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Inhalt
Eine Welt ohne Papier, eine Welt ohne Bücher, aber mit totaler digitaler Überwachung. Die einzige Privatsphäre gibt es auf der Toilette im Jahr 2035. Rob arbeitet als Buchscanner. Er sucht Leser und sammelt die Bücher ein. Der Konzern für den er arbeitet verspricht durch das Scannen aller Bücher alle Informationen für alle kostenlos zur Verfügung zu stellen. Doch eines Tages bietet ein Leser Rob an, doch mal das Buch zu lesen, das dieser eigentlich scannen sollte.
Meinung
Das Buch ist für mich ein Highlight 2013. Das Thema hochaktuell. Ebooks, soziale Netzwerke, Privatleben das im Fernsehsendungen und im Internet kein privates Leben mehr ist, für alle Welt zugänglich. Wie weit werden wir gehen? Das Buch würde ich als eine Art Endzeitthriller ansehen oder ist es gar eine Zukunftsvision?
Es macht nachdenklich. Eine Welt der totalen digitalen Vernetzung, ohne Privatsphäre, voller Werbung, digitaler Medien, eine Machtposition eines Konzerns- totale Kontrolle.
Gruselig fand ich die Vorstellung einer Welt ohne Bücher.
Die Geschichte wird aus der Sicht des Ich- Erzählers Rob erzählt. Aufgewachsen in dieser digitalen Welt, kennt er nichts anderes. Auffällig ist auch das uniforme Aussehen der Bevölkerung, Glatze tragen ist in. Auch das der geheimnisvolle „ Leser“ der ihm das Buch anbietet Haare auf dem Kopf hat hebt ihn von der Masse ab. Nach einem geheimnisvollen Treffen mit dem Leser bröckelt das Gefühl des perfekten Lebens bei Rob. Er wird nachdenklich. Führt er überhaupt ein eigenes Leben? Ich fand dem Autor gelingt es ganz wunderbar die Entwicklung von Rob aufzuzeigen. Die Zweifel, die bei ihm gesät werden und zu keimen beginnen. Fragen, die er plötzlich stellt. Erste Aktionen als Auflehnung gegen die Überwachung. Das alles liest sich fesselnd und lässt einen mehr als nachdenklichen Leser zurück.
Fazit
Mein bisheriges Lesehighlight 2013. Verstörend- fesselnd- nachdenklich machend.
Ein richtiges All-Age Buch. Es verleitet jeden Leser und Buchliebhaber dazu, über die Bücher in seinem Regal zu streichen und sich darüber zu freuen, dass sie da stehen. Was wäre eine Welt ohne Bücher?
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TOP 1000 REZENSENTam 20. März 2013
Dieses dünne Buch hat mich überraschend tief getroffen und mich sehr nachdenklich gestimmt. Robert M. Sonntag schreibt auf gerade mal 190 Seiten eine packende Zukunftsvision, die zwar in vielen Bereichen übertrieben wirkt, dabei aber gar nicht mal so abwegig erscheint. Gerade das macht die Geschichte so aufrüttelnd.

Das Kernthema ist einfach und im Genre der Science-Fiction, bzw. Dystopien hinreichend bekannt: Alles ist vernetzt, ein Großkonzern regiert die Bevölkerung. Analoge Medien werden abgeschafft und digitalisiert, um sie unter dem Leitspruch Wissen für alle! Jederzeit! Und kostenlos! zensiert den Menschen zugänglich zu machen oder gar komplett verschwinden zu lassen. Was sich für die Oberschicht der Bevölkerung plausibel anhört, ist nur ein Deckmantel für die totale Kontrolle.
In dieser Welt lebt Rob. Er ist einer der Scanner, die für den Großkonzern alte Bücher aufspürt, diese für das allgemeine Ultranetz scannt und dann vernichtet. Für ihn ist sein Handeln absolut normal und legitim. Seine größte Sorge ist es, seine Quote nicht zu erfüllen, somit zu wenig zu verdienen und von der A-Zone in die niedrigere B-Zone, oder sogar die verhasste C-Zone, abzurutschen. Durch eine angebliche Terrorgruppe, die Büchergilde, werden ihm nach und nach die Augen geöffnet.

