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5.0 von 5 Sternen Gute Recherche, exzellent und einfühlsam geschrieben
Stefan Zweig ist weiß Gott nicht immer mein Fall. Er kann brillant schreiben, siehe z.B. die "Schachnovelle" oder die Biographien von Maria Stuart oder Amerigo. Manchmal wird er aber für meinen Geschmack zu schwärmerisch oder zu "schmalzig" (ich finde leider kein besseres Wort. Als Beispiel seien hier "Brennendes Geheimnis" oder "Mondscheingasse" genannt...
Veröffentlicht am 9. September 2002 von buechertrinker

versus
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fakten, Fakten, Fakten!
Stefan Zweig beschreibt Erasmus von Rotterdam als ueberzeugten Pazifisten und Europaeer, der sich - auf humanistischer Grundlage - vehement fuer einen friedlichen Interessenausgleich zwischen den Voelkern einsetzt. Dass Stefan Zweig die pazifistischen, humanistischen und einigenden Ideen des Erasmus von Rotterdam so stark betont, wird aber erst dann klar, wenn man...
Veröffentlicht am 17. November 2006 von Edgar Hauster


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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Recherche, exzellent und einfühlsam geschrieben, 9. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Stefan Zweig ist weiß Gott nicht immer mein Fall. Er kann brillant schreiben, siehe z.B. die "Schachnovelle" oder die Biographien von Maria Stuart oder Amerigo. Manchmal wird er aber für meinen Geschmack zu schwärmerisch oder zu "schmalzig" (ich finde leider kein besseres Wort. Als Beispiel seien hier "Brennendes Geheimnis" oder "Mondscheingasse" genannt. Das Buch "Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam" gehört zweifellos zu der ersten Kategorie. Stefan Zweig spielt seine beiden Stärken Einfühlungsvermögen und genaue Recherche hervorragend aus. Das Ergebnis ist ein durchaus engagiertes Bild der Zeit des Erasmus von Rotterdam und Luther. Man merkt das Bemühen des Autors, zu verstehen, warum er so handelte, wie er handelte. Wer etws Hintergrundwissen über einen der größten Humanisten erlangen möchte, kann dies hiermit auf äußerst angenehme Art und Weise tun. Wer dann neugierig geworden ist, dem kann ich das "Lob der Torheit" von Erasmus von Rotterdam sehr empfehlen.
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse!, 25. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Stefan Zweig hat Erasmus von Rotterdam, den großen Humanisten, den ersten "bewußten 'Europäer" genannt. Für ihn war er der "verehrte Meister", dem er sich im geistigen, vor allem aber in der Ablehnung jeglicher Gewalt verwandt fühlte. "Die Gestalt eines, der nicht im realen Raume des Erfolgs, sondern einzig im moralischen Sinne recht behält", faszinierte ihn. Die Kraft des Geistes und die Schwäche zum Entschluß der Tat machen Erasmus "Triumph und Tragik" aus. In der entscheidenden Stunde, vom Kurfürsten um seine Haltung im Glaubensstreit zwischen Luther und dem Papst befragt, empfiehlt er, bei offener Sympathie für die Reformation "angesehene und unverdächtige Richter", klammert er seine eigene Meinung in vorsichtigen Vorschlag, will er nicht "Bürge sein für eine noch gar nicht errechenbare Schuld". In dieser Haltung, durch die die Glaubensspaltung nicht verhindert werden konnte, sahen seine Zeitgenossen und auch spätere Generationen charakteristische Unentschiedenheit. Stefan Zweig versucht mit seiner Biographie, Erasmus das widerfahren zu lassen, was für ihn der Sinn seines Lebens war: Gerechtigkeit. Er weiß "Der freie, unabhängige Geist, der sich keinem Dogma bindet und für keine Partei entscheiden will, hat nirgends Heimstatt auf Erden.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsame Spitze, 19. Juli 1999
Von Ein Kunde
Stefan Zweig zu lesen ist immer ein besonderer Leckerbissen. Seine Sprache ist einfach einmalig und seine Themen für den historisch Interessierten gut gewählt. In "Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam" setzt er sich mit dessen Leben auseinander. Er geht auf seinen Einfluß auf seine Zeit ein und schildert einerseits, welch ein großartiger Denker dieser Mann war, der aber auf der anderen Seite nicht aktiv in das Geschehen seiner Zeit eingreifen wollte und damit den Radikalen das Feld überließ. Diese waren mit den gemäßigten Positionen des Erasmus nicht mehr zufrieden zu stellen und stellten sich gegen ihn, weil er sich nicht uneingeschränkt zu ihnen bekennen konnte und wollte. Das ist die Tragik des Erasmus von Rotterdam. Er hätte es vielleicht schaffen können, die große Spaltung zu verhindern, jedoch sah er sich nicht in der Lage, seine Positionen gegenüber den anderen Reformern zu vertreten. Trotzdem wird er immer wieder erinnert und sein Werk ist einzigartig. Das stellt Zweig in überzeugender Weise klar. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fakten, Fakten, Fakten!, 17. November 2006
Von 
Edgar Hauster (Lent, Niederlande) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Stefan Zweig beschreibt Erasmus von Rotterdam als ueberzeugten Pazifisten und Europaeer, der sich - auf humanistischer Grundlage - vehement fuer einen friedlichen Interessenausgleich zwischen den Voelkern einsetzt. Dass Stefan Zweig die pazifistischen, humanistischen und einigenden Ideen des Erasmus von Rotterdam so stark betont, wird aber erst dann klar, wenn man bedenkt, dass das Buch 1938, also am Vorabend des Zweiten Weltkrieges, erschienen ist. Stefan Zweig, der auf der Flucht vor den Nationalsozialisten, 1942 im brasilianischen Exil, zusammen mit seiner Frau, Selbstmord beging, muss wohl geahnt haben, dass sich diese hehren Ziele nicht durchsetzen wuerden. Denn wie sonst ist es zu erklaeren, dass er es Erasmus persoenlich uebelnimmt, dass dieser - als reiner Theorethiker - immer davor zurueckscheute, sich in die konkrete Politik einzumischen?

