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11
3,9 von 5 Sternen
Leichendieb: Thriller
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. August 2013
Zunächst geht es für den Ich-Erzähler des Romans weder um den Diebstahl einer Leiche noch überhaupt um irgendeine kriminelle Handlung. Doch das wird sich umgehend ändern, als er, bei einem Angelausflug, den Absturz eines kleinen Flugzeuges miterlebt.

Der Pilot stirbt vor seinen Augen und, was soll es schaden, flugs nimmt er den Rucksack und die Armbanduhr des Piloten mit. Kann man immer gebrauchen. Das da auch noch ein Beutel mit Kokain zu finden ist, das aber ist schon ein anderes Kaliber.

Es ist schon schwer genug, in diesem kleinen Nest in Brasilien irgendwie durchzukommen, ein wenig Geld durch den Verkauf des Kokains kann da nicht schaden. Nur, dass er sich den falschen Partner sucht. Nur, dass ihm sein Schweigen als Zeuge des Absturzes keine Ruhe lässt. Nur, dass er von der Freundin des eigenen Cousins nur schwer die Finger lassen kann. Nur, dass, einmal Lunte gerochen, das vermeintlich leicht verdiente Geld durch Drogen sehr reizt.

Wobei er in der Zwischenzeit der Familie, vor allem der Mutter des toten Piloten auch nahe gekommen ist. Eigentlich suchte er Kontakt nur, um dort beruhigend zu wirken, doch, wie so vieles in der Geschichte, nehmen die Ereignisse eine ganz eigene Dynamik auf, die ihn letztlich in große Zwickmühlen geraten lassen wird.

Nicht immer einfach zu lesen ist dieser Thriller. Sprachliche Ticks der Hauptperson (aus seinem alten Beruf als Call-Center Agent hat er es sich angewöhnt, Gedanken und Sätze mit einem „Over“ zu beenden, was manches Mal den Leser fast schon nervt). Durchgehend aber ist Patricia Melo nah an der Atmosphäre dieses „Brasiliens von Unten“.
Überlebenskampf, Geld ist rar, Korruption überall, scheinbar solide Väter und Familienoberhäupter haben da noch ganz andere „Familien“ mit in Petto. In dieser Gemengelage einen klaren, eigenen Weg zu gehen, das fällt schwer. Und diese innere Schwierigkeit, die bringt Melo nachfühlbar immer wieder auf den Punkt, lässt den Leser daran teilhaben, wie der Protagonist der Geschichte mehr und mehr sich verstrickt.

„Lange Zeit hatte ich geglaubt, Schlechtigkeit erfordere einen langen Lernprozess. In jenen Tagen begriff ich, dass das Schwere ist, ein guter Mensch zu sein....... Die Schlechtigkeit aber ist uns schon von Geburt an eingeimpft wie ein angeborenes Virus, das nur den passenden Moment abwartet, um in Erscheinung zu treten“.

Wobei „Schlechtigkeit“ in Form einer moralischen Verkommenheit nicht der rechte Begriff für das Handeln des Ich-Erzählers wäre. Es ist das menschlich allzu menschliche, dass in mehr und mehr in Situationen hineinbringt, in welchen er „schlecht“ handelt. Wie er sich entwirrt? Ob ihm das überhaupt gelingt, wenn sich die Schlingen enger zusammenziehen, dass ist der innere Spannungsbogen des Buches, der den Leser durchaus bis zum Ende bei der Stange hält. Trotzdem Melo die Geschichte rein als ständigen Gedankenfluss erzählt und daher kaum kribbelnde Spannung durch den Aufbau gefährlicher Situationen erzeugt.

Alles in allem ein atmosphärisch dichter, die Lebensweise „unten“ in Brasilien gut vermittelnder Roman, der die fast zwangsläufige Entfaltung des „Schlechten“ im Menschen in intensiver Weise nachvollzieht.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 17. Juli 2013
Was muss passieren, damit aus einem Menschen, der bisher ein völlig normales Leben gelebt hat, ein Krimineller wird? Das ist die spannende Frage, der die brasilianische Autorin Patrícia Melo (die aber mittlerweile in der Schweiz lebt), in ihrem neuesten Buch nachgeht. Auch wenn der Handlungsort Lateinamerika ist und Drogen keine unbedeutende Rolle spielen, scheint es mir falsch, das Buch als Thriller zu bezeichnen, denn "Leichendieb" ist eher die Charakterstudie eine Leichtverführbaren.

Der zu Beginn der Handlung namenlose Ich-Erzähler hat seinen Manager-Job in einem Call-Center in Sao Paolo verloren. Der Rausschmiss ist selbstverschuldet, denn nachdem er eine seiner Mitarbeiterinnen geohrfeigt hat, begeht diese Selbstmord. Gefrustet und ausgebrannt beschließt er auszusteigen und der Stadt den Rücken zu kehren. Der Ort seiner Wahl ist Corumbá, eine Städtchen an der Grenze zu Paraguay und Bolivien. Dort lässt er sich die Sonne auf den Bauch scheinen und lebt in den Tag hinein.

