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5.0 von 5 Sternen Und Elba so nah...
"Ein Sommer aus Stahl" ist die Geschichte von zwei Mädchen, Francesca und Anna in Italien an der Grenze zwischen Kind und Erwachsenen. Aber es ist nicht das Italien, das man kennt. Nicht Bella Italia, kein strahlender Küstenort in den man zum Urlaub machen fährt. Es ist ein Ort, der durch die Stahlfabrik und das Leben um sie herum geprägt ist. Eine...
Veröffentlicht am 16. Februar 2012 von Bibliomanin

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen
Silvia Avallones Erstling "Ein Sommer aus Stahl" wechselt von leichter Gegenwartsliteratur zu bedrückenden Szenarien zu expermentell produzierten Textstellen und zurück. Eines lässt sich jedoch sagen: wer dieses Buch liest, bekommt ein Leseerlebnis abseits des Mainstreams.
Zwar sind nicht alle Charaktere fein gezeichnet, manche wirken (leider) ziemlich...
Veröffentlicht am 2. März 2012 von M. Nieswandt


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und Elba so nah..., 16. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ein Sommer aus Stahl" ist die Geschichte von zwei Mädchen, Francesca und Anna in Italien an der Grenze zwischen Kind und Erwachsenen. Aber es ist nicht das Italien, das man kennt. Nicht Bella Italia, kein strahlender Küstenort in den man zum Urlaub machen fährt. Es ist ein Ort, der durch die Stahlfabrik und das Leben um sie herum geprägt ist. Eine Arbeit, so hart wie das Material, das ihr entspringt. Famileinverhältnisse, wie man sie nicht erleben will, eine einzige Trostlosigkeit und darin die Lebenslust von Francesca und Anna. Auch die beiden, beste Freundinnen und die ungekrönten Herscherinnen des Strandes, 13 Jahre und hübsch, sind von ihr geprägt. Einerseits unschuldig, andererseits sich durchaus bewusst um ihre Taten, ihre Wirkung auf andere, nicht zuletzt auf die Männer. Sie wissen, wie es in ihrer Heimat läuft.

"Und wenn du von der Natur benachteiligt bist, dann hast du keine Zukunft. Wenn die Jungs nicht deinen Namen auf die Pfeiler im Hof schreiben und dir keine Briefchen unter der Tür durchschieben, dann bist du ein Niemand. Dann willst du mit dreizehn schon sterben."

Sie träumen von etwas Besserem, dem Film, Berühmtheit, Reichtum. Oder einfach nur Elba, denn Elba ist so nah, aber doch weit entfernt von ihrem Leben. Keine beengten Mietskasernen, keine Fabrik sondern la bella vita. Doch ihre Freundschaft wird auf eine Probe gestellt. Durch einen Jungen und eine "ungewöhnliche" Liebe. Und es kommt einiges anders als geplant.

Es ist ein Buch, das einen nicht mehr los lässt. Mit seinen intensiven Beschreibungen, fühlt man regelrecht den Herzschlag der Stahlfabrik, man sieht das Flimmern der Hitze und schmeckt den Staub auf der Zunge. Die Sprache ist zum Teil animalisch, vulgär, doch sie ist immer authentisch, wirkt nie gekünstelt sondern passt, passt zur Lebenseinstellung der Personen, passt zur Umgebung, passt zu den Bedingungen in der Stahlfabrik, zu der Stahlfabrik, die das ganze Leben dort beherrscht.

