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4.0 von 5 Sternen Phantastisch wie ein Opiumrausch, 17. Juli 2012
Von 
callisto (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gustav Meyrink: Der Golem (Gebundene Ausgabe)
Prag um 1914. Der anonyme Erzähler träumt von Athanasius Pernath, dessen Hut er in der Kirche versehentlich mit seinem eigenen verwechselt hat.
Um 1890 lebt der ca. vierzigjährige Pernath als Gemmenschneider und Restaurator von Antiquitäten im Judenviertel der Stadt. Athanasius Pernath hat psychische Probleme. Er kann sich an seinen Vergangenheit nicht erinnern, hat immer wieder Gedächtnislücken, Krampfanfälle und Wahnvorstellungen, die sich noch verstärken, als ein Unbekannter ihm einen alten Folianten zur Restaurierung bringt, das Buch Ibbur. Pernath vermutet, dass der mysteriöse Auftraggeber, an dessen Gesicht er sich nicht erinnern kann, der Golem gewesen sei, der alle 33 Jahre in Prag umhergehe.
Durch dieses Ereignis gerät Pernaths ohnehin bereits angeknackste Psyche noch weiter aus den Fugen. Erschwerend kommt hinzu, dass er in den Rachefeldzug des Medizinstudent Charousek gegen gegen den Trödler Aaron Wassertrum verwickelt wird, in den auch eine alte Bekannte aus Pernaths früherem Leben verwickelt ist, in die er wohl mal verliebt war, woran er sich aber nur schemenhaft erinnert, außerdem ist sie verheiratet und liebt einen anderen, mit dem sie eine Affäre hat. Was Pernath zusammenhält ist seine Liebe, für die ebenfalls etwas verrückte, schöne Jüdin Mirjam, die Tochter des Archivars Hillel, der sein Nachbar ist. Mirjam glaubt an Wunder, will Wunder erleben, erwartet Wunder und ist selber dabei ziemlich wunderlich.

Gustav Meyrink dürfte heutzutage vor allem als Übersetzer von Dickens bekannt sein. Weniger bekannt ist, dass Meyrink selber Schriftsteller war um mit "Der Golem" 1913/14 selber einen Bestseller landete. Das Buch erinnert an die albtraumhaften Welten einiger Geschichten Lovecrafts, in denen sich Wahn und Realität mischen, das war damals in der phantastischen Literatur wohl gerade in. Meyrinks Schreibstil ist dabei blumig poetisch "Mit erschreckender Deutlichkeit hörte man plötzlich wie die eisernen Gasstäbe fauchend die flachen herzförmigen Flammen aus ihren Mündern in die Luft bliesen ' ' dann fiel die Musik über das Geräusch her und verschlang es."
Die Geschichte ist ein abgedreht, da der Erzähler diese Erlebnisse durch die Augen eines verrückten erlebt und diese auch so wiedergibt. Eine Geschichte wie im Opiumrausch. Die Erlebnisse stehen dabei für sich, werden nicht hinterfragt oder mit Belegen untermauert. Die Geschichte gibt die subjektiven Wahnvorstellungen des Pernath oder den Traum des Erzählers wieder. So gesehen eine klassische, psychodelische Schauergeschichte um 1900. Unterhaltsam, teils ein wenig langatmig, weil über lange Strecken einfach gar nichts passiert, aber ein hübsches Portrait des Prager Ghettos vor seiner Sanierung, in welchem Juden und Christen gemischt und friedlich in sie vereinender Armut mehr schlecht als Recht über die Runden kamen.
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5.0 von 5 Sternen Eine sehr interessante Geschichte, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Golem: Roman (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
Die Geschichte erinnert irgendwie an Frankenstein.
Auch ein Geschöpf aus der Retorte, das von sich aus nicht böse ist.
Beide haben auch eine Szene, in der sie ein Kontakt zu einem unschuldigen Mädchen haben und mit diesem sanft umgehen.
Das Monster in Frankenstein denkt sich nichts dabei, das Mädchen ins Wasser zu werfen und das Mädchen beim Golem denkt sich nichts dabei, ihm den Stern von der Brust zu nehmen.

Prag im 16. Jahrhundert.
Rabbi Löw erkernnt an der Stellung der Sterne, dass große Gefahr für das jüdische Ghetto droht.
Er entschließt sich, den Golem, einen künstlichen Menschen aus Lehm, zum Leben zu erwecken.
Der Golem soll laut alten jüdischen Legenden Unheil abwenden.
Und tatsächlich verkündet der Kaiser ein Dekret gegen die Juden.
Diese sollen die Stadt verlassen.
Die Urkunde wird von Junker Florian der jüdischen Gemeinde und Rabbi Löw übergeben.
Bei dieser Gelegenheit verlieben sich der christliche Junker und die Tochter des Rabbi Löw mit Namen Mirjam. Rabbi Löw möchte den Kaiser umstimmen und schreibt ihm eine Nachricht, in der er auf seine Verdienste verweist und um eine Audienz bittet.
Diese wird ihm während eines Festes gewährt.
Der Rabbi nimmt den Golem mit, und als die Kaiserburg durch magische Kräfte einzustürzen droht, kann der Rabbi dies mit Hilfe des Golems verhindern.
Zum Dank nimmt der Kaiser das Dekret gegen die Juden zurück.

Während der Rabbi sich in der Kaiserburg aufhält, schleicht Junker Florian unerkannt zu Mirjam ins Haus des Rabbi. Als der Rabbi in sein Haus zurückkehrt, nimmt er dem Golem (gegen dessen Willen) den lebensgebenden Stern von der Brust, woraufhin dieser nach hinten umkippt und liegenbleibt. Dann wird der Rabbi zu einer Dankesfeier in den Tempel gerufen. Der Gehilfe des Rabbi bemerkt den christlichen Eindringling, erweckt aus Eifersucht den Golem wieder zum Leben und gibt ihm den Auftrag, den Junker zu vertreiben.

In einem Kampf wirft der Golem den Junker vom Dach des Hauses.
Danach setzt er das Haus in Brand und schleift Mirjam fort. Der Golem bricht das Tor der Stadt auf und geht aufs freie Feld hinaus. Er hebt eines der Kinder, die auf den Wiesen spielen, zu sich hinauf. Das Mädchen ist von dem Stern auf der Brust des Golems fasziniert und nimmt ihn an sich.
Daraufhin stürzt der Golem leblos zu Boden.
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Der Golem: Roman (Fischer Klassik)
Der Golem: Roman (Fischer Klassik) von Gustav Meyrink (Taschenbuch - 12. Januar 2011)
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