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Kundenrezensionen

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am 6. Januar 2016
Meyer hat mich und andere Leser durch seinen harten und unkonventionellen Schreibstil überzeugt. Die Geschichte wird aus den Sichtweisen der Protagonisten erzählt und macht die Geschichte daher sehr interessant. Zusätzlich schreibt PM sehr hart und auch ein Happy End erwartet man schon nach den ersten Seiten nicht mehr. Der Schreibstil und die Geschichte hat mich stark an Cormac Mccarthy oder John Steinbeck (Früchte des Zorns) erinnert.
Sehr zu empfehlen für Leser, die nicht auf Standard Literatur stehen.
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am 7. April 2015
Meyer schreibt über die Geschichte zweier junger Männer vor dem Hintergrund einer sterbenden Stadt im us-amerikanische "Rust-Belt" nach Schließung der großen Stahlwerke. Der eine. Isaac, ist hoch begabt und will aus der Enge ausbrechen, sein Freund, Poe, war Star der Highschool-Football-Mannschaft hat aber den Absprung zu einer Universitätsmannschaft nicht geschafft und droht in einem Billig-Job in der Klein-Stadt hängen zu bleiben. Poe begleitet nun seinen Freund bei den ersten Schritten seines Fluchtversuchs, ohne aber mit kommen zu wollen. Sie werden in eine Schlägerei mit einer Gruppe örtlicher Penner und Randexistenzen verwickelt und Isaac tötet aus Versehen einen der Penner.
Poe wird aber verdächtigt der Täter zu sein, weil er schon eine Vergangenheit als Schläger hat, Isaac soll nur als Zeuge vernommen werden. Poe schweigt und kommt in Haft; Isaac setzt seinen Fluchtplan um, den er schon vor dem Totschlag hatte.
Nun folgt der Roman dem Schicksal Poes im Knast, der es dort fertig bringt, sich mit allen Häftlingsgruppen anzulegen und einen Mitgefangenen halb tot schlägt, und der Flucht Isaacs. Dieser irrt eher umher, wird vom Pech verfolgt und kehrt schließlich zurück, um sich zu stellen.
Das erweist sich aber nicht als nötig, denn der Freund von Poes Mutter, der örtliche Polizeichef, hat mittlerweile die beiden überlebenden Penner, die die Tat hätten bezeugen können, umgebracht. Poe wird entlassen, seine Taten im Knast bleiben merkwürdigerweise ohne juristischen Folgen für ihn.
Die Handlung wird kapitelweise aus der Sicht der jeweils beteiligten Hauptpersonen geschildert, nicht nur von Isaac und Poe, sondern auch von Isaacs Schwester (die, obwohl verheiratet, ein Verhältnis mit Poe hat), Poes Mutter und dem Polizeichef. Das ist sehr spannend, obwohl einem die Motive der handelnden Personen nicht immer recht klar werden bzw. manchmal recht schwach begründet erscheinen. Atmosphärisch ungeheuer dicht wird der Hintergrund einer untergehenden Industriegesellschaft entwickelt. Das ist auch die große Stärke des Romans.
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am 26. September 2014
Ein "Heimatbericht" hinter der Front. Das Drama der Deindustrialisierung und sein Preis. Erschreckend Justiz und Bagno - am Ende wundersames Entkommen.
Der Autor hat Talent, soweit man das aus der Übersetzung beurteilen kann.
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TOP 500 REZENSENTam 18. März 2014
