelle des Verdrusses, die wie ein Schatten über Wollis Leben hing: Das dreibändige Hauptwerk des Barden von Oxford war nämlich schon einmal übersetzt worden. Vor vielen, vielen Jahren, da der Meister höchstselbst noch am Leben war, hatte eine dumme kleine Göre, die kaum dreihundert Worte englisch konnte, durch einen lächerlichen Zufall den Auftrag erhalten, eine deutsche Übersetzung anzufertigen. Heiße Wut entbrannte in Wollis Seele und Tränen verschleierten seinen Blick, wann immer er sich die Übersetzung der Göre ansah - was nicht sehr oft war. Er überflog die Zeilen und stellte sich vor, was er an ihrer Stelle alles besser gemacht hätte. Aber die Göre hatte ihre Übersetzung mit viel Sorgfalt und Liebe und in der gleichen altertümlichen Sprache wie das Original angefertigt, so daß sie die Leser in ihren Bann zog und sie tief in die Welt des Meisters aus Oxford versinken ließ. Es war - trotz mancher Fehler, die darin enthalten waren - ein Werk aus einem Guß. Und so liebten die Leser diese Übersetzung.

Die Jahre vergingen. Ein neues Jahrhundert nahte heran. Und da ergab es sich, daß in einem fernen Lande ein Filmemacher sprach: "Let's film The Lord of the Rings!" Diese Neuigkeit verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der ganzen Welt. Selbst in die gut abgeschotteten Hallen des ehrwürdigen Kotz-Cletta-Verlags drang die Kunde. (Das war der Verlag, der damals die kleine Göre mit der Übersetzung betraut hatte und der noch immer die deutschen Rechte an dem Werk besaß.) Und die Leute in diesem Kotzverlag sprachen "Ah!" und "Oh!" und vergaßen die Sache wieder und gingen zur Tagesordnung über. Doch einer unter ihnen, der weiter sah und tiefer dachte als die übrigen - er ist heute zum doppelten Gehalt bei einem renommierteren Verlag angestellt - dem kam eines Tages auf dem Pissoir eine glorreiche Idee: "Werft einen Blick in unsere Kassen, meine Brüder und Schwestern! Wir haben Ebbe, wir haben Flaute, wir sitzen auf dem Trockenen! Aber die Kinos werden in zwei Jahren den großen Reibach machen. Laßt uns die Segel setzen und von der zu erwartenden Hype profitieren! Laßt uns eine neue, modernere HdR-Übersetzung auf den Markt werfen, um auch die letzten hirnlosen Rapper und Hip-Hopper da draußen als Kunden zu gewinnen!" Und der Aufsichtsrat sagte Ja und Amen, gewährte dem Mitarbeiter eine kleine (genaugenommen eine winzige) Gehaltserhöhung, bestellte den alten Übersetzer ins Haus und vertraute ihm die Neuübersetzung an. Der gute Wolli war vor Freude wie von Sinnen, als sich endlich, endlich, sein Lebenstraum doch noch erfüllte. Und so nahm er ohne langes Zögern die Bedingung des Verlages an. Diese Bedingung war folgende: Wolli mußte akzeptieren, daß ihm ein Dämon zur Seite gestellt wurde, ein Modernisierungsdämon. Immer wenn Wolli im Zweifel war über ein Wort, über eine Wendung, über ein Stilmittel, über eine Sprachebene, dann hatte der Dämon das letzte Wort. Und so setzte der Kotzverlag dem Wolli den Modernisierungsdämon auf die rechte Schulter und Wolli ging von dannen.

Die Arbeit war nicht leicht. Sie machte bei weitem nicht so viel Spaß wie er sich vorgestellt hatte. Jedesmal, wenn er erkannte, daß die Göre schon vor ihm das richtige Wort gefunden hatte, da stieß er einen kleinen, keuchenden Seufzer aus, weil ihn diese Erkenntnis tief im Inneren so sehr schmerzte. Und er versuchte, anders zu übersetzen als die Göre. Aber Wolli fühlte sich unbehaglich mit dem Dämon auf seiner Schulter und anfangs verschloß er seine Ohren vor dessen Einflüsterungen.

