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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Originalfassung mit störenden Verweisen
Inspiriert vom Fernsehfilm bestellte ich die Originalfassung. Obwohl ich den Schluss dadurch schon kannte, gab es doch viele weitere Begebenheiten. Durch die Originalsprache des 19. Jhdt. kann man sich sehr gut in die damalige Denkweise dieser Gesellschaftsschicht hineinversetzen. Und es erschüttert doch immer wieder, wie wenig Rechte die Frauen vor gar noch nicht...
Veröffentlicht am 20. Januar 2013 von Gabriele Neumann

versus
41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Formatierungsfehler
Das Buch ist für den Kindle nicht ordnungsgemäß formatiert. Im Text befinden sich hunderte Anmerkungen, die mit einer Zahl in geschweiften Klammern gekennzeichnet sind. Erstens kann man auf dem Kindle auf diese Anmerkungen gar nicht zugreifen, zweitens stehen sie teilweise mitten im Wort! Also z.B. so: Ereig{305}nis. Das ist beim Lesen störend. Der...
Veröffentlicht am 24. Oktober 2012 von bücherschäfchen


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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Geh' zum Deifi, Saulud'r dreckats!" (394) Spoiler!!, 13. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Im Laufe des Jahres 2008 wird eine weitere Verfilmung von Thomas Manns Roman "Buddenbrooks" in die Kinos kommen. Armin Müller-Stahl, der schon in "Die Manns" Thomas Mann höchst selbst verkörperte, wird den altehrwürdigen Konsul spielen. Der perfekte Zeitpunkt also, sich nochmals den 1901 erschienenen Klassiker zu Gemüte zu führen, den Thomas Mann im Alter von nur 25 Jahren geschrieben hat.

Erzählt wird die Geschichte der großbürgerlichen Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook zwischen den Jahren 1835 und 1877. Zentrale Charaktere sind Thomas Buddenbrook, der nach dem Tod des Vaters 1855 die Leitung der Firma übernimmt, sowie seine Schwester Antonie, die immer voller Stolz das Wohl ihrer Familie über ihr eigenes stellt und erst spät die Tragik ihres Lebens realisiert: "Und an seinen Arm gelehnt, den er besänftigend um sie gelegt hatte, weinte sie über ihr verfehltes Leben, in dem nun die letzten Hoffnungen erloschen waren" (553). Komisch-tragische Höhepunkte in Antonies Leben sind ihre beiden Ehen mit Grünlich und Permaneder, zwei unvergessliche Charaktere. Schnell stellt sich heraus, dass Grünlich ein Betrüger und Permaneder ein fauler Taugenichts ist, der mit Vorliebe den weiblichen Hausangestellten nachstellt: "Ein Mann ohne Ehrgeiz, ohne Streben, ohne Ziele! Ein Mann, der statt des Blutes einen dickflüssigen Malz- und Hopfenbrei in den Adern hat" (377) und ihr in betrunkenem Zustand wüste Beschimpfungen an den Kopf wirft (siehe Überschrift). Wohl ihr gesamtes Leben trauert sie ihrer Jugendliebe Morten nach, eine Verbindung, die damals von der Familie aus Standesgründen untersagt worden ist.

Ebenso tragisch-traurig ist der Verfall von Thomas Buddenbrook, der die Firma nach dem Tod des Vaters zuerst in neue Höhen führt. Doch hinter seinem stets makellosen Auftreten verbirgt sich eine durch und durch gestörte Persönlichkeit, die von Thomas Mann gnadenlos seziert wird: "Wie bis zur Unkenntlichkeit verändert sein Gesicht sich ausnahm, wenn er sich allein befand! Die Muskeln des Mundes und der Wangen, sonst diszipliniert und zum Gehorsam gezwungen, im Dienste einer unaufhörlichen Willensanstrengung, spannten sich ab, erschlafften; wie eine Maske fiel die längst nur noch künstlich festgehaltene Miene der Wachheit, Umsicht, Liebenswürdigkeit und Energie von diesem Gesichte ab, um es in dem Zustande einer gequälten Müdigkeit zurückzulassen" (466). Sein Bruder Christian verkörpert genau das Gegenteil des preußischen Bruders: Er ist ein fauler Simulant und schließlich empfinden die beiden nur noch Hass füreinander. Symbolisch für den Verfall der Familie endet Christian in einer Psychiatrie, während seine Frau das Buddenbrooksche Vermögen verjubelt.

