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75 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein ewiger Gang...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Waldgang (Gebundene Ausgabe)
Solange menschliche Gesellschaften immer wieder nach kurzer Zeit degenerieren und zu Diktaturen, gleich welcher Form mutieren, bleibt der Waldgänger aktuell und sein Gang ewig. Wer dieses Buch als Reaktion auf die Hitlerzeit begreift, denkt zu kurz. Die Diktaturen nach und vor Hitler waren nur Facetten ein- und desselben Kristalls: Bisher haben Diktatoren meist durch militärische Gewalt versucht, Macht zu erlangen, in der modernen Zeit verortet Jünger die Vermassung, Standardisierung und Berechnung des menschlichen Lebens als Keim einer neuen, allumfassenden Diktatur. Der Waldgänger ist keine Abrechnung mit der Vergangenheit, sondern eine Warnung an die Zukunft. Der Waldgänger ist ein Mensch, der den Spielregeln der Macht entsagt und nur für sich allein einsteht - ohne Sklaven und ohne Herren, eben kein Stimmvieh. Und er wird allen Diktaturen und braven Bürgern immer verhasst und unverstanden bleiben, am meisten den so genannten Herren Politikern und Sozialwissenschaftlern. Um Waldgänger zu sein, bedarf es Mutes - deshalb wird dieser in der deutschen Jammer- und Massenkultur wohl eher zu einer raren Spezies gehören. Wer aber in sich noch etwas Leben fühlt, sollte dieses Buch lesen.
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Aktueller denn je...,
Von Kapitän Ehrhardt (Schwaben) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Waldgang (Gebundene Ausgabe)
Ernst Jünger ist einer der umstrittensten Schriftsteller, die man bisher in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik wahrgenommen hat. Sein Verdienst ist es zweifellos, die Schweigespirale zumindest gelegentlich noch durchbrochen und in wohltuend offener Weise Stellung bezogen zu haben. Somit war er im kulturellen Leben der Deutschen nach 1945 eine Ausnahmeerscheinung.Für mich persönlich ist der Waldgang Jüngers bedeutendstes Nachkriegswerk. Bereits in den frühen 50er Jahren nimmt er hier gedanklich das vorweg, was heute so virulent ist: die totale Massengesellschaft. Umso interessanter und auf eine spezifisch geistige Weise auch hilfreich ist sein Entwurf eines Gegentypus. Der Waldgänger ist dabei niemals elitär-abgehoben in einem realitätsabgewandten Kontext. Im Gegenteil, er bewahrt eine geradezu archaische Verwurzelung und Bodenhaftung. Genau das also, was den Massenmenschen zeitgenössischer Prägung abhanden gekommen ist. Dieses Buch ist eine absolute Empfehlung für Menschen, die sich einen eigenen Standpunkt abseits unserer Plastik- und Konsumkultur bewahren wollen und bereit sind nonkonforme Wege zu gehen. Für Jünger als die herausragende Gestalt im deutschen Kulturschaffen des 20. Jahrhunderts gilt wie für kaum einen anderen: viel Feind viel Ehr... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Es kommt nicht auf Bekenntnisse an,
Von Thomas Holtbernd "Thomas Holtbernd" (Bottrop) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Waldgang (Gebundene Ausgabe)
Ernst Jünger (1895 - 1988) spaltet, polarisiert und es kostet zumindest Leser/Leserinnen des 21. Jahrhunderts ein wenig Überwindung, die Lektüre dieses oft als konservativ benannten Autors in die Hand zu nehmen. "Der Waldgang" erschien 1951 und beim Lesen ist man nicht sicher, ob es nicht doch zu einem späteren Zeitpunkt geschrieben wurde. Auf der einen Seite kann man es als Erwiderung auf den Nationalsozialismus verstehen, auf der anderen Seiten wirkt dieser Text fast prophetisch. In 34 Abschnitten zeichnet Ernst Jünger das Bild eines Waldgängers. Der Waldgäng ist als Bild gemeint, das konträre Pole miteinander verbindet. Es ist der Mensch, der sich seiner Einzelheit stellt und im Alleinsein Immunität entwickelt. Den Ausgangspunkt bildet das demokratische Mittel der Wahl. Hier analysiert Jünger sehr genau die Dynamiken, die das Gefüge zwischen Mehrheit und Minderheit ausmachen. Zwar mögen die Bilder des Nationalsozialismus immer wieder auftauchen, doch es geht hier um mehr. Es ist die Frage, wie sich der Einzelne stark machen kann und vor allem, wie der Einzelne duch sein Einzelsein Einfluss auf die Gesellschaft hat. Freiheit ist nicht etwas Abstraktes, sondern mit der Fähigkeit des Einzelnen verbunden, sich gegen die Mehrheit zu bestimmen. Die Mehrheit ist immer eine Gefahr, doch gleichzeitig sind in der menschlichen Entwicklung Güter entstanden, die betrachtet werden können und hilfreich sind. Auch der Mythos ist damit keine Vorgeschichte, sondern eine zeitlose Wirklichkeit, die sich ständig wiederholt. Ernst Jünger analysiert Medien, Kirchen und Vorstellungsbilder. An manchen Stellen erscheint den Zeilen eine große prophetische Kritik zu entsteigen. Die abendländischen Vorstellungen von Herrschaft und Gesellschaft werden greifbar. Und "Der Waldgang" wird zu einem Pilgerbuch für den Einzelnen, zu einer Handlungsanweisung und Gebrauchsanweisung. "Der Waldgang" ist dabei erstaunlich aktuell. Es ist Basisliteratur und gehört in den Kanon der zu lesenden Bücher.
