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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das weh tut, 5. April 2014
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan: Roman (Fischer Taschenbibliothek) (Taschenbuch)
“Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.” So beginnt Heinrich Manns "Untertan" und der Leser kann sich schnell überzeugen, dass der Protagonist alles tut, um für seine Außenwelt nicht mehr weich zu sein: er buckelt nach oben, tritt nach unten und tut all denen weh, die es wagen, ihm ihre Gefühle zu offenbaren.

"Der Untertan" ist kein einfaches Buch, es ist ein Angriff auf vieles, das man im Alltag oft gern lieber verdrängen würde: ein Buch, das wie eine bittere Pille geschluckt werden muss, denn es steht wenig Schönes, dafür aber viel Wahres drin. Diederich Heßling ist ein wahres Ekel, leider ein zeitloses. Heinrich Mann verankert ihn im späten deutschen Kaiserreich, doch: Achtung Leute, Diederich Heßlings gibt es auch in Eurem Umfeld noch und nöcher - Menschen, die nach oben buckeln und nach unten treten.

Für mich war es eine Qual, dieses Buch zu lesen und stellenweise wußte ich nicht, ob ich es weiter schaffe! Das hat nichts damit zu tun, dass ich die schriftstellerische Leistung von Heinrich Mann nicht anerkenne, im Gegenteil! Ihm gelingt es so treffend, diesen Widerling Diederich Heßling in all seinen Facetten zu schildern, dass es in mir körperliche Abscheu hervorruft, ich habe es einfach nicht ertragen, mehr über dieses Scheusal zu erfahren - und es wurde jedes Mal tatsächlich noch viel, viel schlimmer.

Keine Frage, ein Buch für die Ewigkeit. Ob ich es jedem empfehle? Nein, ganz sicher nicht, zumindest nicht in jeder Lebenssituation, denn "Der Untertan" ist ein Buch, das gleichsam körperliche Schmerzen verursacht. Wie Diederich mit allem durchkam - unglaublich! Die nächsten Ungerechtigkeiten zeichneten sich schon ab, ich konnte und wollte einfach nicht weiterlesen, mich selbst in den Untergang ziehen. Es ist also ganz sicher kein Buch, das in einem Zug gelesen werden kann, nein, dieses sehr kluge, ja visionäre Buch kann man durchaus wieder und wieder zur Hand nehmen - wenn man es denn schafft

Aber auch wenn nicht, man sollte hineingelesen und es wahrgenommen haben, man sollte wissen, dass es so etwas gibt, einen Autor, der ein solches Wesen bereits zig Jahre vor dem Nationalsozialismus - "Der Untertan" wurde zum ersten Mal 1919 vollständig publiziert - gezeichnet und erkannt hat.

Also Leute, aufgepasst, der Untertan ist unter uns - auch heute und ich befürchte, auch noch in ferner Zukunft!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bleibt aktuell, auch 100 Jahre später, 5. September 2013
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Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Kindle Edition)
Hervorragende Satire aus den frühen Jahren Kaiser Wilhelms II. Die Beschreibung der deutschen Mentalität, die schliesslich zur Katastrophe des 3. Reichs geführt hat, ist leider in vielerlei Hinsicht auch heute noch aktuell.
Flüssig geschrieben, liest sich spannend, exzellente Literatur. Empfehlenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitreise in das letzte deutsche Kaiserreich, 22. Dezember 2013
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Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Kindle Edition)
Das sehr gut geschriebene Buch versetzt uns in eine totalitäre zu deutsche Zeit zurück. Alles ist Bigotterie. Aber auf jeden Fall zu empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Immer noch aktuell, 12. Mai 2015
Von 
Ralf Raths "Raths" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan: Roman (Fischer Taschenbibliothek) (Taschenbuch)
Wenn man Klassiker ersten Ranges anfasst, erlebt man im Regelfall entweder eine Enttäuschung (denn auch solides Mittelmaß enttäuscht, wenn die Voschusslorbeeren zahlreich waren), oder aber einen wundervollen Lesegenuss.

„Der Untertan“ fällt für mich in die zweite Kategorie. Ein großartiges Buch. Mann stellt bestimmte Teile der kaiserlichen Gesellschaft so prägnant, so packend, so saftig dar, dass es die reine Freude ist, mit den Honoratioren im Ratskeller zu sitzen und zu streiten. Die DDR-Kritik, dass die Arbeiterschaft nur als kursorisch skizzierte Deko vorkommt, ist korrekt – aber kein Beinbruch. Mann hat beschrieben, was er gut beschreiben konnte, und das hat dem Werk gut getan.

