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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epochales Meisterwerk!
In diesem Buch zeigt sich ganz besonders, wie meisterhaft Thomas Mann mit der deutschen Sprache umgehen konnte. Stilistisch sind die "Buddenbrooks" ein Kunstwerk erster Güte, ein aus fadengeraden Sätzen, punktgenauen Beschreibungen, zielsicheren Dialogen, exakt gesetzten Motivwiederholungen gezimmertes Konstrukt, das über mehrere hundert Seiten hinweg eine...
Veröffentlicht am 18. Mai 2007 von chelita

versus
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas schwierig zu lesen
Egal wessen Meinung eines Deutschlehrers ich eingeholt habe: Alle waren von dem Buch "Buddenbrooks" von Thomas Mann sehr begeistert. Durch den Film konnte ich mich auch schon im Vorhinein mit dem Inhalt des Werkes anfreunden und entschloss mich letzten Endes dazu, mir zusätzlich das Buch anzuschaffen und mich mit dem von der Leserschaft genial empfundenen Schreibstil...
Vor 18 Monaten von Editor veröffentlicht


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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epochales Meisterwerk!, 18. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
In diesem Buch zeigt sich ganz besonders, wie meisterhaft Thomas Mann mit der deutschen Sprache umgehen konnte. Stilistisch sind die "Buddenbrooks" ein Kunstwerk erster Güte, ein aus fadengeraden Sätzen, punktgenauen Beschreibungen, zielsicheren Dialogen, exakt gesetzten Motivwiederholungen gezimmertes Konstrukt, das über mehrere hundert Seiten hinweg eine spannende, niederschmetternde Geschichte erzählt, die Geschichte vom Untergang einer großen Familie. Thomas Manns über die Seiten fließende Sätze führen einen mit exakter Eleganz und zugleich spielerischer Leichtigkeit durch Leben und Sterben seiner bis ins I-Tüpfelchen ausgereiften Charaktere und lassen einen dabei abwechselnd pikiert die Nase rümpfen, süffisant lächeln, herzlich lachen und genauso herzlich weinen.

Wer Gefallen an der deutschen Sprache und ihren Finessen findet und sich an Detailverliebtheit nicht stört, wird an diesem Buch seine Freude haben und darüber hinaus so gebannt von der Story sein, daß er am liebsten die Nacht durchlesen würde!
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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten deutschen Hörspiele., 18. April 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Audio CD)
Diese Radioproduktion von 1965 war im Wortsinn ein großes Unternehmen. Über 40 Sprecher formten unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner den Roman Thomas Manns zu einem acht Stunden dauernden Hörspiel um, das nun auf sieben CDs (bzw. sechs MCs) vorliegt. Das Buch hat, selbst in kleinem Druck, mehr als 500 Seiten. Sein Inhalt ließe sich ungekürzt auch nicht auf der doppelten Anzahl von CDs unterbringen. Streichungen waren folglich unerlässlich, aber es galt, den Eindruck eines mehrere Generationen verbindenden Zeitstroms zu erhalten. Die stimmliche Präsenz der Figuren musste diese Fülle vermitteln, ohne verwirrend zu werden. Dieses Problem wurde durch zwei Kunstgriffe gelöst: ein Erzähler verbindet die Handlungsstränge und bringt so auch wichtige Textpassagen zu Gehör, die sich kaum hörspielhaft umsetzen ließen, zum anderen bietet die vom Beginn bis zum Schluss der Handlung gegenwärtige Gestalt der Antonie (Tony) Buddenbrook, zunächst, als Kind, von Claudia Fischer, dann von Gisela Peltzer gesprochen, so etwas wie eine akustische Orientierungslinie. Auch im Roman selbst nimmt diese Tony eine Sonderstellung ein: "Sie tritt zu Beginn des Romans auf; mit ihr endet er." Obgleich sie also die Abfolge der Generationen, die historischen Ereignisse, wie auch den geschäftlichen Auf- und Abstieg des Hauses Buddenbrook unmittelbar miterlebt, bleibt sie eigentümlich reflexionslos und kommentiert, was immer ihr oder der Familie zustößt, mit stereotypen Wendungen, die im Buch wie im Hörspiel leitmotivischen Charakter haben.