Das Buch und seine ganze Atmosphäre ist wie ein Strudel aus Farben und Gefühlen. Authentisch, hautnah und vor allem lesenswert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ehrlich, 24. April 2012
Von 
C. Voigt (Stanford/California) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mich hat das Buch sehr überzeugt. Ich wußte nicht, ob ich mich mit 13jährigen identifizieren kann. Doch das Buch hat einen so realistischen und einnehmenden Klang, dass ich es nicht mehr weglegen konnte. Die Situation, der Ort und die Personen agieren auf eine Art, die zu echt ist, um sich abwenden zu können. An keiner Stelle empfand ich das Buch als langweilig oder zu düster. In der Tat hat es eine triste Seite, doch diese spiegelt die Gesamtsituation wieder und nicht das Buch in sich. Allein das Ende empfand ich als unbefriedigend. Ich habe mich lange gefragt, wieso Avallone es so enden lassen musste. Doch im nachhinein ist auch das echt und unverblümt. Ich kann das Buch sehr empfehlen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ja, nicht das Italien aus Touristenträumen, 18. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch auf Italienisch gelesen (nicht meine Muttersprache).
Irgendwie machen mich manche Kommentare hier traurig.
Hey Leute, es gibt keinen Grund, warum eine junge Schriftstellerin aus Italien keinen deftigen sozialkritischen Roman schreiben darf. Sie ist nicht dafür verantwortlich, dass irgend jemand sich Italien als nur hübsch und romantisch vorstellt. Italien ist die Heimat dieser Schriftstellerin.
Zweitens: auf italienisch zumindest ist die Sprache nicht obszön. Ja, die Geschichte spielt sich ab im Arbeitermilieu. Und die Männer dort haben eins vor mit den hübscheren Mädels. Aber die Sprache ist authentisch, sie passt zum beschriebenen Milieu. Wie kommen manche Mimöschen dazu, von diesem Buch zu erwarten, es ginge da NICHT um bestimmte Themen? Wieso nicht?! Die Figuren in diesem Buch sind einfache Menschen, mit einfachen Wünschen. Eine schnelle Karre, Ausflug auf Elba, ein hübscher Partner, raus aus dem Elend.
Eine Bitte an die Leute, die den Umschlag sehen und sich freuen, da ginge es um zuckersüsse erste Liebeserfahrungen am Strand: dieses Buch ist nichts für Euch. Ich finde das total unfair: diese Frau hat Tausende Stunden in dieses Werk investiert, da kommt ein umsatzbewusster Verlag und verpasst ihm einen Umschlag in Pastellfarben, mit Strand und jungen Mädchen und alle Hammel der Welt erwarten wie konditioniert die Ferienromanze.
Silvia Avallone ist für mich die neue Oriana Fallaci, sie kann auf Augenhöhe mit Oksanen reden. Sie hat ein wütendes, ehrliches Buch geschrieben, für LeserInnen, die das verkraften.
Das Buch hat keinen Spannungsbogen. Ja, zum Glück. Es ist keine Unterhaltungsliteratur. War nie die Absicht. Es gibt auch eine Literatur jenseits von Grisham und Mankell, glaubt es mir! Avallone wechselt übrigens auch die Perspektive von einem Satz zum anderen. Völlig unorthodox. Wer keine Lust auf junge experimentierfreudige Autoren hat, bitte, meine heisse Empfehlung für Euch ist Sandra Brown.
Ich kann kaum erwarten, den nächsten Avallone in die Hand zu halten. Ich brauche Monate mit dem Wörterbuch, aber es lohnt sich.
Wir leben in Europa, Leute, und wir sollten uns vielleicht ab und zu dafür interessieren, was für ein Ort das wirklich ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Milieu-Buch / als Leser dabei, 17. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
eindrucksvolle Darstellung der Tristesse vom italienischen Arbeitermilieu, gepaart mit hormonell gesteuerten jugendlichem dolce vita unter dem parmanenen Druck von Armut und dem Wunsch nach Höherem zu streben. Die Geschichte einer Freundschaft, gepaart von gekränkten Gefühlen, Machogehabe und vergeblichen Hoffnungen auf eine bessere Zukunft, machen dieses Buch recht lesenswert. Man findet hier keinen Spannungsbogen, ist dennoch gefesselt von so viel under-dog Willen in einer trostlosen Atmosphäre. Silvia Avallone schafft es, ein Gefühl des "Dabei-sein" zu vermitteln. Man sieht die desoltaten Wohnverhältnisse, spürt sowohl die Resignation als auch Wünsche nach Ausbruch, als wäre man Teil dieses Ghettos.....
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Sommer aus Stahl, 21. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch geht es um die zwei Freundinnen Anna und Francesca, die nicht nur beste Freundinnen sind, sondern sich auch wie Schwestern sehr eng miteinander verbunden fühlen. Beide heben sich besonders durch ihre Schönheit, ihre Experimentierfreude und ihre Lebenslust von dem Einerlei des kleinen italienischen Küstenorts Piombino ab. Dieser Ort ist nur wenige Kilometer von der Insel Elba entfernt, scheint für die beiden jungen Mädchen aber auch unerreichbar zu sein. Stattdessen pendelt ihr Leben zwischen dem Strand und ihren schwierigen Eltern mit deren unlösbaren Problemen in der Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Dies ist ein Ort, wo das Gesetz des Stärkeren herrscht, die Mütter und Töchter von ihren Vätern geschlagen werden, junge Erwachsene Drogen konsumieren, die Mädchen schon mit dreizehn Jahren ihre ersten sexuellen Erfahrungen austauschen und die Kriminalitätsrate sehr hoch ist. Hier wird einem nichts geschenkt. Und dementsprechend zeigt sich hier auch das Leben von seiner schlimmsten Seite. Viele dieser jungen Menschen, die hier leben und aufgewachsen sind, hoffen eines Tages auf ein besseres und schöneres Leben, irgendwo außerhalb der Via Stalingrado. Und so auch Anna und Francesca. Doch plötzlich verändert die Liebe und das Schicksal ihr ganzes bisheriges Leben. Denn Anna geht eine Beziehung mit dem acht Jahre älteren Mattia ein, dem Freund von ihrem Bruder Alessio und Francesca gesteht sich ein, dass sie sich in Anna verliebt hat. Zutiefst enttäuscht über den vermeintlichen Verrat ihrer Freundin, geht Francesca daraufhin ihren eigenen Weg' Bis die beiden Mädchen eines Tages merken, dass das Leben ohne den anderen bloß eine leere Hülle ist und es keinen Sinn ergibt getrennt vom anderen zu sein...

