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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die moderne elektronische Informationsumwelt zerstört die Errungenschaft der Kindheit
In dem in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts veröffentlichten Buch "Das Verschwinden der Kindheit" erörtert der Autor Neil Postman seine These, dass die elektronische Informationsumwelt in nicht unerheblichen Maße dazu beiträgt die Kindheit als solches zum Verschwinden zu bringen. Hierfür hat er sein Buch in zwei Teile gegliedert, die im...
Veröffentlicht am 25. November 2011 von Marco Busch

versus
25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über die Auswirkungen des Fernsehens auf die Kindheit
Der bekannte Medienkritiker Postman setzt sich in diesem Buch mit der Lebensphase der Kindheit auseinander, die im Schwinden begriffen sei.
Im ersten Teil versucht Postman einen geschichtlichen Abriss über die Kindheit als Lebensphase bzw. die sie bedingenden Faktoren und stellt heraus, dass die Phase der Kindheit vor allem sozial determiniert ist.
Im...
Veröffentlicht am 10. September 2005 von Roman Werner


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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über die Auswirkungen des Fernsehens auf die Kindheit, 10. September 2005
Von 
Roman Werner (Lübbenau/Spreewald) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
Der bekannte Medienkritiker Postman setzt sich in diesem Buch mit der Lebensphase der Kindheit auseinander, die im Schwinden begriffen sei.
Im ersten Teil versucht Postman einen geschichtlichen Abriss über die Kindheit als Lebensphase bzw. die sie bedingenden Faktoren und stellt heraus, dass die Phase der Kindheit vor allem sozial determiniert ist.
Im zweiten Teil geht er auf die gegenwärtige Bedeutung von "Kindheit" ein, die insbesondere durch den Einfluss des Fernsehens, mehr und mehr verschwinde. Als Ursache hierfür gibt Postman im Rahmen einer Analyse des Fernsehens im Vergleich zum gedruckten Wort an, dass das Fernsehen im Unterschied zum Buch prinzipiell für Kinder und Erwachsene gleichermaßen zugänglich sei und Kinder daher heute auch gleichermaßen Zugang zu Themen wie Sexualität und Gewalt hätten, die früher den Erwachsenen vorbehalten waren. Kindsein unterscheide sich demzufolge nicht grundlegend vom Erwachsensein.
Postman zeigt sich kritisch dieser Entwicklung gegenüber und betont das Recht der Kinder auf eine Kindheit.
Postmans These vom Verschwinden der Kindheit stimmt mit dem alltäglich Beobachtbaren am oft sehr erwachsen wirkenden Auftreten von Kindern und Erwachsenen überein.
Sein monokausaler Erklärungsansatz im Hinblick auf das Fernsehen kann aber nicht ausreichen, um das Problem hinreichend zu erklären.
Wünschenswert wäre eine differenziertere und tiefgründigere Analyse der Bedingungen, die zu Veränderungen der Kindheit führen, beispielsweise ein Eingehen auf eine allgemein veränderte Einstellung zur Erziehung durch die Erwachsenen, die oft durch Gleichgültigkeit geprägt ist.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die moderne elektronische Informationsumwelt zerstört die Errungenschaft der Kindheit, 25. November 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
In dem in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts veröffentlichten Buch "Das Verschwinden der Kindheit" erörtert der Autor Neil Postman seine These, dass die elektronische Informationsumwelt in nicht unerheblichen Maße dazu beiträgt die Kindheit als solches zum Verschwinden zu bringen. Hierfür hat er sein Buch in zwei Teile gegliedert, die im einzelnen wie folgt aufgebaut sind:

Teil I: Die Erfindung der Kindheit

Kapitel 1: Als es keine Kinder gab
Kapitel 2: Die Druckerpresse und der neue Erwachsene
Kapitel 3: Die Wiege der Kindheit
Kapitel 4: Der Weg der Kindheit

Teil II: Das Verschwinden der Kindheit

Kapitel 5: Der Anfang vom Ende
Kapitel 6: Das Medium der totalen Enthüllung
Kapitel 7: Der Kind-Erwachsene
Kapitel 8: Das verschwindene Kind
Kapitel 9: Sechs Fragen

Im ersten Teil seines Buches gibt Neil Postman einen Überblick darüber, wie in verschiedenen Epochen die Erwachsenen Kinder angesehen haben. Hierbei wird deutlich, dass die "Kindheit" im modernen Sinne ein gesellschaftliches Kunstprodukt ist. Die Idee der Kindheit ist ein Ergebnis der Renaissance und hat sich somit erst im 16. Jahrhundert herausgebildet. Die Kindheit stellt im ursprünglichem Sinne einen Schutzraum dar, welches sich u.a. durch die bewußte Abschirmung der Kinder vor den Geheimnissen der Erwachsenenwelt (Gewalt, sexuelle Begierden etc.) auszeichnet. Die Kinder werden erst nach und nach hierüber aufgeklärt und müssen sich u.a. erst Kulturtechniken aneignen (lesen und schreiben), um selbständig den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Mit dem Aufkommen der Massenmedien ist nach Postman keine Schranke mehr dar. Kinder können im jeden Alter an jede Information herankommen, an die sie gelangen wollen.