Humoristischer Höhepunkt ist die Beschreibung eines normalen Schultages des jüngsten Sprosses der Familie, Hanno Buddenbrook (S. 700-751). Sinn und Unsinn des Schulsystems im Kaiserreich treiben dem Leser noch heute die Lachtränen in die Augen. Das Kapitel steht zwar etwas Abseits der übrigen Handlung, gehört aber nichtsdestoweniger zu den Höhepunkten des Romans.

Fazit: Mit "Buddenbrooks" hat der junge Thomas Mann einen Jahrhundertroman geschrieben: Brillant gezeichnete Charaktere, Tragik, Humor, Liebe und Hass; all dies macht "Buddenbrooks" auch nach über 100 Jahren zu einem großartigen Lesevergnügen. Ob der Film auch nur annähernd die Atmosphäre der Romanvorlage erreichen kann, bleibt abzuwarten.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur, 10. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Gebundene Ausgabe)
Normalerweise schreckt man ja vor großer Literatur eher zurück, das könnte ja zu wuchtig, zu schwer, zu "literarisch" sein. Und zugegeben, das trifft auch auf "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann zu: allein der Umfang könnte Angst machen, seine Megasätze sind bekannt und daß es sich um hohe Literatur handelt, das kann wohl auch niemand ernsthaft bestreiten. Und doch lohnt es sich, dieses Buch mal in die Hand zu nehmen und es einfach mal zu probieren. Denn wer sich darauf einläßt, der wird feststellen, daß es zwar in der Tat manchmal schwer und anstrengend ist, daß die Geschichte, die da erzählt wird aber sehr interessant ist und daß man sich langsam aber sicher für die Figuren zu interessieren beginnt. Es ist kein leichtes Unterfangen, das will ich nicht behaupten, aber man wird von der Schönheit der Worte und Sätze Manns irgendwann überwältigt und dann ist es nicht mehr so schwer, das Buch zu lesen. Ich wünsche jedem, daß er das erfährt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertroman, 7. Oktober 2012
Von 
Thomas Gebauer (Kirchberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es fällt nicht eben leicht zu Thomas Mann im allgemeinen und den Buddenbrooks im speziellen eine Rezension zu verfassen. Die Leserschaft des Autors zerfällt wohl in zwei Teile: Diejenigen, die ihn hernach prinzipiell abweisen und andere, die seiner Literatur verfallen sind. Der Rezensent gehört zu der letzteren Gruppe. Und eben deshalb ist es so schwer, eine gültige Meinung zu diesem Buch zu formulieren: Jeder Tadel erscheint als Anmaßung und jedes Lob als chronisch unzureichend. Thomas Mann ist einer der bedeutendsten Erzähler deutscher Sprache.
Die Erzählung über den Verfall der Familie Buddenbrook ist ihrerseits selbstverständlicher Bestandteil der kanonischen Weltliteratur geworden. In Anlehnung an Heinrich Breloers Filmbiographie möchte man von einem „Jahrhundertroman“ sprechen. Das Buch kann daher nur uneingeschränkt empfohlen werden. Selbst wenn ein Leser das Buch schlussendlich ablehnt, hat er doch durch seine Lektüre immerhin einen Eindruck von zeitloser, bleibender Literatur gewonnen.

