Fashion Sale Hier klicken 1503935485 Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More Pimms roesle Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen15
4,5 von 5 Sternen
5 Sterne
12
4 Sterne
0
3 Sterne
2
2 Sterne
0
1 Stern
1
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:21,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Berlin, später Abend. Welches Buch beginne ich jetzt? Bloß keinen Thriller, sonst lese ich wieder die Nacht durch. Lieber einen ernsten Roman, den kann ich jederzeit unterbrechen.
Berlin, 04:40. Ich habe das Buch durch, vorher konnte ich einfach nicht aufhören.
Es kommt selten vor, dass ein tiefgründiger Roman so spannend ist wie ein Thriller. Dieses Buch ist solch eine Ausnahme.

Maya Duran, Angestellte der Universität Istanbul und allein erziehende Mutter eines Sohnes, soll einen deutschstämmigen amerikanischen Professor betreuen, der zu einem Kongress anreist. Das ist nichts Ungewöhnliches; damit hat sie schon so viel Routine, dass sie auch als Stadtführerin arbeiten könnte.

Aber diesmal ist alles anders. Der 87jährige Professor Maximilian Wagner ist nicht zum ersten Mal in der Türkei. Er hat jahrelang in Istanbul gelebt und gearbeitet, es aber in den letzten 59 Jahren nicht mehr besucht. Das hat einen erschütternden Grund.

Maya gegenüber öffnet Maximilian sich, und seine Erzählungen über das Schicksal seiner Frau Nadja und von der Serenade, die er für sie geschrieben hat, bringen Maya zum Nachdenken über ihre eigene Situation. Dass sie sich mit der Geschichte Maximilian Wagners und mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt, ändert ihr gesamtes Leben.

Dieses sprachlich schöne Buch hat mich tief berührt.

Die Protagonistin Maya ist nachdenklich und klarsichtig, besonders, wenn es um das Geschlechterverhältnis in der Türkei geht. So sehr es ihr widerstrebt, sich immer wieder mit den Vorurteilen der – meist männlichen – Besucher auseinandersetzen zu müssen, ist ihr gleichzeitig bewusst, dass trotz der neuen Gesetze immer noch viele Frauen von ihren Männern geschlagen werden und in der Osttürkei immer noch Mädchen auf Beschluss des Familienrates hin umgebracht werden können.

„So ein widersprüchliches Land war die Türkei. Von modernstem Leben bis zum rückständigsten Feudalsystem gab es nichts, was es nicht gab.“

Das mag daran liegen, dass die türkische Identität so schwierig zu definieren ist, wurde doch versucht, aus dem Osmanischen Großreich einen türkischen Nationalstaat zu bilden.

„Wie mein Bruder es einmal formulierte, hatten wir uns nicht wie die anderen Nationen einen Staat geschaffen, sondern bei uns hatte der Staat sich eine Nation geschaffen.“

Auch durch vermeintlich moderne Medien wie das Internet wird das Frauenbild nicht modernisiert. So macht Maya sich Sorgen, als sie sieht, welche Pornos ihr halbwüchsiger Sohn im Internet konsumiert.

„Es war eine Atmosphäre der Gewalt, die allen Grundsätzen der Menschlichkeit hohnsprach. So also lernte mein Sohn die Welt und die Frauen kennen? Hatte er deswegen keinen Respekt vor mir, weil ich auch eine Frau war und damit erniedrigt werden durfte? Was für eine kranke Welt.“

Maya sieht jedoch auch, dass Jungen und Männer es in der Türkei ebenfalls nicht leicht haben.

„Männer werden hier als Jungen von den Eltern geschlagen, dann bekommen sie durch die Beschneidung auch noch ein geschlechtliches Trauma mit auf den Weg, und mit dem Prügeln geht es dann in der Schule, beim Militär und auf dem Sportplatz fort. Wie sollte einem da noch Selbstvertrauen bleiben? Bei den meisten wirkte sich das so aus, dass sie dann gerne Schwächere unterdrückten.“

Der Universitätsprofessor Maximilian redet mit Maya über die Mechanismen von Macht und Gewalt. Ganz nebenbei bringt er ihr Dinge über die Geschichte ihrer Heimat bei, die sie stark erschüttern.

„Wenn es ums Unterdrücken ging, bekam in diesem Land also jeder etwas ab, ob Türke, Armenier, Kurde, Grieche oder Jude.“

Das Besondere an diesem Buch ist, dass weithin unbekannte historische Ereignisse Bestandteil der Romanhandlung werden, ohne dass die Erzählung in ein verkapptes Sachbuch umschlägt.

Das liest sich nicht immer leicht. Die Verbrechen, die an den Armeniern begangen wurden, die Unterstützung Nazideutschlands durch die Türkei, das Schicksal des Blauen Regiments, und vor allem der Umgang mit den Menschen auf dem Flüchtlingsschiff Struma, sind sehr realistisch beschrieben.