Die Geschichte ist in eine spannende Handlung verpackt, die zwar nicht immer überrascht, aber durchaus an die Seiten fesselt. Sehr gebannt verfolgt man die bildlichen, oft faszinierenden, Beschreibungen und ist viel zu schnell am Ende angelangt. Hier hat der Autor seine Kreativität gekonnt ausgespielt. Rob würde dafür ganz sicher ein Like an seine 8500 Freunde (650 davon mit Beste Freunde Premium-Status!) im Ultranetz-Profil posten und auch von mir gäbe es auf Facebook ein Gefällt mir!

In diesem Genre versuchen die meisten Autoren technische Zu-, bzw. Missstände, der handelnden Gesellschaft versteckt oder unterschwellig in ihre Story zu verpacken. So wirkt die Erzählung echt und plausibel, nicht zu übertrieben. Bei "Die Scanner" fiel mir schon nach ein paar Seiten auf, dass das Buch vor hypermoderner Technik und Möglichkeiten nur so strotzt. Alles, wirklich alles, ist technisiert und futuristisch. Das soziale Netzwerk, das alles steuert und jedwede Information liefert, die Mobrils - moderne Brillen - die alle Arten der Kommunikation übernehmen, futuristische Fortbewegungsmittel und Wohnungseinrichtungen, von denen manche Hausfrau träumt (nein, nicht wirklich). Normalerweise stört mich solch eine genannte Vertechnisierung. Hier passte es und ich war sogar etwas erschrocken, wie man viele dieser Zukunftsvisionen auf unser alltägliches Leben übernehmen könnte. Das Smartphone, unsere Sozialen Netzwerke (insbesondere Facebook), Zahlungsmöglichkeiten und Überschuldung, sowie die Einteilung der Menschen in Klassen - alles findet sein mögliches Gegenüber im Buch und ist gar nicht so weit weg oder abwegig.

Jetzt könnte man den Eindruck gewinnen, dass "Die Scanner" mit erhobenem Zeigefinger auf Missstände und deren Entwicklung in unserer Gesellschaft aufmerksam machen will. Stimmt schon, dieser Eindruck ist nicht ganz von der Hand zu weisen. ABER die Darstellung ist einfach gut getroffen und bietet reichlich Diskussionspotential (ich denke hier an Leserunden oder Schulklassen) oder, wie bei mir, eine Hinterfragung des eigenen Aktionismus in den Sozialen Netzwerken mit meinen technischen Möglichkeiten (und die sind mir jetzt schon zu viel!)

Fazit
"Die Scanner" kann ich jedem empfehlen, der eine ansprechende Geschichte, in einem gar nicht so abwegigen Zukunftsszenario, lesen möchte. Doch Vorsicht! Die Nebenwirkung könnte sein, dass man sich ernsthafte Gedanken über das eigene Verhalten macht, was technische Spielereien- und Möglichkeiten und die eigene Internetzeit-, bzw. Vernetzung, anbelangt. Und sollte man zu dem Schluss kommen, dass man mit seinen Gewohnheiten glücklich ist - auch gut! Von mir gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung.
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am 27. April 2013
Zum Inhalt:

“Unser Arbeitgeber wollte die glatzige Welt papierfrei machen. Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos! lautete das Motto. Wir halfen der Scan AG bei der Verwirklichung dieses Traumes. Jojo hatte mich reingeholt. Und ich träumte mit.” (Seite 13)

Wir schreiben das Jahr 2035. Das Geräusch, das die Welt beherrscht, ist allgegenwärtig: Mzzzp. Klick gibt es nicht mehr.
Rob und Jojo sind beste Freunde und Arbeitskollegen. Sie sind Buchagenten und arbeiten für die “Scan AG”, ein Tochterunternehmen des Weltkonzerns “Ultranetz”, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alles Wissen für jeden Bürger jederzeit und kostenlos zur Verfügung zu stellen. Via Ultranetz und Mobril.
Gedrucktes existiert in dieser Welt kaum noch. Dafür sorgen unter anderem die beiden Freunde.

Sie machen Jagd auf jedes Druckerzeugnis, das noch existiert. Sie kaufen es den Besitzern ab, scannen den Inhalt ein, sodass dieser dann unverzüglich digitalisiert im Ultranetz jedem User zur Verfügung steht.

Eines Tages lernt Rob Arne kennen, als er ihm sein Buch abkaufen möchte. Dieser ist kein gewöhnlicher Leser. Und plötzlich findet Rob sich inmitten der geheimen Büchergilde wieder. Die Leute versuchen ihn davon zu überzeugen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Und plötzlich taucht Rob auf allen Kanälen auf und ist der Staatsfeind Nummer 1.

