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Kundenrezensionen

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am 8. Mai 2012
möchte man am liebsten, als Kvothe damit beginnt, seine Geschichte zu erzählen, zu der ich selbst nicht viel schreiben werde. Genug Vorredner haben die Story schon besser zusammengefasst, als ich es je könnte, die Worte mit denen Kvothe einleitet, sind schon lange im Gedächtnis jedes Lesers eingeprägt >Ihr habt sicher von mir gehört<.

Zu dem Erzählstil: die Sprache ist wirklich großartig, sie verliert sich nicht in großen Erklärungen, trotzdem kommt man immer mit. Es ist durchweg flüssig zu lesen, sodass man nach wenigen Seiten von der Geschichte eingesogen wird und selbst wenn der Auto wie im Prolog Vergleiche zieht, so sind die Sätze nie so verschachtelt, dass man ihnen gar nicht folgen kann. Ein großartiger Erzählstil, der nie überdrüssig wird und an den richtigen Stellen ausschmückt oder spart.

Die Personen sind durchweg glaubhaft, sie haben alle ihre Fehler, alle ihre Größen und werden zum Ende hin zu Freunden, die man gerne im zweiten Teil wiedersieht. Die Geschichte bereitet so eine Freude beim lesen, dass man das Buch gar nicht zu Ende lesen mag. Manch einer mag es zu langatmig finden, ich persönlich mag diese Luft, diesen Spielraum und habe mich nie gelangweilt. Selbst die geselligen Abende im Eolian oder die Tage in Tarbean fand ich sehr unterhaltsam zu lesen und habe Kvothe auch gerne durch ruhige Abschnitte begleitet.

Es ist eines der seltenen Bücher, die man nicht zu Ende lesen mag, weil sie so großartig sind und weil man den Abschied nicht verschmerzen kann.

5 Sterne und mein Lieblingsbuch derzeit. Mit Abstand!
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am 26. September 2008
Zahlreiche Legenden umranken Kvothe, den berühmt berüchtigtsten Zauberer und Musiker aller Zeiten - Geschichten von Genius, Schönheit und Heldentum sowie Ignoranz, Verrat und abscheulichen Verbrechen.
Ein eifriger Chronist will das Gespinst aus Lügen und Wahrheit durchdringen und spürt den Zauberer in einem Provinznest auf, wo er in einer Taverne arbeitet und auf das endgültige Vergessen wartet. Nur widerwillig teilt Kvothe seine Erinnerungen. Doch manchmal müssen Helden daran erinnert werden, dass sie Helden sind und gebraucht werden.

DER NAME DES WINDES ist allen Lesern von High Fantasy uneingeschränkt zu empfehlen. Insbesondere Fans von Joe Abercrombie, Robin Hobb oder Steven Erikson werden von Patrick Rothfuss begeistert sein. Nicht umsonst erreichte DER NAME DES WINDES als Debütroman einen Top Ten Platz der New York Times Bestsellerliste und heimste etliche Preise und Nominierungen ein. Rothfuss überzeugt mit sprachlichen Qualitäten sowie einer beeindruckenden Vielschichtigkeit und einem Auge fürs Detail, was sich in Charakterdarstellung, Atmosphäre, Setting und Handlungsverlauf widerspiegelt.

Der Protagonist Kvothe ist der Angelpunkt des Buches und der gesamten Trilogie. Man begegnet ihm in der 3. Person Gegenwart als gebrochenen Mann, der widerwillig seine Memoiren diktiert sowie als Ich-Erzähler, der seine Kindheit als Teil einer Wandertruppe und Jugend an der Universität für Magie wiederaufleben lässt. Was sich nach Opas öder Erzählstunde anhört, nach altbekanntem Fantasykonzept, entpuppt sich als packender Entwicklungs- und Abenteuerroman. Kvothe ist ein vielschichtiger und faszinierender Charakter. Obwohl man ihm in der Ich-Form rasch nahe kommt, bleibt ein Teil von ihm undurchsichtig. Trotz seiner Talente ist er menschlich. Er begeht Fehler, aus Unwissenheit, Arroganz oder Unbesonnenheit (viele seiner späteren Probleme und sein schlechter Ruf gründen darin) und wird durch seine schwierigen Lebensumstände aufgehalten. DER NAME DES WINDES ist das erste Fantasybuch, das ich gelesen habe, in dem Geldmangel ein gravierendes Dauerhindernis für den Hauptcharakter ist. Gerade diese Menschlichkeit macht Kvothe so sympathisch.
Obwohl das Buch streckenweise düster ist, wird es durch Lebensfreude gepaart mit intimen Momenten aufgehellt.
Einziger Wehmutstropfen ist, dass der Leser wenig von den aktuellen Zuständen in Kvothes Welt erfährt - es gibt allenfalls Andeutungen von einem kürzlich beendeten Bürgerkrieg (an dem Kvothe mitschuld gewesen sein soll) und einer magischen (Monster-)Plage. Aber die gegenwärtige Situation steht auch nicht im Mittelpunkt des Buches, sonders Kvothes Vergangenheit. Ich schätze, dass Rothfuss im zweiten Band von Kvothes Abenteuern als Erwachsenen erzählen und im dritten Band die 'Gegenwart' weiterlaufen lassen wird (nach dem Motto: Memoiren als Therapieform für einen gefallenen Helden).