Silivia Avallone hat Ein Sommer aus Stahl in der auktorialen Erzählperspektive geschrieben. Dadurch hebt die Autorin besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich auf über 415 (langatmigen) Seiten entwickeln, in den Vordergrund des Romans. Man erfährt aber nicht nur die großen Gefühle und die geheimen Sehnsüchte der beiden Mädchen und ihren Familienmitgliedern und deren Freunde, die in diesem Buch durch eine Vielzahl von Dialogen zu Wort kommen, sondern man erfährt auch sehr viel über all ihre Ängste und insgeheimen, teils sogar erschrecken-den Wünsche und Vorlieben. Denn Ein Sommer aus Stahl ist sehr leidenschaftlich, sexuell und doch außerordentlich authentisch geschrieben. So authentisch, dass man mit den Romanfiguren sogar Mitleid bekommen könnte und man sich wünscht sie von diesem traurigen Ort befreien zu können und der so aussichtslos erscheint. Nicht zu übersehen sind auch die vielen Vergleiche zwischen dem Stahl, der Hitze und der Leidenschaft, die Ein Sommer aus Stahl zu einem einzigartigen und unvergleichbaren Lesevergnügen machen. Punktabzug gibt es daher auch nur wegen der Länge.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotional, mitreißend, bedrückend, 16. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Und Elba so nah. Nur wenige Kilometer Piombino von der Insel, von der Anna und Francesca immer träumen. Doch sie verbringen ihren Sommer am Strand der Via Stalingrado, zwischen Stahlarbeitern, Staub und Hitze. Sie scheinen glücklich, spielen mit ihrer Schönheit und genießen das Leben. Aber hinter der Fassade geschehen Dinge, die man den beiden Mädchen nicht direkt ansieht. Francesca wird von ihrem Vater misshandelt und ihre beste Freundin Anna und ihre Schönheit sind ihr einziger Halt. Seit Kindertagen sind die beiden Mädchen unzertrennlich. Sie erforschen sich und die Welt und die Jungs um sich herum. Sie lernen Gefühle kennen, mit denen sie nicht gerechnet hätten und leben. Anna und Francesca - für immer zusammen. Bis die Liebe alles verändert.