Die Kunst Thomas Manns besteht nicht zuletzt darin, Figuren zu schaffen, deren komplexe Schablonenhaftigkeit nicht nur den Schein des Individuellen gewinnt, ohne jedoch die Züge des Allgemeinen und manchmal Banalen zu verlieren. Diese Menschen leben und leben nicht, sie sind einem zugleich nah und fern. Es ist so, als befände sich gerade in ihrem Innersten etwas Unerreichbares, ja Totes, das nun, nach außen dringend, die körperlich-geistige Hülle mit einem unheimlichen Anschein von Lebendigkeit und Differenziertheit erfüllt. Wenn man mithin die Texte dieses Autors spricht oder seine Figuren stimmlich darstellt, besteht wohl hierin die schwierigste Aufgabe: die Balance zwischen individueller Präsenz und Stereotypie, Partizipation und ironischer Entfremdung zu halten. Zu größten Teilen ist das in dieser Radiobearbeitung geglückt. Palma - wer oder was immer das ist, erfährt man leider nicht - macht aus dem Präteritum des Romans ein Präsenz, in dem Gert Westphal die Ereignisse heranrückt und sie doch auch wieder ironisch bricht, ohne dabei in sarkastische Drastik zu verfallen. Ebenso sind beide Stimmen Tonys zugleich von naiver Frische und einer gewissen gesellschaftlich-festen Dummheit, und beides zusammen macht ihren paradoxen Reiz aus und prägt sich ein. Es ist wohl unvermeidlich, dass die Nebenfiguren, wie etwa Sesemi Weichbrodt oder Ida Jungmann, auf gewisse Schablonen festgelegt werden: "sei glücklich, mein Kind", mit der berühmten Übertreibung der Vokale und dem "leicht knallenden Geräusch" des Kusses auf die Stirn, hört man über weite Strecken hinweg beinahe als einziges von der ersten; aber das Hörspiel spiegelt hier nur die bereits in Thomas Manns Stil liegende Gefahr. Dieter Borsche und Lil Dagover sprechenebenfalls vorzüglich Johann Buddenbrook und seine Frau Elisabeth, die zweite Generation der Handelsfamilie, einzig eine Rolle scheint mir nicht so überzeugend und an einer wichtigen Stelle sogar falsch angelegt, nämlich die von Thomas, gesprochen ausgerechnet vom Regisseur selbst, Wolfgang Liebeneiner. Er macht seine Sache als Leiter der Schauspieler gut, spielt aber selbst ein wenig dünn und verfällt in der Szene, in der Thomas Buddenbrook am Gartentisch aus dem zweiten Band von Schopenhauers "Welt als Wille und Vorstellung" das Kapitel über den Tod liest, in einen merkwürdigen, ja übertriebenen und lächerlichen Klang, der völlig unangemessen ist. Überhaupt wurde hier eine Kürzung vorgenommen, die man bedauern muss. Von dem tiefen, geradezu mystischen Erlebnis, das diese Lektüre bei Thomas auslöst, und von dem er sich in der Folge beschämt distanziert, bleibt beinahe nichts, eben nur sein doch verfälschter Beginn. Andere Episoden des Romans, etwa das Auftreten Grünlichs und Permaneders, der beiden Ehemänner Tonis, oder auch die Schulszenen mit dem kleinen Hanno, dem unglücklichen Kind Thomas', sind breiter ausgeführt und vermitteln eine wirkliche atmosphärische Intensität, die sich durchaus zu einem entsprechenden Gesamteindruck erweitert.
