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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Dowayos: quicklebendig und "nicht sehr helle"
Der Autor nimmt sich die Freiheit, seine Erlebnisse so aufzuschreiben, wie
sie ihm passiert sind und auf einen ideologischen Überbau zu verzichten.
Das Buch ist unterhaltsam und von gesunder Subjektivität, dabei politisch
unkorrekt und von einer bisweilen ans Groteske grenzenden Ironie.
Die Dowayos erscheinen keineswegs als "edle Wilde",...
Veröffentlicht am 14. April 2008 von Steffen Herrmann

versus
3.0 von 5 Sternen Ich habe mich sehr amüsiert
Ich habe mich sehr amüsiert . Das Buch schafft für mich den Übergang vom kurzweiligen Klamauk am Anfang zu einer differenzierten liebevollen Auseinandersetzung mit dem Thema Zusammentreffen der Kulturen .
Veröffentlicht am 14. Mai 2012 von Gottfried Mayr


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Dowayos: quicklebendig und "nicht sehr helle", 14. April 2008
Der Autor nimmt sich die Freiheit, seine Erlebnisse so aufzuschreiben, wie
sie ihm passiert sind und auf einen ideologischen Überbau zu verzichten.
Das Buch ist unterhaltsam und von gesunder Subjektivität, dabei politisch
unkorrekt und von einer bisweilen ans Groteske grenzenden Ironie.
Die Dowayos erscheinen keineswegs als "edle Wilde", sondern als störrisch
und aufdringlich, prüde und obszön, manchmal grausam und insgesamt
als "nicht sehr helle". Barley macht keinen Versuch, sie uns nahe zu
bringen, sie uns auch nur sympathisch zu machen oder ihnen eine Bedeutung
zu verleihen. Dabei wird dieses Völkchen für uns durchaus interessant,
ihre Bewohner werden nicht besser, aber ebensogut wie irgendjemand sonst,
man spürt ihre quicklebendige Gegenwart.
Daneben wirft der Autor einige Streiflichter auf eine absurde Bürokratie
und er beschreibt seine erlittenen Krankheiten, von denen er nicht viel zu
wissen scheint mit ebenso dokumentarischer Distanz wie seine Eingeborenen.
Der Mann ist Ethnologe von Natur aus. Also lesen!
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig, informativ, gut lesbar = ganz große Empfehlungung!, 31. Juli 2002
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nigel Barleys Bericht über sein Leben in einem abgeschiedenen Dorf irgendwo in Afrika ist witzig und informativ zugleich. Barley beschränkt sich nicht nur auf Anekdoten "witziger Details", sondern beschreibt ausführlich und unglaublich ironisch die Probleme ethnologischer Feldforschung - und räumt nebenbei gleich mit einigen Mythen auf.
Man wird insofern ausgezeichnet unterhalten und lernt quasi nebenbei eine Menge - nicht nur über Ethnologie, sondern auch über Afrika und über (einige) der Menschen dort. Das einzige vergleichbare Buch ist "die letzten ihrer Art" von Douglas Adams (und natürlich die anderen Barley-Bücher).
Ganz klare Kaufempfehlung!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen perfekt, 25. April 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seine zweijährige Feldorschung zu Sitten und Gebräuchen eines afrikanischen Naturvolkes verarbeitet Barley nicht zu einer Forschungsarbeit, sondern zu einem außerordentlich unterhaltsamen und informativen Erlebnisbericht über das Afrikaprojekt mit all seinen Tücken. Gängige Vorstellungen über Ethnologie stellt das Buch im besten Sinne auf den Kopf, regt zu einer Auseinandersetzung mit diesem Feld an und relativiert die eigene Sicht der Dinge. Unbedingt empfehlenswert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen witzig, ironisch, lebensnahe schilderung der dowayos, 5. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Traumatische Tropen: Notizen aus meiner Lehmhütte (Gebundene Ausgabe)
Die Dowayos leben in Kamerun. Ein Ethnologe, der sich noch nicht an den Theorien und vorgefassten Meinungen seines Fachs schuldig gemacht hat (oder einfach wieder aus der Umklammerung befreit hat, indem er sich redlicherweise seine eigenen Vorurteile und Schwächen eingesteht) macht sich auf, um an ihrem Leben teilzuhaben und um als neuer Mensch in seine 'eigene' Kultur zurückzukehren, die nun wieder mit neuen Augen gesehen alles andere als selbstverständlich ist.

