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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dichtung und Wahrheit hudelnd vermischt
Reinhold Messner nannte, in der ZDF-Sendung Das große Lesen", dieses Buch als eines seiner Lieblingsbücher. Das weckte mein Interesse an Ransmayrs Romandebüt von 1984. So ein Buch hatte ich vorher noch nicht gelesen! Es ist ein wenig ungewöhnlich. Eine Mischung aus Tatsachenbericht und fiktiver Geschichte. Ransmayer erzählt von der...
Veröffentlicht am 18. Oktober 2004 von junior-soprano

versus
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen packendes Thema, unangenehmer Autor
Die Geschichte einer Expedition zur Erforschung der Nordost-Passage wird vom Autor dreifaltig erzählt. Zum ersten und zu mehr als 50 % entpuppt sich der Autor als JOURNALIST. Er hat recherchiert, zusammengestellt, Listen und Aufstellungen erstellt, Tagebucheintragungen zusammengetragen, in eine bestimmte Reihenfolge gefügt.

In zweiter Linie hat er...
Veröffentlicht am 6. April 2011 von C. Bernhart


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dichtung und Wahrheit hudelnd vermischt, 18. Oktober 2004
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Reinhold Messner nannte, in der ZDF-Sendung Das große Lesen", dieses Buch als eines seiner Lieblingsbücher. Das weckte mein Interesse an Ransmayrs Romandebüt von 1984. So ein Buch hatte ich vorher noch nicht gelesen! Es ist ein wenig ungewöhnlich. Eine Mischung aus Tatsachenbericht und fiktiver Geschichte. Ransmayer erzählt von der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition von 1872-1874. Er zitiert aus den Aufzeichnungen der Teilnehmer dieser Expedition. Außerdem enthält das Buch zahlreiche stimmungsvolle Zeichnungen der Reise, die erstmals 1876 in einem Buch über die Expedition abgedruckt wurden. Auch ein Foto des Schiffes, der Tegetthoff im Hafen von Bremerhaven findet sich in Ransmayers Roman. Weiterhin kommentiert der Autor die historische Reise aus heutiger Sicht und gibt in kurzen Exkursen Einblicke in andere Expeditionen aus verschiedenen Jahrhunderten. So weit, so gut! Doch da wäre ja noch die fiktive Geschichte des Italieners, der ein Jahrhundert später die Reise der Tegetthoff nachstellen will und dabei verloren geht. Dieser spielerische Umgang mit der Historie hat etwas erfrischendes, sorgt allerdings auch dafür, daß das Lesen anstrengend ist. Immer wieder wird zwischen Wahrheit und Fiktion hin und her gesprungen. Das ist etwas verwirrend und verhindert, daß der Leser in das 19. Jahrhundert eintauchen kann. Wer das will und diese abenteuerliche Atmosphäre und dieses entbehrungsreiche Erlebnis einer Grenzsituation miterleben will, der wird hier nicht sehr gut bedient. Es ist eher ein Roman für den Kopf als für den Bauch. Mir hat das gefallen und demnächst werde ich dann zu einem reinen Sachbuch über das Thema Expedition greifen. Das Interesse ist geweckt!
Christoph Ransmayr hat mit Die Schrecken des Eises und der Finsterniß" ein sehr gescheites und interessantes Buch geschrieben, das sich leider etwas holprig lesen läßt, aber auf jeden Fall lesenswert ist!
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Furiose Erzählung über den Sog der arktischen Wüsten, 5. April 2005