Die Übersetzung eines Romans in ein anderes Medium - Film oder Hörspiel - ist immer prekär, ja gefährlich, aber wer sich auf die "Buddenbrooks" in dieser Form einlässt, erlebt tatsächlich, wie eine ganze Welt an ihm vorüberzieht.ist immer prekär, ja gefährlich, aber wer sich auf die "Buddenbrooks" in dieser Form einlässt, erlebt tatsächlich, wie eine ganze Welt an ihm vorüberzieht. Man wird die acht Stunden kaum in einem Zug anhören, sondern die sieben CDs auf vielleicht drei Tage oder Abende verteilen - umso besser, denn auf diese Weise entsteht ein ganz auf die akustische Sphäre bezogener Zeitraum, in dem Nerven und Psyche ruhig und konzentriert gleichsam im Geflecht der Stimmen mitschwingen. Wenn man innehält, fühlt man sich unleugbar erholt und erfrischt und begreift, dass diese Form der Wahrnehmung, gegenüber anderen reizüberflutenden, einen eigenen kulturellen Bezirk herstellt, wie es wohl sonst nur bei herausragenden Theateraufführungen geschieht.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Tribut an die deutsche Sprache!, 1. Dezember 2004
Von 
Ingo Seidel (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
In einer Zeit als Rangordnung, Ansehen und Familienzugehörigkeit wohl noch eine viel größere Rolle spielten als es heutzutage der Fall ist, ist dieser fabelhafte, viel gerühmte Roman der Weltliteratur angesiedelt. Die Erzählung beschreibt die Entwicklung einer angesehenen Handelsfamilie im Lübeck des 19. Jahrunderts, die aufgrund von unglücklichen Umständen und internen Zwistigkeiten, langsam, aber stetig zerfällt. Insgesamt lernt der Leser vier Generationen der Buddenbrooks kennen und wird somit stark mit der Familie und ihren Verbindungen vertraut gemacht. Während dieser Zeit passieren viele einschneidende, tragische, teils auch erfreuliche Erlebnisse, die man, zumindest am Anfang noch, mit Spannung mitverfolgt. Nach einiger Zeit jedoch beginnen die fatalen Ereignisse überhand zu nehmen und der Leser verliert die Hoffnung dass sich alles noch einmal zum Guten wenden würde und verfällt in eine lethargische, resignierende Stimmung.
Die Sprache, welche Thomas Mann verwendet, kann ich ebenfalls nur in den höchsten Tönen loben. Diese Grazie bei der Wortwahl, diese Vielfalt bei der Beschreibung von Personen und Begebenheiten, diese Ausreizung der deutschen Sprache ist einfach ein Genuss. Vom hochangesehenen, würdevollen Konsul bis hin zum sentimentalen, verschlossenen Erbnachfolger werden alle Handelnden wunderbar und überzeugend präsentiert. Die Art und Weise wie die Charakterzüge und Stimmungen der einzelnen Personen geschildert werden ist einzigartig, bewegend und überzeugend. Der einzige Nachteil ist nur dass die verspielten und weit ausgeschmückten Schilderungen sich zeitweise zu lange ziehen und dadurch einzelne Passagen etwas langweilig werden.
Ein guter Roman, der besonders durch seine Sprache und Charaktere beeindruckt, aber stellenweise zu langatmig geraten ist.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wiedersehen mit den Buddenbrooks, 17. März 2007
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Audio CD)
Man kann über die Technik schimpfen wie man will, aber zu ihren zweifellos schönsten Hervorbringungen gehrt der CD-Player innerhalb eines Kraftfahrzeuges. Wie das? Weil es diese Innovation erlaubt, sich die Schätze der Literatur auf langen Autofahren und zu allen Tageszeigen in Rue und Genuss zu Gemüte zu führen. Für die einen verwandeln sich auf diese Weise die dicken Schmöker von abschreckenden Herausforderungen, die man als Leser niemals würde meistern können, zu üppiger Unterhaltungsware, denen der einsame Reisende Stunde um stunde lauschen kann, während draußen die Autobahnausfahrten vorüber fliegen. Für die anderen, die Leser, bieten die Hörbucher in ihren gelungenen Fassungen eine Art Wiedersehen mit literarischen Bekannten, aber auch eine Art faszinierender Verfremdung, denn schon die Wahl der Sprechers und ihre Intonationen fokussieren die Figuren mitunter in einer ganz anderen Weise, als man sie in Erinnerung hatte.

