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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitleid durch und durch
Die Handlung umfasst wenige Monate im Frühjahr/Sommer 1914. Ort des Geschehens ist ein kleines Garnisonsstädtchen an der österr.-ungarischen Grenze. Anton Hofmiller, 25jähriger Leutnant, begeht bei einem gesellschaftlichen Ereignis aus Unwissenheit den Fauxpas, die gelähmte Tochter des Gastgebers zum Tanz aufzufordern. Am nächsten Tag...
Veröffentlicht am 9. Mai 2007 von Colin Wood

versus
12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ungeduld des Lesers
Ein Zweig, ein echter Zweig. Die Protagonisten sind tiefgründig, bestens (und erstaunlich konsequent) psychologisch beschrieben und erforscht. Man kann mit Hofmiller mitleiden (welches Mitleid ist es? Bei mir war es nur die Ungeduld des Herzens!); Ediths Ausbrüche, Vorwürfe und Zweifel sind erschütternd; Kekesfalva ist eine gespaltene...
Veröffentlicht am 2. Dezember 2006 von Polemos


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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitleid durch und durch, 9. Mai 2007
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Die Handlung umfasst wenige Monate im Frühjahr/Sommer 1914. Ort des Geschehens ist ein kleines Garnisonsstädtchen an der österr.-ungarischen Grenze. Anton Hofmiller, 25jähriger Leutnant, begeht bei einem gesellschaftlichen Ereignis aus Unwissenheit den Fauxpas, die gelähmte Tochter des Gastgebers zum Tanz aufzufordern. Am nächsten Tag entschuldigt er sich in aller Form schriftlich mit einem Rosenstrauß. Edith von Kekesfalva , das junge Mädchen, 17 oder 18 Jahre alt, bedankt sich herzlich und lädt ihn ein, in den nächsten Tagen ihr Gast zu sein. Hofmiller nimmt die Einladung an und besucht Edith von da ab täglich. Sie tut ihm Leid in ihrer Unbeweglichkeit und Abgeschlossenheit der Familie, doch das ist es nicht allein. Er fühlt sich auch wohl dabei, mit seinen Besuchen ein gutes Werk an ihr zu tun und genießt schnell eine Art Familienanschluß. Es ist ein durchaus angenehmer Zeitvertreib für ihn, anregender und unterhaltsamer als das immer gleiche Tarockspiel mit den Kameraden und als die Unterhaltung mit ihnen, die sich immer um das Regiment oder die Dorfbewohner dreht. Unter den Kameraden ist er einer unter vielen, bei Kekesfalvas ist er der umschwärmte Mittelpunkt, dem man gern zuhört. Er genießt dort die konkurrenzlose ungeteilte Aufmerksamkeit Ediths und ihrer Cousine und lässt sich mit gutem Essen verwöhnen. Hofmiller gefällt das alles durchaus, da es so anders ist als sein gewohntes Leben. Aus relativ einfachen Verhältnissen stammend, kam er bereits mit 13 Jahren in die Kadettenschule zur militärischen Ausbildung. Edith gewöhnt sich schnell an diese täglichen Besuche und fordert sie ein. Hofmiller bemerkt nicht, dass die junge Frau sich in ihn verliebt hat, weil ihm gar nicht in den Sinn kommt, das auch ein behinderter Mensch Liebe und Sexualität empfinden kann. Allerdings befindet er sich damit durchaus im gesellschaftlichen Konsens. Konsequent wird Edtih als Kind bezeichnet, was ihre körperliche, grazile Statur möglich macht. Bei einem Kind braucht man Sexualität und erotische Liebe nicht zu fürchten. Auch fällt es leichter, einem Kind zu helfen als einem behinderten Erwachsenen. Umso erschrockener ist er, als sie ihm ihre Gefühle gesteht. Er will diese Art der Zuneigung nicht, da er sie nicht erwidern kann, ist aber nicht in der Lage, ihr das ehrlich zu sagen, weil er befürchtet, die ohnehin labile Frau damit sehr zu verletzen. Hofmiller ist konfliktscheu. Er hat zwar Meinungen, kann diese aber nicht vertreten, und deshalb ändert er sie nach außen hin oft. Vorwerfen kann man ihm das kaum, wenn man seine militärische Laufbahn von Kindesbeinen an bedenkt. Diese innere Zerrissenheit Hofmillers, im Grunde zu wissen, was richtig ist, aber nicht in der Lage zu sein, danach zu handeln und deshalb immer wieder umzuschwenken, hat Zweig meisterlich dargestellt. Auf den ersten Blick denkt man zuweilen, er wiederholt sich jetzt, doch dabei handelt es sich genau um dieses geistige sich im Kreise drehen und doch zu keinem Ergebnis zu kommen, das solchen Situationen eigen ist.