“>>Herzlichen Glückwunsch zum 16. Geburtstag<<, sagte die Nackte. >>Endlich ist mit deiner Mobril alles möglich. Nach so einem kalten Tag im Schnee tut ein wenig Wärme gut. Willst du das Rob? Setze die Mobril auf und sage ja!<<” (Seite 83)

Meine Meinung:

Druckerzeugnisse kostenlos und für alle jederzeit verfügbar. Das klingt doch toll! Es scheint auf den ersten Blick auch toll zu sein. Doch wenn wir einmal hinter die Fassade blicken, sieht die Welt ganz anders aus.

Das erste, was mir hierzu einfällt ist “Big brother is watching you”. George Orwell hat in seinem Buch “1984″ (welches übrigens 1948 geschrieben wurde!) schon von den Anfängen dessen berichtet, was Robert M. Sonntag hier weiterführt.

Wir befinden uns hier in einer Welt, in der die Bevölkerung sich Mobrils aufsetzt. Das sind Brillen, mit denen die Menschen gleichzeitig telefonieren können (Videotelefonie), navigieren können oder über das Ultranetz Nachrichten und Videos an Freunde oder alle schicken.
Eine Art “Facebook” ist hier auch integriert. Es gibt Freunde und Premium Freunde. Letztere haben auf alles Zugriff. Eine Partnervermittlung gibt es auch. Klingt doch alles toll.
Die andere Seite der Medaille ist aber, dass die Menschen hierfür teure Verträge abschließen müssen. Außerdem bekommen sie mehrfach am Tag Werbefilme gezeigt, die sie sich anschauen müssen. “Customized” natürlich. Wie “kostenlos” ist das denn nun wirklich?
Damit macht der Mensch sich gläsern und gibt – mehr oder weniger freiwillig – alles von sich Preis. Und die “Scan AG” hat die totale Kontrolle.

Was unvorstellbar klingt ist gar nicht so weit von uns entfernt. Wie viele Daten geben wir eigentlich von uns Preis? Beim Einkaufen im Internet, in Suchmaschinen, bei Anmeldungen für Newsletter oder in Social Media? Mit einem Klick bzw. Mzzzp posten wir bei Facebook wo wir uns gerade befinden und mit wem. Das erkennt das Programm mithilfe des Smartphones ganz automatisch.
Nach Einkäufen lassen wir arglos Bonuskarten durch Scanner ziehen. Schließlich bekommen wir ja Punkte gutgeschrieben, die wir bei nächsten Einkäufen als Rabatte nutzen können. Völlig kostenlos! Und der Anbieter unseres Bonusprogramms weiß, was wir wo und wann eingekauft haben und für welchen Betrag. Was er damit macht? Da denke ich nicht drüber nach…

“>>…Sollst nicht überall eine Spur mit deinem Finger hinterlassen.<<
>>Zahle ab jetzt sowieso…<<
>>… mit dem Auge. Weiß ich. Spur bleibt Spur.<<” (Seite 99)

Was der Autor hier auf den 192 Seiten beschreibt, scheint wie eine gruselige Fortsetzung des Jahr 2013. Es macht nachdenklich darüber, wie wir mit unseren Daten umgehen und wie viel jeder einzelne in dieser digitalen Welt preisgibt.
Über die Werbung, die beispielsweise Suchmaschinen mir anzeigen, von Geschäften und Firmen, die sich in der Nähe meines Standortes befinden, wundere ich mich ja schon lange nicht mehr. Aber vielleicht sollte ich das.

Der Autor hat es geschafft, in diesem kurzen Buch ein dunkles, aber nicht all zu weit entfernt scheinendes, Szenario zu beschreiben, das mich als Leser nachdenklich gestimmt hat. Es ist gruselig, erschreckend, verstörend, fesselnd. Es scheint so utopisch und doch so nah.

