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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen9
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am 12. Oktober 2004
Ich muss sagen, dass mich kaum ein Buch bisher so fasziniert hat wie dieses. Werfels "Opus ultimum", er vollendete es zwei Tage vor seinem Tode, ist eigentlich die Quintessenz seines Schaffens. Werfels Genie für Sprache und Ausdruck, seine Humanität, sein Einfallsreichtum und seine mystischen Neigungen vereinigen sich hier zu einem Meisterwerk sui generis. Insbesondere die Episode des "Wintergartens" ist von solcher Sprachgewalt und Ingeniösität, dass man den Vergleich mit den allerbesten Werken der Menschheitsgeschichte kaum zu scheuen braucht (wie übrigens auch Thomas Mann feststellte).
Als Einschränkung möchte ich allerdings anmerken, dass das Buch verständlicher und daher lesbarer wird, wenn man schon andere Romane Werfels gelesen und mit sich mit seiner Gedankenwelt vertraut gemacht hat. Ähnlich wie Thomas Manns "Doktor Faustus" strotzt "der Stern der Ungeborenen" vor mehr oder minder offenen Verweisen auf die Literatur und die Menschheitsgeschichte, sodass es ungemein viel zu entdecken gibt.
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am 18. Juli 2004
Der Roman handelt von einer futuristischen
Gesellschaft mehrere hunterttausend Jahre
nach unserer Zeit. Die Menschheit hat alle
ihre Schwächen überwunden und lebt in nahezu
völlger Vergeistigung.
Stinkende und lärmende Motoren zur Fortbewegung
sind abgeschafft. Man bewegt stattdessen mittels
eines Reisegeduldsspieles, dem sogenannten Mentelebol,
das Ziel im Geiste auf sich zu. Nur die allerträgsten
Menschen dürfen politischer Führer werden, weil die
agilen Macher ohnehin nur Schaden anrichten und es
sich in der Vergangenheit gezeigt hat, daß es besser
gewesen wäre, wenn ein Politiker überhaupt nichts
unternommen hätte.
Unglaublich phantasievoll werden Alltag,
Wissenschaft und Religion (Judentum und Katholizismus
haben die jahrhunderttausende überlebt) dieser Kultur
in einem vielschichtigen Roman ausgebreitet.
Kaum ein Buch hat mich so fasziniert wie dieses.
Geschrieben hat Werfel es in Erwartung seines Todes
durch ein Herzleiden. Es ist das Vermächtnis
des großen jüdischen Romanciers und Humanisten
Franz Werfel für die Menschheit.
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am 3. Oktober 2014
Bei seinem letzten, 1946 posthum veröffentlichten Roman «Stern der Ungeborenen» hat der in Prag geborene Schriftsteller Franz Werfel die «Göttliche Komödie» fest im Blick gehabt. «Für mich ist immer Dante das Vorbild» lautet sein Bekenntnis, und darin weist er denn auch einige Parallelen mit seinem Zeitgenossen Thomas Mann auf. Dessen «Doktor Faustus» ist ja ebenfalls von Dante inspiriert, und auch Goethe hat sich dort mehr als nur Anregungen für seinen «Faust II» geholt. Gegenüber den genannten Werken unterscheidet sich der vorliegende Roman vor allem durch eine rigoros futuristische Handlung, bescheidene hunderttausend Jahre nach der realen Lebenszeit des unter dem Kürzel F.W. als Ich-Erzähler fungierenden Autors. Verschmitzt nennt der sein Werk, ganz lapidar, einen Reiseroman. Er kommuniziert darin immer wieder auf amüsante Weise mit dem Leser, bei dem er sich häufig für sein Unvermögen entschuldigt, das phantastische Geschehen in eine aktuelle Sprache umzusetzen, die richtigen Worte für die geschauten Phänomene und die für Menschen des Zwanzigsten Jahrhunderts unfassbaren Geschehnisse zu finden.

Als Wunschgast aus der fernsten Vergangenheit wird F.W. auf Anraten seines wiedergeborenen besten Freundes zu einer Hochzeit geladen, hunderttausend Jahre nach seinem Tode. Mit wahrhaft überbordender Phantasie schildert der Autor eine utopisch ferne Welt, in der die Menschheit den Planeten Erde gründlich umgestaltet hat und nun ein geradezu ideal erscheinendes Leben führt. Man lebt nämlich voll versorgt ohne Arbeit, ohne Geld und Ökonomie, ohne jede Sprachbarriere, wird quasi ohne Krankheiten einige hundert Jahre alt und behält, das wird potentielle Leserinnen besonders begeistern, bis ins Greisenalter immer sein jugendfrisches Aussehen. F.W. wird als Ehrengast überall herumgeführt, spricht mit den bedeutendsten Personen und lernt so die «astromentalen» Errungenschaften der nun staatenlosen Weltbevölkerung kennen, - er unternimmt natürlich auch einen spontanen Spaziergang ins All.

