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TOP 500 REZENSENTam 26. Juli 2013
Hauptperson dieses Buches, Bobby Dollar, ist ein Engel. Jedoch benimmt er sich so gar nicht engelhaft, denn er ist ungestüm, bewaffnet, lässt gern die Fäuste sprechen und treibt sich mit seinen Engel-Kumpels in Bars herum.

Der Roman beginnt sehr spannend und wirft einen gleich mitten ins Geschehen hinein, zunächst ist alles noch etwas rätselhaft, Bobby kämpft mit einem Wachmann und einer dämonischen Sekretärin und erst im Laufe der Handlung klärt sich, wer hinter ihm her ist.
Bobby gehört zur seltenen Spezies der Anwaltsengel, die bis auf ein paar spezielle Fähigkeiten, sehr menschlich sind. Sein Job ist es, die Frischverstorbenen über ihren Tod aufzuklären, wobei er nicht gerade besonders feinfühlig ans Werk geht. In einer Verhandlung zwischen Himmel und Hölle um die Seelen der Verstorbenen, vertritt er die Seite des Himmels und versucht, die Seelen der Toten für den Himmel zu gewinnen. Doch dann verschwinden plötzlich Seelen und versetzen Himmel und Hölle in Aufruhr...

Ich habe recht lange gebraucht, um das Buch zu lesen, was nicht nur an den 572 Seiten gelegen hat. Es wird aus Bobbys Sichtweise geschildert und seine Gedankengänge sind oft recht ausschweifend, dafür ist die Handlung dann aber sehr rasant und springt von einer Actionszene zur nächsten. Den Wechsel zwischen beiden zu finden, fand ich mitunter etwas mühsam und wären da nicht ständig Höllenkreaturen und ähnliches aufgetaucht, hätte ich mich im falschen Genre vermutet.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen, dass Bobby den Leser oftmals direkt und kumpelhaft anspricht "Sie wissen ja...." und man sich so mehr in die Geschichte hineinversetzen kann. Seine Rolle als Engel und Anwalt war anders als ich es mir vorgestellt hatte. Mich hat er eher an einen abgehalfterten Privatdetektiv erinnert, der gern mal seinen Kummer in Alkohol ertränkt und keiner Rauferei ausweicht. Von seriösem Anwalt und Anzugträger war da nichts zu merken und die Verhandlungen um die Seelen fanden auch eher am Rande statt.

Der Schreibstil ist witzig, skurril und teilweise recht abgedreht, Bobby reißt gern Witzchen selbst noch in brenzligen Situationen und hat mich so manches Mal damit zum Schmunzeln gebracht, an manchen Stellen wirkt der Humor jedoch fast schon etwas überzogen.
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am 4. März 2016
Nach dem Tod eines Menschen kämpfen ein Ankläger aus der Hölle und ein Anwalt aus dem Himmel darum, wer die Seele des Toten bekommen wird. Bobby Dollar ist solch ein Anwalt, ein Engel, der in Menschengestalt ein irdisches Leben führt. Eines Tages verschwindet eine Seele noch vor der „Gerichtsverhandlung“ spurlos, ausgerechnet in einem Fall, der Bobby zugewiesen worden war – und plötzlich ist sein Leben in Gefahr, ein Attentäter ist hinter ihm her.

Tad Williams lässt Bobby selbst die Geschichte in Ich-Form erzählen und wirft den Leser direkt mitten in die Geschichte, Bobby gerät in eine ausweglose Lage – und berichtet auf den nächsten knapp 200 Seiten erst einmal, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Der Leser ist neugierig gemacht.

Bobby ist kein Engel, wie man ihn sich gemeinhin vorstellt, er ist weder brav noch lieblich, er wirkt sogar eher etwas heruntergekommen, zeitweise fühlte ich mich wie in einem Hardboiled-Roman. Seinen Job versteht er allerdings, auch wenn Vieles Routine ist. Für die Typen aus der Hölle hat er nichts übrig, jedenfalls für so gut wie alle nicht, und sein Freundeskreis besteht aus Typen wie ihn selbst. Ich mochte Bobby von der ersten Seite an. Auch alle anderen Charaktere sind Tad Williams gut gelungen, seien es Himmels- oder Höllenwesen oder auch ein Werschwein.

