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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein poetisches Jugenddrama!
Dieses Buch zu rezensieren fällt mir unheimlich schwer, denn meine Gefühle lassen sich wirklich schwer in Worte fassen. Das Buch ist von Inés Garland wundervoll geschrieben worden. Schon nach den ersten Seiten war ich Mitten drin und konnte mich nicht mehr lösen. Doch bin ich trotzdem etwas melancholisch beim Lesen geworden. Die wunderschöne und...
Vor 23 Monaten von Anne Catbooks veröffentlicht

versus
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie ein unsichtbares Band !
Nicht so ganz meine Richtung ! Titel verspricht mehr !was gefehlt hat , dieses Gefühl,jede freie Minute weiterlesen !Schade , würde ich nicht weiter empfehlen .
Vor 17 Monaten von Inge Rinke veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein poetisches Jugenddrama!, 13. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch zu rezensieren fällt mir unheimlich schwer, denn meine Gefühle lassen sich wirklich schwer in Worte fassen. Das Buch ist von Inés Garland wundervoll geschrieben worden. Schon nach den ersten Seiten war ich Mitten drin und konnte mich nicht mehr lösen. Doch bin ich trotzdem etwas melancholisch beim Lesen geworden. Die wunderschöne und friedvoll beginnende Geschichte über wahre Freundschaft, die erste Liebe und dem langsamen Erwachsenwerden wird immer mehr von Ungerechtigkeit, Feindseligkeit und Angst überschattet, was mich sehr traurig gemacht hat. Die Protagonistin Alma ist ein liebenswertes junges Mädchen, das unter der Woche in Buenos Aires lebt und nur am Wochenende auf der Insel verbringt, wo auch ihre beste Freundin Carmen und deren Bruder Marito leben. Doch umso älter sie werden, umso mehr entsteht zwischen ihnen eine riesen Kluft. Sie leben in unterschiedlichen Verhältnissen und grenzen Alma daher immer mehr aus ihrem Leben aus. Die Vorurteile gegen Almas Familie und deren Reichtum werden immer größer und die Freundschaft fängt an unter den extremen Spannungen langsam zu brechen…

Inés Garland hat eine wundervoll poetische Sprache und genau das lässt die Dinge, die dort in Argentinien passieren sogar noch drastischer erscheinen, als sie es schon sind. Dank dem Nachwort des Verlages konnte ich die politische Situation noch besser einordnen und die Spannungen zwischen Carmen, Alma und Marito nachvollziehen. Die Gefühle zwischen Marito und Alma sind deutlich spürbar, umso mehr tut es mir leid, dass es durch das gesamte System die Gefühle nicht noch mehr zum Ausdruck gebracht werden können!

Das Ende des Buches ist für mich eher schwierig einzuschätzen, denn irgendwie laufen dort die Dinge völlig aus dem Ruder. Carmen und Maritos Leben ist völlig durcheinander und ist sowohl für Alma als auch für den Leser nicht mehr greifbar. Man merkt nur, dass etwas schlimmes passiert sein muss, doch die Ausmaße sind in dem letzten Drittel des Buches kaum erkennbar. Auch dieses Mal bin ich dank des Nachwortes etwas schlauer, doch zu dem Zeitpunkt des Lebens war ich eher baff und schon etwas mit der Situation überfordert. Was passiert hier?

Das Cover zeigt die Ruhe und die Gelassen, mit der Inés Garland die Geschichte von den drei Freunden beschreibt und welche Idylle auf der Insel herrschen muss, die ich in einer krisensicheren Zeit sehr gerne besucht hätte.