DER NAME DES WINDES ist eines der wenigen Bücher, die mich wünschen lassen, bessere Lobgesänge schreiben zu können. Es hätte sie sich verdient.
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am 2. März 2016
Warum ein Buch bewerten, dass schon so dermaßen viele positive Bewertungen hat? Dazu muss ich etwas weiter ausholen.

Es war einer meiner seltenen freien Tage und ich wollte ihn nutzen, um in die Therme zu fahren. In die nächste richtig schöne Therme (ich meine nicht Eine, wo man mit hundert Leuten in einem für Mikrobiologen "aufregenden" Tümpel treibt). Diese liegt etwa 50 Minuten Zugfahrt entfernt. Also Karte gelöst und ab in den Zug. Dann nahm ich mein iPad zur Hand und suchte mir eine schöne Lektüre. Dabei stieß ich auf Patrick Rothfuss Buch "Der Name des Windes". Ich hatte diesen Autor bisher überhaupt nicht wahr genommen. Bei so vielen positive Stimmen landete das Buch 15 Minuten später auf meinem iPad/Kindle. (Ja das ist lange. Haben Sie schon mal versucht mit O2 im Zug Empfang zu bekommen?)
Die Zugfahrt ging los und ich war wie gefesselt. Es kam, wie es kommen musste: Fahrscheinkontrolle mitten auf der Strecke. Da ich nie Schwarz fahre war das natürlich kein Problem, bis die nette Dame meinte "Der Fahrschein gilt aber nur bis Dissen, wir sind kurz vor Bielefeld." Ich war so verwirrt, dass die Dame mir nicht mal ansatzweise Absicht unterstellte. An ihre Worte kann ich mich noch gut erinnern. "Der Name des Windes? Von Patrick Rotfuss? Sie lesen auch Fantasy?"
Wir schwatzten eine Weile und ich bekam keine Strafe (Wie sie richtig vermuten: Es handelte sich nicht um die Deutsche Bahn).
Nachdem ich in den nächsten Tagen die vorliegenden Bände gelesen hatte, versuchte ich es weiter mit anderen Büchern bekannter Fantasyautoren. Ich hatte wieder richtig "Feuer" gefangen. Doch keines konnte mich wieder so begeistern.

Die Bücher von Patrick Rothfuss sind jene seltenen Exemplare, die man gerne zwei, drei oder gar viermal ließt. Jeder Satz ist ein Genuss und zergeht auf der Zunge wie Erdbeereis. Er ist ein Meister der Worte, vielleicht mehr, aber bestimmt nicht weniger! Kaufempfehlung für alle Bände (und Hörbücher)!
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am 21. Mai 2011
So.. ich bin eben fertig geworden mit lesen. Und ich muss gestehen, dass ich sprachlos bin. Ich hab insgesamt nicht einmal 24 Stunden an dem Buch gelesen. Mit anderen Worten: Ich habe es regelrecht verschlungen.
Und der einzige Wehmutstropfen ist der, dass es noch sehr lange dauert, bis ich in die weitere Geschichte Kvothes eintauchen kann. Doch so viel ist bereits sicher: Dieses Buch werde ich schnellstens ein zweites Mal lesen. Denn es gibt auch jetzt noch viel zu entdecken.

