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Kundenrezensionen

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am 3. August 2003
Es ist wahr, es gibt ein Leben vor und nach dem Lesen dieses Buches.
Während der Autor mit seinem ihm fremdgewordenen Sohn und einem befreundeten Ehepaar quer durch Amerika fährt, um zu seinem Sohn und zu seiner verlorenen Vergangenheit zurück zu finden, bringt er - ganz nebenbei - dem Leser die verschiedensten pholosophischen Ansätze bei, in einer Sprache, die auch der Philosophieunkundige versteht.
Er macht sich Gedanken über die Definition der Qualität an sich. Jeder erkennt Qualität - aber woran?!
Er zeigt die Spaltung auf, an der die westliche Welt krankt: die eine Seite ist die seelisch betonte, künstlerisch orientierte, die andere ist die technisch beeinflußte, wissenschaflich dogmatisierte. Dabei schlägt er die Brücke, indem er am Beispiel der Motorradwartung und des Zen aufzeigt, daß sich beides durchaus vereinbaren läßt, ja sogar zusammengehört. Beides basiert auf Qualität.
Niemand sollte sich dadurch abschrecken lassen, daß er nichts von Motorrädern versteht (so wie ich) oder keine Ahnung von Philosophie bzw. Zen hat (so wie ich); das ist absolut nicht wichtig.
Am Ende findet Pirsig zu seiner Vergangenheit - und zu seinem Sohn. Dieser Prozeß ist spannend und aufwühlend. Die Art und Weise, wie er beides verloren hat, beschäftigt einen nachhaltig, denn es ist geradezu unglaublich.
Dieses Buch hat mein gesamtes Denken, ich will nicht sagen, verändert, aber doch erheblich erweitert.
Ein Muß für jeden, der daran interessiert ist, Einblick zu gewinnen in das, "was die Welt im Innersten zusammenhält".
Ein wunderbares Buch, das einem vor Augen führt, wie kostbar das meiste ist, was man so als selbstverständlich und gottgegeben täglich vor sich hin hinnimmt. Nachvollziehenswerte Gedanken über die Welt, sich selbst und das Leben an sich.
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Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten ist ein Buch das auf vielen Ebenen spielt. Interessanterweise hat das Buch nur wenig mit Zen und ähnlich wenig mit Motorrädern zu tun, ist also weder als Buch für Fernostfreaks noch als Buch für Biker gedacht.
In einer Rezension einen wirklichen Eindruck von dem Buch zu geben ist äußerst schwierig. Die Beschreibung des Inhalts wird der Wirkung so wenig gerecht, wie "Alice im Wunderland" als die Geschichte eines Mädchens zu beschreiben das auf einer Phantasiereise wundersame Dinge erlebt. Die Beschreibung (siehe unten) stimmt wohl, geht aber doch am Kern des Buches vorbei. Nach dem Lesen hat man das Gefühl, daß neben den interessanten Gedanken für den Kopf (zum Thema klassische Philosophie und Qualität) noch etwas beim Leser angekommen ist, was kaum greifbar ist.
Vordergründig wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der mit seinem Sohn und Freunden auf dem Motorrad quer durch die USA reist.
Dazwischen schieben sich seine Gedanken, die schrittweise seine Vergangenheit und die Ideen und Gedanken des Menschen aufrollen, der er früher war und die dazu führten, daß er nicht mehr der Mensch ist, der er war (mehr sei hier über das "früher" absichtlich nicht gesagt).
Und irgendwo auf subtiler Ebene entspinnt sich eine feine kaum merkliche Handlung, ein Näherkommen zwischen dem Vater und dem Sohn und ein Näherkommen zwischen der jetzigen und der früheren Person.
Gekonnt geschrieben, frei von Esoterik oder spirituellem Geplapper, niemals platt oder gefühlsduselig, streckenweise aber anstrengend. Kenntnis oder zumindest Interesse für die klassischen Philosophen kann nicht schaden. Das Buch ist sicher mehr für Kopfmenschen als für Gefühlsmenschen geeignet, da es streng argumentiert um zu transtendentieren (ein wenig in der Logik von "Gödel, Escher, Bach").
Es tut etwas weh, daß dieses fein gesponnene Buch gern von der Unternehmensberatergilde zum Thema Qualitätsmanagement vereinnahmt wird.
Wer das Buch mag, könnte auch Ken Wilber mögen.
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am 8. September 2012
...haben Robert M. Pirsigs Buch abgelehnt, ehe es 1974 erschien. Unfassbar, und doch wahr. Wer weiß, vielleicht war dieses Buch seiner Zeit voraus. Anders ist die Ablehnung heute jedenfalls nicht zu verstehen. -Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten- macht etwas, was früher abstrakt war und heute oft genutzt wird: Es beschreibt anhand von einfachen Handlungen, Dingen und Gewohnheiten Verbindungen zu tiefen philosophischen Erkenntnissen des Seins. Es ist stets das Leben, und nicht der Mensch, von dem alle Vorgaben stammen. Wer sich für die philosophische Ansicht der Welt interessiert und dabei auf jedweden esoterischen Quark verzichten will, dem kann ich Pirsigs Buch mit Nachdruck ans Herz legen.

