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am 23. Mai 2005
Horkheimer und Adorno haben hier wahrlich mehr geliefert als nur einige "philosophische Fragmente"!
Sie öffnen dem Leser völlig neue Perspektiven, sie vermitteln ihm Schattenseiten dessen, was wir immer wieder Lob preisen.
Adorno und Horkheimer zeigen in diesem Werk brillant auf, welche Folgen die Aufklärung heraufbeschwor. Diese werden ausführlich behandelt, u. a. sei eine der Folgen die totalitären Regimes im 20. Jahrhundert.
Doch die Aufklärung hatte auch negative Folgen für das Individuum , die von den Autoren aufgezeigt werden. So könne der Mensch durch die Aufklärung nicht nur aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit heraustreten, sondern auch durch andere aufgeklärte Menschen in die Unmündigkeit hineingezogen werden. Eine sicherlich sehr wichtige Erkenntnis, wenn man bedenkt mit welchen Mitteln heutzutage große Firmen Werbekampagnen erstellen, die nur darauf ausgerichtet sind Urinstinkte des Menschen zu wecken, auf die er reagiert. Möglich wurde dies nur durch ausgiebige Forschung, die den Menschen und seine Umwelt bis ins letzte Detail rationell zu erklären versucht und darum weiter und weiter forscht, bis auch das letzte Mysterium entmythisiert ist.
Doch die Industrie und die Wissenschaft sind nur einige derjenigen die Horkheimer und Adorno kritisieren.
Zur Sprache und Rhethorik lässt sich sagen, das Beides brillant ist. Leider auch sehr schwer zu verstehen. Die meisten Absätze müssen (wenn man nicht in schwierigen Texten geübt ist) zwei- bis drei mal gelesen werden, bis man ihren wahren Gehalt erkennt, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Abschließend kann man also sagen, dass dieses Werk mehr als empfehlenswert ist, da es neue Perspektiven und Sichtweisen eröffnet!
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am 30. November 1999
Die „DDA" ist eines der Hauptwerke seiner Autoren Horkheimer und Adorno. Es trägt den Untertitel „Philosophische Fragmente", und in Splittern stellt sich auch der Inhalt des Buches dar: Es beginnt mit dem „Begriff der Aufklärung", der durch zwei Exkurse ergänzt wird, die den Inhalt des „Begriffes" weiter ausführen. Dann folgt das bekannte Kapitel über die „Kulturindustrie", die „Thesen über den Antisemitismus" (dem umfangreichsten Teil des Buches) und abschließend mehrere Aphorismen. Das Werk schrieben die beiden Autoren im amerikanischen Exil. Sie waren dem massenmordenen deutschen Staat entronnen, schrieben unter diesem Eindruck. Sie stellen die Frage, wieso die vollends aufgeklärte Welt in Barbarei versinkt, obwohl die Mittel zur Abschaffung des Elends bereits erlangt sind. Sie zeichnen die Geschichte der Entwicklung des Denkens, der Subjektwerdung der Menschen und die Geschichte ihrer wissenschaftlichen Begriffe nach. Sie zeigen, wo und wann Aufklärung in ihr Gegenteil umschlägt - sie wenden aufklärerische Kritik auf die Aufklärung selbst an, sie beschreiben die (bisherige) Geschichte als eine Geschichte von Herrschaft. Das Buch ist so hervorragend wie anspruchsvoll. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 17. April 2015
Die Urväter des IFS sind einige der schärfsten und klarsten Kritiker unseres kapitalistischen Systems. Nicht nur weil sie den beginnenden Krieg vorhersagten (vgl. die Studien über den autoritären Charakter), sondern auch weil sie die Entfremdung und den sozialen Verfall im Spätkapitalismus genau beschreiben.

