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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nomen est omen
"Der Zauberberg" gilt als der deutschsprachige Roman des 20. Jahhrhunderts schlechthin. Und das völlig zurecht. Es bleiben zwei Fragen: Was macht dieses Werk so besonders und warum soll man es heute noch lesen?
Das besondere am Zauberberg ist nicht sein einfallsreicher Plot (der lässt sich in einem Satz zusammenfassen) und auch nicht sein faszinierender...
Veröffentlicht am 5. April 2005 von Michael Dienstbier

versus
3.0 von 5 Sternen Jedes kleinste Detail wird mit enormen Aufwand, in altdeutscher Schriftsprache vom Schriftsteller Thomas Mann beschrieben
Man muss schon ein echter Fan solcher ausführlichen Erzählungen sein. Ich lese schon sehr lange dran, aber das Buch nimmt mich nicht ein. So bin ich nach gut einem Monat erst auf Seite 300.
Das Buch finde ich nicht spannend geschrieben, sondern es stellt die ausführlichen Tageserlebnisse des Besuchers auf Zeit Hans Castorp in einer Davoser...
Vor 18 Tagen von Max Deutsch veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Sprache voller Witz, die nicht journalistisch ist, 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (Chinesisch) (Taschenbuch)
Mal ehrlich: Ich wäre disqualifiziert, ein Werk wie "Zauberberg" zu kommentieren, hätte man das Fertiglesen vorausgesetzt. Letzten Sommer fing ich mit dem Buch an. Heute bin ich immer noch nur da, wo Hans Castorp Settembrini zum ersten Mal traf. Ich bin etwa erleichtert, dass ich nicht die Einizige bin, die Leseblockade hat. Darum schäme ich mich aber nicht. Ich habe auch (woanders) gelesen, dass lange Sätze und komplexe Syntax die Konzentrationsspanne eines Normallesers leicht strapazieren, d.h. die eines durchschnittlich geschulten Lesenden ohne besondere Motivation wie z. B. Vorliebe in einem bestimmten Genre. Aufgrund dieser Tatsache bevorzugen heutige Autoren wie Journalisten oder Creative Writers meistens eine prägnante, transluzente Sprache. Und ihre Leser werden mit Fantasie oder Handlung allein belohnt. Ich würde in dieser Hinsicht auch zu den Geistern gehören, die sehr gerne Harry Potter lesen und dabei viel Spaß haben. ;oP

Ich war aber recht schockiert, wenn ich manche Kommentare las vonwegen dem unversöhnlichen Widerspruch "Schöngeistigkeit" und "Langatmigkeit/Langeweile". Ich finde es absurd, den persönlichen Genuss an einer Leseart zu messen, die offensichtlich Anderen eigen ist (und nicht Einem selbst). Ich habe Deutsch als Fremdsprache studiert. Ich habe mich aber nicht während meines Studiums, sondern erst danach, mit deutschprachigen Klassikern angefreundet, die damals auf der Liste unserer Pflichtlektüre standen. Was für eine Qual und unheimliche Verschwendung, wenn man Meisterwerke lesen muss, ohne wirklich Zeit für sie zu haben, weil man nach so und so vielen Wochenstunden eine Klausur zu bestehen und noch tausende Wörter nachzuschlagen hat! Nun bin ich älter geworden und lese endlich mal nur für mich selbst. Ich schlage einen Thomas-Mann-Band auf, wenn ich Lust darauf habe, und klappt ihn zu, wenn mein Hirn nicht mehr will. Und jedes Mal ist das ein Erlebnis, das so intensiv ist, dass ich mich innerhalb einer oder zwei Stunden fühle wie nach dem ganzen Tag Sport. Danach beginnt bei mir eine Art Verarbeitungsinterval, wo ich mich von anderen "leichteren" Autoren unterhalten lasse, bis ich eines Tages in irgendeiner alltäglicher Situation plötzlich irgendeine Thomas-Mann-Szene vor meinem geistigen Auge sehe, wie z. B. auf einer Zugfahrt, und glaube diese Szene endlich mal begriffen zu haben, und ertappe mich dabei, nach einigen Seiten mehr von Thomas Mann zu sehnen. Erst dann greife ich die Geschichte dort auf, wo ich aufgehört habe. Ich habe bei ihm ständig eine Schokoladen-Phasen ähnliche Erfahrung: Zu viel auf ein Mal wäre eine Überforderung.