Er schreibt dazu:

"Denn dies war die tiefste Tragik des Humanismus und die Ursache seinesraschen Niederganges: seine Ideen waren groß, aber nicht die Menschen, die sie verkündeten. Ein kleines Gran Lächerlichkeit haftet diesen Stubenidealisten wie immer den bloß akademischen Weltverbesserern an, dürre Seelen sie alle, wohlgesinnte, honette, ein wenig eitle Pedanten, die ihre lateinischen Namen tragen wie eine geistige Maskerade: eine schullehrerhafte Pedanterie verstaubt bei ihnen die blühendsten Gedanken. Rührend sind diese kleinen Genossen des Erasmus in ihrer professoralen Naivität, ein wenig ähnlich den braven Menschen, die man auch heute in den philanthropischen und Weltverbesserungsvereinen versammelt erblickt, theoretische Idealisten, die an den Fortschritt wie an eine Religion glauben, nüchterne Träumer, die an ihren Schreibpulten eine sittliche Welt konstruieren und Thesen des ewigen Friedens niederschreiben, während in der wirklichen Welt ein Krieg dem andern folgt und ebendieselben Päpste, Kaiser und Fürsten, die ihren Verständigungsideen begeistert Beifall zollen, gleichzeitig mit- und gegeneinanderpaktieren und die Welt in Brand setzen."

Bei aller Sympathie fuer friedliche Konfliktloesungen, liberale Gedanken und die europaeische Einigung, stellt sich dann doch die Frage:

Ueber wessen Grundhaltung erfharen wir mehr:

Ersamus von Rotterdam oder Stefan Zweig

Interessanter und plastischer wird der Disput zwischen Erasmus und Martin Luther dargestellt, wenn z. B. Luther folgende Aussage in den Mund gelegt wird:

"Wer den Erasmus zerdrückt, der würget eine Wanze, und diese stinkt noch tot mehr als lebendig."

Das Buch ist nicht etwa unglaubwuerdig, es bleibt jedoch ein ungutes Gefuehl und man ist geneigt auszurufen:

Fakten, Fakten, Fakten!
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine verdeckte Selbstdarstellung Stefan Zweigs, 17. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Ich habe mich inzwischen abgewandt von Stefan Zweig. Zu sehr hat mich seine vielgerühmte Sprache nach der Lektüre vieler seiner Bücher angeödet. Stefan Zweig neigt dazu, zu übertreiben - er besticht gerade dadurch, wie eben hier beim "Erasmus", durch das Benutzen von Superlativen - als wäre dies die einzige Möglichkeit - den Leser in seinen Bann ziehen zu wollen.
Erasmus selbst ist eine Art Antiheld, der in der Poesie Zweigs zum moralischen Sieger der Auseinandersetzung mit Luther hochstilisiert wird. Es ist aber durchaus faszinierend, dass dies Zweig so überzeugend gelingt. Das liegt vielleicht auch daran, dass Erasmus wohl mehr eine verdeckte Selbstdarstellung Stefan Zweigs ist, der es Zeit seines Lebens abgelehnt hatte, politisch Stellung zu beziehen.
Sehr gut gelungen ist die Gegenüberstellung der beiden Konrahenten, Luther und Erasmus ("Selten hat das Weltschicksal zwei Menschen charakterologisch und körperlich so sehr zu vollkommenen Kontrast herausgearbeitet..."). Luther wird als ein die Massen begeisternder, voller Kraft strotzender Bauernsohn dargestellt (man glaubt manchmal sogar Züge bestimmter Nazigrößen in ihm wiederzuerkennen). Erasmus dagegen ist ein schwächlicher Gelehrter, der es vorzieht, mit den intellektuellen Eliten Europas auf Latein zu parlieren, und eine humanistische Weltanschauung vertritt.
Dieses Buch kann ich trotz meiner bereits angeführten Abneigung gegenüber Zweig wärmstens empfehlen. Man erfährt hier mehr über das Innenleben des Autors, als in seiner Autobiographie "Die Welt von Gestern.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humanismus und Religionskriege, 22. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Humanismus und Religionskriege

Um die Tragik des Erasmus von Rotterdam zu verstehen, muss man in der Zeit voranschreiten bis zu den Glaubenskriegen des 16. und 17. Jahrhunderts. In der "Bartholomäusnacht" 1572 werden in Paris 3000 Hugenotten ermordet. Der 30- jährige Krieg von 1618 bis 1648 fordert Millionen Tote, das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist danach verwüstet und entvölkert.
Grund dafür ist der Religionsstreit zwischen den papsttreuen Katholiken und den reformatorischen Anhängern Luthers.

Stefan Zweig sieht in Erasmus von Rotterdam einen möglichen Schlichter. Und dies in einer Zeit, in der sich der Hass der radikalen Anhänger noch nicht in Gewalt äußert, ethische und politische Differenzen eventuell noch verhandelbar sind.
Die Unbescholtenheit des Erasmus ist für beide Seiten so offensichtlich,
dass ein möglicher ausgehandelter Kompromiss von allen Beteiligten anerkannt werden könnte.

Am entscheidenden Treffen jedoch nimmt der Humanist nicht teil. Wenig später überwirft sich Luther mit ihm und die Chance ist vertan. Die Kirchenspaltung ist vollzogen. Das ist die Tragik des Erasmus.

Der Triumph des Erasmus liegt in seinen veröffentlichten Schriften (u.a. das Lob der Torheit), durch die der Humanismus weltweite Verbreitung findet. Ihre ethischen und moralischen Werte finden sich in Teilen der späteren Aufklärung wieder und behalten auch in der heutigen Gesellschaft noch ihre Gültigkeit.

Stefan Zweig entwirft ein vielschichtiges Bild des großen Gelehrten. Der Titel entspricht der Grundaussage des Buches: Erasmus ist ein Prophet des Friedens und der Gewaltlosigkeit. Ein Riese im Geiste und gleichzeitig ein schwächlicher Hypochonder, der trotz lebenslanger Bemühungen den bis heute andauernden Religionsstreit nicht verhindern kann.
Zweigs einfühlsame Autobiographie bringt dem Leser Theologie und Zeitgeschichte des frühen 16. Jahrhunderts stilistisch elegant näher.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zweigs bestes Buch bisher!, 15. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Nachdem ich nun schon einige Bücher von Zweig gelesen habe, kann ich durchaus einige Kritik an ihm nachvollziehen. Die Sprache ist gefüllt mit Superlativen und klingt teilweise richtiggehend hochtrabend und irgendwie keimig. Aber so schreibt er halt, und wenn man sich darauf einlässt, sind die meisten seiner Bücher durchaus ein Lesevergnügen.

Dieses Buch macht vieles sehr besonders. Es ist relativ kurz und überraschenderweise doch ziemlich spannend - was ja nicht unbedingt die Stärke von Zweigs anderen Büchern ist. Zudem werden in diesem Buch nicht sehr viele Fakten vermittelt. Sicher kann man streiten, ob mehr Fakten für eine Romanbiographie angemessen wären, ich persönlich finde das aber sehr erfrischend. Verglichen mit dem laaangen Maria Stuart, dass sich schon ziemlich hinzieht, liest sich dieses Buch somit um einiges einfacher und macht schlicht und ergreifend mehr Spass. Deutlich klarer als in anderen Büchern zeigt sich hier Zweigs eigene Meinung, wenn er das Wesen von Erasmus und auch von Luther (und anderen) in seinen zahlreichen Facetten analysiert. Außerdem kann das Buch wunderbar als Spiegel der damaligen (und heutigen?!?!) Zeit gelesen werden, was die ganze Sache noch interessanter macht.

