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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kurz - aber unvergesslich
"Die Schachnovelle" von Stefan Zweig hat mich gleich mehrfach begeistert.
Zum einen ist die Erzählweise von Zweig interessant, eine Geschichte in einer Geschichte, das ist hervorragend gemacht. Zum anderen ist es natürlich das Thema selbst, das einem unter die Haut geht. Man kann sich garnicht vorstellen, wie groß die Strafe für einen...
Am 21. Mai 2003 veröffentlicht

versus
18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen schlampig editiert
Vorneweg: Meine Kritik bezieht sich nicht auf das Werk Stefan Zweigs. Die Schachnovelle ist ein ungemein spannendes, packendes und hervorragend geschriebenes Werk.
Was ich kritisiere, ist die stellenweise schlampige und stümperhafte Umsetzung des Buches ins E-book. Es strotzt nur so von Scan-Fehlern, die zum Teil so offensichtlich sind, dass sie, hätte vor...
Vor 14 Monaten von ckcologne veröffentlicht


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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kurz - aber unvergesslich, 21. Mai 2003
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Taschenbuch)
"Die Schachnovelle" von Stefan Zweig hat mich gleich mehrfach begeistert.
Zum einen ist die Erzählweise von Zweig interessant, eine Geschichte in einer Geschichte, das ist hervorragend gemacht. Zum anderen ist es natürlich das Thema selbst, das einem unter die Haut geht. Man kann sich garnicht vorstellen, wie groß die Strafe für einen Menschen ist, dem "nichts weiter" angetan wird, als ihn vollkommen von der Außenwelt zu isolieren. Darum geht es und auch darum, was der menschliche Geist dann für "Kopfstände" macht und wie sehr solch ein Erlebnis das ganze Leben eines Menschen verändert, ja ruiniert! Ausgezeichnet beschrieben, wirklich sehr zu empfehlen!!! Und um Längen besser als der Film, in dem viele Szenen aus dem Buch, sogar Figuren, garnicht auftauchen!!! Also, lieber lesen als glotzen!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen An diesem Buch ist nichts zu bemängeln, denn es ist ein Meisterwerk, 16. Juni 2010
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Taschenbuch)
Ich musste dieses Buch erst vor kurzem für die Schule lesen. Um was es hier geht, denke ich, muss ich nicht groß erwähnen, da meine Vorrezensenten diese Arbeit schon erledigt haben. Immer wenn ich den Namen des Autors höre oder den Titel des Buchs, würde ich am liebsten auf die Knie fallen vor lauter Ehrfurcht und Achtung. Das Buch ist, wie der Titel schon verrät kein Roman, sondern eine Novelle, die aus Rahmenezählung und Binnengeschichte besteht. Schön aufgeteilt wird die Binnengeschichte in der Mitte des Buches von der Umarmung der Rahmenerzählung fest umschlungen. Zum Schluss hin wird die Rahmenerzählung immer spannender bis sie ihren Höhepunkt am Ende des Buches erreicht. Ich liebe dieses Werk so, nicht nur weil es unter Harenbergs "Buch der 1000 Bücher" fällt, sondern weil es Schritt für Schritt bis ins kleinste Detail die Vorgänge beschreibt, die in einem menschlichen Gehirn ablaufen, das zum Wahnsinn durch folternde Isolationshaft geführt wird. Dr.B hat sich durch sein Nervenfieber so weit in das Schachspiel gesteigert, dass er sogar den Schachweltmeister Czentovic übertrumpfen kann. Zweig umschreibt wie ein Mensch dazu gebracht werden kann verrückt zu werden ohne es zu wollen oder wahrzuhaben, somit erntet der Leser Verständnis für Dr.B und verschlingt gleichzeitig auch diese Novelle, die nie vergessen werden darf, da sie immerhin ein Stück Exilliteratur ist in der Zeit des Nationalsozialismus.

Sehr, sehr empfehlenswert!

~Bücher-Liebhaberin~
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch mit auf die einsame Insel? Dieses!!!, 21. Januar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Gebundene Ausgabe)
Das ist mein Lieblingsbuch. Ich habe es bestimmt schon zehnmal gelesen und bekomme trotzdem nie genug davon. Lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn Sie den gleichnamigen Film kennen, der die großartige Geschichte nur streift und an keiner Stelle die Qualität des Buches erreicht (wie es ja meistens ist, wenn Bücher verfilmt werden). Die Protagonisten in dieser Geschichte sind Schachspieler, daher der Titel. Selbst wenn Sie nichts vom Schach verstehen, werden Sie dieses Buch mögen, wenn Sie sich auch nur marginal mit dem königlichen Spiel befasst haben, werden Sie es LIEBEN! Die Geschichte ist so dicht und geradlinig erzählt, daß an absolut keiner Stelle Langeweile aufkommt, die Personen so hervorragend gezeichnet, daß man nach der Lektüre versucht ist, im Lexikon nachzuschlagen, ob sie nicht tatsächlich existierten! Das Buch ist vom Umfang her ideal für ein Wochenende, nicht zu kurz und nicht zu lang. Die Geschichte hat keinen Durchhänger, der Autor hat an keiner Stelle versucht, Zeit und Seiten zu schinden oder den Leser mit irgendwelchen unnötigen Hintergrundinformationen zu langweilen. Selten hat man einen solchen geraden und verständlichen und trotzdem so dichten und vielschichtigen Schreibstil gesehen. Vermutlich werden Sie es in einem Zug auslesen, denn die Geschichte wird Sie fesseln, sobald Sie sich nach der ersten Seite eingelesen haben, wenn Sie dennoch eine Lesepause einlegen sollten, wird die Geschichte Sie verfolgen, bis Sie weiterlesen. Egal, auf was Sie verzichten müssten, verzichten Sie und kaufen Sie dieses Buch! Wenn ich auf eine einsame Insel müßte und ein Buch mitnehmen dürfte, dann wäre es die Schachnovelle. Das wird auch Ihre Meinung sein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Geschichte nicht nur für Schachfreunde, 14. Mai 2003
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Gebundene Ausgabe)
In diesem Klassiker von 1943 erzählt Stefan Zweig von einer interessanten Begegnung auf einer Dampferfahrt von New York nach Buenos Aires. Wie die Passagiere erfahren, ist der amtierende Schach-Weltmeister Czentovic an Bord, den sie schließlich aus Spaß zu einer Partie herausfordern. Nach einigen verlorenen Spielen erhalten sie überraschend wertvolle Hinweise von dem zurückhaltenden Passagier Dr.B.: obwohl er anscheinend seit 26 Jahren kein Schachbrett angefasst hat, macht er aus der sicheren Niederlage ein Remis gegen den Weltmeister! Später erzählt er von seiner traurigen Gefangenschaft in den Händen der Gestapo, die ihn durch Isolierhaft psychologisch brechen wollten. Monatelang war seine einzige Beschäftigung das gedankliche Schachspiel gegen sich selbst...
Mit 95 Seiten ist die Schachnovelle fast noch eine Kurzgeschichte. Es geht um eine an Verrücktheit grenzende Form des Schachspielens. Insbesondere für Schachfreunde ist es wunderschön zu lesen, wie Dr.B. nur durch das Schach die psychologische Folter der Gefangenschaft überstehen konnte und sich selbst zur Perfektion trainiert hat. Das zunehmend höhere Spielniveau und der mentale Kampf gegen sich selbst haben aber schließlich zu einer ausgewachsenen Schizophrenie geführt. Dieser Weg und das Finale gegen den Weltmeister am Ende sind faszinierend beschrieben - und bis zuletzt spannend. Das Buch ist so kurz und so mitreißend, dass man sich unbedingt den einen Nachmittag dazu nehmen sollte.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialität, wie man sie sich doch nicht wünscht, 31. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Gebundene Ausgabe)
Wer sich schon einmal etwas länger mit dem Schachspielen beschäftigt hat, dem werden einige Curiositäten an diesem Spiel aufgefallen sein. Zum einen ist es egal, wie gut, oder wie schlecht man im Vergleich zu seinem Gegner spielt, man hat immer wieder aufs neue die Chance zu gewinnen, genauso, wie auch die Gefahr besteht, zu verlieren, obwohl der Gegner vielleicht strategisch unterlegen ist. Es kommt beim Schachspielen auf viele Qualitäten der Spieler an. Die wichtigste ist wohl, sich auf seinen Gegner einzustellen. Genau diese Qualität fehlt den beiden Hauptdarstellern in dieser Novelle. Auf faszinierende Art und Weise beschreibt Stefan Zweig, wie zwei sehr heterogene Menschen auf unterschiedlichem Weg zum Schachspielen kommen. Beide erlernen dieses Spiel aus einer eher zufälligen Situation und treiben es fast bis zur Perfektion. Als Leser wird man vom Fanatismus der Schachspieler und von den Möglichkeiten dieses "alten" Spieles mehr als nur gefesselt. Es kommt immer wieder zu Steigerungen, wo sie schon fast nicht mehr möglich sind. Die Leistungen die die beiden Spieler vollbringen sind geradzu unmenschlich, aber aus ihrer Geschichte heraus verständlich. Im Finale geht es wohl kaum noch ums Schachspielen, sondern um einen Kampf zwischen Genialität und Ehrgeiz.
Dieses Buch ist sehr nervenaufreibend und unheimlich spannend. Der schachspielende Leser beginnt automatisch mitzufieber. Der nichtspielende Leser entwickelt zwangsweise den Wunsch, dieses Spiel zu erlernen, um später festzustellen, wie treffend der Autor die Gefühle seiner Romanfiguren beschrieben hat.
Aber in dieser kurzen Novelle geht es nicht nur um Schach. Der Autor zeigt auch, wie grausam der Krieg sein kann, zu welchen "weichen" Foltermethoden die Menschen fähig sind und welche Leistungen das menschliche Gehirn vollbringt, wenn es, um sich zu retten, auf eine einzig Sache konzentriert. Dieses Buch ist keine Empfehlung, sondern ein "Muß". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der Subtilität psychologischer Unterdrückung, 27. Januar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Gebundene Ausgabe)
Sicher ist diese Novelle, die trotz ihrer Einzelbindung nicht zum Buch wird, ein erzählerisches Meisterwerk des Stefan Zweig. Sicher ist es derart fesselnd, daß es in einem Zug gelesen wird. Faszinierend sind in der Tat die Protagonisten gezeichnet. Psychologisch ins kleinste Detail der Seelenzustand verdeutlicht, ohne dabei trocken oder langweilig zu wirken.Im Gegenteil! Der Urtrieb der Menschen, die Neugierde, wird auf das stärkste gereizt, weiterzulesen, mehr zu erfahren über das Leben des labilen Protagonisten.
Wer dieses "Buch" allerdings nur als geniale Literatur für lange Tage auf der Insel sieht, der verdrängt die Tiefe Bedeutung, die Stefan Zweig hier gekonnt metaphorisch dem Leser vorlegt. Die grundlegende "Message", die Stefan Zweig dem Leser nahelegen will ist die der unglaublichen Brutalität der Nazis.
Er, ein überzeugter Pazifist, wurde durch die destruktive Art dieser deutschen Zeit besonders getroffen. Insbesondere sein Traum vom vereinten Europa - den wir nun zu vollenden suchen!- wurde duch die abfällige Politik dieses immer noch nachlebenden Deutschland vergiftet.