Neben der Unterhaltung der eigentlichen Geschichte ist es für den Nachgeborenen beinahe schon gruselig zu sehen, wie präzise Mann viele Mechanismen, Werte und Ansichten des Nationalsozialismus vorweggenommen hat, indem er die Werte des Kaiserreiches bis zur Satire destilliert hat. Das führt dazu, dass man die Kontinuitäten zwischen beiden Systemen geherrscht haben, en passant und gleichzeitig sehr eindrücklich vermittelt bekommt. „Der Untertan“ ist damit die perfekte Vertiefung, wenn man bspw. gerade Evans Band über den Aufstieg des Nationalsozialismus gelesen hat. Evans liefert das Gerippe, Mann das Fleisch.

Die charakterlichen Verrenkungen, die Nationalismus und Obrigkeitswahn erfordern und bedingen, sind ebenso nachvollziehbar wie bestürzend, und müssen jeden modernen Menschen in Zeiten von PEGIDA und Partypatriotismus nachdenklich werden lassen. Kein Wunder, dass Tucholsky damals das Buch geliebt hat; kein Wunder, dass KIZ in ihrem jüngsten Track gegen Fremdenhass immer noch auf dieses Buch verweisen.

Gleichzeitig ist der Charakter Diederichs auch menschlich so eklig, dass man auch ohne all diese Bezüge etwas lernt. Denn Mann baut Diederichs Agieren so breit und lang auf, dass jeder – und zwar wirklich JEDER – sich an der einen oder anderen Stelle wiedererkennen muss. Und dann führt kein Weg am Nachdenken über das eigene Sein, über eigenen Fehler und Schwächen vorbei. Mich hat's jedenfalls mehrfach erwischt.

„Der Untertan“ ist damit alles, was ein Buch nur sein kann: Schön und unterhaltsam, lehrreich und scharfsinnig, nachdenklich machend und anregend.

Es dürfte nur 200 Seiten kürzer sein, aber das war 1913 als Mitglied der Mann-Familie wohl nicht im Bereich des Denkbaren.
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4.0 von 5 Sternen Schön mal wieder zu lesen: hintergründig, aber nicht zu schwierig., 21. August 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Kindle Edition)
Das Buch war somit mein Versuchskaninchen, weil es mein erstes E-Book war. Unabhängig davon ist es eine sehr schöne Lektüre, die einem immer wieder fesselt, obwohl es dieses Jahr 100jährigen Geburtstag feiert. Ich finde den Stil von Heinrich Mann schlichter und viel schnörkelloser als den seines Bruders Thomas Mann. Trotzdem kommt die Ironie und der Witz des Buches gut zur Geltung. Die Beschreibung des Titelhelden - insbesondere seine Rückratlosigkeit und Feigheit - finde ich nach wie vor gelungen. Eine hintergründige aber nicht zu intellektuelle Lektüre, die man im Urlaub genießen kann, aber bei den heißen Temperaturen auch nicht zu viel Hirnschmalz fordert. Meine Versuche mit dem E-Book sind mir übrigens alle gelungen.
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4.0 von 5 Sternen Eines der meistgehassten Bücher der Schulliteratur :-D, 28. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan: Roman (Fischer Taschenbibliothek) (Taschenbuch)
Das Buch ist gut zu lesen, mit viel Komik und einem scharfen Blick auf die gesellschaftlichen Zustände der Zeit des Autors.

Es zeigt u.a.auf, was mit Kindern passiert, die in einem Klima von häuslichem Gehorsam und kirchlicher Autorität aufwachsen:
Solche Menschen werden Erwachsene ohne eigene Meinung und ohne Rückgrat und sind leichte Opfer “charismatischer” Politiker/Gurus/...

Vielleicht muss man aus dem Schulalter heraußen sein, um zu verstehen, wie aktuell dieses Thema auch heute noch ist.
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4.0 von 5 Sternen kann man mal lesen :), 4. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Kindle Edition)
Nach anfänglichen Murren über die für die Schule zu lesende Lektüre, konnte ich mich in den Ferien mit Ruhe und Zeit, dann sogar soweit für das Buch begeistern, dass ich am Ende eine gewisse Enttäuschung empfand, dass Buch beendet zu haben.
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5.0 von 5 Sternen Au weia!, 1. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan (Kindle Edition)
Die klassische "analer Charakter" Analyse - nach oben hin kriechen, nach unten hin treten! Lässt sich auch perfekt auf viele heutige Leute extrapolieren! Frei nach dem Motto: Diederich Hessling war ein weiches Kind!
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Der Untertan: Roman (Fischer Taschenbibliothek)
Der Untertan: Roman (Fischer Taschenbibliothek) von Heinrich Mann (Taschenbuch - 15. Mai 2012)
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