Trotzdem ist die Lektüre sehr schwer zu lesen. Es finden sich viele Verbindungen zu mythologischen Themen und zu de Sade. Zudem ist oftmals nicht klar, was die Autoren eigentlich sagen wollen, zumindest mir nicht. Obwohl ich normalerweise wenig Probleme habe schwere Kost zu lesen (so zumindest die Selbstwahrnehmung) so ist diese Sprache mir so fern und fremd, dass ich kaum etwas davon verstehe und wenn, dann nur ganz langsam durchkomme. Insofern lese ich mehr über die Autoren, als von den Autoren, schade!
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am 30. März 2013
Was anfangen mit der stets positiv konnotierten und auf Vernunft und ergo Emanzipation gerichteten europäischen Geistesströmung und ihrem christlichen, humanistischen und idealistischen Erbschatz, wenn zur Mitte des letzten Jahrhunderts Mensch und Welt in Bestialität zurückgeworfen scheinen? – Horkheimer und Adorno, denen die „qualvolle Entfaltetheit des kapitalistischen Gesamtzustandes“ – gerade in seiner nationalsozialistischen Variante und aus der Perspektive der Emigration fatal erschien, fragen sich, inwiefern auch die geistesgeschichtliche Entwicklung in ein Jahrhundert mündete, das offenbar nicht zur Vernunft fand und – im Gegensatz zu allen lichten Erwartungen – an Brutalität und Irrationalismus nichts ausließ: „Jeder Versuch, den Naturzwang zu brechen, indem Natur gebrochen wird, gerät um so tiefer in den Naturzwang hinein. Damit schlägt Aufklärung in Mythologie zurück.“ Die Befreiung durch die Aufklärung scheint in sich das Gen ihres Gegenteils zu tragen zu tragen; „Fortschritt“ erweist sich in wesentlicher Hinsicht als katastrophaler Rückschritt. Negative Teleologie?
Man kann das Bändchen einerseits als qualifiziert desillusionierten Geschichtspessimismus lesen, wenn man in Rechnung stellt, daß es auf die Greuel der Jahrhundertmitte fixiert ist, oder andererseits, positiver, als eine Warnung vor dem idealistischen Klischee, „Fortschritt“ wäre per se der Heilsbringer.
Es geht gewissermaßen um eine Aufklärung der Aufklärung. Mit einem Wort von Norbert Bolz: Es geht um „abgeklärte Aufklärung“. „Aufklärung muß sich auf sich selbst besinnen, wenn der Mensch nicht vollends verraten werden soll.“
Kritisiert sich die kritizistische Aufklärung nicht, bleibt sie statt dessen im technischen Pragmatismus stecken, nimmt sie die Logik der Wissenschaft für die Logik der Welt, klassifiziert sie mittels der rigorosen Sprach- und analytischen Philosophie als sinnlos und abseitig, was einst Religion und Metaphysik behandelten, unterwirft sie Kultur den Parametern des Marktes, so versachlicht sie die Welt unter zu hohen Verlusten.
Insbesondere der vom intellektuellen Marxismus des frühen Instituts für Sozialforschung herkommende Horkheimer meinte zudem erkennen zu können, daß den radikalen Erben der Aufklärung, den Linken, das Subjekt revolutionären Handelns, der „neue Mensch“, abhanden kam. Tatsächlich blieb nach den Exzessen des Nationalsozialismus und Stalinismus wenigstens im Westen ja nur der oral fixierte Kleinbürger übrig.
Adornos Methode, verborgene Gegensätze zuzuspitzen, um das Wesen der Gegenwart zu erkennen, dürfte erst recht für unsere Gegenwart gelten. Und ferner: Immerhin deutet aktuell viel darauf hin, daß „die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt“, funktioniert doch die Wachstumsideologie der „marktkonformen Demokratie“ wenn nicht totalitär, so doch totalistisch; und ihre Werbungsmethode und dazugehörige Ästhetik erscheint nicht minder radikal, als die Ideologien des letzten Jahrhunderts es waren.
Kurz: Man kann von diesem Büchlein zweier Autoren, die verschiedener sind, als es ihre übliche Doppelnennung vermuten läßt, eine Menge lernen, insbesondere kritisch hinzusehen. Gerade weil die gefährliche Stagnation und Fixiertheit auf bloße Markttauglichkeit von all und jedem schon in die Jahrzehnte geht …
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am 14. August 2011
Die hauptsächliche Intention dieses Buches, der Zusammenhang zwischen Aufklärung und Mythos bzw. Vernunft und Herrschaft, wurde hier schon angeschnitten, weshalb ich mich zu einem damit einhergehenden Nebenzweig äußern möchte: dem moralischen Nihilismus!

