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75 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen quälender Schullektüre und Weltliteratur
William Gerald Golding (1911-1993) erhielt 1983 den Nobelpreis der Literatur für sein literarisches Schaffen. Daneben steht der britiscche Booker-Prize als weitere qualitative Auszeichnung und schließlich der Ritterschag. Sir William Golding ist deutschen Lesern allerdings überwiegend und beinahe ausschließlich durch sein bekanntestes und mit Abstand...
Veröffentlicht am 8. November 2006 von A. Wolf

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschung auf ganzer Linie
Manchmal nehme ich mir durchaus gerne einen "Klassiker" der Literaturgeschichte zur Hand und wurde damit nur selten enttäuscht. Dem Herr der Fliegen konnte ich leider überhaupt nichts abgewinnen. Ob es nun (wie von vielen bemängelt) an der Übersetzung liegt oder nicht: ich empfand den Schreibstil als unheimlich störend in seiner holzigen Art...
Veröffentlicht am 22. Dezember 2012 von IckeBa


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75 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen quälender Schullektüre und Weltliteratur, 8. November 2006
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
William Gerald Golding (1911-1993) erhielt 1983 den Nobelpreis der Literatur für sein literarisches Schaffen. Daneben steht der britiscche Booker-Prize als weitere qualitative Auszeichnung und schließlich der Ritterschag. Sir William Golding ist deutschen Lesern allerdings überwiegend und beinahe ausschließlich durch sein bekanntestes und mit Abstand erfolgreichstes Werk ein Begriff, dem Roman "The Lord of the Flies". Bedauerlicherweise ist dieser Text kanonisierter Bestandteil der Schulliteratur, so dass sich die gängige Meinung kaum aus Stimmen begeisterter Leser, sondern überdrüssiger Schüler generiert.

Das ist insofern bedauerlich, als dass dieser Roman mit seinen intertextuellen und moralphilosophischen Bezügen sich nur solchen Lesern in voller Gänze auftut, die über einen größeren Bildungsstand verfügen und die entsprechenden Passagen einordnen können.

Die Handlung ist eigentlich in wenigen Sätzen erzählt, wesentlich interessanter sind die moralischen, ethischen und politischen Fragen, die Golding aufwirft. Auf einem paradiesischen Eiland findet sich eine Gruppe von Schuljungen wieder, die einen Flugzeugabsurz überlebt hat. Ein Atomkrieg ist ausgebrochen, sie sollten evakuiert werden, sind nun jedoch auf sich allein gestellt und um eine Ordnung bemüht. Anfangs ist es die kindliche Abenteuerlust und der Erfahrungshunger, der jedoch bald in Gewalt umschlägt. Die Gruppe spaltet sich auf in das Lager um Ralph, der in demokratischer Art und Weise versucht, eine Ordnung zu erstellen und in das Lager um Jack, der demokratische Beschlüsse nicht akzeptiert, statt dessen Gewaltherrschaft und Totalitarismus verkörpert.

Der Titel referiert auf Satan, den Herrn der Fliegen, was die Bedeutung des hebräisch-griechischen Wortes Beelzebub ist. In der Tat lässt sich der zunächst paradiesische Ort, an dem sich die Jungen unfreiwillig einfinden, durchaus als Garten Eden bezeichnen, der später durch einen Sündenfall und das schließlich entfachte Buschfeuer im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle wird. Golding, der stark religiös geprägt war, exerzierte anhand seiner sechs- bis zwölfjährigen Schuljungen offensichtlich die Lehre von der Erbsünde durch: Das Böse ist eben in uns allen.

Daneben existiert die politische Lesart, die den krassen Gegensatz zwischen Diktatur und Demokratie aufzeigt. Die dritte Lesart kann im Sinne einer moral-anthropologischen Deutung erfolgen, indem sich die zunächst unschuldige, am Krieg nicht beteiligte Jugend, beseelt von einer schönen Utopie, durch ihr bloßes Menschsein selbst in den Abgrund manövriert.