Ich kann nur hoffen, dass dieses Buch in vielen Schulen als Klassenlektüre Einzug findet. Und dass vor allem Jugendliche sich Gedanken über ihr “Online Verhalten” machen.
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am 18. April 2013
In eine schrecklich-schöne neue Welt entführt Robert M. Sonntag, hinter dem sich ein bekannter Autor verbirgt, seine vorzugsweise jugendlichen Leser in diesem Buch, das im Jahr 2035 spielt. Hauptsächlich durch die Tätigkeit der wie eine Geheimorganisation alles beherrschenden Scan AG ist es gelungen, fast alle Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und gedruckten Erzeugnisse aus der Welt zu schaffen. Das Motto der Scan AG lautet: „Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!“ und wurde den Menschen lange eingetrichtert. Menschen, die in drei Lebenszonen getrennt, mehr recht als schlecht ihr Leben fristen und den Geschmack richtiger Mahlzeiten nur noch durch die angebotenen Aromastoffe kennen und im übrigen mit einem Rauschmittel namens Nador sich periodisch die Sinne vernebeln. Jeder trägt ein Gerät auf dem Kopf, ein Mobril, durch das jeder mit jedem verbunden ist, vor allem aber mit der mächtigen Zentrale, die alles beherrscht. Wer das Mobril auszieht, gilt sofort als subversiv.

Erzählt wird die Geschichte von Rob Sonntag, der zusammen mit seinem Freund Jojo im Auftrag der Scan AG auf der Jagd nach Direkterzeugnissen ist, die die Scan AG noch nicht vernichtet hat. Denn darum geht es diesem Moloch eigentlich.

Ron trifft irgendwann schon zu Beginn des Buches einen alten geheimnisvollen Mann. Er gehört zu einer geheimen Büchergilde aus Konkurs gegangenen Buchhändlern, arbeitslosen Autoren. Übersetzern, Journalisten und entlassenen Verlagsmitarbeitern, aber auch Menschen die einfach gerne lesen. Sie halten die Buchkultur hoch.

Die Büchergilde hat der allmächtigen Scan AG den Kampf angesagt und Rob wird mitten hineingezogen in den Widerstand gegen das, was globale Netzwerke einmal aus unserem Leben machen könnten. Sicher ist manches scharf gezeichnet, doch nach der Lektüre dieses Buches, sehe ich die Aktivitäten von facebook, google etc. noch einmal kritischer. Dass das Internet keine Freiheit allein gebracht hat, wissen wir schon lange.

Dieses Buch will junge Leser auf unterhaltsame und spannende Weise darauf aufmerksam machen, auf was sie sich einlassen, wenn sie sich solchen Netzwerken verschreiben.
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am 8. April 2013
Gegen meine Gewohnheit habe ich nicht zuerst nachgesehen, wann das Buch geschrieben wurde. Ich ging von einem ganz neuen Roman aus, was aber ganz deutlich nicht der Fall ist. Mal davon abgesehen, dass man das Buch in einem durchlesen kann (spannend, flüssig geschrieben, sehr aktuell) gibt es keine Hinweise auf das tatsächliche Alter. Ich lese viel SF, ab und an nehme ich auch nochmal eins der älteren Bücher aus dem Archiv. Da liest man oft von "Magnetkarten, Lochstreifen, Telex", Sachen, die in der heutigen Welt schon nicht mehr gebräuchlich sind und in der beschriebenen Zukunft schon gar nicht mehr. Nichts davon taucht hier auf. Im Gegenteil, die Art wie die Menschen miteinander verbunden sind und alles, wirklich alles miteinander auch visuell teilen und dabei vergessen menschlich zu sein, erinnert schon stark an den Facebook-Wahn, der durch's Land geht. Und wenn man einen Bericht über Google-Books sieht, erscheint einem das, was die Scanner beruflich machen überhaupt nicht mehr wie Fiktion. Klar erinnert das Buch ein wenig an Brave new world, 1984 und Farenheit 451. Ich hatte aber eher den Eindruck, dass der Roman heute von einem Autor geschrieben wurde, der gesellschaftskritisch die aktuelle Lage überspitzt. Als ich das Copyright gesehen habe war ich ernsthaft erstaunt.
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Mai 2013
"Einen von zehn, den konnten wir mit Geld nicht locken. Der hatte etweder schon genug davon, oder war ein Fanatiker. Ein Büchernarr. Im schlimmsten Fall sogar ein Bibliophiler." (Seite 18)

Wow, wenn man in diese Geschichte eintaucht, dann erlebt man Sciene-Fiction vom Feinsten. Das Fortbewegungsmittel rast in luftiger Höhe durch die Stadt. Es gibt Megacitys, wie man sie bisher nur aus Filmen kennt, die Unterhaltungselektronik erfüllt auch noch unsere kühnsten Träume. Gleichzeitig hat sich die Gesellschaft verändert. Die Klassen sind viel stärker von einander getrennt. Es ist vielmehr schon ein Kastensystem, aus dem kaum ein Aufstieg möglich ist.

