Kundenrezensionen


14 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mobbing anno 1902
Am Tag seines Klassentreffens nach 25 Jahren bestandenen Abiturs muss der Untersuchungsrichter Dr. Ernst Sebastian darüber entscheiden, ob ein Delikt, dass einem gewissen Franz Adler vorgeworfen wird, zur Anklage kommen soll oder nicht.

Sebastian glaubt, in Adler den Schulkameraden wiederzuerkennen, an dem er schuldig wurde. Als Sebastian 1902 neu in die...
Veröffentlicht am 13. Juni 2007 von Colin Wood

versus
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn einen die Vergangenheit einholt...
Vorliegende Buchausgabe wurde nur gelesen, weil sie innerhalb einer Lesegruppe besprochen wird, und der Schreibende dies als Anlass nimmt, um diesen Schriftsteller kennen zu lernen. Diese erstmals 1928 erschienene Schülergeschichte, ist der Versuch einer Darstellung wie Jugendsünden, die in der Schulzeit gemacht wurden, die späteren Erwachsenen wieder...
Veröffentlicht am 28. August 2011 von A. Zanker


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mobbing anno 1902, 13. Juni 2007
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Am Tag seines Klassentreffens nach 25 Jahren bestandenen Abiturs muss der Untersuchungsrichter Dr. Ernst Sebastian darüber entscheiden, ob ein Delikt, dass einem gewissen Franz Adler vorgeworfen wird, zur Anklage kommen soll oder nicht.

Sebastian glaubt, in Adler den Schulkameraden wiederzuerkennen, an dem er schuldig wurde. Als Sebastian 1902 neu in die Gymnasialklasse kam, hatte Adler eine führende Position unter den jungen Männern inne. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, seinen Platz in der Klassengemeinschaft zu finden, verdrängt Sebastian Adler aus seiner Stellung, indem er ihn bloßstellt, blamiert, demütigt, sich über ihn lustig macht, aber alles auf eine Art, dass es nicht offensichtlich ist und alle, Adler eingeschlossen, zunächst darüber lachen. Sebastian stört das Gleichgewicht in der Klasse, und bedingt durch Gruppenzwang stellen sich bis auf einen Mitschüler nach und nach alle auf seine Seite, so dass Adler seine Position verliert und zum Verlierer wird. Dabei bezeichnet Sebastian Adler immer als seinen Freund, dem er nicht schaden wolle. Er scheint aus einem inneren Zwang heraus zu handeln, an dem seine eigene Familiensituation möglicherweise nicht ganz unschuldig ist: sein Verhältnis zum Vater ist gespannt, dieser interessiert sich nicht besonders für den Sohn, setzt jedoch gewisse Erwartungen in ihn, die Sebastian nicht erfüllen kann. Die Situation mit Adler eskaliert, am Ende sorgt Sebastian dafür, dass er nicht nur die Schule, sondern sogar das Land verlässt, um von einem eigenen Vergehen ab- und den Verdacht auf Adler zu lenken.

Sebastian ist sich seiner Schuld bewusst. Aus Angst, Adler irgendwo wieder zu begegnen, hat er sich nie getraut, die Stadt seiner Schulzeit zu verlassen. Auch ist er auf der Karriereleiter nicht besonders hochgeklettert, sondern, entgegen den Erwartungen seines Vaters, Untersuchungsrichter geblieben. Das Auftauchen Adlers am Tag des Klassentreffens lässt ihn die Ereignisse von damals Revue passieren und in einer Nacht wie im Fieberwahn niederschreiben.

Nicht gut herausgearbeitet wird der auf dem Klappentext erwähnte Umstand, dass Adler, das Opfer, Jude, und Sebastian, der Täter, Christ ist. Für die Handlung spielt dies überhaupt keine Rolle und findet im Buch auch keine nennenswerte Erwähnung.

Die Geschichte ist autobiografisch, wobei, erzählt aus der Sicht Sebastians, nicht dieser Werfels Alter Ego ist, sondern Adler. Perspektivisch gesehen, weil untypisch, ist dies sehr interessant.

Heute würde man Sebastians Verhalten gegenüber Adler als Mobbing bezeichnen. Diesen Begriff gab es damals noch nicht, auch kein adäquates Synonym, wohl aber, wie man sieht, den Tatbestand.