U und E
Statt einer Aufzählung positiver wie negativer Aspekte des Buches nachzugehen, möchte ich einem grundsätzlichen Gedanken folgen: Selbst an ernsthafter Literatur Interessierte wagen sich regelmäßig nicht an Thomas Mann heran. Dabei mögen einerseits schlechte Erinnerungen an die schulische Lektüre des Autors eine Rolle spielen – fällt es Jugendlichen doch verständlicherweise schwer, Zugänge zu diesem Autor zu finden. Andererseits gibt es eine andere, trübsinnige Entwicklung. Thomas Mann scheint ein weiteres Opfer im Spektrum der sogenannten „klassischen Literatur“ zu sein. Jeder kennt ihn, doch keiner liest ihn. Landläufig gelten seine Bücher als schwierig, langweilig, veraltet. Der Schreibstil wird als überkommen und prätentiös abgelehnt.
Wenn mit dieser Rezension eines vermittelt werden soll, dann folgendes: Thomas Mann’s Literatur ist unterhaltsam. Er ist nicht der Autor dröger 1000 – Seiten – Wälzer durch die man sich gähnend quält – auch wenn man ihn allzu leicht dafür halten kann.

Unterhaltungsliteratur
Wer sich auf diesen Roman einlässt, mithin die Klassik – Schranke passiert, der wird gerne in die vergangene Welt des hanseatischen Lübecks eintauchen. Er wird dem Gang der Geschäfte der Familie Buddenbrook folgen. Er wird freundlichen und grässlichen Charakteren begegnen. Er wird wunderbare Dialoge lesen und sich ins Lübeck des 19. Jahrhunderts einfühlen können. Er wird glückliche und unglückliche Liebesgeschichten verfolgen. Und er wird, auch das, lachen – etwa, wenn ein Pastor das Hausmädchen der Buddenbrooks nach „dem Herren“ fragt und zur Antwort bekommt, ob damit der alte oder junge (Haus)Herr gemeint sei.
Kurz gesagt: Dieser Roman erzählt eine interessante Geschichte. Man kann sich für die kunstvolle Sprache interessieren. Man kann sich für die autobiographischen Aspekte interessieren. Man kann ein historisches Sittengemälde und aus dem Geschichtsbuch bekannte Großereignisse aus der Sicht einer bestimmten Familie erkennen. Man kann es als Erzählung vom Auf – und Abstieg des Bildungs – und Besitzbürgertums lesen, das zu einer ganz neuen Aristokratie wird.
Allein: Man muss all das nicht, um größtes Vergnügen mit diesem Buch zu haben.

Abschließend sei eine Anmerkung zur Ausgabe ISBN: 3103481241 gestatt. Wer sich für dieses Buch interessiert, sollte diese Ausgabe anschaffen. Eine so liebevoll gestaltete und mittlerweile preisgünstige Variante des Buches wird man sonst nirgends finden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So ist das Leben?!, 23. August 2011
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
..."Was für Menschen es wohl sind, die der Monotonie des Meeres den Vorzug geben? Mir scheint, es sind solche, die zu lange und tief in die Verwicklungen der inneren Dinge hineingesehen haben, um nicht wenigstens von den äußeren vor allem Eins verlangen zu müssen: Einfachheit... Es ist das Wenigste, dass man tapfer umher steigt im Gebirge, während man am Meere still im Sand ruht. Aber ich kenne den Blick, mit dem man dem einen, und jenen, mit dem man dem anderen huldigt. Sichere, trotzige, glückliche Augen, die voll sind von Unternehmungslust, Festigkeit und Lebensmut, schleifen von Gipfel zu Gipfel; aber auf der Weite des Meeres, damit mit diesem mystischen und lähmenden Fata-lismus seine Wogen heranwälzt, träumt ein verschleierter, hoffnungsloser und wissender Blick, der irgendwo einstmals tief in traurige Wirrnisse sah... Gesundheit und Krankheit, das ist der Unterschied. Man klettert keck in die wundervolle Vielfachheit der zackigen, ragenden, zerklüfteten Erscheinungen hinein, um seine Lebenskraft zu erproben, von der noch nichts verausgabt wurde. Aber man ruht an der weiten Einfachheit der äußeren Dinge, müde wie man ist von der Wirrnis der inneren."
Frau Permaneder verstummte so eingeschüchtert und unangenehm berührt, wie harmlose Leute verstummen, wenn in Gesellschaft plötzlich etwas Gutes und Ernstes gesprochen wird. Dergleichen sagt man doch nicht!, dachte sie, indem sie fest ins Weite sah, um seinen Augen nicht zu begegnen. Und um ihm in der Stille abzubitten, dass sie sich für ihn schämte, zog sie seinen Arm in den ihrigen.
(Ende des Kapitels 8, 10. Teil, "Buddenbrooks").