Die Schachnovelle, sein letztes Werk bevor er 1942 freiwillig aus dem Leben schied, daher eine "Quittung" an das Deutschland, das sein Leben so stark beeinflußt hat, so stark in die Melancholie getrieben hat. Die Metapher des stratgischen Schachspiels wird hier verwendet, um die brutal berechnende Art der Nazis zu abstrahieren. Jeder Zug im politischen Irrsinn jener Zeit dient nur dem Ziel, jenem "Endziel" der alleinigen Macht. Ebenso hat das Schachspiel ein Endziel, das Schach des Gegners. In ebenso zermürbender Gewalt wie ein überlegener Schachmeister einen begabten Amateur Zug um Zug um den Siegeswillen bringt, bringen die Nazis jenen vergewaltigten Protagonisten geschickt um Verstand und Wille.
Wie ein Schachspieler angestrengt Zug um Zug nach seiner Chance sucht, Zug um Zug seine Unterlegenheit verdeutlicht sieht, sucht der gemarterte Protagonist, den Opressor zu verstehen, zu hintergehen. Ebenso aber wie der begabte Amateur sieht er sich hilflos gegenüber, sieht sich Zug um Zug zerknetet in der Mühle der unbezwinglichen Übermacht. Der Gegner, die Nazis, verstehen das Spiel besser als er und treiben den unfruchtbar ehrgeizigen in den Wahnsinn.
Die Schachnovelle, jene biographische Begründung des Selbstmordes von Stefan Zweig, zählt auch meiner Meinung nach zu dem überragendsten literarischen Werk, das spannende Erzählkunst mit hinterlegter künstlerischer Botschaft vereint.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarisches Konzentrat!, 26. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Gebundene Ausgabe)
Stefan Zweigs weltberühmte "Schachnovelle" möchte ich mit Nachdruck allen Eltern und Lehrern empfehlen, deren Kinder (Schüler) dem Jugendbuch allmählich entwachsen und die für sie einen leicht lesbaren Einstieg in die Weltliteratur suchen. Dieses schmale Buch ist bis heute von einer Sogkraft, die auch auf Jugendliche unmittelbar wirkt. So "merken" sie unter Umständen gar nicht, dass sie gerade ein "echtes Stück Literatur" verschlungen haben...
Bei mir hat das vor mehr als dreißig Jahren so funktioniert und auch bei meiner Tochter hatte das Buch wieder den gleichen, durchschlagenden Erfolg!

Der Inhalt ist wohl den meisten bekannt: Die Schachnovelle erzählt von einer Schifffahrt, auf der sich der amtierende und bis dahin ungeschlagene Schachweltmeister und ein Emigrant eine Partie auf Augenhöhe liefern. Währenddessen erzählt Dr. B. von seinen Erlebnissen und wie er das Schachspiel perfektioniert hat. Inhaftiert und gefoltert mit Isolation und Dunkelhaft, gelingt es ihm, während eines Verhörs ein Buch mit Schachregeln an sich zu nehmen. Dieses Büchlein wird zur Rettung, denn nun kann er die Partien des Buches im Geiste nachvollziehen...

Stefan Zweig bedient sich in seiner weltberühmten Novelle eines literarischen Musters, das immer wieder funktioniert: Zwei Menschen, einander vorher unbekannt, fassen Vertrauen zu einander und nutzen gerade die Fremdheit zu einer Lebensbeichte. Aber beileibe ist das nicht immer so gut wie bei Stefan Zweig, dessen Schachnovelle bis heute unerreicht geblieben ist. Ihm gelingt nicht nur ein Zwiegespräch, das sich dem Leser auf ewig einbrennt. Auch wie er die Wirkung der Haft und seine Errettung schildert, ist nicht nur grandios, sondern auch bis zum heutigen Tag zutiefst nachvollziehbar!