Bei einem Angelausflug wird er Zeuge eines Flugzeugabsturzes und findet in dem Wrack einen Rucksack mit einem Kilogramm Kokain. Seine leichten, wirklich sehr leichten Bedenken, wischt er flugs zur Seite und beschließt, das Kokain zu verkaufen. Und damit begibt er sich in eine moralische Abwärtsspirale, aus der es für ihn kein Entrinnen gibt.

Schnell kann es gehen, wenn ein vormals ehrbarer Mensch sich auf krumme Geschäfte einlässt. Denn dem Kopf der Hydra vergleichbar, zieht ein Fehlverhalten des Protagonisten fast zwangsläufig die nächste, schwerwiegendere Ungesetzlichkeit nach sich, bis es schließlich für ihn um Leib und Leben geht.

Diese Ereignisse beschreibt Patrícia Melo nachvollziehbar und mit leichter Hand, sodass die Entwicklung ihrer Hauptfigur vom Namenlosen zum "Porco" (ja, Sie vermuten richtig) völlig logisch erscheint. Ihr Stil ist eher karg, dafür aber herrlich lakonisch und mit trockenem Humor - zumindest was die Aktivitäten des Protagonisten angeht.

Ganz anders sieht es aus, wenn Melo die Zustände in Corumbá schildert und dabei ganz beiläufig den Finger auf die Wunde legt. Ob das nun das äußere Erscheinungsbild der heruntergekommenen Grenzstadt, die Korruption, die allgegenwärtige Armut, die dysfunktionalen Familien, die gestörten Beziehungen, die Kriminalität oder der Gegensatz zwischen Reich und Arm ist - hier nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und liefert ihren Lesern erschreckend realistische Beschreibungen.

Mit "Leichendieb" hat Patrícia Melo eine spannende Geschichte mit unverhohlener Kritik an der brasilianischen Gesellschaft verknüpft - sehr lesenswert und wärmstens empfohlen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. September 2013
Nach einem Tipp in einer der hiesigen Krimibestenlisten habe ich dieses Buch gekauft. Ich muss zugeben, dass "Leichendieb" ein absolutes Lesevergnügen ist. Man hat fast den Eindruck, dass man in eine Art Traum eintaucht, weil der Hauptdarsteller so fremdgesteuert wirkt. Zwei Frauen, ein Toter und geklautes Dope. Das ist eine sehr spannende Konstellation. Melo beschreibt das alles in einer sehr schönen Art und Sprache. Allerdings muss ich eingefleischte Krimifreunde warnen, weil der Spannungsaspekt auf der Strecke bleibt. Das ist eher klassische Literatur als Krimi.
Aus diesem Grund vergebe ich auch nur 4 Sterne. Die sind aber absolut verdient, weil sich das Buch sehr leicht und flüssig liest.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. November 2013
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive des Protagonisten geschrieben.
Dieser ist ein Looser und Unsympath, keine Identifikationsfigur. Mitfiebern in den (seltenen) spannenderen Momenten fällt schwer. Dafür gönnt man dem "Helden" viel zu sehr, dass es schief geht, dass er auf die Nase fällt, mit seiner Egozentrik, Selbstgerechtigkeit und Durchschnittlichkeit.
Schief gehen könnten Drogengeschäfte, Unterschlagung, Erpressung. Aber letztlich läuft alles so dahin...
Das Ende kam dann überraschend (auch weil ich ohne Fortschrittsanzeige auf dem Smartphone gelesen habe...) und lässt Fragen offen. Kein verstörendes Ende, aber man muss doch für meinen Geschmack zu viel die eigene Phantasie bemühen.
Die Sprache (der Schreibstil) ist eigen, passend zum Ich-Erzähler, aber lesbar.
Interessant (fesselnd wäre zu viel gesagt) sind die Einblicke in das brasilianische Leben.
Während des Lesens stellt sich dennoch das Gefühl des "wissen-wollen-wie-es-weitergeht" ein, insofern Lesevergnügen.
Für eine Weiterempfehlung ist mir das aber zu wenig.
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Ein Flugzeugabsturz im südamerikanischen Dschungel, ein Paket voller Drogen im Flugzeug und ein ganz schlechter Plan - dies könnte ein Substrat des ohnehin schon sehr kompakten Romans "Leichendieb" von Patrícia Melo sein.