„Isaacs Mutter war fünf Jahre tot, aber er dachte ständig an sie. Er lebte allein mit dem Alten, er war zwanzig, für sein Alter klein, man hielt ihn leicht für einen Jungen. Später Vormittag, flott ging er durch den Wald in Richtung Stadt- Gestalt mit Rucksack, klein und dünn, schwer darauf bedacht, unterm Radar zu fliegen.“ So beginnt Philipp Meyers Roman „Rost“, die Geschichte eines gleich mehrfachen Niedergangs: des Niedergangs einer ganzen Industrieregion im Umkreis von Pittsburgh in den Vereinigten Staaten - und die Geschichte des Niedergangs persönlicher Lebensentwürfe und Träume. Alles scheint schon vorbei zu sein – in den Orten Buell und Bronsville mit ihrem Industriemüll, der Arbeitslosigkeit und der ansteigenden Kriminalität ohnehin –aber auch in den Lebensläufen der Hauptpersonen Isaac, Billy Poe, Grace Poe, Chief Harris oder Virgil. Es ist, als ob sich über dem Leben der Menschen, ganz gleich in welchem sozialen Umfeld sie sich bewegen, eine Decke immer tiefer senke, bis sie unweigerlich zerquetscht werden, und es erscheint fast so, als wüssten sie von diesem Verhängnis, ohne vor ihm zu fliehen.
Im Mittelpunkt des Romans stehen Issac English und Billy Poe, zwei Freunde, die eigentlich vorhaben, die Sackgassen ihrer Herkunft zu verlassen, aber nicht recht mit diesen Plänen zurande kommen. Die Mutter des hochbegabten Isaac hat sich ihrem tristen Leben durch Selbstmord entzogen, der Vater ist verhärmt und leidend, nur die Schwester Lee hat es scheinbar geschafft, durch Yale-Stipendium dem Elend ihre Herkunft zu entkommen. Sie hat in eine soziale Schicht eingeheiratet, die auf die normalen Menschen in ihrer Armut und Bedrängtheit verständnislos herabblicken, als hätten sie Geisteskranke vor sich. Billys Poes Mutter Tracey hat alle ihre Lebenschancen verpasst hat und lebt abgearbeitet und rheumakrank in einem armseligen Trailer. Billy Poes Vater "Virgil machte Gelegenheitsjob, saß in einer Bar und las, damit die Frauen glaubten, einen großen Denker du Rebellen vor sich zu haben, wo er doch bloß ein fauler W… war."(S. 147) . Der Roman beginnt damit, dass Isaac und Poe bei einer Übernachtung in einer Industrieruine auf drei Landstreicher treffen, mit denen es zum Streit kommt, in dessen Verlauf einer der Landstreicher von Isaac in Notwehr getötet wird. Während Billy Poe, der den tödlichen Stein nicht geworfen hat verhaftet wird, beginnt Isaac tatsächlich seinen abenteuerlichen Marsch, der in echt amerikanischer Tradition natürlich ein Marsch nach Westen sein soll Auf seinem langen Weg nach Kalifornien passiert Isaac immer neue Manifestationen des Untergangs: verrottende Fabriken, aufgerautes Land, Müllhalden halb eingestürzte Schlote, funktionslose Riesenröhren, die wie gigantische Metallschlingen die Orte überragen,– alles umgeben von einer Natur, die unbeeindruckt vom Wüten der Manchen sich von Jahreszeit zu Jahreszeit erneuert und auch noch da sein wird, wenn die Bewohner dieses Landes längst im Orkus der Geschichte verschwunden sein werden. Längst hat der wirtschaftliche Niedergang auch auf das Verhalten der Menschen übergegriffen: Gewalt, Drogenmissbrauch nehmen zu, die Asozialität breitet sich aus. Isaac muss feststellen, dass es regerecht gefährlich ist, zu Fuß durch Amerika zu wandern und nachts auf andere Menschen zu treffen – der Hobbes'sche Naturzustand ist zurückgekehrt. Willkommen im amerikanischen Hinterhof der Globalisierung, von dem man befürchten muss, dass er bald immer größere Areale der westlichen Welt umfassen wird. Comack MCCarthys "The Road" lässt grüßen.
Parallel zum Weg Isaacs nach Westen (der zuerst ein Weg nach Detroit ist), beginnt der verhaftete Billy Poe seinen Leidensweg ins Gefängnis, einer menschlichen Apokalypse, die in endgültig zu zerstören droht. Wer hier Ähnlichkeiten zu den Gefängnisszenen in "A Man in Full" von Tom Wolffe entdeckt, dürfte richtig liegen. Während Billys Mutter Tracey in ihrer Verzweiflung versucht, mit dem Polizeichef Harris wieder anzubändeln und ihn zur Ermordung eines Belastungszeugen anzustiften, wird der herumwandernde Isaac überfallen und ausgeraubt muss. Wie die Geschichte ausgeht, ob Issac in Kalifornien ankommt, oder nach Buell zurückkehrt, um Billy Poe zu retten, ob Billy im Gefängnis überlebt soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Wichtiger als das Finale der Handlung ist ohnehin die Stimmung des Buches, das seine Düsternis bis zum Ende durchhält, was nicht zuletzt seiner Sprache zu verdanken ist. Meyers Sprache ist rauh, rein aufs Ablaufstechnische bezogen, doch präzise und voller emotionaler Konnotationen, einfach eine Sprache, die zu der Bühne passt, auf der sie gesprochen wird. Am Ende dieses packenden und uneingeschränkt empfehlenswerten Buches verbleibt ein trister Befund: Der amerikanische Traum ist ausgeträumt, und diejenigen, die erwacht sind, müssen sich in einer vollkommen veränderten Wirklichkeit zurechtfinden.
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am 30. Oktober 2013
Über den Inhalt des Buches ist schon viel gesagt worden - offenbar gefällt den einen der Schreibstil, den anderen nicht. Ich habe das Buch gern gelesen, fand es spannend wie einen Krimi. Mir haben die Innensichten der Protagonisten gefallen, ich fand die Figuren gut und nachvollziehbar dargestellt, fand sie auch hinreichend plastisch, um sie mir vorstellen zu können, nicht zu eindimensional. Ich habe das Buch auch als eine spannende Sozialreportage aus einer der verlorenen Gegenden der USA gelesen, wo es in einigen Städten keine Polizei und nur Überbleibsel einer Infrastruktur gibt, die Leute nur entweder ganz gehen können oder bleiben und abstumpfen.
Aber was mich dann wirklich umgehauen (und meine Einschätzung des Buches ziemlich ins Negative gedreht) hat, ist der Ausgang. Da stehen dann Morde, die Entscheidung von Leben gegen Leben, die Rettung des einen auf Kosten eines anderen - und man hat irgendwie trotzdem das Gefühl, es geht, bei aller Düsternis, noch gut aus. Wenn ich in den Rezensionen etwas wie Harris' "halblegale Methoden" lese oder ähnliche Wendungen, dann denke ich, dass Meyer seine WEltsicht mit der Unterscheidung zwischen denen, die es "wert" sind und denen, die man ungestraft töten kann, wirkungsvoll transportiert hat.
Man liest da von zwei Morden - und ist zum Schluss erleichtert mit der Mutter, die der Zukunft ihres Sohnes hoffnungsvoll entgegenblickt. Ich habe diese Wendung zum Schluss definitiv NICHT als ein Anprangern der Abstumpfung und des Verlusts moralischer Grundsätze gelesen, sondern als eine kleine positive Wendung.Ja, geht's noch?!
Sorry, aber irgendwie finde ich dieses sozialdarwinistische Grundbild vom Menschen, das da langsam wie Gift einsickert, nur noch schlimm. Da kann ich nicht mitgehen.
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am 19. Juli 2013
Bei der Lektüre dieses interessanten Romans musste ich unweigerlich an Billy Joel's "Allentown" denken - die Hymne zur US-amerikanischen Stahlkrise der 1980er Jahre. "Rost" spielt jedoch Ende der 2000er Jahre im ländlichen Pennsylvania, was bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ebenfalls massiv von der Stahlindustrie profitiert hat, sich aber mittlerweile in eine Region der Industrieruinen, Armut und Arbeitslosigkeit gewandelt hat.
In dieser zerissenen Welt leben Isaac und Poe, zwei Erwachsene Anfang 20, die den Absprung verpasst haben und anscheinend ein karges Leben vor sich haben. In einer Notwehrsituation tötet Isaac versehentlich einen Menschen und stürzt somit das Leben der zwei Freunde in ein zusätzliches Chaos..
Philipp Meyer versteht es fabelhaft, den Roman mit einer Vielzahl von Details oder vermeintlichen Nebensträngen auszuschmücken, die insgesamt betrachtet ein sehr sehr düsteres, aber wohl realistisches Bild des heutigen Pennsylvania machen. Auseinandergelebte Familien, Kleinkriminalität, Lethargie unter den Einwohnern - dies alles bekommt der Leser indirekt vermittelt und nimmt so Anteil am langsamen inneren und äußeren Verfall der USA.

Empfehlenswert!
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am 8. Mai 2013
Der Debütroman des Amerikaners Philipp Meyer hat überwiegend sehr positive bis nahezu euphorische Kritiken eingeheimst. Begeistert ist man von Story, Stil und Talent des noch recht jungen (39) Autors und seinem Blick auf die hier trostlose Welt des fiktiven Städtchens Buell in Pennsylvania. Der schleichende Tod des American Dream wird hier am Niedergang der Stahlindustrie in einer kleinen Stadt geschildert, die wirtschaftlich gesehen schon im Koma liegt und wohl bald gänzlich daniederliegen wird. Im Vordergrund des Romans steht aber die Freundschaft zweier ortsansässiger Twens, die durch ein schreckliches Ereignis auf die Probe gestellt wird. Bedauerlicherweise ist es mir weder gelungen, in „Rost“ das vielzitierte Talent des Autors ausfindig zu machen noch, die Geschichte auch nur im Ansatz interessant finden zu können.

Geschmäcker sind nun mal verschieden, und auch, wenn es sehr viele Menschen gibt, die dieses Buch grandios finden, kann ich mich dem leider trotzdem nicht anschließen. Für mich ist „Rost“ ein ungeheuer schwerfälliger, emotionsloser, langweiliger und künstlicher Abgesang auf eine wirtschaftlich brachliegende Region und die Menschen, die sie hervorbringt. Meyer stopft seine Geschichte voll mit Belanglosigkeiten, die sich auf nahezu jeder Buchseite finden und entwirft Charaktere, die zwar schmerzhaft realistisch sind, für die man aber kaum Interesse oder Sympathie aufzubringen vermag. Dazu kommt Meyers abgehackter, teilweise wirrer Schreibstil, der es mir nahezu unmöglich gemacht hat, jemals wirklich in die Geschichte eintauchen zu können. Ungelenk, unpersönlich, fade ist „Rost“ in meinen Augen geschrieben, ein wirklich enervierendes Buch mit zwar klarem Blick auf den Niedergang einer Region und die damit einhergehenden Probleme, aber nahezu vollständigem Unvermögen, diese schicksalhafte Geschichte für den Leser auch nur im Ansatz interessant oder nachvollziehbar zu machen.

Isaac English, 21 und mit einem IQ von 167 gesegnet und sein 20jähriger Kumpel Billy Poe leben in Buell, Pennsylvania. Einst war das Städtchen prosperierender Wirtschaftsstandort der Stahlindustrie, die dem Großteil der Bevölkerung Arbeit garantierte. Globalisierung und Wirtschaftskrise jedoch haben aus Buell einen Ort der Tristesse gemacht, in dem hohe Arbeitslosigkeit herrscht und dem große Teile der Einwohnerschaft frustriert und endgültig den Rücken kehrt. Auch Isaac will weg. Fünf Jahre nach dem Selbstmord der Mutter und zwei Jahren Pflege des dahinsiechenden Vaters ist es für Isaac Zeit, nach Kalifornien zu gehen, um Astrophysik zu studieren. Seine Schwester Lee hat ihn schon vor drei Jahren mit dem Vater allein gelassen und schaut nur selten auf einen Besuch vorbei. Isaacs Träume stehen im krassen Gegensatz zu Poes sturer Lethargie. Der ehemalige Footballstar der Highschool hat mehrere Stipendien ausgeschlagen und ist in Buell hängen geblieben. Seine sichere Sportkarriere hat er - scheinbar grundlos - diversen Gelegenheitsjobs und einem Leben im Trailer mit seiner Mutter Grace geopfert. Ganz weg aus Buell will er immer noch nicht, aber Isaac kann ihn überreden, ihn wenigstens ein Stück weit auf seiner Flucht zu begleiten. Doch schon kurz nach ihrem Aufbruch geschieht ein schrecklicher Unfall, der alles verändert. Von ein paar Obdachlosen bedrängt und bedroht, greift Isaac in Notwehr zu einer Eisenkugel, durch die einer der Angreifer zu Tode kommt. Verstört kehren die Jungs vorerst nach Buell zurück. Doch nur wenige Tage später bricht Isaac erneut auf, Poe hingegen bleibt und sieht sich schon bald mit einer Mordanklage konfrontiert. Er schweigt, erläutert die wahren Tatumstände nicht, nimmt Isaacs Schuld auf sich, geht für ihn ins Gefängnis. Dann aber kommen ihm Zweifel, ob dies wirklich der richtige Weg ist. Und auch Isaac, der gar nicht weiß, was Poe passiert ist, kommen mit jedem Kilometer, den er sich von Buell entfernt Zweifel, ob er sich tatsächlich richtig entschieden hat, die Schuld, einem Menschen, wenn auch unabsichtlich, das Leben genommen zu haben, lastet schwer auf ihm. Wird Poe und Isaacs Freundschaft dieses Ereignis weiter zusammenschweißen oder auseinander reißen? Und wie weit darf man für einen Freund gehen?

Neben dem zentralen Schuld-und-Sühne-Motiv ist der Niedergang einer Stadt, die einst von der florierenden Stahlproduktion gelebt hat, ein weiterer Aspekt der Handlung von „Rost“. Es mag vorrangig um Isaac und Poe gehen, doch ihr Werdegang und auch ihre Gemütsverfassung resultieren aus dem mehr und mehr auseinander brechenden sozialen Gefüge in Buell, einer Stadt, die langsam vor sich hinstirbt. Wenn die Menschen nicht weggehen, um woanders Arbeit und soziales Leben vorzufinden, bleiben sie desillusioniert in Buell hängen und versuchen, ihrem Leben in der todgesagten Stadt noch einen Sinn zu geben.

Philipp Meyer schildert seine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Abwechselnd kommen neben Isaac und Poe auch Isaacs Schwester Lee, Poes Mutter Grace, Sheriff Harris und Isaacs Vater zu Wort. Dies führt zumindest dazu, dass man einen etwas genaueren Einblick in die Gedankenwelten der Protagonisten bekommt. Die Schuldgefühle der Schwester werden deutlich, das vertane Leben von Grace, die trotz aller Hoffnungslosigkeit versucht, ihren Sohn doch noch zu retten und die halblegalen Wege, die Sheriff Harris beschreitet, um Poe vor dem Schlimmsten zu bewahren. Leider strotzen diese Gedankenwelten vorrangig vor banalen Ergüssen ohne jede Bedeutung oder endlosen Schilderungen von unfasslichen Nebensächlichkeiten. Durch die kurzen, abgehackten Sätze, die oft nur aus zwei bis vier Wörtern bestehen, stellte sich bei mir zu keinem Zeitpunkt Lesefluss ein, geschweige denn, dass ich den Charakteren auch nur im Ansatz emotional näher gekommen wäre. Schlichtweg ist das, was diese Menschen hier umtreibt, für mich von keinerlei Interesse.

