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Kundenrezensionen

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TOP 1000 REZENSENTam 12. Juni 2012
"Kaddisch für ein nicht geborenes Kind" ist ein ungewöhnliches Buch. Es ist ein langer Monolog des Erzählers über das Leben und die eigene Geschichte in diesem Leben. Die Sätze sind wie Gedanken, sie zirkulieren um den Gegenstand, sind aus vielen Häppchen zusammengebaut und habe unglaubliche Längen. Wer so etwas nicht lesen kann, weil es einige Mühe bedeutet, für den ist das Buch nichts. Leider raubt man sich dann aber einer bereichernden Erfahrung, nämlich der Erfahrung, mitten in den Gedanken eines Erzählers zu sein, der mit dem Leben und der Welt hadert. Als Kind war er im KZ und eigentlich ist er es immer noch. Sein Leben ist ein für alle Male davon gezeichnet und nur in diesem Horizont lebbar. Aber was ist das für ein Leben? Es ist das Leben eines Gefangenen, der immer darauf wartet, wieder ins Elend zurückgezogen zu werden. Dadurch macht er sich selbst jeden Augenblick zum Elend. Manche Dinge sind in so einem Leben nicht möglich, wie ein Kind in die Welt zu setzen. In einer Welt, in der etwas passieren kann, wie es ihm passiert ist, darf man gar kein neues Leben schenken. Das wäre verantwortungslos. Über diese Entscheidung geht die Ehe des Erzählers kaputt und vielleicht zerstört er sich dadurch auch einen Funken Hoffnung, eine neue Sicht auf das Leben. Was dieses Buch trotz dieser ernsten Gedanken wieder leicht und sogar angenehm zu lesen macht, ist die Tatsache, dass der Autor es irgendwie schafft, leichtfüßig und fröhlich zu schreiben. Man geht also nicht mit einer Depression aus der Lektüre heraus. Das ist eine große Kunst.
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TOP 1000 REZENSENTam 22. März 2003
Imre Kertész erzählt in der Ich-Perspektive und in Form eines Briefes an ein nicht gewolltes Kind von den Erfahrungen eines Juden, der durch Scheidung der Eltern und brutales Internat sowie später Auschwitz am Leben gehindert wurde, der der Bitte seiner Frau zu einem gemeinsamen Kind nicht nachkommen kann, weil darin eine Lebensbejahung erforderlich wäre, die er nicht leben kann oder will. Die Beziehung zu seiner Frau zerbricht schließlich daran wie auch an dem selbstmitleidigen Kreisen des Ich-Erzählers um sein Problem, dass sich der Zuwendung zu einer hoffnungsvolleren gemeinsamen Zukunft mit seiner Frau verschließt. Ein starkes Buch darüber, wie die Vergangenheit die Gegenwart belasten kann.
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am 19. Dezember 2009
Zugegeben - Kertész Stil ist langatmig und manchmal auch etwas zu weitschweifig. Aber seine Überlegungen zum Bösen und zum Guten sind mir sehr aufschlussreich geworden: Nicht das Böse ist Kertész unerklärlich, sondern das Gute scheint ihm unfassbar. Die kleine Erzählung über einen Mitgefangenen, den alle nur den «Herrn Lehrer» nennen, ist mir ans Herz gewachsen. Kertész ist nämlich bass erstaunt, dass dieser Mitgefangene gar nicht auf die Idee kommt, sich im KZ einer zusätzlichen Essensration - nämlich der von Kertész - zu bemächtigen und ihm diese nachträgt. Als der «Herrn Lehrer» Kertész' Erstaunen über sein Handeln bemerkt, fragt er nur: "Was hast du denn gedacht?"