Ich möchte nicht umhin kommen ohne zu sagen, dass ich ein wahnsinnig großer Tolkien-Fan bin. Die Bücher über den "Herr der Ringe" habe ich so verinnerlicht, dass ich bereits mehrfach die nachfolgenden Fantasy-Romane damit gemessen habe. Und natürlich reicht nichts an diese absolute Genialität heran. Dennoch.. Patrick Rothfuss hat mich eines besseren belehrt.
Nachdem ich in den erfundenen Welten von Trudi Canavan oder Peter V. Brett geschmökert habe, kam mir immer wieder der gleiche Gedanke: Billige Nachahmer. Und anfangs habe ich - trotz der vielen guten Rezensionen hier - natürlich Angst gehabt vor einem weiteren Fehlkauf. "Der Name des Windes" habe ich mir dann auch nur deswegen gekauft, weil ich noch einen Büchergutschein hatte und mich einfach von meinem Gefühl habe leiten lassen.

In einigen negativen Rezensionen wird stark bemängelt, dass es "zu langatmig" oder "hinhaltend" ist. Natürlich ist es das. Aber genau das war "Herr der Ringe" auch. Gestört hat es aber in keiner Weise.
Meiner Meinung nach gibt es zwei Arten von Langatmigkeit. Erstens: Die Geschichte wird durch billige Effekthascherei einfach in die Länge gezogen, damit daraus auch ja ein sogenanntes Epos entsteht (das war z.B. in "Das Lied der Dunkelheit" der Fall). Und zweitens: Die Geschichte wird durch geschickt eingefädelte Details und Informationen in die Länge gezogen, die Lust auf mehr machen, Fragen anregen und den Leser nach und nach mehr in die Welt des Buches eintauchen lassen.
Und in "Der Name des Windes" ist genau letzteres der Fall.

Auch sind die auftretenden Figuren keineswegs oberflächlich oder lieblos dagestellt. Im Gegenteil: Ich hatte vom ersten Moment jede einzelne Person in meinem Kopf: Ob es nun Kvothes Eltern waren, Meister Abenthy, Wilem und Simmon oder Re'lar Ambrose - sie alle waren auch mit wenig Details so wunderbar beschrieben, dass es an absolut gar nichts gefehlt hat.

Natürlich dreht es sich um die Chandrian und die Geschichte der Amyr - doch Kvothe erzählt in erster Linie seine ganze Geschichte und wie er zu dem geworden ist, der er heute ist. Und alleine darum geht es! Es hat nicht mit einem Dämon, Geist oder dergleichen begonnen. Es begann und endete mit dem Satz: "Es war der geduldige, blumensichelnde Laut eines Mannes der darauf wartet zu sterben." Und weshalb es so ist, kann man nicht mit ein paar wenigen Worten erklären.
Kvothe wäre einer von vielen Helden, wenn man gleich von Anfang an alles wissen würde bzw. das oberflächlichste wissen würde. Darum erfährt der Leser alles über den Helden. Kvothe lässt nicht das winzigste Detail aus. Denn schließlich macht auch der Teil mit dem Mädchen Denna den heutigen Charakter Kvothes aus.
Ich empfand mich Kvothe in der Ich-Erzählung sehr nahe. Jederzeit habe ich mich mit ihm mit gefreut oder auch mit ihm gelitten. Sobald es jedoch wieder in die Gegenwart der Geschichte kam und Kvothe in der 3. Person auftrat, war er geheimnisvoll und fast auch unnahbar. Aber genau dieses Detail hat seine Wirkung nicht verfehlt.
Ich wollte unbedingt erfahren, wieso er in der Gegenwart war, wie er war. Darum hat mich jedes noch so kleine Detail in der Geschichte fasziniert und ihm etwas näher gebracht.

Ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Teil erscheint. Doch in der Zwischenzweit werde ich mit absoluter Sicherheit noch ein zweites Mal in diese Welt eintauchen, denn Patrick Rothfuss hat ein Meisterwerk geschaffen, welches mich nicht mehr loslässt.

Meiner Meinung nach ein absolutes Muss für Fans guter Phantastik.

Doch wem es zu schwierig und langweilig erscheint ist, in das komplexe Verhalten eines Mannes einzutauchen, der unzählige Namen hat, um den sich unzählige Mythen ringen und der alles von sich preis gibt - der sollte schnellstens die Finger von "Der Name des Windes" lassen. Denn derjenige ist es nicht würdig zu erfahren, wer Kvothe war.
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am 27. August 2012
Ich bin per Zufall auf dieses Buch gestoßen, da ich sehr gern Fantasy lese und mal wieder etwas Zeit hatte.