Das Buch ist sehr kurz, aber es gelingt dem Autor schon innerhalb der ersten paar Seiten eine Atmosphäre zu gestalten, dass der Leser sich zurecht finden kann. Sobald dies geschehen ist, kann die eigentliche Handlung starten und kaum zu glauben. Sie passt auf 190 Seiten und hat doch mehr Gehalt als viele dicke Wälzer und regt stärker zum Nachdenken an, als man zu Beginn vermutet hätte.

Robert, unser Protagonist, sucht Leser, kauft ihre Bücher ab und digitalisiert sie. Danach werden sie vernichtet. Nun stehen sie online und digital jedem zur Verfügung. Es ist aber nicht nur so, dass damit das Gefühl ein echtes Buch in der Hand zu halten verloren geht, kaum einer liest diese Bücher digital. Es gibt viel einfachere Wege sich online unterhalten zu lassen. Warum also sich bemühen und ein Buch lesen? So denkt nicht nur Robert. So denken sie alle. Es gibt nur wenige Ausnahme. Diese versuchen die Vernichtung der Bücher aufzuhalten.

Innerhalb dieser Geschichte wird der Alltag der zukünftigen Jugendlichen weiter beleuchtet. Zum Beispiel ihr Umgang untereinander. Roberts bester Freund trifft seine Freundin nicht real. Sie gehen in ihren jeweiligen Städten in unterschiedlichen Parks "zusammen" spazieren und beobachten sich dabei durch Brillen. Das wirkt alles surreal, aber es wird vom Autor so dargestellt, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass sich unsere Welt dahingehend verändert.

Man sollte sich aber die Frage stellen, ob man das zulassen möchte und ob die Welt nicht bereits anfängt sich so zu verändern. Anschauliches Beispiel ist dieses Zitat:

Hast du eine Freundin?" fragte sie
"Hab 650 beste Freunde mit Premium-Status"
"Hast du eine Freundin?" wiederholte sie.
"Davon sind 280 weiblich."
"Hast du eine Freundin?"
"Und von den 8500 Freunden ohne Premium-Status..."
"Also nein" stellte Fanni fest. (Seite 85)

Das Social Network der Zukunft ist nicht mehr Facebook. Es ist komplexer und durch Videofunktionen und die Brillen, die jeder ständig trägt, kann man immer beobachten, was ein anderer gerade tut. Aber die Parallelen sind deutlich zu erkennen.

Gerade für Jugendliche und ich denke auch als Schullektüre ist dieses Buch auf jeden Fall geeignet. Es ist eine gesellschaftskritische Geschichte, die aber gleichzeitig sehr spannend aufgebaut ist, sodass sich auch jüngere Leser nicht langweilen werden. Durch den großen Technikbereich können sich außerdem auch Jungs davon angsprochen fühlen.

"Exit hätte ich auch gern an diesem Abend in meinem überschwemmten Zimmer gerufen. Aber das war kein Film. Das war mein Leben, das da gerade außer Kontrolle geriet." (Seite 140)

Fazit: Ein gesellschaftskritisches Buch, das ohne den ganz großen erhobenen Zeigefinger auskommt, da die Handlung spannend ist und der Leser versteckt aufgefordert wird eben selbst nachzudenken.

Jedem in der heutigen Gesellschaft zu empfehlen, der ganz selbstverständlich mehrmals täglich mit Facebook und Twitter interagiert und beinahe rund um die Uhr erreichbar ist.
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Die Welt, die in "Die Scanner" entworfen wird, ist vor allem für wahre Bücherfreunde ein echter Albtraum - leider erscheint sie aber gar nicht mal so unwirklich, wenn man einige Zeit in unseren Errungenschaften und unserem Fortschritt voraus denkt. In dieser Welt ist es das Ziel, jede Information für jeden zugänglich zu machen. "Jederzeit! Kostenlos!" ist das Motto der machthabenden Firma Ultranetz. Und so arbeiten Rob und sein Freund Jojo als Scanner: sie stöbern lesende Menschen und ihre Bücher in einer nahezu bereits bücherfreien Welt auf, bieten ihnen Unsummen an Geld für ein Buch und scannen diese dann ins Netz ein, bevor sie für immer vernichtet werden - damit das geschriebene Wort für jeden jederzeit erreichbar ist.