Fazit:

Bei “Wie ein unsichtbares Band” handelt es sich um ein poetisches Jugenddrama. Ein Buch, das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Ich bin von dem Buch absolut überzeugt und werde auf jeden Fall die nächsten Bücher, wenn es sie gibt, lesen! Wäre das Ende für mich nicht so verwirrend gewesen, hätte es die volle Anzahl von Sternen erhalten! Bitte lest dieses wundervolle Buch und taucht ab in die Welt Argentiniens der 80er Jahre! ♥
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie ein unsichtbares Band, 19. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt:
Alma und ihre Eltern verbringen jedes Wochenende in ihrem Haus auf einer kleines Flussinsel, um dem Trubel der Großstadt Buenos Aires zu entfliehen. Von Anfang an versteht sich Alma mit den Nachbarskindern Carmen und Marito, die im Gegensatz zu Almas Familie in ärmlichen Verhältnissen auf der Insel wohnt. Bald schon verbindet die Kinder eine tiefe Freundschaft, und ganz besonders Carmen wird bald schon zu Almas bester Freundin.

Doch die Kinder trennen Welten. Die Grenze zwischen arm und reich wird mit den Jahren immer deutlicher. Da ist es nicht verwunderlich, dass Almas Eltern die aufkeimende Zuneigung zwischen Marito und ihrer Tochter ein Dorn im Auge ist und sie Alma den Umgang mit ihm verbieten.

Aber vor dem Hintergrund der aufkeimenden Militärdiktatur in Argentinien, in denen ein Wort zum Verhängnis werden kann und Gewalt in den Straßen vorherrscht, steht Alma und ihren Jugendfreunden weit schlimmeres bevor.

Meine Meinung:
“Wie ein unsichtbares Band” ist der zweite Roman der argentinischen Autorin Inés Garland. Das bereits 2009 in ihrem Heimatland erschienene Werk ist ihr Debüt auf dem deutschen Buchmarkt.

Eine Geschichte über die Liebe und das Erwachsenwerden, vor dem Hintergrund der aufkeimenden Militärdiktatur in Argentinien. Dies mag zunächst nach einem hochdramatischen Roman klingen. Doch Inés Garland schlägt einen anderen, zarteren Weg ein.

Alma ist die Tochter reicher Eltern, die nur die Wochenenden auf einer kleinen Flussinsel verbringt, und ansonsten in Buenos Aires lebt und dort zur Schule geht. Alma ist anders als die Mädchen an ihrer katholischen Schule. Sie hat keine Freundinnen, fühlt sich anders. Ihre einzige Freundin ist Carmen, die mit ihrer Großmutter und ihren Geschwistern auf der kleinen Insel lebt. In armen Verhältnissen, abhängig vom Wohlwollen des Flusses, der jährlich ihr Häuschen unter Wasser stehen lässt. Abhängig von dem wenigen Geld, das die Familie zur Verfügung hat. Doch Carmen ist selbstsicher, mutiger als Alma und behandelt sie reiche Nachbarstochter als wären sie schon immer Freundinnen gewesen.

Alma, Carmen und Marito verbindet vom ersten Moment an ein tiefes Band, unsichtbar für das Auge, jedoch mit dem Herzen zu sein. Und unsichtbares Band, zart und verletzlich.

"Jahre nach diesem Hochwassermorgen erklärte mir eine Seherin, ich sei dieser Famile bereits in einem früheren Leben begegnet. Unsere Seelen, sagte die Frau, hätten sich längst gekannt und seien auf die Erde zurückgekommen, um einen Traum miteinander zu teilen."

Gemeinsam mit Marito erkunden sie die Insel, erleben Abenteuer am und auf dem Fluss. Werden gemeinsam älter. Marito, der Junge mit der schimmernden Haut und den nachtschwarzen Augen spielt schon bald nicht mehr mit den Mädchen, hat Pläne, will an der Technischen Universität in Buenos Aires studieren.

Und auch Carmen und Alma werden erwachsener und entfernen sich voneinander. Eine Kinderfreundschaft, die sich aufzulösen droht, und den Todesstoß durch ein gebrochenes Versprechen versetzt bekommt.

Alma ergeht es wie Dona Angela. Sie trauert. Sie trauert der Freundschaft nach. Den Abenteuern. Sie beginnt zu spüren was für ein großes Hindernis die Unterschiede zwischen arm und reich sind, Dinge, die sie als junges, kleines Mädchen nicht wahrhaben wollte, die nun aber immer mehr zum Tragen kommen. Und auch ihre Eltern machen Alma klar, dass diese Freundschaften einfach nicht von Dauer sein können.