So kam er an die Stelle im ersten Kapitel, als die Hobbitkinder die G-Rune auf Gandalfs Gepäckstücken lesen.

TOLKIEN: Hence the excitement of the hobbit-children. 'G for Grand!' they shouted, and the old man smiled.

CARROUX: Daher die Aufregung der Hobbitkinder. "G heißt Großartig!" riefen sie, und der alte Mann schmunzelte.

Wolli zermarterte sich den Kopf, doch es wollte ihm einfach kein modernes Wort für "großartig" einfallen, das mit G begann. Was sagten denn die kiddies auf dem Schulhof heutzutage? "Krass konkret"? Oder vielleicht "fett"? Er starrte auf den blinkenden Cursor, bis ihm die Augen wehtaten, dann ging er im Zimmer auf und ab. Auch das nützte nichts. Er merkte wohl, daß der kleine Dämon wisperte und flüsterte, aber er weigerte sich noch immer, hinzuhören.

Schließlich nahm Wolli seinen alten Regenmantel vom Haken, band sich einen Schal um, griff sich seinen Stock und verließ sein Haus, um rast- und ruhelos durch die nächtlichen Straßen zu hinken. Normalerweise half ihm das beim Nachdenken, doch heute versagte das Mittel; er entfernte sich immer weiter von zuhause und STREUNTE durch Stadtteile, die er nie zuvor betreten hatte. Zuletzt kam er durch das Vergnügungsviertel und blieb vor einer IMBISSSTUBE stehen, wo ihn der Geruch von BACKFISCH UND FRITTEN umwehte. Ein FLÜGELTIER prangte als LOGO über dem Eingang. Wolli steckte den Kopf zur Tür herein und in einer kurzen Stille, die gerade in der allgemeinen Geräuschkulisse eingetreten war, hörte er einen jugendlichen PENNER am nächstgelegenen Tisch sagen: "Ey, GEIL, Alder, isch schwör!"

Wolli fühlte sich wie von einem göttlichen Blitz durchzuckt. Es war wie eine Offenbarung. Das war es, was er gesucht hatte! Genau das war es. Später konnte er sich kaum mehr an den Heimweg erinnern, nur die Einflüsterungen des Dämons waren ihm dabei immer süßlicher und verlockender vorgekommen. Das nächste, was er wußte, war, daß er vor dem Bildschirm saß und schrieb. Eine letzte Scheu, die er nicht ganz überwinden konnte, veranlaßte ihn, das Wort nicht auszuschreiben.

KREGE: "G wie g...!" riefen sie, und der Alte grinste.

Da seufzte der Dämon tief auf und stöhnte: "Na endlich hast du's kapiert." Dann grinste er ebenfalls, weil das "Grinsen" Gandalf so erscheinen ließ wie einen alten Wüstling und lehnte sich zufrieden gegen Wollis Ohr. Er wußte: von nun an würde es ihm immer offenstehen. Und die Auslassungszeichen würden nicht mehr vorkommen. Von nun an würde er dafür sorgen, daß Wolli alles ausschrieb. Hmm - so gut wie alles.

Und die Moral von der Geschicht:
Leser, glaub dem Krege nicht!
Wenn er schreibt von CHEF und PENNERN,
ANGESCHWOLLNEN schwarzen Männern,
vom FISCHTEICH bei den Wasserfällen,
Gandalf mit den WUTANFÄLLEN
von FIRMENLOGOS, FISCH UND FRITTEN,
fühlst du wirklich dich inmitten
einer fernen, alten Welt?

Wo Hobbits AUF DEM FLUSS RUMMACHEN,
des FLÜGELTIERES Fürze krachen, ["machte einen übel riechenden Wind"]
wo Wandrern IMBISSSTUBEN winken
und Pferdeschwänze bei Nacht BLINKEN,
wo Gala LEISE KICHERND spricht ["Na klar!" sagte die hohe Frau leise kichernd.]
- ist das noch elbenhaft und schlicht?
Der Leser sich darob erbricht.

[ Auf einer Lesung in Bietigheim hat Wolfgang Krege dem Publikum ausdrücklich bestätigt, daß mit "G wie g..." tatsächlich "G wie geil" gemeint war.