Ransmayr erzählt in seinem fesselnden Erstling von der zerstörerischen Sehnsucht des Menschen nach dem nördlichen Eismeer und den gleissenden Wüsten der Arktis. Hierzu spinnt er in einer interessanten Collage historische Dokumente und eine einfühlsame Nacherzählung der österreichisch-ungarischen Arktisexpedition von 1872-1874 mit der fiktiven Geschichte von Josef Mazzini zusammen, der sich aufmacht, den Spuren dieser ersten Expedition zu folgen und schliesslich in den unwirtlichen Weiten Spitzbergens verschwindet. Gleichezeitig erfahren wir von einem Ich-Erzähler, der Mazzinis persönlich bekannt war und nun seine Geschichte nachzeichnet. Es ist also auch eine Parabel über die Entwurzelung und Unbehaustheit des modernen Menschen, der dem Sog der Einsamkeit ausgesetzt ist und in den Weiten der Welt einfach so verloren gehen kann. Diese melancholische Stimmung prägt das Buch, und die Erzählweise schwankt stets zwischen Tragödie und Farce. Ransmayr kann zwar seinen Unglauben und seine Trauer über die vielen sinnlosen Opfer und Materialschlachten der Polarexpeditionen nicht verhehlen, nähert sich seinen Figuren aber stets vorsichtig, mit Respekt und Mitgefühl. Das macht das Buch so sympathisch. Der Erzählstil mit seinen scharfen Kontrasten zwischen den historischen Tagebucheintragungen, der bedrückend sachlichen Schliderung der Strapazen und Torturen der Polfahrer und den seltenen und stets nur angedeuteten philosophischen Exkursen des Erzählers ist sehr unterhaltsam, und den Wechsel von Tempo und Perspektive beherrscht der Autor absolut meisterhaft.
Schliesslich entlässt einen das Buch mit einem doppelten Geheimnis. Eines auf der Erzählebene, es bleibt nämlich ungelöst, was aus Mazzini geworden ist, warum von seinem Schlittengespann nur zwei halbirre Köter mit zerfetzten Leinen zurückkehren. Aber vor allem: ist der Ich-Erzähler mit Josef Mazzini identisch? Will er uns sagen, dass er, Ransmayr, im Zuge seiner Recherchen über die Arktis beinahe dem Sirenengesang des Eises verfallen wäre und sich fast darin verloren hätte? Der Erzähler erscheint jedenfalls so ungreifbar, körperlos, dass die Anverwandlung des Suchers mit dem Gesuchten total unheimlich wird, und sich der Erzähler entweder in Mazzini aufgelöst hat oder aber Mazzini selbst, aus dem Jenseits seine Geschichte erzählt.
Ein vieldeutiges, spannendes, tolles Kunstwerk.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Erfindung der Wirklichkeit, 19. September 2007
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Durch die zahlreichen Verschränkungen, Sprünge zwischen Dokument und Fiktion, Wechseln von Zeit und Ort der Handlung nimmt die "akustische Wahrnehmung" dieses Hörbuch eine fast experimentelle Dimension ein. Ein "einfach mal so nebenbei" Hören ist dabei ein gewagtes Unterfangen, denn wer Ransmayr nicht genau zuhört, hat den Zusammenhang schnell verloren.
Das symphonische Stimmengewirr und die Verzahnung von Dokumentation und Fiktion sind ungewöhnlich und aufregend, wirken aber trotzdem wie aus einem Guss. Alle Handlungsstränge reihen sich scheinbar naht- und mühelos in das Textgewebe ein. Was Fakt ist und was Fiktion, wird angesichts der spannenden, tragischen, amüsanten und beängstigenden Handlung zunächst recht unwichtig. Doch die komplexe Erzählkonstruktion, ihre Vielschichtigkeit, wirft nach und nach die Frage nach der Zusammensetzung der vom Autor hervorragend intonierten Stimmen auf.

Der Roman gibt vor, keinen Anfang und kein Ende zu haben, und doch ist das (Hör-)Buch von einer Dichte und Abgeschlossenheit, dass man unwillkürlich mitgerissen wird. Sowohl die Geschichte selbst, als auch die Art, Geschichte zu machen und ihren Sinn zu hinterfragen, expliziert Ransmayr wunderbar. Dabei tastet der Roman nach jener "Formel", die das Menschliche im Menschen ausmacht und probt Grenzsituationen menschlichen Verhaltens an jener Grenze, die auch die Grenze des Lebens ausmacht.