Neil Postman zählt im zweiten Teil Indizien auf, die seiner Meinung nach aufzeigen, dass die Kindheit am Verschwinden ist. Hierzu zählen u.a. die immer stärkere und frühere Anpassung der Kinder an die Verhaltensweisen der Erwachsenen, die ihren Ausdruck in Sprache, Kleidung, Einstellung usw. findet. Indem die Kinder in zunehmender Weise durch die elektronischen Massenmedien beeinflußt werden, werden die Grenzen zwischen Kinder und Erwachsene zunehmend verwischt. Kinder werden nicht mehr behutsam in die Erwachsenenwelt eingeführt. Als eines der wichtigsten elektronischen Kommunikationsmittel seiner Zeit sieht er das Fernsehen an, welchen er viele negative Aspekte zuschreibt. Bereits im ersten Teil verweist Postmann darauf, dass Veränderungen in der Kommunikationstechnik stets drei verschiedene Wirkungen haben: die Struktur der Interessen ändert sich (die Dinge, über die nachgedacht wird), der Charakter der Symbole ändert sich (wie Inhalte an den Interessierten gebracht werden) und das Wesen der Gemeinschaft verändert sich. Durch die elektronischen Massenmedien wird der Charakter der Symbole auf das Bild verlagert. Bilder beeinflussen den Menschen jedoch auf eine ganz andere Art und Weise, wie z.B. das gedruckte Wort es tut. Wir die Kommunikation schwerpunktmäßig auf Bilder gelegt, bedeutet diese Entwicklung für Postman einen Rückschritt der Kultur eines Volkes.

Das Buch liefert keine Lösungsvorschläge, wie dem Verschwinden der Kindheit entgegengetreten werden kann. Bereits im Vorwort erklärt Postman, dass er hierauf keine Antwort weiß. Somit stellt "Das Verschwinden der Kindheit" mehr oder minder eine Situationsbeschreibung eines Faktors dar, der zum auflösen der Kindheit beiträgt - nämlich die Massenmedien.

Insgesamt bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen. Die Thematik ist auch fast 30 Jahre nach dem Erscheinen nachwievor aktuell. Allerdings habe ich ein Stern für die im zweiten Teil zu häufig wiederholte Schuldzuweisung dem Fernsehen gegenüber abgezogen, da ich dies subjektiv als etwas lässtig empfunden habe.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Übersicht, letzte Kapitel mit Vorsicht zu genießen, 1. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
In den ersten beiden Kapiteln wird ab dem Römischen Reich über das Mittelalter bis in die Aufklärung die Idee der Kindheit beschreiben. Postman bedient sich vieler anderer Meinungen und zitiert auch an passenden Stellen. Die These lautet, dass die Idee der Kindheit, seit ihrer Entstehung sich im Prozess des Verschwindens befindet. Postman hat dazu drei Gründe, die er nennt, aufgelistet und versucht diese in die weiteren Ereignisse einzuordnen. Was an dem Buch schade ist, ist, dass in den letzten Kapiteln das Verschwinden der Kindheit an elektronischen Maschinen erklärt wird. Die Kulisse für andere Aspekte, die für das Verschwinden der Kindheit verantwortlich sein könnten, wird ausgeblendet. Postman läßt sich über alle negativen Seiten des Fernsehens aus und gebietet dem vollkommene Aufmerksamkeit.Insgesamt eine gute Übersicht über die Idee der Kindheit und ihre Entstehung, aber zum Schluss einseitege Argumentation bezüglich des Verschwindens der Kindheitsidee. Trotzdem empfehlenswert, um sich eine gute Übersicht zu verschaffen. Die letzteren Kapitel mit Vorsicht zu genießen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum sollte diese soziologische Analyse über Veränderungen unserer Gesellschaft auch nach dreißig Jahren noch gelesen werden?, 15. Februar 2012
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
1) Weil Postmans Essay "Das Verschwinden der Kindheit" keiner Tagesaktualität bedarf, sondern sich grundsätzlich mit der empfindlichen Veränderung unserer Gesellschaft durch zunächst den Buchdruck auseinandersetzt (erster Teil des Buches, Kapitel I - IV, 64 Seiten), den dadurch erst möglichen erheblichen Bildungs-Aufstieg einer weitgehend lesenden Gesellschaft und die dadurch erst aufgekommene Differenzierung zwischen Erwachsenheit und Kindheit über biologische Aspekte hinaus, um dann die wiederum massiven Veränderungen durch Technisierung und elektronische Medien im besonderen einleuchtend darzustellen (zweiter Teil des Buches, Kapitel V - IX, 90 Seiten) und die dadurch bewirkte Verwischung oder gar Auflösung der Unterschiede und Abgrenzungen zwischen Kindheit und Erwachsenheit zu erläutern.
Der Titel des Buches hätte zur Vermeidung von Missverständnissen also eigentlich "Das Verschwinden der Kindheit und Erwachsenheit" lauten müssen, wie Postman auch selbst anführt.