Mit ihrem neomarxistischen Kulturzynismus greifen die beiden Denker der Frankfurter Schule die westliche Kulturindustrie und den Faschismus an, der durch diese unterstützt wird. Sowohl in unserem Selbstverständnis, als auch dem Bilde gegenüber Natur(beherrschung) und Medien werfen sie eine Refelxion vor, die so manchen Naivling aus den Socken haut, wenn er es denn versteht - denn mit Absicht wird in diesem Werk das volle Potential an zur Verfügung stehenden Fachbegriffen und Fremdwörtern genutzt, die sich allerdings mit der Zeit wiederholen und somit kein Risiko des Unverständnis darstellen, sondern vielmehr eine Wortschatzbereicherung.

Mit dieser kritischen Einstellung gegenüber den gegenwärtigen Werten und der Zeit, aus der sie hervorgehen, nämlich der Ratio idealisierenden Aufklärung, ist es kein Wunder, dass auch der abendländische Versuch, die Moral einer säkularisierten Gesellschaft zu retten, nicht verschont bleibt.
"Die Morallehren der Aufklärung zeugen von dem hoffnungslosen Streben, an Stelle der geschwächten Religion einen intellektuellen Grund dafür zu finden, in der Gesellschaft auszuhalten, wenn das Interesse versagt."(S.92)

Um diese Behauptung zu stützen, gehen sie nicht nur gegen Kant und seine Vernunftvorstellung vor, sondern heroisieren dazu die sonst so als verfehlt propagierten Ansichten Nietzsches und des Marquis de Sade.
"(Die kantsche) Vernunft als das transzendentale überindividuelle Ich enthält die Idee eines freien Zusammenlebens der Menschen, in dem sie zum allgemeinen Subjekt sich organisieren und den Widerstreit zwischen der reinen und empirischen Vernunft in der bewußten Solidarität des Ganzen aufheben. Es stellt die Idee der wahren Allgemeinheit dar, die UTOPIE."(S.90)
"Die Aufklärung hatte sich auf den Liberalismus festgelegt. Wenn alle Affekte einander (gleich)wert sind, so scheint die SELBSTERHALTUNG, von der die Gestalt des Systems ohnehin beherrscht ist, auch die wahrscheinlichste Maxime des Handelns abzugeben."(S.97)
"Nachdem die objektive Ordnung der Natur als Vorurteil und Mythos sich erldeigt hat, bleibt Natur als Masse von Materie übrig. Nietzsche weiß von keinem Gesetz, 'welches wir nicht nur erkennen, sondern auch über uns erkennen'. Soweit Verstand, der am Richtmaß der Selbsterhaltung groß wurde, ein Gesetz des Lebens wahrnimmt, ist es das des Stärkeren. Kann es für die Menschheit wegen des Formalismus der Vernunft auch kein notwendiges Vorbild abgeben, so genießt es den Vorzug der TATSÄCHLICHKEIT gegenüber der verlogenen Ideologie."(S.106)
"Die dunklen Schriftsteller des Bürgertums haben nicht wie seine Apologeten die Konsequenzen der Aufklärung durch harmonistische Doktrinen abzubiegen getrachtet. Sie haben nicht vorgegeben, daß die formalistische Vernunft in einem engeren Zusammenhang mit der Moral als mit der Unmoral stünde. Während die hellen das unlösliche Bündnis von Vernunft und Untat, von bürgerlicher Gesellschaft und Herrschaft durch Leugnung schützten, sprachen jene rücksichtslos die schokierende Wahrheit aus."(S.126)
"Die Unmöglichkeit aus der Vernunft ein grundsätzliches ARGUMENT GEGEN DEN MORD vorzubringen, nicht vertuscht, sondern in alle Welt geschrieen zu haben, hat den Haß entzündet, mit dem gerade die Progressiven Sade und Nietzsche heute noch verfolgen."(S.127)

Vernunft kann zu keiner objektiven Moral führen, warum sollte man sich dann an jene halten, die einem heuchlerisch vorgelegt wird. Sowohl von den Aufklärern, als auch von der Gesellschaft. Das was am nächsten liegt ist noch die Selbsterhaltung, da sie der Wirklichkeit entspringt, und somit gar nicht als normativ gesetzt werden muss. Natürlich besteht dazu kein Zwang, man kann gerne auch noch mitleiden und in den eigenen Augen "Gutes" tun, aber wenn dann bloß aus freien Stücken, aus dem eigenen Willen heraus, der einen dazu antreibt, der sich davon Glückseligkeit verspricht, ein reines Gewissen... so "anrüchig", wie Nietzsche es nennt, dieses auch sein mag.