Die Geschichte selbst hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Schon der Plot ist sehr originell, die Handlung spannend und die Erzählung sehr humorvoll, sodass ich abwechselnd Nägel gekaut und gekichert habe, manchmal auch beides gleichzeitig. Tad Williams hat auch einige Anspielungen zu bieten, mir gefiel vor allem der Name „Clarence“ für einen Anwaltanwärter, wer den wunderbaren Film „Ist das Leben nicht schön“ mit James Stewart kennt, wird wissen, warum das so ist. Auch dass Bobby mehrfach anmerkt, das sei eine andere Geschichte, dies würde er ein anderes Mal erzählen, gefiel mir, ich bin gespannt, ob wir darüber tatsächlich noch lesen werden. Auch die Auflösung ist sehr gelungen und originell und bietet womöglich noch Stoff für die beiden weiteren Teile, denn „Die dunklen Gassen des Himmels“ ist der Beginn einer Trilogie. Die Handlung hier ist einigermaßen abgeschlossen, es gibt keinen fiesen Cliffhanger, aber es bleiben genug Fragen offen für die Fortsetzungen.

Ich gestehe, das war mein erster Roman von Tad Williams, aber es wird ganz sicher nicht mein letzter sein (zumal die beiden Folgebände schon auf mich warten). „Die dunklen Gassen des Himmels“ hat mich wunderbar unterhalten, ich vergebe daher gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.
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am 26. August 2015
Bobby Dollar ist ein Engel mit einem sehr ausgeprägten Hang zu Schwierigkeiten. Als Anwaltsengel bewohnt er einen menschlichen Körper und verbringt seine Zeit auf der Erde. Nur ab und an besucht er die himmlischen Gefilde, hauptsächlich dient ihm sein Handy als Verbindung. Mit weiteren erdgebundenen Engeln verbringt er seine Freizeit in seiner Stammkneipe.
Eines Tages bekommt er einen neuen Auftrag, doch die Seele, die es zu verteidigen gilt, ist nicht, wo sie sein sollte. Himmel und Hölle sind in Aufregung versetzt und alle Augen richten sich auf Bobby ...

Brave Engel gibt es zur Genüge, Tad Williams hat mit Bobby Dollar und seinen Kollegen himmlische Wesen erschaffen, die so voller Makel sind, dass man ihnen Menschlichkeit nicht absprechen kann. Nun ja, mitunter unterbieten sie sogar den Durchschnittsmenschen um Längen.

Aber genau da liegt der Reiz dieses Buches. Durch seine unkonventionelle Art gerät Bobby vom Regen in die Traufe und setzt immer noch einen oben drauf. Es ist mir schleierhaft, wie eine Person mit einem solchen Talent für Schwierigkeiten einen Alltag aufbauen kann und regelmäßig erfolgreich Seelen vor dem himmlischen Gericht vertritt. Dabei reizt er die Gegenseite bis aufs Blut.

Ich konnte mich bei diesem Titel nicht entscheiden, Hörbuch, oder doch selber lesen? Da die Kapitel in Buch und Hörbuch sehr gut gekennzeichnet sind, war letzten Endes ein Hin und Her möglich. Da das Hörbuch als vollständige Lesung umgesetzt ist, geht dabei auch nichts verloren. Allerdins gibt es zum Hörbuch Simon Jäger als Mann im Ohr. Er schafft es der launigen Geschichte einen Stempel aufzudrücken und vertont großartiges Kopfkino. Einzelne Personen sind allein an seiner Stimme wieder zu erkennen. Ihm zu lauschen macht richtig Spaß. Buch und Sprecher passen sehr gut zusammen.
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Bobby Doller ist ein Engel und fungiert als Anwalt auf der Erde. Er muss gerade verstorbene Menschen gegen einen Anwalt der Hölle verteidigen und der Richter spricht dann sein Urteil und schickt die Verstorbenen nach oben oder unten. Ab und zu kommt auch mal jemand für ein paar Jahre ins Fegefeuer. Eigentlich hängt Bobby ja viel lieber in Bars herum oder flirtet mit den Frauen, aber die Arbeit muss eben getan werden. Und ab und zu kann man auch mal so einem Höllenanwalt ganz schön eins auswischen. Doch dann verschwinden plötzlich die Klienten schon vor der Verhandlung. Wer hat da nur seine Finger im Spiel? Die Dämonen? Oder doch die himmlischen Heerscharen? Oder ist vielleicht alles ganz anders?