Im ersten Teil dieses dickleibigen Romans steht die hoch entwickelte menschliche Gesellschaft in all ihren sozialen Verflechtungen im Mittelpunkt, im zweiten das futuristisch Technische dieser fernen Zukunft, im dritten und interessantesten aber geht es mit dem Ausflug in den «Wintergarten» ins tiefgründig Philosophische. Interessant ist, dass Werfel Katholizismus und Judentum als einzige Religionen ganz selbstverständlich auch nach hunderttausend Jahren fast unverändert existieren lässt in seinem Roman. Und auch der überwunden geglaubte Krieg bricht in voller Härte wieder los, ausgelöst durch einen an Sarajewo erinnernden Pistolenschuss eines närrischen Waffensammlers. Wenig Hoffnung also, dass die Menschheit läuterungsfähig ist, allem Fortschritt zum Trotz.

Dieser visionäre Plot, den komplett zu erzählen ich mir hier wohlweislich spare, ist trotz vieler Ereignisse und dramatischer Wendungen aber nicht das Wesentliche dieses Romans, sein utopische Handlung war für mich als erklärter Science-Fiction-Verächter sogar eher abschreckend. Was mich dann aber doch bei der Stange gehalten hat, trotz einiger Längen, waren neben dem Renommee des Autors die unzähligen philosophischen Gedanken und historischen Verweise. Das alles wird tiefsinnig präsentiert mit einer unglaublichen Flut an skurrilen Begriffen und Namen, aber auch an eigenwilligen Wortschöpfungen. Von denen viele aus dem Griechischen abgeleitet sind – wohl dem, der eine fundierte humanistische Bildung genossen hat und den Wortwitz auch versteht! Vor dieser kreativen Fülle hat letztendlich selbst der Verlag kapituliert und auf Anmerkungen verzichtet, wie im Nachwort erklärt wird. Man muss das übrigens auch nicht immer alles ernst nehmen, zum Lesespaß tragen die witzigen Wortbildungen allemal bei, auch ohne Graecum, wie ich als Betroffener vergnügt bestätigen kann.
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am 9. Mai 2001
Die Sprache Werfels und ihre unglaubliche Tiefe fesseln den Leser, der mit dem Autor in eine fremde Welt der Zukunft geworfen wird und das unerträgliche Glück des irdischen Paradieses ertragen muß - Krieg, Arbeit und Leid existieren nicht mehr. Doch stets scheint diese "menschliche Konstante des Leids" erhalten, denn auch hunderttausend Jahre nach den Anfängen der Menschheit kann ein einziges Blutvergießen das Ende Edens bringen.
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am 13. Februar 2013
Wuchtige Vision

Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch mit nicht allzu großen Erwartungen zu lesen begann. Es findet sich weder in den Charts der bedeutendsten Werke der deutschen Literatur, noch rangiert es wohl unter den Werken Werfels unter den meist- oder auch nur vielgelesenen. Vage erinnerlich waren mir nur ein paar ironisch durchmischte Bemerkungen, die Thomas Mann diesbezüglich irgendwo in einem seiner Tagebücher fallen ließ. Und dann das!
Gewiss braucht man ein wenig Geduld, um sich in den Sog des Werkes ziehen zu lassen; und man sollte tunlichst vermeiden, die gewohnten gattungsspezifischen Kategorien der Science-Fiction-Literatur anzulegen. Es ging Werfel offensichtlich nicht um das Weiterdenken und Ausspinnen naturwissenschaftlich-technischer Fortschritte, und auch eine politische U- oder Dystopie stand wohl nicht im Vordergrund seines Entwurfes (auch wenn der historische Hintergrund der Barbarei von Krieg und Faschismus immer mitgedacht werden muss).
Auf mich wirkt das Ganze eher wie eine Aneinanderreihung von – sehr konkret ausgestalteten – Visionen, deren sich von Seite zu Seite steigernder poetischer Kraft man sich nicht entziehen kann. Erscheint der erste, die hochgezüchtete, bis zur Anämie verfeinerte Lebensweise der künftigen Menschheit beschreibende Teil noch tendenziell als Gesellschaftssatire mit zahlreichen komischen Zügen (ein schönes, schon von Thomas Mann erwähntes Beispiel sind die servil lispelnden, sprachbegabten Zukunftshunde) – so gewinnt die Planetenreise im zweiten Teil schon einen ganz eigenen farbigen Reiz, der auch dann fasziniert, wenn man schon viele einschlägige Weltallreisebeschreibungen gelesen hat. Eine geradezu verstörende Wucht gewinnt das Werk aber im dritten Teil, der hinab in die fahle, sich tief unter der Erde weithin erstreckende Unterwelt führt, das mit einem morbiden Komfort ausgestattete Reich des Todes. Dieses mit vielen phantasievollen Details (z.B. den schrecklich belebten Brackwassern, oder dem bleichen unterweltlichen Gewürm, das den Wasserhähnen der Todeskandidatenhotels entquillt) heraufbeschworenen Höllenpanorama vergisst man nicht mehr.
