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39 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz großer Schelmenroman
Leicht ist "Felix Krull" nicht nur dem Gewicht nach im Vergleich zu anderen Thomas Mann Büchern. Auch inhaltlich ist die Geschichte weitaus weniger sperrig als beispielsweise Manns Dr Faustus oder der Zauberberg. Das muss auch so sein, denn der Protagonist des Romans, Felix Krull, führt ein leichtes Leben. Nicht von Natur aus. Seine Familie verarmt, das...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2004 von Rappel

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen leichte Abenteuergeschichte
Erzählt wird die Geschichte des von der Natur äusserlich gesegneten Titelhelden Felix Krull, der es durch Besonnenheit,Charme, Zielstrebigkeit und ein ausgeprägtes Talent zur Verstellung und Rollenaneignung vom Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten zum Sprössling "von Familie" bringt.
Die Geschichte beginnt schon im Kindesalter und ist...
Veröffentlicht am 5. September 2012 von storiesandmore


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig ist diese Unverschämtheit und Schwindelei, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Die klassische Verkörperung des Hochstaplers ist zweifellos Felix Krull. Der Inbegriff der Skrupellosigkeit und der Unverschämtheit, ist es fast schon amüsant zu beobachten, wie er sein Leben meistert. Als Sohn relativ wohlhabender geboren, hat er schon als Kleinkind gewisse Allüren. Diese können jedoch nicht mehr beachtet werden als der Vater stirbt und die Familie von nun an ein ärmeres Leben führt. Doch Felix hat ein Ziel im Leben: so zu leben wie die Großen der Gesellschaft. So schaut er sich Gesten und Höflichkeiten ab, um später um so erfolgreicher damit angeben zu können. Wie weit man es als überzeugender Schwindler bringen kann, dies zu zeigen, ist Thomas Mann hervorragend gelungen. So manch einer würde sich nur ein kleines Stückchen des Selbstbewußtseins eines Felix Krulls wünschen. Wieviel leichter hätte man es im Leben! Und wie einfach doch die Menschen einzuwickeln sind. Eigentlich hat man es schon vorher gewußt, aber nach diesem Buch wird es einem erst recht bewußt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unvollendetes Meisterwerk, 3. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil (Taschenbuch)
Voller Demut und Bewunderung schreibe ich diese Rezension. In der Tat habe ich noch nie ein Buch von Thomas Mann gelesen, daß mich nicht zutiefst beeindruckt und mich nicht die Frage hätte stellen lassen wie ein Mensch fähig ist, sich (genau) so auszudrücken. Die Erzählungen sind (absolut) nie langweilig, da immer wieder kleine Umbrüche und unvorhersehbare, aber niemals irrwegige, Wendungen geschehen. Die Geschichten sind nicht abgehoben - sie beschreiben sehr plastisch das Leben. Als Bühnenbild dient die bürgerliche Gesellschaft mit all ihren Eigenarten, die Thomas Mann wie kein anderer bis in die kleinsten Bestandteile seziert hat. Es sind die kleinen Ereignisse, das Verhalten der Personen, ihre Art zu reden, ihre Wertvorstellungen und ihre Außendarstellung, die sich einbetten in eine Umwelt voller althergebrachter "Spielregeln", die Thomas Mann pointiert in Szene setzt. Was läge näher als einen "Hofnarren" auftreten zu lassen, um die Gegensätze dieses Umfeldes zu beschreiben. Felix Krull hat Narrenfreiheit Kraft seiner Eigenschaften. Er sagt das, was ankommt. Nutzt seine umschmeichelnde langatmige Rhetorik als Gleit- und Betäubungsmittel und versteht es ohne Skrupel sich aus einem Nein in ein Ja zu reden, wenn die gewünschte Wirkung ausbleibt. Besonders elegant versteht sich die Titelfigur im Umgang mit Autoritäten, beispielsweise durch paradoxes Auftreten bei der ärztlichen Unteruchung der Musterungsstelle. Felix Krull stibitzt, schwindelt, übertreibt, schmeichelt und überschreitet je nach Bedarf die Grenzen von gesellschaftlichen Klassen. Er ist in jeder Beziehung ein Grenzgänger und bewegt sich ständig auf einem dünnen Seil. Der kritische Leser indes applaudiert ihm zu und bewundert diese komödiantische Art und Weise, die eine verschrobene Ordnung ins Absurde führt. Die Schauplätze entwickeln sich spontan aus dem Geschehen. Die Verehrung für eine Muse bringt unter Umständen eine Wendung, eine plötzliche Gelegenheit ist mit einem Ortswechsel verbunden, eine zufällige gefällige Bekanntschaft erfordert eine andere Selbstdarstellung. Felix Krull lebt im Hier und Jetzt - es gibt keinen roten Faden in seinem Leben. Er lebt sprunghaft doch die Frage nach seinem Wohlergehen bleibt letztlich unbeantwortet. Die Antwort entfällt wohl deswegen, weil der Roman unvollendet bleibt. Thomas Manns stirbt noch vor der Vollendung eines weiteren Meisterstücks.