2) Weil, wie Postman bereits in der Einleitung eingesteht, dieses Buch keine Lösung präsentieren kann, sondern nur hinweisen und sensibilisieren will und es diese eine Lösung gesamtgesellschaftlich wohl auch von anderen nicht geben wird. Daher hat dieser Essay, sowohl bei Erscheinen 1982 als auch heute dreißig Jahre später, nur einen Zweck: Dem Leser die Entwicklung vor Augen zu führen, die Gründe dafür zu demaskieren und so bestenfalls ein punktuell individuelles Gegensteuern zu ermöglichen.

3) Weil es, bei allem Ernst der Materie, auch erheiternd ist, Neil Postman zu lesen. Bei aller Wissenschaftlichkeit schwingt sich Postman nicht zum Mahner auf dem Wachturm auf. Auch gerät sein Buch (wie auch andere Arbeiten von ihm) nicht zu einer General-Anklage gegen das Fernsehen und andere elektronische Medien. Das wäre auch einigermaßen sinnlos, ja weltfremd, denn die Existenz von TV und Internet läßt sich nicht ad libitum wieder aus der Welt nehmen.
Er arbeitet nur deutlich heraus, wie die kontextlose Informations-Flut via Fernsehen und die Transportbeschleunigung der Informationen durch Telegraphen, Sateliten, TV und Telephone (heute kommt die Kommunikations- und Informations-Überflutung durch das Internet, e-mail, Chat, Mobiltelefon etc. noch hinzu) uns, unsere Wahrnehmung, unsere Empfindsamkeit, unsere Bewertungskriterien und Deutungsmuster, kurz unsere Gesellschaft verändert - und kaum zum Guten.
Und er hebt ganz deutlich heraus, es geht dabei im Grunde nicht um die Qualität des Fernsehens, sondern um das Fernsehen an sich. Ob "Dschungel-Camp" und "Bauer sucht Frau" oder "Kulturzeit", "ttt" und "Kamingespräch bei Phönix", ist sicherlich nicht vollkommen irrelevant, aber das Problem ist grundsätzlich die Resonanz des Mediums, die Flüchtigkeit, die Beliebigkeit, die Geschwindigkeit, die unvermeidliche Oberflächlichkeit und der Mangel an Abstraktion.

4) Weil Postman einfach schildert, aufzeigt, Zusammenhänge erklärt und dabei sachlich, nicht reißerisch, fundiert, aber nicht mit sterbensernstem Tonfall zuwerke geht und dem Leser ermöglicht, in einer sich unaufhaltsam diesbezüglich ändernden Gesellschaft die Fehlentwicklungen und deren Ursachen zu erkennen. Es erfolgt keine Handlungsanweisung wie nun damit umzugehen ist.

Wenn einige Rezensenten hier beklagen, Postman konzentriere sich in seinen Ausführungen zu sehr auf das Fernsehen und die elektronischen Medien und lässt andere Faktoren des Verschwindens der Abgrenzung zwischen Kindheit und Erwachsenheit zu sehr außer Acht, so übersehen diese einen ganz wesentlichen Punkt.
- Diese Entwicklung, die Postman hier darstellt, begann vor weit mehr als einhundert Jahren, nämlich mit der Erfindung des Telegraphen und sie wurde ganz massiv mit Aufkommen des TV-Geräts in beinahe jedem Haushalt (und inzwischen wohl fast jedem Raum). Durch das Aufkommen von 24h täglich sendenden Privat-TV-Anstalten nahm die Entwicklung dann noch einmal einen gewaltigen Schub an Dynamik auf. (Wie oben angeführt, kommt inzwischen noch einiges dazu). Die Literalität der Gesellschaft nahm dadurch immer mehr ab. -