Nachdem er beruflich schon abgestürzt ist und seinen Job verloren hat, wohnt ein Angler im Grenzgebiet zwischen Brasilien und Kolumbien einem zweiten Absturz bei. Ein Pilot verliert die Kontrolle über sein Kleinflugzeug und stürzt mitsamt der Maschine in den Fluss. Der Angler nähert sich der Absturzstelle und macht eine fatale Entdeckung. Neben dem Piloten befindet sich nämlich auch ein Päckchen mit Kokain an Bord der Maschine - das er an sich nimmt.
Und damit halst sich der Kokaindieb erst richtigen Ärger auf. Denn der Einstieg ins Drogengeschäft ist mit mehr Problemen gepflastert, als er sich vorgestellt hat. Schon bald wird er zwischen den mörderischen Fronten der Drogenbanden aufgerieben und rutscht immer tiefer ins Schlamassel. Und auch privat machen ihm seine Beziehungen zu schaffen. Es wird für ihn immer schwieriger, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen,
Denn wen der Drogensumpf einmal verschluckt hat, den gibt er nicht so leicht wieder her. Um zu Überleben muss der Kokaindieb gar zum Leichendieb werde ...

Mit "Leichendieb" erlaubt Patrícia Melo dem Leser des 2014 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Werks einen hochaktuellen Einblick in die südamerikanische Drogenszene. Ähnlich wie in Don Winslows Romanen "Tage der Toten" oder "Savages" zeichnet die Autorin ungerührt ein Bild davon, wie Drogen die Menschen korrumpiert und sie über Leichen gehen lässt, um die eigene Haut zu retten.
Immer tiefer lässt sie ihren Helden in das selbstverursachte Schlamassel rutschen. Besonders beklemmend wird dies durch die gewählte Ich-Erzählperspektive, die den Leser in die Position des Leichendiebs zwingt. Obwohl man sich eigentlich mit diesem skrupellosen Menschen, der Leichen bestiehlt, identifizieren will, sieht man die Welt mit seinen Augen und bangt mit ihm. Gelingt es ihm sich aus dem Klammergriff der Drogenkartelle zu befreien?

Man kann "Leichendieb" natürlich als knallharten Thriller begreifen, in dem ein Mann mit allen Mitteln um sein Überleben kämpft. Dabei muss man aber auch die komödiantischen Elemente des Buches würdigen, die immer wieder inmitten allen Grimms aufblitzen.
Durch diese Einsprengsel nimmt Melo ihrem Buch viel Schwere und sorgt dafür, dass man inmitten des Absturzes des Leichendiebs auch einmal kurz innehalten kann.
Nach ein bisschen mehr als 200 Seiten ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei und man hat sich aus dem südamerikanischen Drogensumpf freigekämpft. Ein schnelles, böses aber teilweise auch komisches Buch, das einen interessanten Einblick in die Drogenszene in Südamerika erlaubt!
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am 31. Juli 2015
Eine Leiche verschwindet
Ich mag diesen Erzählstil nicht. Daher habe ich das Buch enttäuscht abgebrochen.. Meine ganz subjektive Entscheidung. Eine Leseprobe wäre besser gewesen
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Oktober 2013
Das deutsche Buch habe ich in erster Line deshalb gekauft, weil ich mir nicht sicher war, ob mein brasilianisch-portugiesisch ausreicht um das Original zu verstehen.
Es ist mein erstes Besuch von Patricia Melo. Es ist sehr lebendig geschrieben, sehr detailgetreu. Man fühlt die schwüle Hitze und riecht den bleischweren üblen Gestank der Toten. Man leidet mit, mit den Hinterlassenen und den Verlassenen.
Es geht in dem Buch nicht um das ganz grosse, die Nation bedrohende Verbrechen, sondern um die kleinen, fast alltäglichen Missgeschicke am Rande der Gesellschaft.
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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juni 2013
Um es kurz zu machen: Ein Thriller ist das neue Buch von Patricia Melo nun gerade nicht. Eine Charakterstudie schon eher. Wer es unter dieser Voraussetzung liest, kann auch seine Freude an diesem Buch haben. Ich hatte sie nicht. Keine überraschende Wendung, keine witzigen Dialoge. Ein Looser, der immer öfter Schweißausbrüche bekommt, dessen Freundin das Heft in die Hand nimmt. Ein Trottel, der vorhersehbar in die falschen Entscheidungen stolpert. Figuren und Ereignisse werden nicht zusammengeführt; ein Ende ohne Ansage und Esprit.
3 Sterne nur fürs Fremdschämen und den Lokalkolorit
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. September 2013
Gut geschrieben, echt interessanter Ausgang aber für mich letztendlich doch etwas zu wenig Tempo um fünf Sterne vergeben zu können.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. September 2013
Der Leichendieb ist ein Thriller in dem mit viel Gefühl und genauso viel Härte fast lakonisch eine haarsträubende Geschichte erzählt wird - die man sofort glaubt.
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