Das Buch, das (auch) diese Botschaft vermittelt und dazu beiträgt uns Menschen mündig zu machen, ist wirklich empfehlenswert. Auch weil es einem hilft, sich den Zwängen der Kulturindustrie zu entziehen, indem es diese erkennt. Meine Utopie sähe so aus, dass dieses Buch in der 13 Pflichtlektüre würde :)

MfG ich
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am 25. April 2016
das darf man auf gar keinen Fall vergessen, es ist stilistisch die reinste Katastrophe (ein Absatz über fünf Seiten ist völlig normal).
Aber der Inhalt ist wirklich lesenswert. Es ist nicht immer ganz einfach mit zu kommen und einige Sätze muss man mehrfach lesen um sie richtig zu verstehen, aber es lohnt sich. (Die meisten Anspielungen auf iwelche anderen Denker lassen sich gut überlesen, ist aber auch interessant, wenn man noch andere/ tiefere Einsichten zu einem Punkt wünscht.)
Ich wäre wirklich gerne dabei gewesen, wie diese zwei faszinierenden Geister philosophieren.
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Diese Essay-Sammlung gilt zurecht als eines der bedeutendsten Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Etwas ironisch gesprochen könnte man sagen, dass sich in ihr der Hegel'sche Weltgeist der Vernunft gegen sich selbst wendet und seine Grundlagen der Kritik unterzieht, wo er doch noch zu Hegels Zeiten sich im preußischen Beamtenstaat übergebührlich selbst gefeiert hatte. Nach zwei Weltkriegen und dem Holocaust konnte davon nicht mehr die Rede sein. Der rote Faden, der sich durch die einzelnen "Fragmente" zieht, ist der Gedanke, dass die Rationalität der Moderne von Anfang an einer Verzerrung unterlag, vornehmlich durch das ökonomische Interesse des sie tragenden Bürgertums - aber auch anderer jeweils mächtiger Interessengruppen -, sodass diese, den Keim der Verderbnis stets in sich tragend, notwendigerweise auch ihren Anti-rationalistischen und Irrationalen Untergang hervorbringen musste. Rationalität in diesem Sinne war stets nur partiell, nämlich parteiisch, rational, musste also, in psychoanalytischen Begriffen, stets auch als Rationalisierung der bürgerlichen Privilegien herhalten, und musste, als Rationalismus der Industriemaschinerie und als konsequente Fortschreibung der ökonomischen Rationalität der "freien Märkte" in den Konsumismus und die "Kulturindustrie", sich in einen performativen Widerspruch zu ihren eigenen Grundlagen, etwa des humanistischen Menschenbildes, bringen.
Die "Dialektik der Aufklärung", die Horkheimer und Adorno in ihrem Werk aufzeigen, hat in mir (Stichwort: negative Dialektik) die Vorstellung eines "bösen Tao" erweckt, eines negativen Yin-Yang-Symbols, dass in seinen besten Dynamiken stets den verderbenden Keim tragend, sich in immer tiefere Abgründe der Entfremdung und Anomie spiralförmig hinab-gräbt.
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am 12. September 2015
... zu vergeben, ist eigentlich müßig. Wer hierher findet, weiß bereits um seine Kaufmotivation. Vielleicht noch mein persönlicher Kontext im Jahr 2015 nach Christi Geburt: geschrieben wurde es, um die Aufklärung dafür zu kritisieren, dass sie den wertbefreiten, aufgeklärten Menschen eben auch zu einem Dritten Reich führen kann. Er kann zu einem Rassekaninchen mutieren, dass gezüchtet und bewertet gehört. Keine unveräußerlichen, von Gott dem Menschen gegebenen Werte stehen mehr gegen diese Karnickelzucht von Rassisten... Mich treibt nun in diesem Sommer 2015 eine ganz andere Wechselwirkung unseres aufgeklärten Landes um: was aufgeklärte Politiker und Wähler noch zu tun bereit sind für ihr Land. Auch mit dem Kontext der Massenmigration als Völkerwanderung in unser Land gibt dieses Buch zitierfähige Antworten an eine wertbefreite Nation unter einer Regierungspartei die das Wort CHRISTLICH in ihrem Namen führt. Wieviel Verteidigungswillen hat unser aufgeklärtes Abendland denn noch ? Die jetzt kommen, werden IHRE Werte jedenfalls nicht mit einem Lächeln und einem Blumenstrauß an der Bahnsteigkante hergeben. Sie kennen auch keine Reformation. Die Motivationsunterschiede im Geiste kann man hier philosophisch nachlesen. Den historischen Hintergrund gibt es in der Amazonbücherkiste unter dem Thema des Unterganges des römischen Reiches. Diese Hochkultur wollte am Ende auch keiner mehr gegen die völkerwandernden, hungernden, germanischen (!) Massen verteidigen. Es folgten finstere, UNAUFGEKLÄRTE Jahrhunderte des sogenannten Mittelalters...
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am 24. April 2007
Das Buch in einer praegnanten Rezension zusammenzufassen moechte ich mir nicht zumuten, allzuviele Subideen geistern darin herum. Diese Rezension soll also vielmehr einordnen, in welche Richtung dieses Buch weist und dem interessierten Leser somit einen ersten Zugang ermoeglichen.

