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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Alle Philosophie der Menschen kann nur die Morgenröte zeichnen; die Sonne muß geahnt werden.", 3. November 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Zum ewigen Frieden und andere Schriften (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
Zwingt die Natur die Menschengattung zur Auflösung? Ist die vollkommene bürgerliche Gesellschaft die Lösung?
Kant geht auf diese Gedanken näher ein und zeigt dem Leser das Ziel, die Entwicklung einer vollkommenen äußeren Staatsverfassung, in der sich die Menschheit ihren Anlagen entsprechend völlig entwickeln kann. Dabei geht er von den Naturanlagen der Geschöpfe aus, die sich vollständig und zweckmäßig entwickeln wollen. Er zeigt dem Leser, die menschliche Vernunft strebt immer nach Freiheit. Diese gliedert er dann für ein ideales Staatsgebilde wie folgt:
1. Freiheit jedes Gliedes des Staates, als Mensch.
2. Gleichheit der Menschen mit jedem anderen, als Untertan.
3. Selbständigkeit eines jeden Gliedes, als Bürger.
Kant zeigt das Spannungsfeld auf zwischen den unterschiedlichen Interessen: Der Souverän will das Volk nach seinen Begriffen glücklich machen und wird Despot; das Volk will sich seinen Anspruch auf eigene Glückseligkeit nicht nehmen lassen und wird Rebell. Kant sieht die Philosophie als einen notwendigen "Gerichtshof" an, der hilft zur Einsicht und zur höchsten Weisheit zu gelangen. Er geht am Ende des Buches kurz auf Plato, Pythagoras, Aristoteles und Archimedes ein.
Kant erklärt in seinem Entwurf zum ewigen Frieden weiter sechs zentrale Punkte, die beachtet werden sollten um den Frieden auch zwischen unterschiedlichen Staaten zu gewährleisten. Kants Gedanken (oft etwas kompliziert formuliert) waren seiner Zeit weit voraus. Seine Visionen sind inzwischen zur Realität geworden, denn die meisten seiner Grundgedanken wurden von den europäischen Staaten und Gesetzgebern aufgegriffen und umgesetzt.
Trotzdem lesenswert!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Dann halten alle Menschen Frieden, / Allein die Philosophen nicht". (Kästner), 17. Februar 2009
Von 
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(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Zum ewigen Frieden und andere Schriften (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
Das Schild eines holländischen Gastwirts, ein Bild eines Friedhofes mit der Textzeile "Zum ewigen Frieden" mag in seiner ganzen Satire den großen Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) angeregt haben, eine besondere, auf dieser Welt bisher einmalige Schrift zu verfassen, die in der Revolutionszeit im Jahre 1795 erschien. Für Kant ein Jahrzehnt vor seinem Lebensende die Geburtsstunde für das Denken "zum ewigen Frieden".

Friede als nur das Ende der Revolution und als bloßen Waffenstillstand abzutun, liegt nicht im Interesse Kants, zumal er ihm das Attribut "ewig" anhängen wird. Kein Friedensschluss mit Vorbehalt, kein Tausch von Staaten, die er als Habe bezeichnet mit einer Gesellschaft von Menschen. Kein Waffenheer, keine Staatsschulden gegenüber anderen Staaten.

Der Friedenszustand unter Menschen ist, wie man meinen kann, durch Verbote zu erreichen. Friede ist kein Naturzustand, er muss gestiftet werden, wie Kant postulierte. In einer Gesellschaft, die Freiheit aller, eine Abhängigkeit aller zu einer Gesetzgebung und so vollständige Gleichheit verspricht, wird unter der Idee der Republik Recht und Friede gestiftet. Zwischen den Staaten gilt dann das Völkerrecht auf Basis des Föderalismus. Völker als Staaten werden wie einzelne Menschen betrachtet. Deren Maximen des Zusammenlebens gelten ebenso unter Staaten, das Recht hat zu siegen und nicht durch Sieg im Krieg das vorgebliche Recht. Trägt man diese Maximen unter eine Sonne, gilt das Weltbürgerrecht, nämlich als Recht auf dem Boden anderer nicht feindselig behandelt zu werden. Dieses Recht auf Hospitalität denkt bereits das allumfassende Recht als Grundlage einer globalen Wanderung und impliziert, dass sich der Fremde in einem für ihn fremden Land ebenso nicht feindselig verhält. Tritt dieses Weltbürgerrecht als oberste Maxime über alle Völker, Staaten und Menschen in Kraft, so findet die Rechtsverletzung dagegen im Prinzip an einem Platz statt und wird in allen gefühlt - und wird so als öffentliches Menschenrecht zum Codex das ewigen Friedens.

Gewährleister dieses Codexes ist die Natur selbst, die in ihrer Zweckmäßigkeit hervor leuchtet und die Friedenssicherung zuletzt notwendig macht, in dem sie a) für alle Menschen in allen Erdgegenden gesorgt hat, b) die Menschen durch Krieg in jeden Winkel der Erde getrieben hat und c) die Menschen gerade durch den Krieg in gesetzliche Verhältnisse genötigt hat.