Oh ja, ich finde es ganz und gar legitim, mehrere, verschiedene Lesebedürfnisse zu haben, und dass man selbst bestimmen soll, wie und wann man was liest. Es ist nämlich der Privileg alphabetischer Leser gegenüber den Schriftstellern. Es ist nur modern ausgedrückt eine Sache von Timing der Rezeption. Thomas Mann schrieb wohl nicht, damit man ihn in einem Atemzug liest, um sein Buch endgültig beiseite zu legen. Ich finde ihn auch eher kokett in der Sprache als in den geschilderten Ereignissen, jedoch zu schwierig oben darauf, dass man ihm nur flüchtige Aufmerksamkeit gönnt. Laut Christine, eine Thomas-Mann-fanatische Freundin von mir, hatte der gewissenhafte Schriftsteller damals so gut wie zwei Seiten pro Tag geschafft. Und er war auf einem künstlerischen Niveau, der als fast unerreichbar gilt. Daher klingt es für mich total berechtigt, mehrere Anläufe zu gebrauchen, bis einen endlich mal das Eureka-Gefühl umwirft.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 4. Dezember 2013
Von 
HeikeM - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg. Roman (Gebundene Ausgabe)
Hans Castorp, früh verwaist, hat gerade sein Studium als Schiffsbauingenieur beendet und fährt für 3 Wochen nach Davos, um seinen Vetter Joachim Ziemßen zu besuchen, der dort im internationalen Sanatorium "Berghof" seine Lungenerkrankung kuriert. Anfangs fühlt er sich fast wie ein Fremdkörper bei "Denen da oben". Er hat Schwierigkeiten mit der Eingewöhnung, auch die ungewohnte Höhenlage macht im zu schaffen. Hofrat Behrens, leitender Arzt im "Berghof", attestiert ihm bereits bei der ersten Begegnung, er sei total anämisch. Im Sanatorium lernt Hans den Humanisten Settembrini kennen, der ihm beizeiten rät, den Berg mit all seiner Morbidität zu verlassen. Aber Hans verliebt sich in die femme fatal, Clawdia Chauchat. Als Hans Castorp während seines Besuches infolge einer Erkältung selbst immer mehr Anzeichen für eine "schwere" Erkrankung an sich entdeckt, lässt er sich eingehend untersuchen und nimmt, nachdem eine feuchte Stelle in seiner Lunge diagnostiziert wurde, von der geplanten Abreise Abstand und bleibt. Insgesamt 7 Jahre verbringt er in dem Sanatorium zwischen üppigen Mahlzeiten, Liegekuren und anregenden Gesprächen.

Der ursprünglich als Novelle konzipierte Roman entstand in der Zeit von 1913-1924 und sollte das groteske Gegenstück zu "Tod in Venedig" sein. Inspiriert wurde Mann dazu während eines Besuches bei seiner Ehefrau, die sich wegen eines Lungenleidens in einem Davoser Sanatorium aufhielt. Dies war meine erste vollständige Begegnung mit dem Zauberberg, in jüngeren Jahren verfügte ich noch nicht über das Durchhaltevermögen, das einem dieser Roman abverlangt. Dabei ist es keinesfalls eine kompliziert gesponnene Handlung, die den Leser fordert, es ist das Textverständnis. Ungezählte Anspielungen, Bezüge, Symbole und Metaphern aus Philosophie, Mythologie, Theologie und Musik müssen erkannt und in ihren Zusammenhang mit dem Text gebracht werden. Ich bin keineswegs so vermessen, zu behaupten, ich hätte sie alle erkannt. Mir stellt sich eher die Frage, ob das vollständige Verstehen des Werkes wirklich möglich ist. Aber ich denke, mit jedem Lesen nähert man sich dem Kern des Buchs ein Stückchen mehr und so ist ein re-read schon vorprogrammiert. Deshalb werde ich hier keine Bewertung abgeben, sondern nur ein paar meiner Gedanken zum Zauberberg formulieren. Der wunderbare Umgang mit der Sprache, der Thomas Mann zu eigen ist, macht das Lesen des Romans zum Erlebnis. Stellenweise wirkt sie sehr künstlerisch künstlich, aufgesetzt und verkopft, dann wieder bissig ironisch, aber diese Art zu schreiben ist wohl einmalig. Oft wird der Leser vom Erzähler direkt angesprochen. Da sind Momente, in denen man förmlich spürt, wie nahe dieser seinem Protagonisten steht. Andererseits gibt es wieder Passagen, in denen der Erzähler ihn völlig neutral und mit großer Distanziertheit betrachtet. Dieser Spagat zwischen Nähe und Distanz ist grandios gelungen. Einen großen Teil von 'Der Zauberberg' nehmen Betrachtungen von Zeit und Raum, Leben und Tod ein, sei dies in Gedankenspielen des Hans Castorp während seiner Liegekuren, in der Unterhaltung mit seinem Vetter, Joachim Ziemßen, in den Gesprächen mit seinen um ihn buhlenden Mentoren Settembrini und Naphta, oder in deren oft hitzig geführten Debatten. Diese in die Handlung implizierten Gedankengänge sind es wert, Zeit darauf zu verwenden, sie mitzugehen und weiterzuspinnen.