Es ist schon erstaunlich mit welcher Erzählgewalt der damals erst 25jährige Autor Thomas Mann seinen ersten großen Roman verfasst hat. 1901 wurde das Epos einer Kaufmannsfamilie veröffentlicht und es hat auch hundert Jahre nach Erscheinung eine Kraft, die heutige Leser anspricht. Mit ironischer Feder wird die Familie Buddenbrook im Wandel der Zeit dargestellt, wobei die Beteiligten und deren Lebensumstände mit sehr viel Liebe zum Detail gezeichnet werden.

Diese Details machen den Einstieg nicht gerade leicht, helfen aber mit der Zeit, sich zu orientieren. Bestimmte Attribute werden den verschiedenen Figuren zugeordnet und man erfreut sich an der gewissen Beständigkeit, die den einzelnen Charakteren eigen ist.
Die Anfangsszene findet im häuslichen Kreis der Familie im Jahre 1835 statt. Eben hat man ein ehrwürdiges Haus erworben, welches der einst so erfolgreichen Familie Ratenkamp gehörte, deren gesellschaftlicher Stern nun gesunken ist. Das Unternehmen der Buddenbrooks steht dagegen im Zenit des Erfolges und die Angehörigen der Familie bilden die Spitze der angesehen Gesellschaft der Stadt. Stolz mustert der Großvater Johann Buddenbrook der Ältere seine Enkel Thomas, Tony und Christian, welche die neue Generation bilden und die Tradition der Familie fortsetzen können.
Das 19. Jahrhundert ist jedoch eine Zeit der Veränderung und auch eine Familie, die mit Stolz die Errungenschaften ihrer Vorfahren bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen kann, bleibt davon unberührt.
Hierbei ist besonders die Figur des Thomas Buddenbrook interessant, der nicht ohne Grund den Vornamen des Autors trägt. Bereits als junger Mann übernimmt er große Verantwortung im Familienunternehmen. Seine Ausbildung ist solide und er bringt scheinbar willig und aus eigener Überzeugung persönliche Opfer, um sich dem gesellschaftlichen Diktat zu unterwerfen. Allerdings bemerken die Bürger der Stadt, die stets ein Auge auf die Buddenbrooks haben, dass der junge Buddenbrook eine sehr extravagante Garderobe trägt. Im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass Thomas Buddenbrook immer mehr unter einem inneren Konflikt leidet. Obwohl er seinen unverantwortlichen Bruder Christian stets dafür kritisiert, zu stark nach innen zu fokussieren, scheint auch er einige Probleme damit zu haben, seine persönlichen Bedürfnisse dem strengen Korsett der Selbstaufgabe zur Förderung der Familiengemeinschaft als höchstes Gut zu unterwerfen. Es ist schließlich sein sensibler Sohn, der bemerkt, welche Mühe es den Vater kostet, die Maske des weltgewandten Geschäftsmannes zu tragen, die er wie ein erschöpfter Schauspieler in scheinbar unbeobachteten Momenten fallen lässt. Sein oben zitierter Vortrag, über Menschen, die das Meer den Bergen vorziehen, ist dann auch nur für diskreten Ohren seiner geliebten Schwester bestimmt, die ohnehin nicht viel mit dem für sie eher peinlichen Vortrag anfangen kann.
Tony Buddenbrook dagegen ist der heimliche Motor der Geschichte. Sie ist von Anfang bis zum Ende des Romans mit dabei und auch wenn sie stets betont, das Leben zu kennen, scheint sie von den äußeren Einflüssen fast unberührt. Ihr fast schon überheblicher Familienstolz und ihre Arroganz wirken fast charmant, da ihr Charakter von einer Offenheit und herrlichen Naivität beherrscht wird. So sorgen ihre Eheabenteuer für eine nicht geringe Belustigung des Lesers. Hier ist vor allem die bayerische Episode zu erwähnen. Tonys zweiter Ehemann ist ein Hopfenhändler aus dem Süden und der Kulturschock ist für die vornehme Norddeutsche vorprogrammiert. Hatte Tony am Anfang noch gehofft, an der Seite eines regen Geschäftsmannes ein neues Kapitel aufzuschlagen, muss sie bald entsetzt feststellen, dass der gemütliche Permaneder sich mit ihrer stattlichen Mitgift zur Ruhe setzt. An einem Abend erwischt sie den angeheiterten Ehemann bei einem kleinen Techtelmechtel mit der Magd, wobei ein "unaussprechliches" Wort des Bayers schließlich eine Trennung der Eheleute bewirkt. Tony kehrt endgültig in ihre Heimat zurück und steht alsbald nur noch der Familie zur Seite - wenn auch mit geringem Erfolg.

