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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epochales Meisterwerk!
In diesem Buch zeigt sich ganz besonders, wie meisterhaft Thomas Mann mit der deutschen Sprache umgehen konnte. Stilistisch sind die "Buddenbrooks" ein Kunstwerk erster Güte, ein aus fadengeraden Sätzen, punktgenauen Beschreibungen, zielsicheren Dialogen, exakt gesetzten Motivwiederholungen gezimmertes Konstrukt, das über mehrere hundert Seiten hinweg eine...
Veröffentlicht am 18. Mai 2007 von chelita

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas schwierig zu lesen
Egal wessen Meinung eines Deutschlehrers ich eingeholt habe: Alle waren von dem Buch "Buddenbrooks" von Thomas Mann sehr begeistert. Durch den Film konnte ich mich auch schon im Vorhinein mit dem Inhalt des Werkes anfreunden und entschloss mich letzten Endes dazu, mir zusätzlich das Buch anzuschaffen und mich mit dem von der Leserschaft genial empfundenen Schreibstil...
Vor 18 Monaten von Editor veröffentlicht


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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das putzt ganz ungemein...", 17. März 2008
Zum Inhalt muss ja nicht mehr viel gesagt werden. Die Buddenbrooks könnten gut und gerne die Vorlage für die Drehbücher der Soaps dieser Welt sein:

Das Lieben und Leiden einer gut situierten Familie in Lübeck und ihr langsamer Untergang, eingebettet in ein Portrait deutscher Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts.

Viel wichtiger aber ist die Sprache und Hingabe mit der Thomas Mann seine Figuren zeichnet. Man taucht richtig ab in die Welt und die Ereignisse damals in Lübeck. Man kann sich regelrecht das Klappern der Pferdewagen auf dem Kopfsteinpflaster und das Rascheln der opulenten Kleider der Damen vorstellen. Man leidet und bangt, man lacht und weint mit den Figuren.

Und genau wie in einer Soap, kann man den nächsten Tag nicht erwarten, wenn man wieder das Buch zur Hand nimmt und lesen kann wie es weitergeht.
Und am Ende... Am Ende ist man traurig, dass es vorbei ist, und man hat den Wunsch Thomas Mann könnte noch eine Fortsetzung schreiben;-)

Für mich das schönste Buch, das ich je gelesen habe und ich bin schon sehr gespannt, auf die neue Verfilmung. Aber bisher konnte keine Verfilmung dem Roman auch nur annähernd das Wasser reichen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertroman, 7. Oktober 2012
Von 
Thomas Gebauer (Kirchberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es fällt nicht eben leicht zu Thomas Mann im allgemeinen und den Buddenbrooks im speziellen eine Rezension zu verfassen. Die Leserschaft des Autors zerfällt wohl in zwei Teile: Diejenigen, die ihn hernach prinzipiell abweisen und andere, die seiner Literatur verfallen sind. Der Rezensent gehört zu der letzteren Gruppe. Und eben deshalb ist es so schwer, eine gültige Meinung zu diesem Buch zu formulieren: Jeder Tadel erscheint als Anmaßung und jedes Lob als chronisch unzureichend. Thomas Mann ist einer der bedeutendsten Erzähler deutscher Sprache.
Die Erzählung über den Verfall der Familie Buddenbrook ist ihrerseits selbstverständlicher Bestandteil der kanonischen Weltliteratur geworden. In Anlehnung an Heinrich Breloers Filmbiographie möchte man von einem „Jahrhundertroman“ sprechen. Das Buch kann daher nur uneingeschränkt empfohlen werden. Selbst wenn ein Leser das Buch schlussendlich ablehnt, hat er doch durch seine Lektüre immerhin einen Eindruck von zeitloser, bleibender Literatur gewonnen.