Ein Hörbuch der Extraklasse, als Einstieg wie als ein Wiedersehen gleichermaßen geeignet, bietet Thomas Manns Buddenbrooks" in der Hörbuchfassung des Bremer Rundfunks. Das Besondere an dem vorliegenden CD-Paket beruht nicht nur auf der staunenswerten Meisterschaft des Hauptlesers Gert Westphal, der selbst die artifiziellsten Satzgirlanden mit verblüffender Leichtigkeit und Esprit zu Gehör bringt, sondern auch und vor allem an der Konzeption des Werkes, die als eine Verbindung von Hörbuch und Hörspiel das ganze illustre Personal der Familiensaga auf ungemein anschauliche Weise lebendig werden lässt. Wie aber empfindet der Buddenbrook Liebhaber, der die Gestalten des Romans in verschiedenen Zeiten seines Lebens immer aufs Neue literarisch kennen gelernt hatte, das Design der Figuren in dem vorliegenden Werk? Durchaus gelungen und bereichernd, wenn auch mitunter ein wenig eigenwillig. So erscheint der im Buch ein wenig beschränkte Hagenström im Hörbild als gutmütiger Bär, während der am Anfang so energische Thomas Buddenbrook schon im Diskant seiner akustischen Auftritte den Zögerling erahnen lässt, als der er schließlich scheitern wird. Weniger geglückt kommt mir das stimmliche Design des kleinen Hanno vor, der in den berühmten Schulszenen am Ende des Hörbildes weniger wie ein morbider Spätling sondern wie ein Zuschauer seiner selbst auftritt. Aber ganz gleich ob man das Werk in der vorliegenden Fassung zum ersten Mal kennen lernt oder es als auditive Reprise erlebt: die vorliegende Interpretation der Tony Buddenbrook ist in jeder einzelnen Szene ein Genuss. Wie sie sich von der kleinen Prinzessin, zur dünkelhaften Dame entwickelt und dabei doch in all ihren Skurrilitäten als eine zutiefst liebevolle und menschliche Gestalt glaubhaft bleibt, lohnt den Kauf des ganzen Paketes. Alles in allem: aller erste Wahl und auf einer Fahrt zwischen Köln und Mailand in acht Stunden bequem in einem einzigen Rutsch zu hören.
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos, 30. August 2002
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Im Lübeck des frühen 19. Jahrhunderts gelten noch Rang- und Hackordnungen, wie sie heute nicht mehr vorstellbar sind, genießen nur "Bürger" (und hier auch nur die männlichen) das Wahlrecht, werden Senatorenposten noch auf Lebenszeit vergeben, ist als Bürgermeister nur wählbar, wer eine akademische Laufbahn abgeschlossen hat, gibt es noch "Hausarme", die zu Weihnachten an Katzentischen der familiären Bescherung beiwohnen dürfen, entscheiden Stand und Familienoberhäupter über Eheschließungen, werden Weihnachtsgeschenke nach dem Tod des Beschenkten zurückgegeben und Erbanteile nach und nach vom Vormund ausbezahlt, zählt der Wert einer Braut unmittelbar über die zu erwartende Mitgift.