Ich hatte vorher noch kein Buch von Tad Williams gelesen oder gehört und da ich im Moment sehr gerne Handarbeiten machen, hat sich das Hörbuch angeboten. Zuerst einmal war ich total positiv überrascht vom Sprecher Simon Jäger. Er macht seine Sache unglaublich gut und haucht den Charakteren durch die unterschiedlichen Stimmen und den hörbaren Emotionen, Leben ein. Für mich ist er, gemeinsam mit David Nathan, einer der besten Sprecher überhaupt. Das Zuhören hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Die Geschichte fand ich ziemlich originell und mit dem schwarzen Humor traf sie genau meinen Geschmack. Bobby Dollar kann man sich kaum als Engel vorstellen, wenn er in Rambo-Manier ballernd durch ein Bürogebäude rennt und einen Berg Leichen zurück lässt. Herrlich.

Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen und ich saß eigentlich ständig mit einem Dauergrinsen im Gesicht da und lauschte der irren Geschichte. Coole Sprüche gehören natürlich ebenso dazu wie hässliche Geschöpfe und schöne Frauen.

Tad Williams versteht es, die Spannung konstant hoch zuhalten und ich habe mich keine Sekunde lang gelangweilt. Obwohl "Die dunklen Gassen des Himmels der 1. Teil der Bobby-Dollar-Reihe ist, ist die Geschichte komplett in sich abgeschlossen und kann auch einzeln genossen werden. Der Plot ist trotz seiner Verrücktheit absolut logisch und es gibt am Ende keine offenen Fäden.

Ich vergebe für "Die dunklen Gassen des Himmels 5 von 5 Punkte und eine Hörempfehlung für alle, die gerne verrückte Geschichten mögen. Als Buch ist es sicherlich auch gut, aber Simon Jäger macht wirklich ein besonderes Erlebnis aus der Geschichte. Den 2. Teil werde ich mir auch irgend wann als Hörbuch gönnen. Ich freu mich schon drauf.

© Beate Senft
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am 12. Dezember 2014
>>>ACHTUNG mögliche Spoiler<<<

Tad Williams ist mir mit seiner Serie "das Geheimnis der grossen Schwerter" noch sehr gut in Erinnerung. Noch heute, auch Jahre später finde ich diese Bücher als etwas vom Besten im Fantasy-Genre. Auch von der Bobby Dollar-Reihe habe ich viel Gutes gehört und insbesondere das Hörbuch wurde mir ans Herz gelegt.

Die Übersetzung wurde - das muss man ohne wenn und aber zugestehen - in einer flüssigen Art und Weise bewerkstelligt. Der zweifelsfrei grossartige sarkastische Humor von Williams konnte so in unsere Sprache verpackt werden, dass es einem mehr als einen Lacher pro fünf Minuten entlockt. Insbesondere die ausgeführten Gedanken von Bobby und die Dialoge sind herrlich komisch und dies macht mitunter viel von diesem Buch aus.

Nach der Askir-Reihe von Richard Schwartz, gelesen von Michael Hansonis, glaubte ich nicht noch einmal einen besseren Erzähler für ein Hörbuch zu erleben. Doch da wurde ich getäuscht. Simon Jäger setzt dieser Kunst die Krone auf. Der gute Mann kann ohne mit der Wimper zu zucken so authentisch die Stimmen von Charakteren über das ganze Buch hinweg sprechen, dass sie nicht nur zweifelsfrei wiedererkennbar sind, man versetzt sich richtiggehend in die Dialoge und Erzählungen hinein. Ihm alleine ist es zu verdanken, dass der nicht immer vorhandene Spannungsbogen überbrückt werden kann. Für das Hörbuch gebe ich deshalb die totale Kaufempfehlung ab.