Diese anderen Faktoren (Oberflächlichkeit bis hin zu totaler Verantwortungslosigkeit von Erwachsenen gegenüber Kindern / Undifferenzierter Umgang vor allem auch in der Gesprächsführung mit Kindern - Das Wort sagt man nicht! - / Mangel an Empathie / Jugendwahn oder Egalisierung des Alters unter Erwachsenen / ausufernde Sexualisierung, Enttabuisierung und Gewaltverherrlichung in bald jeder Alltags-Nische etc.) sind bereits Folgeschäden dieser Entwicklung!

Das Neil Postman schon 1982 dieses Buch schrieb und für die Thematik ausreichend sensibilisiert war, lag zweifellos daran, dass er als US-Amerikaner einen Zeit- und Erfahrungs-Vorsprung zu Europa hatte und damals schon die Auswirkungen der Segnung der Dauerwerbungsunterbrochenen-TV-Trivial-Kultur deutlicher erkennen, erleben und spüren konnte. Eine Entwicklung die z.B. hier in Deutschland erst gegen Mitte der 1980er Jahre so drastisch Fahrt aufnahm, als RTL und Sat1 auf Dauerberieselung gingen.

PS: Ich will den Sendeschluß und mein Testbild zurück!
Das wird wohl nichts, aber man wird ja noch träumen dürfen...
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir leben in einer Welt ohne Kinder, 10. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
In diesem Buch hat Postman einen Nerv getroffen, der uns regelrecht zum Nachdenken animieren muss. Mit seiner Kritik an der Industrialisierung und den daraus hervorgebrachten Medien klagt er öffentlich die medialisierte Gesellschaft an. Mit ihrer Sucht nach detaillierteter und weitgreifenderer Transparenz wird ein ganz wichtiger Punkt übersehen: Nämlich die Welt des Kindes. Heute gibt es - dank der Medien - so gut wie keine Nieschen mehr, indem Kinder (Kinder werden hier als eine unwissende Gruppe deklariert, um sie von den wissenenden Erwachsenen abzugrenzen) ungeniert und unbeeinflusst von den Informationen der Welt herumtollen können. Schon seit langem ermöglichen Fernseher, Radio und heute auch das Internet, dass Kindern Geheimnisse des Lebens offenbart werden, die eigentlich erst im Statdion zum Erwachsenwerden allmählich gelüftet werden sollten. Somit überspringen Kinder die Phase der Jugend und entwickeln sich sofort zu Erwachsenen. Die Frage nach der Existenz des Weihnachtsmanns ist demzufolge schon lange beantwortet: Ja es gab ihn mal...
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16 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht wirklich sinnvoll, 26. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
Als ich mir das Buch ansah und zu zu lesen entschloß, dachte ich eigentlich Neil Postman könnte mir erklären, warum die Kinder heutzutage immer früher erwachsen sind oder zumindest so tun als ob. Leider kann mir dieses Buch die Frage nicht beantworten.