Und dabei wäre es so einfach gewesen, einen aktuellen, jugendsprachlichen Ausdruck mit G zu finden. Warum, oh Wolli, sag uns, warum hast du nicht einfach "G wie genial" geschrieben? ]
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


85 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die grausliche Übersetzung eines wunderbaren Buchs, 31. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Zum Buch selbst ist schon an anderer Stelle vieles geschrieben worden. Zur neuen Übersetzung muß jedoch gesagt werden: sie ist einfach scheußlich.
Natürlich ist es undankbar, an die Leistung einer so exzellenten Vorgängerin wie Margaret Carroux anzuknüpfen. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wozu das alles? Eine neue Übersetzung ist meiner Meinung nach absolut überflüssig, denn der Stil Carroux' kommt dem Tolkienschen erstaunlich nahe. (Ich habe sowohl beide Übersetzungen als auch das englische Original gelesen.)
Desweiteren schaue man sich die "modernisierte" Version doch einmal an: auf solche Veränderungen hätte man gut verzichten können. Da betitelt Sam Frodo nicht mehr als "Herrn", sondern als "Chef." Ebenso unpassend sind Wendungen wie: "...der Chef der Wölfe..." in einer beschreibenden (!) Passage. Dabei fällt ja kaum noch auf, daß sich die Personen sogar siezen! (Sehr sarkastisch, ich weiß, aber ein "Sie" ist in einem mythologisch-fantastischen Epos föllig fehl am Platz.) Andere Änderungen sind dann wieder geringfügiger, aber dafür auch überflüssig. Da wird aus "Die Rückkehr des Königs" (Titel des 3. Buchs) die "Wiederkehr" desselben.
Alles in allem - gar nicht gut.
Bei der Stern-Vergabe habe ich mich schwer getan: entweder 5 Sterne für das Buch, oder (k)einen Stern für die Übersetzung.
Letztendlich: Wer die Bücher noch nicht kennt, wird wahrscheinlich dennoch vom Herrn der Ringe begeistert sein (will sagen: trotz seltsamer Sprache), denn Tolkiens Stil kriegt auch ein Wolfgang Krege nicht tot. Wer die alte Version kennt, wird bittere Tränen weinen. Die Übersetzung Margaret Carroux' ist auf jeden Fall vorzuziehen!
Bitte glauben Sie nicht, daß Tolkien so einen Stil führt.
Elena T. aus Witten
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


172 von 186 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Indiskutable Übersetzung!, 15. Mai 2006
Als überzeugter DHDR-Fan habe ich meine nach x-fachem Lesen arg zerfledderte Ausgabe von 1985 durch ein schönes neues Exemplar ersetzt. Voller Vorfreude schlug ich das Buch auf und... SCHOCK! Die neue Übersetzung von Wolfgang Krege zerstört mit einem Schlag alle Vorstellungen und Träume, die man mit Mittelerde und diesem ebenso gewaltigen wie tragischen Epos verbindet.

Warum maßt sich ein Übersetzer an, eine "freie Interpretation" des Originals abzuliefern? Die Argumentation, Tolkiens selbst hätte sein Buch heute so geschrieben, ist einfach lachhaft. Denn bereits das Original war seinerzeit keineswegs zeitgemäß, sondern ganz bewußt sprachlich dem Zeitalter der Handlung angepasst geschrieben worden. Hoffentlich macht das Beispiel von Herrn Krege nicht Schule, denn sonst wird eines Tages auch Hamlett nicht mehr über "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!" grübeln, sondern eher etwas wie "Voll Krass, check das nicht, ich schwör, ey!" von sich geben.