Der Roman erzählt die Geschichte der Kaufmannsfamilie Buddenbrook, hauptsächlich vom Schicksal Thomas Buddenbrooks, der Mitte des Jahrhunderts die Familiengeschäfte übernimmt, zu einer Zeit, als Revolutionen und die Begehren des "einfachen" Volkes die Strukturen zu verändern beginnen, sich Ehrencodizes im Geschäftsleben verschieben, Werte bröckeln. Thomas hat alle Hände voll damit zu tun, sich der Schwester Antoinie, dem leichtlebigen Bruder Christian, allen angeheirateten und durch Geburt hinzukommenden Familienmitgliedern zu widmen, ihre Geschicke im Interesse der angesehenen Sippe zu lenken, was nicht immer
gelingt, eher sogar selten. Er wird Senator und führt die Firma zu großem Erfolg, aber es ist abzusehen, daß die Ideale des Mannes nach und nach den gesellschaftlichen Veränderungen zum Opfer fallen werden, daß der moralische Anspruch nicht mehr genügt, um den Widrigkeiten zu trotzen; er ist ein Anachronistikum, und er weiß es. Die Familie wird zerbrechen, der Verfall, der im Untertitel des Romans angekündigt wird, ist unaufhaltsam, da die verinnerlichte Bürglichkeit Buddenbrooks, sein Ehrgefühl und seine Ziele mit den Ansprüchen der veränderten Gesellschaft unvereinbar sind. Der Sohn Johann, genannt Hanno, ist es schließlich, der die letzte Eintragung im Familienbuch vornimmt.
Es tut wohl, unendlich wohl, ein Werk zu lesen, das ohne jede Effekthascherei auskommt, auf heute populäre Stilmittel der Leserbindung verzichten kann, weil die Sprache so mächtig, so angemessen, so facetten- und einfallsreich ist, ohne daß das Erzählte ihr je untergeordnet wird, ganz im Gegenteil. Figuren und Orte erhalten durch einfache Nuancierungen und präzise, redundanzfreie Formulierungen ihr Gesicht und ihre Charakteristika, wirken immer plastisch, authentisch, überaus dramatisch, entwickeln Eindringlichkeit und Tragik; für Vergleichbares müßten zeitgenössische Autoren ärmeltief in die Trickkiste greifen, ohne einem großen Vorbild wie diesem auch nur nahe zu kommen. Gleichzeitig beweist das Buch, warum es zeitlose Literatur gibt und was sie ausmacht. Insbesondere aber ist es eine Demonstration dafür, wie Sprache in Vollendung eingesetzt werden kann, ohne zum Selbstzweck zu werden, wie sich Handlung und Erzählweise zu einer komfortablen Symbiose verbinden, ohne daß das eine je zum Sklaven des anderen wird - eine Kunstfertigkeit, zu der später nur wenige deutsche Schriftsteller wieder in der Lage waren.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur, 10. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Gebundene Ausgabe)
Normalerweise schreckt man ja vor großer Literatur eher zurück, das könnte ja zu wuchtig, zu schwer, zu "literarisch" sein. Und zugegeben, das trifft auch auf "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann zu: allein der Umfang könnte Angst machen, seine Megasätze sind bekannt und daß es sich um hohe Literatur handelt, das kann wohl auch niemand ernsthaft bestreiten. Und doch lohnt es sich, dieses Buch mal in die Hand zu nehmen und es einfach mal zu probieren. Denn wer sich darauf einläßt, der wird feststellen, daß es zwar in der Tat manchmal schwer und anstrengend ist, daß die Geschichte, die da erzählt wird aber sehr interessant ist und daß man sich langsam aber sicher für die Figuren zu interessieren beginnt. Es ist kein leichtes Unterfangen, das will ich nicht behaupten, aber man wird von der Schönheit der Worte und Sätze Manns irgendwann überwältigt und dann ist es nicht mehr so schwer, das Buch zu lesen. Ich wünsche jedem, daß er das erfährt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Geh' zum Deifi, Saulud'r dreckats!" (394) Spoiler!!, 13. Dezember 2007
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Im Laufe des Jahres 2008 wird eine weitere Verfilmung von Thomas Manns Roman "Buddenbrooks" in die Kinos kommen. Armin Müller-Stahl, der schon in "Die Manns" Thomas Mann höchst selbst verkörperte, wird den altehrwürdigen Konsul spielen. Der perfekte Zeitpunkt also, sich nochmals den 1901 erschienenen Klassiker zu Gemüte zu führen, den Thomas Mann im Alter von nur 25 Jahren geschrieben hat.