Der Roman selbst ist in elf Teile aufgegliedert, wobei mit dem letzten Teil noch einmal ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Der Schluss beleuchtet die bemerkenswerten, aber wenig erfreulichen Erfahrungen des jungen Hanno Buddenbrook in der Schulzeit. Obwohl die Darstellung des Schulalltags von vielen Kennern gelobt wirkt, wirkt diese Episode wenig harmonisch im Gesamtbild. Vielleicht ist man aber als Leser auch schon in Abschiedsstimmung, nachdem Thomas Buddenbrook den Schauplatz verlassen hat und damit eine wichtige Bezugsperson fehlt.

Die Motive des Romans, welche durch häufige Wiederholungen ins Gedächtnis eingebrannt sind, tragen viel zum Charme der Erzählung bei. Die Mahlzeiten im Hause Bud-denbrook dienen als zuverlässiger Stimmungsbarometer. Auch die Familienchronik die fast wie eine Reliquie behandelt wird, ist ein ständiger Begleiter im Handlungsverlauf. Natürlich spielt auch das Geld eine große Rolle im Haushalt einer Kaufmannsfamilie und es ist sehr hilfreich, dass oft konkrete Beträge für Ausgaben und Geschäfte genannt werden. Interessant ist auch die Einbeziehung des Wetters. So zieht schon mal ein Unwetter auf, wenn wichtige und unheilvolle Anzeichen angedeutet werden sollen. Auch Krankheiten und Befindlichkeiten nehmen einen großen Teil im gesellschaftlichen Leben der Buddenbrooks ein. In den älteren Generationen läuft der Tod noch würdig ab, aber schon die Konsulin muss vor ihrem Ende ziemlich leiden. Die Ärzte kommen dabei gar nicht gut weg und wer unter schlechten Zähnen leidet, wie der arme Hanno, kann einem wirklich leid tun. Schließlich nagt auch an dem geschwächten Thomas Buddenbrook der Zahn der Zeit und er findet, in den Augen seiner kritischen Mitbürger, ein eher unrühmliches Ende.