Lieber Verlag, erspart uns jede weitere Auflage dieses Machwerks, lieber Leser, achtet beim Kauf darauf, die Originalübersetzung in Händen zu halten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


143 von 155 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überflüssige, übel gesetzte Neufassung eines Klassikers, 15. Dezember 2001
Tolkiens "Lord of the Rings" spaltete schon immer die Leserschaft in zwei Lager. Die einen lassen sich darauf ein, teilzunehmen an dem Ausflug in die Gedankenwelt des Oxforder Professors, und sie nehmen dabei auch gerne einmal in Kauf, Archaismen und ungebräuchlichen syntaktischen Strukturen zu begegnen, die eher in Anlehnung an Heldenepen oder Versdichtungen eingesetzt werden. Sie lassen sich nicht abschrecken von den vielen Gedichten und Liedern, die von den Protagonisten auf der Reise durch Mittelerde vorgetragen werden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch jene, die sich partout nicht für die Phantasie des Akademikers erwärmen können, und daher die Nase rümpfen ob eines arg veralteten Stils, der im modernen Zeitalter unpassend ist.
Beide Lager haben ihre Zelte aufgeschlagen, um das Schlachtfeld des literarischen Werkes "Der Herr der Ringe" zu betreten. Bevor sie jedoch mit dornenbewehrten Zensierstiften oder Pamphletschilden aufeinander loshetzen können, greift der Klett-Cotta Verlag friedensstiftend ein, und er präsentiert eine Neu-Übersetzung von einem mutmaßlichen Tolkien-Kenner, die nun beide Parteien zufriedenstellen will (schließlich will man sich angesichts des bevorstehenden Kinoereignisses nicht den großen Coup entgehen lassen).
Während aber nun die einen ihre Vorurteile beiseite räumen und sich von der "frischen" Sprache einfangen lassen, erheben nun die anderen ihre Keulen und schwingen sie in Richtung des frevlerischen Übersetzers Krege, der angeblich das Werk "übel-setzt" hat - auch ohne Chinesischkenntnisse. Von wegen Frieden!
Aber es ist nun wirklich ein wenig haarspalterisch, was sich in der "Setzung des Übels" so abspielt. Da wird aus der "Rückkehr" des Königs die "Wiederkehr". Natürlich ist der semantische Unterschied irgendwo greifbar, aber er ist so gering, daß er eine Neu-Übersetzung nicht rechtfertigt. Aber die Äxte spalten weiter: Perfekt ersetzt Präteritum, "ebenerdig" steht anstatt "zu ebener Erde", ja, das kann man natürlich schreiben, ob das allerdings an der Qualität etwas ändert, das sei bezweifelt; und das Tolkien mit "slow-coach" einen Penner meinte, das ist doch sehr fraglich, besonders, wenn man bedenkt, daß die Beleidigung "penner" an sich erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an das pejorative "pennen" entwickelte. Da kann also Krege nicht argumentieren, hier sei er näher an der Sprache Tolkiens. Und weshalb ein grammatisch falsches "wenn sich's machen lässt" dem korrekten "wenn es sich machen lässt" vorgezogen wird, wird wohl auf ewig im Splittern der Speere untergehen.
Hans-Jörg Modelmayer, der die neue Übersetzung in Auftrag gab, gibt folgende Weisheit zum Besten: "[...] deshalb bin ich jetzt sehr, sehr froh, daß die deutschen Leser nicht mehr eine teilweise verstaubte Sprache sich antun müssen, wie das bei der ersten Übersetzung leider der Fall war." Eine teilweise verstaubte Sprache, vielleicht sogar eine tote Sprache muß man sich also heutzutage "antun", soso. Also, die Lateinliebhaber müssen sich dann also mit Cicero "herumschlagen", und Germanisten "quälen" sich durch die Verse des Nibelungenliedes, während in der Angistik das Heldenepos Beowulf "mühselig bewältigt" werden muß? Interessant, daß auch hier Qualität mit Modernität gleichgesetzt wird, alles Moderne wird plötzlich gut, welchem Literaturkritiker geht da nicht das Herz auf!