Erzählt wird die Geschichte der großbürgerlichen Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook zwischen den Jahren 1835 und 1877. Zentrale Charaktere sind Thomas Buddenbrook, der nach dem Tod des Vaters 1855 die Leitung der Firma übernimmt, sowie seine Schwester Antonie, die immer voller Stolz das Wohl ihrer Familie über ihr eigenes stellt und erst spät die Tragik ihres Lebens realisiert: "Und an seinen Arm gelehnt, den er besänftigend um sie gelegt hatte, weinte sie über ihr verfehltes Leben, in dem nun die letzten Hoffnungen erloschen waren" (553). Komisch-tragische Höhepunkte in Antonies Leben sind ihre beiden Ehen mit Grünlich und Permaneder, zwei unvergessliche Charaktere. Schnell stellt sich heraus, dass Grünlich ein Betrüger und Permaneder ein fauler Taugenichts ist, der mit Vorliebe den weiblichen Hausangestellten nachstellt: "Ein Mann ohne Ehrgeiz, ohne Streben, ohne Ziele! Ein Mann, der statt des Blutes einen dickflüssigen Malz- und Hopfenbrei in den Adern hat" (377) und ihr in betrunkenem Zustand wüste Beschimpfungen an den Kopf wirft (siehe Überschrift). Wohl ihr gesamtes Leben trauert sie ihrer Jugendliebe Morten nach, eine Verbindung, die damals von der Familie aus Standesgründen untersagt worden ist.

Ebenso tragisch-traurig ist der Verfall von Thomas Buddenbrook, der die Firma nach dem Tod des Vaters zuerst in neue Höhen führt. Doch hinter seinem stets makellosen Auftreten verbirgt sich eine durch und durch gestörte Persönlichkeit, die von Thomas Mann gnadenlos seziert wird: "Wie bis zur Unkenntlichkeit verändert sein Gesicht sich ausnahm, wenn er sich allein befand! Die Muskeln des Mundes und der Wangen, sonst diszipliniert und zum Gehorsam gezwungen, im Dienste einer unaufhörlichen Willensanstrengung, spannten sich ab, erschlafften; wie eine Maske fiel die längst nur noch künstlich festgehaltene Miene der Wachheit, Umsicht, Liebenswürdigkeit und Energie von diesem Gesichte ab, um es in dem Zustande einer gequälten Müdigkeit zurückzulassen" (466). Sein Bruder Christian verkörpert genau das Gegenteil des preußischen Bruders: Er ist ein fauler Simulant und schließlich empfinden die beiden nur noch Hass füreinander. Symbolisch für den Verfall der Familie endet Christian in einer Psychiatrie, während seine Frau das Buddenbrooksche Vermögen verjubelt.

Humoristischer Höhepunkt ist die Beschreibung eines normalen Schultages des jüngsten Sprosses der Familie, Hanno Buddenbrook (S. 700-751). Sinn und Unsinn des Schulsystems im Kaiserreich treiben dem Leser noch heute die Lachtränen in die Augen. Das Kapitel steht zwar etwas Abseits der übrigen Handlung, gehört aber nichtsdestoweniger zu den Höhepunkten des Romans.