Die Story wurde hier schon einige Male wiedergegeben. Bobby Dollar ist ein Engel auf Erden aus Fleisch und Blut. Gegen ebensolche Kontrahänten aus der Hölle versucht er vor einem Richter, frisch Verstorbenen zu ermöglichen, die Seele in den Himmel zu bringen. Er ist also ein Anwaltsengel von der Partei des Himmels. Wenn der Aspekt von Himmel und Hölle, Engeln und Dämonen nicht wäre, so könnte man meinen es handle sich um einen Kriminalroman. Weite Teile spielen in der Geschichte auf der Erde der Neuzeit und vielleicht macht genau dies den Reiz für die meisten Leser und Hörer aus. Sehr viel Potential ergibt sich aus dieser Grundlage und zu Beginn könnte man meinen, Williams schafft es auch das Maximum herauszuholen. Meiner Meinung nach ist ihm dies nicht gelungen.

Charaktere wachsen einem ans Herz. Man will unbedingt wissen, warum Bobby Dollar plötzlich ins Kreuzfeuer von üblen Machenschaften gerät, die er zunächst gar nicht versteht. Jedoch verflacht die Geschichte und ich hatte mehrfach den Eindruck, mit ellenlangen Beschreibungen und Detailverliebtheit wird das Buch unnötig gestreckt. Eine Liebesgeschichte passt hier ganz gut ins Bild. Insbesondere da die verbotene Liaison das Salz in der Suppe ist. Schlussendlich wird Bobby Dollar in regelmässigen Abständen von seinen imaginären Verfolgern eingeholt und er schafft es immer wieder, diesen zu entkommen. Der Schluss ist alles andere als spektakulär, für mich sogar fast plump umgesetzt. Nach einem weiteren heroischen Sieg gegen einen bösen Widersacher löst sich das Rätsel einfach auf. In einem Dialog wird Bobby Dollar die Lösung auf dem Silbertablett präsentiert. Mitunter war dann alles doch reichlich zufällig und für mich wirkte damit auch die ganze Story zu fest konstruiert. Bei einem Fantasy-Roman ist dies in der Natur der Sache, hier jedoch zuviel des Guten.

Für Fans von Tad Williams ein guter Tipp. Auch für Liebhaber von sarkastischem Humor. Ich höre nun noch etwas in den zweiten Teil rein. Dann entscheide ich, ob ich zu Ende hören werde.
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am 20. Juni 2014
>>> ACHTUNG! SPOILER!!! <<<

Das es Engel gibt ist keine neue Geschichte, ebenso wenig wie die Mythen um Hölle und Himmel in die man nach dem Tod fährt bzw. aufsteigt. Doch neu ist das man, direkt nach seinem Tod eine Gerichtsverhandlung bekommt. Hier tauchen neben einem Richter ein düsterer Dämon aus der Unterwelt als Ankläger und ein gleißend heller Verteidiger aus dem Himmel. Nun versuchen beide Seiten die Seele des Verstorbenen, durch Argumente die euer Leben betreffen, auf ihre Seite zu bekommen. Der Tote selbst darf sich gar nicht äußern, bekommt aber mit wie um seine Seele geschachert wird. – Muss schon ein ziemlicher Schock sein. Kaum wird einem klar dass man grade gestorben ist, trifft man auf Dämonen die über das Schicksal seiner Seele entscheiden… Aber eine äußerst spannende Idee.
Der Leser begleitet hier einen Engel namens Bobby bei seinen „Geschäften“. Im Gegensatz zu den Beschreibungen über Himmel und Himmel im klassischen Sinne hat Tad Williams hier eine eigene Version geschaffen. Engel sind hier keine Unschuldslämmer, besonders nicht Bobby, sie sitzen auch in der Bar, trinken Alkohol, feiern gerne, … Und ohnehin ist Bobby ein äußerst zynisches Exemplar. – Das machte ihn mir auf Anhieb sympathisch!