Wie auch in seinen anderen Büchern versteht es der Autor auf wunderbare Weise, witzige Situationen zu zeichnen und skurrile Gestalten vorzustellen, denen er im afrikanischen Dorf begegnet. Er räumt mit vielen gängigen Vorurteilen auf, so z.B. der Aberglaube, wonach alles, was in Afrika als 'gut' bezeichnet wird, aus einheimischen Traditionen stammt, während alles Böse wie Rassismus und Unterdrückung bloß Erbe des Imperialismus ist. Zeigt die wahnwitzigen Spielchen der Bürokratie auf und verdirbt sich gründlich den Magen, sodass er bei der Heimreise derart geschwächt ist, sein Gepäck zu tragen. Eine authentische, lebensnahe Schilderung eines englischen Feldforschers also, der mir nach der Lektüre so liebenswert erschien aufgrund seiner Selbstironie, seiner Bescheidenheit, seines Wissens, seiner Macken wie das Volk der Dowayos selber.

Unbedingt lesen, wer gerne lacht!!

Das hat noch Platz hier: Als Mr. Barley wieder in die so genannte Zivilisation zurückkehrt (Kapitel: Der Engländer aus dem Weltraum): "Ich schritt durch die Straßen Roms wie ein Dowayo-Zauberer, der den Unterschied zwischen seiner rituellen Rolle und den Alltagsfunktionen durch gespenstische Langsamkeit markiert. Der reichen Auswahl auf den Speisekarten in den Lokalen fühlte ich mich nicht gewachsen: Ich hatte bei den Dowayos so lange nehmen müssen, was ich bekam, dass ich die Fähigkeit auszuwählen völlig verloren hatte."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie es einem Engländer in Afrika ergehen kann, 24. November 2012
Der Titel ist an den Klassiker "Traurige Tropen" des französischen Soziologen / Ethnologen Claude Levi-Strauss angelehnt. Der Engländer Nigel Barley begibt sich in Traumatische Tropen aber nicht wie der Franzose Levi-Strauss zur Feldforschung nach Brasilien, sondern ins Bergland von Kamerun, um dort beim Stamm der Dowayo zu leben und diesen zu erforschen. Was ihm dabei alles an urkomischem, aber auch an tragischem, bishin zur körperlichen Versehrtheit widerfährt, ist ganz grosses Kino! Grossartig sind die Selbstreflexionen von Barley, der mit viel Ironie und Humor seinen europäischen (kolonialen) Blick auf die Dowayo dekonstruiert und somit auch in Frage stellt. Ein absolut ehrliches Buch, bei dem viel Lachen und Erstaunen garantiert sind.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heitere und informative Reise nach Kamerun, 5. Juni 2003
Mit typisch britischem Humor und einer guten Prise Selbstironie erzählt der Ethnologe Nigel Barley von seinem Feldforschungsaufenthalt bei einem kleinen Bergvolk im Norden Kameruns. Auch wenn er anfangs einige Male - wie er auch selbstkritisch zugibt - etwas naiv an die Dinge herangeht, indem er blind voraussetzt, dass beispielsweise Behörden, Post, Banken etc.. in Afrika ähnlich funktionieren wie in der Heimat, kann man ihm dies nicht verdenken, da dies wahrscheinlich jedem passiert, der zum ersten Mal nach Afrika kommt. Doch er erträgt die Schikanen - ganz der Brite - meist geduldig und mit einem bemerkenswerten Humor, so dass man nicht selten in der Lektüre innehalten und lachen muss - so zum Beispiel bei der Szene in der Botschaft, wo zwei an einem Streifen zusammenhängende Passbilder und die zu ihrer Trennung erforderliche Schere dem Botschaftspersonal Probleme bereiten. Aber auch viele andere „komische" Situationen sind absolut realitätsnah und typisch für den Alltag und die Menschen in Afrika, einschließlich der dort temporär ansässigen Weißen. Mit seiner heiteren und zugleich auch sehr informativen Art des Erzählens und seiner offenen Einstellung gegenüber der fremden Kultur zeichnet er ein glaubhaftes Bild vom Leben in einer ländlichen Region Afrikas sowie von den Menschen, mit denen er während seins Aufenthaltes zu tun hatte.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie man Ethnologen empirisch durch den Kakao zieht, 1. Mai 2010