Der Abituriententag ist ein sehr gutes, wenn auch kein schönes Buch. Man kann nicht sagen, dass es Spaß macht, es zu lesen, ganz im Gegenteil. Sebastians Verhalten gegenüber Adler ist furchtbar. Dies als Jugenddummheit oder Jugendsünde zu bezeichnen, ist zu schwach. Im Alter von 17 Jahren, zumal vor einhundert Jahren, ist man durchaus erwachsen und für sein Tun verantwortlich. Gleiches gilt für die Klassenkameraden, die es geschehen lassen und sogar unterstützen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewinnt durch psychologische Interpretation Tiefe, 6. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Im "Abituriententag" von Franz Werfel findet eine Schultragödie statt: Ein kleiner schmächtiger Junge, höchst intelligent, wird von einem Mitschüler in der Klasse zum Außenseiter und vor den Lehrern unmöglich gemacht, bis er gedemütigt nicht nur die Schule sondern auch das Land verläßt. Jahrzehnte später, kurz vor einem der unvermeidlichen Klassentreffen, steht vor dem Täter von einst - inzwischen ein Untersuchungsrichter geworden - ein schmächtiger Mann, der ihn an den Jungen von damals erinnert. Getrieben von dem Zusammentreffen dieser beiden Zufälle, begibt der Richter sich daran, die Ereignisse aus der Schulzeit niederzuschreiben. Kein ungewöhnlicher Stoff, der schon in unzählbaren Romanen über Aufarbeitungen des immer wieder selben Themas von Ausgrenzen und Ausgegrenztwerden, Schuld- und Rachegefühlen ständig neu zubereitet wurde. Doch Werfel selbst kommentiert den Stoff, den er 1928 niederschrieb, folgendermaßen: "Der Schuldige in dieser Geschichte ist ein höherer Beamte, das Opfer ein Jude [...] weil diese Rasse das geheimnisvolle Schicksal hat, die anderen an ihr schuldig werden zu lassen, das Grausame und Böse in ihnen hervorzulocken." Dieses Zitat, das durchaus kontrovers diskutiert werden kann, läßt die allgemeine Schülergeschichte nun als Parabel der Geschichte des deutschen und jüdischen Volkes erscheinen. Der Bericht des Untersuchungsrichters wird zu einem Bekenntnis, das erkennen läßt, daß er um seine Schuld weiss, sie aber immer noch nicht alleine auf sich nehmen will. Vor psychologischem Hintergrund gewinnt diese Geschichte eine Tiefe, die über die einfache Schulgeschichte hinausgeht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch zeitgemäß!, 21. Juli 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Ich war skeptisch: Ob sich dieser immerhin über 80jährige Schulroman heute noch mit Gewinn lesen läßt? Klar, ohne Probleme. Der "Abituriententag" hat mich sofort gefesselt und war schon bald ausgelesen.
Die Geschichte von Sebastian und Adler, von dem Quäler und seinem Opfer, spielt natürlich in einer anderen Zeit, in Werfels Jugend, also am Ende des 19. Jahrhunderts. Und sicherlich hat sich in der Schule einiges geändert, die meisten heutigen Leser werden auch nicht wissen, was ein Ariost ist oder was all die lateinischen Brocken, mit denen der Klassenlehrer rumzuwerfen pflegt, eigentlich bedeuten. Ist aber völlig egal. Worauf es ankommt, die die Psychologie, die Schilderung einer Persönlichkeitsvernichtung aus der Perspektive des Täters, der doch behauptet, der beste Freund des Opfers zu sein. Dass das Opfer - wie Werfel selbst - Jude ist, spielt dabei eine nicht zu übersehende Rolle, auch wenn das Jude-Sein Adlers vom Autor nicht ständig vordergründig herausgestellt wird.
Auch sprachlich klingt dieser Roman keineswegs altertümlich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn das schlechte Gewissen zuschlägt, 21. Juli 2007
Von 
Marko Schlichting (München, Bayern Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