Beschreibungen von Wegen, Situationen, Landschaften, Zufallsbekanntschaften und Gemütsverfassungen werden endlos ausgewalzt und mit banalen, irrelevanten und sinnfreien Dialogen garniert. „Rost“ war für mich die reinste gedankliche Ödnis, ein Meer von Langeweile und so distanziert und rhetorisch unzulänglich geschrieben, dass ich immer wieder querlesen musste, um nicht das Gefühl zu haben, permanent auf der Stelle zu treten. Das Buch birgt minimale Spannung, die sich einzig von der Frage nährt, wie „diese Sache“ zwischen Isaac und Poe nun ausgeht. Wandert Poe in den Knast und wird für etwas angeklagt, was er gar nicht getan hat, für das er sich aber dennoch die Schuld gibt und genau deswegen schweigt und Isaac nicht verrät? Oder wird Isaac von seinen Schuldgefühlen oder seinem Ehrgefühl übermannt und bricht seine Flucht ab, um die Dinge richtig zu stellen? Da diese Frage erst ganz am Ende beantwortet wird und sich die hunderte Seiten vorher nur durch endloses Geschwafel und deprimierende Gedankengänge und Situationsbeschreibungen auszeichnen, ist „Rost“ eine echte Geduldsprobe. Ich kann mit Meyers Stil überhaupt nichts anfangen und finde die Geschichte, zumindest so, wie er sie umgesetzt hat, weder spannend noch rhetorisch gelungen noch sonst was. „Rost“ war für mich pure Zeitverschwendung und nur mit großem Durchhaltevermögen überhaupt zu bewältigen. Absolut nichts für mich, was generell Interessierte jedoch nicht abhalten sollte. Denn wie gesagt, Geschmäcker sind nun mal verschieden… Für mich leider null von fünf rostigen Stellen, die man getrost links liegen lassen kann.
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am 7. Dezember 2012
Eine Kleinstadt in Pennsylvania.
Trostlos die Gegend, die einstigen Fabriken der Stahlindustrie sind geschlossen, Geschäfte und Häuser stehen leer. Die Menschen haben keine Arbeit und wenn dann müssen sie sich mit Minijobs und Mindestlöhnen zufrieden geben.
Keine guten Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft und es ist erstaunlich wie von vielen jungen Menschen die nicht vorhandenen Aussichten akzeptiert werden.

Dazu gehört auch Billy.
Während sich Billy, der ein bekannter Footballspieler hätte werden können und aus Bequemlichkeitsgründen das Stipendium nicht angenommen hat, sich all dem fügt ist Isaac, sein bester Freund, nicht zufrieden. Er möchte weg an die Universität - nach Berkeley in Kalifornien.

Mit 4.000 Dollar in der Tasche die er seinem im Rollstuhl sitzenden Vater geklaut hat, macht er sich auf den Weg in ein wie er hofft besseres Leben und überredet Billy mitzukommen.
Was Isaac an Intellekt zu bieten hat wiegt Billy an Körpermasse auf. Äußerlich sehr unterschiedlich zeichen sich beide durch fehlende soziale Kompetenz aus.

Nun sind die beiden unterwegs nach Kalifornien müssen sich aber als starker Regen einsetzt in einer stillgelegten Maschinenhalle unterstellen. Beide wissen nicht dass sie eine Obdachlosenunterkunft betreten.
Es kommt zum Streit. Isaac ist beherrscht genung einfach davon zu gehen. Billy nicht, das läßt er sich nicht bieten. Die Lage spitzt sich zu, einer der Obdachlosen setzt Billy ein Messer an die Kehle, ein zweiter läuft bedrohlich auf ihn zu. Isaac beobachtet das aus seinem Versteck heraus und weiß dass er seinem Freund helfen muss. Er wirft eine Eisenkugel und tötet einen der Männer.
Die Situation ist so einfach wie verfahren...Mord? Notwehr?

