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am 25. Januar 2016
Antwort: Kaum. Die Schriftgröße und das Papier sind gut, der Preis akzeptabel. Die Übersetzung, Anfang des 19. Jahrhundert erstellt, überholt, weichgespült, oft, glaubt man der neueren Forschung, regelrecht falsch, da man damals noch um jeden Preis den fünfhebigen Jambus ins Deutsche retten zu müssen glaubte. Keinerlei Anmerkungen. Statt eines erläuternden Vorwortes werden die bekannt wechselhaften Einträge aus Kindlers Literaturlexikon einfach übernommen - und das wird auch noch stolz als Verkaufsargument aufs Cover geklebt. Das wiederum ist ganz schön anzuschauen. Jede Zeit bekommt die Klassikerausgaben, die sie verdient. Man wird sich also auch fürderhin mit kleinsten Reclam-Heftchen die Augen verderben müssen, will man diese Art unsterblicher Weltliteratur lesen.
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am 21. Juli 2009
"Sobald sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen >uns< und >anderen< über das,
was der Fall ist, aufgelöst haben, kann >unsere< Welt mit >der< Welt verschmelzen."
(Jürgen Habermas in: Wahrheit und Rechtfertigung, 261)

Sophokles ist einer der großen griechischen Dichter des antiken Griechenlands im 5. Jahrhundert vor Christus. Seine Leidenschaft sind Tragödien. Tragödien gehören zu der Gattung von Schriften, die einen Spiegel der Wirklichkeit zeigen und sich dennoch eines Durchblicks nicht erwehren wollen. Sie gehen quasi wie Alice hindurch und beleuchten des Menschen Alternativen in vermeintlich vorbestimmter Konstellation. Antigone ist eine der großen Tragödien, die hier näher beschrieben wird.

Also widmen wir uns "König Ödipus". Wissend, dass Ödipus im Freudschen Sinne zum Komplex wurde, soll hier fern ab Freudscher Theorie das Licht auf Macht und Wissen fallen, was Ödipus zweifelsohne verkörpert und vergeistigt. Ödipus gilt als der klare Denker, der die Rätsel der Sphinx lösen kann, allein und er erinnert sich in den Reden zum Volk gern dieser singulären Macht. So wie er bei all der Liebe zu Theben den Verursacher des Leids finden will, folgt er seinem Verstand und vor allem seinem "Willen zum Wissen"; koste es was es wolle. Blind in seiner Vorstellung, Macht und Wissen in sich zu vereinen, geht er vor und Sophokles gelingt ein Meisterwerk der Ambivalenz von Wissen und Macht und vor allem der vielfach genutzten Chance, nicht den Zeugen allein zu präsentieren um der Wahrheit willen, sondern sich hinein zu tasten in die Erkenntnis des Geistes.

Ödipus gelingt es als Mittler zwischen den Göttern und den natürlichen Menschen, zwischen dem Ersichtlichen und dem Erahnten den großen Bogen der Gegensätzlichkeiten zu verbinden und nur dort, wo dieses gelingt, ist Wahrheit und Erkenntnis.

Die Götter, das Orakel des Lichtgottes Apollon geben ein Zeichen, der Seher Teiserias, das blinde Dunkle steht Pate und gibt den Hinweis, der nicht geglaubt wird. Die Antithesen von Laios und dem Stiefvater, die Ambivalenz von der Mutter Jokaste und der Frau Jokaste von Ödipus sind die Argumente, nicht die Zeugen einer Tat, die Theben ins Unglück stürzte. Erst die beiden Hirten konnten die gegenwärtige Wirklichkeit mit der von den Götter vorhergesagten verbinden, in dem sie Augenscheinliches berichteten und ihre jeweilige Geschichte zusammen das gesamte Orakel erinnern und es kenntlich machen. Götter und Hirten sind es, die den dazwischen Seienden zur Erkenntnis, auch zur Selbsterkenntnis verhelfen. Denn Ödipus liebte die Macht, nichts sollte ihn davon abbringen; und er liebt das Wissen, allein, einzig und letztendlich unabhängig davon, ob es sich gegen ihn selbst wendet. Der Wille zum Wissen ist das Verhängnis des Ödipus und damit ist Sophokles ein Dichter der Tragödien, die den Menschen erkennen und ihm vorführen, wohin dessen Selbsterfahrung, deren "Macht haben wollen" führt. Um die Macht geht es vom ersten bis zum letzen Vers. "Du hast die Macht, du musst uns von der Pest befreien" fordern die Bürger Thebens von ihrem Herrscher. Und Ödipus erkennt: "die Pest gefährdet auch meine Herrschaft". Ihn erschreckt also nicht die Botschaft des Orakels, er könne seine Vater getötet, seine Mutter geheiratet haben. Einzig hat er Angst davor, seine Macht zu verlieren. Der, "der auf dem Gipfel der Macht gewesen" fällt, weil sein Wille zum Wissen sich selbst entlarvte.

Am Ende ist Ödipus einer, der weder auf das Orakel der Götter achtet, noch danach fragt, was das Volk will. In seinem Drang zu regieren, seinem Drang, Macht zu behalten, findet er seine Zeugen, die gesehen haben. Er findet die Hirten, die Menschen, die bezeugen und damit wissen, was die Götter prophezeit haben. Ödipus macht sich in der hergestellten Verbindung letztendlich überflüssig. Denn sein Wissen wollen ist vollbracht in der Zusammenfügung von Götterspruch und (Menschen-)Hirtensicht. Einsame Macht um ihn macht ihn zum Übermaß. Von allem besitzt er zuviel, wie Foucault mal sagte. Zuviel ist Überfluss, macht überflüssig.

Die tiefe Erinnerung der Hirten ist Jahre später Idee der platonischen Philosophie. Platon entwertet das Wissen zugunsten einer essentiellen Erinnerung an die Wesenschau, der Idee an sich. Er trennt Wissen und Macht, für ihn ist Wissen schon Machtverzicht im politischen Sinne.

Ödipus jedoch vereint in sich Wissen und Macht und kein anderer als Nietzsche konnte Jahrhunderte später zeigen, dass Wissen nicht frei ist von politischer Macht. So wie es Sophokles brillant offenbaren konnte. Lesen Sie "König Ödipus" unter dem Aspekt von Macht und Wissen.
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am 27. April 2013
Zwei Meisterwerke, die man nur empfehlen kann. Lohnen sich zu lesen. Einfach nur ein Klassiker, den man erst zur Seite legt, wenn man Ihn gelesen hat!
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