U und E
Statt einer Aufzählung positiver wie negativer Aspekte des Buches nachzugehen, möchte ich einem grundsätzlichen Gedanken folgen: Selbst an ernsthafter Literatur Interessierte wagen sich regelmäßig nicht an Thomas Mann heran. Dabei mögen einerseits schlechte Erinnerungen an die schulische Lektüre des Autors eine Rolle spielen – fällt es Jugendlichen doch verständlicherweise schwer, Zugänge zu diesem Autor zu finden. Andererseits gibt es eine andere, trübsinnige Entwicklung. Thomas Mann scheint ein weiteres Opfer im Spektrum der sogenannten „klassischen Literatur“ zu sein. Jeder kennt ihn, doch keiner liest ihn. Landläufig gelten seine Bücher als schwierig, langweilig, veraltet. Der Schreibstil wird als überkommen und prätentiös abgelehnt.
Wenn mit dieser Rezension eines vermittelt werden soll, dann folgendes: Thomas Mann’s Literatur ist unterhaltsam. Er ist nicht der Autor dröger 1000 – Seiten – Wälzer durch die man sich gähnend quält – auch wenn man ihn allzu leicht dafür halten kann.

Unterhaltungsliteratur
Wer sich auf diesen Roman einlässt, mithin die Klassik – Schranke passiert, der wird gerne in die vergangene Welt des hanseatischen Lübecks eintauchen. Er wird dem Gang der Geschäfte der Familie Buddenbrook folgen. Er wird freundlichen und grässlichen Charakteren begegnen. Er wird wunderbare Dialoge lesen und sich ins Lübeck des 19. Jahrhunderts einfühlen können. Er wird glückliche und unglückliche Liebesgeschichten verfolgen. Und er wird, auch das, lachen – etwa, wenn ein Pastor das Hausmädchen der Buddenbrooks nach „dem Herren“ fragt und zur Antwort bekommt, ob damit der alte oder junge (Haus)Herr gemeint sei.
Kurz gesagt: Dieser Roman erzählt eine interessante Geschichte. Man kann sich für die kunstvolle Sprache interessieren. Man kann sich für die autobiographischen Aspekte interessieren. Man kann ein historisches Sittengemälde und aus dem Geschichtsbuch bekannte Großereignisse aus der Sicht einer bestimmten Familie erkennen. Man kann es als Erzählung vom Auf – und Abstieg des Bildungs – und Besitzbürgertums lesen, das zu einer ganz neuen Aristokratie wird.
Allein: Man muss all das nicht, um größtes Vergnügen mit diesem Buch zu haben.

Abschließend sei eine Anmerkung zur Ausgabe ISBN: 3103481241 gestatt. Wer sich für dieses Buch interessiert, sollte diese Ausgabe anschaffen. Eine so liebevoll gestaltete und mittlerweile preisgünstige Variante des Buches wird man sonst nirgends finden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So ist das Leben?!, 23. August 2011
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
..."Was für Menschen es wohl sind, die der Monotonie des Meeres den Vorzug geben? Mir scheint, es sind solche, die zu lange und tief in die Verwicklungen der inneren Dinge hineingesehen haben, um nicht wenigstens von den äußeren vor allem Eins verlangen zu müssen: Einfachheit... Es ist das Wenigste, dass man tapfer umher steigt im Gebirge, während man am Meere still im Sand ruht. Aber ich kenne den Blick, mit dem man dem einen, und jenen, mit dem man dem anderen huldigt. Sichere, trotzige, glückliche Augen, die voll sind von Unternehmungslust, Festigkeit und Lebensmut, schleifen von Gipfel zu Gipfel; aber auf der Weite des Meeres, damit mit diesem mystischen und lähmenden Fata-lismus seine Wogen heranwälzt, träumt ein verschleierter, hoffnungsloser und wissender Blick, der irgendwo einstmals tief in traurige Wirrnisse sah... Gesundheit und Krankheit, das ist der Unterschied. Man klettert keck in die wundervolle Vielfachheit der zackigen, ragenden, zerklüfteten Erscheinungen hinein, um seine Lebenskraft zu erproben, von der noch nichts verausgabt wurde. Aber man ruht an der weiten Einfachheit der äußeren Dinge, müde wie man ist von der Wirrnis der inneren."
Frau Permaneder verstummte so eingeschüchtert und unangenehm berührt, wie harmlose Leute verstummen, wenn in Gesellschaft plötzlich etwas Gutes und Ernstes gesprochen wird. Dergleichen sagt man doch nicht!, dachte sie, indem sie fest ins Weite sah, um seinen Augen nicht zu begegnen. Und um ihm in der Stille abzubitten, dass sie sich für ihn schämte, zog sie seinen Arm in den ihrigen.
(Ende des Kapitels 8, 10. Teil, "Buddenbrooks").