Der Erzähler macht mit seinem Sohn Chris eine Motorradreise durch Amerika. Irgendetwas an dem Verhältnis zwischen Vater und Sohn stimmt nicht. Aber was? Es gibt dunkle Schatten in der Vergangenheit des Erzählers. Dort lauert eine Mensch, der Phaidros genannt wird. Er entstammt einerseits der griechischen Mythologie, ist aber andererseits in der Vergangenheit untrennbar mit der Geschichte des Erzählers verbunden. Immer wieder schweifen die Gedanken des Erzählers zurück. All das, was dort passierte, hat im Hier und Jetzt seine Auswirkungen. Aber auch jede Handlung im Hier und Jetzt wirkt sich auf Phaidros und sein Wirken aus. Chris merkt, dass sein Vater diese Reise antritt, um sich der eigenen Vergangenheit zu stellen. Allerdings hat Chris selbst genug Probleme, mit denen er nicht klar kommt. Ob Vater und Sohn zusammenfinden, steht in den Sternen. So, wie alles andere im Leben...

-Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten- ist brillant geschrieben. Ich habe aus dem Text eine Menge für mich mitgenommen. Ob das bei ihnen auch funktioniert, weiß ich nicht, aber sie sollten es ausprobieren. Es geht um Qualität, um Philosophie, um den Sinn unseres Seins, um das Drehen einer Schraube und den Wert von Dingen. Pirsig philosophiert über die Zeit, Aristoteles, Platon oder Sokrates. Was das mit unserem Leben heute zu tun hat? Sie werden sich wundern...