Es sei nun nicht verschwiegen, daß ich die neue Übersetzung in ihrer Gänze nicht meinem Gemüte anvertrauen konnte und wollte, schlichtweg, weil Carroux in ihrer Version (nebenbei bemerkt mit wenn auch geringer Hilfe von Tolkien selbst, der sich so daran erfreute, daß das Deutsche das Wort "Elb" statt "Elf(e)" zuläßt) sehr gute Arbeit geleistet hat. Was sollen diese Sprüche "es war an der Zeit für eine neue Übersetzung"? Die Kausalität, mit der sich die Verteidigung Kreges vor dem Gericht der Fans herausredet ist geradezu hahnebüchen, wie hier an nur wenigen Beispielen gezeigt werden konnte. Kreges Übersetzung ist nicht so schlecht, wie vielernorts gesagt wird, aber sie ist beiweitem nicht besser (!) als die Carroux'sche Fassung. Wer nur noch die neue Version bekommen kann, der sollte sich nicht so grämen, denn auch mit Kreges Version kann man Spaß haben. Wer allerdings auf die Authenzität des Originals aus ist (und Tolkien greift nun einmal auf altenglische Syntax zurück (vgl. die Rede des Theoden), archaisches Vokabular und längst veraltete Idiome), der sollte sich doch eher an die Ausgabe von Carroux halten. Ich verstehe nicht, wie ein angeblicher "Tolkien-Kenner" (Himmel hilf, hat Krege ein Zertifikat von Tolkien erhalten, eine Plakette mit dem Schriftzug: Ausgezeichnet als ein Fachmann meiner Person, den auch ich gerne mal um Rat frage, wenn ich nicht mehr weiß, wer ich bin...) so an der Intention des Romans vorbeischliddern kann! Wer versucht, alte Mythen aufleben zu lassen in einer Zeit, da diese Mythen mißbraucht wurden zu propagandistischen Zwecken, der versucht dabei natürlich auch, die Sprache dieser Mythen ins Gedächtnis zu rufen. Mythen sind humaninhärentes Gemeingut, das sich in tiefe Vorzeiten zurückverfolgen läßt. Ich bezweifle, daß zu damaliger Zeit der Stammeshäuptling "Chef" gerufen wurde, und man spornte seine Krieger auch nicht mit Hans Rosenthals "Dalli Dalli" an; Ich bin der Meinung, Kreges Arbeit war (leider) nicht SPITZE... eher flach!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atemberaubend Inzeniert, 15. April 2001
Von Ein Kunde
Für alle Tolkienfans (und natürlich auch für andere), die den besten Fantasyroman der je geschrieben wurde und der nie in irgendeiner Weise übertroffen werden kann, einmal anders erleben wollen und sich endlich einmal wie in Mittelerde fühlen wollen, ist dieses Hörspiel ein Muss! Die Musikuntermalung ist traumhaft gelungen (besonders das Thema, was immer wieder auftaucht wenn der Ring ins spiel kommt) und die Stimmen, nachdem man sich eingehört hat, sind unheimlich gut getroffen. Es wird eine wunderschöne prickelnde Atmosphäre geschaffen! Ein ganz kleiner Mängel ist natürlich die Kürze (aber man muss Buch und Hörspiel voneinander trennen) und die Elbensprache ist mir ein Bisschen zu kurz gekommen. Insgesamt aber, wie schon gesagt atmeberaubend. Tipp: Mit geschlossenen Augen hören!
"Neulingen" würde ich jedoch empfehlen zuerst das Buch zu lesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