Handlung & Stil.
Anfangs hätte ich auf gar keinen Fall erwartet, dass das Buch so viel Gefühl und traurige Überraschungen bereithält. Ich hätte mit einem lockeren Roman gerechnet, der über zwei italienische Mädchen erzählt, die sich in Jungs verlieben und keine Zeit mehr füreinander haben und es irgendwann bereuen. Aber ganz im Gegenteil. Dies ist ein Italien, das man sich als Tourist nicht vorstellt. Die warme Sonne Italiens wirkt in diesem Buch stickig und überdrüssig, sie wirkt hart und die Familien der Via Stalingrado sind keine reichen Leute. Das Leben in dem Viertel erscheint ein wenig trostlos. Annas Vater kümmert sich wenig um die Familie, er ist ein Spieler und die Mutter ist frustriert. Francescas Vater misshandelt sie und ihre Mutter Rosa. Er beobachtet seine Tochter den ganzen Tag mit dem Fernglas und beschimpft sie als Nutte, weil der Bikini verrutscht oder weil sie mit einem Jungen redet. Der Umgangston in der Via Stalingrado ist stets sehr rau. Ich denke nicht, dass man dies mit italienischem Temperament entschuldigen kann. Zeitweise ist es wirklich hart. Kapitel für Kapitel lernt man mehrere Charaktere kennen, die mit den Familien in Verbindung stehen.
Der Stil ist sehr eigen. Man switcht praktisch immer von einem Charakter zum anderen, oder es wird immer mal wieder erzählt, was der eine gerade tut, während der andere das macht, was er macht. Anfangs braucht man ein wenig Zeit, bis man sich in das Buch hineingefunden hat, aber wenn man mit dem Stil mal zurecht kommt, ist er wirklich sehr schön. Er ist detailreich, man lernt Menschen kennen und ihre Denkweisen, moralische und unmoralische Handlungen, Gefühle. Die Spannung vergeht nicht, der Stil hat etwas bedrückendes an sich, auch wenn es zwischendrin viele aufmunternde Momente gibt. Es ist auch eine Schreibweise, für die man Zeit braucht. Wenn man da mal ein paar Sätze überliest oder nicht aufpasst, weiß man nicht mehr, um wen es gerade ging, weil die Autorin, wie gesagt, auf viele Personen mehr oder weniger gleichzeitig eingeht.
Dabei werden auch viele Gedanken der Menschen einfach so in den Text geworfen, ohne kursive Schrift oder Anführungszeichen. Manchmal war das etwas verwirrend, aber man gewöhnte sich dran.
Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob das Buch etwas für die junge Jugend ist. Die Probleme die angesprochen werden, werden auf eine Art und Weise angesprochen, die man erst in einem gewissen Alter auffassen wird. Für das Buch braucht man Lebenserfahrung. Ich würde es selbst höchstens ab fünfzehn empfehlen.

