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5.0 von 5 Sternen mein persönlicher Zugang zu Thomas Mann / haptisch und optisch schöne Ausgabe, 5. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
In der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (Taschenbuch)
Eine sehr fesselnd und packend erzählte Lebensgeschichte, (Thomas Mann-üblich) überreich detailversessen ohne jedoch Langeweile aufkommen zu lassen: das ist "Doktor Faustus".
Mit dem Buchtitel an den Faust-Mythos anknüpfend, hat sich Mann selbstverständlich nicht übernommen, da er selbst ein "Titan" der Literatur war; vielmehr hat er ein bestechendes Werk geschaffen, das mir letztlich den Zugang zu Thomas Mann - nach meinen leider erfolglosen Versuchen etwa mit dem "Zauberberg" - erschloss.
Der Roman enthält viele Facetten und mehrere Ebenen, die sich teilweise überlagern, aber nie überdecken: Faust- und Satans-Erzählung/Mythos, meines Erachtens eher latente als allzu offensichtliche Parallelen zum Nationalsozialismus, die konstruierte oder tatsächliche Unvereinbarkeit von Genialität und Alltäglichem, hin und wieder Moralisierendes oder Gesellschaftskritisches und natürlich in erster Linie die eigentliche Erzählung.
Somit bleibt es immer spannend und immer nachdenkenswert.
Diese Ausgabe ist optisch und haptisch toll!
Entgegen einer vorherigen Rezension (der Autor liebte eher die optische Komponente) muss ich sagen, dass die Dünndruckseiten ganz sicher nicht extrem stabil sind, sich aber dennoch toll anfühlen (wie das Buch insgesamt) und sehr schön mit der Buchoptik harmonieren.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Handliches Format mit Schwächen, 30. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
In der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (Taschenbuch)
Vorweg: Diese Bewertung bezieht sich nicht auf den Inhalt des Romans, also nicht auf Thomas Manns Geschichte über den Tonsetzer Adrian Leverkühn (denn der Inhalt wird jedem Thomas Mann-Liebhaber bekannt sein), sondern lediglich auf die neue Taschenbuch-Ausgabe in der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, herausgegeben von "Fischer Klassik".

Pro: Die Taschenbuchversion besticht durch ihr außerordentlich praktisches Format. Auch unterwegs lassen sich diese Fischer-Klassik-Ausgaben gut konsumieren, ohne dass man viel Gewicht mit sich herumschleppen muss. Die Faustus-Ausgabe ist zudem ein optischer Augenschmaus. Zwar hätte eine etwas anders gewichtete farbliche Gestaltung meiner Meinung nach besser zu Thomas Manns unheilvoller Geschichte gepasst (schwarzer statt weißer Hintergrund, und weiße statt schwarze Schrift). Aber davon abgesehen gefällt mir das puristische Cover mit dem inhaltlich passenden Metronom sogar besser als das Titelbild der ohnehin gelungenen Fischer Taschenbuch Ausgabe von 1990. Am Ende des Werkes findet sich ein zweiseitiges Nachwort von Ruprecht Wimmer und eine Time-Line mit den wichtigsten Daten zu Leben und Werk des Autors.

Kontra: Leider bestehen die Seiten aus äußerst dünnem Papier, sodass nicht nur die Buchstaben der vorangegangenen Seiten, sondern auch leichte Bleistiftmarkierungen (Stärke 0.7!) kräftig durchscheinen. Durch die dünnen, mehr als 700 Papierseiten und den ebenfalls instabilen Einband, "wabbelt" das Buch, wenn man es geschlossen in der Hand trägt. Im Rucksack oder in der Tasche kommt es deshalb leicht zu Schäden, Knicken und Eselsohren. Dies lässt sich durch ein Lesezeichen mit Gummizug oder einen Einband aus Karton vermeiden, ist aber insgesamt störend.
Andererseits: Für den im Vergleich zur Hardcoverausgabe (ca. 40,00 Euro) geringen Preis (etwa 13,00 Euro), lassen sich gewisse Nachteile hinnehmen.
Auch das etwas dürftige Zusatzmaterial lässt sich wohl auf den erschwinglichen Preis zurückführen. Für Thomas Mann-Kenner ist die Timeline wohl eher überflüssig, wenn auch nicht störend. Das Nachwort, das über Fassung und Entstehungsumstände Auskunft gibt, hätte dagegen nach meinem Geschmack etwas länger ausfallen dürfen. Aber auch hier gilt einzuwenden, dass es für weitere Informationen nicht nur eine Fülle von Sekundärliteratur, sondern auch die "Entstehung des Doktor Faustus" vom Autor selbst und den "Kommentarband" der "Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe" gibt.

Fazit: Eine ästhetisch ansprechende Ausgabe, die den Wunsch weckt, alle Bände zu sammeln und in seinem Regal auszustellen. Leider schwächelt die Haptik etwas im Vergleich zur gelungenen Optik. Besseres Papier (auch für ein paar Euro mehr) würde dem Format guttun.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann es kaum erwarten, 16. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
In der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (Taschenbuch)
Im Olymp der deutschsprachigen Dichtung hält Thomas Mann, völlig berechtigt und auch unangefochten, von niemand Jüngerem erreicht also seither, einen Spitzenplatz ein. Außer ihm tummeln sich dort oben noch, meiner ganz persönlichen und sicherlich anfechtbaren literarischen Rankingliste zufolge, der ihm zeitlich vorausgehende, von ihm hochgeschätzte Theodor Fontane, und natürlich Goethe als literarischer Gigant. Während sich Manns Ruhm weitgehend, im Falle des Nobelpreises von 1929 sogar explizit, auf die 1901 erschienenen «Buddenbrooks» gründet, wurde sein als leichter lesbar beurteilter und damit von einer größeren Leserschar goutierbarer Roman «Der Zauberberg», 1924 erschienen, von der schwedischen Jury ganz bewusst nicht geehrt. Beide Romane habe ich vor vielen Jahren mit großer Freude gelesen, den Autor dann aber aus dem Blick verloren, bis ich kürzlich auf den «Doktor Faustus» stieß, das letzte bedeutendere Werk von Thomas Mann, sein im Jahre 1947, also gut viereinhalb Jahrzehnte nach den «Buddenbrooks» erschienenes großes Alterswerk.

Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte ich der Fülle von gescheiten, fachkundigen Analysen und Besprechungen dieses großartigen Romans etwas hinzufügen. In diversen Essays und Aufsätzen, in literaturwissenschaftlichen Magisterarbeiten und Promotionen ist alles gesagt, natürlich auch zum Inhalt, all das leicht nachlesbar im Internet und in jeder gut bestückten Bibliothek. Meine Absicht ist vielmehr, dem heutigen Leser Mut zu machen, sich an diesen gewiss sehr anspruchsvollen Lesestoff heranzuwagen. Und, das muss besonders betont werden, dann auch durchzuhalten, die Lektüre also nicht nach fünfzig Seiten schon wieder abzubrechen, wie das der zeitgenössische, folglich also schnell ungeduldige, weil total reizüberflutete Romanleser nicht gerade selten tut, was ich den allenthalben veröffentlichten Laienkritiken immer wieder erstaunt entnehme. Action nämlich bietet dieser Faustroman nicht, wobei in der Handlung eine gewisse Dramatik und eine sich zum Ende hin stetig steigernde Spannung sehr wohl vorhanden ist. Aber auch hier ist wie so oft der Weg das Ziel, so gekonnt wie in diesem Buch ist noch kein mir bekannter Prosa-Autor mit der deutschen Sprache umgegangen, sprachsensible literarische Gourmets dürften ihre helle Freude daran haben.

Bei mir kam noch die Ehrfurcht hinzu, die der mystische Fauststoff generell auslöst, und dann natürlich auch die Neugier, wie denn Thomas Mann das Thema variiert hat. Vor allem im Vergleich mit Goethes Dichtung, dessen «Faust», stark von Dante beeinflusst und ihn teilweise plagiierend, ein sprachliches Fest ist für jeden empfindsamen Geist, für mich der Gipfel der deutschsprachigen Dramatik, auf Augenhöhe mit dem großen Shakespeare. Im «Doktor Faustus» nun geht ein junger Komponist den Pakt mit dem Teufel ein und wird dadurch zum musikalischen Genie, was der Autor in sprachlich unübertrefflicher Weise und mit einem genial konstruierten Plot in Prosa umgesetzt hat. Wer wie ich musiktheoretisch absolut unwissend ist, wird hier aber bald total überfordert und braucht nun einiges an Geduld, um durchzuhalten, wird jedoch nicht dümmer dabei, ganz im Gegenteil! Wie überhaupt mit diesem Roman durchgängig ein intellektuell äußerst anspruchsvoller Lesestoff vorliegt, der den Leser genau dadurch aber ohne Ende bereichert, en passant gewissermaßen, auch wenn er nicht immer alles bis in den letzten Wortsinn hinein versteht. Es wimmelt neben dem Musikalischen nämlich von kaum gebräuchlichen Fremdwörtern und epochebezogenem Vokabular, von Fachbegriffen verschiedenster Disziplinen, von philosophischen und historischen Anspielungen. Alles das, ich wiederhole es bewusst, macht den Leser nicht dümmer, spornt ihn vielmehr, wenn er sich seine Aufnahmefähigkeit denn bewahrt hat und geistig rege ist, seinen Horizont erweiternd zum Nachforschen, zum Mitdenken, aber auch zum Grübeln an.

Würde ich die vielen eingeklebten Merkzettel in meinem Buchexemplar hier alle abarbeiten, wäre der von mir selbst abgesteckte textliche Rahmen schnell weit überschritten, dann würde allein schon meine ausufernde Rezension potentielle Leser abschrecken, statt sie zu ermuntern. Denn genau das möchte ich hiermit tun: Dieses Leseabenteuer auf höchstem literarischem Niveau ist uneingeschränkt zu empfehlen, der Romancier Thomas Mann hat mit seinem «Doktor Faustus» ein absolutes, zeitloses Sprachkunstwerk geschaffen, man sollte keinesfalls versäumen, es genüsslich und mit Bedacht zu lesen!

Und noch ein Nachwort sei mir erlaubt: Der Autor selbst hat seine Tagebucheinträge, Briefe und Notizen zu einem zwei Jahre später erschienenen weiteren Buch verarbeitet, «Die Entstehung des Doktor Faustus» mit dem Untertitel ,Roman eines Romans'. Es versteht sich von selbst, dass dieses Buch schon neben mir liegt, während ich diesen Text hier schreibe, es wird meine nächste Lektüre sein, - ich kann es kaum erwarten!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 9. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
In der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (Taschenbuch)
Buch hat ein angenehmes Format und ist nur an die 3cm dick, so dass es nicht die Tasche sprengt. Durch seine relativ dünnen Seiten (bei denen der Druck der Vorseite meiner Ansicht nach nur leicht und auch nur bei unbedruckten Zeilen durchscheint) ist es allerdings leicht biegsam und könnte das ein oder andere Eselsohr davontragen. Für diesen Preis aber wirklich Top.
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