Das komplexe Werk Thomas Manns bietet viele Betrachtungsmöglichkeiten und mit jeder Lesestunde fesselt es tatsächlich mehr. Dabei bietet die ironische Betrachtungsweise immer noch die Möglichkeit der angenehmen Distanz, die es ermöglicht, über das persönliche Schicksal der Buddenbrooks hinauszusehen. Auch wenn diese Familie dem Verfall ausgesetzt hat, wird diese Entwicklung doch mit Stil geschildert. Und auch diese Tatsache wird betont: Dass es nämlich schon vor den Buddenbrooks Familien und Unternehmen gab, die nach glanzvollen Jahren untergingen und es auch immer solche geben wird, die neu erstehen und strahlend am gesellschaftlichen Himmel stehen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachgenuss der höchsten Art, 28. Juli 2010
Mit dem Buch "Die Buddenbrooks" ist Thomas Mann ein absoluter Geniestreich gelungen.
Für Leser, die die deutsche Sprache schätzen und mit Manns hintergründiger Ironie etwas anfangen können, ist dieses Buch mit Sicherheit die Erfüllung all ihrer Träume.
Das Buch, das Mann übrigens schon im Alter von 25 Jahren verfasste, besticht durch geniale Satzbauten und grammatikalische Konstruktionen, die in der heutigen Zeit - leider - scheinbar schon völlig in Vergessenheit geraten sind, außerdem schafft es der "Zauberer" durch die genaue Beschreibung der Umgebung und die Schilderung der Personen ( sogar ihrer Aussprache ) eine wunderbare Atmosphäre zu schaffen, sodass sich der Leser exzellent in das Geschehen hineinversetzen kann, wodurch die Handlung erstaunlicherweise auch bei scheinbar schnöden Handlungen, beispielsweise einem Abendessen, nie langweilig wird.
Allerdings kann wohl kaum geleugnet werden, dass dieses Werk keinesfalls eine leichte Lektüre darstellt und nicht "mal so zwischendurch" gelesen werden kann und sollte, denn um in den vollen Genuss der Raffinesse, mit der dieses Buch verfasst wurde, wofür es im Jahre 1930 auch den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam, zu kommen, sollte man seine ganze Aufmerksamkeit der Lektüre dieses erstaunlichen Meisterstücks der Weltliteratur widmen.