Wenn Staaten wegen der in ihnen wohnenden Menschen wie einzelne Menschen zu behandeln sind, dann gelten für diese Staaten auch die Vernunftgründe, die sich im kategorischen Imperativ der praktischen Vernunft zeigen und zudem die moralischen Instanzen in ihnen selbst. Der Streit zwischen Moral und Politik kann objektiv aufgehoben werden, findet sich jedoch subjektiv verdeutlicht, wenn man den Vernunftmaximen nicht folgt.
"Trachtet allererst nach dem Reiche der reinen praktischen Vernunft und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch euer Zweck (die Wohltat des ewigen Friedens) von selbst zu fallen."

Auf einen ewigen Frieden ist aber gemäß Kästner in einem Fall zu verzichten: "Auf ewig ist der Krieg vermieden, / Befolgt man, was der Weise spricht; / Dann halten alle Menschen Frieden, / Allein die Philosophen nicht." Kant hält gerade die streitbare Verfassung der Philosophen als Frieden sichernd. (Von der wirklichen Vereinbarkeit der kritischen Philosophie ...) Lesenswertes, weil einmaliges Traktat; "Die Vorankündigung des nahen Abschlusses eines Traktats zum ewigen Friedens in der Philosophie" ebenso als frohe Aussicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Texte, die zum Nachdenken anregen, 31. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zum ewigen Frieden und andere Schriften (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
Die Schriften Immanuel Kants zu lesen ist nicht leicht, da er eine sehr gehobene Sprache verwendet. Man sollte sich Zeit nehmen und versuchen, den Stoff Stück für Stück zu verstehen. Ich empfinde Kants Texte als Bereicherung; sein Stil gefällt mir. Wer Interesse am Werk dieses sehr wichtigen und einflussreichen Philosophen hat, sich aber noch nicht an die "Kritik der reinen Vernunft" herantraut, ist mit diesem Buch, betitelt "Zum ewigen Frieden und andere Schriften", bestens beraten.
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5.0 von 5 Sternen Der Herr braucht einen Herrn ... aber "Wahrheitspflicht" ist fragwürdig, 29. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Zum ewigen Frieden und andere Schriften (Fischer Klassik) (Taschenbuch)
Kant bringt es gleich zu Anfang auf den Punkt: Der Mensch braucht einen Herrn (aus den eigenen Reihen wohlgemerkt), weil er sonst alles kahlfrisst und seine Umgebung terrorisiert und ausbeutet. Aber auch der Herr braucht einen Herrn, weil logischerweise für ihn dasselbe gilt. Das ist schwierig und wird lang dauern, sagt der möglicherweise bekannteste Philosoph und damit liegt er heute genau so richtig wie 1790.
Der Abriss über Aufklärung und Unmündigkeit trifft ebenso exakt ins Schwarze und gilt heutzutage mehr denn je. Haarscharf beobachtet auch die Tatsache, dass die zur Unmündigkeit Manipulierten zu den größten Verfechtern der Vernunftverweigerung werden und damit zu missionarischen Unterstützern der Manipulatoren.
Nächster Punkt: direkte Demokratie. Was Kant hier in fehlerfreier Logik beschreibt, ist genau das, was der gegenwärtigen Politik fehlt. Entweder hat kein einziger Partei-Politiker Kant gelesen oder keiner hat ihn verstanden. Spricht in jedem Fall für sich.
Schöpfergott: Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der damaligen Zeit in vernunftbestimmten, schlüssigen Kausalketten einen existentiellen Urheber abzuleiten, ist nachvollziehbar und verständlich. Was Kant nicht einbeziehen konnte, sind die probabilistischen Grundlagen der Quantenphysik, die es damals noch nicht gab. Hätte er bereits etwas von der Existenz der Quantenfluktuationen gewusst, wären seine Syllogismen wahrscheinlich anders ausgefallen.
Zweite Möglichkeit: Obwohl 1790 die Inquisition in Kants Lebenskreis keine akute Bedrohung mehr war, hätte sich eine kirchliche Ächtung für einen Philosophen und Schriftsteller in dieser Zeit sicher nicht sehr werbeträchtig ausgewirkt. Ein Kant, der nicht gelesen wird, kann nichts bewirken, und atheistische Argumentation wäre mit Sicherheit einem philosophischen Selbstmord gleichgekommen. Er hatte diesbezüglich also keine Alternative und wurde wegen kirchenkritischer Schriften im Jahr 1794 auch getadelt und zensuriert.
Interessant zu interpretieren jedenfalls sind die schonungslosen Verbalattacken gegen jede Form moralisierender Missionierung und dogmatischer Indoktrination und die vehemente Forderung, Kritik nach den Regeln der Vernunft in keiner Weise zu beschränken.