Aber auch Edith ist sehr ambivalent. Auf der einen Seite durchschaut sie Hofmillers Motive und ist sich seines reinen Mitleids mit ihr bewusst, auf der anderen Seite redet sie sich ein, dass sie seine Aufmerksamkeit doch nicht so falsch verstehen kann, da muss doch mehr sein als nur Mitleid. Ihre regelmäßigen Zornesausbrüche auch gegenüber ihren Familienangehörigen zeugen davon, wie zerrissen sie innerlich ist.

Eine wichtige Figur in diesem Roman ist Dr. Condor, Ediths Arzt, der einzige seiner Zunft, der sie nicht aufgegeben hat und ihr immer wieder gut zuredet, Geduld zu haben, obwohl er keineswegs weiß, ob seine Heilmethoden jemals zur Besserung ihrer Lähmung führen werden. Er macht ihr keine Hoffnungen, aber er nimmt sie ihr auch nicht. Damit steht er im Gegensatz zu Hofmiller, der völlig unbegründete Hoffnungen in ihr weckt und nicht den Mut hat, diese zurückzunehmen, obwohl ihm klar ist, dass er ihr langfristig damit schadet. Schließlich kommt es zum Verlöbnis der beiden, doch als Hofmiller in der Öffentlichkeit nicht dazu steht und Edith davon erfährt, nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

Die Erzählperspektive ist durchgängig die Hofmillers, wobei er zuweilen die Position eines allwissenden Erzählers einnimmt, wenn er die Biografien Kekesfalvas und Condors schildert. Hofmiller erzählt seine Geschichte 25 Jahre später. Es ist seine Lebensbeichte, er empfindet noch immer Schuld.

Die Sprache ist in gewohnter Zweigscher Manier vortrefflich. Zuweilen verwendet er Begriffe, die heute ein wenig veraltet anmuten und nicht mehr gebräuchlich sind, was aber nicht stört, sondern im Gegenteil sehr authentisch ist. Jede der Figuren ist vollendet charakterisiert und hat psychologischen Tiefgang. Mitleid ist mehr als das zentrale Thema, denn als Leser leidet man mit jeder einzelnen Figur: Edith, Hofmiller, dem Vater, Dr. Condor. Interessant ist auch die Metapher des Dschinns, die Zweig ' unter anderen einfügt. Aus Mitleid oder auch Hilfsbereitschaft schultert man die Last eines anderen, die man nie mehr los wird.

Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen!
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend, 1. September 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Eigentlich wollte ich das Buch nur in die Hand nehmen und oberflächlich betrachten. Der Titel sagte mir irgendwie: "Das ist wahrscheinlich nichts für dich!" Trotzdem begann ich ein paar Seiten zu lesen. Das Buch fesselte mich so, dass ich es relativ rasch zu Ende las und mir nach und nach ein Werk Zweigs nach dem anderen besorgte.
... Der in einem langweiligen ungarischen Garnisonsstädtchen stationierte Leutnant Anton Hofmiller erhält eine Einladung in das Schloss des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva ... Auf dem Fest wird gefeiert und getanzt. Der Leutnant amüsiert sich blendend und tanzt mit einem Mädchen nach dem anderen. Plötzlich fährt ihm durch den Sinn, dass er die Tochter des Gastgebers (Edith) noch nicht zum Tanz aufgefordert hat. Er sucht sie. Sie sitzt gerade an einem Tisch mit anderen. Er wundert sich zwar, warum er sie den ganzen Abend nicht tanzen gesehen hat, aber er denkt nicht lange darüber nach und fordert sie zum Tanz auf. Diesen Moment beschreibt Zweig wie kein anderer. Die Zeit scheint stillzustehen, alle befinden sich in einem Schockzustand. Das Mädchen ist nämlich gelähmt. Der Leser kann sich auf den folgenden Seiten mit allen Details in jede der anwesenden Personen hineinversetzen. Er empfindet Scham, Unbehagen, ein in den Erdboden versinken wollen. Wie Zeig das aufs Papier knallt ist einfach unbeschreiblich. Jedes Wort, ja die Position jedes Wortes, packt den Leser und würgt ihn wie ein Verhör.
Und dann erinnere ich mich noch daran, wie Zweig eine Ausfahrt mit einem Pferdegespann schildert, eine ganz unspektakuläre Begebenheit, aber mit so einer Dramatik, dass einem alle freudigen Erinnerungen an die Kindheit als gesammelte Werke in den Sinn kommen.
Also Kaufempfehlung! Was sonst?
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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 16. August 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Stefan Zweig sucht seinesgleichen!
In seinem einzigen größeren Roman beweist er seine einzigartige Sensibilität sowie ein Talent, Sprache zu beherrschen und zu leben, wie es meines Erachtens in dieser hohen Qualität nur eine Handvoll andere große Literaten können. Das Buch zeigt - nicht zuletzt mit einem Hauch von Psychoanalyse, aber vor allem mit sehr viel Pathos - die Tücken und Abgründe der menschlichen Seele, vor allem die Auswirkungen der zwei verschiedenen Arten des Mitleids - wichtige Stützpfeiler des Wesens Mensch.
Der österreichische Leutnant erreicht mit seinem unaufrichtigen Mitleid - jenes, sich möglichst rasch frei zu machen von der Last fremden Leidens - letztlich genau das Gegenteil von dem, was er beabsichtigte. Damit illustriert Zweig sehr genau, dass in der Quintessenz das Mitfühlen, das Mit-leiden eine große Macht, vielleicht schon eine Waffe ist, wenn es nicht richtig eingesetzt wird.
Alles in allem würde ich jenes Buch - alleine schon wegen der grandiosen sprachlichen und leitmotivischen Umsetzung - zu den zehn besten aus der riesigen Menge von Büchern zählen, die ich jemals gelesen habe.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aktuell? Aktuell!, 29. Dezember 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Das k.u.k. Ambiente und die typischen Wortkaskaden Zweigs - die in diesem Falle hervorragend zur Erzählerrolle passen - mögen vielleicht ein wenig "historisch" erscheinen. Das Thema ist aber wohl aktuell wie eh und je. Ein körperlich behindertes junges Mädchen missversteht die nur aus Mitleid erfolgten Besuche des Protagonisten als persönliches Interesse, dieser ist entsetzt, als sie sich ihm offenbart, und gesteht sich selbst bzw. dem Leser ein, dass er diese Edith nie als vollwertiges menschliches Wesen angesehen hat, das es überhaupt WAGEN darf, zu lieben. Wer einmal auf die Reaktionen der meisten seiner Mitmenschen Rollstuhlfahrern oder anderen Behinderten gegenüber geachtet hat, weiß, dass sich die Zeiten noch nicht grundlegend geändert haben... Die Erzählung zeigt deutlich, dass eine unter falschen Voraussetzungen aufgenommene Beziehung - denn dieser Leutnant Hofmiller versucht dann sozusagen aus "therapeutischen Gründen" auf Ediths Gefühle einzugehen - zum Scheitern verurteilt ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend und quälend, 4. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Ein Buch, das einen sofort in den Bann zieht. Eine tragische Geschichte, so unglaublich anmutend, aber doch offenbar aus dem Leben gegriffen.
Ich hoffte für die Hauptfigur, dass sie (er) sich endlich löst von dem Verhängnis - stattdessen stolpert sie immer tiefer hinein in das tragische Geschehen. Was uns heute evtl. zu langatmig anmutet, war aus Zweigs Perspektive - in seiner Zeit - wahrscheinlich notwendig, um die seelischen Regungen und Kümmernisse der Personen in aller Klarheit und in allen Perspektiven zu beleuchten. Da wir inzwischen in einer völlig anderen Gesellschaft leben, in der diese Geschichte so wohl nicht mehr passieren würde (welcher junge Mann würde sich noch auf eine solche Vereinnahmung ohne eigenes Wollen einlassen - länger als 3 Tage?), mutet der Roman fremd an, können wir die Beweggründe der Protagonisten kaum noch verstehen und die Handlung insofern kaum ertragen.
Stattdessen musste ich an meinem potentiellen Mitleid zweifeln, da ich die "Dummheit" und Geduld der Hauptfigur nicht aushalten konnte - am liebsten hätte ich eingegriffen! - Mitleid mit der verzogenen, verkrüppelten Tochter stellte sich aber beim besten Willen nicht ein.... Deren Liebe ist purer Egoismus und keine Liebe, die das Wohl des Anderen will. Sie versucht stattdessen die Liebe des jungen Mannes zu erpressen.
Wie gefährlich Mitleid bzw. zuviel davon sein kann, weil es falsch verstanden werden kann, das genau zeigt dieses Buch. Diese Verantwortung, in die die Hauptfigur hineingeschlittert ist, konnte ihm eigentlich nicht abverlangt werden, er wurde von fremden Menschen geradezu hineingetrieben, da er zu willensschwach war. Verantwortlich wäre gewesen, im frühen Stadium auf Distanz zu gehen, keine Hoffnungen zu wecken, und zu dem Zeitpunkt, als ihm die geweckten Hoffnungen bekannt geworden sind, sich endgültig zu verabschieden. Da er das nicht tat, litt er tatsächlich mit... womit niemandem geholfen war.
Fazit für mich: ein Buch, das nachdenklich macht, das meisterhaft geschrieben ist, das einen sofort in seinen Bann zieht, und ein Buch, über das sich lohnt zu diskutieren, da es weit in das zutiefst Menschliche hineingeht und den Leser in sich gehen lässt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 1. Oktober 2012
Von 
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg: Ein junger östereichischer Leutnant hat aus Unkenntnis eine gelähmte junge Frau, die Tochter eines Millionärs und Gutsbesitzers, bei einem Fest zum Tanz aufgefordert; aus Schuldgefühlen und Mitleid besucht er sie darauhin fast täglich und lässt sich von ihr selbst, deren verwitwetem Vater, ihrer Kousine und dem Arzt so sehr in die Situation verwickeln, dass er schließlich daran verzweifeln muss. Liebe aus Mitleid - ein interessantes Thema, sprachlich ersklassig verarbeitet und hervorragend in Szene gesetzt und spannend erzählt. Mit dem Protagonisten wird man mit in diesen emotionalen Strudel hineingezogen, weshalb man den Roman - so ging es zumindest mir - eigentlich in einem durchlesen muss.