Aber natürlich geht es hier nicht darum das Arbeitsleben des Engels zu verfolgen. Denn auf einmal sind alle hinter Bobby her und der hat keine Ahnung warum. Nach und nach bekommt er raus, dass er etwas gestohlen haben soll. Da er immer noch nicht weiß was behauptet er einfach das er dieses „Dings“ verkaufen will. Ein riskantes Spiel, denn auch die Wesen der Hölle sind scharf darauf.
Mehr durch Zufall offenbart sich Bobby was sich wirklich zugetragen hat und das Feind und Freund manchmal nichts mit Gut und Böse zu tun haben – und das selbst die Liebe Grenzen überschreiten kann.
Der Schreibstil ist angenehm, wenn auch eher etwas salopp. Bei Fantasyromanen erwarte ich eher Ausschmückendes, ein leichtes Abschweifen und .. ja, irgendwie vieles was nicht ganz so in „unsere menschliche“ Welt gehört. Fantasy eben. In diesem Roman fehlt mir das leider. Zwar gibt es einige bildliche und auch gute Beschreibungen, bspw. ein Engel der an seinen Sehen aufgehängt wurde, aber das ist mir persönlich zu wenig.
Ansonsten ist der Roman sehr flüssig und zügig zu lesen. Mit Fachwörtern oder ähnlichem schmeißt der Autor hier glücklicherweise nicht um sich.

~°~ Fazit ~°~
Die Idee zu diesem Buch ist wirklich toll. Eben einfach mal etwas anderes. An der Umsetzung hapert es dann aber leider, denn der Roman ist leider recht fad. Für eine einfache „Zeitvertreibsliteratur“
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am 9. November 2013
Bobby Dollar erzählt eine Geschichte aus dem Jenseits. Er und sein Freund Sam arbeiten als Verteidiger-Engel für den Himmel, aber auf der Erde. Immer wenn ein Mensch stirbt, streiten sich die Mitarbeiter des Himmels mit denen der Hölle um dessen Seele. Dann bringt jede Seite ihre Argumente vor, und ein Richter aus heiligem Licht entscheidet, wer sie bekommt. Die Szenen im Himmel und der Hölle muten teilweise an wie in "Per Anhalter durch die Galaxis". Die Höllenwesen sehen größtenteils bizarr aus und haben auch ähnlich schrille Namen. Es kommen auch verwandelte Menschen wie z.B. ein Wer-Eber vor. Die Schauplätze sind ähnlich verworren. Es gibt die reale Welt, welche von allen Jenseitigen mithilfe geliehener Körper bewohnt werden kann. Dann gibt es noch das Jenseits, in das man gelangt, indem man einen Reißverschluß öffnet. Im Jenseits gibt es eine Art Himmel mit einer himmlischen Stadt, sowie die Hölle und eine Art Vor-Hölle, das Fegefeuer. Alle jenseitigen Wesen haben Berufe, benutzen Handys und Computer, schlafen, essen oder lassen sich in Bars zulaufen. Die Berufe können sehr unterschiedlich sein: Auf der Himmelseite gibt es z.B. neben den Verteidiger-Engeln auch hauptberufliche Schutzengel, Erzengel oder Problembereiniger. Die Höllenwesen dagegen sind ebenfalls Verteidiger oder in einer Art Höllen-Adel organisiert.
Zuweilen hat man zwar Mühe, der Handlung zu folgen, weil die Personen ständig vom Jenseits in die reale Welt hin und her wechseln, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und kann der Erzählung gut folgen.
Die Geschichte plätschert zunächst so dahin, bis eines Tages Sam ein Praktikant zugeteilt wird. Ab diesem Moment passieren seltsame Dinge. Die Seele eines bekannten Unternehmers, der Selbstmord begangen hat, verschwindet plötzlich. Himmel und Hölle beschuldigen sich daraufhin gegenseitig, sie für sich vereinnahmt zu haben. Es wird versucht, die unangenehme, noch nie dagewesene Situation zu klären. Doch plötzlich wird der zuständige Höllen-Verteidiger auf bestialische Art und Weise umgebracht bzw. vielmehr seine geliehene fleischliche Hülle. Daß die Himmels-Mitarbeiter damit nichts zu tun haben, versteht sich von selbst. Aber wer steckt sonst dahinter? Zumal im Verlauf noch viel mehr Seelen verschwinden. Bobby Dollar wird unfreiwillig in die Sache hineingezogen und ermittelt auf eigene Faust. Dabei gerät er in allerhand Schwierigkeiten, die ihm nicht nur eine Vorladung vor dem Himmelsgericht einbringen. Plötzlich wird er gejagt und gerät mehrmals in brenzlige Situationen. Dennoch hört er nicht auf, seine gefährlichen Ermittlungen weiterzuführen. Und zwischendrin ist noch Zeit für eine Liebesgeschichte, die eigentlich nicht sein darf.