Und Alma trauert Marito hinterher. Denn das Band der Freundschaft ist bei ihnen zu mehr geworden, hat eine andere Art von Gefühlen geweckt. Gefühle, die von Almas Eltern nicht geduldet werden können.

"Sie merkten nichts, und ich begriff, dass es Dinge gibt, die man mit sich herumträgt und die niemand wahrnehmen kann, und dass darin die wahre Einsamkeit besteht: nichts zu sagen und bei niemandem Trost zu finden, den Trost nicht einmal zu suchen, als wäre für die Dinge, die am meisten weh tun, nur das Schweigen bestimmt."

In “Wie ein unsichtbares Band” erzählt Inés Garland aus der Sicht von Alma über ein Leben und eine Zeit, die uns völlig fremd erscheinen mögen, und sich doch, lässt man die äußeren Umstände außer Acht, gar nicht so sehr von dem uns Bekannten unterscheiden. Garlands sehr einfacher, episodenhafter Schreibstil entwickelt einen wahren Sog, liegt doch in den wenigen Worten so viel Gefühl, dass man sich der Atmosphäre beim Lesen nicht entziehen kann.

Eine gewisse Distanz bleibt allerdings, denn dem Leser ergeht es wie Alma. Nicht alles was geschieht wird verstanden, nicht alles macht Sinn. Dennoch ist Alma ein ganz wunderbarer Charakter. Ein Mädchen, das nicht verstehen kann, warum der Besitz und der Wohlstand einer Person darüber entscheidet, ob diese Person es wert ist beachtet, ja sogar als Freund betrachtet zu werden.

Fast schon erscheint die zarte Liebesgeschichte zwischen Alma und Marito wie eine moderne Romeo-und-Julia-Romanze, da auch hier die Familien letztendlich der Meinung sind, dass diese Beziehung nicht funktionieren wird. Und nicht funktionieren darf. Allein schon die Freundschaft zwischen den Kindern, und später den Jugendlichen, sollte eingebunden werden, sind sie doch einfach zu verschieden.

"Das Leben geht weiter, man kann unmöglich wissen, wie es gewesen wäre, wenn wir uns nicht gerade in diesem Moment verliebt hätten, sondern andere Türen geöffnet hätten."

Der Ausgang scheint vorprogrammiert, jedoch gelingt es Garland den Leser zu überraschen. Sich der Geschichte von Alma, Marito und Carmen ist fast nicht möglich, ist man doch gefesselt von der Intensität der Worte, von all den Gefühlen und der Tiefe die sich zwischen den Zeilen finden, von der tiefen Traurigkeit und Melancholie.

Die argentinische Militärdiktatur wird im Roman selbst kaum erklärt, schließlich kennt wahrscheinlich jedes Kind in Argentinien die Hintergründe, allerdings hat es sich der Verlag nicht nehmen lassen, zu eben jenem Thema ein Nachwort zu verfassen, dass es dem Leser erleichtert sich ein Bild von der damaligen Lage zu machen. Ein guter Schachzug.

“Wie ein unsichtbares Band” ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Vertrauen, über Verlust, Trauer und Melancholie. Ein Buch, das es dem Leser aufgrund seiner Episodenaftigkeit nicht einfach macht, dessen Zauber man sich aber nicht entziehen kann, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat.
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5.0 von 5 Sternen Stein, Papier oder Schere, 22. Mai 2013
Von 
sandravl (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
Alma und ihre Eltern verbringen jedes Wochenende auf der Flussinsel, um dem Lärm und dem Stress in Buenos Aires zu entfliehen. Ganz anders als Carmen und Marito von nebenan, die auf dieser Insel in ärmlichsten Verhältnissen leben. Die Familien betrachten sich mit Argwohn, während die Kinder schon bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Alma und Carmen sind unzertrennlich und zwischen Alma und Marito entwickelt sich mit fortschreitendem Jugendalter weitaus mehr als nur Freundschaft.
Doch nicht nur ihren Familien ist dies ein Dorn im Auge, auch von ganz anderer Seite droht ihnen Gefahr. Denn im Argentinien der späten 1970er Jahre beherrschen Gewalt und Staatsterror die Straßen. Ein Umstand, vor dem man auf der abgelegenen Insel zunächst bequem die Augen verschließen, dem man sich in der Hauptstadt jedoch schnell nicht mehr entziehen kann.

Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich bis jetzt äußerst wenig über Argentinien und dessen Militärdiktatur in den 70er und 80er Jahren wusste. Eine Wissenslücke, für die man insbesondere im zweiten Teil dieses Buches bestraft wird, denn mit einem Schlag fühlte ich mich von der Story überfordert. Nicht im negativen Sinne, sondern einfach, weil ich die Entwicklung und das Ausmaß dieser Junta nicht hatte kommen sehen, die Umstände nicht verstehen und so den Geschehnissen zunächst auch nicht mehr ganz folgen konnte.

Mein eigenes Unwissen kann ich jedoch keinesfalls dem Buch zum Vorwurf machen, denn ich denke in Argentinien wird schon jedes Kind, welches dieses Buch liest wissen, was in dieser fiktiven Geschichte geschehen ist. Die Autorin, die mit diesem Buch auch ihre eigene Kindheit aufarbeitet, lässt einiges offen, deutet vieles nur an, da man in Argentinien selbst diese Gewissheit mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht braucht.
Inés Garland muss die Dinge nicht erst aussprechen bzw. niederschreiben, damit man sie dort versteht. Sie spielt nicht den Oberlehrer oder zitiert seitenlang aus einem Lexikon, sondern fordert ihre Leser lediglich auf, sich selbst mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um sowohl die Geschichte als auch die ungeheuerlichen Dinge zu begreifen, die sich damals in und um Buenos Aires abgespielt haben.

Ein Jugendbuch, bei dem vor allem der Klassenunterschied zweier Menschen im Vordergrund steht, ist nicht neu und trotzdem übt Wie ein unsichtbares Band eine ganz eigene Magie aus. Die Ruhe, die das Cover ausstrahlt spiegelt auch die Geschichte wieder, zumindest im ersten Teil. Alma wächst zusammen mit Carmen und Marito auf der Flussinsel auf und fühlt sich dort heimischer als in ihrer luxuriösen Stadtwohnung.
Im Verlauf tauchen immer mehr Konflikte auf und Alma gerät zwischen alle Fronten. Auf der einen Seite wird sie von ihren Eltern und ihren Lehrern behütet und abgeschottet, sodass sie kaum Chancen hat, über den Tellerrand zu blicken. Von der anderen Seite wird ihr genau dies zum Vorwurf gemacht.

Ein Konflikt, der sich immer weiter hochspielt und mit schlagenden Beispielen veranschaulicht wird. So hat Alma irgendwann Angst, wenn sie nur eine Polizeisirene hört. Ein Geräusch, welches unschuldigen Menschen doch eigentlich ein Gefühl von Sicherheit vermitteln sollte.

Alma erzählt dieses Buch rückblickend, stets mit einem leicht traurigen bisweilen sogar schuldbewussten Unterton, sodass man als Leser schon ahnt und langsam darauf vorbereitet wird, was einen am Ende dann aber doch völlig überwältigt. Mit Hilfe des Nachwortes vom Verlag kann oder muss man sich dann auf eigene Suche begeben, die Geschichte für sich entdecken und Puzzleteile zusammensetzen.