Ich habe mich ja schon mal darüber ausgelassen: Gibt es Bücher, die man gelesen haben sollte? Meine Antwort ist ein klares Ja. -Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten- gehört in jedem Fall dazu. Mag sein, dass es ihnen nicht gefällt. Es kann aber auch sein, dass sie, im wahrsten Sinne des Wortes, einen Freund fürs Leben finden werden.
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am 29. Juni 2004
In diesen Buch geht es primär weder um ZEN noch ums Motoradfahren. Vielmehr erörtert Pirsig anhand einer Motorradreise durch die USA essentielle philosophische und weltanschauliche Fragen. Er formuliert seine Gedanken mit einer Präzision und Anschaulichkeit, so dass das pseudo-esoterische Geplapper manch zeitgenössischer Autoren in seiner ganzen Hohlheit deutlich wird. Während andere Schriftsteller den Meissel benutzen, um ihre Gedankenwelt aus der Masse der ungeschriebenen Wörter zu kreeiren, verwendet Pirsig ein Skalpell. Nein, einen Laser. Daneben strotzt das Buch von dermassen dichten athmosphärischen Schilderungen, dass man meint selbst den Fahrtwind im Gesicht zu spüren. Früher konnte ich nicht verstehen, warum Menschen bereit waren, für ein Buch mit Feuer und Schwert zu kämpfen. Nach ZEN u. d. K. e. M. z. w. schon.
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am 13. Februar 2002
Bei dem Buch „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" von Robert M. Pirsig handelt es sich nicht, wie häufig irrtümlich vermutet, um ein Buch primär für Biker. Das Motorradfahren sowie die Wartung des Fahrzeugs stellen lediglich den Rahmen für den Versuch dar, die Bedeutung des Begriffes „Qualität" zu ergründen. Zwar meint jeder zu wissen was Qualität ist, doch bei näherer Betrachtung wird klar, das Qualität mit westlichen Erkenntnismitteln nicht ergründbar und damit beschreibbar ist. Erst die von Pirsig praktizierte Synthese aus östlichem (Stichwort: ZEN) und westlichem Denken vermittelt einem eine Vorstellung davon, um was es sich bei „Qualität" im eigentlichen Sinne handelt. Nach der Lektüre des Buches wird einem klar, wie wenig der heute so moderne Begriff der Qualitätssicherung mit eigentlicher Qualität zu tun hat.
Ein Buch für jeden, dem Qualität etwas bedeutet oder der die Bedeutung von Qualität ergründen möchte.
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am 21. November 2006
ZAMM (Zen and the Art of Motorcyle Maintenance) ist eine Art Reisetagebuch im doppelten Sinne: Pirsig beschreibt eine Mottoradreise durch die USA, die er tatsächlich mit seinem Sohn und Freunden einmal unternommen hat.

Dabei begibt er sich auf die Spuren seines alten Ichs. Er will mehr von sich, bzw. seiner alten Persönlichkeit erfahren. (Genauer darf man das nicht erklären, ohne zu viel zu verraten.)

Während der Fahrt auf dem Motorrad rekonstruiert er alte Gedankengänge und setzt sie Beziehung zu den neueren Erfahrungen, die er gemacht hat.

Bei dem stetigen Wechsel zwischen Reisebeschreibung und tiefen Gedanken entwirft er eine neue Philosophie, die teils sehr praktisch, aber teilsweise auch hochkompliziert ist.

(Ich habe beim ersten Lesen nicht verstanden, wieso Newton die Schwerkraft erfunden haben soll!)

Zu Anfang könnte man Ihn für eine arroganten Technikfreak halten, aber bald merkt man, dass das Gegenteil der Fall ist. Das "AND" im Titel ist schon wichtig.

Ich denke, wenn es nur um die Philosophie gegangen wäre, hätte es leicht eine Dissertation werden können.

Die gewählte Form ist aber für ein größeres Publikum geeignet.

Das Buch heißt im Untertitel "Ein Versuch über Werte", und genau darum geht es auf den verschiedensten Ebenen, angefangen bei der Frage, mit welcher Haltung/Einstellung man am Besten ein Motorrad repariert.

(ZAMM sollte Pflichtlektüre für Softwareentwickler sein!)

So banal das klingt, so sehr ist es geeignet, einem das Leben zu verändern.