Fazit:
Tad Williams hat einen ungewöhnlichen Roman erschaffen. Skurril, witzig, fesselnd, zuweilen sogar rührig. Wer "Per Anhalter durch die Galaxis" liebt, der wird auch "Die dunklen Gassen des Himmels" mögen. Das Ende kommt leider etwas zu abrupt. Der Protagonist Bobby Dollar sammelt während der ganzen Erzählung mühsam einzelne Puzzleteile zusammen, riskiert dabei fast durchgehend sein erdgebundenes Engelsleben, und am Ende löst sich alles viel zu schnell auf. Dennoch gibt es die volle Punktzahl.

Rezension © 2013 by Christine Herzog für BookOla.de
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Erster Eindruck: Anwalt der verstorbenen Seelen

Bobby Dollar ist ein Anwalt und verbringt seine Zeit gerne in schummerigen Bars und nimmt seine Arbeit nicht immer ganz so ernst. Doch hinter dem sarkastischen Mann steckt noch mehr, denn Bobby ist eigentlich ein Engel und kämpft vor dem himmlischen Gericht für die Seelen der Verstorbenen, um sie vor der Hölle oder dem Fegefeuer zu bewahren und in den Himmel zu bringen. Doch eine neue Gefahr schleicht sich in das bisher ausgeglichene Gleichgewicht…

Tad Williams war bisher eher für sehr ernsthafte Fantasy-Literatur bekannt, düstere Zukunftsvisionen oder vielschichtige neue Welten waren bisher die Grundlage für seine Romane. Mit „Die dunklen Gassen des Himmels“ hat er nun eine neue Trilogie gestartet, die ganz anders anmutet. Da dazugehörige Hörbuch ist beim Hörverlag wegen seiner Länge auf zwei MP3-CDs mit einer Laufzeit von deutlich über 17 Stunden erschienen. Als Grundlage wurde hier die Bibel verwendet, der die Grundpfeiler des christlichen Glaubens nimmt und weiterführt. Himmel und Hölle, Engel und Dämonen existieren in Williams‘ Welt tatsächlich und fechten ihren alltäglichen Kampf aus, doch auch neue Elemente und gelungene Gedanken sind vorhanden und erlauben einen etwas anderen Blick auf den christlichen Glauben. Vor dieser Kulisse entsteht eine Geschichte, die zahlreiche Facetten hat, die sich wunderbar ergänzen. Zuerst wäre da der ziemlich düstere und sarkastische Humor (man hört schon so einige Würdenträger empört aufschreien), der besonders durch die Figur des Bobby Dollar transportiert wird. Der Engel ist recht heruntergekommen und verbirgt so einige recht unchristliche Sünden, die sich im Laufe der Handlung offenbaren. Aber auch der Verlauf ist sehr gelungen, es wird düster, gefährlich und sehr, sehr spannend. Auch das Finale kann mit packenden Szenen und einer überraschenden Wendung überzeugen. Ein sehr gelungener und ungewöhnlicher Fantasy-Roman.

Als Sprecher ist hier Simon Jäger zu hören, der wie immer eine sehr gekonnte und professionelle Leistung abliefert. Mit seiner intensiven Stimme kann er die vielfältige Welt zum Leben erwecken und die vielen verschiedenen Situationen ausfüllen. So kommen sowohl der Humor des Buches als auch die düsteren und unheilvollen Szenen sehr gut zur Geltung. Mit kleinen Kunstpausen, veränderten Sprechtempi und variabler Lautstärke kann er einen sehr dynamischen Eindruck hinterlassen.

Natürlich wurde das Titelbild des Romans auch für diese Ausgabe verwendet. Wie die Geschichte selbst ist auch das Motiv ziemlich düster. Durch einen dunklen Himmel brechen zwar Sonnenstrahlen, doch Bobby Dollar mit seinen großen Flügeln nur wenig beleuchtet. Die beiden Discs sind in einem stabilen Digipack untergebracht, neben Informationen zu Autor und Sprecher ist noch eine übersichtliche Trackliste zu finden.