Dieses Buch hat mich von Anfang an so fasziniert, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut und ich mag den Schreibstil von Patrick Rothfuss. Ich habe es an 2 Tagen komplett durchgelesen!
Die Geschichte macht sehr neugierig auf das was weiter passiert, und ich konnte es nach dem auslesen nicht erwarten die Fortsetzungen (Teil 1 und 2) zu kaufen.
Ich finde, dass der Autor es sehr gut schafft, die Spannung oben zu halten, so dass man zu keiner Zeit das Gefühl hat am liebsten einen Teil zu überlesen weil es einfach langweilig ist.
Man kann sich sehr schön wegträumen in die Fantasiewelt des Buches, und ich konnte mich sehr gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen.

Außerdem hat mir sehr der Wechsel zwischen der aktuellen Zeit im Wirtshaus zum Wegstein und der alten Zeit gefallen. Man wird sehr neugierig, wie alles weitergeht.

Ich kann dieses Buch und auch die nächsten Teile sehr empfehlen.
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am 14. August 2010
In "Der Name des Windes" lässt Rothfuss den legendären Zauberer Kvothe, animiert durch einen Chronisten, auf sein Leben und Wirken zurückblicken. Kvothe schildert seine glückliche Kindheit beim fahrenden Volk, den schmerzhaften, brutalen Verlust seiner Eltern, die daran anschließende harte, von Armut geprägte Zeit in einer Großstadt und schließlich seine Studienzeit an der Universität für Magie. Unterbrochen wird seine Erzählung durch kleine, beunruhigende Scharmützel in der Gegenwart, die offenbar in Zusammenhang mit Kvothes Vergangenheit stehen.

All das klingt in der Zusammenfassung recht unspektakulär und in der Tat wird jeder Leser, der hier einen Roman über Schlachten epischen Ausmaßes erwartet, vermutlich stark enttäuscht. Der Spannungsbogen ist im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres vergleichsweise niedrig angelegt, Rothfuss eilt nicht in atemberaubendem Tempo von einem Höhepunkt zum nächsten.

Wer keinen Draht zur Hauptfigur aufzubauen vermag, dem wird "Der Name des Windes" möglicherweise als langweiliger Fehlgriff erscheinen. Ich persönlich mag das Buch, die Erzählweise und Wortwahl des Autors und den in meinen Augen gar nicht so perfekten Hauptprotagonisten Kvothe, zumal das Buch bereits Andeutungen enthält, dass der Zauberer wohl eine Gratwanderung zwischen Licht und Schatten vollzogen hat.

Leider heißt es jetzt erst einmal warten auf den nächsten Band.
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am 9. September 2014
Zugegeben, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Doch ich denke, das Wort „vielschichtig“ trifft es ganz gut.
Mit Sicherheit könnte man hier noch andere Vermutungen aufführen, die alle auf ihre Art und Weise zutreffen...

Doch vorab ein kurzer Ausblick auf die Handlung:

Der Magier Kvothe lebt zurückgezogen in einem rar besuchten Wirtshaus, seine wenigen Gäste kennen ihn als Kote. Eines Tages erhält er Besuch von einem seltsamen Gast: Der Chronist, ein Geschichtensammler, hat den berühmten Magier ausfindig gemacht und bittet ihn, seine Geschichte aufschreiben zu dürfen. Momentan herrscht Krieg und die Menschen werden Zeugen beunruhigender Entwicklungen, doch das steht noch im Hintergrund.
Schließlich willigt Kvothe ein...

Die Geschichte beginnt mit der Kindheit des Protagonisten, wie er als fahrender Sänger mit der Truppe seiner Eltern durch das Land zieht. Dabei lernt er wichtige Dinge, beispielsweise die Kunst der Schauspielerei , des Singens und der Lautenspieles. Doch die Idylle ist von kurzer Dauer. Der Wagenzug wird von magischen Wesen, den Chandrian überfallen, an deren Existenz in jenen Tagen niemand mehr glaubt. Nur durch einen Zufall überlebt Kovthe den Überfall, als Einziger.
Als obdachloses Straßenkind schlägt er sich in der riesigen Küstenstadt Tarbean durch, macht die Erfahrung von Armut, Hunger und Schutzlosigkeit.
Auf der Suche nach den Chandrian führt ihn sein Weg an die arkanische Universität der Magie...

