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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Och ja...
Hat man das Dogma einschlägiger Bestsellerlisten erst einmal hinter sich gelassen, kommt irgendwann der Moment, wo man sich (oder jemand anderen) fragt, was es denn "sonst noch so" geben könnte, und justament fällt der Name Arno Schmidt - mit dem "wohl"gemeinten Zusatz, dass DER aber SEHR schwer zu lesen bzw. zu verstehen sei. Rekapituliere : nix pour moa)...
Veröffentlicht am 18. März 2008 von Evelyn Rommel

versus
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halb und halb
Das Buch gliedert sich in zwei Teile, die nur wenig miteinander zu tun haben.
Im ersten Teil wandert der Icherzähler, ein amerikanischer Journalist, durch ein vom Dritten Weltkrieg zerstörtes Gebiet. Dort haben sich die Menschen in allerlei mutierte Nebenformen aufgespalten, und Arno Schmidt, der anscheinend keine Gelegenheit auslassen konnte, treibts per...
Veröffentlicht am 23. März 2010 von Herr Kaufrausch


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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Och ja..., 18. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten (Taschenbuch)
Hat man das Dogma einschlägiger Bestsellerlisten erst einmal hinter sich gelassen, kommt irgendwann der Moment, wo man sich (oder jemand anderen) fragt, was es denn "sonst noch so" geben könnte, und justament fällt der Name Arno Schmidt - mit dem "wohl"gemeinten Zusatz, dass DER aber SEHR schwer zu lesen bzw. zu verstehen sei. Rekapituliere : nix pour moa). Hastu nich gesehn, hatt ichn Buch von dem inner Hand und habs recht schnell gelesn und auch verstandn : wie ich wohl mein...

Wir schreiben 2008 und A. Schmidt visioniert die verbliebenen Supermächte. Woran im Erscheinungsjahr wahrscheinlich keiner zu glauben gewagt hätte , ist Realität. Deutschland und seine Sprache sind niederlich gegangen (liederlich käme noch in Betracht, der Subkontinent Indien hat sich zu einer der Supermächte entwickelt (China ist ja schon längst eine.) und auch sonst ist der allgemeine Irrsinn auf dem gleichen bekannten Niveau geblieben.

Sooo schwer zu lesen, wie behauptet, war es gar nicht. Nach wenigen Zeilen übersieht man die zynische Boshaftigkeit der Interpunktion, die die Lektüre : ich weiß nicht - vielleicht oder auch nicht - erschweren oder vielleicht auch erleichtern soll (was auch immer : es ist gleichgültig. Die Bilder waren scharf ins Gegenlicht gezeichnet und entwickelten sich von selbst. Der Roman mag vieles sein - eins jedoch nicht ::: langweilig! Herausfordernd ist er allemal.

Auf ein Nächstes...
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann man sich an Sprache betrinken?, 2. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten (Taschenbuch)
Die Geschichte selbst ist weder neu noch besonders ausgefallen, ich würde sie eine satirische Analogie (oder allegorische Satire?) nennen. Doch die Sprache ... ein Genuß. Schön ist sie nicht. Ihr dekonstruktives Element verwirrt am Anfang: diese Auslassungen, diese Parenthesen, diese Satzzeichen - ungewohnt. Jedoch nach einer anfänglichen Befremdungsphase (die auch beim zweiten Lesen noch auftritt) wird sie konstruktiv, ja ich erkenne (und befürchte!) sogar Transferhandlungen meinerseits. ---- [besonders schön für Gedankenpause] Die galligen Bemerkungen des 'Übersetzers' spielen mit den Elementen des 'Verfassers' und ergänzen sie prächtig (nicht zu vergessen: Schmidt, der Deutschland-Kritikaster, als sein eigener 'Corrector & Proleptor'). Könnte ich doch die ganzen - gebrochenen - rhetorischen Figuren aufzählen und behalten, lieber noch: die Neologismen. Die dialektisch-umgangssprachlichen wie Náddu, die onomatopoetischen wie knisterdieknack und erst die wirklich neuen: kaugummite. Das ist alles so schön, da kommt es mir vor Freude hoch. Ein bißchen - und ja, das ist gewagt - erinnert es mich an Byron; zumindest in der Diktion, nicht in den Wörtern.