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26 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Jüngers Theorie des Partisanen und zugleich Lebenskonzept,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Waldgang (Taschenbuch)
Ernst Jünger entwirft in seinem zu Beginn der 50er Jahre erschienenen Essay einen neuen Typus, den "Waldgänger", der besser noch als "Krieger" und "Arbeiter" dem Zeitlauf der technischen Moderne widerstehen kann und in Bezug auf die Deutschen die Desillusionierung und moralische Orientierungslosigkeit nach dem Zusammenbruch des Nazíregimes überwinden soll. Jenseits der Ideologie angesiedelt und inhaltlich eher holzschnitzartig dargestellt wird hier die autochthone Erdverbundenheit des Individuums zum Quell der Kraft und der moralischen Werte, denen der Widerstand entspringt. Gegenstand des Widerstandes ist hier nicht nur der totalitäre Staat, sondern ebenso der scheinbar freiheitliche, demokratisch Staate, der für Jünger auch die ursprüngliche Freiheit einschränkt. Der etwas schwülstige Stil sollte nicht abschrecken, diesen kurzen Essay zu lesen, da seine Thesen sicher noch immer polarisierend genug sind, den Leser automatisch Stellung nehmen zu lassen.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Die Situation des Einzelnen in einem totalitären Staat,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Waldgang (Gebundene Ausgabe)
In seinem Werk "Der Waldgang" zeigt Ernst Jünger auf, welche Möglichkeiten für den einzelnen Bürger in einem totalitären System bestehen, wobei bei diesem in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts entstandenen Buch Jüngers der Bezug zum "Dritten Reich" bzw. dem Nationalsozialismus deutlich wird. Auch wenn der Staat beinahe allgegenwärtig ist und massiv in das Leben der Bevölkerung einzugreifen versucht, so gibt es nach Jünger doch in den meisten Fällen die Möglichkeit, den "Waldgang" anzutreten und in diesem Zusammenhang den Widerstand gegen das Regime weiterzuführen. In mehr als dreißig Einzelkapiteln widmet sich Jünger den verschiedenen Formen des Widerstandes, die von einer Ablehnung bei den Wahlen bis hin zur Flucht in die Wälder und den bewaffneten Kampf gegen die Unterdrücker reichen.Die Theorien des 1998 verstorbenen Jünger, der zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten deutschen Schriftstellern zählte (z. B. aufgrund seines wohl berühmtesten Werkes "In Stahlgewittern") sind interessant zu lesen, ihre Anwendung in der Realität erscheint mir allerdings sehr schwierig. Außerdem denke ich, dass man ein gewisses Verständnis für Ernst Jünger und sein literarisches Schaffen aufbringen muss, um seine Werke richtig lesen und verstehen zu können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Schärft die Sinne auch für subtile Bedrohungen unserer Freiheit...,
Von Abacus "Abacus Frankfurt" (Rhein-Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Waldgang (Gebundene Ausgabe)
...und bietet ein Konzept, diesen Bedrohungen zu begegnen.Streckenweise nicht ganz einfach zu lesen (der Schreibstil ist etwas altbacken und schwülstig), dennoch hat man das 96-Seiten-Buch recht schnell ausgelesen. Obgleich als Reaktion auf den Nationalsozialismus geschrieben, ist es ein zeitloses Buch, denn subtile und weniger subtile Bedrohungen der Freiheit wird es innerhalb menschlicher Gemeinschaften immer geben. Ernst Jünger tritt ein für eine sehr weitreichende Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Individuums. Der Waldgänger glaubt an seine Selbstwirksamkeit und entscheidet souverän über alle wesentlichen Bereiche seines Lebens und Zusammenlebens. Er handelt auch sittlich nicht nach Doktrinen (selbst die Kirchen können bestenfalls Assistenz geben) und behält sich die Anerkennung von Gesetzen vor. Der Mensch ist in seiner Entscheidung einsam, begegnet in ihr aber sich selbst und erkennt seine Macht. Man muss nicht in allen Punkten mit Ernst Jünger übereinstimmen, um dieses Buch zu mögen. Reinhard Sprenger empfahl mir vor einiger Zeit dieses Buch und bin ihm dankbar für diese Empfehlung. Wer dieses Werk mag, wird vermutlich auch die Bücher von Reinhard Sprenger mögen und umgekehrt: Der dressierte Bürger Die Entscheidung liegt bei dir! Vertrauen führt Das Prinzip Selbstverantwortung Mythos Motivation Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Der Waldgang von Ernst Jünger (Gebundene Ausgabe - Juli 2012)
EUR 14,95
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