97 von 105 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Grauenhafte Übersetzung, 28. Mai 2006
Was für einen Teufel mag wohl den Verlag geritten haben, die wortgetreue und brillante Übersetzung von Carroux so zu verhuntzen? Was ist aus dem wunderschönen Sprachgebrauch der alten Übersetzung geworden? Frodo als "Herr" wird zu einem "Chef". Statt 2te Person plural "Ihr" zu gebrauchen, werden die Könige und Herren gesietzt. Und obendrein finden Worte wie "futsch" Eingang in dieses Werk. Ätzend, kann ich da nur sagen.

Die Geschichte selbst ist hervorragend, und würde 5 Sterne verdienen, die Neufassung ist aber unter aller Kritik
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


62 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen An sich gute Übersetzungsgrundidee..., 29. November 2002
Von Ein Kunde
... jedoch durch Unfähigkeit des Übersetzers zunichte gemacht!
Ich las den Herrn der Ringe das erste Mal von gut eineinhalb Jahren. Um genauer zu sein, las ich die Neu-Übersetzung von Wolfgang Krege und zu diesem Zeitpunkt konnte ich, ehrlich gesagt, den ganzen Trubel, der von den Fans gemacht wurde, nicht verstehen. Ich war zu dieser Zeit ein ziemlicher Fantasy-Laie, doch nach der Lektüre des Buches wurde eine Lawine losgetreten, die wohl nie wieder gestopt werden kann. ich wurde hoffnungslos abhängig von der Fantasy-Literatur.
Jetzt, ungefähr 16 Monate nach dem ersten Durchlesen, hatte ich beschlossen angesichts des baldigen starts von Teil Zwei der Leinwand-Umsetzung das Werk noch einmal zu lesen, nur um mir alles wieder genau ins Gedächtnis zu rufen.
Und was ich nun entdeckte, lies mich erschaudern. Denn jetzt, nachdem ich die Werke von Tad Williams, von G.R.R. Martin und co gelesen habe, wusste ich, wie sich Charaktere in Fantasy-Szenarien sprachtechnisch zu verhalten hatten.
Dabei finde ich es eigentlich eine ziemlich gute Idee, die Völker Mittelerdes ihrer Sprache nach noch stärker zu differenzieren: Die Hobbits etwa sollten ihrem fröhlichen, heiteren, gelösten Gemüt nach einen etwas lockereren Umgangston pflegen. Gut, soweit gehe ich mit. Aber heißt das tatsächlich, dass sie vollständig in eine straßenslangartige Ausdrucksweise verfallen dürfen? Ich meine hier nicht so sehr die Tatsache, dass Sam Frodo mit "Chef" anspricht - das scheint mir sogar angemessen, es passt zu Sams Charakter. Aber was Krege hier teilweise an den Dialogen verändert hat, grenzt zum Teil wirklich an Gossensprache - dabei sind Frodo und seine Hobbitfreunde doch eigentlich wohlerzogen, ja kommen aus den reichsten, den mächtigsten Familien des Auenlandes.
Bei anderen Personen, wie Gandalf, ist es nicht ganz so extrem, bei anderen wiederum wirkt die Sprechweise sogar noch peinlicher als die der Hobbits. Wenn Elben etwa archaische Ausdrücke mit moderner Umgangssprache (wie "futtern" statt "essen") mischen, kann ich einfach nur noch den Kopf schütteln.
Hinzu kommt noch eine grobe Fehlentscheidung des Übersetzers: Was in ihn gefahren sein mag, als er sich dafür entschied, das in Fantasy-Szenarien immer angemessene "ihr" durch das unpassende "sie" zu ersetzen, kann ich nicht beurteilen. Modernisierung schön und gut - aber man muss doch nicht gleich das gesamte mittelalterliche Feeling zerstören.
Das Schlimmste aber ist folgendes: Anscheinend sah sich Krege außerstande, seine Herkunft zu unterdrücken, während er das Buch übersetzte. Baden-Württemberg- und Bayern-typische Redewendungen etwa hat er mit einfließen lassen, will heißen: er nutzt grammatisch unangemessene oder gar völlig falsche Formulierungen. Beispiel?
"... und nur der Herr Brandybock ist da am Straßenrand gelegen." (Band 1, Seite 233)
statt, wie es zum Beispiel richtig lauten könnte:
... und nur der Herr Brandybock lag da am Straßenrand.
Ferner benutzt Krege ständig die Wendung "wie wenn" statt dem gebräuchlichen (und akustisch viel attraktiveren) "als ob":
"... wie wenn Blitze von den Berggipfeln aufzuckten." (Band 1, Seite 244)
Für derartige Aktionen bekäme man in einem Schulaufsatz ein dickes rotes "A" für "Ausdrucksfehler" an den Rand geschrieben.
Alles in allem muss man sagen, dass Krege eine an sich gute Grundidee (die Differenzierung der Völker Mittelerdes nach ihrer Mundart) durch individuelle Fehler oder schlicht Inkompetenz völlig misslungen umgesetzt hat. Warum Krege hier so schwach agiert, wo er doch Tolkiens "Silmarillion" einfach wundervoll und elegant ins Deutsche übertrug, ist mir rätselhaft.
Die englische Originalausgabe bekommt von mir vier Sterne - darüber, dass Tolkiens Werk zwar genial aber bei weitem nicht perfekt ist, brauchen wir uns wohl nicht zu streiten -, diese Übersetzung hier muss allerdings zwei Sterne Abzug hinnehmen, und ist damit noch recht gut bedient.
Fazit: Entweder die englische Version (sehr zu empfehlen, auch und besonders aus finanzieller Sicht) oder die alte deutsche Übersetzung zulegen, damit sie auch sicher und ungestört in der Pracht Mittelerdes schwelgen und vor den Schrecken Mordors angemessen erschaudern können.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