Der Name des Windes ist eines der Bücher, die man ein wenig wehmütig schließt, wenn man sie durchgelesen hat. Wenn man dieses Buch liest, zieht es einen sofort in seinen Bann. Ja, dieses Buch hat etwas, was man nicht in jedem Buch findet. Spannend ist ein Buch schnell mal, aber ist es deswegen gut? Meiner Meinung nach noch nicht.
Sein Reiz ist es, der das Buch besonders und herausragend macht und er ist vor allem dem Hauptprotagonisten geschuldet: Kvothe.
Wenn eine Person fragt, was einem an ihr gefällt, und man weiß nicht so recht, wo man anfangen soll, weil einem so viel einfällt... Übertreiben will ich auch nicht, aber so ungefähr ist es, wenn man Kvothe beschreiben will. Sein Wesen ist so facettenreich: Er ist musikalisch, redegewandt, wissbegierig, gewitzt, spontan und gerissen bis zum letzten auf der einen Seite und doch düster, gelegentlich berechnend, für meine Begriffe unglücklich verliebt und vergeblich suchend (nach den Chandrian) auf der anderen Seite. Wie ich oben erwähnte, vielschichtig eben.
Und Kvothe weiß, wie es ist, arm zu sein, oft ist er in finanzieller Not und Abhängigkeit (das hab ich in diesem Genre so noch nie erlebt).

Auch, die Welt, in der der die Geschichte spielt, ist echt gelungen und vielschichtig gestaltet. Zugegeben, ich fand die Karte am Ende des Buches etwas dürftig, aber ansonsten ist echt alles da: Es gibt eine eigene zeitliche Jahreseinteilung, zwei Währungen, eine Religion, alte Mythen sowie Kulturen und Nationen mit eigener Geschichte. Doch der Autor integriert dies alles so gut in seine Geschichte, dass es einem nie so vorkommt, als halte er diesbezüglich Vorträge. Und noch etwas ist mir bei diesem Fantasybuch positiv aufgefallen: Das Magiesystem. Es ist schön schlüssig aufgebaut, ähnlich einer eigenen Wissenschaft. Manchmal musste ich echt nachdenken, wie diese oder jene magische Handlung jetzt genau „funktionierte“. Doch keine Angst, Der Name des Windes ist kein Nerdzauberbuch.

Natürlich lebt dieses Buch nicht nur von der Person Kvothes, sondern auch von vielen anderen Charakteren, deren Liste man sehr weit führen könnte – man denke nur an Kvothes Eltern, den warmherzigen Arkanisten Abenthy, den Thelanerpriester Trapis, an den etwas verrückten Geschichtenerzähler Skarpi, die gewiefte Pfandleiherin Devi, die Meister der Universität, an Kvothes Freunde Wil und Sim, den arroganten Ambrose und natürlich an Denna oder Bast...
Und das sind längst nicht alle... Jeder nimmt auf seine Weise Einfluss auf Kvothe und macht seine Geschichte lebendig, lesenswert und spannend.

Dennoch, kein Buch lebt allein vom Inhalt – ebenso natürlich dieses, womit wir beim Sprachlichen wären. Und auch in dieser Disziplin bringt der Autor erstaunliche Leistungen. Die Sprache ist so schön.. Muss man meiner Meinung nach einfach lesen.

Fazit: Der Name des Windes ist in jeder Hinsicht eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe, neben dem Herrn der Ringe das beste Fantasybuch, das ich kenne. Es freut mich, dass ich diese Ansicht mit vielen hier teilen kann – auch wenn es immer Geschmacksache ist, ob einem ein Buch gefällt oder nicht.