Wie ein sichtbares Band ist ein außergewöhnliches Buch, das zum Nachdenken und Nachschlagen auffordert. Sowohl der Kopf als auch das Herz werden hier herausgefordert und am Ende mit einer ebenso ergreifenden wie erschreckenden Geschichte belohnt. Allen, die den allerletzten Satz nicht direkt zuordnen können, rate ich einen Blick auf den Originaltitel des Buches: Piedra, papel o tijera.
Stein, Papier oder Schere.
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5.0 von 5 Sternen Ein Roman, der ans Herz geht und bewegt, 23. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
KLAPPENTEXT:

Alma verbringt mit ihren Eltern jedes Wochenende auf einer Insel im Flussdelta in der Nähe von Buenos Aires. Die Nachbarskinder Carmen und Marito werden zu ihren Spielgefährten und Freunden. Auf der Insel ist die Welt in Ordnung, soziale Unterschiede scheinen keine Rolle zu spielen. Als Almas Eltern merken, dass ihre Tochter mehr als Freundschaft für Marito empfindet, verbieten sie ihr den Umgang. Doch da ist Alma schon längst mit Marito zusammen …

AUTORIN:
(Quelle: Fischer Kinder- und Jugendbuch)

Inés Garland arbeitet als Journalistin, Übersetzerin, Autorin von Büchern und Drehbüchern und leitet Schreibwerkstätten. Viele Jahre schlummerten ihre Texte in der Schublade, bis sie sich entschloss, sie einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Ihre Texte gewannen auf Anhieb mehrere Auszeichnungen.

EIGENE MEINUNG:

Tränen rollen mir über die Wange, während ich die letzten Seiten des Buches lese. In meinem Herz setzt sich ein dumpfes Gefühl fest, denn was als zarte und schöne Geschichte über Freundschaft, Kindheit und erste Liebe beginnt, entwickelt sich zu einem Leben unter ständiger Angst, Feindseligkeit und Ungerechtigkeit. Sehr bedrückend, wenn man bemerkt, wie hilflos manche Menschen politischen Machtspielen und willkürlicher Unterdrückung ausgesetzt sind.

„Ihr Vertrauen knüpft ein unsichtbares Band zwischen uns, und ich folge ihr ohne Fragen zu stellen.“

Alma und Carmen sind unzertrennlich. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, gibt es ein feines, unsichtbares Band, das die beiden lange Jahre verbindet. Ein Band aus Vertrauen, Liebe und Achtung. Sie verbringen eine recht unbeschwerte Kindheit am Fluss, dessen ewiges Strömen ihnen Halt und Geborgenheit gibt und wo die Menschen, die dort leben einfach echt sind und gerade heraus sagen, was sie denken. Doch Alma kann sich nicht davor verstecken, dass sie aus „besseren“ Verhältnissen kommt, nur am Wochenende auf der Insel lebt und in der Woche in der Stadt zur Schule geht, in der Kurzweil und schnelles Vergnügen im Vordergrund stehen. Es kommt wie es kommen muss. Irgendwann sind diese Welten nicht mehr so einfach zu verknüpfen. Alma begeht aus Unsicherheit einen folgenschweren Fehler, der sie ihre beste Freundin kostet.

Außer Carmen wohnen noch mehr Familienmitglieder im Nachbarhaus vom Wochenenddomizil von Almas Eltern. Eine unverwüstliche, immer gleich alt aussehende Großmutter, ein liebeskranker Onkel, Barito der Hund, zwischen drin mal ein weiteres Geschwisterchen, das Carmens Mutter aus Versehen vergisst und der intelligente Marito. Ihn und Alma verbindet ebenfalls dieses Band der Freundschaft, das jedoch zu Liebe heranwächst. Stark und gefühlvoll von Almas Seite aus, zart und vorsichtig von Marito, denn er weiß um die Gefahren, die ein verschmelzen der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, mit sich bringt. Hohn und Spott sind da noch die kleineren Übel.

„Wie bemisst man solche Dinge? Wenn jemand uns glücklich macht und wir später wegen dem selben Menschen die schlimmsten Qualen erleiden, wie soll man diesen Himmel und Hölle dann einordnen? Das Leben geht weiter, man kann unmöglich wissen, wie es gewesen wäre, wenn wir uns nicht gerade in diesen Menschen verliebt hätten, sondern andere Türen geöffnet hätten.“