Mit dieser soeben erschienenen fest gebundenen Taschenbuchausgabe führt der Fischer Verlag eine sehr schöne Reihe fort, in der Erzählungen berühmter Dichter in bibliophiler Ausführung zu einem sehr fairen Preis angeboten werden.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Schachspiel als Ueberlebenskampf, 8. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Gebundene Ausgabe)
Die "Schachnovelle" von Stefan Zweig erzaehlt die Geschichte eines oesterreichischen Anwalts, der von der Gestapo zu Verhoerzwecken festgehalten wird. Um seinen Willen zu brechen, wird er in Einzelhaft gesperrt; die Isolierung uebersteht er nur, weil er ein heimlich hineingeschmuggeltes Schachbuch studiert, deren Partien er zunaechst mithilfe von kleinen Figuren aus Brotteig, spaeter nur noch im Kopf nachspielt und schliesslich mit einem Hoechstmass an seelischer Belastung gegen sich selber antritt. Die Geschichte, obwohl eindeutig mit politischen Implikationen gespickt, stellt jedoch auch zugleich den fesselnden Ueberlebenskampf eines Menschen vor, der, koerperlich unversehrt, versucht, geistig nicht zu verhungern. Hat man erst einmal angefangen zu lesen, faellt es schwer, wieder aufzuhoeren; so glaubwuerdig und mitreissend gelingt es dem Autor, das Innenleben der Figur zu beschreiben. Im Gegensatz zu ihr steht der in der Rahmenhandlung auftauchende Schachweltmeister Czentovic, der, seelisch abgestumpft und primitiv, nur durch blosses maschinelles Spielen ueberzeugt. Nicht zuletzt aus diesen beiden unterschiedlichen Charakteren, die am Ende der Novelle noch einmal gegeneinander antreten, ergibt sich die anhaltende Spannung; zudem kann diese Finale darueber hinaus auch als Kmapf zwischen maschineller Tumbheit und der sensiblen Humanitaet der Hauptfigur gelesen werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zweigs "Schachnovelle" ist ein Buch, das unter die Haut geht, 21. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Taschenbuch)
Grundsätzlich fallen uns in der „Schachnovelle" zwei gegensätzliche Gruppierungen auf: Auf der einen Seite sind Czentovic und McConnor, die durch ihre kalte und gefühlslose Art eher negativ in Erscheinung treten. Ihre auffälligste Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie ihren Erfolg an materiellen Werten messen. Auf der anderen Seite stehen Dr. B. und der Ich-Erzähler, deren Charaktere wir als positiv empfinden. Für Dr. B. steht die Bewältigung seiner Vergangenheit im Vordergrund, während der Erzähler die Verhaltensweisen der beiden Spieler analysiert. Sie befinden sich auf einer Ebene mit tieferer Bedeutung: Für sie bedeutet Erfolg Selbsterkenntnis.
Beim Schachspiel werden zwei völlig unterschiedliche Personen einander gegenübergestellt: Dr. B., ein fantasievoller, kreativer, sensibler und innerlich zerrissener Mensch, und Czentovic, ein einseitiges Genie und eine fantasie- und gefühlslose „Schachmaschine". Er will das Spiel unbedingt gewinnen und nützt die psychischen Schwächen seines Gegners aus. Dr. B. muss resignieren. Gegen die geistverneinende Gewalt von Czentovic kommt er nicht an. Seine Resignation steht sinnbildlich für den Kampf europäischer Intellektueller gegen den Nationalsozialismus, die sich - zumindest in Zweigs Augen - einer endgültigen Niederlage oder Vernichtung ebenfalls nur durch Flucht entziehen konnten.
Für Dr. B. hat das Schach verschiedene Bedeutungen. In seiner Isolationshaft ist es für ihn ein „Mittel zum Überleben" und „eine wunderbare Waffe gegen die erdrückende Monotonie des Raumes und der Zeit". Nach der Erkenntnis, dass er alle Spiele bereits auswendig kann, beginnt er gegen sich selbst zu spielen, was eine vollkommene Persönlichkeitsspaltung erfordert. So ist das Schachspiel einerseits seine Rettung, andererseits treibt es ihn in den Wahnsinn. Zweig zeigt, dass ein Mensch, der in eine unerträgliche Grenzsituation gerät, die Situation nicht unbeschadet übersteht. Das Schachbrett selbst steht für den begrenzten Raum des Zimmers, in dem Dr. B. gefangen gehalten wird, und für die gekreuzten Gitterstäbe dieses Gefängnisses.