Gleichzeitig wird auf die Tradition einer Kultur und einer Geschichtsschreibung hingewiesen, in der nur die Sieger eingetragen werden und nur jene Toten zählen und gezählt werden, die in diesen Eroberungskämpfen mit der Natur umgekommen: "Wer auf einem Fischkutter rettungslos ins Eis gerät und ersäuft, verhungert oder erfriert, hat keinen Anspruch auf eine historische Notiz. (...) Wer seine Arbeit auf einem Fangschiff verrichtet, hat keinen Anspruch auf Ruhm. Aber den Expeditionen, und seien sie noch so erfolglos, ein Denkmal."

Ransmayr verfügt über eine hohe Vortragskunst, doch setzt er seine Mittel sparsam ein, verzichtet auf Pathos. Der distanzierte, jedoch keineswegs leidenschaftslose Ton des Erzählers findet in der Intonation des Autors seine Entsprechung. Seine gleichmäßig ruhige, niemals dramatisierende Stimmlage gibt die Kälte und Trostlosigkeit des Eises grandios wieder. Dem Hörer wird beinahe physisch kälter und kälter. Gleichzeitig vermag er jedoch durch seine behutsame, beinahe zärtliche Lesung den Gestalten Leben einzuhauchen.

Fazit:
Das (Hör-)Buch "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" ist eine Spurensuche nach dem Weg der Vorgänger, eine Deutung der vorgefundenen Zeichen, ein Prozess des (Er-)Findens und das Erfragen und Hinterfragen der menschlichen Existenz am Randgebiet der Welt und des Menschlichen - beeindruckend gelesen vom Autor selbst.
Eine hervorhebenswerte "Komponente" in der GEO-Hörbuchedition "Weit draußen".
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch, 21. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vor einiger Zeit las ich das Buch schon einmal. Ein Bekannter lieh es mir mit der Empfehlung: 'Das musst du gelesen haben.'
Leider konnte ich seine Begeisterung nicht teilen. Ich musste mich durch das Buch quälen. Vor ein paar Wochen hörte ich mir das Hörbuch zwei Mal an, gelesen von Ransmayr selbst. Auch das gefiel mir nicht besonders.
Nun kaufte ich mir den Band aus der SZ-Reihe. Warum, weiß ich auch nicht recht. Ich begann also zu lesen und legte es erst weg, als ich das gesamte Buch und einige Abschnitte ein zweites Mal gelesen hatte. Viele Punkte, die ich bisher kritisiert hatte, waren jetzt genau die Punkte, die mich begeisterten, nämlich das Springen durch die Zeiten und der Wechsel zwischen Dokumentation, Biographie und Fiktion. Die Erlebnisse der k.u.k.-Nordmeerexpedition sind so fesselnd beschrieben, dass man die Schrecken des Eises zu spüren beginnt.
Nebenbei bemerkt ist das Buch mit den vielen Zeichnungen wirklich schön anzuschauen.
Das Hörbuch würde ich eher mit drei als mit fünf Sternen beurteilen. Das liegt nicht an Ransmayr, der das Buch selbst vorträgt, ganz im Gegenteil, er liest hervorragend. Ich denke, das Buch eignet sich einfach nicht zum Hörbuch. Es werden immer wieder Tagebucheintragungen eingestreut, die im Buch kursiv erscheinen und damit sofort zu erkennen sind. Im Hörbuch ist dieses Stilmittel nicht möglich. Am Ende einer Passage hört man plötzlich einen Namen, z.B. Julius Payer. Nun weiß man, dass der Abschnitt ein Tagebucheintrag war, aber wo hat er begonnen?
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielschichtige literarische Spurensuche im Eis, 8. Juli 2008
Christoph Ransmayr ist offensichtlich ein Schriftsteller, der aus jedem Stoff einen packenden Roman formen kann, egal ob er sich Ovid als Ausgangspunkt vornimmt, oder die "Payer-Weyprecht Expedition von 1872", wie hier in "Die Schrecken des Eises und der Finsternis". Einerseits sind es Tagebucheinträge, das Logbuch und andere überlieferte Schriften der Mannschaft dieser Expedition, die 1872 aufbrach, um neues Land zu finden, zwei Jahre im Packeis gefangen war, das "Franz Joseph Land" fand und dann, da klar war, dass die "Admiral Tegetthoff" im Eis bleiben würde, sich, die Beiboote über das Eis schleppend, bis Nowaja Semlja durchkämpfte, wo sie am 24.08.1874 vom russischen Schoner "Nikolaj" gerettet wurden. Hier zitiert Christoph Ransmayr im Orginal, zusätzlich erfindet er, aufbauend auf diesen Schriften, eine Erzählung, wie es hätte sein können. Eine weitere Ebene ist die fiktive Geschichte des in Wien lebenden Italieners Josef Mazzini, der sich mehr als hundert Jahre später auf die Spuren der "Tegetthoff" heftet und letztendlich in Spitzbergen unter mysteriösen Umständen verschollen ist. Großartig gelungen ist die Verflechtung der beiden Erzählstränge, man lebt mit der Mannschaft der "Tegetthoff" mit und kann sich mit Josef Mazzini identifizieren, vor allem ist es heute viel einfacher als zur Zeit der Entstehung dieses Romans (vor mehr als zwanzig Jahren), nach Longyearbyen zu kommen, es gibt mittlerweile täglich Flüge (SAS, Braathens u.a.), einige gute Hotels und sogar einen Campingplatz in der Nähe des Flughafens (das sind ein paar Ergebnisse meiner durch das Buch inspirierten Reise-Recherche, ich habe wirkliche Lust bekommen, diese kalte Gegend zu erkunden- ein bis zwei Wochen). Sprachlich von erlesener Schönheit, ist es ein Genuss, in diese eiskalte Welt einzutauchen. Ein spannender literarischer Abenteuerroman, der alle Sinne befriedigt, mehr kann man eigentlich nicht verlangen.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen packendes Thema, unangenehmer Autor, 6. April 2011
Die Geschichte einer Expedition zur Erforschung der Nordost-Passage wird vom Autor dreifaltig erzählt. Zum ersten und zu mehr als 50 % entpuppt sich der Autor als JOURNALIST. Er hat recherchiert, zusammengestellt, Listen und Aufstellungen erstellt, Tagebucheintragungen zusammengetragen, in eine bestimmte Reihenfolge gefügt.