Von 
Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Autor geht zu seiner Feldforschung als Ethnologe, zugleich der ersten richtigen Auslandserfahrung, nach Kamerun zu den Dowayos, einem primitiven Negerstamm. Seine Erfahrungen und Forschungsergebnisse", stellt er bald fest, sind eher geeignet in einem witzelnd-selbstironischen und die Zunft der Ethnologen skeptisch beleuchtenden Reisebericht niedergeschrieben zu werden als in einer weiteren wissenschaftlichen Arbeit, die kaum jemand liest. Dieser Ansicht darf man sich anschließen.
Tatsächlich erfährt man eine Menge über schwarzafrikanische Verhältnisse, die elende ausufernde, nervtötende, Lebenszeit verkürzende afrikanische Bürokratie, die für immer wieder neue Überraschungen gerüsteten Dowayos, den unglaublichen, skurillen, lachhaften, vergeblichen, aufregenden, gefährlichen, dauerhaft Kopfschütteln verursachenden Erlebnissen eines amüsierten, geängstigten, desillusionierten, enthusiastischen, depressiven, verzweifelten, hoffnungsfrohen, überforderten, nimmermüden und atemlosen Forschungsreisenden. Und das war wohl auch fällig, denn er hat zu viele Jahre bereits an einem ethnologischen Institut von mittelmäßigem akademischen Ruf unterrichtet und überkommene orthodoxe Lehren weitergereicht. Barley ist sehr kritisch gegenüber den Methoden und Theorien der Wissenschaftler. Da geht es oft zu sehr um die selbstgefällige Erbauung des Ego, erfährt man nicht ganz nebenbei. "Wie das Klosterleben dreht sich die akademische Forschung eigentlich um die Vervollkommnung des eigenen Selbst."
Auch die Feldforschung habe ein gerüttelt Maß Selbstzweckcharakter. Er behauptet: "Diese Ansicht wird zweifellos weder bei konservativen Akademikern auf Gegenliebe stoßen, noch bei denen, die sich als revolutionäre Avantgarde sehen. Beide kranken daran, dass sie schrecklich von sich eingenommen sind, sich im Bewusstsein der eigenen Wichtigkeit in die Brust werfen und sich nicht vorstellen können, dass keineswegs die ganze Welt an ihren Lippen hängt."
Bisweilen wird Barley tiefsinnig: "Die Denker der Gegenwart kümmern sich genauso wenig um Tatsachen oder ausgewogene Urteile wie ihre Vorgänger." Man muss als Wissenschaftler offenbar schon eine bestimmte geistige Reife besitzen, um das zugeben zu können! Und dann wird man auch als Völkerkundler feststellen, dass der Allgemeinheitsanspruch bestimmter Interpretationsmodelle und Theorien das Denken verengt. Aber wie ist es dann mit der wissenschaftlichen Wahrheit bestellt!?
Mit diesem Buch möchte der Autor dazu beitragen, dass wieder ein Gleichgewicht zwischen Empirie und Theorie hergestellt wird und den Studenten des Fachs wie hoffentlich auch Nicht-Ethnologen den Zusammenhang zwischen fertiger Monographie und der zugrunde liegenden Rohmasse der unmittelbaren Wirklichkeit deutlich werden zu lassen. Für den Ethnologen Barley sind Ethnologen auch nur fachlich Irrende, die sich im Besitz alleiniger Wahrheit wähnen, obwohl sie doch für jedes Problem, das sie zu lösen meinen, zwei neue erschaffen.