Und noch was. Man sollte dieses Buch nicht mit dem Herrn der Ringe vergleichen – es ist bezüglich des Stils völlig anders. Beide Bücher teilen einzig und allein die Eigenschaft, das ihr Stil jeweils für sich herausragend ist.
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VINE-PRODUKTTESTERam 30. Dezember 2011
Der Name des Windes wurde bereits oft als DAS Debüt betitelt, ebenso wie DAS Fantasy-Highlight 2008. Dementsprechend musste ich das Buch nun auch endlich lesen. Ich erwartete dementsprechend High-Fantasy vom Feinsten und darunter verstehe ich, gut ausgearbeitete Charaktere, eine tiefgründige, atmosphärische Erzählung, Magie und einen guten, geladenen Spannungsbogen.
Der Aufbau des Buches hat mich sofort sehr angesprochen: Der Wirt steht im Fokus, doch noch ist kein Plot in Sicht. Eine weitere Figur, der Chronist, taucht auf und wird vom Wirt vor mysteriösen Wesen gerettet. Diese Szene offenbart, dass mehr hinter der Fassade des Wirts eines ordinären, ländlichen und nicht sonderlich gut frequentierten Wirtshauses steckt. Offensichtlich ist er der sagenumwobene Held Kvothe. Sie treffen Absprachen und Kvothe ist bereit seine Lebensgeschichte zu erzählen, wenn der Chronist diese wortgetreu aufschreiben kann ' dafür bräuchte er drei Tage. Die Geschichte, die er am ersten Tag erzählt kann man nun in Der Name des Windes nachlesen. Daraus ergibt sich auch der Untertitel: Die Königsmörder-Chronik Erster Tag und es ist klar, in welcher Form es weiter gehen wird, wobei der Teil mit dem Königsmörder noch unklar bleibt. Zwischendurch springt die Handlung zurück ins Wirtshaus und macht die Erzählung so schön plastisch.
Diese Art ein Buch aufzubauen finde ich persönlich wirklich überaus gelungen: Man kennt den fertigen Helden, mit dem jedoch etwas nicht ganz stimmt, und erlebt so nach und nach wie er zu dem geworden ist, der er ist ' wobei der Leser die heldenhaften Geschichten um ihn nicht kennt. Dies erzeugt eine ungemeine Spannung, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Kvothe ' und damit Patrick Rothfuss ' ist ein wahnsinnig guter Erzähler. Zwar schildert er die Erlebnisse in der Ich-Perspektive, jedoch ohne übermäßig viel aus seiner Gedankenwelt preiszugeben und dem Leser eine Meinung aufzudrücken. Er erzählt seine Geschichte mit dem aktuellen Wissen und sie ist so reflektiert aber dennoch wirklich ausdrucksstark. Teilweise wird dies ergänzt durch kurze Passagen, in denen Kvothe den Leser der Geschichte direkt anspricht und begründet warum er dieses oder jenes in der erzählten Form zusammenfasst. Dies wirkt beinahe real und macht unheimliche Freude beim Lesen. Er findet eine sehr gelungene Mischung aus detailverliebter Erzählung mit Tiefgang und Atmosphäre und nüchtern zusammengefassten Passagen.
Damit einher gehen gut ausgearbeitete Charaktere, die dennoch viele Geheimnisse bereithalten und somit noch ausreichend Potential für die Folgeromane liefern. Die Feinde, die Kvothe aufgrund seiner Vergangenheit finden und ergründen möchte, sind noch nicht greifbar und sehr vage beschrieben. Dies entspricht dem Kenntnisstand des forschenden und suchenden Kvothe und ist daher sehr passend, doch die eine oder andere Sage wurde bereits über die Chandrian geschickt eingewebt. Auch wurde nicht auf einen Antagonisten verzichtet, der wirklich im weiteren Verlauf noch den einen oder anderen Stein in die Laufbahn des angehenden Arkanisten legen wird.
Dies führt mich gleich zu einem weiteren wichtigen Punkt: die Magie. Zwar ist von Beginn an klar, das Kvothe magiebegabt ist, und der Leser erlebt, wie er einen Teil der Magie ' die Sympathie ' bei seinem Lehrer und später an der Universität erlernt, doch die wirkliche Namens-Magie wird bisher nur am Rande erwähnt. Dies finde ich durchaus schade, dennoch entspricht dies Kovothes aktuellem Stand, unglücklich gewählt ist nur der Titel des Buches, der suggeriert, dass dies ein Schwerpunkt der Geschichte sein könnte.
Doch der einzige wirkliche Kritikpunkt ist der Spannungsbogen. Zwar wird durch die Erzählung des älteren Kvothe über sein noch in der Entwicklung befindenden Selbst eine gelungene Spannung aufgebaut, leider überträgt sich diese nicht auf die Handlung der Geschichte. Zwar gibt es eine Art Höhepunkt gegen Ende, aber dieser hätte noch spektakulärer und heldenhafter geschildert und ausgeschmückt werden können ' sicher, dies widerspräche Kvothes Bild von sich selbst, aber es hätte dem Leser ein spannendes, der Qualität des Buches angemessenes Ende verpasst. So hat man das Gefühl, die Geschichte plätschere nur vor sich hin, obwohl dies nicht der Wahrheit entspricht, denn bei vielen einzelnen Episoden fiebert man mit Kvothe wirklich mit, nur sind diese Szenen meist nicht das, was man sich von spannender Fantasy verspricht. Es gibt demnach keinen Spannungsbogen, der sich über das gesamte Buch spannt, dennoch viele einzelne spannende Episoden. Da Kvothe selbst davon spricht, damit nun die Grundlagen gelegt zu haben, passen somit Inhalt und Stil zu 100 Prozent zusammen und mehr kann man nicht verlangen.