In zweiter Linie hat er einen fiktiven Charakter - Mazzini - entworfen, der meiner Meinung nach dünn und leer ist und seine schriftstellerischen Ambitionen ziemlich alt aussehen läßt. Dieser Mazzini hat mich null interessiert. Eine Unperson.

Hübsch trotzdem die journalistische Schilderung des Lebens in Longyearbyen.

Die dritte Linie ist ein Ich-Erzähler, der sich unvermutet hier und da, wo's ihm gerade paßt, einmischt.

Der Autor spaltet sich quasi in drei Identitäten auf, von denen eine so feige wie die andere ist.

Mir fehlt hier der Mut einer zeitgenössischen Meinung. Wenn hier schon ein Ich-Erzähler auftaucht.

Angesichts der unglaublichen, extremen, herzzereißenden Erfahrungen der "eigentlichen" Protagonisten bewahrt der Autor sein kühles Mütchen, hält sich aus allem heraus, klaubt wie ein Leichenräuber alles zusammen auf der Jagd nach dem Pulitzerpreis.

Ich gebe dennoch 3 Sterne, weil ich mir meiner persönlichen Antipathie gegen diese Schreibweise bewußt bin. Man kann die Darstellungsweise des Autors auch als diskret, zurückhaltend, offen lassend, dezent etc. empfinden.

Möchte aber an dieser Stelle das Buch von Caroline Alexander "Endurance" empfehlen, das bar jedes schriftstellerischen Jochs knallhart zu fesseln vermag. Eine Südpolexpedition, fast des gleichen Inhalts.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ......in den kältetod - traumhaft gelesen vom autor !, 3. Februar 2006
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Was für ein großartiges, zeitloses Buch! Kältetod im 19. Jahrhundert......

Selten hat mich eine Lesung so begeistert, wie Christoph Ransmayr am BERLINER ENSEMBLE 2001 (oder war es 2002?), als er gut 90 Minuten lang aus "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" las. Mit ihm in den Kältetod, atemlos.
Diese 6 CD umfassende Hörbuchedition von Christoph Ransmayrs Roman wird traumhaft und intensiv - vom Autor selbst - gelesen, quälend langsam mit warmer Stimme. Nicht alle Autoren lesen so gut wie Ransmayr! Ransmayrs Stimme passt hundertprozentig zu seinem düsteren und hoffnungslosen Text. Man friert fast selbst beim Anhören. Da es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, würde ich in diesem Fall das Hörbuch dem eigentlichen Buch vorziehen.