Eine kleine Warnung: Ja nicht den Klappentext lesen; der verrät die ganze Entwicklung der Handlung, auch die Schlusspointe und -moral. Eine Dummheit des Verlages.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Falschen Mitleid oder Wahrheit?, 3. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Ein Buch mit "relativ" wenig Inhalt, was aber durchaus zum Nachdenken anregt. Ein junger Leutnant besucht, mehr aus Mitleid, ein gelähmtes Mädchen, welches sich in ihn verliebt. Da der Leutnant Niemanden verletzen möchte versinkt er immer weiter in einen Lügensumpf. Verlobt sich schliesslich mit dem Mädchen, leugnet allerdings schon kurz darauf die Verlobung und die Tragödie nimmt ihren Lauf.
Auf Seite 213 heisst es:
"... - schon diese Mitleidlüge hat sie glücklich gemacht; und einen Menschen glücklich zu machen, kann nie eine Schuld oder ein Unrecht sein"
Eigentlich kann man diesen Satz ohne weiteres Bedenken so stehen lassen. Andererseits ist es nicht vielleicht doch, auf lange Sicht gesehen, besser immer die Wahrheit zu sagen?
Die Hauptfigur in diesem Werk schlittert immer weiter ins Verderben, lässt sich immer wieder zu Taten oder Äußerungern verleiten bei denen eher das Mitleid der Vater des Gedanken ist. Hier scheint ihm auch niemand so wirklich zu helfen wollen... erst als es schon zu spät ist.
Eine grossartige Geschichte die Stefan Zweig hier erzählt. Dem Leser wird gezeigt wo Mitleid hinführen kann, das man sich schnell verrennt und am liebsten flüchten möchte, obwohl man eigentlich nur ein guter Mensch sein will. Ist dann noch ein klein wenig Feigheit im Spiel...
Vielleicht wird hier dem einen oder anderen auch ein Spiegel vorgehalten. Man wird sich unausweichlich fragen, wie man wohl selbst in dieser Situation gehandelt hätte, wieviel von dem Leutnant auch in einem selbst schlummert. Letztendlich bleibt es einem natürlich selbst überlassen, ob man falsches Mitleid (Ungeduld des Herzens) oder der Wahrheit den Vorzug lässt
4 Sterne bekommt das Buch, weil es leicht zu lesen ist, viel hergibt, zum Nachdenken anregt, leider aber an einigen Stellen etwas zu weit ausholt (von manchen Figuren wird, meiner Meinung nach, zu viel erzählt).
Lesenswert ist es aber allemal!! LESEN :-)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begeisternd, 29. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Stefan Zweig zählt zu meinen Lieblingsautoren.