Es ist schon erstaunlich mit welcher Erzählgewalt der damals erst 25jährige Autor Thomas Mann seinen ersten großen Roman verfasst hat. 1901 wurde das Epos einer Kaufmannsfamilie veröffentlicht und es hat auch hundert Jahre nach Erscheinung eine Kraft, die heutige Leser anspricht. Mit ironischer Feder wird die Familie Buddenbrook im Wandel der Zeit dargestellt, wobei die Beteiligten und deren Lebensumstände mit sehr viel Liebe zum Detail gezeichnet werden.

Diese Details machen den Einstieg nicht gerade leicht, helfen aber mit der Zeit, sich zu orientieren. Bestimmte Attribute werden den verschiedenen Figuren zugeordnet und man erfreut sich an der gewissen Beständigkeit, die den einzelnen Charakteren eigen ist.
Die Anfangsszene findet im häuslichen Kreis der Familie im Jahre 1835 statt. Eben hat man ein ehrwürdiges Haus erworben, welches der einst so erfolgreichen Familie Ratenkamp gehörte, deren gesellschaftlicher Stern nun gesunken ist. Das Unternehmen der Buddenbrooks steht dagegen im Zenit des Erfolges und die Angehörigen der Familie bilden die Spitze der angesehen Gesellschaft der Stadt. Stolz mustert der Großvater Johann Buddenbrook der Ältere seine Enkel Thomas, Tony und Christian, welche die neue Generation bilden und die Tradition der Familie fortsetzen können.
Das 19. Jahrhundert ist jedoch eine Zeit der Veränderung und auch eine Familie, die mit Stolz die Errungenschaften ihrer Vorfahren bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen kann, bleibt davon unberührt.
Hierbei ist besonders die Figur des Thomas Buddenbrook interessant, der nicht ohne Grund den Vornamen des Autors trägt. Bereits als junger Mann übernimmt er große Verantwortung im Familienunternehmen. Seine Ausbildung ist solide und er bringt scheinbar willig und aus eigener Überzeugung persönliche Opfer, um sich dem gesellschaftlichen Diktat zu unterwerfen. Allerdings bemerken die Bürger der Stadt, die stets ein Auge auf die Buddenbrooks haben, dass der junge Buddenbrook eine sehr extravagante Garderobe trägt. Im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass Thomas Buddenbrook immer mehr unter einem inneren Konflikt leidet. Obwohl er seinen unverantwortlichen Bruder Christian stets dafür kritisiert, zu stark nach innen zu fokussieren, scheint auch er einige Probleme damit zu haben, seine persönlichen Bedürfnisse dem strengen Korsett der Selbstaufgabe zur Förderung der Familiengemeinschaft als höchstes Gut zu unterwerfen. Es ist schließlich sein sensibler Sohn, der bemerkt, welche Mühe es den Vater kostet, die Maske des weltgewandten Geschäftsmannes zu tragen, die er wie ein erschöpfter Schauspieler in scheinbar unbeobachteten Momenten fallen lässt. Sein oben zitierter Vortrag, über Menschen, die das Meer den Bergen vorziehen, ist dann auch nur für diskreten Ohren seiner geliebten Schwester bestimmt, die ohnehin nicht viel mit dem für sie eher peinlichen Vortrag anfangen kann.
Tony Buddenbrook dagegen ist der heimliche Motor der Geschichte. Sie ist von Anfang bis zum Ende des Romans mit dabei und auch wenn sie stets betont, das Leben zu kennen, scheint sie von den äußeren Einflüssen fast unberührt. Ihr fast schon überheblicher Familienstolz und ihre Arroganz wirken fast charmant, da ihr Charakter von einer Offenheit und herrlichen Naivität beherrscht wird. So sorgen ihre Eheabenteuer für eine nicht geringe Belustigung des Lesers. Hier ist vor allem die bayerische Episode zu erwähnen. Tonys zweiter Ehemann ist ein Hopfenhändler aus dem Süden und der Kulturschock ist für die vornehme Norddeutsche vorprogrammiert. Hatte Tony am Anfang noch gehofft, an der Seite eines regen Geschäftsmannes ein neues Kapitel aufzuschlagen, muss sie bald entsetzt feststellen, dass der gemütliche Permaneder sich mit ihrer stattlichen Mitgift zur Ruhe setzt. An einem Abend erwischt sie den angeheiterten Ehemann bei einem kleinen Techtelmechtel mit der Magd, wobei ein "unaussprechliches" Wort des Bayers schließlich eine Trennung der Eheleute bewirkt. Tony kehrt endgültig in ihre Heimat zurück und steht alsbald nur noch der Familie zur Seite - wenn auch mit geringem Erfolg.

Der Roman selbst ist in elf Teile aufgegliedert, wobei mit dem letzten Teil noch einmal ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Der Schluss beleuchtet die bemerkenswerten, aber wenig erfreulichen Erfahrungen des jungen Hanno Buddenbrook in der Schulzeit. Obwohl die Darstellung des Schulalltags von vielen Kennern gelobt wirkt, wirkt diese Episode wenig harmonisch im Gesamtbild. Vielleicht ist man aber als Leser auch schon in Abschiedsstimmung, nachdem Thomas Buddenbrook den Schauplatz verlassen hat und damit eine wichtige Bezugsperson fehlt.

Die Motive des Romans, welche durch häufige Wiederholungen ins Gedächtnis eingebrannt sind, tragen viel zum Charme der Erzählung bei. Die Mahlzeiten im Hause Bud-denbrook dienen als zuverlässiger Stimmungsbarometer. Auch die Familienchronik die fast wie eine Reliquie behandelt wird, ist ein ständiger Begleiter im Handlungsverlauf. Natürlich spielt auch das Geld eine große Rolle im Haushalt einer Kaufmannsfamilie und es ist sehr hilfreich, dass oft konkrete Beträge für Ausgaben und Geschäfte genannt werden. Interessant ist auch die Einbeziehung des Wetters. So zieht schon mal ein Unwetter auf, wenn wichtige und unheilvolle Anzeichen angedeutet werden sollen. Auch Krankheiten und Befindlichkeiten nehmen einen großen Teil im gesellschaftlichen Leben der Buddenbrooks ein. In den älteren Generationen läuft der Tod noch würdig ab, aber schon die Konsulin muss vor ihrem Ende ziemlich leiden. Die Ärzte kommen dabei gar nicht gut weg und wer unter schlechten Zähnen leidet, wie der arme Hanno, kann einem wirklich leid tun. Schließlich nagt auch an dem geschwächten Thomas Buddenbrook der Zahn der Zeit und er findet, in den Augen seiner kritischen Mitbürger, ein eher unrühmliches Ende.

Das komplexe Werk Thomas Manns bietet viele Betrachtungsmöglichkeiten und mit jeder Lesestunde fesselt es tatsächlich mehr. Dabei bietet die ironische Betrachtungsweise immer noch die Möglichkeit der angenehmen Distanz, die es ermöglicht, über das persönliche Schicksal der Buddenbrooks hinauszusehen. Auch wenn diese Familie dem Verfall ausgesetzt hat, wird diese Entwicklung doch mit Stil geschildert. Und auch diese Tatsache wird betont: Dass es nämlich schon vor den Buddenbrooks Familien und Unternehmen gab, die nach glanzvollen Jahren untergingen und es auch immer solche geben wird, die neu erstehen und strahlend am gesellschaftlichen Himmel stehen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch ein Stück fantastische Weltliteratur, 20. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Ich habe kaum ein Buch gelesen, das gemeinhin als Weltliteratur
bezeichnet wird und so interessant und gut zu lesen ist wie Buddenbrooks.