133 von 145 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Betrug der Neuleser, 14. Januar 2001
Von Ein Kunde
Das erste mal las ich Herr der Ringe (neue Übersetzung) vor einem halben Jahr, da ich von den Dreharbeiten gehört hatte. Gefesselt von der Geschichte habe ich Tag und Nacht gelesen. Ich habe nur aufgehört, wenn es denn unbedingt sein musste. Ich habe sogar blau gemacht, um das Buch fertig zu lesen, so fasziniert war ich von der Welt, die Tolkien erschaffen hat. Als ich von immer mehr Leuten mitbekam, dass die Neuübersetzung nicht das Wahre sein sollte, habe ich mir aus der Bibliothek ein älteres Exemplar ausgeliehen. Schon nach wenigen Seiten bemerkte ich einen gravierenden Unterschied. Das Lesen des alten Buches ist anders. Ich kann es vielleicht folgendermaßen umschreiben: Es liest sich, wie ein altes Buch aus vergangenen Tagen, dem noch ein Hauch von Magie anhaftet. Die Sprache der Charaktere wirkt viel altertümlicher als in der Neuübersetzung (vor allem durch die Anrede von "Ihr/Euch" anstatt "Sie/Du") und die Dialoge wirken in der mittelalterlichen Fantasiewelt realer - oder angemessener - als die in der neuen Fassung. Je weiter ich im Buch vorankam, desto deutlicher wurde der Unterschied. Und jetzt, da ich fast am Schluß des Ringkrieges angelagt bin fühle ich mich vom Verlag betrogen. Ich habe eine Menge Geld (für andere mögen der Preis Peanuts sein, aber für mich als Schüler ist das eine ganze Menge) für eine "Comic" Version Ausgegeben. Zugegeben, sie hat mich auch fasziniert, aber verglichen mit der richtigen Übersetzung (ich denke mal, dass mir niemand böse ist, wenn ich die alte Übersetzung als die richtige bezeichne) ist es eben nur eine "Comic" Version. Ich möchte aber niemandem sagen, dass er die Finger von dieser Fassung lassen soll, weil ich denke, dass sich jeder selbst seine Meinung bilden sollte. Der Grund für die Punktevergabe ist folgender: Ich fühle mich vom Verlag Klett-Cotta betrogen. Ich bin davon ausgegangen, den Herrn der Ringe zu kaufen, so wie ihn viele andere kennen. Bekommen habe aber ich eine Neuschreibung - nicht zu verwechseln mit der vom Verlag verwendeten Bezeichnung "Neuübersetzung"
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


202 von 221 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Original hui, Übersetzung pfui!!, 29. November 2001
Hallo,
das Original von J.R.R. Tolkien ist eins der genialsten Werke, die je verfaßt wurden. Da müßte man glatt fünf Sterne geben.
Aber was Wolfgang Krege (der vor dieser Übersetzung bei mir als "Tolkien-Experte" galt) daraus gemacht hat, tut weh! "Hypermoderne" Ausdrücke wie "Dalli-dalli" und "Chef" (als Anrede für Frodo) haben im Herr der Ringe nichts zu suchen und entsprechen auch nicht dem Original (wie ich selbst mich vergewissert habe). Diese Übersetzung ist ein glatter Zonk! Klett-Cotta täte gut daran, eine weitere Übersetzung anfertigen zu lassen (ruhig auch von Wolfgang Krege, der kann im Prinzip nämlich übersetzen) mit der klaren Leitlinie "Keine Modernismen!".
Fazit: kauft euch entweder das Original oder die Übersetzung von Margaret Carroux.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 276 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xa76c2984)

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen