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74 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer (zwischen den Zeilen) lesen kann, ist klar im Vorteil
Aufgrund der zahlreichen negativen (und für mich haarsträubenden)Rezensionen in der letzten Zeit, muss ich mich jetzt hier auch einmal zu Wort melden. Ich habe dieses Buch im Rahmen meines Lehramt-Studiums gelesen und habe gelacht und geweint, aber die meiste Zeit saß ich einfach nur mit offenem Mund da und konnte es nicht fassen, was ich da lese...
Vor 18 Monaten von Verena Baumann veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mich hat es weder "tief beeindruckt" noch "erschüttert"
'Der Junge im gestreiften Pyjama' war einer von diesen modernen Klassikern, die unbedingt mal lesen wollte. Leider kann ich mich der allgemeine Begeisterung nicht anschließen. Ich hatte zugegeben nicht gewusst, dass es aus Kinderperspektive erzählt wird. Ich kann nicht sagen, ob mein Unvermögen, während des Lesens das Kind als Erzähler vor Augen...
Vor 8 Monaten von Boo veröffentlicht


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74 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer (zwischen den Zeilen) lesen kann, ist klar im Vorteil, 5. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Aufgrund der zahlreichen negativen (und für mich haarsträubenden)Rezensionen in der letzten Zeit, muss ich mich jetzt hier auch einmal zu Wort melden. Ich habe dieses Buch im Rahmen meines Lehramt-Studiums gelesen und habe gelacht und geweint, aber die meiste Zeit saß ich einfach nur mit offenem Mund da und konnte es nicht fassen, was ich da lese.

Das Buch ist NICHT für Kinder geeignet. Die Geschichte lebt von der Kluft, die zwischen dem, was Bruno denkt und dem Wissen das jugendlichen/erwachsenen Lesers um die wahren Geschehnisse, entsteht. Das Thema Nationalsozialismus und Holocaust wird in der Schule etwa ab der 7. Klasse thematisiert, ich würde das Buch mit einer Klasse jedoch niemals vor dem 8./9. Schuljahr bearbeiten. Der Leser muss wissen, was wirklich passiert ist, das macht den Reiz der zahlreichen Leerstellen (oder wie manche es hier nennen: "Auslassungen"), aus. Leerstellen sind dazu da, damit der Leser interpretieren und aktiv am Sinnbildungsprozess teilnehmen kann. Übrigens erwähnt der Autor explizit im Prolog, dass Bruno zwar 9 Jahre alt ist, das Buch aber nicht für 9jährige geschrieben ist.

Der Autor will die Situation weder total realistisch (natürlich ist es unrealistisch, dass die beiden Jungen sich am Zaun treffen), noch geschichtlich 100 Prozent korrekt darstellen. Dafür gibt es bereits genügend andere Bücher über den Holocaust. Wie bereits oben erwähnt, sollte der Leser dieses Wissen bereits haben, wenn er dieses Buch liest. Es vermittelt also auch kein falsches Bild. Meiner Meinung nach wird hier überhaupt nichts verharmlost, ganz im Gegenteil: Alles Schreckliche, was in den Lagern passiert ist, wird dargestellt: Hunger, Misshandlung, Mord. Naürlich ist Bruno so naiv, wie es kein anderes Kind ist und wahrscheinlich auch kein Kind während des NS war. Natürlich mussten die Kinder der Nationalsozialisten die Ideologie ihrer Eltern übernehmen und haben bereits in der Schule eingebläut bekommen, was Sache ist. Aber würde dieses Buch funktionieren, wenn Bruno all das gewusst hätte? Dann wäre es ein Buch wie all die anderen auch. Auch das erwähnt der Autor im Nachwort ("[...], und zwar durch die Augen eines sehr naiven Kindes, das die schrecklichen Geschehnisse um es herum nicht versteht.") Dabei ist es egal, ob Bruno 5 Jahre alt oder 9 Jahre alt ist.

Die Aussage im letzten Satz des letzten Kapitels ist natürlich ebenfalls ironisch gemeint und soll den Leser "provozieren". Natürlich weiß der Autor, dass so etwas immer wieder passieren kann.

Er kritisiert auch den Umgang vieler Erwachsenen mit ihren Kindern, die ihren Kindern die Welt nicht erklären. Am Ende stellt sich heraus, dass Bruno gar nicht so dumm und naiv war, wie man vielleicht annimmt. Er hat etwas, dass die Erwachsenen verloren haben: Für ihn sind alle Menschen gleich, egal wie sie aussehen oder wo sie herkommen. Letztendlich wurde er zum Opfer der Leichtgläubigkeit seiner Eltern, die davon ausgegangen sind, dass er all das Leid, dass er vor Augen hatte, nicht wahrnimmt, dass er keine Fragen stellt. Bruno hat sehr viele Fragen gestellt, er hat aber keine Antworten bekommen. Also hat er sich seine Welt auf eigene Art erklärt- und das ist ihm zum Verhängnis geworden.

Mich ärgert, dass meine "Vorschreiber" scheinbar keine Sekunde überlegt haben, welche Wirkung der Autor hier überhaupt erzielen will, bzw. was dieses Buch aussagen soll. Mich jedenfalls hat er erreicht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mich hat es weder "tief beeindruckt" noch "erschüttert", 8. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
'Der Junge im gestreiften Pyjama' war einer von diesen modernen Klassikern, die unbedingt mal lesen wollte. Leider kann ich mich der allgemeine Begeisterung nicht anschließen. Ich hatte zugegeben nicht gewusst, dass es aus Kinderperspektive erzählt wird. Ich kann nicht sagen, ob mein Unvermögen, während des Lesens das Kind als Erzähler vor Augen zu haben, anstelle des Erwachsenen, der mir die Sicht eines Kindes lediglich auftischen will, an fehlender Erfahrung meinerseits (mit 9-Jährigen, die sich wie Bruno äußern) oder doch an der Sichtweise des Autors liegt. Außerdem sind Brunos Gedankengänge, insbesondere zu Beginn der Geschichte, nicht wirklich spannend, um nicht zu sagen etwas eindimensional/belanglos und von häufigen Wiederholungen geprägt. Vielleicht ist ja gerade das authentisch - keine Ahnung -, aber es ist wirklich anstrengend zu lesen.

Problematisch ist für mich in erster Linie Brunos himmelschreiende Ignoranz. (Mir kommt da das Bild von den berühmt-berüchtigten drei Affen.) Was andere Unschuld nennen mögen, ist für mich nichts weiter, als eine andere Art des Wegsehens. Er hinterfragt absolut gar nichts. Das geht schlichtweg nicht in meinen Schädel. Ab einem gewissen Punkt sollte sich doch der gesunde Menschenverstand einschalten. Er sieht Misshandlung, er sieht den Zaun und den Zustand, in dem sich die Menschen dahinter befinden. Aber kein Gedanke daran, dass das etwas Schlechtes sein könnte. Wenn Bruno nicht so schrecklich naiv wäre, könnte man sein Verhalten glatt als Taktik - was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß - deuten. (Auch eine Möglichkeit, die Menschlichkeit zu Grunde zu richten… )

Allerdings, wenn Bruno wirklich mal hingesehen hätte, würde diese Geschichte und ganz besonders das Ende erst gar nicht funktionieren. Und da liegt für mich auch der Hund begraben. Wie weit darf künstlerische Freiheit gehen, bevor man ins Unglaubwürdige abrutscht? Mit Unrealistisch habe ich (als Fantasyleser) grundsätzlich kein Problem, nur nachvollziehbar muss es sein und das war es, was mich betrifft, eindeutig nicht. Wenn mir etwas zu konstruiert oder sogar erzwungen wirkt, mache ich in der Regel automatisch dicht auf emotionaler Ebene. Überhaupt habe ich den Eindruck gewonnen, dass man beim Lesen dieser Geschichte das Denken idealerweise komplett abstellen sollte, um nicht über die vielen Logiklöcher zu stolpern.

Und handelt es sich hierbei tatsächlich um eine Fabel? Da sollte jemand wohl besser nochmal recherchieren. Andererseits fällt es mir schwer zu glauben, dass es nicht spezifisch um ein Kapitel aus der deutschen Geschichte gehen soll und stattdessen ein exemplarisches System dieser Art gemeint war, welches so oder so ähnlich überall auf der Welt zu beliebigen Zeiten zu finden wäre. Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, wenn sich der ein oder andere Leser über mangelnde historische Korrektheit beschwert, in dem Sinne von, so wäre es damals nicht gewesen. Dafür sind die Parallelen einfach zu augenscheinlich. Warum nennt John Boyne das Kind nicht einfach beim Namen?

In diesem Sinne könnte man auch darüber spekulieren, was die Intention hinter Brunos zeitweiliger "Sprachbehinderung" war. Soll mir das sagen, dass trotz aller Zeichen beim sogenannten "Furor" nicht die Rede von Adolf Hitler ist und es sich bei "Auswisch" nicht um Auschwitz handelt? Ich also sprichwörtlich nur das sehe, was ich sehen will? (Wer‘s glaubt…)

Das Buch wird vom Verlag ab 12 Jahren empfohlen, was auch meinem Eindruck entspricht. Wenn da nicht dieses Wissen um den schwierigen historischen Hintergrund wäre, würde ich, entgegen der Aussage des Autors, sogar behaupten, dass es durchaus für (geneigte) 9-Jährige geeignet wäre. Darüber lässt sich gewiss streiten.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass, obwohl die Grundidee klar mein Interesse geweckt hat, ich dem Ganzen inzwischen sehr, sehr kritisch gegenüber stehe. Die Tragik ist fast vollständig an mir vorbeigegangen, größtenteils weil es auf mich der fehlenden Logik wegen erzwungen wirkt, und mit Bruno als Protagonisten konnte ich kein bisschen sympathisieren.
Wenn man nicht zu ernsthaft darüber nachdenkt, kann man diese Geschichte sicher genießen. Nur, ist das nicht genau das Ziel, welches man mit solchen Werken bezweckt? Die Leser zum Nachdenken bringen? Ich kann auch die Notwendigkeit verstehen, bestimmte Dinge für ein jüngeres Zielpublikum etwas sensibler zu erzählen, sprich zu verharmlosen. Wenn aber das erste, was ich zum Holocaust gelesen hätte, 'Der Junge im gestreiften Pyjama' gewesen wäre, hätte es in mir den Eindruck erweckt, dass es so schlimm damals doch gar nicht gewesen sein kann. Und das ist denjenigen, die diese Hölle (oder etwas Ähnliches) miterlebt haben, definitiv nicht fair gegenüber.

Wegen all meiner Kritikpunkte habe ich mich inzwischen auch entschlossen, von den ursprünglichen zwei Sternen (direkt nach dem Lesen) auf einen Stern (nachdem ich die Rezension geschrieben habe) runterzugehen. Nicht wegen des Schreibstils, sondern weil mir die "message", die mir dieses Buch vermittelt, viel zu sehr gegen den Strich geht, als dass ich das noch mit einem Okay (nach meiner Definition also zwei Sterne) bewerten könnte, ungeachtet der Tatsache, das dieser Eindruck gar nicht vom Autor beabsichtigt sein mag.

Mit meiner Meinung zu 'Der Junge im gestreiften Pyjama' schwimme ich offensichtlich (wieder einmal) gegen den Strom. So wie sich manche eventuell fragen, wie ich ein solches Meisterwerk schlechtreden kann, ist es mir wiederum schleierhaft, was 4- und 5-Sterne-Bewerter darin sehen. Es beruhigt mich aber zu wissen, dass es noch andere gibt, die der gleichen Ansicht sind.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Zaun einer anderen Welt, 11. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Bruno ist neun als er sein gemütliches Zuhause, seine besten Freunde und das Gewusel der Berliner Innenstadt für ein Leben in einem hässlichen Haus mitten im tristen Nirgendwo zurücklassen muss. Noch ahnt er nicht, welche schrecklichen Dinge im Land vor sich gehen und trauert daher vielmehr um seine Spielkameraden und die Großeltern in Berlin.

Eines Tages trifft er am nahe gelegenen Drahtzaun einen Jungen namens Schmuel. Ein seltsamer Junge, der nicht nur abgemagert ist, sondern auch wie all die anderen Menschen auf der anderen Zaunseite einen gestreiften Pyjama trägt.
Was Bruno anfangs als spielerische Entdeckungsreise ansieht, wird für ihn bald zu einer Reise in die Realität. Einer Realität, die Bruno brutal einholt und zu der er längst unwissentlich gehört.

~*°..”Seine Füße trugen ihn Schritt für Schritt näher zu dem Punkt in der Ferne, der zwischenzeitlich ein Fleck geworden war und langsam alle Anzeichen aufwies, sich in einen Klacks zu verwandeln. Und kurz darauf wurde der Klacks ein Schemen. Und als Bruno noch näher kam, sah er, dass das Ding weder ein Punkt noch ein Fleck noch ein Klacks noch ein Schemen war, sondern ein Mensch. Genau genommen war es ein Junge.”(Zitat , Seite 132)..°*~

“(..)Über den Holocaust zu schreiben ist eine umstrittene Angelegenheit, und jeder Schriftsteller, der sich mit dem Thema befasst, sollte sich seiner Absichten sehr bewusst sein, bevor er zu schreiben beginnt. Es ist vermessen anzunehmen, dass die Schrecken der Konzentrationslager aus heutiger Sicht wirklich begreifbar wären, und dennoch ist es die Pflicht eines jeden Autors, innerhalb dieser Landschaft des Grauens möglichst viel emotionale Wahrheit zu zeigen.
Beim Schreiben und Überarbeiten des Buches war ich überzeugt, dass es für mich nur einen respektvollen Weg gibt, mich dem Thema zu nähern: durch die Augen eines Kindes(..)”

Auszug aus dem Nachwort des Autors

Viele Dinge in diesem Buch sind Auslöser für hitzige Diskussionen oder ausführliche Unterhaltungen. Ich könnte mich sicherlich seitenlang über die Thematik und die großartige Umsetzung von John Boynes Werk auslassen. Tun werde ich es allerdings nicht. Selbst der Verlag hat sich bei der Kurzbeschreibung des Buches nicht dazu hinreißen lassen und es folgendermaßen formuliert:
"Die Geschichte von "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt."

Treffender hätte ich es nicht formulieren können. Und da ich diese Vorgehensweise absolut nachvollziehen kann, werde auch ich mich nur nur aufs Wesentlichste beschränken. Falls dies jemandem missfallen sollte, dem rate ich, nun einfach das große X des Tabs zu drücken und es dabei sein zu lassen.

John Boynes Werk ist nicht ohne Grund Pflichtprogramm an deutschen Schulen geworden. Denn obwohl “Der Junge im gestreiften Pyjama” als eine Fabel gilt, verrät uns seine Geschichte viel mehr von der Vergangenheit unseres Landes als man anfangs annimmt.

Boyne gelingt es auf spielerische Art und Weise nichts und zugleich “die Welt” zu erzählen. Er schürt die Fantasie des Lesers, verleiht den scheinbar unbedeutenden und leisen Zeilen so viel Stimme und schenkt ihnen Nachdruck. Er konfrontiert uns mit der Vergangenheit und übermittelt uns die Wahrheit.

Eine Wahrheit, die viele vielleicht nicht mehr hören wollen, weil sie die Geschichten des Holocausts über haben, übersättigt sind von den vielen Eindrücken oder gänzlich geschockt von der Brutalität vieler unserer Vorfahren.
Und dennoch kann man sich dem Sog der Geschichte nicht entziehen. Durch Bruno führt Boyne den Leser auf eine so naive und kindliche Art und Weise an die Ereignisse des Holocausts heran, dass sie einen noch tiefer berühren, als es vielen anderen Bücher je gelang. Ich habe jede Zeile genossen, wenn auch nicht ohne Wut und Ehrfurcht vor den damaligen Ereignissen. John Boynes Werk lässt daher 5 von 5 abgemagerten Jungen im gestreiften Pyjama vorbeiziehen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anrührend anders - dieses Buch zu wagen lohnt sich!, 21. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Der Lesestoff an sich ist leicht, 272 Seiten in großer Schrift, mit einer einfachen Sprache aus der Sicht eines Kindes. Der Inhalt ist aber nichts für Kinder. Ich möchte hier möglichst wenig von dem Inhalt verraten, am besten geht man völlig unvoreingenommen an dieses Buch. Sie haben an anderer Stelle schon gehört um welches Thema es in diesem Buch geht? Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, die Aufbereitung und Sichtweise des Themas ist so ganz anderes wie in anderen Büchern.

Im Stil eines Jugendbuches erzählt ein Junge von sich und seiner Familie. Die naive Sichtweise lässt einen manchmal schmunzeln und manchmal bildet sich ein dicker Klos im Hals. Sie zeigt die Widersprüche der Erwachsenen in ungewohnter Weise auf.

Dieses Buch ist geschichtlich nicht korrekt, will es aber meiner Meinung gar nicht sein. Es baut sich einen eigenen Rahmen um sich einen gewohnten Thema ungewöhnlich zu nähern. Das diese Geschichte in der Realität so nicht hätte passieren können, sollte einem bewusst sein und ist für mich der einzige Minuspunkt. Am Ende lässt einen das Buch nachdenklich zurück und hinterlässt Eindruck. Und wer die bittere Ironie im letzten Satz des Buches nicht erkennt, sieht sie vermutlich auch nicht im Rest der Geschichte und hält dieses Buch daher wahrscheinlich für unpassend.
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30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön und unsentimental, 30. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich habe ich etwas gegen Bücher, die aus kindlicher Perspektive ein ernstes Thema behandeln, weil durch die naive Erzählperspektive oft auf etwas "billige" Weise Mitleid erzeugt wird. Das ist hier aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil, der Erzählstil ist zwar kindlich-naiv, aber dennoch unsentimental. Auf den moralischen Zeigefinger wird verzichtet; er ist auch gar nicht nötig, denn die Antworten, die der 9-jährige Bruno auf seine Fragen nach den "Menschen hinter dem Zaun erhält" (Antwort des Vaters: "Das sind gar keine Menschen") sind auch so erschreckend genug. Besonders glaubhaft wird die Erzählung dadurch, dass Bruno trotz allem daran glaubt, dass sein Vater ein guter Mensch ist und niemals anderen Menschen Schaden zufügen könnte. Wie könnte auch ein Kind begreifen, welche Leiden den Menschen auf der falschen Seite des Zauns (der Begriff "Jude" taucht erst ganz am Schluss des Buches auf) gerade von der Person zugefügt werden, die es am meisten respektiert? Auch das Ende der Geschichte ist daher folgerichtig ...
Eine einfache, aber äußerst eingängige und bewegende Lektüre.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Finger weg!, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Das muss man sich und sollte man sich auch nicht antun! Absehbare und unglaubwürdige Verdrehung wahrer und schrecklicher Geschehnisse. Vielleicht wäre das Buch für jemanden spannend, der noch nie etwas vom Holocaust, Hitler oder Auschwitz gehört hat. Derjenige sollte das Buch aber dann erst recht nicht in die Finger bekommen, da es meiner Meinung nach die Geschichte verharmlost und die Opfer aus dem Blick verliert. Die Botschaft der Geschichte ist mir ebenso schleierhaft wie ein Lerneffekt, der durch die Lektüre erwachsen sollte. Mir kommt es so vor als habe der Autor einen wahnwitzigen Einfall gehabt, den er mal schnell innerhalb eines Tages zu Papier gebracht hat. So viel dann auch zum literarischen Wert dieses Romans.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen beeindruckend und fesselnd, 15. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als mir das Buch empfohlen wurde, dachte ich, "na ja, wieder so ein Kriegsbuch."
Aber die Person, die mir dieses Buch empfahl, meinte, ich solle erst einmal lesen. Sie erzähle mir gar nichts davojn.
Als ich dann anfing, konnte ich gar nicht mehr aufhören.
Der Junge war so schön naiv. Und man hatte wirklich das Gefühl, hier erzählt ein kleiner Junge.
Man hat Mitleid mit beiden Seiten des Zaunes und lernt so auch einmal die andere Seite des Krieges kennen.
Ich kann es wirklich nur empfehlen.
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64 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Simple Psychologie und Verdrehung von Fakten und geschichtlichen Tatsachen, 27. März 2010
Von 
sabatayn76 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Inhalt:
Der neunjährige Bruno und seine Familie verlassen Berlin, da der Vater einen wichtigen Posten im KZ Auschwitz bekommen hat. Bruno fühlt sich anfangs einsam, vermisst seine Freunde und das tolle Haus, in dem sie in Berlin gelebt hatten. Doch dann lernt er Schmuel kennen, den Jungen auf der anderen Seite des Zaunes.

Mein Eindruck:
Das Buch ist leicht zu lesen und sprachlich sicherlich gut geeignet für jüngere Leser. Inhaltlich würde ich aber jedem Kind, jedem Jugendlichen und jedem Erwachsenen abraten.

Meine Gründe (Vorsicht: SPOILER!!!!):
(1) Der Autor wurde 1971 in Dublin geboren und hat somit keine eigenen Erfahrungen bezüglich Nationalsozialismus/Holocaust - und das merkt man! Wenn man schon nicht aus eigener Lebenserfahrung schöpfen kann, gibt es (gerade zu diesem Thema) genug Literatur, die einen realistischen Eindruck vermitteln kann. Auch hätte der Autor Zeitzeugen zu Rate ziehen können, bevor er ein solch naives und respektloses Bild von Auschwitz zeichnet. Bei Boyne kann ein neunjähriger Junge über Monate hinweg fast täglich mehrere Stunden im Schneidersitz herumsitzen und mit einem anderen Jungen sprechen. Vielleicht hätte sich Boyne einmal über den Alltag in einem Konzentrationslager informieren sollen, bevor er seinen Protagonisten Faulheit und Rückzug zugesteht. Auch das Sitzen in der Nähe des Zaunes war sicherlich nicht so einfach, denn für gewöhnlich wurde geschossen, wenn man eines Fluchtversuches verdächtigt wurde (und als solcher kann die Annäherung an den Zaun ausgelegt werden). Der Autor beschreibt, dass der Ort, an dem Schmuel sitzt, nicht überwacht wurde und dass es gar eine Stelle gab, wo man unter dem Zaun hindurch kriechen konnte. Wie wunderbar einfach es gewesen wäre, dem Grauen zu entrinnen! Ich empfinde eine solche Schilderung als einen Schlag ins Gesicht für all jene, die in einem KZ umgekommen sind oder ihre gesamte Familie in einem KZ verloren haben.

(2) Bruno soll der Prototyp eines naiven Kindes sein, aber dermaßen naiv und unwissend ist kein Kind. Ich bin in einer Diktatur aufgewachsen, und ich kann bestätigen, dass man bereits als Kind indoktriniert und dass viel Wert auf politische Erziehung gelegt wurde. Das wird im Nationalsozialismus nicht anders gewesen sein, doch laut Autor soll ausgerechnet der Sohn eines SS-Mannes nicht wissen, wer der Führer ist und dass er nicht Furor heißt? Bruno wird als so dumm und blauäugig geschildert, dass es unglaubwürdig und unrealistisch ist.

(3) Es gibt noch zahlreiche andere Ärgernisse, wie beispielsweise die Schwarz-Weiß-Malerei des Autors, die sich durch das gesamte Buch zieht, oder die unrealistische Beschreibung von Berlin, wo es auch in Kriegszeiten überall bunte Schaufenster und überquellende Obst- und Gemüsestände gab. Auch Schmuels Begeisterung dafür, dass Bruno zu ihm ins Lager kommt, ist völlig an den Haaren herbeigezogen, denn jeder Häftling (und sei es ein Kind) wird die Allgegenwärtigkeit von Tod und Gefahr gespürt haben und wird keinen Freund ins Lager gelockt haben. Hier verharmlost der Autor Krieg und Holocaust, teilt die Welt in Gut und Böse ein und hilft so keineswegs, ein komplexes Phänomen wie das Dritte Reich verstehen zu können.