Kertész überlegt im Gespräch mit seiner Frau, „dass der «Herr Lehrer» - in Gestalt der Essensration von Kertész - eine zweifache Chance erhalten hatte, am Leben zu bleiben, und dass er diese verdoppelte Chance ... verwarf, so zeigt das, dass ... die Annahme dieser zweiten Chance gerade seine einzige Chance vernichtet hätte, die es ihm noch ermöglichte, zu leben und zu überleben; ... es existiert ein reiner, von keinem fremden Stoff ... infizierter Begriff, ein Gedanke, der in unser aller Geist gleichermaßen als Vorstellung lebt, ja eine Idee, deren ... Unverletzbarkeit, deren Wahrung ... des «Herrn Lehrers», einzige wirkliche Chance zu überleben bedeutet, einfach darum, weil er, ohne diesen Begriff unversehrt erhalten und ihn als rein und unbeeinträchtigt erachten zu können, nicht leben will, wahrscheinlich sogar nicht leben kann.
Und als mich meine Frau fragte, wie ich dann diesen reinen, von keinem fremden Stoff infizierten Begriff nennen würde, über den ich im Zusammenhang mit dem «Herrn Lehrer» gesprochen hätte, erwidere ich ... dass dieser Begriff nach meiner Meinung die Freiheit sei, weil der «Herrn Lehrer» nicht das tat, ... was er nach dem vernünftigen Kalkül ... hätte tun müssen, er tat ... etwas, das niemand vernünftigerweise von einem erwartet."
Diese Gestalt des «Herrn Lehrers» macht mir das Büchlein kostbar.
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am 2. März 2011
Kaddisch für ein nicht geborenes Kind

Der Kaddisch, das Totengebet, ist ein ritualisierter Text. Der vehementen Ablehnung, ein Kind zu zeugen folgen gebetsmühlenartig Argumente, Erlebnisse, Betrachtungen. Obwohl zunächst gewöhnungsbedürftig, eröffnet sich später die literarische Schönheit des Büchleins. Insbesondere,wie Kertesz die Annäherung an seine spätere Frau beschreibt ist das Schönste, was ich je gelesen habe. Hier zeigt sich Literatur auf der Höhe der Zeit. Kertesz greift das Motiv der Todesfuge auf, was sich in seinem fugen-artigem Schreiben widerspiegelt.
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am 14. Dezember 2014
Ich habe das Buch nicht gelesen, trotzdem schreibe ich eine kürze Rezension.
OK die ersten 5 Seiten habe ich halbwegs geschafft.Der erste Satz(Seitenlang),hat mich zu Verzweiflung gebracht, keiner in meiner Familie hat diesen ersten Satz verstanden. Das Buch lag dann ein halbes Jahr auf dem Nachttisch. Gestern zweiter Versuch -nachdem ich auf Seite 3 oder 5 einen Anderthalbseitensatz gekommen bin, habe ich mich entschieden das Buch für nimmerwiedersehen zu verbannen. Den Autor schätze ich sehr-kenne Seinen "Romaneines Schicksallosen"
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am 30. April 2003
Eigentlich sollte das Buch "Meine verpfuschte Ehe" heißen, denn die durch den Titel angedeutete Erläuterung darüber, warum der Autor nicht (mehr) bereit ist, Kinder in die Welt zu setzen, wird nur durch einen Nebenstrang abgehandelt. Darüber hinaus ist es auch noch extrem anstrengend zu lesen: Nach einer unfreiwillegen Unterbrechung gestaltet sich Suche nach dem meist weit entfernten Satzanfang denkbar mühsam. Das ist aber auch noch nicht das Schlimmste: Der Autor schwafelt fast an einer Tour und belästigt den Leser mit Nebensächlichkeiten, die trotz eines Umfangs von nur knapp 150 Seiten den Verdacht der Seitenschinderei aufkommen lassen. Zudem ermüdende Wiederholungen einzelner Phrasen und der Masche: "Es ist X, obwohl es eigentlich Y ist, aber wahrscheinlich ist es beides zusammen.", wobei ich mir eine Aufzählung der diversen Xes und Ypsilons erspare.
Ein Stern für das Gefühl der Erleichterung, wenn man es endlich durch hat.
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am 30. Dezember 2008
Kann leider den ganzen Hype um den Autor nicht nachvollziehen. Keines seinen Bücher hat mich vom Hocker gehauen.
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