Fazit: Ich kann nun absolut nachvollziehen, was all die Leser so wundervoll an diesem Buch finden und mich trotz meiner hohen Erwartungen nicht enttäuscht hat: Das Buch hat gut ausgearbeitete Charaktere die noch viele offene Fragezeichen hinterlassen, die es in den Fortsetzungen zu ergründen gibt. Das Buch hat eine wirklich ausgesprochen athmosphärische Erzählung bei der sich tiefgründige mit zusammengefassten Abschnitten hervorragend ergänzen und man praktisch in die Erzählung eintaucht. Dem gegenüber stehen eine, für meinen Geschmack, nach dem Titel des Buches zu kurz gekommene Magie und der leider etwas sparsam ausgefallene Spannungsbogen. Dennoch ist Der Name des Windes so gut geschrieben, dass man es einfach mögen muss ' wenn man ein Freund der High-Fantasy ist ' und ich mich riesig freue, da ich den nächsten (halben) Tag der Erzählung schon bereit liegen habe.
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am 15. Mai 2016
Der Name des Windes ist der absolute Oberhammer. Es zählt für mich zu dem besten was es in Sachen Fantasy gibt. Neben Tolkien, Martin und Ryan. Für mich persönlich übertrifft Der Name des Windes alle eben genannten. In der Breite kann es natürlich nicht mit Martins Eis und Feuer und auch Tolkien mithalten, aber als einzelnes Buch gesehen steht es unangefochten auf Platz 1. Es ist einfach fantastisch geschrieben, die Magie in dem Buch und alles drum herum ist Großartig ausgedacht. Ich hab auch noch nie so etwas gelesen. Kvothe ist ein ganz Toller Charakter und seine Geschichte sehr spannend. Alleine der weg dahin als Kvothe in seinem Gasthaus alles herrichtet und am prasselnden Kamin beginnt seine Geschichte zu erzählen ist einfach WOW.

Ich habe schon einges an Fantasy gelesen, Martin, Tad Williams, Brandon Sanderson, Tolkien, Peter Brett, Abercrombie usw, aber bisher gibt's nichts was mit Der Name des Windes mithalten könnte. Außer Anthony Ryans Das Lied des Blutes.

Ein absolutes Meisterwerk der High Fantasy. Habs nicht umsonst schon 4 mal gelesen.
Tip: Wem das Buch gefällt und etwas gleichwertiges sucht sollte sich mal Das Lied des Blutes ansehen.
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am 21. September 2012
Ich muss sagen, dass ich kaum ein Fantasybuch gelesen habe, dass so vielschichtig ist, wie dieses. Es gehört WIRKLICH im Regal neben den Herrn der Ringe. Jedenfalls steht es bei mir direkt daneben in der ersten Reihe!
Die Geschichte ist bunt und abenteuerlich. Viele Themen fließen wie selbstverständlich in die Geschichte hinein. Es geht um musikalische Leidenschaft, Wissensdurst, Magie, eine tragische Lebensgeschichte und den täglichen Überlebenskampf. Und über allem steht die Frage, wie Kvothe, die Hauptfigur, sich zu dem Menschen entwickelt hat, der er schließlich ist.
Das Buch wird rückblickend erzählt. Zwischendurch wacht man auf und findet sich im Hier und Jetzt im Gasthaus vom Wirt Kvothe wieder. Der Rahmen, den Patrick Rothfuss um die Geschichte gewoben hat, ist brillant gestaltet und man kann es nicht erwarten, endlich den nächsten Teil in Händen zu halten!
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