"Das Verschwinden der Kindheit" beginnt noch recht interessant, zum Beispiel mit dem Nicht-Vorhandensein der Kindheit im Mittelalter. Man erhält einen guten Einblick in das damalige soziale Verhalten innerhalb einer Familie. Auch das 2. Kapitel über die Erfindung der Druckerpresse und die damit einhergegangenen Veränderungen im Hinblick auf die besser zugänglichen "Geheimnisse" (wie Postman sie nennt) der Erwachsenenwelt ist noch recht informativ. Irgendwann aber scheint die These des Autors nur allzu klar: Das Fernsehen ist an allem schuld, weil es nun so gut wie gar keine Geheimnisse vor den Kindern gibt. Nicht nur das diese Aussage doch recht allgemein und vage ausfällt, die Argumente hierzu finde ich komplett konservativ und fast schon reaktionär. Auf Seite 109 heisst es, dass Homosexualität zwar bei weitem keine Sünde sei (womit der Autor natürlich vollkommen Recht hat!), aber das es nicht gut sei, wenn man sie den Kindern "vor Augen führt". Soll man also so tun als ob es keine Homosexualität gäbe? Natürlich muss man seinem Kind nicht die Variationen geschlechtlicher Liebe mit aller Gewalt eintrichtern, aber so etwas als nicht existent abzutun halte ich für völlig falsch. Genauso wie der Autor desöfteren sein Unverständis darüber äußert, dass viele Kinder und Erwachsene die gleichen Sachen tragen. Kindheit ist doch nun wirklich nicht (mehr?) über Mode definierbar. Selbst wenn ein Kind massgeschneiderte Anzüge tragen würde, was natürlich lächerlich wäre, aber gehen wir mal davon aus, ist es trotzdem noch ein Kind. Ich bin in vielen Dingen absolut nicht Postmans Meinung, als letztes Beispiel will ich aber jetzt nur noch aufzählen, dass er es traurig findet, dass es in der Kinder- und Erwachsenenwelt viele Gemeinsamkeiten gibt, sobald es um Filme und Serien geht. Ist es denn wirklich schlimm, dass eine Familie, wenn sie schon fernsehen muss, es zumindest gemeinsam tun kann? Und gegen einen gemeinsamen Kinobesuch spricht doch auch nichts, oder? Das (und noch vieles andere) sind Aussagen, die ich eingangs als erzkonservativ und eben auch fast schon als reaktionär beschrieben habe. Wenn doch das Fernsehen die Wurzel allen Übels ist, warum lässt man ihn dann nicht aus? Sollte die Kiste den ganzen Tag laufen und für alle Familienmitglieder frei zugänglich sein, dann ist es selbstverständlich, dass die Kleinen etwas aufschnappen könnten/werden, was sie eigentlich nicht sollten. Aber man verbrennt sich an der berühmten Herdplatte ja auch nur solange die Finger, wie sie heiß ist. Den Fernsehkonsum zu rationieren dürfte doch wohl nicht das größte Problem sein, auch wenn Herr Postman das ganz am Ende des Buches behauptet.

Minuspunkte also, weil der Autor Dinge aufzählt die meines Erachtens nach nicht relevant und die, selbst bei Erscheinen des Buches 1982, nicht aktuell sind bzw. waren. Viele Punkte sind einfach bedingt durch die Schnellebigkeit der heutigen Zeit. Das ist auch ein Punkt, über den man nachdenken sollte, wenn man das Buch nochmals auflegen will.

2 Pluspunkte bleiben, da die ersten 2-3 Kapitel relativ interessant sind und weil auch im weiteren Verlauf, mal hier mal da, kleinere Ansätze zu erahnen sind, die Sinn machen und auch angeprangert werden sollten. Leute die sich evtl. ernsthaft mit Soziologie oder gar mit Pädagogik befassen, werden hier kaum mit Wissenswertem befriedigt. Alle die mal einen Blick riskieren wollen, können vielleicht das ein oder andere aus dem Buch mitnehmen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr schön, 29. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
Gutes Buch, sehr interessant geschrieben und einfach zu lesen. Auch als Grundlage für eine Hausarbeit gut geeignet (viele Zitate und ordentliche Quellennachweise). Sehr informativ
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur für Pädagogen, 27. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
Dieses Buch ist für Pädagogen sehr gut. Mit etwas Hintergrundwissen über die Sozialisation und die Zeitgeschichtlichen Erziehungsmethoden kann man die Theorien gut verstehen und nachvollziehen. Für leihen ist es mit Vorsicht zu genießen da man schnell etwas falsch verstehen kann.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein schlimmes Buch, 30. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
Ja, wahrhaftig ein schlimmes Buch. Postman plädiert für eine Einschränkung der Erfahrungs- und Bildungswelt der Kinder, wie sie früher auch auf Frauen und auf Sklaven angewandt wurde, um sie - unter dem Vorwand, sie schützen zu wollen - unwissend und gefügig zu halten.
Wer dieses Buch unbedingt lesen will oder muss (z.B. als Pflichtlektüre beim Studium), sollte auch Birthrights lesen (leider nur in Englisch erhältlich) für eine völlig andere, meines Erachtens humanere Sicht der Dinge.
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8 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungeene Darstellung heutiger Kulturentwicklung, 12. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Verschwinden der Kindheit (Taschenbuch)
Neil postman beschreibt in diesmen Buch sehr treffend, wie die Verflachung im Fernsehen das Niveau immer weiter gesenkt hat und die kulturelle Vereinheitlichung förderte. Dieses Thema ist allerdings sehr umstritten, da sich die Frage stellt, ob sich "ein westlicher Hedonist und ein ostasiatischer Muslim nur deswegen gleichen, weil sie das gleiche Mittagessen genießen." ("Zeit) Insgesamt aber eine gute Darstellung der Geeschichte des Kunstobjekts Kindheit bis zur Gegenwart.
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Das Verschwinden der Kindheit
Das Verschwinden der Kindheit von Neil Postman (Taschenbuch - 1. April 1987)
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