So schnell ich dieses Buch auch gelesen habe, es klingt lange nach.
0Kommentar|15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Oktober 2013
Die Handlung des Buches ist von Gospelsinger und bei der Buchbeschreibung durch Amazon schon dargestellt worden. Es hat mir sehr gut gefallen und wie die anderen Rezensenten hat es mich in seine Handlung gezogen und ich habe es in kurzer Zeit ausgelesen.
Neben der aktuellen Handlung, die die Protagonistin Maya, ihre Probleme mit ihrem Sohn und ihrem Leben betrifft, wird man in die Vergangenheit der 30er und 40er Jahre versetzt. Auch der 87jährige amerikanische Wissenschaftler, der in die Türkei kommt, um die Wunden der Vergangenheit endgültig zu heilen, bewegt den Leser sehr. Es werden viele Themen angeschnitten, die die Geschichte Europas betreffen. Immer wieder habe ich am Computer recherchiert, z.B. über Wissenschaftler, die die Türkei in dieser Zeit aufgenommen hat, um ihre Universitäten aufzubauen. Oft waren es Verfolgte des Nationalsozialismus, die dort für kürzere oder längere Zeit eine zweite Heimat fanden. Diese wurden von der Türkei aufgenommen, die in ihrer politischen Gesinnung jedoch dem Nationalsozialismus eher positiv gegenüber stand. Die Wissenschaftler jedoch brauchten sie, um ihr Land zu modernisieren. Ich habe erfahren, dass Franz von Papen einige Jahre deutscher Botschafter in der Türkei war oder Papst Johannes XXIII als Bischof Roncalli zuerst als Delegierter der kath. Kirche, später als Bischof von Byzanz in Istanbul lebte. Aber auch andere Themen, wie z.B. die Armenier, der Untergang der Struma, einem Schiff, das fast 800 Juden an Bord hatte und auf dem Weg nach Palästina vor der türkischen Küste unterging, sind Teil dieses Romans.
Warum hat mir dieses Buch so gut gefallen? Sympatische Protagonisten, viele Hintergrundinformationen, eine glaubhafte und spannende Handlung, in die auch Probleme der Menschen, die heute in der Türkei leben, einbezogen sind. Viele Fakten der Geschichte, durch die man neues erfährt - einfach ein rundherum gelungenes Buch!
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2014
Nach dem ich sein Türkisches Buch (Kardesimin Hikayesi 2013 erschienen) gelesen habe, dachte ich, das kein anderes Buch diesen übertreffen kann. "Serenade für Nadja" ist nun für mich das Roman des Jahre geworden. Ich habe das Buch im nu verschlungen und bin von der Geschichte immer noch ergriffen. Und weil ich nun süchtig nach den Büchern des Autors bin, habe ich gleich "Glückseligkeit" und "Bir Kedi, bir adam, bir ölüm" bestellt.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juni 2013
Ich war ergriffen von den Schicksalen , welche Livanelli in diesem Exkurs in unsere Vergangenheit beschreibt. Ich habe das Buch in zwei Nächten gelesen: Einmal anfangen, dann gelingt aufhören nicht.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Januar 2014
Extrem spannend und viele neue Aufklärungen. Viele Ereignisse, die im Buch ergriffen werden, blieben in der deutschen und der türkischen Geschichte verborgen.
Kann ich jedem empfehlen.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. September 2015
Da ich schon alle Bücher von Zülfü Livaneli gelesen habe, wusste ich im vorhinein schon, dass dieser Buch bestimmt auch sehr interessant und und einfach zu lesen ist. Würde es jeden weiterempfehlen da es auch geschichtliches beinhaltet.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Oktober 2015
Das beste Buch, was ich nach einer langen Zeit gelesen habe!!!
So tiefgründig und berührend mit sehr viel interessanten Infos.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Mai 2015
Das Buch nimmt für sich in Anspruch, historische Ereignisse in romanhafter Form zu schildern. Was den historischen Gehalt angeht, so kann man ihn mit drei Stichworten treffend umreißen:
1. Ahnungslosigkeit
2. Schlampige Recherche
3. Bewußte Verfälschung
An diesem angeblich so historischen Buch stimmt: NICHTS! Eine Liste auch nur der gröbsten Fehler und Verfälschungen würde den Rahmen dieser Seite bei Weitem sprengen.
Dennoch sollen hier einige Beispiele diese Aussage belegen:
- bereits die Basis der Geschichte, die Ehe zwischen Maximilian und Nadja/Katharina, ist historisch unmöglich: dem Autor zufolge heiratete 1937 der damals 23-jährige Jura-Professor die Jüdin. Bereits 1935 wurden jedoch die berüchtigten 'Nürnberger Gesetze' verabschiedet, die eine derartige Ehe unmöglich machten. Der elterliche Rat, "in eine andere Stadt" zu ziehen und "dort niemandem" zu sagen, "dass Nadja Jüdin ist" (196) zeugt von der ahnungslosen Naivität des Autors, der sich hier - wie so oft in seinem Buch - die Geschichte so zurechtbiegt, wie es in sein Konzept passt.
- der mehrfach erwähnte 'Scurla' war nicht ein 'Sondergesandter Hitlers' (137), sondern Oberregierungsrat im Reichserziehungsministerium (der übrigens nach 1945 in der DDR als erfolgreicher Autor Karriere machte). Er war auch nicht von 1937 bis 1939 (137) in der Türkei, und schon garnicht 1942 (238/39), sondern besuchte 1937 und 1939 zweimal die Türkei. Über die erste Reise sind keine Dokumente erhalten, sie dürfte ebenso wie die zweite (über die er einen umfangreichen, publizierten Bericht verfasste) dem Zweck gedient haben, den deutschsprachigen akademischen Emigranten dort das Leben schwer zu machen und die türkische Regierung dazu zu bewegen, anstelle der Emigrantenprofessoren (alle Kapazitäten von internationalem Ruf) linientreue deutsche Professoren (zumeist von mäßiger Qualifikation) zu verpflichten. Die türkischen Ministerien ließen sich auf diesen 'Kuhhandel' nicht ein.
- daß "die Regierung in Ankara die Krimtataren dazu [brachte], sich auf die Seite der Deutschen zu schlagen" (102), ist eine Erkenntnis, die der seriösen Geschichtswissenschaft bislang verborgen geblieben ist, sie steht auch im krassen Widerspruch zu der strikten Neutralitätspolitik, die die Türkei bis zum Sommer 1944 verfolgt hat. Die Aussage entspringt vielmehr der Gesinnung des Autors - eines Idols der linken Opposition seines Landes - und seiner Zielsetzung, die Regierungspolitik aus Ankara negativ darzustellen.
- Die auf der folgenden Seite (103) geschilderte Katastrophe von Oberdrauburg hat sich so ereignet, allerdings betraf sie nicht die Krimtataren, es waren vielmehr Kosaken aus deutschen Hilfstruppen, die den Selbstmord einer Auslieferung an die UdSSR vorzogen. Und ein Eisenbahntransport (103 f.) von Oberdrauburg durch die Türkei in die UdSSR ist
a.) der Geschichtswissenschaft unbekannt
b.) geographisch vollkommen unlogisch
c.) damals technisch nur mit größten Schwierigkeiten vorstellbar: die Waggons hätten mit der Fähre über den Bosporus übergesetzt werden und ihre Insassen in Kars aus den Normalspur-Wagen in solche der russischen Breitspur umgeladen werden müssen.
Er hat so mit Gewissheit nicht stattgefunden, seine Schilderung dient vielmehr der Diskreditierung der Regierungspolitik (s.o.)
- nicht nur die Geschichte manipuliert der Autor, auch vor der Geographie schreckt er nicht zurück: Es gibt keinen 'Stausee von Kizilcakcak' (104), es gibt entlang der ganzen Bahnstrecke von Kars zur türkischen Ostgrenze keinen See, in den sich Majas Großmutter hätte stürzen und vom Großvater hätte gerettet werden können.