Die gesellschaftlichen Umwälzungen in den sechziger Jahren hat Thomas Mann nicht mehr erlebt. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie er dazu Stellung genommen hätte. Ob er es als Bestätigung seiner kritischen Sicht gesehen hätte, die sich durch feine ironische Überspitzungen spielerisch durch fast alle seine Werke zieht oder ob er es als Kulturschock und Revolte erlebt hätte, die eine starre jedoch gewachsene und haltgebene Ordnung unreflektiert und irreparabel zerstört. Ich bin mir sicher, daß er mit dem ihm eigenen inhärenten Abstand zum Geschehen eine weitere reflektierte pointierte und mit feiner Ironie gespickte Erzählung überliefert hätte.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Mann und sein "Künstlerproblem" - Sonntagskind, 13. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil (Taschenbuch)
Thomas Mann hat mit "Felix Krull" eine Parodie auf den klassischen Bildungsroman geschrieben: Der Protagonist kann den typischen Eigenschaften eines sich entwickelnden Helden nicht entsprechen, vielmehr kehrt er sie alle um. War der Künstler in den anderen Werken Manns (wie z.B. "Tonio Kröger") der seltsame, ja kriminelle, Außenseiter, ist Felix Krull der nicht mehr dekadente Künstler, der auf eine moralische Weltdeutung verzichtet und doch die Welt als ästhetische genießt. Damit war verbunden, dass Thomas Mann sich ganz und gar von Wagner löste, besonders durch Nietzsches wagner-feindliche Schriften.
Liebevoll und detaliert ist jedes Buch des Werkes komponiert, ob nun die Kindheit des Hochstaplers und die äußerst anspruchsvolle Begegnung mit dem Professor Kuckuck: Immer wieder werden Philosophien bekannter Denker (Schopenhauer, Nietzsche..) verarbeitet und neu interpretiert. So zum Beispiel, wenn der Professor zwar das Sein nicht als Wohlsein bezeichnet, Schopenhauer aber nicht vollkommen in seinem Pessimismus folgt und meint: "...unwert der Sympathie seinur das Nichts...".
Immer wieder geht es um das Sich-Finden in anderen, Doppelbilder, das Problem der Identität,die Begründung der Identität durch das Vorstellungsmuster und schließlich um die Auflösung der Identität in der Alleinheit des kosmischen Seins, deren Elemente die Allsympathie und die Liebe sind.
Vielleicht könnte man es auch so beschreiben: "Die Welt will betrogen werden".
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und trotzdem anspruchvoll, 16. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil (Taschenbuch)
Nur Deutschlehrer oder Germanisten werden sich vielleicht zu der Aussage versteigen, dass alle großen Werke von Thomas Mann lesenswert sind und selbst die, werden zugeben müssen, dass manche seine Bücher heutzutage doch etwas blutleer wirken.
Mit seinem "Felix Krull" gelingt es Thomas Mann dagegen, eine vom ihm geschaffene literarische Figur auch noch im 21. Jahundert lebendig und echt wirken lassen und liefert damit ein gelungenes Beispiel dafür, dass sich geschliffene Sprache und unterhaltsame Handlung mit phasenweise sogar höchst erotischen Sequenzen durchaus nicht ausschließen müssen.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesegenuss für Feinschmecker, 27. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil (Taschenbuch)
"Ich stamme aus feinbürgerlichem, wenn auch liederlichem Hause", beschreibt Felix fein sein Herkunftsmilieu. Wer sich an solchen Petitessen erfreuen kann, wer sich für Ironie, Wortwitz und Sprache interessiert, wem es bei "WOW", "Cool" und "nicht wirklich" in den Zähnen zieht, der ist hier richtig.
Wem die deutsche Sprache nicht egal ist, wer sich von der Schönheit einer Sprache anrühren lassen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.