Ein großer Genuß, zum immer wieder anhören.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend bis zur letzten Seite..., 23. März 2009
Ein wundervolles Buch. Ransmayr vequickt hier Geschichte und Fiktion auf einzigartige Weise. Die von Weyprecht und Payer geführte Nordpolexpedition von 1872, die über Tagebucheinträge, dem Logbuch und anderen Schriften überliefert ist, packt er in eine spannende Geschichte. 100 Jahre später macht sich auch der Italiener Mazzini auf den Weg und reist auf den Spuren von Weyprecht und Payer. Man taucht ein in die eiskalte Welt der Arktis und spürt hautnah, wie lebensfeindlich diese Welt ist. Die Sehnsucht der Menschen nach dem nördlichen Eismeer, die viele Menschenleben gefordert hat wird hier in einer wundervollen Sprache erzählt. Absolut lesenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gänsehaut gefällig?, 14. Dezember 2007
Ich glaube, über den Inhalt brauche ich nichts zu schreiben, der sollte bekannt sein. Zur Art und Weise, wie dieses Buch geschrieben wurde möchte ich jedoch anmerken, daß die Mischung zwischen Tatsachenbericht und Roman und die damit verbundene Verknüpfung verschiedener Epochen ungewöhnlich ist. Man wird immer wieder aus Vergangenheit gerissen und das stört mich persönlich, es ist wie eine Werbeunterbrechung bei einem guten Film. Sehr anstrengend, also keine geeignete Nachtlektüre vor dem Einschlafen. Wer sich jedoch mit diesem Werk intensiv auseinander setzt, den erwartet eine Geschichte, die einen das Blut in den Adern gefrieren lässt und wo man froh ist, dass man es jetzt(Dezember 2007)in einer warmen Stube bei einer heißen Tasse Tee lesen kann.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschmackssache - dennoch lesenswert, 25. Juli 2010
Wenn auch auf dem Buchdeckel als Abenteuerroman bezeichnet, ist der Text vielmehr eine Mischung aus historischem Roman, Dokumentation und Reisebericht.
Der Ausgang der Erzählung ist die österreichisch-ungarische Payer-Weyprecht-Nordpolexpedition aus dem Jahre 1873. Diese wird anhand von historischen Dokumenten (Inventarlisten, Bilder der Besatzung etc.) und den echten Tagebuchaufzeichnungen einiger Teilnehmer nacherzählt.
Parallel dazu wird die fiktive Geschichte des Josef Mazzini erzählt, ein Nachfahre eines Teilnehmers, der fasziniert von den historischen Dokumenten, Richtung Nordpol reist, um die Expedition "nachzuerleben", jedoch nicht mehr wieder zurückkehrt.
Collagenartig werden die historischen Dokumente mit eigenen Kommentaren und Vermutungen des Ich-Erzählers (ein Bekannter Mazzinis) verbunden.
Der Abenteuerroman ist spannend zu lesen und vermittelt die durchlebten "Schrecken der Eises und der Finsternis" der Expeditionsteilnehmer authentisch und ergreifend. Der Leser kann diese Strapazen nur allzu gut nachempfinden, dies ist vor allem der Einbeziehung der vielen historischen Zeitdokumente zu verdanken.

Ransmeyers Aufbereitung der Handlung und seine Erzählweise ist vielleicht nicht Jedermanns Geschmack, ein Blick in das Buch lohnt sich aber, schon aufgrund des dokumentativen und authentischen Charakters, allemal.
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Die Schrecken des Eises und der Finsternis: Roman (Fischer Taschenbibliothek)
Die Schrecken des Eises und der Finsternis: Roman (Fischer Taschenbibliothek) von Christoph Ransmayr (Taschenbuch - 13. Dezember 2006)
EUR 9,00
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