Die Reihe der Beispiele liesse sich fast endlos fortsetzen. Bei der in einer Rezension bemängelten Kürzung gegenüber dem Original um einige Passagen zur Geschichte dürfte es sich um einen vorsichtigen Eingriff des Übersetzers (der sprachlich Hervorragendes geleistet hat) handeln, indem er einige besonders hahnebüchene Geschichtsverfälschungen und -verdrehungen ausließ.

Sehr traurig ist die Begeisterung der deutschen wie der türkisch-stämmigen Rezensenten, zeugt sie doch von beängstigender Kenntnislosigkeit über die jeweils eigene Geschichte.

Leider ist es nicht vorgesehen, 0 Sterne zu vergeben, dieser eine Stern ist schon einer zu viel!
33 Kommentare|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Dezember 2014
Erneut ein gelungenes Werk von Zülfü Livaneli. Faszinierende Geschichte mit faszinierenden Charakteren. Ich habe zuerst das türkische Original gelesen und wollte, dass Deutschsprachige dieses Werk auch gelesen und so gefesselt werden wie ich es war. Und ich hatte recht.
Rührend.
Es ist eine herrliche Geschichte.
Ich kann es wärmstens empfehlen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Mai 2015
Ein tolles Buch!! Man taucht in die Vergangenheit der Türkei im 2. Weltkrieg ein und erfährt viele Dinge, die man vorher vielleicht nicht so wusste. Man kann mit Maya und Max lachen und weinen und leidet mit. Ich empfehle das Buch uneingeschränkt weiter!!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

8,99 €
19,95 €
16,95 €