Charaktere & Setting.
Die Charaktere waren allesamt interessant. Jeder hatte so eine gute und eine böse Seite an sich, wie das im wahren Leben auch meist der Fall ist. Es gibt, glaube ich, fast keinen Menschen, der immer nur gute Gedanken oder gute Absichten hat, wenn er etwas sagt oder tut. Jeder hat den Teufel in sich, bei manchen zeigt er sich, bei manchen eben nicht so sehr. In diesem Buch werden die Charaktere mit realistischen und alltäglichen Problemen aufgeführt, was das ganze eben so echt macht. Es gibt viele Personen in dem Buch, aber letztendlich war für mich Anna die Hauptperson des Romans geblieben. Und mit ihr konnte ich mich auch recht gut identifizieren.
Das Buch zeigt dem Leser auch sehr gut, dass ein Mensch nicht immer das ist, was er vorgibt zu sein. Manche Menschen möchten sich beweisen, manche verstecken sich hinter einer Maske, versuchen etwas zu verbergen, die Glückliche zu spielen, damit keiner hinter die Geheimnisse kommt und entdeckt, wie mies es einem eigentlich geht. Unsicherheit. Ein großes Thema.
Der Schauplatz ist ohne Frage gut beschrieben. Man konnte die Hitze spüren, das Stahl riechen, die Menschen sehen. Es war unglaublich. Die Autorin hat mit Worten wirklich eine Welt erschaffen.

Sonstiges.
Wie ihr wohl gemerkt habt, bin ich wirklich angetan von dem Buch. Allerdings hat es mich stets ein wenig bedrückt zurückgelassen. Es war diese Atmosphäre, die mich während des Lesens vollkommen eingehüllt hat. Ich bin froh, das Buch endlich gelesen zu haben, nachdem es ein gutes Jahr bei mir im Regal stand, wenn nicht sogar länger. Ich bin immer wieder begeistert, welche Schätze man außerhalb des Mainstream findet. Ich kann euch das Buch nur empfehlen, wenn ihr bereit seit, euch für einiges an Gefühlen zu öffnen. Es wird weiß Gott nicht immer positiv sein, ihr werdet mitfühlen und vielleicht auch traurig sein. Aber am Ende des Buches, wird es sich irgendwie gelohnt haben. Denn man hat in einer ganz seltsamen Form etwas über das Leben gelernt. Über das Leben und das, was darin am wichtigsten ist.

Die Autorin hat übrigens Philosophie studiert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 2. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Silvia Avallones Erstling "Ein Sommer aus Stahl" wechselt von leichter Gegenwartsliteratur zu bedrückenden Szenarien zu expermentell produzierten Textstellen und zurück. Eines lässt sich jedoch sagen: wer dieses Buch liest, bekommt ein Leseerlebnis abseits des Mainstreams.
Zwar sind nicht alle Charaktere fein gezeichnet, manche wirken (leider) ziemlich stereotypisch (die Opferrolle, die Diva, et cetera), aber bevor diese fehlende Tiefe bei den Personen stören könnte, wird auf einen tiefer geschürften Charakter gewechselt.
So verhält es sich auch beim Lesefluss. Was hier auffällt, sind die vielen "Und"s an den Satzanfängen. Aber kaum stören sie, wechseln die Satzanfänge. Ansonsten sind die Sätze eher kurzer Natur, wobei allerdings ebenfalls varriiert wird; manchmal etwas zu selten.
Insgesamt experimentiert die junge Autorin viel mit der Sprache. Sie benutzt die gewöhnliche personale Perspektive, jene auch teilweise in Gegenwart, ebenso Gedankengänge, und, was wohl am Ungewöhnlichsten ist, die Du-Perspektive. Und weiteres, auf das ich aber nicht weiter eingehen möchte, um den Überraschungsmoment beim Lesen nicht zu zerstören.
Kommen wir zum Spannungsaufbau. Der ist leider nicht durchgehen gelungen. Zwar passiert allerlei, aber manchmal fehlt schlichtweg der innere Drang, weiter zu lesen. Natürlich braucht ein solcher Roman keine aktive Spannung, mehr passive wäre dennoch wünschenswert gewesen. Die tragende Frage des Romans, "Schaffen sie es zu der Insel?", überzeugt auch nicht vollends.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass "Ein Sommer aus Stahl" nicht der Bestseller des Sommers werden, aber bestimmt seine Leser finden wird. Mit "seine Leser" sind jene gemeint, die angeödet vom Mainstream sind, die experimentelles lieben und denen ein durchgehend vorhandener Spannungsaufbau nicht wichtig ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ungeschöntes Italien, 2. Juni 2011
Von 
Ivonne Wiese (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ungeschönt wird hier das Leben in einer Stahlarbeiterstadt in Italien erzählt. Es geht im Kern um zwei junge 13 jährige Mädchen, beste Freundinnen, die dabei sind erwachsen zu werden. Das Milieu ist dreckig und herunter gekommen, die Männer leben von der Stahlfirma, die langsam Massenentlassungen vornimmt, die Frauen sind zu Hause, die Kinder treiben sich sonst wo rum, haben mit 13 Sex und nehmen Drogen. Ein Sumpf, aus dem es kein Entkommen gibt. Aber Anna und Francesca haben den Traum nach Elba zu fliehen und dort glücklich zu sein. Die Realität und das harte Leben machen ihnen einen Strich durch die Rechnung.
Themen wie Sex, Drogen, Familiengewalt, Verwahrlosung, Freundschaft, Liebe, Abhängigkeit, krumme Geschäfte....Die Umstände schrecken etwas, aber in Italien ist es Normalität in der aktuellsten Form.

