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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Roman Der Turm der Kathedrale" hat mich sehr bewegt. William Golding führt mit Einfühlungsvermögen, Klarheit und Spannung den Verlauf der Handlung fort.

Zunächst fallen mir immer wieder die im Sonnenlicht tanzenden Staubkörner auf. Ein Zeichen für ein unbeschwertes, geregeltes Leben innerhalb der Klostermauern? Vielleicht ist es aber auch die sich andeutende Unordnung und anwachsende Verwirrung. Diese Verwirrung bzw. dieses Durcheinander, das sich in der Besessenheit Jocelins weiter steigern wird.

Eine als Auftrag Gottes wahrgenommene Angelegenheit führt Jocelin, die Hauptfigur, mehr und mehr in den Wahnsinn. Die Berufung verwandelt sich in Pflichterfüllung. Jocelin, der Dechant, weiß, dass sein Geist diese selbstauferlegte Prüfung nicht bestehen kann. Der Auftrag, und die damit verbundenen Gefahren sind zu groß. Die Flucht in eine utopische Welt scheint Jocelins einzige Rettung zu sein. Er macht sich zu seinem eigenen Gefangenen. Der erfolgreiche Turmbau, ganz gleich zu welchem Preis, scheint des Dechanten einziges Ziel darzustellen. Auch der Baumeister, Roger Mason, wird zu Jocelins Gefangenen für diesen Auftrag erklärt. Der Baumeister ist der Einzige, der dieses Projekt erfolgreich bewerkstelligen kann.

Jocelin nimmt die Befürchtungen und Ängste seiner Mitmenschen zu jedem Zeitpunkt wahr. Er scheint jedoch in seiner eigenen kleinen Welt festgehalten. Reaktionen sind irgendwann nicht mehr möglich. Nach einiger Zeit ergreift der Dechant die Möglichkeit, sich regelmäßig in dem Gerüst des Turms nach oben zurückzuziehen. Er entfernt sich immer mehr von der Realität. Für Jocelin ist nur noch der Erfolg von Bedeutung.

Erst als er spürt, dass er sterben wird, kehrt er für kurze Zeit in die Wirklichkeit zurück. Er sucht bei den Menschen, denen er am meisten Leid und Unrecht angetan hat Vergebung. Seinem Beichtvater Pater Anselm und dem Baumeister Roger Mason.
Anselm gewährt ihm diese Gnade; Roger Mason weist ihn jedoch hasserfüllt zurück.

Eine lange Zeit des Leidens liegt vor Jocelin. Eine Zeit mit Albträumen, Satanserscheinungen und starken körperlichen Schmerzen.
Der Turm wurde fertiggestellt, doch die anhaltende Unsicherheit, ob er dem Wind standhalten kann, beschäftigt den Dechanten bis zuletzt. Er findet keinen inneren Frieden und bleibt ständig auf der Flucht vor sich selbst und vor den Ereignissen in seinem Umfeld.

Mich hat die Handlung dieses Buch sehr gefesselt und häufig nicht losgelassen. Sowohl die einzelnen Charaktere als auch die Umgebung und die Baufortschritte hielten mich bis zuletzt in ihrem Bann. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Maier
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