Poetisch und doch mit einer ganz eigenen Kraft erzählt Autorin Inés Garland die Geschichte dreier Kinder, die in unterschiedlichem Umfeld, mit unterschiedlichen Maßstäben, Werten und Gewichtung des Lebens, aufwachsen und doch im Herzen miteinander verbunden sind. Der Roman ist gegliedert in zwei Teile, wobei der erste Teil fast ausschließlich die Kindheit der drei beschreibt und für mich, aufgrund all der Ideen und Abenteuer, irgendwie eine Mischung aus Isabel Allende und Astrid Lindgrens „Kinder aus Bullerbü“ ist. Faszinierend und voller Energie sind die Tage, in denen vor allem Ich-Erzählerin Alma noch nicht mal ansatzweise einen Begriff davon hat, was die Militärdiktatur Argentiniens veranstaltet und zu welchen Taten sie fähig ist.

Der zweite Teil ist etwas später angesiedelt, der Übergang dorthin ist jedoch nahtlos. Veränderungen bemerkt man nur in Almas denken, das nach und nach nicht mehr so blauäugig ist. Eine Tatsache für die sie nichts kann, denn ihre Eltern verschließen die Augen vor dem was im Land passiert und isolieren Alma damit auf ihre eigene Art und Weise. Dennoch bekommt sie dies von Marito und seiner Familie häufig vorgeworfen, weshalb es für die beiden umso schwieriger ist, ihre Liebe auszuleben.

Alma ist eine Protagonistin voller Intensität, ehrlich und tatsächlich etwas naiv, womit die Autorin meiner Meinung nach sehr gut die Ohnmacht dessen widerspiegelt, was die Menschen 1976 – 1983 in Argentinien über sich ergehen lassen mussten, unfähig sich selbst zu helfen, denn Willkür und eigenes Verlangen setzen sich über Recht und Gerechtigkeit.

FAZIT:
Freundschaft hat nichts damit zu tun, wer oder was du bist, solange es dieses unsichtbare Band zwischen dir und deinem Freund gibt, das euch beide verbindet. Poetisch, zart, voller Gefühl und Intensität erzählt Autorin Inés Garland die Geschichte einer besonderen Freundschaft vor dem Hintergrund der Militärdiktatur Argentiniens. Wer Angst hat einem politischen Roman zu begegnen, der mit Fakten aufklären will, muss sich nicht fürchten, denn die wahren Interessen der Diktatoren und ihren Anhängern bleiben dem Leser ebenso verborgen wie den Menschen die, in dieser Zeit leben, und genau wie sie, trifft es uns dafür am Ende umso härter. Ein Roman, der ans Herz geht und sehr bewegt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich kann es sehr empfehlen, es ist wunderbar!, 20. Februar 2013
Von 
Damaris - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
In einem hat der Klappentext des Verlags vollkommen recht, "Wie ein unsichtbares Band" ist eine wunderschöne und bewegende Geschichte! Trotzdem fällt es mir hier wirklich schwer, mich in meiner Meinung festzulegen. Im Grunde ist das Buch nämlich wunderbar. Ich bin komplett in die Geschichte abgetaucht und war sehr berührt. Aber gerade das Ende lässt mich zwiegespalten zurück. Das mag daran liegen, dass die Ereignisse in Argentinien, um 1976, nicht zu den Dingen des Weltgeschehens gehören, bei denen ich mich gut auskenne und es auch im Buch dazu keine weiterführenden Informationen gibt. Zum Glück gibt es am Ende eine Anmerkung des Verlags, dadurch wird vieles klarer. Und dennoch ist es nicht einfach. Aber von vorne ...

Das argentinische Mädchen Alma erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Man erfährt, dass sie aus einer Familie stammt, die recht wohlhabend ist. Unter der Woche wohnt die Familie in einer Wohnung in Buenos Aires und Alma geht auf eine katholische Privatschule. Am Wochenende fährt sie mit ihren Eltern auf eine kleine Insel, mitten im Fluss, wo die Familie ein Wochenendhaus hat. Dort freundet sich Alma, aber ihrer Kindheit, mit den Nachbarskindern Carmen und Marito an, die dauerhaft auf der Insel leben und aus ärmeren Verhältnissen stammen. Die drei Kinder werden beste Freund und während ihrer Kindheit spielen die sozialen Unterschiede noch keine große Rolle. Als Jugendliche verliebt sich Alma nicht nur in Marito, sie muss auch feststellen, dass es nun sehr wohl unterschiedliche Interessen und auch Vorurteile zwischen den Familien gibt. Es entstehen ständige Spannungen.