Überraschend ist, was er über die schlecht beleumundeten Missionsstationen schreibt. Mit Vorurteilen belastet, suchte er sie auf und stellte fest, dass sie für ihn eine taugliche Rettungsstation für Notlagen waren, in die der materiell ebenso wenig wie mental im mindestens auf den Busch vorbereitete Ethnologe gerät, zugleich eine eminent wichtige Zufluchtstätte, wohin man, wenn es gar zu arg kam, fliehen und wo man unbedenklich Fleisch essen, Europäisch sprechen und mit Leuten zusammen sein konnte, " bei denen man nicht gezwungen war, jeder noch so geringfügigen Äußerung lange Erläuterungen voranzuschicken." Also ganz unwissenschaftlich, aber hilfreich.
Der Autor hat sich in Afrika verändert. Er hat seine Gesundheit auf Jahre ruiniert. Seinem vagen liberalistischen Glauben an die letztendliche kulturelle und ökonomische Errettung der Dritten Welt wurde ein schwerer Schlag versetzt. Wieso sollte der Westen, der selber nicht kulturell und ökonomisch auf festen Füßen steht, anderen dazu verhelfen können? Der Autor spürt Dankbarkeit, als er die Segnungen der westlichen Zivilisation wieder in ganzen Zügen genießen kann, in einem kulturellen Zusammenhang leben darf, der ihm ebenso zerbrechlich wie kostbar vorkommt, um dann ein halbes Jahr später doch wieder zu den Dowayo loszuziehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hat es sogar als Standardlektüre an die Uni geschafft, 18. Oktober 2011
Barley's "Traumatische Tropen" ist ein Klassiker hinsichtlich der Thematik "Feldforschung". Wir haben das Buch sogar als Pflichtlektüre an der Uni gelesen und darauf Klausurfragen aufgebaut. Der Autor schildert mit Witz (v.a. britischem Humor) und Irrsinn wesentliche Aspekte der ethnologischen Feldforschung bei den Dowayo in Kamerun. Von der Vorbereitung und Planungsphase über die Ankunft im kamerunischen Dorf hin zu der eigentlichen Forschung und dem Wiederkehren nach Hause (einschließlich erneutem Kulturschock)schreibt Barley auf wissenschaftliche Art und Weise ohne jemals in ein "staubiges" Fachgebiet abzuschweifen.

Das Tolle an dem Buch ist, dass der Autor sich selbst nicht zu ernst nimmt und viel Freiraum für Eigenkritik lässt. Das macht es dem Leser einfacher, die Dowayo nicht nur als einen "kuriosen" Untersuchungsgegenstand eines europäischen Wissenschaftlers zu interpretieren, sondern diese als eine soziale Gemeinschaft mit höchst interessanten Sozialstrukturen, Aufgabenfeldern und Organisationstalent wahrzunehmen.

Mein Tipp: Für jedermann lesbar (ob Wissenschaftler oder Afrika-Freund) und definitiv zu empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsam und lehrreich, 4. September 2010
Ic habe das Buch von Freunden geschenkt bekommen und war zunächst etwas skeptsch, aber nachdem ich es einmal begonnen hatte konnte ich es praktisch nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor beschreibt unterhaltsam die Tücken und weniger bekannten, zeitraubenden (und für den Leser lustigen) Hindernisse auf dem Weg zur und bei der Feldforschung bei "seinem" Eingeborenenstamm. Zusätzlic hierzu lernt man sozusagen nebenbei etwas über die Ethnologie als Wissenschaft und über das Dorf, welches von dem Autor besucht wird. Dabei gelingt es ihm dem Leser die Eingeborenen und Ihre Lebensweise, grade weil er auch ihre negativen Seiten schildert, lebensnah darzustellen und man lernt praktisch dazu, ohne sich dessen bewußt zu sein, wie es etwa bei der trockenen Lektüre eines Lehrbuchs oder einer Monographie der Fall wäre.