Im Sinne moderner Literatur muss auch der hohe Symbolismus hervorgehoben werden, in dem die wahrgenommene Umwelt der Kinder bzw. Jugendlichen zur Phantasmagorie erhoben wird. Ganz zu schweigen vom intertextuellen Bezug zu Robert Michael Ballantynes überaus populärem Jugendbuch des 19. Jahrhunderts, "The Coral Island". Hier entwickelten gleichnamige Protagonisten - Ralph und Jack - übermenschliche Fähigkeiten und durchlebten eine positive Bildungsphase, während Golding sie ins Negative bzw. Dystopische führt.

Fazit: Es zeigt sich, dass Goldings Roman de facto voll von Denkanstößen und Konzepten unterschiedlichster Disziplinen ist und deswegen mit einigem Recht einen nicht gerade niedrigen Rang in der langen Liste der Weltliteratur behauptet. Dies lässt ihn fortleben, beispielsweise in der prämierten amerikanischen TV-Serie "Lost".
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Apokalypse now, 24. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Inselgeschichten. Robinson Crusoe lässt grüßen. Aber nur auf den ersten Blick. Während Defoes Held jahrzehntelang unbeirrbar den entlegensten Außenposten der europäischen Zivilisation verkörpert und seine Weltanschauung dem geretteten Freitag erfolgreich überstülpt, entgleitet die dünne Kruste zivilisatorischer Verhaltensmuster und Wertvorstellungen den hier Gestrandeten schneller, als die äußeren Zeichen der Verwahrlosung erkennen lassen.
Dabei haben sie doch gerade noch mal Glück gehabt, als sie sich nach einem Flugzeugabsturz unverletzt auf einer allerdings unbewohnten Insel wiederfinden. Eine paradiesische Insel in strahlendem Sonnenschein, mit frischem Wasser und Früchten und Kokosnüssen im Überfluß. Sogar Wildschweine zum Jagen gibt es. Zwar finden sich unter den Überlebenden keine Erwachsenen, aber die 6 - 12jährigen Schuljungen erkennen auch so, was zu tun ist: Ein Signalfeuer an der höchsten Stelle der Insel unterhalten, Schutzhütten bauen und auf Rettung warten. Zu essen gibt's ja genug.
Bei der Wahl eines Anführers kommt es zur Kampfabstimmung. Erste Spannungen in der Gruppe werden sichtbar. Aber der gewählte Anführer versteht es, die Situation zu entschärfen, indem er dem Unterlegenen eine verantwortungsvolle Aufgabe überträgt: Die Leitung der Jagd. Wie hätte er auch ahnen können, daß er mit diesem versöhnlichen Entgegenkommen die Büchse der Pandora geöffnet hat?
Zunächst läuft alles recht gut, wenn sich auch fast unmerklich kleine Nachlässigkeiten einschleichen. Aber wozu soll man Hemd und Hose tragen, wenn es heiß ist und einen ohnehin kein Erwachsener sieht? Und warum sich mit dem anstrengenden Hüttenbau abmühen, wo doch schwimmen gehen viel mehr Spaß macht? Schwerwiegender ist da schon der Zwischenfall mit dem durch Unachtsamkeit außer Kontrolle geratenen Feuer, der ein Todesopfer fordert und im aufmerksamen Leser düstere Vorahnungen aufkeimen lässt. Eine Warnung, die nicht beachtet wird.
Zunehmend verzweifelt versucht der gewählte Anführer mit einigen Gleichgesinnten den fortschreitenden Zerfall der beschlossenen Ordnung aufzuhalten. Jedoch versteht es der Führer der Jäger, diese Bemühungen wirkungsvoll zu hintertreiben. Immer häufiger und immer heftiger geraten die beiden Konkurrenten aneinander, was den Rest der Gruppe destabilisiert und verunsichert.