Die im Roman agierenden Figuren kommen in meinen Augen alle nicht über menschliches Mittelmaß hinaus, ein Punkt, der bei Hans Castorp direkt angesprochen wird. Aber gerade diese Mittelmäßigkeit wurde von Thomas ganz phantastisch umgesetzt. Vor dem Hintergrund von Krankheit und Tod, als Metapher für Untergang und Verfall, fehlt es an der Lichtgestalt, der positiv besetzten Person und trotzdem leidet das Werk darunter nicht.

Ein weiterer Aspekt, der mich stark beeindruckt hat, ist der Handlungsort, diese scheinbare Parallelwelt, in der die Uhren anders ticken und die Zeit sich nicht an die physikalischen Gesetze hält. Nur selten wird die Hermetik des Berghofs verlassen, kaum wird über den Tellerrand geschaut. Auch dem Zeitfluss passt sich der Roman an. Liest man über Hans Castorps ersten Aufenthaltstag im Sanatorium über 3 Kapitel, vergehen die folgenden sieben Jahre in nur vier weiteren Kapiteln. Abschließend kann ich für mich feststellen, dass ich froh bin, dieses literarische Meisterwerk gelesen zu haben, es war eine wirkliche Bereicherung meines Leserlebens, ich werde wieder zu dem Buch greifen - vielleicht in sieben Jahren.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Junger Mann entfremdet sich, 4. Oktober 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (Gebundene Ausgabe)
weil er eine neue, interessante Welt findet bei Denen da oben. Nicht nur der ehrenfeste Vetter Joachim Ziemßen, der dem halbmilitärischen Sanatoriumsbetrieb sklavisch folgt, hält ihn da oben fest, bis er die Zigarren der Marke Maria Mancini" nicht mehr von zuhause kommen lässt, sondern sich am Ort einen Stumpen namens Rütlischwur" beschafft. Nein-Nein, denn da ist noch die reizende, schmiegsame, Türen schmetternde Clawdia Chauchat, mit der ihm eine Liebesnacht verbindet, am 29. Februar, die ihm aber dennoch entgleitet. Da sind der fortschrittlich-demokratische Settembrini und sein Gegenspieler, der jüdische Jesuit Naphta, denen Castorp interessiert zuhört, bis er entdeckt, dass sie um ihn buhlen und das ihr Antrieb ist. Da ist der Chefarzt Hofrat Behrens, der angesichts der vielen Toten und der Aussichtslosigkeit seines Tuns mit Experimenten herumwerkt, sich auch mit Stumpen tröstet und als Maler dilettiert. Da sind die Conférences Dr. Krokowskis, der sich um die moderne Psychologie kümmert und immer mehr abdriftet und da sind die häufigen Zusammenkünfte im Speisesaal, die Gespräche bei Tisch und zwischen ihnen. Aber das alles lässt Hans Castorp, zufälliger, frisch gebackener Ingenieur, regelmässig hinter sich, auch wenn er dem Sanatorium zunehmend entwächst und sich in Davos tummelt, vor allem, als Settembrini auszieht und dort Quartier nimmt. Er lässt es hinter sich, um auf den bequemen Liegen, die auf dem Balkon, Loge genannt, stehen, der Liegekur nachzukommen und das Fieber zu messen wie Vetter Joachim, mit dem Thermometer, der ihm die Oberschwester von Mylendonk in einer witzigen Szene verkauft hat.

Nachdem ich an den Joseph-Romanen früh gescheitert war, war ich happy, den Zauberberg" höchst unterhaltsam zu empfinden, auch wenn Vollmann anderer Ansicht ist. Manns interne Bezüge, wo z.b. die kirgisischen Augen des Mitschüler Hippe im östlichen Gesicht Clawdias wieder auftauchen, sind witzig. Das gilt auch oft für den vorherrschenden Ton, der nicht selten die Satire streift. Es ist auch spannend und die Farbigkeit der Figuren ist blendend. Bis weit hinten im Buch lernen wir neue Figuren kennen, Figuren, die es auch hier hoch getrieben hat, in den leicht hedonistischen Betrieb im Berghof, in dem die Kranken am Abgrund leben. Andere leben extern, zum Beispiel Karen Karstedt, die Castorp karitativ betreut, mit der er und Joachim den Waldfriedhof besuchen, wo sie bald auch liegen wird, die arme, die sie indessen erstmals ernsthaft ins Dorf führte, auf die Eisbahn, wo das Kurorchester spielte, im eleganten Holzgebäude, das anfangs der Neunziger des letzten Jahrhunderts traurigerweise in Flammen aufgegangen ist.

Das schöne Hochtal von Davos, gesäumt von sonnenreflektierenden Bergen, wo sich die bleiche, hustende, kränkliche Sanatoriumswelt mit der Welt der Fünfsternhotels und den gesunden, braungebrannten Skisportlern mischt, wo blasierter Geldadel in edlem Tuch neben Skifahrern an der Bar steht, die noch die Skischuhe an den Füssen tragen - meine Beobachtung - dieses schöne Hochtal wird von Thomas Mann genau und poetisch beschrieben, die Wetter-und Lichtwechsel, der Nebel, die Kuhglocken, der kurze Sommer und der lange Winter, in dem die da oben in der Loge in pelzgefütterten Säcken der Kälte trotzen. Ich bin Jahrgang 53 und habe das noch gesehen, als Knirps, der am bitterkalten Schattenhang gegenüber skifahren lernte.

Nur das Gramofon-Kapitel weit hinten erschien mit als Hänger. Aber es ist ein Buch, das ich nochmals lesen werde, was bisher nie vorgekommen ist. Dann erschliesst sich vielleicht auch dieses.

