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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer (zwischen den Zeilen) lesen kann, ist klar im Vorteil
Aufgrund der zahlreichen negativen (und für mich haarsträubenden)Rezensionen in der letzten Zeit, muss ich mich jetzt hier auch einmal zu Wort melden. Ich habe dieses Buch im Rahmen meines Lehramt-Studiums gelesen und habe gelacht und geweint, aber die meiste Zeit saß ich einfach nur mit offenem Mund da und konnte es nicht fassen, was ich da lese...
Vor 17 Monaten von Verena Baumann veröffentlicht

versus
51 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In vielen Punkten zu gewollt naiv
Ich bin nach der Lektüre dieses Buches hin und her gerissen. Ich fand, dass der eigentlich wichtige Teil erst zu spät eingesetzt hat. Die Freundschaft mit Schmuel begann ja erst zur Mitte des Buches hin und bis zu diesem Zeitpunkt tat sich eigentlich nicht sehr viel in der Geschichte. Brunos grenzenlose Naivität fand ich unglaubwürdig. Ich denke, dass...
Veröffentlicht am 9. September 2009 von Bouquineur


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69 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer (zwischen den Zeilen) lesen kann, ist klar im Vorteil, 5. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Aufgrund der zahlreichen negativen (und für mich haarsträubenden)Rezensionen in der letzten Zeit, muss ich mich jetzt hier auch einmal zu Wort melden. Ich habe dieses Buch im Rahmen meines Lehramt-Studiums gelesen und habe gelacht und geweint, aber die meiste Zeit saß ich einfach nur mit offenem Mund da und konnte es nicht fassen, was ich da lese.

Das Buch ist NICHT für Kinder geeignet. Die Geschichte lebt von der Kluft, die zwischen dem, was Bruno denkt und dem Wissen das jugendlichen/erwachsenen Lesers um die wahren Geschehnisse, entsteht. Das Thema Nationalsozialismus und Holocaust wird in der Schule etwa ab der 7. Klasse thematisiert, ich würde das Buch mit einer Klasse jedoch niemals vor dem 8./9. Schuljahr bearbeiten. Der Leser muss wissen, was wirklich passiert ist, das macht den Reiz der zahlreichen Leerstellen (oder wie manche es hier nennen: "Auslassungen"), aus. Leerstellen sind dazu da, damit der Leser interpretieren und aktiv am Sinnbildungsprozess teilnehmen kann. Übrigens erwähnt der Autor explizit im Prolog, dass Bruno zwar 9 Jahre alt ist, das Buch aber nicht für 9jährige geschrieben ist.

Der Autor will die Situation weder total realistisch (natürlich ist es unrealistisch, dass die beiden Jungen sich am Zaun treffen), noch geschichtlich 100 Prozent korrekt darstellen. Dafür gibt es bereits genügend andere Bücher über den Holocaust. Wie bereits oben erwähnt, sollte der Leser dieses Wissen bereits haben, wenn er dieses Buch liest. Es vermittelt also auch kein falsches Bild. Meiner Meinung nach wird hier überhaupt nichts verharmlost, ganz im Gegenteil: Alles Schreckliche, was in den Lagern passiert ist, wird dargestellt: Hunger, Misshandlung, Mord. Naürlich ist Bruno so naiv, wie es kein anderes Kind ist und wahrscheinlich auch kein Kind während des NS war. Natürlich mussten die Kinder der Nationalsozialisten die Ideologie ihrer Eltern übernehmen und haben bereits in der Schule eingebläut bekommen, was Sache ist. Aber würde dieses Buch funktionieren, wenn Bruno all das gewusst hätte? Dann wäre es ein Buch wie all die anderen auch. Auch das erwähnt der Autor im Nachwort ("[...], und zwar durch die Augen eines sehr naiven Kindes, das die schrecklichen Geschehnisse um es herum nicht versteht.") Dabei ist es egal, ob Bruno 5 Jahre alt oder 9 Jahre alt ist.

Die Aussage im letzten Satz des letzten Kapitels ist natürlich ebenfalls ironisch gemeint und soll den Leser "provozieren". Natürlich weiß der Autor, dass so etwas immer wieder passieren kann.

Er kritisiert auch den Umgang vieler Erwachsenen mit ihren Kindern, die ihren Kindern die Welt nicht erklären. Am Ende stellt sich heraus, dass Bruno gar nicht so dumm und naiv war, wie man vielleicht annimmt. Er hat etwas, dass die Erwachsenen verloren haben: Für ihn sind alle Menschen gleich, egal wie sie aussehen oder wo sie herkommen. Letztendlich wurde er zum Opfer der Leichtgläubigkeit seiner Eltern, die davon ausgegangen sind, dass er all das Leid, dass er vor Augen hatte, nicht wahrnimmt, dass er keine Fragen stellt. Bruno hat sehr viele Fragen gestellt, er hat aber keine Antworten bekommen. Also hat er sich seine Welt auf eigene Art erklärt- und das ist ihm zum Verhängnis geworden.

Mich ärgert, dass meine "Vorschreiber" scheinbar keine Sekunde überlegt haben, welche Wirkung der Autor hier überhaupt erzielen will, bzw. was dieses Buch aussagen soll. Mich jedenfalls hat er erreicht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anrührend anders - dieses Buch zu wagen lohnt sich!, 21. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Der Lesestoff an sich ist leicht, 272 Seiten in großer Schrift, mit einer einfachen Sprache aus der Sicht eines Kindes. Der Inhalt ist aber nichts für Kinder. Ich möchte hier möglichst wenig von dem Inhalt verraten, am besten geht man völlig unvoreingenommen an dieses Buch. Sie haben an anderer Stelle schon gehört um welches Thema es in diesem Buch geht? Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, die Aufbereitung und Sichtweise des Themas ist so ganz anderes wie in anderen Büchern.

Im Stil eines Jugendbuches erzählt ein Junge von sich und seiner Familie. Die naive Sichtweise lässt einen manchmal schmunzeln und manchmal bildet sich ein dicker Klos im Hals. Sie zeigt die Widersprüche der Erwachsenen in ungewohnter Weise auf.

Dieses Buch ist geschichtlich nicht korrekt, will es aber meiner Meinung gar nicht sein. Es baut sich einen eigenen Rahmen um sich einen gewohnten Thema ungewöhnlich zu nähern. Das diese Geschichte in der Realität so nicht hätte passieren können, sollte einem bewusst sein und ist für mich der einzige Minuspunkt. Am Ende lässt einen das Buch nachdenklich zurück und hinterlässt Eindruck. Und wer die bittere Ironie im letzten Satz des Buches nicht erkennt, sieht sie vermutlich auch nicht im Rest der Geschichte und hält dieses Buch daher wahrscheinlich für unpassend.
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29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön und unsentimental, 30. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich habe ich etwas gegen Bücher, die aus kindlicher Perspektive ein ernstes Thema behandeln, weil durch die naive Erzählperspektive oft auf etwas "billige" Weise Mitleid erzeugt wird. Das ist hier aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil, der Erzählstil ist zwar kindlich-naiv, aber dennoch unsentimental. Auf den moralischen Zeigefinger wird verzichtet; er ist auch gar nicht nötig, denn die Antworten, die der 9-jährige Bruno auf seine Fragen nach den "Menschen hinter dem Zaun erhält" (Antwort des Vaters: "Das sind gar keine Menschen") sind auch so erschreckend genug. Besonders glaubhaft wird die Erzählung dadurch, dass Bruno trotz allem daran glaubt, dass sein Vater ein guter Mensch ist und niemals anderen Menschen Schaden zufügen könnte. Wie könnte auch ein Kind begreifen, welche Leiden den Menschen auf der falschen Seite des Zauns (der Begriff "Jude" taucht erst ganz am Schluss des Buches auf) gerade von der Person zugefügt werden, die es am meisten respektiert? Auch das Ende der Geschichte ist daher folgerichtig ...
Eine einfache, aber äußerst eingängige und bewegende Lektüre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beeindruckend und fesselnd, 15. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als mir das Buch empfohlen wurde, dachte ich, "na ja, wieder so ein Kriegsbuch."
Aber die Person, die mir dieses Buch empfahl, meinte, ich solle erst einmal lesen. Sie erzähle mir gar nichts davojn.
Als ich dann anfing, konnte ich gar nicht mehr aufhören.
Der Junge war so schön naiv. Und man hatte wirklich das Gefühl, hier erzählt ein kleiner Junge.
Man hat Mitleid mit beiden Seiten des Zaunes und lernt so auch einmal die andere Seite des Krieges kennen.
Ich kann es wirklich nur empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Ein Buch - eine Geschichte, so einfühlsam und bewegend erzählt...pures Gänsehautfeeling!, 9. Dezember 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kurzbeschreibung:

Wir sind im Jahr 1943. Der neunjährige Bruno musste mit seinen Eltern und der zwölfjährigen Schwester Gretel von Berlin fortziehen. Wohin, weiß er gar nicht genau, er versteht immer nur "Aus-wisch" und mit dem seltsamen Namen, kann er nur wenig anfangen. Sein Vater ist Kommandant und Bruno weiß, seine Arbeit ist höchst wichtig, deshalb müssen sie an diesem seltsamen Ort wohnen. Bruno gefällt das nicht, er vermisst seine Freunde, die Geschäfte in Berlin und das schöne Haus, in dem sie gewohnt haben. Das neue Haus ist viel kleiner und das einzigste was er sieht wenn er aus dem Fenster schaut, ist eine karge Landschaft und ein ewig langer Drahtzaun mit Stacheldraht an der Spitze. Und die Menschen, die er dahinter sieht, sind alle gleich angezogen. Ein gestreifter Pyjama und eine passende Mütze. Aus Langeweile und Neugier, geht Bruno eines Tages "forschen" - immer den Zaun entlang. Plötzlich entdeckt er etwas, besser gesagt jemanden hinter dem Zaun - einen kleinen Jungen. Schmuel. Die beiden freunden sich an und Bruno ist äußerst neugierig und möchte endlich erfahren, was diese komische Stadt hinter dem Zaun zu bedeuten hat...

Meine Meinung:

Erst war ich etwas gespannt, ob mir dieser Schreibstil gefallen würde. Aus der Sicht eines neunjährigen Jungen, der eigentlich gar nicht weiß - nicht wissen kann - in welchem Alptraum er sich befindet.
Doch im Nachhinein, hat mir gerade das sehr gut gefallen.
Die kindliche, unbefangene Naivität, die natürliche Neugier und Abenteuerlust, den Schrecken dieser Zeit, mit Kinderaugen zu "sehen", das machte diese ganze Geschichte eigentlich noch berührender, ja und auch erschreckender.

Beide Seiten des "Zauns" wurden ehrlich und ohne etwas zu beschönigen durchleuchtet. Recht und Unrecht gaben sich die Hand und wenn die Welt nur öfters mal mit Kinderaugen gesehen werden würde, wäre alles so viel einfacher und friedlicher.
Nicht alles wurde ausgesprochen, vieles nur angedeutet oder angerissen, doch auch das brachte großes Gänsehautfeeling mit sich, wo man doch im Grunde ganz genau weiß, was eigentlich damit gesagt werden sollte und welche Taten und Handlungen darauf folgten.

Fazit:

Für mich ein sehr beeindruckendes, emotionales Werk über eine schreckliche Zeit, vor der man aber nicht die Augen verschließen darf.
Es erzählt aber auch viel über wirkliche Freundschaft, mit allem, was dazugehört.