Der Schreibstil ist flüssig, sehr literarisch, springt oft in den Standpunkten des Erzählers und verleiht damit Tempo.
Wer etwas spannendes erwartet, ist enttäuscht, dabei ist doch schon die Lebensbeschreibung spannend genug.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein anderes Bild von Italien, 10. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Piombino ist eine Stadt am Meer. Wie wunderschön denkt man: Urlaub, Sonne, Strand und Meer. Aber die Realität zeigt uns zusätzlich noch etwas anderes: Stahlwerk, Arbeiterfamilien, Drogen, Kriminalität, Betonbauten

Bei 'Ein Sommer aus Stahl' geht es um die Freundschaft zweier Mädchen im Alter von 13 Jahren. Anna und Francesca sind wunderschön, aber in ihrem Aussehen sehr unterschiedlich. Sie kennen ihren Körper und verstehen bereits in diesen jungen Jahren ihre Reize einzusetzen.
Als die Liebe für Anna eine Rolle spielt, gerät ihre Freundschaft ins Wanken.
Der Leser erhält Einblick in die Lebensverhältnisse der Familien von Anna und Francesca. Annas Mutter ist eine Frau, die der Linkenbewegung, wenn auch nicht unbedingt konsequent, zugeneigt ist, der Vater ist in kriminellen Machenschaften verwickelt und der Bruder Alessio, im Stahlwerk beschäftigt, weint seiner Liebe hinterher. Allerdings wird ihm dies zum Verhängnis.
Der Vater von Francesca ist ein sehr dominanter Mensch und scheut es nicht seiner Frau und seiner Tochter gegenüber handgreiflich zu werden. Aber auch in dieser Familie kommt es zu einer entscheidenden Wendung.
Die Bewohner von Piombino, zumindest welche der Leser kennen lernt, träumen von einem besseren Leben. Sie träumen von Wohlstand oder gar Reichtum, träumen von der schönen Insel Elba fern von dem Stahlwerk.

Silvia Avallone zeigt in ihrem Buch ein anderes, aber absolut authentisches Bild von Italien unter den Arbeiterfamilien. Mit einer klaren, schnörkellosen und direkten Sprache spielt sie mit einer Reihe von Gegensätzen: Die blonde Francesca und die dunkelhaarige Anna, Stahl und Hitze, Meer/Strand und Betonbauten, Liebe/Sex und Hass/Schläge, etc.
Dieses Buch hat mich auf einer Seite beeindruckt, da es ein sehr authentisches und glaubwürdiges Bild einer Arbeiterstadt wiedergibt und die Gefühle der 'einfachen Menschen' eindrucksvoll beschreibt. Auf der anderen Seite empfand ich dieses Buch etwas zu langatmig und nicht allzu fesselnd.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Sommer aus Stahl, 22. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer aus Stahl: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt

"Ein Sommer aus Stahl" von Silvia Avallone ist die tragische Geschichte zweier Mädchen und deren Familien aus einem der sozialen Brennpunkte Italiens. Anna und Francesca sind dreizehn Jahre alt und leben beide in äußerst schwierigen sozialen und familären Umständen. Während Francesca und ihre Mutter von ihrem brutalen Vater misshandelt werden, ist Annas Vater nie da und ihr älterer Bruder dröhnt sich mit Drogen voll.
Jeder in diesem Viertel hat mit seiner eigenen tragischen Geschichte zu kämpfen.
Als Anna sich jedoch in Mattia verliebt, scheint selbst die Freundschaft zu Francesca Schaden zu nehmen. Diese fühlt sich verraten und beginnt ihr eigenes Leben zu leben, in dem Anna keine Rolle mehr spielt.

Cover/Aufmachung

Das Cover mit seiner Schlichtheit und der Fabrik im Hintergrund drückt die Stimmung des Buches aus. Mir persönlich gefällt es jedoch nicht besonders.

Schreibstil

Der Schreibstil lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite ist er stellenweise sehr poetisch und regt zum Nachdenken an, auf der anderen Seite ist er voller obszöner Begriffe, die für meinen Geschmack etwas zu viel waren.
Eigentlich stört mich soetwas nicht und im Grunde passen sie auch zu der im Buch beschriebenen Situation, jedoch war diese extreme Mischung sehr ungewohnt.

Charaktere

Die beiden Protagonisten Anna und Francesca erwecken natürlich schon allein durch ihre schwierigen Lebensumstände Mitleid. Trotz allem hat Anna es jedoch aufs Gymnasium geschafft, während Francesca "nur" eine Berufsschule nach dem Sommer besuchen wird. An dieser Stelle werden die ersten Unterschiede deutlich und man merkt direkt, dass Francesca Angst vor dieser Veränderung hat. Anna steht Veränderungen viel offener entgegen und möchte unbedingt dem Arbeiterviertel entfliehen.
Alle Charaktere in diesem Buch sind mit viel Tiefgang und Einfühlungsvermögen beschrieben. Man kann sich im Grunde in jeden hineinversetzen, was jedoch nicht bedeutet, dass man auch für alle Verständnis aufbringen kann.

Umgebung

Die Geschichte spielt in einem Arbeiterviertel, welches direkt am Strand in Italien liegt. Diese Schattenseite Italiens werden die meisten Touristen wohl nie zu Gesicht bekommen. Während man das Buch liest, scheint man die Hitze und den Staub geradezu selbst zu spüren. Ich für meinen Teil hatte oft ein flaues Gefühl im Magen, wenn die Umgebung genauer beschrieben wurde. Es ist scwer vorstellbar ein solches Viertel in der Nähe eines sehr schönen Strandes zu sehen. Auch der Begriff "Mietskasernen" der für die Plattenbauten verwendet wird scheint mehr als passend und beschreibt das Gefühl eingesperrt zu sein, welches Anna und Francesca dort gehabt haben müssen wohl sehr gut.

Fazit

"Ein Sommer aus Stahl" lässt mich zwiegespalten zurück. Irgendwie schien das Buch keine richtige Handlung zu haben. Es waren eher Situationsbeschreibungen.
Natürlich hab ich mit den Menschen dort mitgelitten, aber trotzdem war ich froh, als das Buch endlich zu Ende war. Der Schreibstil konnte bei mir letztendlich auch nicht punkten. Zwar waren manche Sätze sehr schön aber alles in allem schien diese Mischung für meine Begriffe nicht richtig zu sein.
Insgesammt lässt mich das Buch nachdenklich und irgendwie auch bedrückt zurück. Ich würde es aber kein zweites Mal lesen.
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Ein Sommer aus Stahl: Roman
Ein Sommer aus Stahl: Roman von Silvia Avallone (Gebundene Ausgabe - Mai 2011)
EUR 19,95
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