Natürlich behandelt Werfel in diesem Werk untergründig auch viele seiner bevorzugten religiösen, philosophischen und politischen Themen – was dieses Werk aber so einzigartig und unvergesslich macht, ist, nach meinem Eindruck, nicht so sehr das Was, sondern das Wie. Ein grandioses, viel zu wenig gelesenes Zukunftsreiseepos.
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VINE-PRODUKTTESTERam 2. Juni 2007
Warum ist dieser Roman so wenig bekannt? Ein Mann, wohl der Autor selbst, wie die Initiale F.W. vermuten lassen, wird in einer 100000 Jahre entfernten Zukunft reinkarniert, um als Gast einer Hochzeit beizuwohnen. Langsam führt er den Leser in eine fremde und doch auch irgendwie vertraute Welt. Die Beschreibung dieser schönen, neuen Welt, in der die Menschen die brennendsten Probleme gelöst zu haben scheinen ( Krieg, Krankheit, Tod) ist faszinierend und atemberaubend. Der Text sprengt jede vertraute Dimension, ist eine exotische Mischung aus Science Fiction, Philosophie, Psychologie, Metaphysik und allem Möglichen mehr. Dabei reflektiert der Autor Fragen und Themen, die auch heute ganz oben auf der Agenda stehen: die Dialektik des Fortschritts, den Kampf zwischen Barbarei und Zivilisation, das Wesen von Makrokosmos und Mikrokosmos u.s.w. Ich persönlich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen und finde es faszinierend, dass ein deutschsprachiger Autor vor über 60 Jahren eine so zeitlose und einzigartige Erzählung schreiben konnte. Es war wohl die Katastrophe des 2. Weltkriegs und auch das Exil in Amerika die Franz Werfel zu dieser Phantasiereise in die Zukunft beflügelten.
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am 25. Dezember 1999
Kurz vor seinem Tode erst hat Franz Werfel diesen "Reiseroman" abgeschlossen und damit ein Meisterwerk auch der Science Fiction Literatur. Der "Stern der Ungeborenen" ist ein Roman und der/die LeserIn erhält alles, was er oder sie als KäuferIn eines Romans bekommen kann: die poetische Mitverwobenheit des Autors in das Spiel, Intrige, Verwicklung und Erotik, sehr viel Satire über die gegenwärtigen Verhältnisse und bis in das Jahr 100000 vermutlich nicht veränderte Menschlichkeiten. Es ist schwierig die Vieldeutigkeit dieses Romans auch nur anzudeuten. Der Stern der Ungeborenen ist Werfels Vermächtnis an die Nachgeborenen, ein theatrum mundi, in dem die Wirklichkeit visionär aufgebrochen und das Jenseitige sichtbar wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 16. Dezember 2012
Werfel spricht von einem Reiseroman und in der Tat wird die Reise in eine ferne Menschheitsdynastie beschrieben, die vergeistigt und auf einem höheren Schwingungsniveau die Schatten und Schrecken der Vergangenheit hinter sich gelassen hat und in der einstmals begangenen Fehler zu einem neuen Miteinander, einer neuen Umwelt und neuen geistigen Grundlagen geführt haben. F.W. (Synonym für den Autor) wird von seinem Jugendfreund B.H. begleitet und sozusagen assistiert, ohne dessen Hilfe der Kulturschock wohl nur schwerlich zu verkraften wäre. Ein solches (idealistisches) Bild von einer fernen Zukunft zu entwickeln ist sicher eine spannende Botschaft und Werfel verfügt zweifellos über die schriftstellerischen Möglichkeiten das Thema lehrreich und spannend zu vermitteln. Bei Lesern die weder auf den Autor noch auf das Thema 100% eingestimmt sind, sehe ich allerdings die Gefahr, dass auf über 700 (kleingedruckten) Seiten gewisse Längen wahrgenommen werden könnten.
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am 3. April 2015
Das ist halt keine SF für Hard Core Fans. Da muß man Interesse an Gedankentransport haben und an Reflektionen. Wird dann aber doch immer wieder einen Aha-Effekt verspüren. Und wenn man den Kopf vom Buch ins Leben hebt, sagen müssen "ach ja...."
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