Leidvoll: Man kann wenig darüber sprechen. Ich hatte den 'Roman' mit mir & las ihn in Anwesenheit Dritter. Gewohnte Reaktion: Was'n das?! Was'n Scheiß!. Mein Entzücken, meine glänzenden Äuglein ob dieses Sprachabenteuers wurden mit Unverständnis quittiert. Nun gut: Gutes ist selten/Seltenes teuer/Teures unverstanden. Oder ähnlich.

Ich könnte noch Stunden in der Nach- und Nabelschau verharren. Aber das soll reichen. Danke. Vielmals.

Wie geht's weiter? Mehr Leser, ja: Ich wünsche mehr Leser für das Buch!
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5.0 von 5 Sternen SprachKunstSprache, 12. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten (Taschenbuch)
Was passiert, wenn ein Autor beim Schreiben nicht an die Leserschaft, gängige Konventionen, Interpunktion und dergleichen mehr denkt?

Inhalt: Die Blöcke des Kalten Krieges haben vor Generationen einen heißen daraus gemacht. Nun sind Teile der Erde verstrahlt und mit den entstandenen Mutationen wird fleissig gespielt. Nach dem Krieg wurde die "Gelehrtenrepublik" gegründet und jeweils hälftig von Ost & West betrieben. Eine künstliche Insel, die nur von ausgewählten Künstlern besucht werden darf, um dort ungestört das kulturelle Erbe der Menschheit zu mehren. Natürlich bleibt es nicht dabei und der Wettkampf der Systeme ist wieder voll im Gange.
Als Leser begleiten wir einen amerikanischen Reporter, der mit Sondergenehmigung die Insel besuchen darf. Wir begegnen Zentauren, fliegenden Masken, Menschen mit Hundehirnen und Pferden mit Menschenhirnen.

Die Kurzbeschreibung des Buches machte mich neugierig. Ein durchtriebener, schelmischer, utopischer(?) Roman. Gekauft!
Später erst einen Blick hinein geworfen, dafür kam ein Fehdehandschuh heraus. Was bitte schön ist das? Wo ist der Satzbau? Wo fängt der eine an und hört der andere auf? Interpunktion? So viele Satzzeichen auf einem Haufen fabriziert nicht mal ein Schreibanfänger. Was war das nur für ein Buch? Egal, Herausforderungen wollen gemeistert werden.
Was sich so schwer anließ, wurde alsbald das reinste Vergnügen. Der Trick ist: Nicht lesen, denken! Arno Schmidt hat hier geschrieben wie gedacht, mit allem was dazu gehört. Also Gedankensprünge, Abschweifungen, Unterbrechungen, Denkpausen(!)... (Wer Christian Morgenstern mag, kann sich hier durchaus leichter einfühlen.)
Man kann sich und dem Autor hier nachgradezu beim Denken und auch Fühlen zusehen. Wirklich toll! Und manchmal fühlte ich mich richtig ertappt, so frappierend waren die Übereinstimmungen zwischen den Gedanken/Handlungen/Gefühlen des Protagonisten und meinen.
Die Natur des Menschen (und deren Unabänderlichkeit?) wird hier grandios auf die Schippe genommen.

Schmidt macht hier Sprache zur Kunst zur Sprache
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts, 20. November 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten (Taschenbuch)
aber auch gar nichts, will ich zum unvergleichlichen Sprachstil dieses Meisters sagen, denn alles wurde gesagt. Auch will ich mich enthalten, den Schreibstil des Meisters zu imitieren, denn ich kann ja doch nur verlieren. Zum Inhalt der "Gelehrtenrepublik" will ich auch nichts schreiben, denn das haben hier schon andere sehr gut erledigt. Mir ist hier nur wichtig darauf hin zu weisen, dass Schmidt mit diesem Roman in einer langen Tradition steht, die sich von Friedrich Gottlieb Klopstock und seinem Roman "Die deutsche Gelehrtenrepublik" herleitet. Es lohnt sich in Bezug auf das Verständnis, Klopstock zu lesen (http://www.literatur-live.de/salon/klopst_0.html).
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11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer sich auf Schmidt einlässt......, 10. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten (Taschenbuch)
Einfache, flüssige Sprache, klarer Satzbau, übersichtliche Verwendung der Interpunktion und klare Gedankenführung - kann er nicht, will er nicht, braucht er nicht!?! Stattdessen -.- dehydriert (um den "überflüssigen Teil zu eliminieren" (vgl. www.arno-schmidt-stiftung.de/sprache)) von beschreibenden Elementen, im Snapshot-Stil, früh rechtschreibreformiert und Satzzeichen als Darstellungsform für offensichtliche Abläufe verwendend. Arno Schmidts utopische Satire (<satirische Utopie?>), verfasst als Bericht eines kanadischen Reporters deutscher Abstammung (Urgroßneffe des Autors) und übersetzt ins tote Deutsch (im Übrigen durch Fußnoten kommentiert) von einem "melancholisch=cholerisch(en)" emeritierten Studiendirektor - erotic drive 0,04 -, die über die Zustände auf zwei spezifischen Schauplätzen der nach einem Atomkrieg veränderten Erde Auskunft gibt, ist eine Abrechnung mit Ideologien.

Es bedarf zunächst eines gewissen Drucks ( von Seiten der Lehrkraft), um zum Lesevergnügen vorzudringen!?! Vor einer Konfrontation mit derartiger Literatur sollte man sich schon vorab mit dem extrem ungewöhnlichen Schreibstil des Autors auseinandersetzen. Hat man diesen <Salto Mortale> vollzogen, weiß der "Kurzroman aus den Roßbreiten" durchaus den Leser in seinen Bann zu ziehen ......-....

Berufsoberschule Neumarkt Klasse 12 BT2

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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halb und halb, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten (Taschenbuch)
Das Buch gliedert sich in zwei Teile, die nur wenig miteinander zu tun haben.
Im ersten Teil wandert der Icherzähler, ein amerikanischer Journalist, durch ein vom Dritten Weltkrieg zerstörtes Gebiet. Dort haben sich die Menschen in allerlei mutierte Nebenformen aufgespalten, und Arno Schmidt, der anscheinend keine Gelegenheit auslassen konnte, treibts per Romanheld mit einer jungen Zentaurin.
Aber auch so ist dieser Teil richtig gut.
Im zweiten Teil gelangt er in die sog. Gelehrtenrepublik, eine künstliche Insel im Ozean. Sie wird von den postnnuklearen Restmächten verwaltet und soll den dorthin delegierten Wissenschaftlern und Künstlern als Stätte ungestörten Forschens dienen.
Nun geht es weiter im Stile hundealter bis antiker Reiseutopien, wobei Schmidts bissiger Blick auf seine Umwelt nicht fehlen darf. Doch da wirds langweilig, weil jetzt das ewige Genöle über die lieben Kollegen einsetzt.
Die Gelehrtenrepublik erscheint als Trottelshow, bei der nichts Vernünftiges herauskommt.
Als sich die Verwaltungsmächte auch noch verstreiten und die Insel in Rotation versetzen (weil sie sich nicht einigen können, wo's langgeht), verläßt der Besucher schnell das ungastliche Paradies, bevor ihm endgültig schlecht wird...
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Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten
Die Gelehrtenrepublik: Kurzroman aus den Roßbreiten von Arno Schmidt (Taschenbuch - 12. November 2010)
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