Es amüsiert, es wärmt, es bringt einen herzhaft zum Lachen. Kurz: Mein Lieblingsbuch seit vielen Jahren, zigmal gelesen, zerlesen, immer wieder nachgekauft. Ein Must für alle Sprachfans.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Von zarten und schwebenden Dingen heißt es zart und schwebend zu reden", 1. September 2010
In einem amüsant verschnörkelten und überkorrekten Idiom, das der Erzähler Felix Krill wohl für distinguiert hält (er stammt ja "aus feinbürgerlichem Hause"), und welches, angesichts des von ihm Berichteten, um so grotesker wirkt, schildert der Filou, nach einem Gefängnisaufenthalt, sein Leben.
Mit sympathischer Selbstsicherheit zeichnet er seinen abenteuerlichen Werdegang und breitet seine politisch unkorrekte Überzeugungen aus: " Nach meiner Theorie wird jede Täuschung, der keinerlei höhere Wahrheit zugrunde liegt und die nichts ist als bare Lüge, plump, unvollkommen, und für den erstbesten durchschaubar sein. Nur der Betrug hat Aussicht auf Erfolg und lebensvolle Wirkung unter den Menschen, der den Namen Betrug nicht durchaus verdient, sondern nichts ist als die Ausstattung einer lebendigen, aber nicht völlig ins Reich des Wirklichen eingetretenen Wahrheit mit denjenigen materiellen Merkmalen, deren sie bedarf, um von der Welt erkannt und gewürdigt zu werden."
Seit seiner frühester Kindheit entdeckt Felix Freude an und Talent zu Verstellung und kleinen Gaunereien: er simuliert, stiehlt Süßigkeiten, fälscht Unterschriften (und wehrt sich nachdrücklich gegen Gleichmacherei der plumpen beschuldigenden Begriffe, die seine Handlungen in eine Reihe mit Tausend anderen stellen und "die lebendige, ursprüngliche, ewig junge, ewig von Neuheit, Erstmaligkeit und Unvergleichlichkeit glänzende Tat" nivellieren. Er ist erhaben über Konventionen, weiß genau, was er will, und steuert zielstrebig darauf zu.
All dies herrlich humorvoll beschrieben: abstruse Handlung plus nuancierte (gleichwohl jeder Selbstironie bare) An- und Einsichten des Erzählers. Ein Brüller ist die Szene seiner (Aus-)Musterung, die zu einem der Höhepunkte des Buchs gehört.
Souverän meistert Felix Krull die Wechselfälle des Lebens in einem selbstlosen Streben nach Luxus und gesellschaftlichem Erfolg. Worum es ihm eigentlich geht, ist die wahrgenommene Perfektion und Harmonie einer solchen Existenz. Nennen wir das züchtig "Spannung zwischen Künstlertum und Bürgertum", wie es auf dem Buchumschlag heißt.
Ich kann mir vorstellen, dass Thomas Mann die Figur Krulls ausgedacht hat, um die dem Protagonisten innewohnende subversive - aber durchaus menschliche - Eigenschaften auf der belletristischen Spielwiese auszuleben. Der Leser folgt dem Geschehen so vergnüglich, weil er ja mit dem Protagonist Empathie empfindet, ihm das Gelingen wünscht. Ein anarchisches Buch, dessen Held sowohl eingebildet und grillenhaft, aber auch - na ja, doch - humanistisch ist. Widersprüchlich wie das Sein.
Der Text ist nicht frei von einer Art Strukturunebenheit, der humorvoll-kuriose Moment geht gegen Ende zugunsten opulenter Beschreibungen und Reflexionen etwas zurück, Felix Inneres wirkt auf einmal "positiver" (im herkömmlichen moralischen Sinne) und, für mein Geschmack, etwas zu weise für seine Jugend. Dies ist wohl auf die lange Entstehungsperiode des Romans zurückzuführen, die einzelne Teile entstanden in einem Abstand von vierzig Jahren.
Dennoch vergebe ich fünf Sterne. Thomas Mann hier muss einer erst mal nachmachen.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schelm, wer Böses dabei denkt..., 17. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Der Roman BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL ist mit dem SIMPLICISSISMUS von GRIMMELSHAUSEN und der BLECHTTROMMEL von GÜNTER GRASS vergleichbar. Mitten in Europa erlebt FELIX KRULL erotische Abenteuer, strauchelt von einer Liebe in die nächste und gewinnt dem Leben seine positiven Seiten ab. Selbst wenn es den Anschein hat, es gebe kein Entrinnen mehr. Ausweglose Situationen sind für FELIX KRULL das Salz in der Lebenssuppe.