Zunächst war ich angesichts des sehr schmalen Büchleins überrascht, allerdings sollte man sich von der nicht vorhandenen Dicke des Buches keinesfalls täuschen lassen: die Geschichte zwischen den beiden Buchdeckeln hat es in sich! Es dauert nur einige wenige Seiten, dann ist man vollends gefangen in der Welt von Rob und Jojo; einer Einheitswelt, in der jeder uniform herumläuft, und in der Traditionalisten verpöhnt werden, also jene Personen, die gern an der Vergangenheit festhalten: die Bücher lesen, sich die Haare trotz des Glatzen-Schönheitsideals wachsen lassen, die sich nicht Ultranetz unterwerfen wollen. Die Geschehnisse, die passieren, als Rob Bekanntschaft mit einem Herrn der Büchergilde macht, sind unglaublich spannend und atemberaubend geschildert. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Das Szenario in "Die Scanner" ist futuristisch, beängstigend, irgendwie unglaublich. Und trotzdem gar nicht mal so abwegig - und das war das Erschreckendste daran.

Fazit:
Ein echtes Lesehighlight 2013, das einen die Bücherwelt und Zukunft des geschriebenen Wortes mit ganz anderen Augen sehen lässt. Jeder sollte seine Lieblingsbücher lieber sofort vorsichtshalber wegschließen!
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Inhalt:

„Frauen und Männer standen dicht nebeneinander am Feuer. Ich sah dunkle Zeltbahnen, die notdürftig mit Seilen an Strommasten befestigt waren. Überall schwarze Stofffetzen voller Löcher.“
(S. 46)

„Und ich kannte den Absender! Ich kannte die Personen, die hinter dem Anschlag steckten.“
(S. 90)

Inhalt:

Rob ist ein Scanner. Gemeinsam mit seinem besten Freund Jojo spürt er Leser, oder besser gesagt deren Bücher, auf. Richtige Bücher. Und diese sind verpönt. Sein Arbeitgeber Scan AG, ein Tochterunternehmen des Ultranetz-Konzerns, hat sich zum Ziel gesetzt, alle Informationen kostenlos für alle im Netz zur Verfügung zu stellen. Die Firma strebt eine papierlose Welt an. Deshalb werden die Bücher nach dem Scannen vernichtet. Doch es gibt immer weniger Leser! Und die Bezahlung der Buchagenten erfolgt erfolgsorientiert…

An einem ganz normalen Arbeitstag treffen sie auf einen älteren Mann, Arne Bergmann. Er liest ein Buch im Metro-Gleiter. Aber er will dieses Buch nicht an die beiden Buchagenten verkaufen. Er hat eine andere Bedingung. Und er hinterlässt für Rob eine geheime Nachricht. Ab jetzt nimmt Robs Leben eine unerwartete Wendung nach der anderen…

Meinung:

Dieses Buch wollte ich nach dem Lesen des Klappentextes sofort im Regal haben. Gleich von Beginn an schien mir alles vollkommen gut durchdacht und abgerundet. Und tatsächlich habe ich mich nicht getäuscht! Allein die Geschichte rund um das Buch ist dermaßen gut inszeniert,dass ich mich durchgehend gut unterhalten gefühlt habe.
Der Autor, der ja laut Klappentext 2010 geboren wurde und damit erst in der Zukunft schreiben wird, hat mich gleich mitten ins Geschehen geworfen.

Das Treffen mit Arne Bergmann nimmt dann auch unmittelbar Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Von Beginn an spürte ich diese beklemmende Atmosphäre aufgrund der vielen Reglementierungen und Einteilung in Zonen, in denen die Menschen der verschiedenen Schichten leben dürfen. Das Schlimmste, das einem Menschen passieren konnte, war ein Abrutschen in die C-Zone.