Fazit: Tad Williams hat hier einen sehr außergewöhnlichen Fantasy-Roman geschaffen, in dem er christliche Motive als Hintergrund für eine temporeiche und spannende Geschichte verwendet. Die Hauptfigur des ungewöhnlichen Engels Bobby Dollar ist sehr gelungen, und auch seine Gegenspieler können überzeugen. Ein äußerst hörenswertes Hörbuch mit einem Sprecher in Hochform.
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am 21. September 2013
In Tad Williams „Die dunklen Gassen des Himmels“ begleiten wir den Engel Bobby Dollar. Bobby Dollar ist nicht nur ein Engel, er ist ein Anwaltsengel. Er muss die Seelen frisch Verstorbener vor den himmlischen Richtern gegen die höllischen Ankläger verteidigen. Beide Seiten sind dabei bemüht, die Seele für sich zu gewinnen. Die Anwaltsengel müssen sich manchmal einiges einfallen lassen um die armen Seelen vor dem Fegefeuer (oder der ewigen Verdammnis in der Hölle) zu bewahren. Dies ist nicht nur eine rein theologische Angelegenheit, sondern auch ein ziemlich komplizierter bürokratischer Prozess. Dass sich dabei beide Seiten (wie auch vor irdischen Gerichten) nicht wirklich grün sind muss nicht erwähnt werden.
Und nebenbei stellt sich dann noch heraus, dass nicht nur unter den höllischen Vertretern einiges an Intrigen und Lügen gesponnen wird. Auch die himmlischen Heerscharen sind nicht ganz so harmlos wie man sich das vielleicht vorstellt. Im Laufe des Romans wird Bobby Dollar daher in eine ziemlich verzwickte Angelegenheit verstrickt: immer mehr Seelen verschwinden plötzlich direkt nach ihrem Ableben und entgehen so der himmlischen Gerichtsverhandlung.
Durch seine Recherchen auf der Suche nach den verschwundenen Seelen bekommt Bobby Dollar ein ums andere Mal Schwierigkeiten mit den eigenen Vorgesetzten und kommt außerdem noch einigen höllischen Vertretern ziemlich in die Quere. Spannung(en) sind da vorprogrammiert.
Ich war am Anfang etwas skeptisch bezüglich des Buches, da ich befürchtete der locker lässige Erzählstil und die vielen witzigen Einschübe könnten der Stimmung des Buches schaden. Nachdem ich den Roman komplett gelesen habe muss ich mich hier korrigieren. Die Stimmung des Buches lebt trotz und eigentlich gerade durch den Erzählstil. Wir erleben die Handlung komplett aus der Sicht von Bobby Dollar und seine eingestreuten Meinungen und Ansichten haben mich zum Teil herzhaft lachen lassen. Gerade wenn man sich vorstellt, dass da ein Engel spricht ist es doch manchmal reichlich skurril. Schön ist, dass dabei in den geheimnisvollen oder actionreichen Szenen trotzdem genug Spannung aufkommt.
Wirklich phantastisch sind außerdem die Schilderungen der strahlenden Gefilde des Himmels, des zeitlosen Außerhalb und all der besonderen Vertreter von Himmel und Hölle. Das Thema ist meiner Meinung nach sehr besonders und Tad Williams konnte dadurch für mich ganz neue Szenerien und Kreaturen erschaffen. Denn natürlich hat man auch als Atheist im Zweifelsfall schon von Himmel und Hölle gehört, doch wer hat sich dabei wirklich die strahlenden Straßen des Himmels oder die schlanken Beine von hübschen Dämoninnen vorgestellt?
Alles in allem kann ich das Buch allen Fantasy-Fans empfehlen, aber auch allen ans Herz legen, die sich in diesem Genre vielleicht bisher nicht zu Hause gefühlt haben.
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am 15. August 2013
Worum geht es?
Bobby Dollar ist ein Anwaltsengel. Was das heißt? Ganz einfach, er vertritt die Seelen der verstorbenen Menschen, gegen die Ankläger der Hölle. Um die Seelen wird hart verhandelt und Bobby sorgt dafür, dass möglichst viele in den Himmel kommen. Doch das ist nicht immer einfach. Neben seiner Arbeit als Engel, lebt er aber in einem sterblichen Körper und verbringt gerne seine Zeit in einer Bar. Alles geht seinen geregelten Lauf, doch dann verschwindet eine Seele einfach so vom Erdboden und keiner weiß, wie das kann. Ab da geht in Bobbys Leben alles drunter und drüber und er wird gejagt. Doch wer steckt hinter allem? Wieso verschwinden auf einmal Seelen? Ein spannendes Abenteuer rund um Himmel und Hölle beginnt.