Thomas Mann entführt uns in die Welt einer Großstadtskaufmannsfamilie
mit ihren Problemen und "Problemen". Die Charaktere sind wunderbar beschrieben
und der Leser versinkt in eine Empathie beim Aufstieg und Niedergang der
Familie Buddenbrook, das es eine Lust ist.

Die (lange) Geschichte wird nie langweilig und ist immer voller interessanter Wendungen
und Neuigkeiten.

Besonders empfehlenswert auch für junge Leute, die Literatur vom Feinsten genießen wollen,
sich aber nicht quälen wollen mit unverständlicher Sprache und Handlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachgenuss der höchsten Art, 28. Juli 2010
Mit dem Buch "Die Buddenbrooks" ist Thomas Mann ein absoluter Geniestreich gelungen.
Für Leser, die die deutsche Sprache schätzen und mit Manns hintergründiger Ironie etwas anfangen können, ist dieses Buch mit Sicherheit die Erfüllung all ihrer Träume.
Das Buch, das Mann übrigens schon im Alter von 25 Jahren verfasste, besticht durch geniale Satzbauten und grammatikalische Konstruktionen, die in der heutigen Zeit - leider - scheinbar schon völlig in Vergessenheit geraten sind, außerdem schafft es der "Zauberer" durch die genaue Beschreibung der Umgebung und die Schilderung der Personen ( sogar ihrer Aussprache ) eine wunderbare Atmosphäre zu schaffen, sodass sich der Leser exzellent in das Geschehen hineinversetzen kann, wodurch die Handlung erstaunlicherweise auch bei scheinbar schnöden Handlungen, beispielsweise einem Abendessen, nie langweilig wird.
Allerdings kann wohl kaum geleugnet werden, dass dieses Werk keinesfalls eine leichte Lektüre darstellt und nicht "mal so zwischendurch" gelesen werden kann und sollte, denn um in den vollen Genuss der Raffinesse, mit der dieses Buch verfasst wurde, wofür es im Jahre 1930 auch den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam, zu kommen, sollte man seine ganze Aufmerksamkeit der Lektüre dieses erstaunlichen Meisterstücks der Weltliteratur widmen.

Fazit: Für Alle, die sich an schöner und anspruchsvoller Wortwahl bzw. Satzkonstruktion erfreuen können, ist dies genau das Richtige.
Denjenigen, die mit diesem Geniestreich nichts anfangen können, möchte ich mein tiefstes Mitleid aussprechen, denn wer dieses Buch nicht lesen will, verpasst einen literarischen Genuss der höchsten Art.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr sprachgewaltig..., 19. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Ein Buch, dass jeder mal gelesen haben sollte. Absolut sprachgewaltig und sehr detailiert. Man hatte die Charaktere förmlich vor Augen, anhand der detailierten Beschreibungen Thomas Manns.
Besonders Clothildes Charakter war amüsant, nur leider hat sie nie viel gesprochen. Tonys Charakter hat mir auch gut gefallen, man denket sie wäre ein Leichtferiges Ding, aber sie opfert ihre große Liebe zum Glück und Ansehen ihrer Familie. Was sie durchaus sympatisch gemacht hat.