Sehr empfehlenswert, nicht nur für Jugendliche!
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5.0 von 5 Sternen berührend und schockierend, 10. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Bruno ist ein kleiner deutscher Junge und lebt mit seinen Eltern und seiner 12jährigen Schwester in Berlin des Jahres 1934. Eines Tages erfährt er, dass er mit seiner Familie von Berlin nach Auschwitz ziehen soll, wo sein Vater zum hochrangigen Kommandant des Konzentrationslagers benannt wird. Bruno ist gar nicht erfreut darüber, sein altes Leben und seine Freunde zu verlassen und muss schnell feststellen, dass das Leben in Auschwitz sehr öde ist. Außerdem kann sich Bruno überhaupt nicht erklären, warum seine Familie ausgerechnet in diese einsame Gegend ziehen wollte und zu alledem erklärt ihm sein strenger Vater, dass er das Grundstück der Familie nicht verlassen darf, was dem kleinen Forscher besonders schwer fällt denn er würde doch so gerne neue Freunde finden. Von der Neugier gepackt, schleicht sind Bruno eines Tages heimlich davon und trifft auf einen Jungen in seinem Alter. Obwohl die beiden Jungen durch einen Zaun getrennt sind und sich das spielen durch den Stacheldraht besonders schwierig gestalten lässt, wird Schmuel, Brunos neuer bester Freund.

Der Junge im gestreiften Pyjama ist ein erstaunlicher und gewaltiger kleiner Roman, den ich lange nachdem ich ihn gelesen habe, nicht vergessen werde. Dem Autor John Boyne gelingt es, dass erschreckende und sensible Thema Holocaust aus einer einzigartigen Perspektive zu beschreiben, da er die Geschichte durch die unschuldige Stimme eines kleinen Jungen erzählt. Boyne stellt Bruno besonders unschuldig und unwissend dar und genau dieser Umstand führte bereits zu vielen Diskussionen und Kontroversen.
Die Diskussion darüber, dass der Autor, durch die Naivität und Unwissenheit seines jungen Hauptprotagonisten, den Holocaust trivialisiert und die Ermordung von Millionen von Menschen herabspielt ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar. Boyne verpackt zwar dieses schreckliche Thema in eine unschuldige Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft aber verharmlost damit die Tragik keinesfalls.Bruno ist völlig unwissend für die Dinge die um ihn herum geschehen und vielleicht ist diese naive Wahrnehmung überspitzt dargestellt aber der Autor macht damit einmal mehr auf den krassen Gegensatz zwischen privilegierter Nazi Familie und den Schrecken der Konzentrationslager aufmerksam. Natürlich ist dieses Werk keine autobiographische Darstellung der damaligen Zeit, aber für mich ist der Roman eine meisterhafte Arbeit und eine berührende und zugleich schockierende Geschichte über Freundschaft.
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5.0 von 5 Sternen Der Zaun einer anderen Welt, 11. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Bruno ist neun als er sein gemütliches Zuhause, seine besten Freunde und das Gewusel der Berliner Innenstadt für ein Leben in einem hässlichen Haus mitten im tristen Nirgendwo zurücklassen muss. Noch ahnt er nicht, welche schrecklichen Dinge im Land vor sich gehen und trauert daher vielmehr um seine Spielkameraden und die Großeltern in Berlin.

Eines Tages trifft er am nahe gelegenen Drahtzaun einen Jungen namens Schmuel. Ein seltsamer Junge, der nicht nur abgemagert ist, sondern auch wie all die anderen Menschen auf der anderen Zaunseite einen gestreiften Pyjama trägt.
Was Bruno anfangs als spielerische Entdeckungsreise ansieht, wird für ihn bald zu einer Reise in die Realität. Einer Realität, die Bruno brutal einholt und zu der er längst unwissentlich gehört.

~*°..”Seine Füße trugen ihn Schritt für Schritt näher zu dem Punkt in der Ferne, der zwischenzeitlich ein Fleck geworden war und langsam alle Anzeichen aufwies, sich in einen Klacks zu verwandeln. Und kurz darauf wurde der Klacks ein Schemen. Und als Bruno noch näher kam, sah er, dass das Ding weder ein Punkt noch ein Fleck noch ein Klacks noch ein Schemen war, sondern ein Mensch. Genau genommen war es ein Junge.”(Zitat , Seite 132)..°*~

“(..)Über den Holocaust zu schreiben ist eine umstrittene Angelegenheit, und jeder Schriftsteller, der sich mit dem Thema befasst, sollte sich seiner Absichten sehr bewusst sein, bevor er zu schreiben beginnt. Es ist vermessen anzunehmen, dass die Schrecken der Konzentrationslager aus heutiger Sicht wirklich begreifbar wären, und dennoch ist es die Pflicht eines jeden Autors, innerhalb dieser Landschaft des Grauens möglichst viel emotionale Wahrheit zu zeigen.
Beim Schreiben und Überarbeiten des Buches war ich überzeugt, dass es für mich nur einen respektvollen Weg gibt, mich dem Thema zu nähern: durch die Augen eines Kindes(..)”

Auszug aus dem Nachwort des Autors

Viele Dinge in diesem Buch sind Auslöser für hitzige Diskussionen oder ausführliche Unterhaltungen. Ich könnte mich sicherlich seitenlang über die Thematik und die großartige Umsetzung von John Boynes Werk auslassen. Tun werde ich es allerdings nicht. Selbst der Verlag hat sich bei der Kurzbeschreibung des Buches nicht dazu hinreißen lassen und es folgendermaßen formuliert:
"Die Geschichte von "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt."

Treffender hätte ich es nicht formulieren können. Und da ich diese Vorgehensweise absolut nachvollziehen kann, werde auch ich mich nur nur aufs Wesentlichste beschränken. Falls dies jemandem missfallen sollte, dem rate ich, nun einfach das große X des Tabs zu drücken und es dabei sein zu lassen.

John Boynes Werk ist nicht ohne Grund Pflichtprogramm an deutschen Schulen geworden. Denn obwohl “Der Junge im gestreiften Pyjama” als eine Fabel gilt, verrät uns seine Geschichte viel mehr von der Vergangenheit unseres Landes als man anfangs annimmt.

Boyne gelingt es auf spielerische Art und Weise nichts und zugleich “die Welt” zu erzählen. Er schürt die Fantasie des Lesers, verleiht den scheinbar unbedeutenden und leisen Zeilen so viel Stimme und schenkt ihnen Nachdruck. Er konfrontiert uns mit der Vergangenheit und übermittelt uns die Wahrheit.

Eine Wahrheit, die viele vielleicht nicht mehr hören wollen, weil sie die Geschichten des Holocausts über haben, übersättigt sind von den vielen Eindrücken oder gänzlich geschockt von der Brutalität vieler unserer Vorfahren.
Und dennoch kann man sich dem Sog der Geschichte nicht entziehen. Durch Bruno führt Boyne den Leser auf eine so naive und kindliche Art und Weise an die Ereignisse des Holocausts heran, dass sie einen noch tiefer berühren, als es vielen anderen Bücher je gelang. Ich habe jede Zeile genossen, wenn auch nicht ohne Wut und Ehrfurcht vor den damaligen Ereignissen. John Boynes Werk lässt daher 5 von 5 abgemagerten Jungen im gestreiften Pyjama vorbeiziehen.
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51 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In vielen Punkten zu gewollt naiv, 9. September 2009
Von 
Bouquineur (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Ich bin nach der Lektüre dieses Buches hin und her gerissen. Ich fand, dass der eigentlich wichtige Teil erst zu spät eingesetzt hat. Die Freundschaft mit Schmuel begann ja erst zur Mitte des Buches hin und bis zu diesem Zeitpunkt tat sich eigentlich nicht sehr viel in der Geschichte. Brunos grenzenlose Naivität fand ich unglaubwürdig. Ich denke, dass ein 9-jähriges Kind deutlich besser über sein Umfeld Bescheid weiß als man es Bruno hier attestiert. Dass er nicht in der Lage war, die Wörter Auschwitz und Führer richtig auszusprechen und es selbst nach mehreren Korrekturen seitens seiner Schwester oder anderen Personen nicht auf die Reihe bekommen hat, fand ich überzogen.
Dieses Bild wird für mich noch unglaubwürdiger, wenn ich an die Erzählungen meines Vaters denke, der Jahrgang 1932 ist und damit zur Zeit, in der dieses Buch spielt, zwei Jahre älter als Bruno. Kein Kind war zu dieser Zeit so blauäugig wie Bruno, jedes Kind kannte den Unterschied zwischen Juden und "der Gegenseite", wie es hier im Buch ausgedrückt wird. Rassenkunde war Bestandteil des Schulunterrichtes. Des Weiteren fällt es mir schwer mir vorzustellen, dass Bruno nicht erkennt, dass er ein hungerndes Kind vor sich hat und sich statt dessen fragt, warum Schmuel so grau und so dünn aussieht.

An der Art des Erzählens haben mich die ständigen Auslassungen geärgert. Als hätte der Autor Angst gehabt, die "bösen" Wörter zu nennen. Ich denke, dass man auch Kinder, die ja Zielgruppe dieses Buches sind, für solche Dinge sensibilisieren kann. Wie will dieses Buch etwas vermitteln, wenn die Dinge, um die es geht, nicht ausgesprochen werden?

Highlight dieses Buches war für mich Schmuel, der trotz der unerträglichen Situation, in der er sich befindet, nie verzweifelt oder sich aufgibt. Den Schluss fand ich überraschend und hätte ein solches Ende nicht vermutet.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend bezüglich Erwartungen, die man gehegt hat, 11. Mai 2010
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Ich kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen, welche dieses Buch mit nur einem oder höchstens zwei Sternen bewertet haben. Vorab muss ich sagen, dass ich selbst für mein Alter ein sehr neugieriges Wesen habe bezüglich früheren Zeiten. Ich mag Musik, Filme, Klamotten etc. von 1920 bis 1950. Darunter interessiert mich historisch gesehen auch die Zeit des Holocaust und Nazitums. Ich bin also mit großen Erwartungen an dieses Buch rangegangen und wurde schlussendlich, nachdem ich den letzten Buchstaben ausgelesen hatte, ziemlich enttäuscht. Vom Anfang bis circa in der Mitte des Buches geschieht nichts Außergewöhnliches. Der neunjährige Bruno verhält sich ziemlich unwissend und stellt sich so hin, als ob er sich alles um sich rum nicht vorstellen könne. Dauernd formt er ein "O" mit seinen Lippen, wenn ihn was erstaunt. Der Autor wiederholt das so oft, dass es schon unglaubwürdig klingt und man als Leser nur noch den Moment abwartet, wenn Bruno in der Gaskammer steht (die Szene kommt ja zum Schluss) und dort auch nochmal ein staunendes "O" formt, weil er glaubt die Nazi-Soldaten stecken so viele Menschen in eine Kammer um sie zu trocknen vom Regen. Andererseits nimmt das Buch einen schon mit, aber dann scheint es wieder zu abenteuerlich, übertrieben und allzu phantastisch. Selbst als der jüdische Junge namens Schmuel Bruno zeigt und sagt, dass er von den Nazis misshandelt wird, sie nichts zum essen haben im KZ und viele Häftlinge rumlaufen, bezweifelt Bruno das. Das Buch kommt ziemlich seicht rüber, weil kaum etwas geschieht, vor allem nichts schlimmes, außer, dass ein Nazi mal "Dreckiger Jude" sagt, ein Hund erschossen wird (wobei das nacherzählt wird vom Autor und nicht aktiv in der Geschichte geschieht) oder die Szene am Schluss mit der Gaskammer kommt. Aus Kinderaugen gesehen kann es schon sein, dass ein deutscher Junge die Juden für Leute in gestreiften Pyjamas hält, aber alle anderen Dinge, die Bruno nicht verstehen will, obwohl er es kann, scheinen schier absurd. Seine Schwester wird ständig als "hoffnungsloser Fall" bezeichnet, sie selber sagt über ihren Bruder dauernd aus er sei doch erst neun Jahre alt und dann kommt wieder das staunende "O", das sich sogar einmal auf die Mutter überträgt und letztendlich schreibt der Autor immer über "Sachen, die bei Bruno ganz hinten im Schrank liegen, nur ihm gehören und keinem etwas angehen", aber dennoch: zuletzt wird nicht aufgedeckt, was diese "Sachen" eigentlich sind!?

Viel zu lang gewaschen die Wäsche. Keine Härte, kein Gefühl für den Leser von der Handlung mitgerissen zu werden. Nur ein bisschen Entdeckungsreise in eine Welt, die absurd scheint (wie kann denn ein jüdischer Junge sich ein Jahr lang mit eine deutschen Jungen unterhalten von Zaun zu Zaun ohne dabei von den Nazis strengstens überwacht zu werden über solch einen Zeitraum!?). Ach und dann schmuggelt Schmuel noch so ohne weiteres Häftlingsklamotten aus einer Kammer, die solcherlei extra beinhaltet, ja klar: er darf ja so ohne weiteres in diese Kammer als Häftling immer ein und ausgehen, wann es ihm passt. Ad absurdum, wie gesagt. Ich hoffe ich finde in Zukunft ein ergreifenderes Buch, das ich hier nun mal besser bewerten kann.

~Bücher-Liebhaberin~
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Groteske Kindererzählung., 11. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Es gibt Geschichten, in denen es um weit mehr geht, als um Fakten oder logische Abfolgen oder auch die nackte Realität.
By the way: Dies ist ein Kinderbuch. Ein Märchen, wenn auch mit realem historischem Hintergrund. Ein Märchen 'inspired by'.
Ein Märchen, welches von der Unmöglichkeit - in diesem Fall einem spärlich bewachten,leicht zugänglichen und unzureichend fundamentierten Zaun - lebt. Weil es sonst diese ganze Geschichte einfach nicht gäbe.:

Der 9jährige Bruno zieht mit seinen Eltern um, weil sein Vater zum Lagerkommandant ernannt wurde. Er findet sich plötzlich staunend und erschrocken in einer Welt wieder, die er sich einfach nicht erklären kann und sie doch mit seinem kindlich-naiven Wesen zu verstehen versucht (z.B. gibt es da Menschen, die den ganzen Tag nur in Pyjamas herumlaufen oder einen Arzt, der seinen Beruf einfach aufgegeben hat, nur um Kartoffeln für andere Leute zu schälen). Als er sich schließlich mit einem anderen Jungen, der (bei den Leuten mit den Pyjamas hinter einem Zaun)im KZ ist, anfreundet, nimmt das Unheil seinen Lauf. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die jeglicher Propaganda trotzt und sich beneidenswert vorbehaltlos ausschließlich an inneren Werten orientiert.
Diese - phantastische - Geschichte besticht absolut nicht durch handfeste Fakten sondern durch die eigene Vorstellungskraft. Dank der großen Emotionalität und der naiven Herangehensweise, symbolisiert durch Bruno. Seine kindliche Unwissenheit steht stark im Kontrast zum Wissen des Lesers und genau darin liegt die besonders schwer erträgliche Tragik, die sich bis zum Ende hin immer mehr zuspitzt.

Es sind nicht immer ausschießlich die Fakten, die einen Menschen in sich gehen lassen, zu erschüttern vermögen, ins Nachdenken bringen, beeindrucken können. Diese unglaublich naive, unvoreingenommene Sichtweise aus Kinderaugen tut weh, geht beim Lesen durch Mark und Bein und wirken so nachhaltig beeindruckend. Diese Geschichte - grotesk und phantastisch zugleich, beschreibt dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte aus einer für sich einzigartigen Perspektive, wie sie nur Kinder sehen können - und vielleicht auch nur Kinder wirklich verstehen können.

Wenn dieses Buches dazu dienen kann, jungen Menschen auf lebendige Art und Weise diesen Wahnsinn etwas näher zu bringen, ihr Interesse wecken kann - wenn diese Geschichte sie erreicht oder auch berühren kann - dann sollte es zweitrangig sein, ob dies nun in sich schlüssig, mit knallharten Fakten oder unterwegs auch einen - durchaus legitimen - Realitätsverlust erleidet. Märchen sind nicht realistisch, aber lehrreich. Bemühen wir uns doch also einfach einmal darum, dieses unfassbare Stück Geschichte für ein paar Augenblicke mit den Augen eines Kindes zu betrachten. Dafür ist sie - meines Erachtens nach - ja auch geschrieben worden.
Fazit: Eine tief ergreifende, ganz erstaunlich erzählte Geschichte vor grausigem Hintergrund.
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Der Junge im gestreiften Pyjama
Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne (Gebundene Ausgabe - 19. Juli 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,88
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