Bürgerrechte: Ähnlich wie beim Thema „Schöpfergott“ hätte Kant, wäre er in einer demokratischen Rechts-Gesellschaft aufgewachsen, einem Staatsoberhaupt mit höchster Wahrscheinlichkeit nie die Rechte eingeräumt, die er dem damaligen Herrscher zugebilligt hatte (oder hatte zubilligen müssen). Eindeutig Stellung bezieht er jedenfalls zum Prinzip der Gleichheit unter allen Menschen (gut, Frauen kommen - ebenfalls aus Gründen des Zeitgeists - ein bisschen schlechter weg) und verurteilt jegliche Art des Vorrechts oder der Vorherrschaft durch Geburt oder Herkunft.
Pflicht, Moral, Entwicklung („Theorie und Praxis“):
Vernunftbestimmte Logik wie gewohnt. Interessant jedenfalls seine Ansicht, dass sich die menschliche Spezies weiterentwickelt, im Gegensatz zu andersdenkenden Philosophen seiner Zeit, die zu gegenteiligen Schlüssen kommen, wogegen er durchaus kämpferisch Stellung bezieht.
Das „Ende aller Dinge“ verdeutlicht, dass er die transzendente religiöse Märchenwelt äußerst kritisch betrachtet bzw. ablehnt und hinsichtlich Apokalypse, Ewigkeit und Jenseits agnostische Denkrichtungen vertritt. Dem Christentum erweist er meines Erachtens übertriebene Ehre und Huldigung, wenn er dieser Religion Liebenswürdigkeit zubilligt, indem er argumentiert, das C. würde den Menschen die Befolgung der rel. Regeln und Dogmen freistellen. Die Hexen- und Häretikerverbrennungen beweisen das Gegenteil, aber wie o.a. – im Jahr 1794 schränkte Kant aufgrund von Konflikten mit der Zensurbehörde sogar seine Vorlesungen ein.
„Zum ewigen Frieden“:
Ausgesprochen gut durchdachter Leitfaden zur Gründung eines globalen, föderalistischen, republikanischen Staatenbundes. Interessant die Feststellung, dass Kant demokratische Staatsformen unter die Despotien reiht. Begründung: Mehrheiten können Minderheiten (unter anderem durch Gesetzesbeschlüsse) unterdrücken. Die Mehrheit kann bestehende Rechte ändern und muss dabei nicht Recht haben, sondern kann falsche Entscheidungen mit katastrophalen Auswirkungen treffen. Angewandt auf gegenwärtige Forderungen nach mehr direkter Demokratie (Felber C.) müssten diese die von Kant beschriebene Problematik beinhalten, wenn sie sinnvoll sein sollten.
178-181:Vernünftig begründet, aber in der Praxis (wie man sieht) nicht so erfolgreich wie in der Theorie vielversprechend dürfte die Schlussfolgerung Kants sein, in der er ausführt, dass eine republikanische Verfassung die destruktiven Verhaltensweisen der Menschen neutralisieren würde, weil die auf Eigennutz und eigenen Vorteil bedachten Individuen sich einer staatsbürgerlichen Gemeinschaft unterwerfen würden, um ihre persönlichen Interessen einfacher, sicherer und dauerhaft verwirklichen zu können. Die Praxis zeigt, dass diese heute weitgehend umgesetzte republikanische Verfassung jedoch von den destruktiven Kräften ausgenutzt, eigennützig interpretiert und zum Vorteil einer zahlenmäßig kleinen Hegemonie maßgeschneidert wird.
Ebenfalls als Irrtum stellt sich aus heutiger Sicht – zu Kants Zeiten kaum absehbar – die Schlussfolgerung heraus, der Handelsgeist würde den Frieden auf der Welt verbreiten und sichern. In Wirklichkeit sorgen die von Gewinnsucht und Konkurrenzkampf besessenen Handelsmechanismen eher für das Gegenteil und wer beispielsweise mit Waffen handelt, wird kaum großes Interesse am Frieden haben.
Sehr treffende Bemerkungen sind zum Thema Moral und Politik – wär schön, wenn sich das umsetzen ließe - und beachtenswerte Rügen am Status Nascendi und der damit verbundenen Arroganz der Befürworter zu finden.
Dem Thema „Pflicht“ steht Kant etwas blauäugig gegenüber, denn die Erfüllung einer oder der Pflicht kann durchaus menschenfeindliche Züge aufweisen und große Schäden anrichten (Soldatenpflicht, pflichtgetreue Einhaltung menschenverachtender Gesetze…).
Seinen Ausführungen und Argumenten zum Thema „Wahrheitspflicht“ widerspreche ich vollständig: Wenn Wahrheit Schaden anrichtet, hat sie zu unterbleiben (vgl. Beispiel: Mörder – Nachbar – Verfolgter).
Resümee: Ein respekteinflößender Einblick in die Denkweise eines genialen Gehirns.
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Zum ewigen Frieden und andere Schriften (Fischer Klassik)
Zum ewigen Frieden und andere Schriften (Fischer Klassik) von Immanuel Kant (Taschenbuch - 3. März 2008)
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