Ein grosser Roman in jedem Sinn!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der zerrissene Mund, 30. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (Gebundene Ausgabe)
Der Zauberberg ist Thomas Manns bester Roman und enthält alles, was man über die Zeit, vor allem die Zeit, Liebe und Tod, Krankheit, Medizin, Religion, Atheismus, Charaktere, Gefühle, die Psyche, Angst, Hoffnung, bodenlose Dummheit und Stolz wissen muß. Ist Trivialliteratur das, von dem man nichts lernt, dann ist der Zauberberg das, aus dem man von fast allem etwas erfährt, damit deren exakter Gegenpol. Souverän geschrieben, klassisch und ruhig im Ton, markiert der Zauberberg für viele das Ende des großen, traditionellen Romans und faßt den Stand der Diskussionen seiner Zeit zusammen. Nicht so überfrachtet und barock wie Joseph und seine Brüder, nicht ganz so dramatisch und hoffnungslos traurig gehalten wie die Buddenbrooks, ist der Zauberberg der ideale Beginn für Mann-Neulinge. Ein Roman, den man immer wieder neu und mit Begeisterung ohne auszulernen lesen kann. Mein Lieblingsbild steht, Beschreibung eines Patientenmundes - einst ein starker Mann, nun kurz vor dem Ende - als Titel dieser bescheidenen Rezension. Wer lesen kann, der lese den Zauberberg.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zum Nachdenken und Lachen, 25. Januar 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg. Roman. (Taschenbuch)
ja, was mir immer wieder auffält, dass die Klassiker der dt. Literatur
nur als solche angesehen werden können, da sie eine gewisse Ernsthaftigkeit und Tragik in sich bergen. Ich habe den Zauberberg zuerst alleine gelesen und war wie selbstverständlich von der Sprache Manns, die eine Komposition zu nennen würdig ist, in den Bann geschlagen. Ich erzählte einem Freund von dem Buch und wollte ihm eine kleine Kostprobe geben, und las ihm einen Auszug vor. Und da geschah es. Im Akt des Vorlesens entfaltet sich der humoreske Charakter vornehmlich Hans Castorps in ungehanter Weise. Seit dem lesen wir uns abwechselnd aus dem Zauberberg vor und kommen immer wieder über die köstlichen Beschreibungen des komischen Verhaltens und auch Formulierungsweisen der Insassen des Sanatoriums Berghof, ins herzhafte Lachen. Und dieses Buch komisch zu finden zeigt nicht, dass man es nicht verstanden hätte. Denn
dass es zum größten Teil aus tiefschürfender Materie besteht ist ebenso erbaulich und immer wieder komisch, wenn Hans Castorp von solcherlei Klugheit bezaubert ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig!, 11. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg. Roman. (Taschenbuch)
Was für ein Buch!
Thomas Mann entführt den Leser nun schon seit über achtzig Jahren auf den Davoser "Berghof" und das Buch nimmt heute noch den Leser auf ganz eigene Art gefangen!
Die Handlung kann man tatsächlich in wenigen Sätzen zusammenfassen: Hans Castorp macht einen auf drei Wochen angelegten Urlaub bei seinem lungenkranken Cousin in Davos. Kurz vor seiner Abreise wird auch bei ihm eine Tuberkulose diagnostiziert, die ihn schließlich sieben Jahre an den "Zauberberg" bindet. Während dieser Zeit wird er immer mehr zum lebendigen Bestandteil dieser ganz eigenen Welt und ihrer Bewohner und das beschreibt Thomas Mann ungeheuer bildreich,detailgetreu und plastisch. Manchmal hat man als Leser wirklich das Gefühl, dabei zu sein. So kann ich nur jedem Leser wünschen, dass er sich die Zeit nimmt, die man für dieses Buch benötigt. Dann wird man belohnt durch ein ungeheuer eindrucksvolles Leseerlebnis!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Entspanntheit, 11. April 2000
Hat man sich einmal an dieses Buch getraut, eröffnet sich einem eine neue Welt. Der Zauberberg handelt von dem jungen Hans Castorp, der kurz seinen Cousine in einem (Davos) Luftkurort besuchen möchte. Der Kurze Aufenthalt wird länger und länger und mit der Länge des Aufenhalts verschwindet die Zeit und das Alltägliche Leben. Hans Castorp endeckt sich neu, trifft geistreiche Diskussionenspartner in den Schweizer Höhen und der Leser entschwindet mit Ihm in einen ruhigen Zustand. Keine Angst vor dem Namen Zauberberg. Das Buch ist ein langer Genuß.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Zauberberg - ein magischer Rausch aus Sprache und Eleganz, 1. Februar 2007
Von 
C. Spengler (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg. Roman. (Taschenbuch)
Dass man ein Werk wie den Zauberberg in wenigen Worten bewerte, ist eine Aufgabe, die, angesichts der unergründlichen Magie dieses Buches, allein aus dem dumpfen Alltag kaum zu bewältigen ist. Sagt man, ein Autor schafft sich mit einem Buch immer auch eine Welt, dann muss man es hier lehrerhaft wiederholen. Schon die ersten Sätze ziehen in eine Atmosphäre, die tatsächlich von jenem "Zauberhauch" umweht ist, der große Werke ausmacht. Der "Zauberberg" ist eine Welt, die trotz zehnjähriger Teppichweberei Thomas Manns so gar nicht konstruiert wirkt, dass alles wie übernatürliche Eingebung wirkt. Ein Rausch aus Sprache, Eleganz und Geist, aber - und das unbedingt - auch Dekadenz.

Hans Castorp, gutsituierter Bürger in der heilen und unmittelbarsten Zeit vor dem Krieg, der das alte Europa endgültig zerbrach, reist in die Berge, um den kränklichen, aber soldatisch strengen Vetter Joachim Ziemßen zu besuchen. Und damit wird er freilich in die Atmosphäre jenes Berges aufgesogen und kann sich dieser schlichtweg nicht entziehen. Aus drei Wochen werden nun bald sieben Jahre und aus dem Ingenieur wird ein Schüler der alten Zeit, der zwischen dem liberal-bürgerlich gesinnten Settembrini und dem katholisch-ausbündischen Naphta eine Ahnung der großen Welt entwickelt. Damit erahnt man freilich die Dimension dieses Werkes: Ein einfacher Plot wird über 1000 Seiten aufgedunsen. Nie aber will man sich dieser Welt, die doch eine kleine Welt aus wenigen wohlhabenden Kranken ist, entziehen und wird - ganz wie Hans Castorp - an den Zauberberg gebunden.