(4) Als besonders blauäugig und nahezu gefährlich empfinde ich die letzten Sätze: 'Dies ist das Ende der Geschichte von Bruno und seiner Familie. Natürlich geschah dies alles vor langer Zeit, und etwas Ähnliches könnte nie wieder passieren. Nicht in diesen Tagen. Nicht in diesem Zeitalter.'. Das ist exakt die Botschaft, die man Kindern (und auch Erwachsenen) nicht vermitteln sollte, denn die Geschichte kann sich durchaus wiederholen, vor allem wenn man das Dritte Reich nicht differenziert betrachtet und sich nicht intensiv mit Ursachen von totalitären Systemen auseinandersetzt, und solange man agierende Personen wie Adolf Hitler entmenschlicht und nur als 'böse' betrachtet - denn so einfach ist die Welt nicht und so einfach sind auch Verbrechen nicht zu erklären.

Mein Resümee:
Dieses Buch vermittelt ein verzerrtes und naives Bild vom Lagerleben und ist eine Beleidigung für die Opfer des Nationalsozialismus!

Meine Empfehlungen:
Wer sich dafür interessiert, was ein Kind in einem KZ erlebt und empfunden hat, der sollte 'Roman eines Schicksallosen' von Imre Kertész lesen. Wem dies zu schwer zugänglich ist, dem kann ich Max Mannheimer's 'Spätes Tagebuch' empfehlen.
'Worüber keiner spricht' von Allan Stratton behandelt zwar ein völlig anderes Thema (HIV und AIDS in Afrika), zeigt aber eindrucksvoll, dass man ein schwieriges Thema kindgerecht ansprechen und dadurch zur Aufklärung beitragen kann.
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5.0 von 5 Sternen Ein Buch - eine Geschichte, so einfühlsam und bewegend erzählt...pures Gänsehautfeeling!, 9. Dezember 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kurzbeschreibung:

Wir sind im Jahr 1943. Der neunjährige Bruno musste mit seinen Eltern und der zwölfjährigen Schwester Gretel von Berlin fortziehen. Wohin, weiß er gar nicht genau, er versteht immer nur "Aus-wisch" und mit dem seltsamen Namen, kann er nur wenig anfangen. Sein Vater ist Kommandant und Bruno weiß, seine Arbeit ist höchst wichtig, deshalb müssen sie an diesem seltsamen Ort wohnen. Bruno gefällt das nicht, er vermisst seine Freunde, die Geschäfte in Berlin und das schöne Haus, in dem sie gewohnt haben. Das neue Haus ist viel kleiner und das einzigste was er sieht wenn er aus dem Fenster schaut, ist eine karge Landschaft und ein ewig langer Drahtzaun mit Stacheldraht an der Spitze. Und die Menschen, die er dahinter sieht, sind alle gleich angezogen. Ein gestreifter Pyjama und eine passende Mütze. Aus Langeweile und Neugier, geht Bruno eines Tages "forschen" - immer den Zaun entlang. Plötzlich entdeckt er etwas, besser gesagt jemanden hinter dem Zaun - einen kleinen Jungen. Schmuel. Die beiden freunden sich an und Bruno ist äußerst neugierig und möchte endlich erfahren, was diese komische Stadt hinter dem Zaun zu bedeuten hat...

Meine Meinung:

Erst war ich etwas gespannt, ob mir dieser Schreibstil gefallen würde. Aus der Sicht eines neunjährigen Jungen, der eigentlich gar nicht weiß - nicht wissen kann - in welchem Alptraum er sich befindet.
Doch im Nachhinein, hat mir gerade das sehr gut gefallen.
Die kindliche, unbefangene Naivität, die natürliche Neugier und Abenteuerlust, den Schrecken dieser Zeit, mit Kinderaugen zu "sehen", das machte diese ganze Geschichte eigentlich noch berührender, ja und auch erschreckender.