Insgesamt ein wirklich tolles Buch, das recht kurzweilig ist, schön erzählt wird und zudem etwas, zugegeben leicht gefärbtes, Licht in eine der interessantesten Perioden der Menschheitsgeschichte bringt. Meiner Meinung nach Zweigs bestes Buch (jedenfalls von denen, die ich gelesen habe)!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Architekt eines "Tempels der Humanität", 9. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Stefan Zweig würdigt auf beeindruckende Weise das geistige Zentralgestirn der Renaissance, den Humanisten Erasmus von Rotterdam.
Die Ideale des Erasmus, den Zweig als den ersten "bewußten Europäer" be-zeichnet, werden im Angesicht unserer tagtäglichen Mühen um die Gestal-tung des "Hauses Europa" die beste Anregung zum Handeln. Dabei ist vieles von dem wovon Erasmus von Rotterdam vor fünfhundert Jahren träumte, heute schon Realität, aber ebenso vieles noch erstrebenswerte Vision ...
Seine weitgefassten Grundsätze, und das ist ja das Spannende an diesem lesenswerten Buch, zielen auf die geistige Übereinstimmung, auf eine humanistische Gesinnung, die jede Form von Gewalt und Gewaltanwendung, insbesondere Fantismus, von Dogmatismus ganz zu schweigen, ablehnt, also konsequent verneint.
Es übersteigt natürlich den Rahmen dieser kurzen Darstellung weitere Details zu erörtern, deshalb empfehle ich jedem "Europäer" ganz einfach, das Buch zur Hand zu nehmen und zu lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen aufschlussreich und wertvoll, 23. Mai 2012
Von 
R. Breuer (Mühlhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Ich zähle mich zu den Bewunderern Zweigscher Werke, und auch beim "Erasmus" wurden wieder meine Erwartungen hinsichtlich seiner sprachlichen Vielfalt und Brillanz erfüllt. Das Grundanliegen des Lebens des Erasmus, Ausgleich, Versöhnung, Humanität zum Durchbruch zu bringen und jede Gewalt zu vermeiden, ist über die Jahrhunderte aktuell und unerfüllt geblieben; und nichts deutet heute darauf hin, dass dies nicht auch so bleibt. Ein aufschlussreiches und wertvolles Buch, das ich mit Gewinn gelesen habe.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Triumph und Tragik, 30. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (Sondereinband)
Erasmus war vielleicht der anerkannteste Denker der Renaissance. In zahllosen Schriften (der Buchdruck war soeben erfunden) hat er sich für seine Maxime die Schaffung eines geeinten Europas in Frieden und Humanismus" eingesetzt. Solche Denkschriften mussten ihn in Konflikt zu den machthungrigen Herrschern Europas bringen, aber auch zu denen, die gegen diese Unterdrücker fanatisch aufbegehrten. Erasmus hat seine Maxime konsequent gelebt, indem er seinem Grundgedanken der europäischen Einigung folgend jeder nationalen Zugehörigkeit und Sprache abgeschworen hat und nur in Latein geschrieben hat. Auch ein bedingungsloser Pazifismus und eine bedingungslose Neutralität gegenüber allen Parteien und Gruppierungen waren ihm zu Eigen.
Stefan Zweig beschreibt das Leben des Erasmus auf 200 Seiten. Auf den ersten 100 Seiten wird der unaufhörliche Aufstieg des Erasmus und seiner Ideen zum anerkanntesten Denker und Ratgeber Europas dargestellt, also der Triumph". Die letzten 100 Seiten behandeln seinen Konflikt mit Luthers Reformationsbewegung.und die Tragik des Erasmus". Hier wird deutlich, dass Erasmus zwar geistiger Wegbereiter der Reformation war, er selbst sich dieser aber aus Gründen der Neutralität und des Pazifismus dieser nicht anschließen wollte, ebenso wenig wie den Gegnern der Reformation. Bis zuletzt war seine Haltung von Toleranz und Versöhnungswillen geprägt.
Stefan Zweig schreibt diese Biographie des Erasmus aus der Sicht des distanzierten, feinsinnigen Beobachters. Obwohl das Werk ganz ohne die Stilmittel eines historischen Romans auskommt, gelingt es Zweig, eine psychologisch dichte Sicht des Erasmus zu zeigen. Es ist überdies eine detailgenaue Darstellung der Zeit und der reformatorischen Abläufe. Die Sprache ist, wie immer bei Stefan Zweig von unwiederbringlicher Schönheit.
Ich glaube, dass sich Stefan Zweig in dem unbedingten Pazifismus des Erasmus und der damit verbundenen Tragik selber wiedergefunden hat.
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Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam
Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam von Stefan Zweig (Sondereinband - 1. November 1981)
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