Die C- Zone ist ein mehr oder weniger abgeschotteter Bereich, in dem vor allem die weniger Betuchten leben. Welch ein Wunder also, dass wir hier vorrangig ältere Menschen finden, die aufgrund fehlender Vorsorge nicht mehr die finanziellen Mittel haben, sich in höher dotierten Zonen aufhalten zu können. Das kommt euch bekannt vor? Ja, eindeutig! Auch heute hört man in allen Medien Begriffe wie Altersarmut und mangelnde Vorsorge…

Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde ich mit einigen gesellschaftskritischen Themen der Zukunft konfrontiert, die mir auch aus der jetzigen Zeit allgegenwärtig erscheinen. Die Handlungen und Gedanken der Protagonisten wurden jedoch nicht offensichtlich präsentiert, sondern flossen direkt in den Strom meines Lesevergnügens ein, ohne störend zu wirken. Dennoch musste ich das eine oder andere Mal erst einmal darüber nachdenken, was ich denn da gerade gelesen habe und anschließend den Bezug zu meinem alltäglichen Dasein herstellen. Und Ultranetz kommt euch beim Lesen sicherlich auch sehr bekannt vor…Globale Netzwerke und ihre Auswirkungen kennt wahrscheinlich ebenfalls jeder. Aber keine Angst…

Der Schreibstil ist insgesamt flüssig und wirklich gut zu lesen. Die markanten Highlights, die man aus anderen Geschichten dieser Art gewohnt ist, waren zwar nicht in vergleichbarem Maße vorhanden, haben meinen Lesegenuss jedoch nicht beeinflusst.

Auf die Darstellung der Charaktere verzichte ich bei der Beschreibung dieses Buches. Hier sollte sich jeder selbst ein Bild machen und seiner Fantasie den entsprechenden Raum lassen. Viele Interpretationen sind hier möglich. Nicht umsonst kann man für diese Geschichte auch ein Unterrichtsmodell downloaden.

Insgesamt muss ich sagen, dass es sich aufgrund der Ereignisse sicherlich um einen Thriller handelt, die Grundzüge der Geschichte aber eindeutig dystopische Einflüsse bedienen. Das Buch habe ich an einem Tag gelesen, so fesselnd wirkte die Idee und Umsetzung auf mich!

Urteil:

Bei „Die Scanner“ handelt es sich mit Sicherheit nicht um eine actionreiche und jederzeit mitreißende Geschichte. Mich jedoch konnte das Buch absolut in seinen Bann ziehen und mir fallen wirklich ganz, ganz wenige Kritikpunkte ein, die jemandem vom Lesen abhalten könnten. Gemeinsam möchte ich an dieser Stelle mit dem (zukünftigem) Autor den mahnenden Finger aufgrund der sich alltäglich widerspiegelnden Gefahren durch allzu leichtsinnige Datenweiter- und -freigabe heben und vergebe 5 Bücher.

Ein eindeutiges Must-Read für alle Dystopie-Einsteiger, die kritischen Themen offen gegenüber stehen und keine adrenalingeprägte Story für schöne Lesestunden benötigen!
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Mai 2014
Rob ist ein Bücheragent der Scan AG, einem Tochterunternehmen des Weltkonzerns Ultranetz. Gemeinsam mit seinem Freund Jojo versucht er, Leser zu finden und ihnen ihre Bücher abzukaufen. Im Jahr 2035 sind diese zu einer Seltenheit geworden, denn dank Ultranetz kann man jede Information absolut kostenlos und jederzeit über seine Mobril abrufen. Eines Tages begegnen er und Jojo in einem Metro-Gleiter einen Leser, der ihnen sein Buch freiwillig überlässt und Rob im Anschluss heimlich zu einem Treffen einlädt. Als er kurz darauf erfährt, dass der Mann ein gesuchter Terrorist ist, dessen Auslieferung viel Geld einbringt, entscheidet sich Rob, zum Treffen zu gehen. Was sich daraufhin ereignet, sorgt bald dafür, dass Robs Auffassung von der heilen Welt Risse bekommt…

Dieses kleine, aber feine Buch hat mich von Beginn an fesseln können. In den letzten Jahren sind sehr viele Dystopien veröffentlicht worden, eine davon actionreicher als die andere. Im Vergleich dazu ähnelt der Stil „Die Scanner“ eher denen der „klassischen“ Dystopien. Es erinnerte mich an „Fahrenheit 451“ und „Schöne neue Welt“, die im Buch auch Erwähnung finden.

Das Zukunftsszenario, was in diesem Buch entworfen wird, ist erschreckend realistisch. Könnte unsere Gesellschaft eines Tages tatsächlich so aussehen? Menschen kommunizieren fast nur noch über ihre Mobril, eine Art Datenbrille. Inzwischen ist jede Information, nach der man sucht, digital verfügbar. Sie leben in riesigen Wohnblocks je nach Beruf in der A- B- oder C-Zone und dürfen einmal im Monat zur Erholung eine Parkhalle besuchen. Heiraten tun sie nur noch nach Finanzchecks und dürfen nur nach einem positiven Gentest genau ein Kind zeugen. Das sind nur eine Beispiele für die strikt reglementierte Welt, in der Rob lebt.