Zweigs „Schachnovelle" weist zudem autobiografische Züge auf. Wie der Erzähler und Dr. B. ist Zweig ein österreichischer Emigrant. Für den Autor stellt das Emigrantendasein eine sehr grosse psychische Belastung dar, mit der er nicht umgehen kann, sodass er sich schliesslich das Leben nimmt. Auch bei Dr. B. zeigt sich, dass er seine Vergangenheit nicht verarbeiten kann und auch nie können wird. Obwohl das Schach in seinem Leben einen existenziellen Wert angenommen hat, beziehungsweise annehmen musste, wird er sich durch die letzte Partie bewusst, dass er nie mehr Schach spielen darf. Das letzte Spiel ist für ihn eine endgültige Erledigung und kein neuer Anfang.
Zweig, der unter starkem Heimweh leidet und in Verzweiflung über den Krieg und der Perspektivelosigkeit der Menschen in tiefe Depressionen verfällt, ist sich ebenso wie Dr. B. bewusst, dass es für ihn keinen Ausweg gibt. „An ein Zurück ist doch auf lange nicht zu denken und es wäre auch kein richtiges Zuhause mehr". Sie sind beide Opfer des Nationalsozialismus, die ihr brutales Schicksal nicht verarbeiten können.
Im Gegensatz zu Dr. B. ist der Erzähler eine gefestigte Persönlichkeit. Dies deutet darauf hin, dass er seine Situation als Emigrant bewältigen wird. Der Erzähler stellt somit ein Ideal für den Autor dar, doch in Wahrheit ist Zweig Dr. B viel ähnlicher.
Die Novelle hat uns beide angesprochen. Zweig bedient sich einer einfachen, ergreifend schönen Sprache. Er stellt die Einsamkeit und ihre Auswirkungen überzeugend dar, was das Buch vor allem von der psychologischen Seite her interessant macht.
Beim Lesen spürten wir, dass wir hier mit dem Leiden eines wirklich gequälten Menschen konfrontiert werden. Zweigs Aufgewühltheit überträgt sich auf den Leser, weshalb das Lesen dieses Buches für uns eine besondere emotionale Erfahrung dargestellt hat. Aus diesem Grund können wir die „Schachnovelle" wärmstens weiterempfehlen.

Andrea Trebs & Marco Frei
Bündner Kantonsschule, Chur
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vielschichtige Lektuere, 22. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Taschenbuch)
Die 'Schachnovelle' ist ein Meisterwerk, das so vielschichtig ist, dass auch eine wiederholte Lektuere immer neue Aspekte ans Licht bringt.
Oberflaechlich geht es um das Schicksal eines im Dritten Reich inhaftierten Mannes, der, um sich gegen die folternde Langweiligkeit zu schuetzen, Schachpartien von Grossmeistern auswendig lernt. Dieses Wissen nutzt er dann spaeter im Duell mit dem amtierenden Weltmeister.
Das Buch ist aber viel mehr. Es geht um den Kampf von Prinzipien. Der imaginative und kreative Spieler hier, der 'blind' spielt und sein Koennen spielerisch gebraucht. Und dort der roboterhaftig reagierende kuehle Champion, der die mentalen Schwaechen seines Gegners ausnutzt. All dies gipfelt in ein dramatisches Duell, das in Anbetracht der verschiedenen persoenlichen Hintergruende der Akteure, noch an Brisanz gewinnt.
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Schachnovelle
Schachnovelle von Stefan Zweig (Taschenbuch - 1. April 1974)
EUR 5,95
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