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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soyinka reicht uns die Hand, 15. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ake: Eine afrikanische Kindheit (Taschenbuch)
"Aké - Jahre einer Kindheit" - diese Autobiographie des nigerianischen Literaturnobelpreisträgers Oluwole Akinwande Soyinka, welche ausschließlich von seiner Kindheit berichtet, schafft es auf ganz zauberhafte Weise, den abendländischen Kulturkreisen eine völlig fremde, exotische Kultur nahezubringen. Mit ausdrucksstarker Detailhaftigkeit, fabelhaften Bildern und liebevollem Menschenverständnis vermag dieses Werk, den Leser in eine andere Welt abtauchen zu lassen und trotz der eigentlichen Banalität der Geschichten ansich, wird, mithilfe dieser Aspekte, ein fesselndes Leseerlebnis garantiert. Volle Punktzahl! (Hiermit möchte ich auch Gleichaltrige zum Lesen seiner Werke motivieren; ich selbst bin Schüler.)
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eintauchen in eine andere Welt, 30. Juli 2007
Von 
N. Peters (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ake. Jahre der Kindheit. (Broschiert)
Soyinka beschreibt auf 300 Seiten seine Kindheit als Sohn eines Rektors einer Missionsschule in den 40er Jahren. Sein Elternhaus ist sehr streng, aber kinderlieb und kinderreich, da auch viele Verwandte, die ebenfalls in die Missionsschule gehen sollen, aufgenommen werden. Seine Mutter ist tief gläubig und befürchtet öfter mal, der Teufel wäre in Wole gefahren. Woles Vater ist streng und erwartet sehr viel – ist aber andererseits auch gerecht und verständnisvoll. Wole ist ein ungewöhnliches Kind: er ist sehr intelligent, geht schon früh freiwillig in die Schule und fühlt sich von seiner Mutter und von seinen Geschwistern oft nicht akzeptiert.

Soyinka nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Kindheit – wie der kleine Wole selbst ist man am Anfang unwissend und verwirrt. Erst so nach und nach erkundet man das Gelände um das Haus, die Mission, das Dorf… und lernt die Verwandtschaft und Mitbewohner kennen. Das ist nicht immer einfach, da die Dinge nicht so wie bei uns beim Namen genannt werden. Der Vater wird nicht etwa „Vater“ genannt, sondern „Essay“ – und wechselt auch je nach Bedarf mal seinen Namen – während der, der „Vater“ genannt wird, der Großvater ist. So etwa 30 Seiten habe ich gebraucht, eh ich das verstanden habe. Neben den Menschen wohnen auch ganz selbstverständlich verschiedene Geister in der Mission – Waldgeister, Baumgeister – manche sind gut gesonnen, viele wollen aber eher böses und man muss gut aufpassen, all die Regeln zu beachten.

All das erforscht man als Leser nur langsam, man hat das Gefühl, das nigerianische Leben wie die Verästelungen eines Baumes genauestens zu erforschen und keine Blattspitze auszulassen, um ja nichts zu verpassen. Soyinkas Sprache ist dabei sehr dicht und reich. Man hat das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man zu schnell liest und Zeilen überfliegt. Die häufige Verwendung yorubischer (Yoruba ist eine der Hauptsprachen in Nigeria) Begriffe macht es einem da nicht leichter. Fußnoten führen aber zum Glossar im Anhang – leider sind die Begriffe dort nicht wiederholt, sondern nur die Übersetzung genannt. Besonders spannend fand ich die Beschreibung der nigerianischen Küche – mal drehte sich mir der Magen um, dann wieder lief mir eher das Wasser im Mund zusammen.

Diese Sprache und das fast Märchenhafte waren es, was mich an diesem Roman (eigentlich ja eher eine Biographie) so fasziniert haben, wie so nach und nach ein Bild von Aké entsteht als ob ein Maler in der Mitte einer großen Leinwand anfängt und immer mehr Einzelheiten bringt. Dabei merkt man auch, wie fremd einem doch diese Welt, wie einfach und wie schwierig das Leben dagegen hier ist.

Zum Schluss des Buches, etwa 10 Jahre später, geht Wole auf die weiterführende Schule in der nächsten Stadt. Der Krieg in Europa dringt so langsam auch in die Welt Woles vor. Wole selbst beginnt, sich für Politik zu interessieren. Ich fand, das war ein guter Zeitpunkt, das Buch zu einem Ende kommen zu lassen – die letzten 30 Seiten passten für mich nicht mehr so recht.

Fazit:
Eine Empfehlung für alle, die einfach mal etwas anderes lesen wollen und Lust haben, sich auf eine völlig fremde Kultur einzulassen.
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Ake. Jahre der Kindheit.
Ake. Jahre der Kindheit. von Wole Soyinka (Broschiert - Juli 1998)
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