Als Leser konnte ich Robs Einstellung und seinen Einstellungswandel sehr gut nachvollziehen. Er lebt ein Leben, mit dem er zufrieden ist, weil er nichts anderes kennt und seine Grundbedürfnisse erfültl sind. Doch allmählich kommt er und ebenso der Leser ins Grübeln. Was sind die Auswirkungen, wenn ein einziger Megakonzern einfach alles kontrolliert und auf maximalen Profit aus ist? Nach und nach blickt man gemeinsam mit Rob hinter die Kulissen und macht schreckliche Entdeckungen. Das Buch kommt ohne große Action aus und übermittelt seine Botschaft dennoch eindringlich. Es ist ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und Courage. Ich kann es daher nur weiterempfehlen.
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am 5. Mai 2013
Rob lebt in einer Welt, in der Bücher und Printmedien überhaupt nicht mehr erwünscht sind. Wer braucht schon Bücher, wenn es Ultranetz gibt? Rob ist ein Buchagent und als solcher nimmt er seinen Kunden Bücher ab, scannt diese ein und stellt das Buch online auf Ultranetz. Das Printmedium wird vernichtet. Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!". So lautet das Motto der Buchagenten. Die meisten Menschen trennen sich früher oder später von ihren Büchern, denn Rob und sein Buchagent-Freund Jojo zahlen ihnen gutes Geld. Nur einen können die beiden anscheinend einfach nicht überreden. Arne Bergmann, der Leser, der sein Buch nicht rausrückt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Arne Mitglied einer geheimen Büchergilde ist... Er führt Rob in die Welt der Bücher ein. Nun muss Rob sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte. Ultranetz oder Arne Bergmann? Wem kann er vertrauen?

Die Scanner" ist ein Roman, der nachdenklich stimmt. Rob lebt in einer digitalisierten Welt. Bücher erscheinen sinnlos, es gibt doch schließlich den Konzern Ultranetz. Mithilfe der Mobril", die Computer und Brille in einem ist, kann man sich jederzeit Informationen besorgen. Dafür sorgen Rob und Jojo, die für die Scan-AG, der Tochterfirma von Ultranetz, diese Informationen beschaffen. Doch kann die Bequemlichkeit wirklich der einzige Grund sein, alle Bücher zu vernichten? Printmedien zu verbrennen, nur weil man die Informationen auch einfacher beschaffen kann? Nach und nach kommt Rob einem düsteren Geheimnis der Scan-AG auf die Spur...

Die Geschichte ist interessant. Die Beschreibungen von Robs Welt gefallen mir gut. Rob lebt in einer Welt, in der die meisten Menschen aufgrund von Gehirnwäsche total naiv sind und das Staatssystem nicht in Frage stellen. Beziehungen werden über die Mobril erhalten, man muss die Liebe seines Lebens nicht persönlich sehen, da das Chatten den Zweck doch genauso gut erfüllt. Wer Urlaub machen möchte, geht in ein großes Gebäude, in der man verschiedene Themenhallen vorfindet.

Schade ist nur, dass der Roman Die Scanner" so dünn ist. Ich konnte mich nicht in die Hauptfiguren hineinversetzen und somit habe ich das Gefühl, die Geschichte wirklich nur gelesen zu haben, anstatt richtig erlebt. Zudem wird der Leser nicht Schritt für Schritt in die Geschichte eingeführt, sondern man wird sofort mit einer Flut von neuen Begriffen überschüttet, deren Sinn mir auf dem ersten Blick vollkommen unklar war. So habe ich mir zum Beispiel erst nach und nach die Definition der Mobril" zusammenbasteln können.

Je mehr die Geschichte sich ihrem Ende nähert, desto spannender ist es. Das Ende ist meiner Meinung nach richtig gut gelungen, es ist total überraschend und unerwartet.

Die Scanner" beruht auf einer grandiosen Idee von einer weniger grandiosen Welt. Schade ist nur, dass ich nicht wirklich in der Geschichte versinken konnte. Dystopiefans werden bei diesem Roman dennoch sicherlich auf ihre Kosten kommen.
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