Dieses Werk sollte deshalb auch als eine Parodie auf den traditionellen Bildungsroman verstanden werden. Das Motto von KRULL lautet durchweg: "Freut Euch des Lebens" und laßt kein Vergnügen aus.
Meisterhaft aus unterschiedlichen Erzählperspektiven schildert THOMAS MANN hier einen Lebenskünstler, der das Erdendasein als kurze und genußvolle Episode meistert.
Der schöne Schein und die absolute Illusion ersetzen in diesem Werk nicht selten die graue Tristesse des Alltags mit all ihren Normen und Sanktionsmöglichkeiten, denen sich FELIX KRULL immer wieder entzieht.
Dieses Spätwerk von Thomas Mann lebt von der Magie des schönen Wortes - engehüllt in jede Menge Ironie...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Mann mal von einer anderen Seite, 27. Juli 2007
Dieses Buch ist eigentlich das humorvollste, das Thomas Mann geschrieben hat. Beeindruckend, wie er seinen Felix zwischen Französisch, Englisch, Italienisch und Deutsch wechseln lässt. Felix kann vor allem eins: Reden, sich einschmeicheln, und das mit Bravour. Schade, dass Thomas Mann diesen Roman nicht mehr vollenden konnte. Hätte Thomas Mann seinen Helden sterben lassen, hätte er ihn wahrscheinlich als Chamäleon auf die Welt zurückgeschickt.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 Sterne, 9. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil (Taschenbuch)
Dieses Buch gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern Thomas Manns. Und das aus folgenden Gründen:
Thomas Mann beherrscht es wie kaum ein anderer deutscher Schriftsteller des 20 Jahrhunderts, die deutsche Sprache nahezu vollendet zur Geltung zu bringen.
Darüber hinaus ist Felix Krull auch noch sehr unterhaltend und lustig geschrieben, meiner Meinung nach darum vor allem für Thomas Mann Neulinge ein sehr empfehlenswerter Einstieg.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Literatur kann auch amüsant sein......, 21. Oktober 2004
Es ist mehr als beeindruckend, was dieser große Schriftsteller mit der deutschen Sprache macht. Worte sind bei ihm nicht nur Worte und Sätze sind viel mehr als "nur" zusammenhängende Worte. Die Handlung wird nicht nur erzählt, nein, sie wird vielmehr getragen auf semantischen Ergüssen der blumigsten Art, bei denen es dem Leser - zugegeben - nicht immer leicht fällt, konzentriert bei der Sache zu bleiben. Es ist vielleicht die originalgetreue alte Sprache, vielleicht aber auch die etwas ausschweifende Erzählweise des Autors, die dieses Buch in die etwas schwierigere Kategorie der absolut anspruchsvollen Literatur hebt und deshalb nur bedingt zum "Gute-Nacht-Roman" taugt. Der Handlungsverlauf - die Story und die Verfilmung sind allseits bekannt - ist geläufig und lässt den unbedarften Leser auf einen amüsanten Roman hoffen. Dies trifft auch zu, denn der Lebenslauf des Felix Krull ist wirklich lustig und man hätte es Thomas Mann gewünscht, dass er die Fortsetzungen noch geschafft hätte. Allerdings wird der Leser zeitweise schon auf eine harte Probe gestellt, wenn Felix Krull als Ich-Erzähler regelmäßig von der eigentlichen Handlung abschweift und beginnt, schier endlos ins Universum abzuwandern, um sich und dem Leser sodann nach ca. 10 - 20 Seiten zu erklären, dass und warum dieser Ausflug ins Reich der farbigsten Syntax erforderlich war. Aber dem geneigten Leser - zu dem ich mich nunmehr auch zähle - macht dies in der Tat nichts aus, ganz im Gegenteil. Ich denke, dass Thomas Mann beim "Krull" genau die richtige Mischung gefunden hat, um einen amüsanten und lustigen Handlungsverlauf mit ganz großer Sprache zu erzählen. Deshalb ist dieses Buch für mich wirklich gute Literatur und immer wieder lesenswert - auch wenn man sich ein wenig beim Lesen konzentrieren muss; aber dies hat ja bekanntlicherweise noch niemandem geschadet.
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Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil von Thomas Mann (Taschenbuch - 1. Juli 1989)
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