Die subtile Ironie, die sprachliche Eleganz, die - bis heute - unübertroffene Reflektion der bürgerlichen Welt mit ihrem Glanz, aber auch mit ihrer Dekadenz und Kraftlosigkeit, die sie dem kerngesunden Brotproletariat auslieferte - all das erreicht hier den Höhepunkt in Thomas Manns Schaffen . Kurz: Man muss den Zauberberg gelesen haben. Und wird es zu schwierig, wird Mynheer Peeperkorn das Gemüt aufhellen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Th. Mann, Der Zauberberg, Fischer-Verlag, 5. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg (Gebundene Ausgabe)
Die Ausgabe des Klassikers bietet einen schönen Einband mit Illustration des "Berghofs", des Sanatoriums bei Davos, in welchem sich die Geschichte um H. Castorp abspielt.
Dem Umfang nach ein "Wälzer" ist das Buch doch einigermaßen handlich und das Papier angenehm anzufassen. Sein Text ist tadellos gesetzt und sehr gut lesbar.

"Der Zauberberg" fordert vom Leser einige Geduld - sich der Erzählung mit ihren treffenden, sinnenreichen Beschreibungen von Menschen und Umgebungen sowie den feingeistigen Konverstationen und Betrachtungen zu widmen, wird aber auch als lohnend empfinden, wer Manns Meisterschaft im epischen Sprachgebrauch zu schätzen weiß! Derjenige liegt vermutlich richtig, der das Ganze vom "Donnerschlag" (dem Schlusskapitel) her versteht. Man bekommt eine tragfähige Deutungsmöglichkeit durch die unausgesprochene Frage: "Was teibt uns, die wir doch scheinbar alles haben, was wir brauchen, um glücklich zu sein, immer und immer wieder in den KRIEG?"

Als Geschenk ist das Buch bspw. geeignet für Personen, welche die Russischen Klassiker lieben. Solche, die auch sonst gerne zu DICKEN Büchern greifen, werden hingegen oftmals enttäuscht sein, da die Handlung nicht viel "Action" und kaum Spannung her gibt.
Auch für Menschen, die einen längeren Krankenhausaufenthalt zu erdulden haben, wird das Buch nicht die richtige Wahl sein, da sehr viel von fehlender Gesundheit die Rede ist. (Lange Exkurse über Zeit, das eigentliche Thema "Des Zauberbergs", und "Langeweile" könnten hingegen gerade von Interesse sein!)
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kundenrezension Nr. 67, 18. Dezember 2008
Von 
Uwe-Jens Has (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zauberberg. Roman. (Taschenbuch)
Boah Ey, der größte Roman, wundervoll, unfaßbar undsoweiter undsoweiter.
Lauter Überwältigungsvokabeln.
Aber ist es auch was für Sie? Man kann sich da herantesten.
Wenn Sie keinen Fernseher haben: Pluspunkt. Allein schon vom Zeitbudget her.
Mein Mathematiklehrer hat einmal gesagt:
Kaufen Sie sich erst ein dünnes Buch, wenn Sie in ein Thema einsteigen wollen.
Die dicken liest man meist doch nicht.
Testfrage Nr.2: Der Held ist Hans Castorp , aus bester Hamburger Familie.
Über ihn liest man dies (und wie finden Sie das?):

'Nur widerstrebend hätte er Butter gegessen, die ihm in einem Stück und nicht
vielmehr in Form geriefelter Kügelchen vorgesetzt worden wäre'

Wenn Sie das goutieren und nicht etwa irgendwie irgendwo albern finden, dann
könnte es sein ,daß Sie ein Zauberberg-Adept werden könnten.

Wer nicht sicher ist ,kann auch erstmal zu den Erzählungen greifen.
Und, es ist auch erlaubt mal ein Kapitel zu überschlagen, meinetwegen die
Naphta-Settembrini-Gespräche. Kann man sich eventuell für den zweiten Durch-
gang aufheben. Wird nicht bestraft. Gibt keine Punkte in Flensburg dafür.

Der Architekt Peter Eisenman schrieb einmal, daß er sich ständig in einem
Prozeß sehnsüchtiger, schöpferischer Fehllektüre befände.
Könnte also gut sein, daß man das "Fehl" in diesem Fall glatt streichen kann.
Es ist auch ein sehr humorvoller Roman.Aber der von der kultivierten Art.
Sie wissen ja: Geriefelte Butterkügelchen.
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Der Zauberberg: Roman (Fischer Klassik)
Der Zauberberg: Roman (Fischer Klassik) von Thomas Mann (Taschenbuch - 4. November 2008)
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