Was allerdings manchmal etwas störend war, waren die verschiedenen Dialekte. Man wusste manchmal nicht genau, was gesproche wurde. Zumindest ging es mir so. Aber das tat dem ganzen keinen Abbruch. Ein Buch, das in jedes Bücherregal gehören sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charakterzeichnungen vom Besten!, 17. Dezember 2007
Von 
J. Reinhardt (Halle) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe dieses Buch soeben beendet und ich muss sagen: Es hat mir gefallen, sehr sogar, was ich zu Anfang nicht vermutet hätte.
Auch wenn mich Manns Sprachbild schon zu Beginn ansteigend fesselte, erinnerte mich die Geschichte um die kaufmännische, gutsituierte Bürgerfamilie doch zunehmend an Pilcher-Filme (der Vergleich ist derb, ich weiß), da zu Beginn die typischen Verhältnisse einer solchen Familie geschildert werden, was natürlich notwendig ist, um den späteren Abstieg entsprechend zu inszenieren, aber an manchen Stellen langweilte mich das abgehobene Alltagsleben doch etwas.
Spannend wird es mit dem Erwachsenwerden der Kinder, wenn sich all die Eigentümlichkeiten und das Verhalten so detailliert und glaubhaft darstellt, das man meint, die Charaktere tatsächlich zu kennen. Wobei Spannung natürlich übertrieben ist, denn in diesem Buch geht es nicht darum bloß eine Handlung zu erzählen.
Der Ausgang vieler Ereignisse steht schon mehere Seiten im Vorraus fest, vorallem durch die Art, wie neue Nebencharaktere eingeführt werden. Was mich daran stört, ist, dass die typischen optischen Merkmale, die Mann jedem Charakter zugesteht (Augen, Hände, Beine, Farbe der Beinkleider; in der immerwiederkehrenden gleichen Reihenfolge) selbst bei Nebencharakteren über den gleich Detailgrad verfügen. Irgendwann wünscht man sich dann doch, dass er einfach auf den Punkt kommt, vorallem, wenn man schon im Vorraus weiß, worauf der Einsatz des Charakters hinausläuft.

Ich mag seine Erzählungen lieber, denn mir sind Charaktere willkommener, mit denen man mitfühlen kann. Die Buddenbrooks bleiben dabei stets auf Distanz, auch wenn sie einem vertraut scheinen, sympathisiere ich nicht mit ihnen, ob sie nun Freude oder Verlust erfahren. Ob das nun negativ oder völlig egal ist, muss jeder für sich entscheiden.

Auf jeden Fall sind die Charaktere genial konstruiert, was dieses Buch absolut empfehlenswert macht! Außerdem zeigt Mann sehr tiefgängig auf, wie schnell es mit Ansehen, Reichtum und der Anzahl von Mitgliedern einer Großfamilie vorbei sein kann, und das stets mit einem subtieln ironischen Zwinkern.

Ansonsten kann ich mich Heike Geilens Rezension nur anschließen!

PS: Zum Buchband: Ich habe das Buch nur wegen dem Einband und dem Drucksatz mitgenommen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schöne und intensive Zeitreise!, 11. Mai 2007
Von 
H. Lietz (N.A.) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Audio CD)
Ich war ein wenig skeptisch wie man über 700 Seiten auf 7 CDs bekommt ohne den Handlungsstrang zu verlieren und den Zuhörer durch neue Personen zu verwirren. Das Ergebnis ist sehr gut gelungen. Die aufwendigen und authentischen Sprecher verleihen dem Hörspiel eine ungeheure Dichte und versetzen den 'Zuhörer' sehr plastisch 150 Jahre zurück. Vor allem die Dialoge sind eine Zeitreise, in eine Zeit, in der Sprache und sprachlicher Ausdruck geschätzt und gepflegt wurde. Gleichzeitig bringt es dem Zuhörer die Charaktere näher und verleiht eine Authentizität wie es ein Buch kaum vermitteln kann. Eine sehr lebhafte Familiengeschichte als ganz großes ,Kopfkino'.