Fazit: Mit "Buddenbrooks" hat der junge Thomas Mann einen Jahrhundertroman geschrieben: Brillant gezeichnete Charaktere, Tragik, Humor, Liebe und Hass; all dies macht "Buddenbrooks" auch nach über 100 Jahren zu einem großartigen Lesevergnügen. Ob der Film auch nur annähernd die Atmosphäre der Romanvorlage erreichen kann, bleibt abzuwarten.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was mir zu Ohren kam, 15. Januar 2006
Von 
Leif Boysen (Wassersleben, Harrislee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks (Audio CD)
Liebeneiner setzte hier eine straffe Version der Budenbrooks ins Hörspiel um, ohne die wichtigen Impulse des Romans zu vernachlässigen. Der unaufhaltsame Verfall der dekadenten Kaufmannsfamilie wird begleitet von den seelischen Schwankungen und den Höhen und Tiefen im Leben der Protagonisten, was hier anschaulich und kurzweilig dargestellt wurde. Interessant ist auch, zu welchen großartigen Hörproduktionen es schon im Jahr 1965 reichte, guter Klang, gute Akustik, ausgereifte Dramaturgie. Ich ziehe diese Hörspiel dem Film mit Hans-Jörg Felmy und Nadja Tiller oder auch der späteren Fernsehserie mit Martin Benrath und Ruth Leuwerik vor, aber unschlagbar bleibt natürlich die Romanvorlage aus der Feder Thomas Manns, der für dieses Werk zu Recht mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
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47 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jahrhundertroman!, 16. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman (Taschenbuch)
Zu Thomas Manns "Buddenbrooks" fallen mir - noch ganz unter dem rauschhaften Eindruck des Leseerlebnisses - wirklich nur Superlativen ein!
1901 entstand dieser Roman über den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie und auch wenn es heute kein Großbürgertum von diesem Ausmaß mehr gibt und die Welt der Senatoren und Konsuln untergegangen ist, ist dieser Roman von einer Lesbarkeit und Aktualität, die man heutzutage kaum mehr antrifft.
Darüber hinaus beschreibt Thomas Mann seine Figuren mit einer Liebe zum Detail und einer so sanften Ironie, dass den Leser immer wieder eine tiefe Freude erfasst!
Drei Generationen und die Zeit von 1835 bis 1877 umfasst dieser Roman und es kommt alles darin vor, was das Leben zu bieten hat:
Gewinner und Verlierer, Mutige und Verzagte, Glück und Unglück, Wohlstand und Aufstieg, Siechtum und Niedergang!
Die vielen Handlungsstränge und die Fülle der Figuren sind so perfekt komponiert, dass es den Leser stets bei der Stange hält.
Thomas Mann, dessen Werk ja derzeit eine Renaissance erfährt, ist zurecht einer der wichtigsten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts, der auch heutigen Lesegenerationen viel zu sagen hat. Unfasslich bleibt mir zuletzt, dass er dieses Buch mit nur fünfundzwanzig Jahren schrieb: Ein Meisterwerk!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen etwas wacklig, 15. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was gibt es über dieses Buch noch zu sagen? Diese Erzählkunst, die feine Ironie, der tiefe Hintersinn waren den Nobelpreis wahrlich wert.
Was ist also zu dieser speziellen Ausgabe zu sagen (und nur darauf bezieht sich das Folgende; das Buch selbst ist mit fünf Sternen nicht annähernd angemessen zu bewerten)? Der Leineneinband ist sehr schön, auch hervorzuheben, dass das Design von der ersten einbändigen Ausgabe übernommen wurde. Das Papier hat eine angenehme Farbe und Konsistenz, das Druckbild ist schön, Allerdings scheint die Bindung etwas lose zu sein. Nach einmaligem Lesen lassen sich die Buchdeckel bereits leicht gegeneinander verschieben. Ich vermute, dass nach mehrmaliger Lektüre "leichte Gebrauchsspuren" erkennbar sein werden.
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Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman
Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman von Thomas Mann (Taschenbuch - 2008)
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