Fazit: Für Alle, die sich an schöner und anspruchsvoller Wortwahl bzw. Satzkonstruktion erfreuen können, ist dies genau das Richtige.
Denjenigen, die mit diesem Geniestreich nichts anfangen können, möchte ich mein tiefstes Mitleid aussprechen, denn wer dieses Buch nicht lesen will, verpasst einen literarischen Genuss der höchsten Art.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was mir zu Ohren kam, 15. Januar 2006
Von 
Leif Boysen (Wassersleben, Harrislee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Audio CD)
Liebeneiner setzte hier eine straffe Version der Budenbrooks ins Hörspiel um, ohne die wichtigen Impulse des Romans zu vernachlässigen. Der unaufhaltsame Verfall der dekadenten Kaufmannsfamilie wird begleitet von den seelischen Schwankungen und den Höhen und Tiefen im Leben der Protagonisten, was hier anschaulich und kurzweilig dargestellt wurde. Interessant ist auch, zu welchen großartigen Hörproduktionen es schon im Jahr 1965 reichte, guter Klang, gute Akustik, ausgereifte Dramaturgie. Ich ziehe diese Hörspiel dem Film mit Hans-Jörg Felmy und Nadja Tiller oder auch der späteren Fernsehserie mit Martin Benrath und Ruth Leuwerik vor, aber unschlagbar bleibt natürlich die Romanvorlage aus der Feder Thomas Manns, der für dieses Werk zu Recht mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lasst euch mitnehmen!, 18. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Theoretisch handelt dieses Buch lediglich von mehreren Generationen einer Familie und deren persöhnlichen, wie geschäftlichen Glück- und Unglücksfällen. Theoretisch müsste sich ein Leser allein des Verhältnises "Inhalt zu Umfang" wegen langweilen. Zu diesem Schluss mögen all die Unwissenden kommen, die sich bisher haben abschrecken lassen von dahingeklatschten Inhaltsangaben und Aussagen solcher, die beispielsweise in der Schule eher unfreiwillig in den "Genuss" dieses Werkes kamen.
Die Wahrheit aber ist: Thomas Mann nimmt den Leser mit ins 19. Jahrhundert. Zeigt ihm auf einzigartige Weise Werte, Alltag, Sitten und Brisanz dieser Zeit. Ermöglicht den Einblick in eine Familie ohne auch nur andeutungsweise zu langweilen. Schnell fühlt man sich mit den buddenbrookschen Problemen, ja mit der buddenbrookschen Situation vertraut und verschmilzt mehr und mehr mit ihrer Geschichte - erlebt ihr Schicksal.
Obwohl mir die abschließende Wertung: ein großes Werk, leicht über die Lippen geht, kann ich mir die Warnung an all jene nicht verkneifen, die nicht gewillt sind, sich von Thomas Mann mitnehmen zu lassen: Dieses Buch braucht die richtige Einstellung und Erwartung!
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48 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jahrhundertroman!, 16. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Zu Thomas Manns "Buddenbrooks" fallen mir - noch ganz unter dem rauschhaften Eindruck des Leseerlebnisses - wirklich nur Superlativen ein!
1901 entstand dieser Roman über den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie und auch wenn es heute kein Großbürgertum von diesem Ausmaß mehr gibt und die Welt der Senatoren und Konsuln untergegangen ist, ist dieser Roman von einer Lesbarkeit und Aktualität, die man heutzutage kaum mehr antrifft.
Darüber hinaus beschreibt Thomas Mann seine Figuren mit einer Liebe zum Detail und einer so sanften Ironie, dass den Leser immer wieder eine tiefe Freude erfasst!
Drei Generationen und die Zeit von 1835 bis 1877 umfasst dieser Roman und es kommt alles darin vor, was das Leben zu bieten hat:
Gewinner und Verlierer, Mutige und Verzagte, Glück und Unglück, Wohlstand und Aufstieg, Siechtum und Niedergang!
Die vielen Handlungsstränge und die Fülle der Figuren sind so perfekt komponiert, dass es den Leser stets bei der Stange hält.
Thomas Mann, dessen Werk ja derzeit eine Renaissance erfährt, ist zurecht einer der wichtigsten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts, der auch heutigen Lesegenerationen viel zu sagen hat. Unfasslich bleibt mir zuletzt, dass er dieses Buch mit nur fünfundzwanzig Jahren schrieb: Ein Meisterwerk!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Where are the notes??, 28. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Where are the notes?? The main reason to have paid considerably more for this edition was the fact that there should be abounding text notes. Although we do see the numbers of the notes – which additionally disturb the reading – its contents are not to be seen...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen etwas wacklig, 15. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was gibt es über dieses Buch noch zu sagen? Diese Erzählkunst, die feine Ironie, der tiefe Hintersinn waren den Nobelpreis wahrlich wert.
Was ist also zu dieser speziellen Ausgabe zu sagen (und nur darauf bezieht sich das Folgende; das Buch selbst ist mit fünf Sternen nicht annähernd angemessen zu bewerten)? Der Leineneinband ist sehr schön, auch hervorzuheben, dass das Design von der ersten einbändigen Ausgabe übernommen wurde. Das Papier hat eine angenehme Farbe und Konsistenz, das Druckbild ist schön, Allerdings scheint die Bindung etwas lose zu sein. Nach einmaligem Lesen lassen sich die Buchdeckel bereits leicht gegeneinander verschieben. Ich vermute, dass nach mehrmaliger Lektüre "leichte Gebrauchsspuren" erkennbar sein werden.
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Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman
Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman von Thomas Mann (Taschenbuch - 2008)
EUR 9,95
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