Es ist eines von 2 Büchern, die Pirsig geschrieben hat, da steht alles drin!
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am 20. Februar 2015
Mein erstes Buch war total zerknittert, damals in den späten Siebzigern des vorigen Jahrhunderts. Mein zweites hat mich aufgrund des Nachwortes erschüttert. Mein drittes les ich jetzt meinen erwachsenen Kindern vor und bin erstaunt, wie sehr mich dieses Buch (positiv!) beeinflusst hat, wenn auch der Weg zum "Tao" manchmal ein mühsamer ist, anstrengender als die schnellen Genüsse der bunten Kaufrauschwelt, dafür umso lohnender. So kehrt der Kuhhirte nach langer Wanderschaft wieder ins Dorf zurück und widmet sich der Gemeinschaft der Menschen.
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am 20. Juli 2000
Lesen! Lesen! Lesen! Abseits von religiösen oder sektiererischen Pauschalangeboten zur "Sinnfindung" (anders, als es der Titel manchem vermitteln mag) bekommt der Leser von Robert Pirsig gutes Werkzeug mit auf den Weg, ein- für allemal die Frage nach dem, was gut und richtig ist, selbst zu beantworten. Das Buch hinterläßt niemanden mit einer fertigen Lösung - stattdessen erhält man den ganzen Reichtum einer Perspektive, die das eigene Handeln weitreichend beeinflußen kann. Die Arbeit am Motorrad fängt nach dem Lesen erst richtig an.
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am 1. Juni 2004
·
Die wissenschaftliche Methode ist so alt wie die westliche Zivilisation. Der Staub, der auf ihr lastet ist so alt wie Aristoteles - und ist inzwischen nicht wesentlich attraktiver geworden. Heute sitzen Studenten in den Unis und quälen sich frustriert mit den primitiven Methoden der Antike durch die "schöne neue Welt" von heute, in der die Ideale von damals großenteils verwirklicht sind. Gewiss hat uns die Wissenshaft weit vorangebracht - in wissenschaftlichen Dingen zumindest. Ach ja, und in der Zivilisation, die auf dem Nährboden der Wissenschaft entstand. Und sonst? Zeit für eine Bestandsaufnahme !
Das Dumme ist, wie wir lesen, dass die Aristotel'sche Methode zwar der Grundstein der wissenschaftlichen Methode und der westlichen Kultur ist - sich aber bei genauem Hinsehen als Fallschirm ohne Reissleine entpuppt. Amüsiert lesen wir, dass Aristoteles beispielsweise behauptete, "Kunst sei dann qualitativ, wenn sie sich auf logische Kriterien zurückführen lasse". Demnach, so Pirsig, "hätte Picasso nur Schrott produziert, General Motors hingegen reine Kunst". Nach und nach schneidet Pirsig so mit dem "logischen Skalpell" ( nämlich der "aristotel'schen Vernunft" selbst ) ein Stückchen Wissenschaftlichkeit nach dem anderen aus der dualistischen Kultur heraus. Und in gierig-freudig-sabbernder Erregung wartet der Leser jedesmal darauf, dass sich das gepriesene Kuchenstück abermals als Luftblase entpuppt, die knallend nichts zurücklässt als unbrauchbare Fetzen ihrer allzu dünnen Hülle. Herrlich, diese Schadenfreude, wenn die wissenschaftliche Methode sich auf dem Prüfstand ihrer selbst nicht be- , sondern selbstverschuldet enthauptet!
Und es passiert etwas sehr Seltsames: je mehr der uns eingefleischte Dualismus seine Gültigkeit aufgeben muss, umso mehr Raum entsteht plötzlich für eine Weltsicht, die keine Gegensätze mehr aufstellt, sondern sie vereint. Beeindruckend, welche Harmonie offenkundig wird, wenn die Wertmasstäbe neu verteilt werden!
"Zen and the art of motorcycle advertisement" eignet sich für alle jene, die sich mit dem sturen Schubladendenken der westlichen Zivilisation nicht zufrieden geben wollen; die schon immer das unerklärliche Gefühl hatten, dass hinter der oberflächlichen Fassade der Begriffe und Erklärungen der Experten noch etwas anderes stecken muss; die sich mit der Selbstgefälligkeit der Wissenschaftlichkeit nicht abfinden wollen oder einfach etwas herausfinden wollen über die Welt, in der wir leben.
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am 22. Juli 2015
„Wir sind alle ungeheuer ignorant und anmaßend, wenn es darum geht, anderer Leute Gespenster zur Strecke zu bringen, aber genauso unwissend und barbarisch und abergläubisch, was unsere eigenen betrifft.“ (S.42)