Er hat einen Schreibstil, den es leider heute nicht mehr gibt. Zumindest habe ich ihn nirgends mehr gefunden.

Ungeduld des Herzens ist ein wunderbarer Roman, bei dem sich der Titel auch nach und nach erschließt, bzw. auch im Buch erläutert wird.

Genial die Schreibweise, man fühlt richtig mit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut! Psychologisch raffiniert, 12. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Stefan Zweig schreibt trotz der langen Sätze sehr fliessend und verständlich. Sein Schreibstil ist sehr detailliert und von einfühlsamer Treffsicherheit.
Der Inhalt des Buches ist glaubwürdig und sehr spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Fazit: Buch von hohem Niveau
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Werk..., 27. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ungeduld des Herzens. (Sondereinband)
Es ist weniger das eigentliche Thema, welches bei diesem Roman Zweig's besticht, vielmehr ist es die unbeschreibliche Schönheit, die einem auf jeder Seite, in jedem Wort entgegenlacht, und einen wissen lässt, dass man es hierbei mit wahrlich großartiger Literatur zu tun hat. Es ist die sprachliche Kunst wundervolle Bilder zu schaffen, mit der Zweig einen in seinen Bann zieht und nicht entlässt, ehe man die Lektüre dieses Werkes abgeschlossen hat. Es ist ein literarisches Geschenk, das man einem Jeden nur wärmstens ans Herz legen kann.
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Ungeduld des Herzens.
Ungeduld des Herzens. von Stefan Zweig (Sondereinband - 1. Januar 1976)
EUR 9,95
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