Ab sofort zählen alte Wahrheiten: Billy wohnt mit seiner Mutter im trailerpark, der Vater ist abgehauen. Er hatte schon öfter Schwierigkeiten mit dem Gesetz - Isaac ist ein kleiner, schmächtiger sehr intelligenter Bursche. Die Schwester studiert, der Vater sitzt im Rollstuhl, die Mutter nahm sich das Leben. Auffällig war er nie.

Es dauert nicht lange bis der ortsansässige Polizist Billy festnimmt. Seine Jacke lag noch blutverschmiert am Tatort...und Isaac haut erneut ab mit Ziel Berkeley, Kalifornien.

Fazit:
Ein sehr eindringlicher Roman der mich auch nachdem ich das Buch ausgelesen hatte sehr beschäftigt.
Wir sollten erst dann einen Menschen beurteilen wenn wir die ganze Geschichte kennen und nicht weil irgendwelche äußeren Umstände doch so eindeutig sind.

Eine ganz große Leseempfehlung!
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am 7. März 2012
Issac und Poe, zwei Freunde aus der Nähe von Pittsburgh, brechen aus dem amerikanischen Kleinstadtleben heraus, um in das große Kalifornien zu flüchen und der herrschenden Wirtschaftskriese im Dorf den Rücken zu kehren. Doch deren Vorhaben erweist sich schwieriger als gedacht.

Ehrlich gesagt finde ich die Thematik hervorragend ausgewählt, da sie den Zeitgeist der heutigen amerikanischen Jugendkultur widergibt und überall in Amerika spielen könnte.

Während des Lesens habe ich bemerkt, dass mich eine sehr konfuse und ausschweifende Sprache erwartet. Natürlich ist es dem Autor selbst überlassen, diesen Schreibstil gewählt zu haben, jedoch habe ich mir gerade bei solch einem Thema, wie Depression und Melancholie von zwei jungen Heranwachsenden, die die Amerikanische Wirtschaftskriese am eigenen Leibe erfahren, gewünscht, wenn es für den Leser einfacher gewesen wäre, sich an nicht mit nachvollziehbaren Gedankenausschweifungen entlang zu hangeln. Nichtsdestotrotz hat es Meyer geschafft, die herrschende Melancholie und Tristesse durch kalte Brutalität und möglichem Scheitern des Vorhabens der beiden Jungen hervorzuheben.
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am 11. Januar 2012
Die beiden Freunde Isaac English und Billy Poe leben in einem kleinen Ort, in der Nähe von Pittsburgh, Pennsylvania, im Nordosten der USA. Nach dem Zusammenbruch der Kohle- und Stahlindustrie träumen sie von einem besseren Leben in Kalifornien, am anderen Ende der Vereinigten Staaten. Doch Isaac bringt "aus Versehen" einen Menschen um und sie müssen ihr Vorhaben zunächst aufgeben und umkehren.

Das Thema von Philipp Meyers "Rost" finde ich sehr aktuell und interessant, denn diese -fiktive- Geschichte könnte genauso gut bei uns im Ruhrgebiet spielen. Auch könnte sie gut als Vorgeschichte zu "Strahlend schöner Morgen" von James Frey dienen. Denn auch dort geht es um sympathische Loser, die hoffen, dass sich ihre Träume in Los Angeles, weit weg von ihrer Heimat, erfüllen.

Im Gegensatz zu Freys Roman, der optimistisch und positiv daher kommt, ist Meyers Rost -meiner Meinung nach- eher pessimistisch und negativ. Auch ein bisschen unglaubwürdig: Die "Beziehung" von Isaacs Schwester Lee und Poe, das Verhalten von Chief Harris. Insbesondere der Schluss hat mich enttäuscht, nicht menschlich, aber eben dieser "Rückschritt". Alle haben irgendwie resigniert...

Ich denke, das ist bezeichnend für das gesamte Werk: düster, depressiv und desillusioniert. Schade, ich hätte mir ein wenig mehr Hoffnung gewünscht, wenigstens als Ausblick.
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