1927, in Böhmen. Untersuchungsrichter Dr. Alexander wird mit einem Fall konfrontiert, der ihm zu schaffen macht. Franz Adler, so heißt der Untersuchungshäftling, um den er sich zu kümmern hat, soll eine Prostituierte ermordet haben. Es ist der Tag, an dem Dr. Alexander seine ehemaligen Klassenkameraden nach 25 Jahren treffen soll, und so erinnert er sich wieder an den Franz Adler, jenen Schöngeist, der seinerzeit so etwas wie sein Freund und Widersacher war. Adler, der Theaterstücke und Gedichte verfasst, ist der unangefochtene Führer der Klasse. Das kann Alexander nicht vertragen. Er schreibt Werke eines unbekannten Revolutionsdichterrs ab, gibt sie als seine aus, und seine Klassenkameraden beginnen, ihn für den besseren Dichter zu halten. Erst als er sich über die schlechten sportlichen Leistungen Adlers lustig macht, ist sein Sieg perfekt. Adler lässt in der Schule nach, schließlich droht ihm die Nichtzulassung zur Abiturprüfung. Der Versuch Klassenhefte zu fälschn misslingt, genau wie das Vorhaben, sich zu töten, und Adler flieht schließlich mit der Hilfe Alexanders ins Ausland... Mit unglaublicher Intensität schildert Werfel die Geschichte eines Mannes, den seine Vergangenheit einholt. Es ist das schlechte Gewissen, das ihn 25 Jahre lang gequält hat, und das Alexander zwingt, seine Fehler einzugestehen. Auch wenn dieses Buch kaum aus heute modernen Spannungsbögen besteht, wird der Leser doch ständig animiert, die Handlung weiter zu verfolgen. Es ist die künstlerisch-subtile Art des Beschreibens von fast Alltäglichkeiten, die den Reiz dieses Buches ausmacht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Abituriententag, 4. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Ein sehr gutes uns lesenwertes Buch, das man schwer zur Seite legen kann. Doktor Ernst Sebastian, Untersuchungsrichter, wird ein Verdächtiger, Franz Adler, vorgeführt, der ihn frappierend an einen Jahrgangskollegen aus seiner Abiturklasse erinnert, der des Mordes an einer Prostituierten bezichtigt wird. Kurz darauf findet sein 25jähriges Abiturjubiläum statt, zu dem er eigentlich keine Lust hat und welches ihn in nicht immer angenehmer Weise an seine Schul- und Abiturzeit erinnert, die er weitgehend verdrängt hat. Plötzlich kommt das Thema auf Franz Adler, einem ehemaligen Schulkameraden, dem Ernst Sebastian während seiner Schulzeit viel Unrecht zugefügt hat, Intrigen, sinnlose Quälereien und der von ihm und den anderen soweit gemobbt wurde, bis dieser die Schule verlassen musste. Und diesen Franz Adler vermutete Ernst Sebastian in dem ihm vorgeführten Untersuchungshäftling. Dem Untersuchungsrichter wird klar, dass er es war, der durch seine jugendlichen Quälereien jenen Häftling so weit gebracht hat, dass dieser zum Mörder wurde. Im Anschluss an die Abiturfeier quält sich Ernst Sebastian eine ganze Nacht hindurch mit dem Gedanken an seine vergessen geglaubte Schuld, schreibt hektisch alles auf und lässt alle Schandtaten seiner Jugend, die Franz Adler letzten Endes dazu trieben, die Stadt zu verlassen, revue passieren. Von diesen Geschichten und dem psychologisch hervorragend aufbereiteten 'Selbstkampf' und der Suche nach dem Warum handelt der Großteil des Werkes. Verzweifelt versucht Ernst Sebastian, Erklärungen zu finden und sein Schriftwerk wird zu einem umfangreichen späten Schuldeingeständnis. Als er dann Montags drauf dem Untersuchungshäftling wieder gegenübersteht, bricht es aus ihm heraus und dabei stellt er fest, dass er sich getäuscht hat, dass dieser Mann zwar eine Ähnlichkeit mit Franz Adler besitzt, aber nicht Franz Adler ist. In einem letzten Akt der Schulderkennung überreicht er seinen stenographierten Bericht einem Amtsdiener, der diesen jedoch kaum entziffern kann, so dass Ernst Sebastian das Ganze seinen überquellenden Schubladen übergibt- und das Leben wieder weitergeht. Eine sehr spannende Geschichte, voller Tragik und auch Entsetzen darüber, wie Menschen mit anderen Menschen umgehen, dass es dennoch Gewinner und Verlierer gibt und das Leben trotz aller Schuld doch weitergeht. Tragisch, spannend und gleichsam unheimlich schön geschrieben! Sehr zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehrreich und unterhaltsam!, 6. Oktober 2007