Horkheimer und Adorno schreiben in ihrer "Dialektik der Aufklaerung" ein Manifest gegen den aufkeimenden Positivismus der 20er Jahre (Wiener Kreis) und der Folgezeit (Popper). Waehrend die logischen Empiriker und Positivisten sich allzusehr dem Gegebenen, dem Empirischen verschrieben und alle Metaphysik a priori verdammten ("was nicht messbar ist, davon ist nicht zu sprechen"), wandten sich Horkheimer und Adorno noch einmal der Frage zu, inwiefern dieser scheinbar wissenschaftliche Zweig der Philosophie als solcher ueberhaupt gerechtfertigt ist - und somit der Frage, ob denn der Positivismus nicht in sich auch eine Metaphysik sei, also ein durchaus austauschbarer Zweig, eine 'Moeglichkeit' statt eine 'Wahrheit'.

In ihrem hier vorliegenden Werk stellen sie dar, inwiefern die moderne wissenschaftliche Philosophie sich selbst begrenzt und inwiefern sie - zumindest in der einseitig extremen Form des Positivismus - eine Rueckkehr darstellt, mehr als einen Fortschritt.

Das Buch ist schwierig zu lesen - finde ich zumindest - da es keine Einleitung in das Gebiet darstellt, sondern von Anfang an eine erhitzte subjektive intrinsische Debatte bietet, in die ein allzu sorglos wandernder Leser vielleicht ein wenig verloren blicken mag.

Liest man aber mutig weiter und ergaenzt die Lektuere vielleicht mit einigen Schriften beispielsweise des Wiener Kreises, so versteht man bald, aus welcher Haltung Adorno und Horkheimer das Werk verfassen mussten, und lernt es schaetzen.

Lesenswert.
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am 4. Dezember 1999
Mit diesem Buch liegt das wohl wichtigste Werk der kritischen Theorie vor uns. Und recht eigentlich ist es gar kein Buch. Flaschenpost wurde es genannt, erst nur in einer Miniauflage gedruckt, weil seine Urheber, die beiden Sozialwissenschaftler und Philosophen Max Horkheimer und Theodor Wiesengrund Adorno, nicht mehr wussten, an wen sich diese grundlegende Kritik eigentlich noch wenden solle, wer noch nicht so von der totalitaeren Schattenseite der Aufklaerung erfasst, dass er zur Rezeption ueberhaupt faehig. Dabei ist es auch so geschrieben, dass ein Zugang alles andere als leicht faellt. Die Sprache ist nur so durchdrungen von schwer verstaendlichen Metaphern, die klare Begrifflichkeit schulphilosophischer Werke fehlt, kann aber auch genau in diesem Buch nicht sein, weil es eben die Grundlagen der totalen Rationalitaet hinterfragt. Jeder/m sei es gewuenscht, dass sie/er sich an das Buch wagt, und dass etwas ankommt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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