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am 27. Dezember 2011
Der Autor hat mich über Weihnachten gefesselt mit einer sehr profunden und sehr gut geschriebenen und konzipierten Darstellung eines überragenden deutschen Lyrikers und Prosaisten, der für mich immer ein wenig den Ruch des Nazi-Freunds hatte (was so einfach nicht ist und letztendlich gar nicht zutrifft). Die Epoche Deutschlands der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts wird sehr plastisch durch die Befindlichkeiten eines Mannes, der sowohl ein Dichter, Philosoph und Bohemien, als auch ein Arzt, Wissenschaftler und Militärangehöriger war. Interessiert an Benn wurde ich nicht zuletzt durch eine Inschrift an einer Hauswand 50m von meinem Wohnort am Mehringdamm, wo Benn über fast 20 Jahre seine Praxis hatte. Diese Stadt war schon damals ein guter Ort für Geister und Poeten. Der Autor stellt einfühlsam dar, wie Benn erst von der Energie der Nazis und dem gesellschaftlichen Aufbruch beeindruckt ist um dann angesichts der Repressalien und der Gängelung sich ins Militär zu flüchten. Ich werde ganz besonders seine Werke der 50er Jahre noch einmal genauer lesen wollen. Gerade google ich, dass seine Tochter Nele Soerensen geborene Benn, heute 90 Jahre alt wird. Nach der Lektüre dieser Biographie des besten lebenden Benn-Kenners bin ich sehr motiviert diesne durch siene Werke weiter und näher kennen zu lernen. Danke, Herr Hof.
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am 27. Februar 2012
An Gottfried Benn schieden und scheiden sich noch die Geister. Nicht unbedingt, was sein literarisches Schaffen angeht, mit dem er die Literatur in Deutschland vor und nach dem 2. Weltkrieg entscheidend mit geprägt und beeinflusst hat. Wohl aber, was seine Person, seine anfangs ausgesprochene Nähe zum Regime des dritten Reiches angeht. In dem er, wiederum ein Spannungsbogen, seit 1938 mit einem Schreibverbot belegt worden war, nachdem er eine deutlich kritischere Haltung erkennen hatte lassen..

Eine hohe Reibung ist es somit, die zwischen Person und Werk sich vor allem in der Rezeption aufbaut. Der die bürgerlichen Verhältnisse in Frage stellende Literat und die auch als Stabsarzt mitwirkende Person im dritten Reich. Der Mediziner (von Beruf war Benn Dermatologe) und der 'große Überlebende' zweier Weltkrieg, wie Hof ihn nennt und expressionistische Dichter in Person. Einer, der 'ein Leben an den Rändern' führte, wie Benn es selbst von sich sagte, was sich auch im Privaten niederschlug (viele Affären begleiten den Lebensweg Benns).

Mithin Stoff genug für eine umfangreiche Biographie, die Holger Hof kunstvoll und mit sprachlicher Qualität vorlegt. Eine Biographie, zu deren Grundlage Hof bisher kaum verwendetes Material nutzt. Tagebuchaufzeichnungen und Briefe Benns finden ihren Niederschlag auf den knapp 450 Seiten des Buches. Quellen, die nicht unbedingt die Person Benns in völlig neuem Licht erscheinen lassen, durchaus aber entscheidende Nuancen hier und da hinzuzugeben verstehen. Nuancen, die Hof strikt aus den vorliegenden Fakten erhebt. Eng hält er sich an die Quellen, Fantasien oder kühne Rückschlüsse finden sich, durchaus zum Besten des Buches, nicht im Text.

In diesem Stil gelingt es Hof, den Lebensweg und das Schaffen Gottfried Benns minutiös fast nachzuzeichnen und vorzulegen. Vor allem die Anfangsjahre beleuchtet Hof auf diesem Weg ausführlich (auch wenn er im Buch zunächst mit dem Jahr 1943 einsetzt) und eröffnet so dem Leser auch einen Blick in die innere Entwicklung Benns. Eine Entwicklung, die nicht immer folgerichtig logisch aufeinander aufbaut, die nicht immer greifbar in ihren Wendungen ist. Gerade diese Umschwünge und Hinwendungen aber sind es auch, die dem Leben Benns jenen reibenden Spannungsbogen geben, welcher im Buch nachvollziehbar vorliegt.

'Wer wie ich alle Scalen von Missstimmungen, inneren und äußeren Dyspepsien, Verfallslagen, Gebrochenheiten, tiefsten Depressionen, unsagbaren Zerstörtheiten kennt...'.

In diesen nicht zu ergründenden 'Zusammenbrüchen', die Benn hier beschreibt, sieht Hof durchaus mit Ursachen für Verwandlungen, Neuausrichtungen und Neuanfängen, die allerdings ohne ein 'schlechtes Gedächtnis' nicht möglich gewesen wären. So stellt Hof Benn auch als einen Mann dar, der aus dem 'Unerinnerlichen das Erträgliche' sich selbst schuf.

Auf dieser Grundlage des Umgangs mit dem Gestern bei Benn zeigt Hof unprätentiös und alle Quellen der Selbstdarstellung Benns auswertend ein durchaus dichterisch intensives, aber persönlich manches Mal auch ganz 'kleines' Leben. Ein Leben, dem bereits mit dem dichterischen Debüt 'Morgue' der Eintritt in die Welt der europäischen Literatur gelungen war. Eine Literatur, die im Buch ebenso Niederschlag und Erläuterung findet, wie die Lebensstationen Benns dargestellt werden.
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am 18. November 2015
Wer jemals Reiner Stachs Kafka-Biografie gelesen hat, wird seinen Maßstab für Künstlerbiografien gefunden haben.
Holger Hofs Versuch den Dichter und Arzt Gottfried Benn näher zu bringen, scheitert total. Es ist dies ein lieblos zusammengekleistertes Konglomerat von Benn-Zitaten aus Tagebüchern, Gedichten etc. Aber es gelingt dem Autor in keiner Weise, die mögliche Faszination des Typen Gottfried Benn darzustellen. Es ist hier allemal das Reclam-Heftchen mit einer kurzen Einführung in Benns Leben und ein paar Gedichtinterpretationen dieser 450 Seiten langen öden Zumutung vorzuziehen.
So wird es sicher nicht gelingen den "Mann ohne Gedächtnis" in Erinnerung zu rufen.
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am 4. Juli 2012
Ich habe Gottfried Benn gelesen (auch die Gedichte in der Fassung der Erstdrucke * Blauer Band) und ich habe auch diese hier zu besprechende, beeindruckende Biographie über die Person Gottfried Benn gelesen. Und ich kann mich nur den Meinungen der Fachleute anschließen: Ein bewegtes Leben als Arzt der Armen und als Dichter der Meinungslosen, für die es galt, aufgerüttelt zu werden. Das hat Gottfried Benn brutal und direkt in gerader Linie in Angriff genommen z.B. mit "Morgue" oder "Krebsbaracke" u.s.w. und damit den Anti-Nihilismus in der deutschen Lyrik wieder auf die Tagesordnung gerufen. Diese Biographie verdient deshalb eigentlich sechs Sterne, die es aber nicht gibt. Und ich vergebe allerdings auch nur höchstens drei Sterne, weil ich einen Preis von um die 22,95 € für ein E-Book für ausgesprochen unanständig halte.
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