Und dann ist da noch - die Nacht. Nachts zeigt die Insel ihr anderes Gesicht. Die Kinder hören unerklärliche Geräusche; einige sehen bedrohliche Schatten. Gibt es da etwas Unbekanntes auf der tagsüber so vertrauten Insel? Ein wildes Tier, ein Gespenst, ein Ungeheuer? Natürlich sind das alles Hirngespinste, aber kann man da wirklich sicher sein? Wie schützt man sich vor dieser unheimlichen, unsichtbaren Gefahr?
Mit fortschreitendem Realitätsverlust schwindet auch der Einfluß der durch den Anführer und seine wenigen Getreuen repräsentierten Vernunft auf das Geschehen. Sinnbildlich verlagert sich die Handlung vom sonnigen, übersichtlichen und hellen Strand ins bewaldete, diffuse Dunkel des Inselinneren. Die durch Jagderfolg gestärkte Gegenpartei bekämpft die irrationalen Ängste der Jungen mit archaischen Ritualen. Hier regiert die hemmungslose Jagdlust und bald nur noch einer, der Führer der Jagd, der sich zum Häuptling aufschwingt und bedingungslosen Gehorsam fordert. Der durch die Jagd entfachte Blutrausch eskaliert zu exzessiver Gewalt, die vor Mord nicht zurückschreckt und schließlich auch die eigene Lebensgrundlage zerstört.
Ungläubig blickt man am Ende auf den gigantischen Scherbenhaufen, dem diese in einfachen Worten erzählte Geschichte mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit zustrebt. Die schleichende Verwandlung ganz normaler Kinder in blutrünstige Bestien hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Ob sie am Ende doch noch gerettet werden? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber was heißt schon Rettung. Sicher ist letztendlich nur eines: Die Gänsehaut der Leser.
P.S.: Und was hat es mit dem ‚Herrn der Fliegen' auf sich? In Goethes Faust ist ‚Fliegengott' eine Bezeichnung für den Teufel, das personifizierte Böse. Golding's Roman kommt ohne eine Teufelfigur aus. Hier trägt jeder etwas dämonisches in sich. Für den Herrn der Fliegen hat er ein ausdrucksstarkes Bild gefunden.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schwarze Seele des Menschen, 16. November 2009
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Was passiert mit dem Menschen, wenn er fernab von Zivilisation, staatlicher Kontrolle und gesellschaftlichem Druck lebt? Ist er von Natur aus gut, ein edler Wilder"? Nein, meinte William Golding und malte diese Antwort in seinem berühmtesten Roman aufs Schrecklichste aus. In seiner zutiefst pessimistischen Weltsicht hat der Mensch eine schwarze Seele: Wenige Wochen in absoluter Freiheit genügen, und er lässt Jahrhunderte der verfeinerten Sitten, der Kultur, der Demokratie und des Rechts hinter sich, um in brutale Barbarei zu verfallen. Golding überspitzt seine These effektvoll, indem er unschuldige Kinder zu den Protagonisten seines Gesellschaftsexperiments macht. Im Elysium einer exotischen Insel entfesseln sie die Hölle auf Erden. Dem weltkriegserfahrenen englischen Schriftsteller ging es um nicht weniger als darum, die Tragik der menschlichen Natur in Worte zu fassen. So erklärte er 1984, ein Jahr nachdem er den Literaturnobelpreis bekommen hatte: Das Thema von Herr der Fliegen ist Trauer. Nichts als die schiere Trauer, Trauer, Trauer ."
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen herausragendes Hörbuch / Hörbuchrezension, 5. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Audio CD)
Der bekannte und preigekrönte Roman "Herr der Fliegen" von Wiliam Golding ist nun endlich auch als Hörbuch erschienen. Er wird hier von Andreas Fröhlich auf insgesamt 6 CDs (nicht wie in der Produktbeschreibung oben angegeben auf 1er CD!) vorgelesen.

Der Roman handelt von einer Gruppe Jungen zwischen 6 und 12 Jahren, die durch einen Flugzeugabsturz auf einer einsamen Südseeinsel landen und sich dort ohne Erwachsene zurechtfinden müssen. Anfangs klappt das noch sehr gut. Sie wählen einen Anführer, halten Versammlungen ab, in denen immer nur einer sprechen darf und entzünden ein Feuer um gerettet zu werden. Doch die Junden verrohen mit der Zeit immer mehr. Tiere zu jagen wird für Sie immer wichtiger und das Signalfeuer gerät häufig in Vergessenheit. Schließlich kommt es zum Streit und ein Teil der Gruppe sondert sich ab und nimmt mehr und mehr das Verhalten von Wilden an. Das Leben auf der Insel gerät für die Jungen außer Kontrolle und bei vielen von Ihnen verschwimmt menschliches Verhalten mit dem Verhalten von Tieren.

Die Handlung des Romans ist großartig aufgebaut und die einzelnen, sehr unterschiedlichen Charaktere der Jungen gut herausgearbeitet. Der Leser/Hörer merkt schnell in welche Richtung sich die Handlung unausweichlich bewegt.

Vor einiger Zeit habe ich das Buch "Herr der Fliegen" gelesen, nun habe ich mir das Hörbuch angehört. Meiner Meinung nach ist man durch das Hörbuch noch näher an der Handlung dran; das Geschehen ist deutlich intensiver als beim Lesen des Buches. Daran hat vor allem der Sprecher Andreas Fröhlich großen Anteil, der den Roman hervorragend vorliest. Er gibt jeder der Hauptpersonen eine andere treffende Stimme und vermittelt beim Lesen sehr gut die Gefühle der einzelnen Jungen. Auch zahlreiche Geräusche macht er während der Handlung wunderbar nach.
Und: Andreas Fröhlich lässt sich beim Lesen Zeit; an wichtigen Stellen sogar viel Zeit. Dadurch wirkt das Hörbuch nicht gehetzt und der Zuhörer kann alles auf sich wirken lassen.

Fazit: Ich finde es toll, dass es den Roman "Herr der Fliegen" jetzt auch als Hörbuch gibt und war mit diesem voll und ganz zufrieden. Ebenso mit der Auswahl des Sprechers.
Ich kann nur empfehlen sich dieses Hörbuch anzuhören.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weltliteratur als Hörspiel - ein interessantes Experiment, 22. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Audio CD)
William Goldings Klassiker "Herr der Fliegen" liegt jetzt als Audio-CD vor. Der in den 50er Jahren erschienene Roman erlangte durch seine zunächst in den USA große Popularität bald Weltruhm. Thematik im Erstling des Literatur-Nobelpreisträgers ist das im Menschen angelegte Böse, das in dem Augenblick die Oberhand gewinnt, wenn die Maske der Zivilisation fällt. Der Autor wählt eine experimentelle Situation, um seine pessimistische These auszuführen: Eine Gruppe Schuljungen strandet nach dem Abschuss ihres Flugzeugs auf einer tropischen Insel, die eigentlich alles zu einem angenehmen Leben bietet. Doch Agression und kriegerische Urinstinkte gewinnen die Oberhand über Rationalität und demokratische Vernunft. Mit Ralph rettet nur eine der wenigen positiv besetzten Hauptfiguren mit knapper Not das Leben; Goldings eigentlichem Vorbild hinsichtlich Menschlichkeit, Simon, ist dies nicht vergönnt. Nach zwei Verfilmungen von Peter Brook (1963) und Harry Hook (1989), die den Stoff mehr (Brook) oder weniger (Hook) authentisch und gelungen umsetzen, gibt es nun eine Hörspielfassung. Den komplexen Roman, der leider allzu oft als bestensfalls mittelmäßig behandelte Schullektüre 'verwurstet' wird, auf gut 57 Minuten zu reduzieren ist ein Wagnis, das ziemlich gut gelingt. Der Hörer sollte allerdings vor dem Hörbuch den Roman gelesen haben, um diese Fassung richtig einzuordnen. Ohne Vorkenntnis der kompletten Originalhandlung bleibt man vermutlich an der einen oder anderen Stelle etwas ratlos zurück. Eine wirkliche Alternative zur Literatur können freilich weder die Verfilmungen noch das Hörspiel liefern; dennoch ist dieser Versuch legitim und nicht uninteressant. Der Aufbau des Hörbuchs entspricht dramaturgisch nicht exakt dem der literarischen Vorlage, wahrt aber zum Glück deren Geist. Die hinzugefügte Musik ist stimmig und passend. Insgesamt ein respektables Experiment, Weltliteratur einmal anders zu präsentieren.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was als Abenteuer beginnt, 30. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Was sich anfänglich als Abenteuer, als große Freiheit anschickt endet in einer Katastrophe.

Eine Gruppe von Kindern (6-12 Jahre) landet unfreiwillig auf einer Insel, auf der sie, wie sicher herausstellt ganz auf sich allein gestellt sind. Die Kinder sehen darin ein Abenteuer, frei von den Zwängen und Regeln die sie von den Erwachsenen auferlegt bekommen. Die Älteren unter den Kindern einigen sich aber darauf, dass es gewisse Regeln geben muss. Es wird ein Anführer gewählt, Aufgaben werden verteilt und ein Plan für die Rettung wird geschmiedet. Doch die Abenteuerlust und der Spaß lässt viele der Kinder ihre Aufgaben vergessen und sie leben in den Tag. Essen in Form von Früchten gibt es genug auf der Insel. Und solang die Sonne scheint, es hell ist, ist die Insel ein wunderbarer Ort. Doch in der Nacht zeigt sich die Insel von einer anderen Seite. Eine unsichtbare Gefahr macht den Kindern Angst, etwas unfassbares nicht erklärbares.
Mit der Zeit verfällt die anfängliche Gemeinschaft immer mehr und es bilden sich zwei Lager. Die Abenteuerlust und der Spaß stehen gegen die Regeln und Zwänge die diese Regeln erzeugen. Die Situation eskaliert bis zum ersten Mord. Nun von aller Moral befreit ist es nicht mehr weit bis zum Wahnsinn, bis zum Sieg der Gewalt über die Vernunft und bis zum 2. Mord. Am Ende steht die völlige Apokalypse.
Und ob die Rettung am Ende wirklich eine Rettung ist?

Für mich ein wunderbares aber auch erschütterndes Buch, was man lesen sollte. Denn es zeigt, am Beispiel der Gruppe Kinder, wozu wir Menschen fähig sind, wenn wir auf all das verzichten müssen was unsere "Zivilisation" ausmacht, wenn wir aus unserem gewohnten Leben mit all seinen Regeln und Freiheiten herausgerissen werden und vor die Wahl gestellt werden, wie wir weiter machen wollen - absolute Freiheit ohne Zwänge in der es nur um Spaß geht, oder doch ein nicht zu enges Korsett mit Regeln und Aufgaben.
Ich stimme den Worten auf dem Buchdeckel zu - "Poesie und bittere Wahrheit sind selten so eins wie in diesem Buch."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Jugendliche, 6. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Für Jugendliche: 5 Sterne
Für Erwachsene: 3 Sterne

Gutes Jugendbuch, das dem noch jungen Leser die fundamentale Bedeutung der Zivilisation bzw. die Folgen seiner Abwesenheit vor Augen führt.

Die Geschichte ist simpel und dadurch realistisch; Die in dem Buch geschilderten Dinge würden auch in der Realität "einfach passieren" ohne das es komplexer Wechselwirkungen bedarf...

Andere Rezensionen hier von jungen Lesern (die es in der Schule lesen mussten) bezeichnen es als "schockierend" und "barbarisch": Das ist gut so. Diese Aussagen zeigen, das diese jungen Menschen etwas gelernt haben (auch wenn sie diesen Teil der Realität wohl lieber nicht gelernt hätten)...

Für einen durchschnittlich abgebrühten Erwachsenen hingegen hält dieses Buch natürlich wenig bis gar keine Überraschungen bereit. Dazu ist die Geschichte zu simpel, sind die Charaktere zu Transparent / Stereotyp (es handelt sich immerhin um Kinder) und die allgemeine Menschenkenntnis des Erwachsenen bereits zu ausgeprägt.

Eines jedoch wird (auch) der Erwachsenen spätestens nach Vollendung der Lektüre mit Bitterkeit realisieren MÜSSEN:
Unter denen im Buch beschriebenen Umständen ist es wohl besser einen Menschen wie Jack zu töten, bevor es zu spät ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein spannendes, großartiges Buch. Unbedingt lesen!, 12. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Dieses Buch ist sehr spannend, vielschichtig und sehr gut geschrieben!
Ich habe mir die englische Ausgabe gekauft, da ich gerne Bücher im Original lese und ich muss zugeben, dass mir für die ganzen Djungel-Beschreibungen einige Vokabeln gefehlt haben. Nichtsdestotrotz habe ich es ganz ohne Wörterbuch gelesen und konnte es recht bald nicht mehr aus der Hand legen.
Das Alter der Protagonisten liegt maximal bei 12 Jahren. Bei der düsteren Atmosphäre und den menschlichen Abgründen, die beschrieben werden würde ich es jedoch definitiv nicht als Kinderbuch empfehlen.
Als Erwachsener hat man einen anderen Blick auf das Buch. Man kann sehr viel mehr erfassen, was in dem Text steckt.
Trotzdem wird es wahrscheinlich an Schulen gelesen, weil dort sehr viel interpretiert werden kann und es nicht sehr dick ist. Doch ich muss sagen, dass ich froh bin das Buch erst jetzt und freiwillig gelesen zu haben.
Sehr zu empfehlendes Buch besonders für Erwachsene!
Dieses Cover gefällt mir persönlich besser, als das der englischen Ausgabe:
Lord of the Flies
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stoff zum Nachdenken, 14. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
"Herr der Fliegen" ist ein Klassiker, an dem zwei Verfilmungen, die eine mehr, die andere weniger, scheiterten. Das Buch ist eine Reise in das Innerste des Menschen und beleuchtet dessen Fähigkeit bzw. Unfähigkeit, ohne äußere Zwänge und fremde Authorität, mit anderen in einer Gemeinschaft zu leben. Anhand von auf einer einsamen Insel gestrandeten Kindern wird der Verfall von Sitten und Normen gezeigt. Obwohl es ihnen anders gelehrt wurde, schafft es ein Großteil dieser Gruppe von Kindern nicht, daß Animalische und Barbarische des Menschen hinter der Maske der Zivilisation zu verstecken. Was in dieser Rezension etwas seicht erscheint, wird in dem Buch meisterhaft in die Geschichte eingebunden. In einer sehr bildhaften Sprache beleuchtet William Golding das Schicksal der Kinder, ohne deren Verhalten zu beurteilen. Er schafft es, den Leser ständig darüber nachdenken zu lassen, wie er eine solche Situation meistern würde. Daß nur Kinder Handlungsträger dieses Buches sind, sollte nicht von einer zumindest genauso hohen Relevanz dieses Stoffes für Erwachsene ablenken. Ein mitreißendes Meisterwerk. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Natur des Menschen, 23. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Herr der Fliegen (Sondereinband)
Der Roman "Herr der Fliegen" handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die auf einer einsamen Insel infolge eines Flugzeugabsturzes gestrandet ist. Im Verlauf ihres Aufenthaltes leidet die Gemeinschaft immer stärker unter Spannungen zwischen den beiden rivalisierenden Jungen Ralph und Jack, die sich zu Führungspersönlichkeiten entwickeln; diese Entwicklung gipfelt in der Hetzjagd auf Ralph. Das unterschwellige Thema des Buches diskutiert die Frage, ob der Mensch eine gute oder böse Natur hat. Daher kommen auch nur Jugendlichen bzw. Kindern in dem Buch eine tragende Rolle zuteil; schließlich verkörpern sie noch am ehesten den von vielen Philosophen propagierten Naturzustand des Menschen. Der Ausgang des Romans macht deutlich, dass der Author William Golding den Menschen grundsätzlich als eine Bestie betrachtet. Um diese These zu untermauern, bettet er die Geschichte in den Kontext eines Krieges ein, höchstwahrscheinlich in Anspielung auf den 2.Weltkrieg. Somit reflektieren die Vorgänge auf der Insel in konzentrierter Weise die gesamte Welt.
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Herr der Fliegen
Herr der Fliegen von William Golding (Sondereinband - 1977)
EUR 7,95
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