Meine Meinung
"Die dunklen Gassen des Himmels" ist das erste Buch, das ich von Tad Williams gelesen habe. Bisher habe ich viel gutes von ihm gehört und so habe ich mich mit dem Buch einfach mal überraschen lassen.

Den Anfang fand ich etwas schwierig, weil die Bobby Dollar als Engel Doloriel genannt wird und ich generell mit den Namen etwas durcheinander gekommen bin. Doch schnell bin ich in der Welt des Buches versunken und vor allem die Gerichtsverhandlungen um die Seelen der Verstorbenen und wie Himmel und Hölle dargestellt wurden, haben es mir angetan.
Die Idee, dass es Himmel und Hölle wirklich gibt, ist zwar nicht neu, aber die Darstellung ist durchaus gelungen.
Besonders gut hat mir der schwarze Humor, der Sarkasmus und der Umgang mit Metaphern gefallen. Diese drei Aspekte nehmen einen großen Raum in der Geschichte ein und ich musste sehr oft schmunzeln und hatte viel Spaß daran.
Allerdings driftet Tad Williams für meinen Geschmack etwas zu oft vom eigentlichen Handlungsstrang ab. Immer wieder gibt es ausschweifende Beschreibungen oder Erzählungen mitten in einer spannenden Stelle (wie einer Verfolgungsjagd), die ich lieber direkt weitergelesen hätte. Dennoch findet er immer wieder zu seinem roten Faden zurück, sodass es noch einigermaßen im Rahmen bleibt.
Insgesamt ist die Handlung durchweg spannend, bis auf diese eben genannten Ausschweifungen. Dazu gibt es immer wieder überraschende Wendungen, sodass ich lange Zeit nicht wusste, worauf das Buch hinausläuft.

Der Schreibstil von Tad Williams ist sehr ansprechend, aber man muss beim Lesen konzentriert bleiben, da einem sonst die Details verborgen bleiben. Dennoch kann man es schnell lesen, da er mit viel Witz und Humor, aber auf Tiefe und insgesamt sehr rasant schreibt. Ich konnte mir beim Lesen alles sehr gut vorstellen. Der Schreibstil ist allerdings nicht alltäglich, sondern etwas skurril.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Bobby Dollar erzählt, der den Leser zwischendurch auch immer direkt anspricht, was mir sehr gut gefallen hat.

Bobby Dollar ist kein typischer Engel, aber seine kritische Art und sein schwarzer Humor haben es mir einfach angetan. Vor allem, da er halt nicht so ist, wie man sich einen Engel vorstellt, hatte ich viel Spaß daran ihn näher kennenzulernen. Zwar ist er kein von grundauf sympathischer Protagonist, aber er ist facettenreich, trinkt gerne mal was ein einer Bar und vergnügt sich mit Frauen, zudem hinterfragt er den Himmel und die göttliche Mission.
Neben ihm bleiben die anderen Protagonisten eher ein bisschen blass beschrieben, obwohl sie insgesamt ganz gut ausgearbeitet sind und überzeugen können.

Das Ende lässt einige Fragen offen und ist zu einem kleinen Teil vorhersehbar, aber dennoch nach meinem Geschmack. Ich bin gespannt, wie es mit Bobby Dollar weitergehen wird.

Mein Fazit
Wer nach einem guten Fantasy-Buch mit einem etwas anderen, vor allem skurrilen Schreibstil sucht, sollte sich die Geschichte rund um Bobby Dollar nicht entgehen lassen. "Die dunklen Gassen des Himmels" ist zwar nicht perfekt, konnte mich aber gut unterhalten.
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