"Wie ein unsichtbares Band" hat eine sehr (be)ruhige(nde), fast schon poetische Sprache. Inés Garland bringt die Gefühle ihrer Hauptprotagonistin Alma so gut zum Ausdruck, dass sie auf mich sehr echt wirkte. Vor allem in Konfliktsituationen konnte ich ihr Handeln immer nachvollziehen. Manche Spannungen, auf die sozialen Unterschiede bezogen, sind richtiggehend greifbar, vor allem auch dann, wenn Alma und Marito ihrer Gefühle füreinander entdecken. Alma wird in der Geschichte eindeutig die wichtigste Rolle zuteil. Für die Kürze des Buches sind auch Carmen und Marito gut dargestellt. Ihre Freuden, Sorgen und Nöte kommen beim Leser an. Da aber Alma die komplette Handlung erzählt, sind diese nicht so deutlich wie bei Alma selbst.
Durch die schöne Sprache kommt man bald in einen bewegenden Lesefluss. Alma erzählt die Geschichte in der Vergangenheitsform, doch ist ein Kapitel im Präsens geschrieben. Ebenso der Epilog. War mir den Sinn beim Epilog noch klar, wirkt der Wechsel der Zeitform ansonsten willkürlich - hat aber was!

Schon mit der Buchbeschreibung wird klar, dass "Wie ein unsichtbares Band" ein Jugenddrama ist. Darauf sollten sich geneigte Happy-End Leser auch einstellen. Im letzten Buchdrittel laufen die Ereignisse um Marito und Carmen aus dem Ruder. Und hier setzt mein Stirnrunzeln ein, denn was geschah hier genau? Die Handlung verschwimmt. Informationen bekommt man nur durch dritte, seelisch zerstörte Menschen, dazu noch ungenau. Ich wusste beim Lesen, dass etwas Schlimmes passiert ist, auch was das für Folgen hatte, aber es war mir tatsächlich zu verwischt. Gäbe es das Nachwort des Verlags nicht, könnte man die Schlussereignisse konkret niemandem zuordnen. Einige Leser könnten durchaus zufrieden sein, andere fühlen sich sicherlich in ihren Überlegungen zu sehr auf sich alleine gestellt.

Fazit
"Wie ein unsichtbares Band" hat mich gedanklich stark beschäftigt, und auch jetzt denke ich noch oft an die Handlung. Auf der einen Seite wirkt es sehr poetisch und berührt ungemein, auf der anderen Seite waren mir die Infos und dramatischen Ereignisse am Ende zu verschwommen. Dessen ungeachtet habe ich eine sehr hohe Meinung vom Buch. Ich kann es sehr empfehlen, es ist wunderbar! Wäre die Autorin am Ende deutlicher geworden, wäre es für mich perfekt.
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4.0 von 5 Sternen von der Vorschlagsliste KJB 2013 gekauft, 24. November 2014
Von 
M. Elson "melsonson" (Oldenburg (Oldenburg)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
Story für Leser/innen bis 15 Jahre geeignet, danach nur spannend wegen der politischen Verhältnisse, die sich von unserer Kultur unterscheiden. Gut für Einblicke in ganz andere Lebenssituationen. Das Ende war mir zu wenig erklärend.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie ein unsichtbares Band !, 18. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie ein unsichtbares Band (Gebundene Ausgabe)
Nicht so ganz meine Richtung ! Titel verspricht mehr !was gefehlt hat , dieses Gefühl,jede freie Minute weiterlesen !Schade , würde ich nicht weiter empfehlen .
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Wie ein unsichtbares Band
Wie ein unsichtbares Band von Inés Garland (Gebundene Ausgabe - 18. Februar 2013)
EUR 14,99
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