Darum 5 Sterne :-)
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30 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der steinige Weg zur Erkenntnis, 23. Oktober 2000
Ein Ethnologe reist nach Afrika, um Feldforschung zu betreiben. Er lebt zwei Jahre lang in Kamerun bei einem Bergvolk, das in mancher Hinsicht meilenweit von unseren Kulturvorstellungen entfernt ist. Das Leben der Dowayos ist geprägt vom Aberglauben, von Regenmachern, Mysterien und Bier. Um ersteres zu untersuchen ist der Forscher auch da, aber vorerst bekommt er nur letzteres zu schmecken; der Weg zu ethnologischen Erkenntnissen ist beschwerlich und droht mehrmals, versperrt zu bleiben. Zuerst trifft er auf bürokratische Hemmnisse, die manchen anderen schon jetzt entmutigt hätten. Dann geben kulturelle Missverständnisse allerhand Anlass zu Verwirrungen; Krankheiten und Ungeziefer setzen ihm genauso zu wie die Einsamkeit und seine ständige Finanzknappheit, an der er allerdings - wie an so vielen Entbehrungen - selbst Schuld ist, weil er sein Geld vorschnell einer einheimischen Bank anvertraut hat.
Er begegnet Leckereien wie vorgekauten Früchten und verbrannten Innereien, Menschen mit ausgeprägten Marotten, einem wichtigtuerischen und selbstherrlichen Präfekten, resignierten und enthusiastischen Missionaren, aber auch einem Verhältnis zu Selbstverständlichkeit und völligem Unverständnis, das unseren westlichen Empfindungen völlig entgegenläuft. Die Dowayos reagieren oft sehr unerwartet. So können sie überhaupt nicht verstehen, warum ihr Gast Angst vor Skorpionen in seinem Zelt hat, wogegen sie eine geradezu heilige Furcht vor dem gefährlichsten aller Tiere, der Eule, haben. Ausgeprägter Rassismus und eine absolut unterwürfige Stellung der Frau sind nach ihren Anschauungen völlig normal und Geld öffnet jede Tür. Es gibt natürlich auch sympathische Züge an diesem Volk, die Barley humorvoll beschreibt, ebenso wie den langen Weg, den er gehen musste, um hinter die Geheimnisse der Beschneidungszeremonie und der Regenmacher zu kommen. Nach zwei Jahren ist er endlich so weit und freut sich auf die Heimkehr.
Doch Kamerun hat noch eine Überraschung bereit. Die Ausreise gestaltet sich genauso kompliziert wie die Einreise. Neun abgestempelte Bescheinigungen muss er sammeln, bis er schließlich im Polizeipräsidium der Hauptstadt sein Ausreisevisum erhält. Er fühlt sich wie Moses, als der "von Gott seine Gesetzestafeln bekam".
Das Buch ist - namentlich solange die Probleme für Nigel Barley und seine Leser noch neue Probleme sind, die unerwartet und verblüffend auftauchen und deren Lösung manchmal ebenso kühn wie einfach ist - höchst amüsant und kurzweilig zu lesen. Die komischen Situationen, in die Barley gerät, sind nie oberflächlich dargestellt oder übertrieben. Bei allem Schmunzeln darüber bleibt immer klar, dass der Autor ernste ethnologische Forschung im Sinn hat. "Traumatische Tropen" - der Titel trifft es auf den Punkt - ist ein Buch für jeden, der an Andersartigem und Fremdem interessiert ist, den Reisenden, der Afrika aus eigener Anschauung kennt, genauso wie den Freund von Reiseberichten, aber auch - und besonders - für Fachkollegen, sofern sie bereit sind, mit dem nötigen Humor und der nötigen Portion Selbstkritik über der eigenen Sache zu stehen.
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Traumatische Tropen: Notizen aus meiner Lehmhütte
Traumatische Tropen: Notizen aus meiner Lehmhütte von Nigel Barley (Gebundene Ausgabe - 2001)
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