Zum Inhalt:
Den Rahmen der autobiografischen Erzählung Robert M. Pirsigs bildet eine Reise, die der Autor auf dem Motorrad zusammen mit seinem Sohn durch den Nordwesten der USA unternimmt. Seine eigene Lebensentwicklung, sein „Zu-dem-werden-was-er-ist“, nimmt neben der ganz pragmatischen Schilderung der Reise und ihrer alltäglichen Vorkommnisse einen zentralen Teil des Textes ein. Als kritische Auseinandersetzung, um nicht zu sagen Abrechnung, mit einem Bildungssystem, welches zum Selbstzweck, einem Bazar der akademischen Eitelkeiten entartet ist mangelt es nicht. („Wenn es immer so hingestellt wird, als gingen die meisten Studenten vor allem wegen der Bildung auf die Universität und nicht nur wegen des Titels, so ist dies ein Stück Heuchelei, über dessen Aufdeckung niemand sonderlich glücklich wäre.“ (S.205)). Pirsig nimmt den Leser mit auf einen Streifzug durch die Philosophie des Abendlandes, Asiens und der Neuen Welt, stets den zentralen Begriff seines Gedankengebäudes vor Augen: jenen der Qualität. („Glauben Sie mir, wenn man die Welt nicht als den Dualismus Geist-Materie, sondern als die Trinität von Qualität, Geist und Materie sieht, dann erhalten die Kunst der Motorradwartung und die anderen Künste eine Dimension und eine Bedeutung, die sie vorher nie gehabt haben.“ (S.259)). Sein Anspruch bleibt dabei nicht nur ein rein akademisch-abgehobener, sondern stets ein am realen Leben des einzelnen orientierter. („Ich finde Metaphysik taugt nur etwas, wenn sie das tägliche Leben verbessert. Andernfalls kann sie mir gestohlen bleiben.“ (S.260), „Die sozialen Werte sind nur dann richtig, wenn die individuellen Werte stimmen. Der Ort für die Verbesserung der Welt ist zunächst einmal das eigene Herz, der eigene Kopf und die eigenen Hände, und von da aus kann man sich nach außen vorarbeiten.“ (S.314)).

Fazit:
Wer sich leichte Kost zur Selbstfindung erwartet oder gar einen Schritt-für-Schritt Ratgeber um erfolgreich und glücklich zu werden, ist mit diesem Buch falsch beraten. („Diese Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. Das heißt, es ist eigentlich weniger eine Alternative als vielmehr eine Ausweitung der Bedeutung von »Erfolg« auf etwas Größeres, als das
bloße Bemühen, eine gute Stellung zu finden und sich nichts zuschulden kommen zu lassen.“ (S.439)) Bringt man allerdings den Mut mit, abseits von intellektuellen Trampelpfaden zu denken, gelgentlich einen verwegenen, scheinbar „verrückt“ anmutenden Umweg zu beschreiten und auch einmal auf den liebgewordenen doppelten Boden des Althergebrachten und als Allgemeingültigen zu verzichten, wird man mit einem offenen Tor zu einer neuen weitläufigen Gedankenwelt belohnt. Aufrüttelnd, irritierend und in mancher Kompromisslosigkeit abschreckend, jedoch auch erhellend in der Schaffung neuer Verknüpfungen und dem In-Frage-stellen liebgewonnener „Gegebenheiten“ zeichnen den Text aus, denn „Auch Vertrautheit kann blind machen.“ (S.79). Bezeichnend ist dabei auch die Sprache auf gehobenerem Niveau, ohne dabei snobistisch elitär zu wirken.
Inhaltlich sollte sich der Leser vor der Lektüre einige Informationen zur Person Robert M. Pirsigs aneignen (Der Wikipediaeintrag liefert hier einen ersten Anhaltspunkt), da diese Grundlage sehr zum Verständnis des Textes beiträgt. Einen persönlichen und tiefen Einblick diesbezüglich bietet auch das 1983 verfasste Nachwort des Autors am Ende des Bandes.

Zum Buch:
Das Rot des Buchdeckels kann man ohne zu übertreiben als schreiend bezeichnen – hier hätte man durchaus mehr Ästhetik und weniger Marketingdenken walten lassen können. Ansonsten gibt sich das Buch in seiner soliden Verarbeitung keine Blöße. Die Verleimung des Buchblockes ist ausgezeichnet, die Haptik des Bedruckstoffes angenehm, die Typografie kein Selbstzweck, sondern auf gute Lesbarkeit abgestimmt.
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