Einem Untersuchungsrichter im Wien nach der Jahrhundertwende wird ein Häftling (Anklage: Mord an einer Prostituierten) vorgeführt, der ihn an einen ehemaligen Klassenkameraden erinnert. Kurz darauf trifft er sich zum Abituriententag nach 25 Jahren mit anderen Klassenkameraden, was bei dem Richter zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den damaligen Ereignissen führt. War er doch derjenige, der den vermeintlichen Häftling, ein aussichtsreicher Schüler, mit hohem geistigem Potenzial, verunklimpft und nach und nach auf die schiefe Bahn gebracht hat. Neben der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, geht es vor allem um die Schuldfrage (Inwiefern und wie weit kann ein Mensch durch seinen Einfluß an einem anderen schuldig werden?) Spannend, ohne Längen und in einer Sprache verfasst, die das Lesen zum Genuß macht, kann auf diese Weise selbst das Auseinandersetzen mit Fragen der Moral noch höchst unterhaltend sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phänomenale Charakterstudien, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Habe das Buch nach ca. 15 Jahren zum zweiten Mal gelesen und bin wiederrum hellauf begeistert. Ganz tolle Charakter- und Entwicklungsstudien der im Roman involvierten Personen.
Wann lade ich mir Schuld in meinem Leben auf; vielleicht sogar eine so große, dass ein Leben zerstört wird, das ansonsten ganz anders verlaufen hätte können.
Sebastian macht Adler der Lächerlichkeit preis. Nachdem er sich diese Schuld aufgeladen hat wird er jedoch Untersuchungsrichter nach dem Motto "im Zweifel für die Angeklagten". Die Schuld während seiner Schulzeit bricht nach einem Klassentreffen jedoch mit immenser Kraft wieder nach oben.
Unbedingt lesen. Eines meiner Lieblingsbücher
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Jungendummheit und ihre Spätfolgen, 18. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Der Roman handelt vom Alltag an einer Schule der
österreichischen Monarchie, allerdings nicht so beschaulich
wie die Feuerzangenbowle. Vielmehr werden die Existenzängste
der Schüler psychologisch schlüssig dargestellt. Der
tägliche Kampf mit übelwollenden Lehrern, die soziale Hierarchie
der Schüler untereinander und die immerwährende
Furcht vor Versagen und sozialem Abstieg sind Hauptmotive
dieses Buches. Brilliant schildert Werfel den vielschichtigen
Charakter des Protagonisten, bis eine Jungendummheit
eine Lawine von kriminellen Handlungen auslöst,
die die Hauptperson ein Vierteljahrhundert später wieder einholt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Schule als Psychohölle, 21. April 2014
Von 
Jens Neumann (Stadthagen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Der Untertitel "Die Geschichte einer Jugendschuld" lässt schon erahnen, dass beim "Abituriententag" dem Thema Schuld eine große Rolle im Romanverlauf zukommen wird. Der Richter Sebastian nimmt am 25jährigen Abituriententreffen seiner ehemaligen Klasse teil und erinnert sich daraufhin an Begebenheiten seiner Schulzeit (um 1900), als er und mehrere Klassenkameraden einen Mitschüler psychisch quälten und an seinem vermeintlichen Niedergang große Schuld tragen.
Wie schon bei "Unterm Rad" von Hesse, zeichnet Franz Werfel ein düsteres, unmenschliches und wohl auch realistisches Portrait eines Gymnasiums um die Jahrhundertwende. Der stets vorhandene, mit Angst und nicht selten Selbstmordgedanken verbundene Leistungsdruck überdeckt den Alltag der Schüler, die sich dennoch bemühen, so etwas wie Spaß oder Abenteuer zu erleben - mit einschneidenden schulischen Konsequenzen.

Klare Leseempfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden, 20. November 2013
Von 
Uwe Lehsten "U.L" (Wedemark) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Werfel. Gesammelte Werke in Einzelbänden - Taschenbuch-Ausgabe: Der Abituriententag: Die Geschichte einer Jugendschuld (Taschenbuch)
Für den der sich soetwas liest ok - Das Buch / Bücher sind gut verarbeitet. Preis ist der Qualität angemessen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen