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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen7
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am 14. September 1999
In diesem Buch zeigt sich Kundera von einer etwas ungewohnten Seite. Die entwickelte Geschichte verliert von Seite zu Seite ihren eigenen Rahmen und wird so immer mehr zu einer Grotesken. Und doch versteht es Kundera seine annähernd frei assoziierenden Gedankengänge auf sehr amüsante Weise nieder zu schreiben. Sehr schön verbindet er die verschiedenen Geschichtsebenen miteinander und verwebt sie mit der ihn so auszeichnenden philosophischen Kommentierung. So handelt die erste Ebene von einem Wochenende von ihm und seiner Frau auf einem Schloßhotel. Diese Umgebung inspiriert Kundera einen der in seinen Augen wichtigsten Romane der französischen Literatur hinsichtlich der Thematik Liebe und Langsamkeit zu analysieren. Gleichzeitig wird auf einer dritten Ebene bezogen auf die gleiche Thematik eine fiktive Geschichte mit teils realen Personen entwickelt. Der ständige Wechsel erlaubt es Kundera seine philosophischen Betrachtungen von verschiedenen Seiten zu nähern und ein überlagerndes Argumentationsschema zu entwickeln. Gerade in Zeiten, in denen Epikurs Lehre so aktuell sind wie heute und von immer mehr Autoren thematisiert wird, nähert sich Kundera dieser Philosophie auf die für ihn typischen leichten Weise. Vielleicht sein amüsantester Roman. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 24. April 1999
Kundera hat es geschafft, auf höchst intelligente und anspruchsvolle Weise einen kurzweiligen, erotischen Roman zu schreiben. Anders als z.B. " Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" oder " Die Unsterblichkeit" ist dies ein Buch, bei dem man Tränen lachen kann. Höhepunkt in meinen Augen: Ein unvergesslicher Dialog zwischen dem Autor und dem Penis der Hauptfigur. Köstlich!
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TOP 500 REZENSENTam 29. September 2002
Die Männer in Milan Kunderas Buch "Die Unwissenheit", ob sie Gustav, Martin oder Joseph heißen, betrachten die Liebe als etwas Gefährliches, etwas, das unbedingt nach Zähmung verlangt und dass nur unter hohem Risiko in das eigne Leben integriert werden kann. Deswegen soll das vorliegenden Buch durchaus auch als Rezept- und Ratgeberbuch zu der Frage gelesen werden, wie man die Untiefen romantischer Liebesbeziehungen am besten umschifft. Gustav etwa, eine der Hauptfiguren des vorliegenden Buches, bezaubert die Frauen durch seine Güte, wobei sie "zu spät begriffen, dass diese Güte weniger eine Verführungs- als eine Verteidigungswaffe war. Als Lieblingskind seiner Mutter war er unfähig, allein ohne die Fürsorge von Frauen zu leben. Umso schlechter jedoch ertrug er ihre Ansprüche, ihre Streitereien, ihre Allgegenwärtigkeiten, ihre allzu expansiven Körper. Um sie zu halten und gleichzeitig fliehen zu können, schoß er Granaten der Güte auf sie ab. Von den Explosionswolken gedeckt, trat er den Rückzug an." Als auch das nichts hilft, schläft er mit der Mutter seiner Gattin, wobei ihm der Geschlechtsverkehr komplikations- und lustlos "wie Zähneputzen" erscheint. Seine Frau Irene dagegen sucht Liebe und Leidenschaft und trifft doch nur auf Joseph, einem literarischen Klon von Gustav, der zwar mit ihr schläft, sie aber "wie eine Schwester" behandelt.
Man sieht: Kunderas Gestalten fungieren auch im vorliegenden Buch vornehmlich als Gedankenträger, die sich untereinander kaum unterscheiden, ein unabweisbares literarisches Manko, dass sich von den ersten Veröffentlichungen des Autors bis heute durchzieht. Wer realistische Figuren in all ihrer Widersprüchlichkeit kennenlernen will, ist bei zweifellos noch immer bei Kundera Fehl am Platze. Wer es jedoch liebt, auf dem Hintergrund dieser Kunderaschen Pappkameraden Grundbefindlichkeiten der Moderne wie Emigration und Nostalgie durchzudeklinieren, wird das vorliegende Buch zu schätzen wissen. Insbesondere was dem Autor zu Fokussierung der Nostalgie einfällt, ist geistreich, kurzweilig und neu, mehr noch: man fühlt sich in seinem Innersten Wesen erkannt, wenn er seinen Lesern ihre nostalgischen Gemütsbildungen vorhält und sie in immer neuen Bildern als Vergangenheitskranke beschreibt, die dadurch, dass sie immer nur "durch die nach rückwärts geöffneten Fenster in die Vergangenheit" blicken, ihre Gegenwart und Zukunft verpassen.
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am 3. Oktober 2011
Sehr wirr. Anstrengend zu lesen. Trotzdem einige schöne Botschaften über die Langsamkeit und die Lust am Leben enthalten.
Eher ein Stück Selbstverwirklichung des Autors.
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am 30. November 1999
Dieser Roman von Kundera erscheint mir mehr als ‚durchwachsen'. Eine offensichtlich genau geplante Konzeption schließt eine Entwicklung ins Konfuse, Zerschlissene mit ein, aber Kunderas Sprache, seine Waffe im Kampf mit der Wirklichkeit, wird zusehends schwächer, leichtsinniger, die Erzählung fällt auseinander. Irgendwie paßt das Vorhaben, einen kleinen, feinen Roman über die Nutzung eines Schlosses in verschiedenen Jahrhunderten und die Vermischung dieser Erzählungen, nicht mehr in seinen Rahmen. Hat Kundera hier die Lust verloren (dies ist die erste Veröffentlichung, die Kundera direkt auf französisch schreibt)? Oder ist mir der tiefere Sinn seiner Lustlosigkeit entgangen?
Sehr gespannt habe ich dieses Buch begonnen, enttäuscht habe ich es weggelegt. Die Mischung stimmt einfach nicht, auch wenn einige Elemente sicherlich lustig, anregend / aufregend, erotisch wirken bzw. wirken sollen - so richtig überzeugen kann der Autor hier jedenfalls nicht - jedenfalls nicht mich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 25. April 2016
Der Tscheche Kundera, der seit 1975 in Frankreich lebt, hat 1995 seinen ersten französisch verfassten Roman 'La Lenteur' veröffentlicht. Ein schmaler Band von nicht ganz 150 Seiten, sehr erotisch, sehr intellektuell, sehr französisch. Ausgebreitet wird die menschliche Komödie und wie mit ihren Widrigkeiten und ihrem Unernst umzugehen ist. 'Tutto nel mondo è burla' ( 'Die ganze Welt ist ein Scherz' ) heißt es im 'Falstaff'.
Vera, die mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Milan, eine Nacht im Schlosshotel verbringt, sagt zu ihm: 'Du hast mir oft gesagt, dass du eines Tages einen Roman schreiben willst, in dem es kein einziges ernstes Wort gibt. Eine große Dummheit. Zu deinem Vergnügen. Ich fürchte, der Moment ist gekommen'. Zahlreiche weitere Handlungsstränge werden eröffnet und ideeneich und virtuos parallelisiert oder miteinander verflochten. Da ist neben Milan und Vera die Rückblende auf die galante Geschichte vom Chevalier und Madame de T., die von Vivant Denon überliefert ist. Da ist der Politiker und Intellektuelle Berck in seiner makabren medialen Konkurrenz mit dem Abgeordneten Duberque ' unweigerlich stellt sich die Assoziation ein zu Bernard Henry-Lévy, der mit graumeliertem Philosophenschopf und weit geöffnetem, blütenweißen Hemd mal eben die Welt rettet. Eine andere Erzählung verknüpft Berck mit seiner unerfüllten Jugendliebe, die ' das Leben ist weiter gegangen ' jetzt nicht mehr unerreichbares Ziel der Sehnsucht, sondern zum Teufel gewünschte, aufdringliche Reporterin ist, die ihren früheren Status nutzbringend für ein exklusives Feature über den prominenten Politiker einsetzten will. 'Immaculata' wiederum, die Fernsehreporterin, die eine vernichtende Schmähung von Berck erfährt, trägt ihre ohnmächtige Wut in ihr kollusives Verhältnis mit dem ihr völlig ergebenen Kameramann.
Da sind Pontevin, Vincent und die anderen. Die Männerrunde im Cafe Gascogne. Ihr Abgesandter Vincent ist Beobachter beim Entomologenkongress im Schlosshotel. Er beginnt ein amouröses Abenteuer mit Julie, dass aber unter keinem guten Stern steht. Seine blühende Verbalerotik und der spontane Einfall des demonstrativen Nacktbadens im Hotelpool stehen seiner Erektion eher im Wege und reichen nur zu einer faden Simulation.
Schließlich der rührende Auftritt des nach langen Jahren der politischen Blockade wieder mit seiner Wissenschaftsgemeinde vereinten tschechischen Insektenforschers, der schon beim Kongress fossile Züge zeigt, um dann im Schwimmbad gleich doppelt baden zu gehen.

All dies ist federleicht erzählt und geistreich mit einander verschränkt. Am Ende der ereignisreichen Nacht begegnen sich surreal zwei Zeitalter in Gestalt ihrer Vertreter Vincent und des Chevalier: die schnelle, effektiv organisierte Moderne und das verspielt-galante, langsame 18.Jahrhundert.
Kunderas Roman zeichnet aus, dass er wenigstens drei Dimensionen oder Lesarten hat. Er ist zum ersten ein amüsanter Blick auf Menschen im Hotel, auf Ereignisse einer Nacht, die furios in der Schwimmbadszene eskalieren. Allein das ist lesenswert. Zum zweiten liefert er hochpsychologisch-analytische, dennoch treffsicher und mit leichter Hand verfasste Kommentare zu menschlicher Kommunikation, die über die für den Fortgang der Handlung notwendige Psychologisierung der Akteure hinausgeht. Die Tänzer- Metapher der konkurrierenden und vor ihren Wählern paradierenden Politiker Berck und Duberque, das Meister-Jünger-Verhältnis von Pontevin und Vincent, die Interpretation des Ins-Wasser-Gehens Immaculatas als einer spontanen, dramatischen Geste, die sie nun einer im Grund schon festliegenden Choreographie unterwirft, auf die sie keinen Einfluss mehr hat.
Zum dritten ist der Text teils explizit, teils implizit essayistisch-philosophisch durchwirkt. Immer wieder werden die grundierenden Themen berührt oder unmittelbar erörtert. Das sind die großen Antinomien zielgerichtete Geschwindigkeit gegen verspielte Langsamkeit, Ernst gegen Unernst, narzisstische Selbstdarstellung gegen intime Privatheit, Begehren, Macht, Geltungssucht gegen Epikuräertum und pragmatischen Hedonismus,

Wie alle seine Romane ist es ein Buch über die Liebe. Vielleicht noch spielerischer und leichter als die anderen. Gleich zu Anfang (S. 9) fragt Milan, den ein Autofahrer hinter ihm bedrängt, 'Weshalb ist das Vergnügen an der Langsamkeit verschwunden? Ach, wo sind sie, die Flaneure von einst? Wo sind sie, die faulen Burschen der Volkslieder, diese Vagabunden, die gemächlich von einer Mühle zur anderen zogen und unter freiem Himmel schliefen? Sind sie mit den Feldwegen, den Wiesen und den Lichtungen, mit der Natur verschwunden? Ein tschechisches Sprichwort beschreibt ihren süßen Müßiggang mit einer Metapher: sie schauen dem lieben Gott ins Fenster'.
Es ist nicht schwer zu erraten, dass Kundera eine Schwäche für die Langsamkeit, das Spiel, vergangene Zeiten und insbesondere das 18.Jahrhundert hat. Aber gleich auf S.13/14 dämpft er die Begeisterung Vincents für die libertinage des 18.Jahrhunderts. Die Überwindung moralischer Schranken habe nicht zu einer Propaganda und Verbreitung epikuräischer Lebensführung geführt. Nicht Lust, sondern Strategie und Eroberung verdrängen eine unschuldig-naive Sinnlichkeit. Choderlos de Laclose` 'Gefährliche Liebschaften' begraben die Utopie fröhlicher Sinnlichkeit und verwandeln 'was zuerst aussieht wie ein fröhlich obszönes Spiel unmerklich und unausweichlich in einen Kampf auf Leben und Tod'.

So bleibt letzten Endes alles offen. Die Liebe ist ein Spiel und kein Spiel. Ob es gelingen kann, dem 'lieben Gott ins Fenster zu schauen' als Flaneur das Leben zu durchmessen, das bleibt so zweifelhaft wie die Frage nach der Möglichkeit der galanten Liebe. Sie kann jederzeit ihren spielerischen Charakter verlieren und zum Kampf, gar zum tödlichen Ernst werden.

Kunderas erster nicht tschechischer Roman ist meisterhaft, sehr französisch und unbedingt empfehlenswert. Eine galante Alternative zu den zahlreichen 1000Seiten-Romanen der Gegenwart.
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am 11. Dezember 1999
Es ist Milan Kundera, meinem absoluten Lieblingsautor, mit diesm Buch wieder einmal gelungen ein Meisterwerk zu schreiben. Ich finde er bringt uns in seinem Buch die menschlichen Verhaltunsformen, wenn es um Lust und Erotik geht sehr wahrheitsgetreu nahe, ohne uns dabei zu erschrecken oder zu schockieren. Mich hat dieses Buch absolut gefesselt und begeistert, wie schon viele seiner Bücher zuvor. Ein tiefgründiges und dennoch humorvolles Meisterwerk über menschliche Verhaltensweisen.
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