Eine mehr als gelungene und aufwendige Produktion!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nobelpreis zu Recht verdient., 27. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Ende der siebziger Jahre habe ich Ausschnitte aus dem Dreiteiler "Buddenbrooks" gesehen. Mit 12 Jahren konnte ich damit natürlich noch nichts anfangen, aber es blieb immer im Hinterkopf. Ende der 9. Klasse bekamen wir eine Liste mit Büchern, die wir im Laufe des Schuljahres lesen sollten. Von einigen war noch eine Inhaltsangabe zu schreiben, die wir allerdings nie wiedergesehen haben. Auch wurde über die Bücher nicht gesprochen. Eines davon war "Tonio Kröger". Danach habe ich mich nicht mehr an die Werke Thomas Manns herangetraut. Vor zwei Jahren hatte ich das Glück, Armin Mueller-Stahl mit seiner Lesung "Rollenspiel" zu hören, einem Tagebuch zu dem Dreiteiler "Die Manns". Danach wurde er auch noch im Fernsehen wiederholt. Dieser, Dreiteiler hat mich dann wieder neugierig gemacht. Mein erstes Buch von Thomas Mann nach langer Zeit waren nun "Buddenbrooks". Im Urlaub habe ich fast jede freie Minute damit verbracht. Langweilig wurde es nie. Beim Lesen war ich doch froh, nicht im 19. Jahrhundert gelebt zu haben. Man sieht jede Person vor sich: Die alten Buddenbrooks, die noch sehr tatkräftig waren. Jean und Elisabeth, die beide sehr frömmelnd waren. Die ungleichen Brüder Christian und Thomas. Die aufstrebenden Hagenströms (auch noch katholisch!). Die unnahbare Gerda. Die naive Tony, die man eigentlich nur bedauern konnte. Beide Ehen waren arrangiert. Nach dem Scheitern der ersten Ehe bemüht sich sich, diesen Makel, durch eine zweite Heirat wieder auszumerzen. Ihr erster Mann Bendix Grünlich ist durch und durch falsch. Ein Rätsel, wie Jean auf ihn hereinfallen konnte. Das wäre dem alten Johann Buddenbrook mit Sicherheit nicht passiert. Auch der zweite Ehemann will nur an die Mitgift, um ein Leben zwischen Wohnung und Hofbräuhaus zu führen. Ihrer Tochter geht es später in ihrer Ehe mit Weinschenk genauso. Alles nur, um die Fassade zu wahren. Wenn man Tony hätte etwas lernen lassen, hätte sie vielleicht gemerkt, was um sie herum geschieht. Es gibt aber noch einen dritten Mitgiftjäger, der eine ebensolche Witzfigur ist: Pastor Tiburtius, der Tonys Schwester Clara heiratet. Beim Lesen und auch in den Verfilmungen springt ihm die Geldgier förmlich aus den Augen. Auch die drei unverheirateten Schwestern Buddenbrook sind einfach herrlich. Beim Lesen der Stellen über Hanno musste ich doch mit den Tränen kämpfen. Kurzum, dieses Buch ist einfach großartig geschrieben. Den Nobelpreis hat Thomas Mann dafür zu Recht bekommen, auch wenn die Lübecker verständlicherweise nicht begeistert davon waren, sich darin wiederzufinden. Es ist noch genauso aktuell wie damals. Für leichte Unterhaltung eignet es sich nicht, und ich war froh, in der Schule als Wahlpflichtfach französisch gewählt zu haben. Hilfreich ist, sich ein Glossar anzulegen, da Thomas Mann bekanntlich mit Fremdwörtern nicht gerade sparsam umgeht. Auch Interesse an Geschichte ist von Vorteil. Man lernt einiges über die Revolutionsjahre 1848/49. Dieses Buch ist ein Muss für jeden Literaturfreund. Die Länge und die Schreibweise sollten einen nicht schrecken.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verfall einer Familie, 22. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Lübeck, Handel und Familiendynastien. Die drei großen Pfeiler, auf die Thomas Mann seine "Buddenbrooks" baute. Bekannt für seine endlos langen Schachtelsätze hält sich Mann hier im Stil wohltuend knapp (jedenfalls im Vergleich zu manch anderem Werk). Manchmal ist der Stil trotzdem etwas schwer (weil ziemlich gestelzt) zu lesen. Deswegen gibt es einen Punkt Abzug. Mag die Geschichte auch relativ alltäglich sein - der Blickpunkt ist es nicht. Mann zeigt hier auf, wie eine reiche, angesehene Familie von Generation zu Generation immer mehr verweichlicht, von den eigenen Prinzipien abkommt und schließlich vor die Hunde geht. Und Mann berichtet davon wie ein eiskalter Beobachter, der gerade eine Fruchtfliege seziert. Er bleibt gleich emotionslos - egal, ob er gerade einen Raum oder einen Tod beschreibt. Und das ist wirklich ein genial gnadenloser Blickwinkel. Da seziert man doch gerne literarisch!
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Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman
Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman von Thomas Mann (Taschenbuch - 2008)
EUR 9,95
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