Beide Seiten des "Zauns" wurden ehrlich und ohne etwas zu beschönigen durchleuchtet. Recht und Unrecht gaben sich die Hand und wenn die Welt nur öfters mal mit Kinderaugen gesehen werden würde, wäre alles so viel einfacher und friedlicher.
Nicht alles wurde ausgesprochen, vieles nur angedeutet oder angerissen, doch auch das brachte großes Gänsehautfeeling mit sich, wo man doch im Grunde ganz genau weiß, was eigentlich damit gesagt werden sollte und welche Taten und Handlungen darauf folgten.

Fazit:

Für mich ein sehr beeindruckendes, emotionales Werk über eine schreckliche Zeit, vor der man aber nicht die Augen verschließen darf.
Es erzählt aber auch viel über wirkliche Freundschaft, mit allem, was dazugehört.

Sehr empfehlenswert, nicht nur für Jugendliche!
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5.0 von 5 Sternen berührend und schockierend, 10. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Junge im gestreiften Pyjama (Taschenbuch)
Bruno ist ein kleiner deutscher Junge und lebt mit seinen Eltern und seiner 12jährigen Schwester in Berlin des Jahres 1934. Eines Tages erfährt er, dass er mit seiner Familie von Berlin nach Auschwitz ziehen soll, wo sein Vater zum hochrangigen Kommandant des Konzentrationslagers benannt wird. Bruno ist gar nicht erfreut darüber, sein altes Leben und seine Freunde zu verlassen und muss schnell feststellen, dass das Leben in Auschwitz sehr öde ist. Außerdem kann sich Bruno überhaupt nicht erklären, warum seine Familie ausgerechnet in diese einsame Gegend ziehen wollte und zu alledem erklärt ihm sein strenger Vater, dass er das Grundstück der Familie nicht verlassen darf, was dem kleinen Forscher besonders schwer fällt denn er würde doch so gerne neue Freunde finden. Von der Neugier gepackt, schleicht sind Bruno eines Tages heimlich davon und trifft auf einen Jungen in seinem Alter. Obwohl die beiden Jungen durch einen Zaun getrennt sind und sich das spielen durch den Stacheldraht besonders schwierig gestalten lässt, wird Schmuel, Brunos neuer bester Freund.

Der Junge im gestreiften Pyjama ist ein erstaunlicher und gewaltiger kleiner Roman, den ich lange nachdem ich ihn gelesen habe, nicht vergessen werde. Dem Autor John Boyne gelingt es, dass erschreckende und sensible Thema Holocaust aus einer einzigartigen Perspektive zu beschreiben, da er die Geschichte durch die unschuldige Stimme eines kleinen Jungen erzählt. Boyne stellt Bruno besonders unschuldig und unwissend dar und genau dieser Umstand führte bereits zu vielen Diskussionen und Kontroversen.
Die Diskussion darüber, dass der Autor, durch die Naivität und Unwissenheit seines jungen Hauptprotagonisten, den Holocaust trivialisiert und die Ermordung von Millionen von Menschen herabspielt ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar. Boyne verpackt zwar dieses schreckliche Thema in eine unschuldige Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft aber verharmlost damit die Tragik keinesfalls.Bruno ist völlig unwissend für die Dinge die um ihn herum geschehen und vielleicht ist diese naive Wahrnehmung überspitzt dargestellt aber der Autor macht damit einmal mehr auf den krassen Gegensatz zwischen privilegierter Nazi Familie und den Schrecken der Konzentrationslager aufmerksam. Natürlich ist dieses Werk keine autobiographische Darstellung der damaligen Zeit, aber für mich ist der Roman eine meisterhafte Arbeit und eine berührende und zugleich schockierende Geschichte über Freundschaft.
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Der Junge im gestreiften Pyjama
Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne (Gebundene Ausgabe - 19. Juli 2007)
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